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... und dann war da noch die Sache mit den Frauen

Verfasst: Donnerstag 24. Mai 2012, 20:47
von Rory Millen
War er eigentlich von allen guten Geistern verlassen?
Genau das war ihm durch den Kopf geschossen, in dem Sekundenbruchteil zwischen dem Lösen seiner Lippen von ihrem Hals und ihren darauf folgenden Worten.
Musste wohl so sein. Grade eben hatte sie ihm noch gestanden, dass sie sich auf einen anderen eingelassen hatte, als er nur einen Tag, eine Nacht und einen weiteren halben Tag weg war und das auch noch um für SIE einige Sack Sand heran zu schaffen, die sie für ihre Arbeit gut brauchen konnte.

Und dann wurde er empfangen als hätte man mit ihm gar nicht mehr gerechnet und statt ihr ein heiteres "Und Lebwohl! Aber nicht bei mir!" zuzurufen erwischte er sich dabei wie er über all seine Schatten und Schweinehunde sprang und ihr Zugeständnisse machte, die ihn früher oder später in den Wahnsinn treiben würden.
Aber die Alternative war, dass sie weg wäre. Ganz weg.
Himmel ihr Götter, NA UND??
Ja, und? Dann wäre sie weg und ihm bliebe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine ganze Menge Ärger erspart, aber sie wäre weg und das war wiederum ein Gedanke den er nicht zu Ende denken wollte.
Er hätte es wissen müssen als sie da mit ihrem entzückenden Hintern und den noch entzückenderen Augen in der Mine stand und erst recht als sie ihn direkt behandelte als müsste er ihr dienen!
Verdammt aber irgendwas war an ihr! Irgendwas in ihrem Blick, in der Art wie sie ihn ansah!

Sie wollte doch wissen was er JETZT wollte! Und sie wollte es fühlen! Und kaum hatte er damit angefangen schob sie ihn wieder weg und wollte alles langsam angehen. Würde er die Frauen jemals verstehen? Tat man nicht was sie sagten sondern interpretierte was sie meinen könnten, wars nicht recht, nahm man sie genau beim Wort, wars auch nicht das Richtige!
Und doch, wenn sie gehen würde, zu diesem Robenwichtel .... Nackenhaare richteten sich auf!
Am liebsten würde er seinen Schmiedehammer nehmen und diesem Kerl den Schädel zu Brei schlagen.

Ein Tag und eine Nacht und ein halber Tag, weil er sie überraschen wollte.

Sie hatte in der Zeit aus seinem Falkenblick, zwar immernoch karg, ein gemütliches Hüttchen gemacht, wie nur die Hand einer Frau es konnte, hatte ihn überraschen wollen.... Jaha, die Überraschung war ihr wahrlich geglückt. Und dann ihre Tränen, was sollte man als Mann dagegen denn machen? Und doch schmerzte es ihn an ihren Tränen mit Schuld zu sein.
Halt mal....
Mit Schuld? Nichts da mit Schuld, das hatte sie sich doch selbst eingebrockt!
Er sollte sie jetzt vor die Tür setzen, auf der Stelle und keinen Gedanken mehr an sie verschwenden!

Warum war ihm dann das Herz so schwer?

Verfasst: Freitag 25. Mai 2012, 11:03
von Gast
Würden sie es je akzeptieren? Oder gar verstehen?
So viele Fragen in ihrem Kopf, welche sie alle nicht zu beantworten wusste. Doch sie musste sich entscheiden. Welch Art wäre es zwei Männer zu haben? Dennoch genoss sie von beiden die Warmherzigkeit, die Zuneigung und die Begierde, die sie in ihrem ganzen Leben, in ihrer Vergangenheit, niemals erfahren durfte.

Als Frau war ihr die Erfahrung zu Teil geworden, nichts zu sagen zu haben, nichts tun zu dürfen außer für den Mann zu funktionieren. Selbst ihre Eltern hatten ihr dies ja eingeprügelt… Bis sie bei diesem Kerl landete… Ein hoch im Lande angesehener Mann, der sich stets nahm was er wollte ohne zu fragen. Und so geriet auch sie in seine Hände, doch ihr war nie der Wille zu gehorchen. Sie rebellierte, und handelte sich somit viele Misshandlungen ein, deren Spuren noch heute ihren Körper zieren. Oftmals versuchte sie zu flüchten, doch seine Handlanger fanden sie überall. Und die Rückkehr wurde ihr auch nicht sonderlich angenehm gestaltet.

Sie weiß doch noch nicht einmal ob sie hier sicher ist…. Vielleicht bringt sie die beiden hier nur in Gefahr… Es wäre das Beste ganz zu gehen… Weiter zu ziehen. Nie lange in einem Ort zu bleiben um doch nicht von den Gefolgsleuten des Mannes gefunden zu werden, der nicht zuließe dass sie seinen Namen beschmutzt indem sie sich seinem Willen widersetzt.

Und doch kann sie nicht gehen… Denn gleich zwei Männer schenken ihr etwas Einzigartiges. Wärme und Geborgenheit, Kraft und Sicherheit. Der Minenarbeiter bot ihr gar sein Haus als Unterkunft, sorgte für warme Kleidung und Verpflegung und pflegte sie als sie sich erkältete. In jedem seiner Blicke spürte sie die Begierde, seine Worte waren stets von einer Magie umgeben, die in ihr Feuer entfachte. Sie genoss das forsche an ihm, die Wildheit und Ungezügeltheit.

Doch dann war er fort. Ohne ein Wort zu verlieren. Und sie litt. Zuerst richtete sie ihm seine bescheidene Hütte ein, sehr liebevoll und großzügig, um ihm eine Freude zu bereiten. Sie saß in seinem Haus. Tage. Nächte… Große Angst machte sich in ihr breit als sie fürchten musste man habe sie zusammen gesehen und würde ihn nun quälen und foltern oder gar umbringen, da er sich an ihr interessierte, dem Besitz eines Anderen…

Und da kam der Krieger, der sich ihre Geschichte anhörte, dem sie vertraute und bemerkte, dass sie beide eine schwere Vergangenheit hatten mit der sie lernen mussten umzugehen. Er war weicher als der andere. Er zeigte mehr Gefühl als gleich Begierde. Auch hier fühlte sie sich wohl und geborgen, und seine warmherzige Ausstrahlung, diese ganz anders war als die des Anderen, zog sie näher zu ihm. Sie war gefesselt und gebannt von seinen Augen und seinen Worten, bei welchen man stets bemerkte wie sehr er sich zügelte, nur um zu gefallen und auf sie zu achten.

Was sollte sie nur tun? Sie sind so gleich und doch so unterschiedlich. Beide haben sie etwas, dass sie fasziniert. Der eine, ein Minenarbeiter der nicht auf den Mund gefallen ist, weiß seinen Körper einzusetzen um ihn attraktiv zu finden. In ihm lodert ein Feuer, dass manchmal nicht zu zügeln ist und damit so reizend ist. Doch der andere, ein starker Kämpfer, und dennoch ein so großes Herz und eine so zarte Seele. Der sich bemüht stets die richtigen Worte zu finden.

Sie wusste einfach nicht was sie tun sollte. Nichts und niemand konnte ihr bei ihrer Entscheidung helfen, welche so schwer auf ihrem Herzen lag. Im Schnaps ertrank sie ihren Kummer. Sie trank immer mehr um zu vergessen, um aufzuhören zu fühlen. Wie einfach wäre es wenn sie nicht mehr fühlen konnte, wenn sie einfach nur ihrer Arbeit nachgehen würde und niemanden an sich heran ließe. Sie hatte sich mit ihrer Vorstellung abgefunden, welche sie hegte als sie auf der Flucht war. Einsam und alleine in einer Mine sterben, von Felsbrocken erschlagen und dann von Ratten gefressen. Wem hätte das geschadet? Es war besser als ein Leben in Knechtschaft und besser als zwei wundervolle Männer in Gefahr zu bringen und sich auch noch gleich zu beiden hingezogen zu fühlen… Sie trank weiter…

Zu irgendeiner Zeit, ihre Sinne waren zu benebelt um festzustellen ob es noch Tag oder Nacht ist, fand der Krieger sie in der Taverne. Betrunken lag sie mit dem Kopf auf dem Tisch und wollte noch einen Schnaps bestellen, welcher er ihr augenblicklich verwehrte. Er sorgte sich um sie, so wie es der erste tat als sie krank war. Er trug sie auf Händen hinaus an den Teich um für ihre Erfrischung zu sorgen und kümmerte sich um sie. Und sie fühlte sich zu ihm hingezogen. Und sie küsste ihn.

War das ein Fehler? Sie fühlte sich schuldig, auch wenn sie dem anderen kein Versprechen gab. Sie konnte nicht weiter gehen, ehe sie nicht mit ihm darüber gesprochen hatte… Der Krieger kämpfte um sie. Er wollte sie nicht verlieren, und man spürte wie sehr ihm an ihr lag. Doch er litt darunter zu wissen dass es da einen anderen gab, der ebenfalls um sie buhlte, der ebenfalls schon einen Teil ihres Herzens ergattern konnte.

Und dann kam er.

Sie standen sich beide gegenüber. Sie musste die Wahrheit sagen. Auch der Minenarbeiter hatte das Recht zu erfahren wie es in ihrem Herzen aussieht, wobei sie das selbst nicht einmal genau wusste. Sie ging mit ihm in sein Haus, wo sie ihm zeigte was sie für ihn tat als er fort war. Sie erklärte ihm welch Sorgen sie sich machte, und auch was sie für ihn empfand. Sie redeten, bis sie sich küssten. Und es war so anders, so feurig, und sie spürte wie sehr auch er sie begehrte. Doch sie drückte ihn fort, empfand auch dies nicht als richtig, während noch immer der andere in der Taverne wartete und in seinem Kopf mehrfach den des anderen abgeschlagen hatte.

Ja, sie wollte wissen was beide für sie empfanden. Und sie spürte es auch bei beiden. Doch sie konnte nicht beiden ihr Herz schenken. Nicht ohne den einen zu verletzen, während sie bei dem anderen saß, und umgekehrt. Es war nicht richtig.

Sie sollte einfach weiter ziehen. Jedem die Hälfte ihres Herzes schenken und ohne Herz weiterziehen. Wäre das nicht einfacher? Einfach fortzulaufen…

Er sagte zu ihr er würde verstehen, ginge sie zu dem anderen. Er möchte nur nicht, dass sie komplett aus seinem Leben verschwinde. Es wäre recht, wenn sie weiterhin als Freund an seiner Seite stände. Trotz der Begierde die sie von ihm spürte war dies wohl der Satz, der sie zu ihrer Entscheidung trieb, über welche sie jedoch lange mit sich haderte.

Als er kurz fort ging, hinterließ sie ihm eine Nachricht im Hause, dass sie geht. Er würde sich zwar über ihre Liebe freuen, doch er würde es akzeptieren, wäre sie dem anderen zugeneigter. War er nicht bereit auch für sie zu kämpfen? Der Andere würde wahrlich alles für sie tun. Und in diesem Moment begriff sie, dass sie einen Mann braucht der weiß wann er hinter ihr stehen muss, der weiß, wann er ihr zur Seite steht und, wann er sich schützend vor sie zu stellen hat. Und dies bat ihr nur der Krieger. Schweren Herzens und mit vielen Tränen verließ sie sein Haus und ging zu dem anderen.

Er wartete traurig am Teich, und schien der glücklichste Mann als er ihre Entscheidung erfuhr.

Doch es gab viel zu reden, viel zu erklären, auch was da noch mit dem Minenarbeiter geschah. So gingen sie in die Taverne und redeten. Überglücklich dass sie sich für ihn entschieden hatte, konnte er kaum von ihrer Seite weichen und hielt sie liebevoll im Arm.
…als der andere kam.

Er hatte ihre Nachricht gelesen. Und er hatte nicht verstanden. Er schien zu glauben von ihm zu verlangen nun zu kämpfen. Doch das war das Letzte, dass sie wollte. Die beiden Männer, zu denen sie sich hingezogen fühlte, sollten sich doch nicht bekriegen! Vor allem nicht mit Waffen!
Mit seinem Schmiedehammer stand er vor ihm und schrie selbst sie, als sie versuchte ihn zu beruhigen, wutentbrannt an, was sie nun auch erzürnte.
Nein, so ließ sie nicht mit sich reden. Nicht nach all dem was sie sich in ihrer Vergangenheit anhören durfte. Stets wurde sie wie nichts behandelt, und sie genoss es, dass dies hier anders war. Sie erschrak bei seinen kalten Worten, und diese festigten sie in ihrem Entschluss den sie eh bereits getroffen hatte.

Sie stritten lange, stets stellte sie sich zwischen die beiden Männer die allzeit bereit schienen sich die Köpfe einzuschlagen. Das war sie doch gar nicht wert…

Sie folgte dem Schmied in die Mine, als er sich etwas zu beruhigen schien. Erneut versuchte sie ihm alles zu erklären… Hoffte auf Akzeptanz oder Verständnis. Er bat um Zeit, und sie gewährte sie ihm.
Dennoch kann sie ihn nicht loslassen. Sie sorgt sich um ihn, auch diese Nacht… Trotz dass sie bei dem anderen liegt. Dieser hat kein Haus das er ihr bieten kann, sie nächtigen unter freiem Himmel. Er deckt sie mit seinem Umhang fürsorglich zu als sie in seinen Armen einschläft. Ja, es war die richtige Entscheidung.

Doch warum ist ihr Herz so schwer?

Verfasst: Freitag 25. Mai 2012, 12:34
von Rory Millen
Er war nie ein Mann großer Worte gewesen und prompt gelang es ihm genau das falsche zu sagen, und nicht nur daß, direkt auch noch das falsche zu tun.
Es hatte lange gedauert bis er den Versuch aufgab die Nachricht zu lesen und zu guter letzt hatte der Wächter sich seiner erbarmt und es ihm vorgelesen. Prima direkt auch noch zum Narren gemacht, aber das tat er ja schon seit Tagen, seit sie aufgetaucht war.
Garwayn gegenüber schon, als er diesen um Hilfe bat, vor der Drachenhöhle, vor Marzius als er um Medizin bettelte und jetzt auch noch vor dem Wachmann, der ihn nun jedesmal mit einem mitleidigen Blick betrachtete wenn sie einander über den Weg liefen.

Bei allen Niederhöllen, hatte er wirklich geglaubt er könnte ertragen sie in den Armen eines anderen zu wissen, sie zu sehen wie ....
Mit beiden Händen raufte er sich das Haar und glaubte sich in Sicherheit doch da tauchte sie mit diesem Kleidchenträger sogar im Stollen auf. Jaha! Als Gewinner konnte er sich schon hinstellen und großkotzig den Friedfertigen heraushängen lassen!
Er hätte ihm den Schädel einschlagen sollen und ihr gleich hinterher auch.
Aber er hatte Dinge gesagt, Dinge die man nicht mehr einfach so zurück nehmen konnte, Dinge die sie nun zu recht einforderte, er hatte diese Dinge freiwillig gesagt.

Trottel! Von den Göttern verdammter Trottel!
Aber sie wollte einen anderen, schon seltsam wie das Leben seine Szenen wiederholt, wie alles erneut von vorn zu beginnen schien. Damals hatte er genau anders gehandelt, hatte versucht Shalee zu halten mit allen Mitteln und sie deswegen verloren. Jetzt wollte er Tarina alle Freiheiten geben und verlor sie deswegen.
ER hatte sie glücklich machen wollen, er hatte gewollt dass sie glücklich wurde und jetzt war sie glücklich, aber ihm trat das Glück dermaßen in den Arsch, dass er sich in diesem Haufen Zweikopfscheisse wieder fand!

Der Stuhl in seinen Händen wurde mit einem Ruck zurück auf die Terrasse gestellt und nicht über die Brüstung geworfen, stattdessen ließ er sich darauf nieder, starrte auf seine vernarbten Hände. Als er den Blick hob sah er sein Spiegelbild im Glanze des Kerzenständers, er zwang sich zu einem Lächeln. Nochmal und nochmal und dann sah es echt aus.
Echt genug für die Welt! Echt genug für sie?

.... und sein Herz war so schwer.

Verfasst: Freitag 25. Mai 2012, 12:52
von Gast
Sie stürzte sich in Arbeit um zu vergessen wie sehr sie ihm wehtat. Sie wollte ihn nicht leiden lassen. Keinen von beiden.
Und er schien das Selbe zu tun. Arbeiten. Doch leider lässt es sich wohl nicht vermeiden, sich dabei zu sehen, da sie doch beide in der Mine arbeiten müssen.
Ihr schnürte es den Halse zusammen als sie ihn sah, beinahe fröhlich wirkte er. Versuchte er es nur zu überspielen, oder kann er sie so schnell vergessen?
Ihr Herz beginnt zu weinen wenn sie ihn sieht. Flucht. Ja das half schon immer, nicht wahr?
Und sie flüchtet sich... Sie lässt ihn stehen und flüchtet sich.
In den Schnaps der ihr schon einmal half zu vergessen...

Verfasst: Freitag 25. Mai 2012, 17:37
von Gast
Und durch den Schnaps ergab sich eine Entscheidung. Und durch den Schnaps hatte sie den Mut es mitzuteilen. Und mit dem Schnaps in der Hand torkelte sie in die Miene.

Sie suchte Rory, die schrie nach ihm, bis sie ihn fand. Und da stand er, mit seiner Picke in der Hand und vergrub sich in Arbeit. Doch man sah es ihm an. Verletzt zu sein, am Boden zerstört... Und dennoch wirkte er so stark.

"Tschüss" drang es ihr lallend über die Lippen. Noch immer hing sie an der Schnapsflasche, welche sie dann vollends leerte.
Sie hatte dem Krieger versprochen nichts mehr zu trinken... Und nun stand sie hier. Vollkommen betrunken stand sie vor dem Schmied und sagte sehr entschlossen "Ich werde gehen".
Und sie ging. Sie floh, wie immer. Sie war der Sache nicht gewachsen, war nicht bereit eine entgültige Entscheidung zwischen den beiden zu fällen. Sie war es nicht...

Er schrie sie an, sie solle nicht gehen. Und sie wollte es auch nicht. Sie wollte lieber in seinen Armen liegen. Oder doch in denen des Kriegers? Hin und hergerissen schrie sie ihn an, starr wie eh und je, und unkontrolliert durch den Alkohol. Wütend fuhr sie herum als sie ihr Gleichgewicht verlor und an die Felsmauer prallte. Ohnmächtig mit einer Platzwunde am Kopf fiel sie zu Boden.

Und er kümmerte sich um sie. Er half ihre Blutung zu stoppen, trug sie in die Taverne und war für sie da. So wie er immer für sie da war...

Als sie wieder bei Sinnen war, redeten sie. Er wollte alles über sie wissen, erfahren wieso sie so handelt. Und sie erzählte ihm alles. Die Pein aus ihrer Vergangenheit, das Leid und die Schmerzen. Die Angst die sie hat und die Verbundenheit die sie nun fühlt. Und er fuhr ihr über die Wange mit seinen Händen, welche trotz der harten Arbeit so zart sind.
Und er streifte ihr die Haare aus dem Gesicht.
Und sie wünschte sich nichts sehnlicher als ihn...

Vollkommen aufgelöst lag sie in seinen Armen. Weinte bitterlich und betete, jemand möge ihr diese Last von den Schultern nehmen.
Und er verstand. Und auch er erzählte seine Geschichte. Und sie fühlte so sehr mit ihm...

Und doch nahm ihr niemand diese Last...

Ohne eine Gegenleistung zu erwarten oder zu erhoffen hielt er sie noch immer fest in seinen Armen und streichelte sie. Und sie genoss es... Und sie wusste nicht was sie tun sollte....
Und er ging...Und sie ohrfeigte sich selbst...

Der Krieger fand sie als sie sich das Blut aus den Haaren wusch.
Sie erzählte ihm was geschehen war. Er war so wütend. Er drängte sie in eine Ecke und bat sie, nicht zu gehen. Und sie hatte solche Angst...
Einen Felsen nahm sie in die Hand aus lauter Angst, so aufbrausend wie er war. Könnte sie bei so einem Mann leben? Konnte sie diesem Alptraum nicht gerade entfliehen?
Eine Frau rettete sie aus deinen Fängen, die schickte ihn fort, und beruhigte sie, da sie noch immer am ganzen Leib zitterte.
Sie will gehen, aber sie muss vorher noch einmal mit dem Schmied sprechen... Hatte sie doch die falsche Entscheidung getroffen?

Und ihr Herz wollte neu wählen...

Verfasst: Freitag 25. Mai 2012, 18:42
von Rory Millen
Das Gespräch nach ihrem Unfall hatte ihm den Weg eröffnet, auch wenn er da noch gehofft hatte ihn nicht gehen zu müssen.
Aber er konnte nicht mehr zusehen, konnte nicht zulassen, dass sie daran zerbrach.
Der Kuttenträger war zu ihm gekommen und bat ihn um Hilfe! Tarina wollte nur noch weglaufen weil sie weder vor noch zurück wusste. Und da sprach er es aus.
Die größte Lüge die er je ausgesprochen hatte kam so leicht über seine Lippen.
„Ich will dich nicht mehr.“
Es schnürte ihm beinahe die Kehle zu, er glaubte er müsste an diesen Worten ersticken und doch war sein einziges bestreben diese Augen nicht mehr so verzweifelt in die Welt blicken zu sehen.
Sie kam in dieser Welt mit all ihren Möglichkeiten und all den Gefühlen nicht zurecht und sie sollte nicht jetzt schon daran zugrunde gehen, verbittern, verlieren.
Ein Mann wie dieser Kisuri hatte trotz allem seinen Respekt erworben, ein Mannsbild das sich nicht zu schade war zu seinem Rivalen zu gehen und ihm das Feld zu überlassen. Heilige Scheiße, der war genauso dämlich wie Rory selbst und deswegen hatte er es gesagt.
Das alles musste ein Ende haben, hrm.... genau genommen eine andere Richtung einschlagen.
Er hatte genug erlebt und würde klar kommen, er wusste dass es vielleicht nicht ewig schmerzen würde, dass ihr Lächeln eines Tages alles wieder gut machen würde.
Vielleicht hasste sie ihn dann, das konnte er dann nicht ändern.
Vielleicht würde sie niemals verstehen warum er das gesagt hatte, und er würde es auch nicht versuchen zu erklären-
Vielleicht würde sie glauben, dass er es wirklich ernst gemeint hatte, hoffentlich.

"In einer finst'ren Kammer meiner Seele
verschließe ich
mein wahres Gefühl für dich.

In der dunkelsten Stunde der Nacht
wage ich
voll Sehnsucht einen Gedanken an dich.

Im Schein der hellen Sonne
lächle ich
du siehst die Wahrheit nicht.

Ohne dich ist nichts mehr wie es war ...."


Die Zeilen eines alten Liedes aus seiner Heimat gingen ihm durch den Kopf.
Wie passend.
Er musste jetzt stark sein, für sie musste er stark sein, er war bereit diesen Weg zu gehen koste es was es wolle.

Verfasst: Freitag 25. Mai 2012, 22:05
von Gast
"Ich will dich nicht mehr"
Sie wollte ihren Ohren nicht trauen, hoffte es würde ein fauler Zauber mit ihr getrieben. Es dauerte lange als sie begriff ihr Herz bereits lange zuvor verschenkt zu haben. Dass sie gar nie wählen musste.
Das Herz geht manchmal Wege, die unser Verstand nicht begreift. Und das Herz war schon fort gegangen. Sie hatte es bereits in seine Hände gelegt, doch sie begriff es nicht.
Es fiel ihr beinahe wie Schuppen von den Augen, in dem Moment wo seine Worte fielen und sie ihn für immer verloren glaubte.

Auch der Krieger schien verwirrt als er diese Worte hörte. Kurz hegte sie Zweifel als sie in seine Augen blickte. Jedoch nur kurz...
Und in ihr brach eine Welt zusammen.

Sie ging fort. Nun, da sie alles verloren hatte was sie doch wollte...
Der Krieger folgte ihr. Und sie ertappte sich dabei sich zu wünschen, wäre ihr doch der andere gefolgt.

So sehr sie sich zu dem Krieger hingezogen fühlte, konnte sie nun nach allem was passiert war, kein Vertrauen mehr empfinden. Er hatte sie eingeengt. In eine Ecke gedrängt und ihr Angst gemacht... Und dies würde sie nie vergessen können. Und mehr und mehr begriff sie, dass sie keine Entscheidung treffen konnte. Denn ihr Herz war bereits bei dem anderen...

Doch sie konnte so nicht gehen... Dennoch wollte sie den Kämpfer nicht verletzen. Und er war wieder so Verständnisvoll. Er ließ sie ziehen, für ihr Glück. Er sah wie sehr sie litt unter dem Fernsein des anderen.
Und er begleitete sie, in die Hände des anderen.

"Ich will dich nicht mehr" noch immer schallten die Worte in ihrem Kopf nach. Sie besaß kaum den Mut, zu erforschen ob er die Wahrheit sprach.
Doch sie erinnerte sich zurück. An seine Warmherzigkeit als sie sich den Kopf aufschlug. Und er bettete sie beinahe auf Rosen, trotz dass er in dem Glauben war, sie wählte den anderen.
Sie konnte ihm nicht egal sein... Oder?

Sie fand ihn in der Mine, wie immer. Er hackte wild auf den harten Boden ein und schien sein Umfeld vollkommen zu ignorieren.
Ziemlich unbeholfen stellte sie sich vor ihn und sagte ihm, dass sie geht, wenn er sie wirklich nicht mehr will. Doch zu dem anderen ginge sie auch nicht, da ihr Herz bereits vergeben sei.
Sie blickte in seine Augen und begriff, dass es vielleicht zu spät war.

Und es geschah, wie es geschehen muss, wenn zwei Menschen ihr Herz einander schenkten. Er war der Anfang und er würde auch das Ende sein. Hier nun ist sie angekommen. Hier nun kann sie sich vollkommen fallen lassen.
Sie küssten sich. Die beiden verbindet etwas, das man mit Worten nicht beschreien kann. Etwas das so stark ist, dass nichts auf dieser Welt zerstören könnte.

Sie wird den Krieger nie vergessen. Genossen hat sie die Wärme und Zuneigung die er ihr gab. Mit einem Lächeln auf den Lippen verließ er das Land. Zufrieden dass sie ihr Glück nun endlich fand, und es auch zuließ.

Der Verstand tut manchmal Dinge, die unser Herz nicht zulässt. Es wird uns immer wieder auf den rechten Weg geleiten, auch wenn dieser manchmal schmerzhaft wird.

Doch der Weg wird sich stets lohnen...

Verfasst: Samstag 26. Mai 2012, 01:13
von Kisuri Shyykla
Er wusste, in dem Augenblick in dem er ihr Glück sah, dass er Recht handelte.

Er hatte sie seinem "Rivalen" überlassen, wissend, dass er sie glücklich machen würde. Und so wollte er sie sehen. Als Rory diese verzweifelte Lüge aussprach, wurde ihm klar, dass sie füreinander bestimmt sein mussten, denn er, Kisuri, konnte ihr zwar Zuneigung und Liebe schenken, doch nicht so wie Rory es tun würde.

So folgte er der aufgelösten Dame seines Herzens und schenkte ihr warme, ernste und auch liebevolle Worte um sie zu beruhigen und auf den rechten Weg zu führen.

"Bieg es gerade, los!", hatte Rory gesagt als er sich weigerte ihr ebenfalls zu folgen. Rory sagte zwar, dass er Tarina nicht mehr wolle, um das Leid ihrer und Kisuris zu beenden, dennoch wussten sie beide, Rory und Kisuri, dass es nicht stimmte. Und so bog letzterer es gerade, zu Rorys Vorteil, denn sie hatten begonnen einander zu respektieren, im Moment in dem sie beide gleichzeitig ihr Glück dem anderen überlassen wollten, um Tarina glücklich zu sehen.

Er sagte zu ihr, dass er ihr Herz gehen lässt, ja falls notwendig sogar nach Rahal gehen würde, um zu verhindern, dass sie ihn leiden sah. Er wollte das hin und her endgültig beenden. So kam es schliesslich, dass Tarina zur Mine Berchgards ging, um Rory endgültig ihre Entscheidung mitzuteilen. Kisuri stattdessen wanderte gedankenverloren durch die Stadt selbst.

Denn etwas fehlte. Es war noch nicht alles im Lot. Nicht für ihn.

So besann er sich und folgte Tarina in die Mine. Er musste jedoch den richtigen Moment abwarten, da das Gespräch zwischen den beiden schon im Gange war. Zu all dem kamen noch zwei Herren, die ihn lehrten wie man einen Akolythen des Klosters grüßte, was die Zeit des Wartens verkürzte.

Dann war sein Zeitpunkt gekommen.

Er stieg die Treppen hinab, trat vor Rory..
..und reichte ihm seine Hand.

"Ich will Frieden mit dir schließen.", sprach er und lächelte ihn herzlich an.

Und Rory schlug ein. Aus Rivalen wurden Menschen, die sich einander respektieren, wenn nicht sogar Freunde. Er hatte Recht gehandelt. Nie hatte er eine Chance gehabt, aber er war froh um die Zeit, die er gehabt hatte mit ihr.

Sie gingen nach draussen, wo die beiden Klostermänner warteten, welche zu Kisuris Belustigung sie Tarina und Rory sprechen wollten, während er sich geschickt entziehen konnte.

Nach ein paar neckischen Worten an die beiden liebenden ging er seiner Wege.

Und sein Herz war frei.

4. Teil

Verfasst: Donnerstag 14. Juni 2012, 08:23
von Rory Millen
Abend für Abend saß er auf dem Stuhl den sie vor Wochen in das kleine Haus auf dem Berg gebracht hatte und starrte auf die Haustür. Er war nie ein Mann gewesen der eine Frau zuhause anband, aber jetzt machte sie genau das was sie von ihm nicht wollte.
Sollte das jetzt ein Denkzettel sein?
.... aber der letzte gemeinsame Abend war so besonders gewesen. Hatte sie ihm dennoch nicht verziehen?

Ihre Truhe war leer, vor zwei Tagen hatte er ihr noch die schönen Muscheln hinein gelegt, da waren ihre Sachen alle noch da. Das Schloss war unversehrt aber offen, also war sie selbst da gewesen und hatte die Sachen geholt?

Er starrt auf die Haustür, den Stuhl etwas nach hinten gekippt gegen die Wand gelehnt, starrt bis ihm die Augen in der Dunkelheit des Abends nicht mehr gestattet sie zu sehen, starrt die Nacht hindurch und als die Nachbarschaft langsam den Tag beginnt sitzt er noch immer da.

Am Tag zuvor hatte er herum gefragt ob Fremde in Berchgard waren, keiner konnte ihm etwas sagen, keiner hatte etwas bemerkt oder gesehen. Keine Reiter, keine Fremden, keine finsteren Gestalten, niemand der sich nach Tarina erkundigt hätte. Es konnten ja wohl nicht alle in Berchgard bestochen worden sein das Maul zu halten!

Als er sie das erste Mal sah hatte er gewusst sie würde Ärger bedeuten, aber was war schon ein bisschen ärger, wenn das Leben plötzlich still stand, wenn sie nicht mehr da war. Und mit einem Schlag ihrer Wimpern, einem Lächeln ihrer Lippen und dem Glanz des Schmiedefeuers, welcher sich in ihren Locken verfing wenn sie das Haar nach hinten warf, war er ihr...

Die Reise nach Adoran, von dort nach Bajard und von dort überwand er sich sogar nach Düstersee, erbrachte rein gar nichts. Kein Mensch konnte oder wollte ihm etwas über das Licht seines Lebens verraten, es war als hätte der Erdboden sie verschlungen.
Und die Tage gingen ins Land, einer wie der andere erfüllt von Arbeit, die ihn ablenken sollte, die Erinnerungen in der Mine und Schmiede, in denen nun kein fröhlich gepfiffenes Lied mehr die Picken- und Hammerschläge begleitete, aber nur jedes mal wieder schmerzhaft aufflammen ließen.
Erfüllt von Stunden in denen er im Hafen jedes eintreffende Schiff erwartete um die Besatzung nach ihr zu fragen. Erfüllt mich Nächten in denen er auf dem Stuhl saß, auf die Haustür starrte und die verschlossen blieb.
Er gab sich wie immer, tat als bemerkte er Ingemars Blicke nicht und als wäre es ihm egal, dass Vitus jedesmal ganz geschäftig an irgendetwas an seiner Rüstung herumfummelte nur um ihn nicht ansehen zu müssen, wenn er das Lagerhaus betrat oder verließ. Dunkle Ringe zierten seine Augen schon nach wenigen Nächten ohne Schlaf, aber hätte ihn jemand gefragt, hätte er kein Wort darüber verloren wie leer er sich ohne sie fühlte.

Verfasst: Donnerstag 14. Juni 2012, 19:46
von Gast
Heirate mich

Immer wieder hallten ihr diese Worte durch den Kopf, welche Rory am Abend zuvor aussprach.

Ihre schlimme Rippenverletzung war gerade einigermaßen abgeheilt, als sie sich an die Arbeit in der Mine machte. Als sie die fertig eingeschmolzenen Barren in ihre Truhe im Lagerhaus schleppte, fühlte sie sich unwohl, ohne es genauer definieren zu können, wieso. Ih ihrer Kiste fand sie einige Muscheln, wohl hatte Rory diese dort hinterlegt um ihr eine Freude zu bereiten, denn niemand sonst hatte einen Schlüssel. Voller Tatendrang setzte sie sich mit den Muscheln und einigen Lederschnüren auf eine kleine Bank und fertigte eine wunderhübsche Kette, welche sich an Rorys Hals sicherlich ausgezeichnet machen würde. Und plötzlich war es wieder da, dieses Unwohlsein. Sie fühlte sich gar beobachtet, hob ihren Blick und lies ihn umherschweifen, doch nichts und niemand zog lange ihre Aufmerksamkeit auf sich. Sie kannte dieses Gefühl nur zu gut, denn die vielen Fluchtversuche, welche stets böse endeten, begannen genau mit diesem Gefühl. Sie hatten sie gefunden. Und auch, sollte dem nicht so sein, so spürte sie, nein sie wusste, es würde nicht mehr lange dauern.

Doch so durfte es nicht kommen. Nicht jetzt wo sie ihr Glück gefunden hatte. Nicht jetzt wo sie endlich angekommen war. Sie stand panisch vor einem Problem, einer Entscheidung, die sie nun ganz alleine zu treffen hatte. Und sie musste schützen was sie hatte. Jetzt, zum ersten Mal in ihrem Leben lohnte es sich um etwas zu kämpfen. Und es war die gemeinsame Zukunft mit dem Mann ihres Herzens. Die auflodernde Wut drückte die Furcht zu Boden und es fiel ein Entschluss. Es war ihre Vergangenheit die sie nun einholen wollte, und es war Tarina, die nun nicht zulassen durfte, dass es gelingt. Sie erhob sich und war bereit. Bereit ihren Peiniger in die Hölle zu schicken, durch welche sie so oft kriechen musste.

Bilder in ihrem Kopf, welche das Leid widerspiegelten, trieben sie weiter an. Das letzte Bild war Aleria. Sie war es, die sie das Lesen und Schreiben lehrte. Aleria, eine nicht sonderlich hübsche junge Frau, kaum älter als Tarina selbst, die Schriftführerin von Balerius, dem Tyrann der sie alle unterdrückte, benutzte und misshandelte. Aleria war wie eine Freundin geworden. Und dann ertappte man sie als Tarina heimlich von ihr unterrichtet wurde. Balerius drängte Aleria an die Wand, würgte sie bis zur Bewusstlosigkeit und dann darüber hinaus... Tarina wünschte sich bei diesem Anblick auch endlich aus dieser Welt gehen zu dürfen, doch scheinbar wollte er ihren Tod nicht. Sie war hübscher als Aleria und somit für ihn schwerer zu ersetzen. Dennoch musste sie bestraft werden. So band er sie nackt an den leblosen Körper ihrer einstigen Freundin und peitschte sie aus. Stundenlang litt sie unter den Hieben, doch mehr litt sie unter dem mehr und mehr erkaltendem Körper, welcher an sie gepresst wurde. Leere Augen starrten sie an, Tränen flossen über Tarinas Wangen, und dennoch konnte sie nicht schreien. Zu groß der Ekel, zu groß das Leid und der Kummer, zu schmerzhaft die Pein. Und nun war dieses Bild in ihrem Kopf, und all die Erinnerungen.

Und der Hass trieb sie dazu, dass nun aus dem Gejagten der Jäger wurde.

Es war zu gefährlich Rory noch einmal aufzusuchen, oder gar sein Heim um ihm dort eine Nachricht zu hinterlassen. Er wird es verstehen müssen. Sie konnte ihn einfach nicht in Gefahr bringen. Vielleicht wurde sie ja bereits beobachtet... Aber vielleicht gab ihr ihr Gefühl auch schon einen Vorsprung, der so unerwartet war, dass sie eine Chance hatte. Sie lief aus Berchgard hinaus, weiter und weiter, jedoch nicht auf den Pfaden entlang. Stets im Schutz der Bäume in den Schatten. Lediglich bewaffnet mit ihrer Picke und einem Dolch. Plötzlich, nicht weit von Berchgard, kam eine ihr bekannte Kutsche auf sie zu. Fassungslos blickte sie ihr entgegen. Balderius persönlich war angereist. Wohl hatten seine verlausten Schoßhunde Tarina nicht aufspüren können, sodass er sich nun persönlich um diese Ausreißerin kümmern müsste. Niemand beschmutzt seine Ehre. Niemand widersetzt sich seinem Willen. Erst recht kein billig Weib.

Sie konnte sich ihm nicht stellen. Zu stark sein Griff, zu flink seine Bewegungen. Nur eine List könnte ihr einen Vorteil bringen, denn von Intelligenz strotzte dieser Bastard bei Weitem nicht.

Sie warf aus sicherer Entfernung einen Stein an die verschlossene Kutsche, welche aufgrund eines wütenden Schreis des Insassen augenblicklich zum Stehen kam. Balderius riss die Tür auf, stürmte vor zum Kutscher und begann diesen wüst zu beschimpfen, was diese Störung seiner Ruhe denn sollte. Vollkommen eingeschüchtert und absolut hilflos suchte der Kutscher nach den passenden Worten, schien diese jedoch nicht zu finden. Weitere Schreie musste sich der arme Mann gefallen lassen, ehe Balderius wieder in der Kutsche verschwand und keine weiteren Unterbrechungen dulden würde. Langsam trabten die Pferde wieder los, und Tarina schlich sich aus ihrem Versteck. Sie wusste nun dass Balderius alleine reiste. Sie deutete dem Kutscher ruhig zu bleiben und einfach weiter zu fahren, als sie langsam zu ihm hinauf stieg und sich leise neben ihn setzte. Sie versuchte sich mit Zeichensprache zu verständigen, damit Balderius ja nichts von ihrer Anwesenheit bemerkte. Der Kutscher schien gar erleichtert, als sie ihm ein Angebot für die Kutsche unterbreitete. Ihr ganzes Gold und ein Diamanthalsband fanden einen neuen Besitzer, welcher sogleich kichernd von der Kutsche rutschte und sich schnell weit davon entfernte. Nun hatte sie Balderius in ihren Händen.

Sie trieb die Pferde einen Berg hinauf, am Fuße des Berges lies sie eine Klippe zurück, welche tief hinab an die See führte. Während dem Aufstieg spielte sie mit ihrem Feinschmiedewerkzeug an den Befestigungen herum, welche die Kabine der Kutsche von dem Rest trennte, als sich sogleich auch der gewünschte Effekt breit machte. Balderius raste den Abhang hinunter. Doch die Kutschte zerschellte an einen Baum, was den Fall hinab zur Klippe hinderte. Schwer verletzt kroch Balderius aus der Kutsche, als Tarina schon zu ihm eilte. Er blutete stark, dennoch wuchs sein Zorn als er Tarina erblickte. Sie zögerte nicht lange, und gab ihm keine Gelegenheit sich aufzurappeln. Der Griff um ihre Picke war fest, als sie ihm die Spitze durch den Brustkorb trieb.

Niemand durfte ihn finden. Sie schleifte ihn hinab zur Klippe, wo sie ihn herzlos hinunterwarf. So einfach hatte sie es sich wahrlich nicht vorgestellt. Sie war frei.
Die Zeit spielte keine Rolle, sie genoss das Gefühl der vollkommenen Freiheit. Sie saß am Ufer und blickte hinab, wo die Ströhmung diesen Bastard weiter und weiter hinaus aufs Meer trieb. Tage vergingen, bis sie wieder nach Berchgard lief, erhobenen Hauptes, bereit nun eine gemeinsame Zukunft mit Rory zu haben.

Sie hat einen Mord begangen. Kaltblütig. Und dennoch fühlte sie sich gut, denn sie wusste, dass sie anderen Frauen nun einen Peiniger genommen hatte. Sie wusste dass sie auch anderen Frauen eine Chance gab, zu leben. Niemand wird es ihr nachsehen, denn niemand außer Rory wird es erfahren.

Und so stand sie nun vor Rorys Haus. Bereit die Türe aufzumachen um in ein neues Leben zu gehen.

Nun konnte sie mit ihm in die Zukunft blicken, ohne die Angst die sie stets begleitete.

Ja, ich heirate dich.

Verfasst: Samstag 7. Juli 2012, 12:50
von Rory Millen
"Nichtswürdiger Trottel, nichts anderes bist du, Millen, als ein von den lichten Göttern verlassener, und den dunklen Göttern verfluchter Trottel!"
Was hatte er sich eigentlich gedacht, sie war das Licht seines Lebens und er war zu feige sich ihr zu erklären, verdammt er hatte noch nie viele Worte gemacht, bei ihr hatte er schon mehr geredet als alle Worte seines bisherigen Lebens zusammen genommen. Aber wie sollte er ihr sagen, dass er ein niemand war, ein Mann der kaum genug Gold verdiente um die Miete für das Haus zu berappen, weil er lieber in den Tag lebte als sich den Rücken krumm zu buckeln? Weil er lieber wochenlang an einer Legierung tüftelte und an einem Dolch herum bastelte, bis dieser mehr Kunstwerk als Waffe war, statt monoton an Eisenplatten herum zu klopfen.
Wie sehr er sich auch wünschte sie für immer an seiner Seite zu haben und zu Halten auf ewig, konnte er ihr das doch nicht antun!
Sie war es die es einst gesagt hatte: „Was wenn Liebe nicht genug ist?“
War ihr seine Liebe jetzt genug, war sie es eines Tages vielleicht nicht mehr. Er konnte sich gut an seine Eltern erinnern, die Mutter die am Vater kein gutes Haar lassen konnte, zu faul, zu arm, zu dumm, zu zu zu, doch als er seinen Vater einmal fragte, warum und wie er das Gemecker denn nur die ganze Zeit ertragen konnte, hatte der Vater etwas gesagt, das ihm erst jetzt als klug erschien.

"Weil ich weiss wie die Frau ist die in ihr ist, die in die ich mich einst verliebte, die, der ich mein Herz schenkte und von der ich weiss, dass es allein meine Schuld ist, dass sie so geworden ist wie sie jetzt ist, weil ich nicht fähig war mit dem was ich bin und wie ich bin, diese Frau glücklich zu machen. Manchmal ist Liebe eben nicht genug. So bleibe ich hier und lasse es über mich ergehen, denn deine Mutter hat allen Grund mich Nichtsnutz zu verachten!"
Dann schob er den Wetzstein weiter über die Klinge um sie zu schärfen, aber niemals hatte der Vater so müde auf ihn gewirkt wie nach diesem Geständnis.

"Du bist wie dein Alter!", wie oft die Mutter das auch gesagt hatte, heute verstand Rory was sie meinte und wie recht sie doch hatte. Er hatte Tarina versprochen sie nicht zu enttäuschen, doch er würde es tun, unweigerlich, weil er war wie er war, nicht mehr und nicht weniger sein konnte oder gar wollte. Jetzt war es noch nicht zu spät, so dachte er zumindest, jetzt konnte sie schon noch auf ihn verzichten und der Verlust würde ihr sicher nicht all zu lange Kopfzerbrechen bereiten. Bald schon würde sie jemand finden, Kisuri vielleicht, der ihrer Wert war.
In jener Nacht, im Rausch der Gefühle hatte er sein Innerstes nach außen gekehrt und seinen innigsten Wunsch ausgesprochen, und sie hatte Ja gesagt, war es nur wegen dem was in dieser Nacht geschehen war? Hatten die Gefühle sie hinweg gerissen, wie ihn, und sie bereute ein Versprechen gemacht zu haben schon in wenigen Jahren? Bestimmt würde es so sein, denn er war ja wie sein Alter, den Kopf voll mit Träumen und Idealen die er nie erfüllen würde können.

Ein elender Feigling der versuchte seine Sehnsucht nach ihr im Schnaps zu ersäufen und die Kälte der Einsamkeit im warmen Schoss einer Hure zu vertreiben. Ja, er versuchte, versuchte es jeden Abend bei einer anderen Dirne, doch keine vermochte seine Lust zu entfachen, und schon bald war er als Schlappschwanz im ganzen Hafenviertel verlacht.
Und als er zurück nach Berchgard, zu seinem Haus schlich, wie ein geprügelter Hund, seine Schande und Feigheit versuchte im Dunkel der Nacht zu verbergen war ihm nicht mal das vergönnt. Eine Hand griff nach seinem Arm und wäre die Stimme nicht so mild und wenig bedrohlich gewesen hätte er wohl zum Schlag ausgeholt.

Das Pergament wie einen Schatz in der Rechten hütend, schlossen sich die Finger der Linken so fest um den Schlüssel des Häuschens, dass er sich tief eingrub, die vernarbte und noch teilweise dünne Haut der Handfläche zum reißen brachte, bis dunkelrotes Blut zur Erde vor dem steinernen Baum tropfte und hieß den Schmerz willkommen.

Verfasst: Samstag 7. Juli 2012, 15:01
von Gast
"Vergiss ihn, er will dich nicht mehr. Er wollte dich wohl nie. Du, Menschenmüll, was will man an dir schon finden?" Sie versuchte sich stets mit Geräuchen zu umgeben, die Stille zehrte sie auf und fraß an ihr wie ausgehungerte Wölfe. Doch trotz dem lauten Hacken auf den harten Felsboden, dem Zischen als sie das heiße Eisen in das Wasser tauchte, selbst wenn sie alleine an einem Tisch in der vollen Taverne saß, herrschte Stille. Sie ertappte sich dabei bei dem Versuch nicht zu ertrinken, und rettete sich nur indem sie sich an Gedanken un Erinnerungen festhielt die einst ihr Leben so wundervoll machten. Als sie sich schweren Herzens von den Gefühlen loszureißen versuchte, die ihrer leblosen Hülle etwas Leben einzuhauchen schienen, ertrank sie.

Ihr Herz zog sich zusammen, es schnürte ihr die Luft ab, jegliche Farbe wich aus ihrem Gesicht. Ihr Körper wehrte sich gegen die Entscheidung die ein anderer für sie getroffen hatte. Ihr Herz sehnte sich nach der Wärme, der Zuneigung, der Liebe die er ihr schenkte, und es lies nicht zu, dass es endet. Ohnmächtig brach sie in der Mine zusammen.

Hätte diese Ohnmacht doch nur ewig angehalten. Wackelig richtete sie sich auf, und fand sich wieder in dem Leben in dem sie nicht mehr sein wollte.

Sie musste ein Gefühl finden das größer und schmerzhafter war, als die quälenden Schreie die ihr Herz ununterbrochen ausrief. Sie lief zu dem großten materiellen Beweis ihrer einstigen Liebe und stand mit Tränen in den Augen vor dem steinernen Baum.
Sie ballte die Fäuste, schlug voller Wucht gegen den Stamm des Baumes, immer und immer wieder. Ihre Hände rissen auf, Blut lief über ihre Hände und blieb an dem Baum kleben. Ihre Schläge fanden kein Ende, ihre Knöchel hatte sie sich schon blank geschlagen und dennoch fuhr sie fort in der Hoffnung, der Schmerz würde übertönen, würde sie ablenken.

Eine Wache kam überraschend hinzu, zerrte sie vom Baum weg. Wild schlug und trat sie um sich, versuchte immer wieder mit ihren Fäusten den Baum zu erreichen. Das salzige Wasser das aus ihren Augen tropfte zog seine Bahnen über die staubige Haut: "Er hat den Brief erhalten", versuchte die Wache ruhig auf sie einzureden. Bei diesen Worten versteifte sie kurz, hielt inne und blickte zu dem Wachmann auf.
Kaum konnte sie etwas erkennen, ihre Augen noch immer getränkt durch Tränen, welche die sich rasch aus den Augen wischen wollte, hierbei jedoch zusätzlich noch Blut in ihrem Gesicht verteilte.
Der Wachmann wollte sie zu einem Heiler bringen, doch sie wehrte sich so wehement dass er nach einiger Zeit desinteressiert von ihr ablies. "Dummes Weib", zischte er nur als er wieder fort eilte.

Ja, dumm, genau das war sie. Dumm genug zu glauben sie habe es jemals verdient geliebt zu werden. Dumm genug zu glauben sie könnte den Schmerz mit anderen Schmerzen übertönen. Ihr Herz übertönte alles. Niemals würde es akzeptieren, welche Entscheidung Rory getroffen hatte. Und so absurd und furchtbar dieser Gedanke auch war, sehnte sie sich nach ihrem alten Leben zurück. Gefoltert und benutzt, lebend in Knechtschaft und vollkommen wertlos. Die Zeit in der sie diese Gefühle nicht kannte. Doch nun war es zu spät.

Was hatte sie nur getan. Sie hatte den einzigen Mann verjagt der ihr das erste Lächeln schenkte. Der sie zum ersten Mal berührte. Der sie das erste Mal ansah als sei sie etwas Besonderes. Doch Dreck kann man nicht lieben...

Sie lief die Treppen hinauf zu seinem Haus und klopfte zart an die Türe. Ein letzter Blick, eine letzte Umarmung, ein letztes Mal ein Gefühl, ehe sie begreifen musste alles verloren zu haben. Ihre blutigen Knöchel hinterließen furchterregende Spuren auf der Tür, doch diese öffnete sich nicht. Er war fort. Sicher bei einer anderen die ihm das geben konnte was er verdient hatte.

Er war fort. Vor was sollte sie weglaufen? Sie setzte sich in den Schatten des Baumes und schloss die Augen. "Stirb du elendes Stück Dreck! Wieso machst du es dir unnötig schwer? Schmeiß dich in die See, Lauf nach Rahal und spreche Temoras Gruß aus, leg dich des Nachts in den Wald und lass dich von Wölfen fressen. Tu es verdammt, was hindert dich? Du bist und warst es nie wert!"
Ihre Gedanken formten sich, jede Art zu sterben malte sie sich aus, und so geschah es, dass aus den Gedanken Träume wurden.
So schlief sie da, blutverschmiert unter dem ebenso gezeichnetem Baum, in der Hoffnung nie wieder aufzuwachen. Es war ein Ort an dem sie zu sterben bereit war, da sie noch immer an etwas festhielt, das so absurd wie lächerlich war.

Doch etwas in ihr schien nicht bereit zu gehen.

Verfasst: Sonntag 8. Juli 2012, 19:22
von Gast
Als sie erwachte verspottete Temora sie. Warme, zarte Sonnenstrahlen trafen ihre Haut und verwöhnten sie. Langsam rappelte sie sich auf, sie schien nur kurz geschlafen zu haben, da die Wunden an ihren Händen noch immer frisch und blutend. Der Schmerz in ihrer Brust gar unerträglich, schleppte sie sich zur Klippe.

Seit Tagen hatte sie nichts gegessen, kaum getrunken, ihre Lippen waren trocken und spröde, da sie lange kein Wasser mehr gesehen. Nun würde sie genug bekommen.
Emotionslos und kalt stand sie an der Klippe, ging langsam auf den Abhang zu. Eine Fischersfrau, die nicht weit von ihr entfernt saß, schien sie gar nicht bemerkt zu haben. Jedoch schien dies umgekerht der Fall gewesen zu sein. Panisch zerrte die Frau Tarina von der Klippe weg. Doch es wird noch andere Arten zu sterben geben.

Sie lief zu der kleinen Taverne am Fuß des Berges auf dem das kleine Haus Falkenblick lag. Ein älterer Herr stapfte vorbei, schien zu bemerken, dass sie nicht bei Sinnen. Er bot seine Hilfe an.

"Lass es einen anderen tun, du selbst bist eh zu feige! Ein feiges, dummes Stück Dreck!"

Sie reichte ihm ihren Dolch. Mit den bluigen Fingern zeichnete sie sich ein kleines Kreuz auf die Stelle ihrer Brust die am meisten zu schmerzen schien. Ihr Herz. Oder was auch immer davon noch zu finden war.

Er weigerte sich. Sie musste es selbst tun. Sie setzte den Dolch an. Er schlug ihn ihr aus der Hand.
Wütend krisch sie ihn an, lief fort, suchte einen anderen Weg, doch sie kam nicht weit.
Zu groß der Blutverlust, zu verwirrt ihr Kopf, zu wenig gegessen und getrunken. Sie brach zusammen.
Immer wieder gewann sie ihr Bewusstsein, doch stets nur für kurze Zeit.
Sie sah so viele Menschen... Kisuri war da, dieser Mann der ihr nicht helfen wollte, ein weiterer, dann trug man sie fort... Eine Frau verband ihre Hände, dann war da Garwayn.

"Töte mich!", flehte sie ihn an, doch auch er verwehrte ihr diesen einzigen Wunsch.
"Dann hol ihn her!" Und er versprach es.

Man brachte sie in das Heilerhaus in Adoran, sie musste versprechen unter Beobachtung zu bleiben, sich nichts mehr anzutun.
"Narren, wenn sie meinem Wort Glauben schenken!"

Doch man lies sie nicht alleine... Eine Heilerin hatte stets einen Blick auf sie. So saß sie dort, wartete, dass Garwayn sein Versprechen hielt...

Sie irrte durch Adoran, eine ihr völlig unbekannte Stadt. Sie fand eine Art Wachmann, fragte diesen nach dem Weg nach Rahal. Als er ihr diese Auskunft verwehrte, bat sie ihn ihr den Weg zu dem Sommerfeste zu zeigen, da sie dort vielleicht Garwayn antreffen würde. Sie musste Neuigkeiten erfragen.
Sie liefen los. Plötzlich standen sie vor einer hochnäsigen Frau, gehüllt in blaue pompöse Kleidung. Tarina benahm sich wie die Axt im Walde, fiel ihr ins Wort, antwortete nicht auf ihre Fragen, oder nur so wie diese Dame es eben gerade nicht hören wollte.
Nach langer Rede, wurde ihr ein Portal geöffnet. Es sollte sie wohl nach Rahal führen.
Sie lief hinein.

Doch statt in Rahal fand sie sich auf dunklen Pfaden wieder, sie irrte umher, sah viele leuchtende Türen, und lief ziellos auf eine davon zu, in der Hoffnung es sei der Weg nach Rahal. In der Dunkelheit war nichts zu erkennen, keine Wegweiser, Schilder, oder gar Wände.
Und sie lief hindurch.

Ironie des Schicksals nennt man das wohl. Sie stand in Berchgard.
Und so erinnerte sie sich an die Worte der Heilerin.
"Die Götter lassen es nicht zu dass ihr von uns geht. Ihr habt eine Aufgabe."
Unnütz sich gegen die Götter aufzulehnen... Sie musste weiter machen. Ihre Aufgabe finden. So unerträglich der Schmerz auch sei der sie stets begleitet.

Verfasst: Dienstag 10. Juli 2012, 17:46
von Rory Millen
Der Falkenblick war leer, ausgeräumt. Die Luke zum Keller vernagelt und nur ein paar Staubflusen wirbelten über den Boden wenn die Tür geöffnet wurde. Alles was vom Steinernen Baum noch übrig schien waren einige der filigran gemeißelten Blätter und Blüten und die größeren Brocken die den Baum einst stützten.

Keinen Blick zurück, nicht einen, zu sehr hätte es geschmerzt und bald war im Dunkel der Nacht eh nichts mehr von dem kleinen Haus zu erkennen, das er eigentlich als sein Heim auserkohren hatte. Doch Rory war nicht naiv, dazu hatte ihn das Leben schon zu sehr durch die Gegend geschubst, er hatte von Anfang an damit gerechnet, dass dieses Haus nicht ewig das seine sein würde, doch dass es sich so schnell ändern würde, damit hatte er nicht gerechnet, obwohl es ja immer schnell ging wenn im Leben etwas passierte.
Die wenigen Habseligkeiten zusammengeschnürt und auf den Rücken gebunden lief er hinaus aus Berchgard und folgte dem erstbesten Weg, Abzweigungen nahm er nach Gefühl, ob er zurück kehren würde war ungewiss, nur einmal sah er sich um, als die Mauern Berchgards nur noch eine Ahnung irgendwo am Horizont waren.
Von dem Versprechen das Garwayn gegeben hatte wusste er nichts, genauso wenig wie von den Versuchen Tarinas das größte Geschenk das ein Mensch hatte, ein freies Leben, abzustreifen.

Verfasst: Sonntag 15. Juli 2012, 00:09
von Gast
Einsamkeit umgab sie.
Niemanden lies sie an sich heran, lebte nur vor sich her. Die Tage vergingen, schwer schuftete sie in der Miene, nur selten bekam man sie außerhalb derselben zu Gesicht. Doch die wahre Quälerei waren die Nächte, denn diese schienen nie enden zu wollen. Angst vor einem Traum der sie im Schlaf wehrlos ergreift und sie daran erinnert wie schön es mit ihm war.

"Es fällt leichter, wenn ich ihn hasse."

Sie suchte nach Gründen. Ohne ein Wort, ohne eine Erklärung lies er sie zurück. Feige, rücksichtslos, kaltherzig. Speiste sie ab mit etwas Gold, als sei sie wie eine Dirne für ihre Dienste bezahlt worden. Und dennoch, sie konnte ihn nicht hassen.
Zu schön all die gemeinsam erlebten Momente, zu tiefgründig die Gefühle, zu sehr im Gedächtnis seine Worte, er wolle sie heiraten.
All das nun wertlos?

Garwayn hatte ihn nicht gefunden. Ward selbst verwundert als der Falkenblick plötzlich leerstehend. Ohne ein Wort schlich er sich aus Berchgard. Nicht einmal für nötig empfunden eine kurze Nachricht zu hinterlassen.

Es schien gar als ob der steinerne Baum langsam verwelkte, so wie auch ihr Herz zu welken begann. An jedem Tag der verging und er nicht zurück zu ihr kam, bröckelte ihr Herz mehr und mehr auseinander.
Doch egal was sie tat, egal in was sie sich verrannte und versuchte sich abzulenken um nicht an ihn zu denken, scheiterte dies kläglich.

Und so hallte stets ein Lied eines Barden durch ihren Kopf.

Die Sonne, die Sterne, tragen Kunde von dir
Jeder Lufthauch erzählt mir von dir
Jeder Atemzug, jeder Schritt,
trägt deinen Namen weit mit sich mit.