Ein Spielmann singt und verkauft illustrierte Zettel
Verfasst: Sonntag 8. April 2012, 13:05
Ein Spielmann singt und verkauft illustrierte Zettel mit dem Liedtext gegen eine kleine Spende
[img]http://i43.tinypic.com/2ypktqx.jpg[/img]
Die Moritat vom Schänder Cedric
oder
vom verderblichen Einflusse yber-mäßiger Lüsternheit, welche wahre Begebenheit sämtlichen Jungfrauen jedwedes Geschlechtes zur abschreckenden Beherzigung dienen sollte
1.Weil der Räuber Missetaten nimmt im Reiche Überhand,
Ritter Cedric hoch zu Pferde reitet stolz weit durch das Land.
2.Und auf einer dieser Fahrten trifft er auf ein Mägdelein,
aller Stoff, den sie am Leibe, wär als Nastuch viel zu klein.
3.Denn so sind die jungen Mädel, oft statt tugendhaft nur schick,
Und Herr Cedric muß absteigen, weil der Sattelknauf ihn drückt.
4.Bunt bemalt war ihre Miene, und sie lacht ihn fröhlich an,
"Sei mir tausendfach willkommen, junger schöner Rittersmann!"
5.Fromm wandt der Ritter ab die Augen, es martert ihn die Seelenpein,
doch da fiel von Temoras Gnaden ihm ein rettend Gedanke ein.
6."Hier Fräulein habt Ihr meinen Mantel!" Und er riß ihn sich vom Leib,
Doch es schüttelte die Locken nur dazu das junge Weib.
7."Fühlt ihr nicht der Sonne Brennen, ist Euch, Ritter, gar nicht warm?"
Und an ihre heiße Schulter führt sie dann Herrn Cedrics Arm.
8.Hunderttausend Silbertröpfchen funkeln hell auf ihrer Haut,
auf welche nun der edle Ritter voll Begehren schließlich schaut.
9.Da hat es ihn überkommen, und er schmiß sie in den Dreck,
Hat sie dreimal dort genommen, und ritt dann erleichtert weg.
10.Nun regt' sich im Mägdlein Zweifel, ob sie recht gehandelt hat,
und sie hat dann perlustrieret in Rahal des Ritters Tat.
11.Dort hat man sie weit verbreitet, dahin war des Ritters Ruf,
schickt das Weib in die Kasernen, nackt wie Eluive sie schuf.
12.Und Herr Cedric ward zitieret vor des Lehensherren Gericht,
Und das Urteil ihm gesprochen, 'Ab heut seist du Ritter nicht!'
13.Man warf ihn aus der Ritter Orden, und man nahm sein edles Schwert,
riß vom Wams ihm ab die güldnen Borten, vom Hals die Kette, die ihn ehrt.
14.So muß er nun sein Leben fristen als ein streunender Halunk,
Denn wer Geilheit dient und Lüsten, der verdient nicht Ehr noch Prunk.
15.Darum hört auf mich, Ihr Mägdlein, wer halb nackend am Feld steht,
darf es dann darob nicht wundern, wenn man sich an ihr vergeht.
16.Deshalb kleidet euch nur züchtig, seid bescheiden und nicht keck,
Sonst liegt einer, eh ihrs versehen, schon auf Euch und ihr im Dreck.
17.Und dem Ritter muß ich sagen, hättst du Schussel nur gewagt,
statt der Schändung einen Lustmord, hätt sie gar nicht ausgesagt.
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Die Moritat vom Schänder Cedric
oder
vom verderblichen Einflusse yber-mäßiger Lüsternheit, welche wahre Begebenheit sämtlichen Jungfrauen jedwedes Geschlechtes zur abschreckenden Beherzigung dienen sollte
1.Weil der Räuber Missetaten nimmt im Reiche Überhand,
Ritter Cedric hoch zu Pferde reitet stolz weit durch das Land.
2.Und auf einer dieser Fahrten trifft er auf ein Mägdelein,
aller Stoff, den sie am Leibe, wär als Nastuch viel zu klein.
3.Denn so sind die jungen Mädel, oft statt tugendhaft nur schick,
Und Herr Cedric muß absteigen, weil der Sattelknauf ihn drückt.
4.Bunt bemalt war ihre Miene, und sie lacht ihn fröhlich an,
"Sei mir tausendfach willkommen, junger schöner Rittersmann!"
5.Fromm wandt der Ritter ab die Augen, es martert ihn die Seelenpein,
doch da fiel von Temoras Gnaden ihm ein rettend Gedanke ein.
6."Hier Fräulein habt Ihr meinen Mantel!" Und er riß ihn sich vom Leib,
Doch es schüttelte die Locken nur dazu das junge Weib.
7."Fühlt ihr nicht der Sonne Brennen, ist Euch, Ritter, gar nicht warm?"
Und an ihre heiße Schulter führt sie dann Herrn Cedrics Arm.
8.Hunderttausend Silbertröpfchen funkeln hell auf ihrer Haut,
auf welche nun der edle Ritter voll Begehren schließlich schaut.
9.Da hat es ihn überkommen, und er schmiß sie in den Dreck,
Hat sie dreimal dort genommen, und ritt dann erleichtert weg.
10.Nun regt' sich im Mägdlein Zweifel, ob sie recht gehandelt hat,
und sie hat dann perlustrieret in Rahal des Ritters Tat.
11.Dort hat man sie weit verbreitet, dahin war des Ritters Ruf,
schickt das Weib in die Kasernen, nackt wie Eluive sie schuf.
12.Und Herr Cedric ward zitieret vor des Lehensherren Gericht,
Und das Urteil ihm gesprochen, 'Ab heut seist du Ritter nicht!'
13.Man warf ihn aus der Ritter Orden, und man nahm sein edles Schwert,
riß vom Wams ihm ab die güldnen Borten, vom Hals die Kette, die ihn ehrt.
14.So muß er nun sein Leben fristen als ein streunender Halunk,
Denn wer Geilheit dient und Lüsten, der verdient nicht Ehr noch Prunk.
15.Darum hört auf mich, Ihr Mägdlein, wer halb nackend am Feld steht,
darf es dann darob nicht wundern, wenn man sich an ihr vergeht.
16.Deshalb kleidet euch nur züchtig, seid bescheiden und nicht keck,
Sonst liegt einer, eh ihrs versehen, schon auf Euch und ihr im Dreck.
17.Und dem Ritter muß ich sagen, hättst du Schussel nur gewagt,
statt der Schändung einen Lustmord, hätt sie gar nicht ausgesagt.