Der Duft der Großstadt
Verfasst: Mittwoch 4. Juli 2012, 13:45
>>Land in Sicht!<< ,brüllte es vom Ausguck herunter.
Godfrey war bemüht nicht auf den nassen Planken seinen Halt zu verlieren. Sein Steißbein, war wärend der Reise schon oft genung in Mitleidenschaft gezogen worden. Er hasste die Seefahrt. Nicht nur einmal wurde der wässrige Eintopf, und der dazugereichte Zwieback, zu bereits vorverdautem Fischfutter.
Er begab sich wankend zum Bug des Schiffes, und während sich die Silhouette Berchgards langsam aus dem Horizont herauskristallisierte, reflektierte der junge Mann noch einmal über die Geschehnisse der letzten Zeit.
Glücksritter, so könnte man ihn wahrlich am Besten betiteln. Aufgewachsen war er in einer Köhlerfamilie. Harte Arbeit, und ein entbehrungsreiches Leben, prägten seine Vergangenheit. Trotz alledem hätte er es gewiss auch schlechter treffen können. Immerhin hatte er eine liebende Familie, und nur selten gab es Zeiten, in denen er hungern musste.
Wenn er Zeit hatte, tollte er mit seinen Geschwistern im Wald umher, und natürlich bewaffnete man sich mit Stöcken, um die Ritter und Paladine nachzuahmen, von denen man schon soviele glorreiche Geschichten hörte.
Was den 'Schwertkampf' betraf, war Godfrey seinen Brüdern, und sogar seiner älteren Schwester deutlich unterlegen. Nicht selten kam er mit blauen Flecken, und Platzwunden vom Spielen zurück. So lernte er schon recht früh kleinere Wunden zu verbinden, und wusste welche Kräuter bei der Wundheilung halfen.
Doch recht bald bemerkte der Junge, dass er über eine ruhige Hand, und eine ausserordentliche Sehschärfe verfügte. Es sollte nicht lange dauern, bis er seine Familie, mit dem ein oder anderen erlegten Hasen erfreute, welche er mit einer Steinschleuder erlegt hatte. Der Junge wurde Älter, und mit 18 Jahren, wurde er in ein nahegelegenes Dorf geschickt, um auf Brautschau zu gehen.
Als das Dorf von einer kleinen Räuberbande angefriffen wurde, tötete Godfrey zum ersten Mal einen Mann. Geschickt hatte er mit seinem Kurzbogen, einem der Räuber in die Brust geschossen.
Die Bande trat recht schnell den Rückzug an, ehe kurz darauf einige Soldaten die Bande verfolgte.
Da sich Godfrey recht gut in der Gegend auskannte, und sich auch auf das Fährtenlesen verstand, heuerten die Soldaten ihn an.
Bei jeder Rast hörte er die Geschichten der Soldaten, von fernen Ländern, Ruhm und Ehre, Reichtümern. Geschichten über wunderschöne Frauen, die sich in feinste Seide kleideten, und sich mit Geschmeide schmückten, dessen Wert ins Unvorstellbare abdriftete.
Als Godfrey zwei Wochen später wieder in seinem Zuhause ankam, und er sich wieder dem Köhlerhandwerk widmete, keimte in ihm die Frage, 'Ist dies wirklich alles?'
Der junge Mann wurde immer schweigsamer, und entwickelte ein deutliches Fernweh. Immer öfter sah man ihn einfach irgendwo sitzen, in die Ferne starrend, und darüber nachdenkend, was wohl hinter dem Wald, oder gar hinter dem Ozean auf ihn warten würde.
Er wollte mehr, mehr erleben, mehr sehen, ja mehr von Allem.
Somit packte er seine Siebensachen und machte sich auf die Welt zu erkunden. Zwar war seine Familie betrübt über den Abschied, doch wünschte man ihm eine gute Reise.
Und so kam es das er ein Jahr später, am Bug eines Schiffes stand, und auf seine neue und hoffentlich glorreiche Zukunft zusegelte.
Noch während das Schiff die Segel raffte, und das Anlegemanöver begann, ging er unter Deck um sein Bündel zu schnüren. Er war froh gleich wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Als er wieder an Deck kam, herrschte dort rege Betriebsamkeit, Waren wurden ausgeladen und Neue an Bord genommen. Grade wollte er das Schiff verlassen, als er eine Stimme hinter sich hörte:
>>Heyda, Bursche!<<
Godfrey drehte sich herum und blickte in das hagere Gesicht des Kapitäns.
>>Ja?<<
>>Wenn du dir ein Zubrot verdienen willst Bursche, hätte ich hier einen Brief der überbracht werden muss.<<
Godfrey zögerte einen Moment: >>Ja aber, ich kenne hier doch niemanden, habt ihr keine Männer die solcherlei erledigen können?<<
>>Aye, die habe ich wohl.<< ,knurrte der Seebär zurück. >>Doch werden die Meisten hier gebraucht, und die Anderen wollen ihre Heuer versaufen. Ausserdem, lernst du du so neue Leute kennen Bursche.<<
Der junge Mann nickte kurz, es währe wirklich keine schlechte Idee.
>>Nungut, gebt mir den Brief und nennt mir den Empfänger.<<
Der Kapitän grinste ein wenig, als er Godfrey ein versiegeltes Schriftstück in die Hände gab: >>Dies hier ist für das Regiment bestimmt. Und hühte dich Bursche das Siegel zu brechen, ich werd gewiss davon erfahren!<<
Godfrey verstaute das Pergament sorgfältig, um nun endlich seinen ersten Schritt auf festen Grund zu tun. Die Schultern wurden gestrafft, und ein zuversichtliches Lächeln umspielte seine bärtigen Lippen.
Es währe doch gelacht, wenn er hier niemanden finden würde, der bereit ist einen jungen Bogenschützen, der sich nicht scheut harte Arbeit zu verrichten, unter seine Fittiche zu nehmen.
So sollte das neue Leben des jungen Mannes namens Godfrey beginnen. Nur die Zeit wird zeigen ob man vieleicht einst wahrlich Lieder über ihn singen mag, oder ob er in der grauen Masse gesichtsloser Leute untergehen wird!
Godfrey war bemüht nicht auf den nassen Planken seinen Halt zu verlieren. Sein Steißbein, war wärend der Reise schon oft genung in Mitleidenschaft gezogen worden. Er hasste die Seefahrt. Nicht nur einmal wurde der wässrige Eintopf, und der dazugereichte Zwieback, zu bereits vorverdautem Fischfutter.
Er begab sich wankend zum Bug des Schiffes, und während sich die Silhouette Berchgards langsam aus dem Horizont herauskristallisierte, reflektierte der junge Mann noch einmal über die Geschehnisse der letzten Zeit.
Glücksritter, so könnte man ihn wahrlich am Besten betiteln. Aufgewachsen war er in einer Köhlerfamilie. Harte Arbeit, und ein entbehrungsreiches Leben, prägten seine Vergangenheit. Trotz alledem hätte er es gewiss auch schlechter treffen können. Immerhin hatte er eine liebende Familie, und nur selten gab es Zeiten, in denen er hungern musste.
Wenn er Zeit hatte, tollte er mit seinen Geschwistern im Wald umher, und natürlich bewaffnete man sich mit Stöcken, um die Ritter und Paladine nachzuahmen, von denen man schon soviele glorreiche Geschichten hörte.
Was den 'Schwertkampf' betraf, war Godfrey seinen Brüdern, und sogar seiner älteren Schwester deutlich unterlegen. Nicht selten kam er mit blauen Flecken, und Platzwunden vom Spielen zurück. So lernte er schon recht früh kleinere Wunden zu verbinden, und wusste welche Kräuter bei der Wundheilung halfen.
Doch recht bald bemerkte der Junge, dass er über eine ruhige Hand, und eine ausserordentliche Sehschärfe verfügte. Es sollte nicht lange dauern, bis er seine Familie, mit dem ein oder anderen erlegten Hasen erfreute, welche er mit einer Steinschleuder erlegt hatte. Der Junge wurde Älter, und mit 18 Jahren, wurde er in ein nahegelegenes Dorf geschickt, um auf Brautschau zu gehen.
Als das Dorf von einer kleinen Räuberbande angefriffen wurde, tötete Godfrey zum ersten Mal einen Mann. Geschickt hatte er mit seinem Kurzbogen, einem der Räuber in die Brust geschossen.
Die Bande trat recht schnell den Rückzug an, ehe kurz darauf einige Soldaten die Bande verfolgte.
Da sich Godfrey recht gut in der Gegend auskannte, und sich auch auf das Fährtenlesen verstand, heuerten die Soldaten ihn an.
Bei jeder Rast hörte er die Geschichten der Soldaten, von fernen Ländern, Ruhm und Ehre, Reichtümern. Geschichten über wunderschöne Frauen, die sich in feinste Seide kleideten, und sich mit Geschmeide schmückten, dessen Wert ins Unvorstellbare abdriftete.
Als Godfrey zwei Wochen später wieder in seinem Zuhause ankam, und er sich wieder dem Köhlerhandwerk widmete, keimte in ihm die Frage, 'Ist dies wirklich alles?'
Der junge Mann wurde immer schweigsamer, und entwickelte ein deutliches Fernweh. Immer öfter sah man ihn einfach irgendwo sitzen, in die Ferne starrend, und darüber nachdenkend, was wohl hinter dem Wald, oder gar hinter dem Ozean auf ihn warten würde.
Er wollte mehr, mehr erleben, mehr sehen, ja mehr von Allem.
Somit packte er seine Siebensachen und machte sich auf die Welt zu erkunden. Zwar war seine Familie betrübt über den Abschied, doch wünschte man ihm eine gute Reise.
Und so kam es das er ein Jahr später, am Bug eines Schiffes stand, und auf seine neue und hoffentlich glorreiche Zukunft zusegelte.
Noch während das Schiff die Segel raffte, und das Anlegemanöver begann, ging er unter Deck um sein Bündel zu schnüren. Er war froh gleich wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Als er wieder an Deck kam, herrschte dort rege Betriebsamkeit, Waren wurden ausgeladen und Neue an Bord genommen. Grade wollte er das Schiff verlassen, als er eine Stimme hinter sich hörte:
>>Heyda, Bursche!<<
Godfrey drehte sich herum und blickte in das hagere Gesicht des Kapitäns.
>>Ja?<<
>>Wenn du dir ein Zubrot verdienen willst Bursche, hätte ich hier einen Brief der überbracht werden muss.<<
Godfrey zögerte einen Moment: >>Ja aber, ich kenne hier doch niemanden, habt ihr keine Männer die solcherlei erledigen können?<<
>>Aye, die habe ich wohl.<< ,knurrte der Seebär zurück. >>Doch werden die Meisten hier gebraucht, und die Anderen wollen ihre Heuer versaufen. Ausserdem, lernst du du so neue Leute kennen Bursche.<<
Der junge Mann nickte kurz, es währe wirklich keine schlechte Idee.
>>Nungut, gebt mir den Brief und nennt mir den Empfänger.<<
Der Kapitän grinste ein wenig, als er Godfrey ein versiegeltes Schriftstück in die Hände gab: >>Dies hier ist für das Regiment bestimmt. Und hühte dich Bursche das Siegel zu brechen, ich werd gewiss davon erfahren!<<
Godfrey verstaute das Pergament sorgfältig, um nun endlich seinen ersten Schritt auf festen Grund zu tun. Die Schultern wurden gestrafft, und ein zuversichtliches Lächeln umspielte seine bärtigen Lippen.
Es währe doch gelacht, wenn er hier niemanden finden würde, der bereit ist einen jungen Bogenschützen, der sich nicht scheut harte Arbeit zu verrichten, unter seine Fittiche zu nehmen.
So sollte das neue Leben des jungen Mannes namens Godfrey beginnen. Nur die Zeit wird zeigen ob man vieleicht einst wahrlich Lieder über ihn singen mag, oder ob er in der grauen Masse gesichtsloser Leute untergehen wird!