Ein Rabenmärchen von Heilern und Lakaien
Verfasst: Samstag 24. März 2012, 11:20
Es war schon fortgeschrittener Vormittag als er durch ein heftiges Trommeln an seiner Eingangstüre aus dem Schlaf gerissen wurde. Die Nacht war wieder einmal sehr ereignisreich gewesen und so hatte er noch nicht viel Schlaf gefunden gehabt. Genervt schwang er die Beine aus dem Bett und zog sich notdürftig ein Hemd und einen Mantel über während er die knarrende Treppe zum Eingang hinunter stieg.
Ein hässlicher Kopfschmerz durchzuckte ihn als er die Türe öffnete und ein Mann so um die fünfzig Jahre ihn erstaunt anblickte. Dieser konnte seine Hand, welche gerade wieder gegen die nun aber geöffnete Türe schlagen wollte, kurz vor seinem Gesicht noch abbremsen. Missmutig, von der Sonne geblendet, blickte die Gestalt des Heilkundigen den Mann vor sich an, scheinbar auf etwas wartend.
Als nach einigen Momenten der Stille immer noch kein Wort über die Lippen des Alten kamen ergriff er dann schließlich die Initiative. „Ja?!“ Dieser akustische Impuls löste nun endlich eine Reaktion bei dem Alten aus. Noch einen Moment länger und reiße ihm das Herz raus wenn er nicht endlich das Maul aufmacht, durchzuckte es ihn in Gedanken. Endlich kam der Alte in Gang und berichtete nun von seinem Anliegen, sein jüngster Sohn sei schwer krank, und das schon seit einigen Tagen. Ja natürlich, erstens kommen sie immer erst angekrochen wenn die Menschen schon fast tot sind und dann auch noch zu den unmöglichsten Zeiten.
Auch das war dem Mann wohl endlich aufgefallen als er die Kleidung bemerkt hatte, welche der junge Heilkundige nur provisorisch übergezogen hatte. „Oh, ich hab Euch doch nicht etwa geweckt? So kurz vor dem Mittagsgeläut?“
Mit Mordgedanken beseelt setze er jedoch ein Lächeln auf und winkte freundlich ab, und erklärte nur, das es einen Notfall in der Nacht gegeben hatte und er erst vor kurzem die Gelegenheit bekommen hatte, den Schlaf nachzuholen. Erleichtert berichtete der Alte weiter von der Krankheit seines Sohnes und wollte fast gar nicht mehr aufhören zu erzählen bis er schließlich von dem jungen Mann unterbrochen wurde. Er versicherte das er nur schnell etwas essen und sich dann sofort auf den Weg machen würde. Kurz noch ließ er sich den Weg erklären, um den Hof, ein ganzes Stück weit draußen vor der Ortschaft, finden zu können.
Erleichterung war das Wort was er empfand als die Tür endlich wieder in ihr Schloss fiel.
Müde rieb er sich über die Augen welche mit tiefen Ringen verunstaltet waren. Schlurfend ging er in seine kleine Küche und feuerte den Ofen an um etwas Suppe aufwärmen zu können. In Gedanken über seiner Suppe hockend spielte er schon wieder einige Szenarien für die kommende Aufgabe durch. Die Suppe schmeckte grauenhaft und so schob er sie an die Seite. Er würde nachher irgendwann etwas in einer Taverne essen und so stand er auf, ging die Treppe hinauf und kleidete sich an um sein Versprechen vom baldigen Besuch auf dem Hof auch einhalten zu können, schließlich hatte er ja einen Ruf zu verlieren!
Mit den Satteltaschen über der Schulter mit dem Reisemantel schlenderte er durch die kleine Straße der Siedlung wo gerade noch viel Betrieb herrschte. Es war Markttag. Geräusche jedweder Art und leider auch eine Menge unangenehmer Gerüche drangen an seine Ohren und seine Nase. Zum Glück lag der Hof etwas außerhalb, und die Natur versprach Besserung im Gegensatz zur Ortschaft. Er war an seinem Etappenziel angekommen, der Stall.
Wo stecke nur der Bursche wieder? Nie konnte man den Nichtsnutz finden. Schon wieder genervt von der Unfähigkeit anderer schritt er durch den Stall und blickte sich suchend um. Erwischt! Da war der Junge, pennte im Stroh. Ein saftiger Fußtritt und schon sprang der Knabe erschrocken auf und entschuldigte sich prompt. „Ja ja... sieh zu das du mein Pferd gesattelt bekommst...“ war lediglich die Antwort auf das Entschuldigungsgebrabbel.
Etliche Minuten später führte der Junge dann schließlich das fertig gesattelte Pferd hinaus und er schwang sich sogleich in dessen Sattel, fischte nach einer Münze in seiner Manteltasche und warf sie dem Jungen zu. „Ich bin ja kein Unmensch!“ und zwinkerte noch kurz bevor er seine Hacken leicht in die Flanken des Tieres drückte.
Nachdem er etwas über seine letzten Worte nachgedacht hatte, setze sich für den Rest des Weges ein amüsiertes Lächeln auf seine Züge ob dieser Ironie...
Ein hässlicher Kopfschmerz durchzuckte ihn als er die Türe öffnete und ein Mann so um die fünfzig Jahre ihn erstaunt anblickte. Dieser konnte seine Hand, welche gerade wieder gegen die nun aber geöffnete Türe schlagen wollte, kurz vor seinem Gesicht noch abbremsen. Missmutig, von der Sonne geblendet, blickte die Gestalt des Heilkundigen den Mann vor sich an, scheinbar auf etwas wartend.
Als nach einigen Momenten der Stille immer noch kein Wort über die Lippen des Alten kamen ergriff er dann schließlich die Initiative. „Ja?!“ Dieser akustische Impuls löste nun endlich eine Reaktion bei dem Alten aus. Noch einen Moment länger und reiße ihm das Herz raus wenn er nicht endlich das Maul aufmacht, durchzuckte es ihn in Gedanken. Endlich kam der Alte in Gang und berichtete nun von seinem Anliegen, sein jüngster Sohn sei schwer krank, und das schon seit einigen Tagen. Ja natürlich, erstens kommen sie immer erst angekrochen wenn die Menschen schon fast tot sind und dann auch noch zu den unmöglichsten Zeiten.
Auch das war dem Mann wohl endlich aufgefallen als er die Kleidung bemerkt hatte, welche der junge Heilkundige nur provisorisch übergezogen hatte. „Oh, ich hab Euch doch nicht etwa geweckt? So kurz vor dem Mittagsgeläut?“
Mit Mordgedanken beseelt setze er jedoch ein Lächeln auf und winkte freundlich ab, und erklärte nur, das es einen Notfall in der Nacht gegeben hatte und er erst vor kurzem die Gelegenheit bekommen hatte, den Schlaf nachzuholen. Erleichtert berichtete der Alte weiter von der Krankheit seines Sohnes und wollte fast gar nicht mehr aufhören zu erzählen bis er schließlich von dem jungen Mann unterbrochen wurde. Er versicherte das er nur schnell etwas essen und sich dann sofort auf den Weg machen würde. Kurz noch ließ er sich den Weg erklären, um den Hof, ein ganzes Stück weit draußen vor der Ortschaft, finden zu können.
Erleichterung war das Wort was er empfand als die Tür endlich wieder in ihr Schloss fiel.
Müde rieb er sich über die Augen welche mit tiefen Ringen verunstaltet waren. Schlurfend ging er in seine kleine Küche und feuerte den Ofen an um etwas Suppe aufwärmen zu können. In Gedanken über seiner Suppe hockend spielte er schon wieder einige Szenarien für die kommende Aufgabe durch. Die Suppe schmeckte grauenhaft und so schob er sie an die Seite. Er würde nachher irgendwann etwas in einer Taverne essen und so stand er auf, ging die Treppe hinauf und kleidete sich an um sein Versprechen vom baldigen Besuch auf dem Hof auch einhalten zu können, schließlich hatte er ja einen Ruf zu verlieren!
Mit den Satteltaschen über der Schulter mit dem Reisemantel schlenderte er durch die kleine Straße der Siedlung wo gerade noch viel Betrieb herrschte. Es war Markttag. Geräusche jedweder Art und leider auch eine Menge unangenehmer Gerüche drangen an seine Ohren und seine Nase. Zum Glück lag der Hof etwas außerhalb, und die Natur versprach Besserung im Gegensatz zur Ortschaft. Er war an seinem Etappenziel angekommen, der Stall.
Wo stecke nur der Bursche wieder? Nie konnte man den Nichtsnutz finden. Schon wieder genervt von der Unfähigkeit anderer schritt er durch den Stall und blickte sich suchend um. Erwischt! Da war der Junge, pennte im Stroh. Ein saftiger Fußtritt und schon sprang der Knabe erschrocken auf und entschuldigte sich prompt. „Ja ja... sieh zu das du mein Pferd gesattelt bekommst...“ war lediglich die Antwort auf das Entschuldigungsgebrabbel.
Etliche Minuten später führte der Junge dann schließlich das fertig gesattelte Pferd hinaus und er schwang sich sogleich in dessen Sattel, fischte nach einer Münze in seiner Manteltasche und warf sie dem Jungen zu. „Ich bin ja kein Unmensch!“ und zwinkerte noch kurz bevor er seine Hacken leicht in die Flanken des Tieres drückte.
Nachdem er etwas über seine letzten Worte nachgedacht hatte, setze sich für den Rest des Weges ein amüsiertes Lächeln auf seine Züge ob dieser Ironie...