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Der steinige Weg zum Ziel

Verfasst: Sonntag 22. April 2012, 13:04
von Sidra von Kotas
Skeptisch blickt Sidra auf das leere Buch vor sich. Lilian hatte ihr geraten, sie solle ihre Gedanken sammeln und aufschreiben, so konnte sie besser lernen und würde sich später schnell wieder an alles erinnern. Als sie sich endlich entschloss am Anfang anzufangen und aufhörte das leere Buch anzustarren war eine Stunde vergangen. So fing sie an zu schreiben:

Wir waren gerade vom Rundgang und der Niederlage in Bajard zurück in Adoran angekommen. Da sprach der Herr Oberst zu mir, ich solle mir was bequemes anziehen und dann zur Arena kommen, er wolle mit mir sprechen. Also zog ich mich um und drückte mir eine Bandage an die Stirn, wo eine Platzwunde vom Kampf verweilte. Viele Gedanken gingen mir durch meinen Kopf, während ich zur Arena ging. Vielleicht hatte ich etwas falsch gemacht? Oder ich bin doch keine Hilfe fürs Regiment? Doch es sollte anders kommen… Herr Oberst redete lange und sprach davon, ich könne noch viel lernen und hätte das Potenzial für etwas Größeres. Ich war überrascht und sogleich voller Euphorie. Er riet mir, ich solle noch eine Nacht darüber schlafen und ihm dann meine Entscheidung mitteilen. Mit der Zeit kamen die Zweifel… Würde ich dem gewachsen sein? Könnte ich so dazu lernen, dass es den Oberst zufriedenstellen kann?

Beim zweiten Gespräch, teilte ich ihm meine Zweifel mit und das ich nicht glaubte dem gewachsen zu sein. Doch er tat die Zweifel ab und sagte das ihn dass nur noch mehr in seiner Entscheidung bestätigte mich als Knappin aufnehmen zu wollen. Und so sollte es sein, ich werde diesen Weg gehen und so gut es geht bestreiten, ich war jetzt Knappin von Sir Friedolin von Tannhoeh.

Gestern hatte ich auch gleich meine erste Lehreinheit. Friedrich, Lilian und ich waren zur Schwertkampfübung in der Arena, als der Herr Oberst dazu kam. Er wollte Friedrich und mich kämpfen sehen um beobachten zu können. Ich kämpfte so gut ich konnte, doch dem Oberst missfiel meine Abwehr. Er erklärte mir, dass ein vertikaler Schlag auf den Kopf nicht horizontal von meinem Schlag geblockt werden konnte. Stattdessen solle ich mein Schwert schräg halten, sodass das Schwert des Gegners mein Schwert herunter gleitet. Er hatte Recht, so war es viel einfacher und ich musste weniger weniger Kraft aufwenden. Am Ende, bevor er sich zurückzog teilte er mir noch mit, dass ich ab sofort in Übungskämpfen kein Schild mehr benutzen dürfte. Das wird viele blaue Flecken auf meinem Arm bedeuten, aber ich akzeptiere diese Entscheidung, denn ich möchte dazulernen.

Abends gingen wir mit dem Regiment wieder auf einen Rundgang und dann zum rekrutieren nach Bajard. Als wir in Bajard ankamen, stellten wir uns auch gleich auf. Ich neben Friedrich, der mir auch gleich zuflüsterte, dass ich vorhin eine gute Figur gemacht hätte. Ich merkte sofort wie ich etwas rot anlief und tat dies mit einem Dank und einem Lächeln ab. Doch konnte ich zwischendurch nicht meinen Blick von ihm abwenden. So fingen wir an zu rekrutieren und einen Passanten nach dem anderen anzusprechen. Doch gestern hatten wir kein Glück, wieder einmal nur verwirrte Menschen unterwegs die Bajard verließen. Von Kreuzung her, hörte ich jemanden brüllen und als ich mich vorbeugte sah ich den Kommandanten der Rahaler Garde. Er schien sehr Lebensmüde zu sein, bei acht Lichten seinen Mund auf zu reißen. Fragwürdig, wie so jemand in den Ritterstand erhoben werden konnte. Sir Thelor beschäftige sich auch gleich mit ihm und streckte ihn ohne Probleme zu Boden. So ging es los, wir alle gerüstet zogen in den Kampf gegen die Nachhut und gewannen ohne Verluste. Es war ein gutes Gefühl dieser Triumph, nach der letzten Niederlage.

Wieder in Adoran angekommen, lobte die Erlaucht uns und gönnte uns den Feierabend. Wir wurden von ihr auf etwas zu trinken in der Stadtstube eingeladen, doch sollten wir uns vorher umziehen. So machte ich auf den Weg zum Regiment um meine Rüstung abzulegen. Ich traf auf Friedrich und schon gleich legte sich wieder ein Lächeln auf meine Züge. Wieder lobte er mich, dass ich gute Arbeit geleistet habe. Ich konnte den Blick einfach nicht von ihm abwenden, bedankte mich und sagte, dass ich dieses Kompliment nur zurückgeben könne. Doch dann dankte er mir, dass ich neben ihm an seiner Seite gestritten habe. Verwirrt und Perplex blickte ich ihn an und stammelte nur etwas davon, dass es mir ein Vergnügen war. Ich wusste nichts darauf zu entgegnen, auf sowas war ich nicht vorbereitet. Wie kommt man auch nur auf sowas? Auf meine Frage hin, ob ich ihn denn in der Stadtstube antreffe, entgegnete er auch nur, dass er es sich noch überlegen muss. Enttäuscht ging ich also meinen Weg entlang und konnte mir ein seufzten nicht verkneifen. Umgezogen und in der Taverne angekommen ließ ich mich dann auch schon nieder und lauschte den Gesprächen, als die Tür aufging und Friedrich doch in der Tür stand. Ein Lächeln konnte ich mir dann doch nicht verkneifen. Ehe die Tür ein zweites Mal aufgetreten wurde, ein Mann mit Schwertscheide und sehr betrunken betrat die Stadtstube. Er pöbelte und beleidigte Sir Thelor. So kümmerten sich Friedrich und Sir Thelor darum den Müll vor die Stadt zu bringen, wie die Erlaucht es nannte, als Sir Friedolin die Stadtstube betrat. Der Abend verlief dann noch ruhig und wir konnten unseren Feierabend noch genießen.

Verfasst: Montag 17. Juni 2013, 13:22
von Sidra von Kotas
Lange hatte sie ihre Gedanken nicht mehr aufgeschrieben. Zu viel war passiert. Zu viel Geschehen und sie zu eingespannt um auch nur an das Buch zu denken. Sie hatte das Buch schlichtweg vergessen. Doch nun, wo ihr Unterricht wieder langsam voranging, wollte sie es auf ein Neues versuchen. Wo sollte sie nur Anfangen?


06. Schwalbenkunft 256


Ich wollte gerade Dienstschluss machen, als es an der Tür im Regiment klopfte. Artec stand vor der Tür und suchte den Sire. Ich bat ihn hinein und dass er doch einen Moment warten solle, während ich mich auf die Suche begebe. Wie erwartet befand sie der Oberst in seinem Büro, doch anstatt sich Artec anzunehmen, kommandierte er mich in sein Büro. Ich weiß noch, wie ich einen nervösen Blick mit Artec tauschte und das Büro betrat. Ich machte mich auf alles gefasst doch das was dann kam, war eine ziemliche Überraschung für mich. „Wie ich von Frau Oberstleutnant und den Korporälen gehört habe, hast du dich einigen Rekruten angenommen, ihnen geholfen und die Dienstvorschriften mit ihnen gelernt?“ sprach der Oberst dann. Ja gut.. einigen Rekruten mag ich geholfen haben und so nickte ich stumm. „Sie haben deinen Einsatz gelobt und du hast deine Pflichten in vollster Zufriedenheit erfüllt, hiermit befördere ich dich zur Wachtmeisterin.“ Ich war überrascht und stammelte etwas davon, dass ich ihn nicht enttäuschen werde und mein neues Amt so gut es mir möglich ist erfüllen werde, während er mir mein neues Abzeichen anheftete. „Eine Enttäuschung würde ich von dir auch nicht akzeptieren.“ Eine Enttäuschung.. nein.. soweit würde ich es auch niemals kommen lassen.

Nach dem Gespräch brachen wir zu dritt zum Übungsplatz auf. Endlich hatte ich wieder eine Lehreinheit. Viel zu lange war Pause. Artec und ich sollten mit Holzwaffen gegeneinander antreten. Der Sire beobachtete uns genaustens und man merkte deutlich das Artec schon viel mehr Erfahrung im Kampf hat als ich. Mehr schlecht als recht schaffte ich es seine Angriffe abzuwehren und mit viel Glück gelang mir dann auch einmal ein Schlag auf seinen Oberarm. Sir von Tannhoeh wollte dann gerade damit beginnen uns die Vor- und Nachteile der Schilde zu erklären, als Koporal Vaughain ausser Atem angerannt kam. Zuerst war der Kronritter ziemlich erbost, dass er bei seinem Unterricht gestört wurde, doch was dann kam, ließ seine Wut schnell in Besorgnis umschwenken. Das Pferd ihrer Erlaucht, allein, vor dem Regiment und schwer verletzt. Von der Erlaucht weit und breit keine Spur. Hochgeboren von Dragenfurt ließ den Sire holen um das weitere Vorgehen zu besprechen. Im Eiltempo verließen wir den Übungsplatz um zum Regiment zu gelangen. Der Hengst lag völlig erschöpft und verletzt vor der Tür zum Regiment, aber Marjorie unsere Feldscherin kümmerte sich schon um das arme Tier. Artec und ich folgten Hochgeboren von Dragenfurt und dem Sire ins Regimentsgebäude. Wir durften sogar an dem Gespräch im Büro teilnehmen und so erfuhren wir, dass ihre Erlaucht mit Lilian zu einem Picknick aufgebrochen sei. Doch.. niemand wusste wohin, wir wussten nur, dass etwas Schlimmes passiert sein musste und wir sie schnell finden müssen. „Vielleicht finden wir in der Bibliothek einen Hinweis auf ihren Aufenthaltsort?“ fragte ich dann vorsichtig nach und wurde sogleich mit Korporal Vaughain zur Bibliothek geschickt. „Nehmt keine Rücksicht darauf alles ordentlich zu lassen, wenn es sein muss nehmt sogar alles auseinander“ gab der Oberst uns noch mit auf den Weg.

In der Bibliothek angekommen durchsuchten wir den Schreibtisch, einige Bücherregale und sogar den Keller. Doch ausser einem Zettel mit einer Liste was Lilian nicht vergessen darf mitzunehmen, fanden wir rein gar nichts. So machten Vaughain und ich uns so auf dem Weg und versuchten die Länder abzureiten und sie zu finden. Nach einer Zeit trennten wir uns um jeder für sich zu suchen und weil wir so mehr Land abgrasen konnten. Zum Glück fand Vaughain die beiden in einer Höhle. Sie waren zwar nicht unverletzt, aber wenigstens am Leben. So hatte die Erlaucht einen verstauchten Knöchel und Lilian... Naja wir würden sehen was daraus wird und was ein Stab so alles anrichten kann…

Verfasst: Montag 17. Juni 2013, 17:24
von Sidra von Kotas
09. Schwalbenkunft 256


Lilian und ich hatten von Elias erfahren, dass die Menekaner heute Grenzwarth angreifen und an sich nehmen wollten. Lilian schickte Elias auch gleich los nach Menek’Ur um in Erfahrung zu bringen ob sie vielleicht Hilfe benötigen. Dieses Angebot oder eher die Frage danach lehnten sie ab, nun gut… sollten sie doch alleine in den Kampf. Wir jedoch beschlossen uns das Spektakel nicht zu entgehen lassen. So wollten wir uns verkleiden und einmal zum Ort des Geschehens reiten. Ich wartete am Tor auf die Freiherrin, als mir ein ebenfalls vermummter Reiter auffiel. Nachdem dieser auch schon seine ersten Worte sprach, wusste ich, dass es Friedrich war. Ein sanftes Lächeln konnte ich mir nicht unterdrücken. „Ich hoffe es ist in Ordnung, wenn ich Euch begleite?“ fragte ich dann. „Nein“ entgegnete er kurz und knapp. Ich war baff… ich sah an seinem Gesichtsausdruck das er sich Sorgen um mich machte und gut zugegeben… in der letzten Zeit hatte ich durch meine Holzschwerterübungen mit Lilian viele blaue Flecken davongetragen, die ihm an den Unterarmen nicht verborgen geblieben waren. Auch die Begegnung von Lilian und mir, mit diesem Althan in Bajard, wo wir nur einige Kratzer abbekamen und er genau was er verdiente, traf Friedrich mich in meiner dreckigen Kleidung vom Kampf, das war auch nicht gerade vorteilhaft, zumal wir ungerüstet nach Bajard gingen. Langsam.. glaube ich auch, dass Althan eine heimliche Rache an mir geschworen hat. Es war das zweite Mal, dass er einen Kampf verloren hatte und den ersten vor Bajard, als ich Lilian beschützte, hatte er wohl auch nicht ganz verkraftet.

Während Sidra sich die Zeilen nochmal durchlas, musste sie zwangsläufig etwas schmunzeln. Sie hatte ihm wirklich allen Grund gegeben sich Sorgen zumachen.

Naja.. wie dem auch sei, Friedrich weiß ganz genau, dass ich eine Kriegerin bin und dazu noch Knappin, ich muss dazulernen und stärker werden. Ausserdem weiß er ganz genau, dass ich gut auf mich aufpassen kann. Da lasse ich mir von ihm auch nicht reinreden, doch obwohl ich weiß, dass er sich nur Sorgen um mich macht, überkam mich eine leichte Wut. „Du wirst mich nicht davon abhalten können…“ doch als ich weitersprechen wollte, kamen schon Lilian und Wachtmeister Talan dazu und so konnte ich ihm nur noch einen bösen Blick zuwenden. Ehe wir wieder förmlich miteinander redeten, als wäre nichts gewesen.

So zogen wir dann los, stellten die Pferde etwas entfernt vom Ort des Geschehens ab und zogen vorsichtig näher. Wir versteckten uns hinter den Hausecken und bekamen gerade das Ende der Schlacht mit. Zwerge und Menschen kämpften mit den Menekanern zusammen gehen Rahal. Die Menekaner hatten also gewonnen, Grenzwarth wurde nun von Ihnen besetzt. Unauffällig entfernten wir uns dann wieder zu den Pferden und ritten zurück um Bericht zu erstatten…

Verfasst: Dienstag 18. Juni 2013, 13:34
von Sidra von Kotas
13. Schwalbenkunft 256


Heute hatte ich wieder eine Lehreinheit bei Sir von Tannhoeh. Wir waren wieder beim Übungsplatz und setzten dort an, wo Vaughain uns das letzte Mal gestört hatte. Der Sire erklärte mir die Vor- und Nachteile der Schilde. Eines Rundschildes, sowie eines Drachenschildes. Welches der beiden Schilde zu Pferd geeigneter ist und was ich beachten muss. Auch erklärte er mir, was ich bedenken muss, wenn ich von Feinden umzingelt sein sollte oder falls einmal ein Zweikampf bevorstehen sollte. Danach gingen wir über in einen Trainingskampf, ich sollte ihn angreifen und darauf achten, dass ich mich Verteidige. „Du bist kleiner und wendiger als ich Sidra, beachte das und nutze es zu deinem Vorteil“ hatte er noch gesagt. So versuchte ich einen seiner Angriffe auszuweichen indem ich mich darunter durch duckte und gleich einen Gegenangriff an seine Seite startete. Der Oberst schmunzelte, er hatte das hervor gesehen und so sprang er einen Schritt zurück und wehrte meinen Schlag mit Leichtigkeit ab. „Es freut mich zu sehen, wie schnell du das gelernte verinnerlicht hast und umsetzt. Das reicht für heute, gehen wir zurück zum Anwesen.“ Ich spürte wie meine Wangen sich rosa färbten, aber ich lächelte glücklich. Er hatte mich gelobt…

Und so gingen wir gemeinsam zum Anwesen. Als ich mich fertig umgezogen hatte saß der Sire schon am Tisch. Ich sollte mir etwas zu trinken holen und könne ihm einen leichten Wein mitbringen hatte er gesagt. Da stand ich nun, mit meinem Pfirsichsaft, vor dem riesigen Weinregal in der Küche und wusste nicht welchen ich nehmen sollte. Auf gut Glück zog ich dann einen hinaus, bei dem mir das Etikett am besten gefiel. Dass es sich dabei um keinen leichten Wein handelte, sah ich an dem Gesichtsausdruck des Sires, als er einen ersten Schluck davon nahm. Mit meinem Saft in der Hand ließ ich mich dann auch nieder. „Was sind deine Ziele, wenn du einmal Ritterin bist, Sidra?“ Diese Frage.. ich wusste, dass sie irgendwann einmal kommt... Träume, Ziele, Wünsche... Da hatte ich mir schon viele Gedanken drüber gemacht, doch wie sollte ich diese Gedanken jetzt in einen vernünftigen Satz zusammen bringen? Überfordert blickte in meinen Saft, auch um den Blicken des Sires auszuweichen. „Der Saft wird dir deine Antwort nicht nennen“ Ja, das wusste ich… und doch… „Überlege dir eine Antwort bis zu unserem Nächsten treffen und eine zweite Aufgabe habe ich auch noch für dich.“ Er deutete zu einem großen Haufen mit Salzsäcken. „Du wirst dir deine nächste Rüstung erjagen, allein, ohne jegliche fremde Hilfe und nun ruh dich aus. Es war ein anstrengender Abend“

So legte ich mich schlafen und zog am nächsten Tag gleich los um das Leder für die Rüstung zu besorgen…

Verfasst: Montag 24. Juni 2013, 20:13
von Sidra von Kotas
Gleich früh morgens machte Sidra sich auf den Weg, ihre neue Aufgabe die sie erhalten hat, zu erfüllen. Sie sollte den Schrein des Mitgefühls aufsuchen, dort meditieren und ihre Gedanken zu Papier bringen. Jetzt saß sie da, mit ihrem Tagebuch und einigen Zetteln an Papier, dachte nach und versuchte ihre Gedanken zu sortieren.


24. Schwalbenkunft 256


Jetzt sitze ich hier und weiß gar nicht so recht was ich auf schreiben soll. Was bedeutet Mitgefühl? Wie äußert sich Mitgefühl, gerade im täglichen Leben? Wo liegen die Grenzen des Mitgefühls? Wie sollte ein Ritter Mitgefühl leben? Und das alles ruhig anhand von Beispielen… Der Sire hat mir wieder einmal eine schwierige Aufgabe gegeben und doch hatte ich selber dazu beigetragen. Er hatte mich gefragt, bei welcher Tugend mir es am schwersten Fallen würde das rechte Maß zu halten und es war eindeutig das Mitgefühl. Wo ich bei Rekruten manchmal Gnade vor Recht ergehen lasse, fehlt mir bei einem aufeinandertreffen mit Ketzern das entsprechende Mitgefühl beziehungsweise Mitleid.



Was bedeutet Mitgefühl?

Mitgefühl ist das Gefühl oder Verständnis für die Empfindungen anderer Menschen oder Lebewesen und wird hervorgerufen durch das Leiden anderer.


Wie äußert sich Mitgefühl, gerade im täglichen Leben?

Wenn ich einem Bettler begegne und diesem zu Essen und Trinken gebe, aber auch wenn ich ein Tier von seinem Todeskampf erlöse, zeige ich Mitgefühl.


Wo liegen die Grenzen des Mitgefühls?

„Doch wo in Wahrheit kein "lichtes Wesen" zu finden ist, da ist auch kein Mitgefühl angebracht.“ Mit einem Monster, das nur auf Unheil oder Menschen fressen aus ist, brauche ich kein Mitleid zu haben. Diese gilt es zu richten und aus der Welt zu schaffen.


Wie sollte ein Ritter Mitgefühl leben?

Er sollte sich stets bemühen auch in dunklen Kreaturen etwas guten zu Sehen. Ist aber jemand des Mitgefühls unwürdig, so sollte der Ritter stets auf dem Weg des gerechten Zornes wandeln. Er sollte dem stets schnell ein Ende bereiten und nicht den falschen Weg des Folterns wählen.



Ich hoffe nur, ich habe den Sire nicht zu sehr beleidigt mit meiner Aussage und er lässt Gnade walten sollten ihm diese Zeilen nicht gefallen. Ich konnte da ja eigentlich auch nichts für, er wollte, dass ich ihn einschätze und sagte auch gleich er lasse keine Ausreden gelten. Er wollte, dass ich ihm seinen, meiner Meinung nach, Schwerpunkt der Tugenden nenne. Ich nannte ihm die Ehre, denn er folge seinen Pfad ohne ihn abzubrechen, wie als Oberst im Regiment oder als Kronritter. Außerdem seine uneingeschränkte Loyalität dem König und ihrer Erlaucht gegenüber. Als ich fertig war, entgegnete er nur trocken, dass er dies so zu Kenntnis nehmen würde… Hatte ich denn wirklich etwas Falsches gesagt? Vielleicht sollte ich da Lilian einmal fragen…


Mehrmals überflog Sidra die Zeilen nochmal, ehe sie sich daran machte diese sauber auf ein Blatt Papier zu übertragen und dieses einzurollen. Diese Rolle würde sie an den Sire aushändigen. Danach machte sie sich gleich auf zum Anwesen, vielleicht würde sie den Sire ja antreffen.

Verfasst: Samstag 13. Juli 2013, 12:29
von Sidra von Kotas
Nachdem Sidra den nächsten Morgen nach dem Treffen mit den Zwergen aufwachte, schnappte sie sich ihr Tagebuch und schrieb wieder einige Zeilen hinein.


12. Cirmiasum 256


Gestern waren wir bei den Zwergen eingeladen. Alle waren dabei ihre Erlaucht, Hochgeboren von Dragenfurt, Sir von Tannhoeh, Sir von Schwertfluren, Lilian und das Regiment. Eigentlich sollten wir über die Sache mit Angus Cantor sprechen, so hieß es jedenfalls in der Einladung und noch über einen Zweiten Punkt. Wir wurden von Barr Stahlauge dem Kal Khazad persönlich eingeladen, doch… naja… Zwerge haben anscheinend einen gesunden Schlaf, jedenfalls konnte man ihn nicht wachkriegen. Und so saßen wir da mit einem Getwergelyn, Yorgrum Donnerkeil und Tharin Silberwacht. Irgendein Art.. Artysh? War auch kurz da, verließ die Ansammlung aber ganz schnell wieder ohne ein Wort zu sagen, ziemlich unhöflich aber naja… was soll man auch erwarten?

Jedenfalls entbrannte dann plötzlich eine ziemliche Diskussion, da Yorgrum ständig den zweiten Punkt klären wollte und nicht locker ließ. Dabei handelte es sich wohl um einen Vorfall vom letzten Jahr an der Bibliothek. Wo sich Rahaler dort aufhielten und von Lilian scheinbar in Schutz genommen worden sind. Die Bibliothek war damals seit eh und je ein neutraler Ort. Mir hat das auch nie gefallen, mit dem Pack in einem Raum zu sein, doch konnte man sich kaum dagegen wehren… Ihre Erlaucht ließ sich auf diese Diskussion, aber nicht ein. Sie bestand darauf erst den Punkt mit Angus zu klären, bevor hier weitere Punkte aufgerufen werden. Da Yorgrum mittlerweile ziemlich die Nerven ihrer Erlaucht strapazierte und diese immer ruhiger wurde, wir Adoraner wussten es könnte jetzt gefährlich werden, erhob der Getwergelyn nun das Wort und vertagte die Versammlung auf einen anderen Tag.
In der Hoffnung der Kal Khazad würde dann wach und Anwesend sein. Alles in allem führte das gestrige Treffen also zu nichts, außer geschundenen Nerven.

Mich würde es ja einmal interessieren wie die Zwerge reagieren, wenn man sie zu dem Vorfall in Bajard befragt, wo sie die Freiherrin und einige vom Regiment einfach alleine und umzingelt von Rahalern stehen ließen?

Naja… aber vielleicht kommen wir da beim nächsten Treffen zu…

Verfasst: Mittwoch 28. August 2013, 12:14
von Sidra von Kotas
In Gedanken versunken lag Sidra bäuchlings auf dem Bett mit dem Kopf über ihrem Tagebuch. Noch nie hatte sie ein Duell gesehen, aber nach dem Gespräch mit dem Sire wusste sie nun, wie so eines auszusehen hatte. Nach und nach begann sie die einzelnen Schritte festzuhalten.
  • Duelle

    1. Der Fordernde wirft einen Handschuh aus Stoff oder Leder vor die Füße des Geforderten (bloß keinen Plattenhandschuh, das könnte Beulen geben, sollte doch der Fuß getroffen werden). Dabei spricht man: “Ich fordere Euch zum Duell auf das 1. (Schnittwunde), 2. (Ohnmacht) oder 3. (Tod) Blut.“ Wenn der Handschuh aufgenommen wird, hat der Geforderte das Duell akzeptiert. Sollte er dies nicht tun, müssen sie sich für eine Klärung des Falls an eine höhere Instanz wie zum Beispiel den Lehnsherren wenden.

    2. Wenn das Duell dann zustande kommt, benennen die Teilnehmer einen Berater (Nein..!) Sekundanten, diese sollten bestenfalls auch adelig sein. Die Sekundanten treffen sich dann um Ort, Zeit und Begebenheiten des Duells zu besprechen.

    3. Duelle sind von der Öffentlichkeit ausgeschlossen. Ein Richter und ein Heilkundiger dürfen zum Kampf aber anwesend sein. (Die Berater Sekundanten natürlich auch.. Ihre Aufgabe ist es auch, sollte in Duellant so schwer verletzt sein, dass ein Überleben ausgeschlossen ist, diesem eine Ende zu bereiten)

    4. Das Duell sollte ausgeglichen sein und sich an den Kenntnissstand der Teilnehmer anpassen. So wird ein Magier kaum mit einem Schwert kämpfen können und eine Schneiderin sich kaum selber in den Kampf werfen können. (Für sie kann jemand anderes zum Duell antreten)

    5. Nach dem Duell, gilt der Streit als beendet. Wenn das Duell als Form des Gottesurteils einberufen wurde, gilt die Streitigkeit je nach Ausgang des Duells als geklärt und beide Duellanten verpflichten sich, das Urteil anzunehmen und darüber kein Wort mehr zu verlieren.
Nachdem sie fertig war, überflog Sidra die Zeilen nochmal und Strich hier und da noch etwas weg, fügte etwas Neues hinzu und schrieb Notizen an den Rand.