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[RAHAL] Vom Tod und Erlösung

Verfasst: Freitag 22. Juni 2012, 20:06
von Aidarius
Die Tage vergingen, der Sommer war endlich über das Land gekommen und
das Leben in der Hauptstadt des heiligen Alatarischen Reiches nahm seinen gewohnten Lauf.

Erneut hatte sich der Kreislauf von Macht und Reichtum vollzogen
und die Hauptdarsteller des grotesken Theaters der Rahalischen Politik wechselten ihre Rollen und Kleider.
So Manch einer verschwand von der Bühne zusammen mit den Plänen unvollendeter Heldentaten
und Andere legten sich schlafen, in der Hoffnung das bessere Zeiten kommen mögen.

Nur der Eine, vermeintlich Gottgeborene mit all seinen Gesichtern und Facetten, blieb gleich seinem Palast stets stehen und dirigierte das Treiben in diesem Raubtierkäfig weiterhin mit eiserner Hand und Engstirnigkeit.

Aidarius aber war nicht länger im Stande dies farbenfrohe Schauspiel zu betrachten oder sich gar an diesem zu beteiligen. Noch immer wartete er in einem Krankenbett des Lazarettes auf den Tod und dieser ließ ihn warten.

Gewiss kein allzu schöner Ort zum sterben. Nicht einmal die Mauern der Folterkammer hatten mehr
Schmerzensschreie gehört, mehr Tränen gesehen. Und doch zu Friedenzeiten hielt dort die Ruhe ihren Einzug.

Wie viel Zeit war seit jenem heimtückischen wie unerwarteten Anschlag auf sein Leben nun verstrichen?
Wochen, Monate oder gar Jahre? Er vermochte es nicht einmal abzuschätzen.

Die Tatsache aber das er noch immer, mehr oder weniger, unter den Lebenden weilte war recht erstaunlich,
hatten doch seine zahlreichen und schweren Verletzungen den baldigen Tod des ohnehin gebrechlichen Adlaten, verheißen.
Nichts desto trotz überstand sein schmächtiger und alt wirkender Leib nicht nur das immer wieder aufs Neue aufflammende Fieber, sondern besaß noch immer die Fähigkeit das durch tiefe Schnittwunden zerstörte Gewebe zu regenerieren.

Keine Auswirkung aber hatte dieser wundersame wenngleich lang andauernde Heilungsprozess auf seine geistige Verfassung.

In den wenigen Momenten des Bewusstseins welche Aidarius ab und an überkamen,
war der Alte kaum zu mehr fähig als leises Stöhnen und seltener eine irretierende Mischung aus unverständlichem Gebrabbel und tierähnlichen Lauten von sich zu geben eher er dann wieder in der gewohnten Ohnmacht verfiel.

Erlaubte sich der Allvater der Lethare etwa einen Scherz mit ihm und amüsierte sich bei dem
Anblick eines Menschen der zwischen den Welten festsitzt?
Oder hatte Alatar etwa Catulus Althans Ruf erhört welcher im Namen des alten Adlaten um Gnade bat.

Womöglich aber gab es überhaupt keinen Ort an welchem Aidarius Seele noch Einlass finden würde...


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Verfasst: Samstag 23. Juni 2012, 16:57
von Albertus Kaemmerer
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*als die Wache abgelenkt worden ist, schleicht sich eine kleine vermummte Gestalt ins Lazarett. Auf leisen Sohlen erkundet die Person den Innenraum und inspiziert die Krankenbetten. Schon bald hat er den vermeintlichen Verräter ausgemacht, und schleicht zu jenem ans Bett. Der geschwächte Greis wird der Gestalt nicht viel entgegensetzen können, dass weiß jene auch, so holt diese rasch eine unscheinbare Phiole aus seiner Kutte hervor, und hält Aidarius mit zwei fingern die Nase zu. Mit der anderen öffent er die Phiole, und gießt eine stark riechende Flüssigkeit in den schlund des Greises. Obendrein hält er diesen dann den Mund zu, bis er sich sicher ist, dass jener das Elixir auch geschluckt hat. Nimmt dann die Hand von dem wohl röchelnden Aidarius, und beugt sich tief zu ihm hinab. Eine kalte, wenn auch sehr leise, stimme, welche so voller bösartigkeit steckt, als käme sie von jenseits des Grabes, dringt an dessen Ohr:*

"Wir werden uns Wiedersehen, Irgendwann"

*Die Gestalt, nimmt sowohl die Phiole, als auch den kleinen Korken wieder mit und schleicht sich davon. Falls ihn ein Kranker gesehen hat, oder ein anderer Einwohner, haben diese eine in Dunkel-Blauen Gewändern gehüllte Gestalt gesehen, welche Maskiert gewesen ist.*

Verfasst: Mittwoch 27. Juni 2012, 20:33
von Aidarius
Nur langsam rinnt die dickflüssige Substanz seinem Rachen hinab zur Speiseröhre und hinterlässt ein Gefühl von Bitterkeit und Ekel.
Unfähig ernsthaften Wiederstand zu leisten, unternimmt Aidarius nur unbewusst, rein instinktiv einen Versuch durch Husten und Röcheln den ihm bereits eingeflößten Inhalt der Phiole wieder herauszuwürgen. Und doch bleibt sein Bemühen erfolglos, er vermag den Fluss des Giftes, welches sich immer tiefer in die Eingeweide des Alten frisst, nicht aufzuhalten.

Aidairus weit aufgerissene und mit tierischer Panik erfüllte Augen springen in einem letzten Moment des Bewusstseins desorientiert umher, mustern die vermummte Gestallt über ihm.

Wer war dieser Unbekannte welcher sich nun an ihm zu schaffen machte?
Kannte er diese Person, war er ihr bereits zuvor begegnet?
Und warum soll er nach all der Zeit jetzt endgültig zum Schweigen gebracht werden?

Die Hand des Fremden auf dem Mund seines Opfers unterbindet jeden möglichen Schrei oder Ruf, so mag Aidarius nur ein gedämpftes
„Mmmmmmmmh……….. mmmmmmmmmmmmmmmhhhh……“
in seinem verzweifelten Ringen entweichen.

Es vergehen nur wenige weitere Augenblicke eher sich die heimtückische Wirkung der Mixtur zu entfalten beginnt.

Ein Gefühl von Taubheit und Apathie breitet sich rasch im Körper des alten Mannes aus, ergreift vollends Besitz von ihm und lässt seine Gliedmassen erschlaffen. Wie erstarrt fällt er nun wieder in das Krankenbett zurück und bleibt ohne Regung liegen. Sogleich verlangsamt sich die Atmung sichtbar mit jedem weiterem, immer kurzem werdendem Atemzug.

Noch eine Weile haucht und keucht er vor sich hin bis letztlich auch sein müde gewordenes Herz sich der Lähmung ergibt und der Lebenstakt zum Stillstand kommt.

So verlässt Aidarius die Welt der Lebenden,
in der ewigen Dunkelheit des Totenreiches versinkend.

Verfasst: Samstag 30. Juni 2012, 11:11
von Syrion Salakaz
*Es war ein anstrengender Tag gewesen. Wieder hatte Syrion viel Zeit in den Schutz der Bevölkerung und der Stadt gesteckt. Auch wenn der Wachdienst wie in der letzten Zeit sehr einsam und langweilig war, machte er seine Arbeit gerne und gewissenhaft.

Der Dienst war vorbei und wie an jedem Abend, suchte er das Lazarett auf, wo er immer und immer wieder hoffte, dass sich Aidarius' Zustand verbesserte. In den vergangenen Mondläufen hatte er sein Bewusstsein nur selten wieder erlangt und es plagten ihn noch zusätzlich Krankheiten, denn er war angeschlagen, sehr.

An diesem Abend war alles beim alten, es war still im Lazarett, denn außer Aidarius lag dort niemand, der Wunden erlitten hatte. Syrion dachte kurz daran wie es hier aussehen könnte, wenn wirklich ein Konflikt anstünde, doch verwarf er den Gedanken gleich wieder, denn man sollte nichts unnütz heraufbeschwören. Syrion schritt nun wieder an das Bett von Aidarius. Er lag ruhig dort wie immer, ohne Bewusstsein und Regung. Sein Verband, war immernoch straff um die Wunde gewickelt, die des Öfteren wieder aufgebochen war. Syrion sah auf Aidarius hinab, und hoffte inständig, ja schon betend an Alatar, dass Aidarius bald genesen und seine Wunde überstehen würde. Er nahm sich also einen Holzstuhl und setzte sich ruhig auf diesen, welcher unter der Schwere der Rüstung, die man in der Stadtwache trug, knarrte. Ruhig viel sein Blick auf den wohl ohnmächtigen Aidarius, ehe er nach einigem genaueren Mustern feststellen musste, dass sich der Brustkorb von Aidarius nicht mehr hebte und senkte. Wie vom Blitz getroffen fiel es Syrion von den Augen, Aidarius' Herz hatte zu schlagen aufgehört! Er sprang förmlich vom Stuhl auf, was durch seine Rüstung durchaus schwierig war und ihn sehr anstrengte, und nahm den nun schlaffen Arm Aidarius' auf, um den Puls zu fühlen. Kein Puls. Syrion erschrak und legte Aidarius Arm zurück auf das Bett, ehe er raschen Schrittes aus dem Haus trat. Er musste sich beruhigen, einen Heiler finden. Auch wenn Syrion wusste, dass es wohl zu spät war, musste er wissen, wie es zu Aidarius' Tod kommen konnte.

Mit raschen Schrittes machte sich Syrion auf zum Stall, um sein Pferd heraus zu holen, ehe er mit großer Geschwindigkeit aus der Stadt Richtung Düstersee ritt. Fräulein DelMur musste ihm helfen. In Düstersee angekommen, stieg er aus dem Sattel und suchte wohl über einen Stundenlauf nach Fräulein DelMur, allerdings ohne Erfolg. Er beschloss nun, schweren Herzens nach Rahal zurück zu kehren und dort die ehrenwerte Ritterin aufzusuchen. Allerdings hatte sich Syrion nun vorgenommen, herauszufinden wie es zu Aidarius' Tod kam.*

Verfasst: Dienstag 3. Juli 2012, 19:57
von Aidarius
Sollte denn eine Person welche über Kenntnisse der menschlichen Anatomie sowie der Heilkunde verfügt,
Aidarius Körper näher untersuchen, so würde diese feststellen können;

es ist weder ein Puls zu ertasten noch Atmungsbewegungen des Brustkorbes zu beobachten

keinerlei Reaktion auf das Setzen eines Schmerzreizes, ebenso reagieren die Pupillen nicht auf Licht

die Steifheit der unausgeprägten Muskulatur lässt sich als klassische Leichenstarre deuten

der Tod muss erst vor kurzem eingetreten sein, da der Leichnam noch keinerlei Zersetzungsgerüche absondert

die einst tiefen Wunden im Brustbereich sind weitestgehend verheilt, das Gewebe frisch vernarbt

der Mann weist alle für sein geschätzt hohes Alter typischen körperlichen Makel und Gebrechen auf

er wirkt abgemagert und ausgezehrt, doch sind seine Zähne untypischerweise erstaunlich gut erhalten


Die wenigen, vertrockneten Rückstände des Giftes an Aidairus Gaumen wird nur Jemand als solche identifizieren können der auch ein umfangreiches Wissen über giftige und schädliche Substanzen besitzt.

Doch selbst in diesem Fall erscheint es fraglich ob sich anhand einer Probe Rückschlüsse auf die genaue Wirkung dieser Substanz gewinnen lassen.

Verfasst: Dienstag 24. Juli 2012, 09:42
von Cara DelMur
ein Pergament wird der Wache übergeben, zu Händen des Hauptmanns


Der Segen des Herrn und meinen Gruss entbiete ich Euch, Hauptmann Yxullerlatox,

Herr Salakaz bat mich, den Leichnam des Aidarius in Augenschein zu nehmen, um der Frage des Grundes seines Todes nachzugehen. Nach genauer Untersuchung des Körpers, Augen, Rachenbereich möchte ich Euch nun meinen Bericht zukommen lassen.

Zweifelsfrei kann ich sagen, dass es sich nur noch um die leblose Hülle des Aidarius gehandelt hat. Möge Alatar seiner Seele gnädig sein und ihm seine Taten vergelten. Die Narbenbildung spricht dafür, dass der Heilungsverlauf bereits weit vorangeschritten war, so dass einer Gesundung eigentlich nichts im Wege stehen hätte sollen.

Wenngleich es sich hier auch zu Lebzeiten um keinen sehr kräftigen Mann gehandelt hat, wirkte sein Körper abgemagert, ja nahezu ausgemergelt. Wie mir Herr Salakaz mitteilte, litt Aidarius unter heftigen Schmerzen und erlangte auch nicht wirklich das Bewusstsein zurück. Anführen möchte ich hier noch das hohe Alter des Aidarius und die Kraft, die jene Verletzungen seinen Körper gekostet haben. So ist es nicht auszuschliessen, dass er schlicht an Herzversagen gestorben ist.

Jedoch möchte Euch dennoch nicht vorenthalten, dass ich am Gaumen des Verstorbenen Spuren eines Mittels gefunden habe. Bei jener Absetzung kann es sich um ein Schmerzmittel als auch um ein Gift gehandelt haben. Die Menge ist sehr gering, so dass sich jenes, angesichts der Tatsache, dass die meisten Schmerzmittel aus giftigen Stoffen gewonnen werden, nicht mehr genau nachvollziehen lässt. Mit Sicherheit kann ich nur sagen, dass ihm etwas verabreicht wurde. Ich nehme an, dass ihm jemand Erleichterung verschaffen wollte, auf die eine oder andere Art. Ein ungewolltes Zuviel einer vermeindlichen Arznei würde hier schon genügen um den Tod mit sich zu bringen.

Ich bedauere den Tod Eures Adlatus.

Hochachtungsvoll
Cara Del‘mur

Verfasst: Dienstag 24. Juli 2012, 18:52
von Yxul'lerlatox
Ein Schreiben wird z. H. Cara DelMur in Düstersee von einem Boten der Wache überreicht:

24. Cirmiasum im 255 Jahr seiner Heiligkeit.

Des All-Einen Segen an Eurer Seite Fräulein DelMur,

ich danke im Namen des Reiches und der Wache für eure Mühe und Zeit.

So Ihr noch Überreste besagter Substanz habt, laßt sie mir doch bitte zukommen.

Möge der All-Eine Eure Wege begleiten,

Yxul'lerlatox
Hauptmann der Stadtwache Rahals.

[img]http://darkrain1.da.funpic.de/siegel_wache2a.png[/img]

Verfasst: Mittwoch 25. Juli 2012, 07:15
von Cara DelMur
so kam es das in den frühen Morgenstunden eine kleine Holzschachtel an der Wache für den Hauptmann abgegeben wurde. Der Deckel wurde durch ein Wachssiegel gehalten, der das sonderbare Innere, in Form einer kleinen Phiole mit der gewünschten Substanz, vor fremder Hände Zugriff schützen sollte.