Überlegungen und Entscheidungen
Verfasst: Samstag 24. März 2012, 08:08
Langsam schlenderte Sophia am Strand entlang und kickte einen Kiesel mit der Spitze ihres Stiefels immer weiter vor sich her, während sie grübelte. Dafür war sie ja auch her gekommen.
Hier, an der Südspitze Lameriast´s in der kleinen aber feinen Herberge schien ihr der perfekte Ort dafür. Das Haus war klein, aber sauber und der Wirt war eine wirklich gute gemütliche Seele.Der Kapitän hatte gut daran getan, sie her zu bringen, nachdem sie ihm sagte, sie wolle nur weg um nachdenken zu können. Dafür war das in der Tat der perfekte Ort.
Den ersten Tag verbrachte sie fast nur im Bett und bemitleidete sich selbst, dass ausgerechnet sie in so eine Situation kam. Das hätte sie niemals gedacht. Gleich zwei Männer, die um ihre Gunst buhlten. Aber auch ein kleines Quentchen Stolz machte sich in ihrer Brust breit, denn es schmeichelte ihr natürlich auch.
Den zweiten Tag saß sie nur in der Herbergsstube bei einem Glas Milch und starrte aus dem Fenster hinaus auf die graue See und beobachtete, wie sich die Regentropfen im Meer im nichts aufzulösen schienen. Eigentlich sollte sie gar nicht hier sein. Eigentlich sollte ihr Herz doch eindeutig nur für einen schlagen. Warum nur war sie sich überhaupt unsicher?
Aki war immer zur Stelle gewesen, wenn sie Hilfe brauchte. Damals in Bajard, als sie, oh Schande, es tatsächlich geschafft hatte, sich bewusstlos zu trinken und in den Schnee fiel. Aber wenn sie es nicht getan hätte, wären sie vielleicht gar nicht zusammen gekommen. Wie ein Ritter aus einem Buch, hob er sie auf und trug sie zur Kutsche, sogar bis zu ihm nach hause. Er trocknete sie, so gut es ging und überlies ihr zum aufwärmen und schlafen sein Bett. Und als der Schüttelfrost nicht aufhören wollte, wärmte er sie sogar auch selbst, damit sie sich nicht erkältete. Und vor wenigen Tagen erst, fand er sie bewusstlos in ihrem Haus. Nach dem langen Gespräch mit Keldric war ihr wohl alles zu viel geworden. Der quälende Hunger, der an ihren Kräften zehrte, das aufwühlende Gespräch indem Keldric ihr nochmals seine Gefühle für sie versicherte und sie küsste... und sie den Kuss erwiderte...Eluive hilf, aber ja, sie hatte ihn tatsächlich erwidert. Und für diesen einen kleinen Moment, als sie alles andere vergessen hatte, schien alles so einfach und so klar. Doch dann endete der Kuss und sie wurde wieder in die Wirklichkeit geschleudert.
Schließlich, als er gegangen war, wurde ihr schwarz vor Augen und sie bekam stechende Kopfschmerzen, dabei tat ihr ihr Herz auch so weh, als wollte es zerspringen. Und dann fiel sie in Ohnmacht und ein friedvoller Schleier legte sich über sie.
Dabei hatte sie sich doch gar nicht mehr verlieben wollen, zumindest so schnell nicht mehr. Aber solcherlei Dinge scheren sich nur selten darum, was ein Mensch will oder nicht.
Auch wenn Aki seine Gefühle nicht so gut ausdrücken konnte manchmal, so hatte sie eigentlich keine Zweifel, dass seine Gefühle für sie ehrlich sind. Dennoch war nicht zu bestreiten, dass er offenbar wesentlich erfahrener in Liebesdingen war als sie. Irgendwann würde wahrscheinlich ein Punkt kommen, wo er etwas von ihr haben wollte, was sie ihm noch nicht geben konnte. Was dann? Würde er Verständnis haben und wenn ja, wie lange? Oder würde er enttäuscht oder wütend reagieren? Außerdem sah er so unheimlich gut aus.... sie seufzte... wenn sein Laden in Adoran wirklich so gut anlief, wie sie vermutete, werden sicher nicht nur Männer bei ihm einkaufen, sondern sicher auch starke Kriegerinnen oder reiche Schneiderinnen. Bei dem Gedanken daran, wie diese sich ihm um den Hals warfen und versuchten mit ihm zu flirten, kam ihr die Galle hoch. Und würde er wirklich widerstehen können, wenn so eine hübsche Schneiderin in feinen Gewändern ihn bezirzte? Hier konnte sie sich leider nicht zu einem eindeutigen Nein durchringen. Warum konnte sie nicht sagen, aber konnte sie einen Mann für etwas verurteilen, was er noch gar nicht gemacht hatte? Und was, wenn sie sich irrte? Aber was, wenn nicht? Dann würde ihr Herz erneut gebrochen werden und wer wäre dann für sie da?
Die einzige Freundin und Vertraute, die sie hatte, war schon vor ein paar Wochen weg gezogen. Guter kleiner Kobold Willardy. Sie hatte das Mädchen gemocht und sich ihr sofort verbunden gefühlt. Aber ihr Weg trug sie leider in eine andere Richtung. Und wenn sie Keldric nun weg stiess, würde er sich gewiss auch von ihr zurück ziehen und sie wollte ihn ja auch nicht quälen. Freundschaft zu verlangen, wenn er Liebe fühlte, wäre grausam. Also stand sie allein.
Als sie anfieng am Konzil zu studieren, fiel er ihr sofort auf. Er war voller Tatendrang und immer nett und freundlich. Irgendetwas hatte sie schon damals an ihm fasziniert. Doch er hatte immer nur Augen für eine andere und hatte nicht einmal wahr genommen, dass es sie gab. Hätte er sie damals gesehen, wäre sicher alles anders gekommen. Aber alles muss eben seinen Gang gehen, wie die Götter es wollen. Musste er denn ausgerechnet seine Pilgerreise beenden, wenn sie gerade erst sich auf jemand neues eingelassen hatte?
Das fehlende Auge fiel ihr natürlich sofort auf. Abstoßend fand sie es allerdings nicht. Er war wohl bei der Jagd unvorsichtig gewesen, als die andere ihn abwies. Keldric wusste gar nicht, wie viel sie gemeinsam hatten. Auch sie war damals jagen gegangen, als Malachai sie verlies. Wenn dich der Mensch verlässt, von dem du glaubst, er sei dein Seelenverwandter, fühlst du nichts mehr.. nichts ausser die Wunden, die dir im Kampf zugefügt werden. Sie hatte damals nur mehr Glück als Keldric, dass sie nur ein paar angeknackste Rippen und eine Vergiftung von einem Schlangenbiss davon trug.
Sie musste schmunzeln, als sie daran dachte, dass er doch immer übertrieb. Oft preschte er voraus und überrumpelte sie und dann rannte er immer weg, wenn er sah, dass sie überrascht war. Hoffentlich wollte er nicht sein ganzes Leben lang immer nur davon rennen.
Ja, sie konnte nicht leugnen, dass seine Komplimente und Liebesschwüre und seine übereilten Aktionen ihr mitunter zu viel waren. Und doch fand der Kitsch liebende Teil ihres Herzens es wundervoll, wollte mehr davon, viel mehr und flüsterte ihr stetig ins Ohr, wie glücklich sie mit ihm wohl sein würde und dass er als Magier sie viel besser verstehen würde, als ein Schmied. Aber sie verstand ja auch nichts vom schmieden und trotzdem verstanden sie und Aki sich gut.
Es wäre jedenfalls eine dicke Lüge, wenn sie behaupten würde, sie empfand nichts für ihn. Aber jetzt seinem werben nachdenken, wo die andere ihn nicht wollte? Wollte sie wirklich die zweite Wahl sein? Aber er war wohl auch nicht mehr der gleiche wie früher. Gedankenverloren spielte sie an dem silbernen Armreif an ihrem Handgelenk.
Er war ein Geschenk von Keldric gewesen. “Wann immer du dir unsicher bist, wer du bist, warum du hier bist und was du willst, soll er dir als Talisman dienen und dir helfen.” und tatsächlich half es ihr, beim nachdenken daran zu drehen. Und auch die drei Rosenblätter hatte er ihr geschenkt, zwei davon in der Mitte geknickt. Das dritte war unberührt und rein. Sie musste es nur knicken und es in seinen Briefkasten legen, zusammen mit dem Armreif und er würde im siebten Himmel schweben.
Keldric schien ebenso bisher von der Liebe nur entäuscht worden zu sein, wie sie. Doch während sie die Liebe vorher nicht kannte, hatte er wohl alle Bücher verschlungen in denen die Liebe eine Rolle spielte um alles zu lernen. Wahrscheinlich kam daher seine etwas übertriebene und absolute Vorstellung von Liebe. Sie hatte solche Bücher nie lesen dürfen. Zu aufwühlend für eine junge Dame, hätte ihr Vater gesagt.
Doch langsam musste sie sich entscheiden. Sie musste bald zurück um den Unterricht nicht zu verpassen und noch kreisten die Für´s und Wider´s wie wild in ihrem Kopf. Warum war es nur so schwer, sich zu entscheiden? Oder war das ein Zeichen dafür, dass keiner der beiden der Richtige war? Und so würde sie auch heute wieder mit einem Stoßgebet an Phanodain schlafen gehen, er möge ihr bitte beistehen bei ihrer Wahl.
Hier, an der Südspitze Lameriast´s in der kleinen aber feinen Herberge schien ihr der perfekte Ort dafür. Das Haus war klein, aber sauber und der Wirt war eine wirklich gute gemütliche Seele.Der Kapitän hatte gut daran getan, sie her zu bringen, nachdem sie ihm sagte, sie wolle nur weg um nachdenken zu können. Dafür war das in der Tat der perfekte Ort.
Den ersten Tag verbrachte sie fast nur im Bett und bemitleidete sich selbst, dass ausgerechnet sie in so eine Situation kam. Das hätte sie niemals gedacht. Gleich zwei Männer, die um ihre Gunst buhlten. Aber auch ein kleines Quentchen Stolz machte sich in ihrer Brust breit, denn es schmeichelte ihr natürlich auch.
Den zweiten Tag saß sie nur in der Herbergsstube bei einem Glas Milch und starrte aus dem Fenster hinaus auf die graue See und beobachtete, wie sich die Regentropfen im Meer im nichts aufzulösen schienen. Eigentlich sollte sie gar nicht hier sein. Eigentlich sollte ihr Herz doch eindeutig nur für einen schlagen. Warum nur war sie sich überhaupt unsicher?
Aki war immer zur Stelle gewesen, wenn sie Hilfe brauchte. Damals in Bajard, als sie, oh Schande, es tatsächlich geschafft hatte, sich bewusstlos zu trinken und in den Schnee fiel. Aber wenn sie es nicht getan hätte, wären sie vielleicht gar nicht zusammen gekommen. Wie ein Ritter aus einem Buch, hob er sie auf und trug sie zur Kutsche, sogar bis zu ihm nach hause. Er trocknete sie, so gut es ging und überlies ihr zum aufwärmen und schlafen sein Bett. Und als der Schüttelfrost nicht aufhören wollte, wärmte er sie sogar auch selbst, damit sie sich nicht erkältete. Und vor wenigen Tagen erst, fand er sie bewusstlos in ihrem Haus. Nach dem langen Gespräch mit Keldric war ihr wohl alles zu viel geworden. Der quälende Hunger, der an ihren Kräften zehrte, das aufwühlende Gespräch indem Keldric ihr nochmals seine Gefühle für sie versicherte und sie küsste... und sie den Kuss erwiderte...Eluive hilf, aber ja, sie hatte ihn tatsächlich erwidert. Und für diesen einen kleinen Moment, als sie alles andere vergessen hatte, schien alles so einfach und so klar. Doch dann endete der Kuss und sie wurde wieder in die Wirklichkeit geschleudert.
Schließlich, als er gegangen war, wurde ihr schwarz vor Augen und sie bekam stechende Kopfschmerzen, dabei tat ihr ihr Herz auch so weh, als wollte es zerspringen. Und dann fiel sie in Ohnmacht und ein friedvoller Schleier legte sich über sie.
Dabei hatte sie sich doch gar nicht mehr verlieben wollen, zumindest so schnell nicht mehr. Aber solcherlei Dinge scheren sich nur selten darum, was ein Mensch will oder nicht.
Auch wenn Aki seine Gefühle nicht so gut ausdrücken konnte manchmal, so hatte sie eigentlich keine Zweifel, dass seine Gefühle für sie ehrlich sind. Dennoch war nicht zu bestreiten, dass er offenbar wesentlich erfahrener in Liebesdingen war als sie. Irgendwann würde wahrscheinlich ein Punkt kommen, wo er etwas von ihr haben wollte, was sie ihm noch nicht geben konnte. Was dann? Würde er Verständnis haben und wenn ja, wie lange? Oder würde er enttäuscht oder wütend reagieren? Außerdem sah er so unheimlich gut aus.... sie seufzte... wenn sein Laden in Adoran wirklich so gut anlief, wie sie vermutete, werden sicher nicht nur Männer bei ihm einkaufen, sondern sicher auch starke Kriegerinnen oder reiche Schneiderinnen. Bei dem Gedanken daran, wie diese sich ihm um den Hals warfen und versuchten mit ihm zu flirten, kam ihr die Galle hoch. Und würde er wirklich widerstehen können, wenn so eine hübsche Schneiderin in feinen Gewändern ihn bezirzte? Hier konnte sie sich leider nicht zu einem eindeutigen Nein durchringen. Warum konnte sie nicht sagen, aber konnte sie einen Mann für etwas verurteilen, was er noch gar nicht gemacht hatte? Und was, wenn sie sich irrte? Aber was, wenn nicht? Dann würde ihr Herz erneut gebrochen werden und wer wäre dann für sie da?
Die einzige Freundin und Vertraute, die sie hatte, war schon vor ein paar Wochen weg gezogen. Guter kleiner Kobold Willardy. Sie hatte das Mädchen gemocht und sich ihr sofort verbunden gefühlt. Aber ihr Weg trug sie leider in eine andere Richtung. Und wenn sie Keldric nun weg stiess, würde er sich gewiss auch von ihr zurück ziehen und sie wollte ihn ja auch nicht quälen. Freundschaft zu verlangen, wenn er Liebe fühlte, wäre grausam. Also stand sie allein.
Als sie anfieng am Konzil zu studieren, fiel er ihr sofort auf. Er war voller Tatendrang und immer nett und freundlich. Irgendetwas hatte sie schon damals an ihm fasziniert. Doch er hatte immer nur Augen für eine andere und hatte nicht einmal wahr genommen, dass es sie gab. Hätte er sie damals gesehen, wäre sicher alles anders gekommen. Aber alles muss eben seinen Gang gehen, wie die Götter es wollen. Musste er denn ausgerechnet seine Pilgerreise beenden, wenn sie gerade erst sich auf jemand neues eingelassen hatte?
Das fehlende Auge fiel ihr natürlich sofort auf. Abstoßend fand sie es allerdings nicht. Er war wohl bei der Jagd unvorsichtig gewesen, als die andere ihn abwies. Keldric wusste gar nicht, wie viel sie gemeinsam hatten. Auch sie war damals jagen gegangen, als Malachai sie verlies. Wenn dich der Mensch verlässt, von dem du glaubst, er sei dein Seelenverwandter, fühlst du nichts mehr.. nichts ausser die Wunden, die dir im Kampf zugefügt werden. Sie hatte damals nur mehr Glück als Keldric, dass sie nur ein paar angeknackste Rippen und eine Vergiftung von einem Schlangenbiss davon trug.
Sie musste schmunzeln, als sie daran dachte, dass er doch immer übertrieb. Oft preschte er voraus und überrumpelte sie und dann rannte er immer weg, wenn er sah, dass sie überrascht war. Hoffentlich wollte er nicht sein ganzes Leben lang immer nur davon rennen.
Ja, sie konnte nicht leugnen, dass seine Komplimente und Liebesschwüre und seine übereilten Aktionen ihr mitunter zu viel waren. Und doch fand der Kitsch liebende Teil ihres Herzens es wundervoll, wollte mehr davon, viel mehr und flüsterte ihr stetig ins Ohr, wie glücklich sie mit ihm wohl sein würde und dass er als Magier sie viel besser verstehen würde, als ein Schmied. Aber sie verstand ja auch nichts vom schmieden und trotzdem verstanden sie und Aki sich gut.
Es wäre jedenfalls eine dicke Lüge, wenn sie behaupten würde, sie empfand nichts für ihn. Aber jetzt seinem werben nachdenken, wo die andere ihn nicht wollte? Wollte sie wirklich die zweite Wahl sein? Aber er war wohl auch nicht mehr der gleiche wie früher. Gedankenverloren spielte sie an dem silbernen Armreif an ihrem Handgelenk.
Er war ein Geschenk von Keldric gewesen. “Wann immer du dir unsicher bist, wer du bist, warum du hier bist und was du willst, soll er dir als Talisman dienen und dir helfen.” und tatsächlich half es ihr, beim nachdenken daran zu drehen. Und auch die drei Rosenblätter hatte er ihr geschenkt, zwei davon in der Mitte geknickt. Das dritte war unberührt und rein. Sie musste es nur knicken und es in seinen Briefkasten legen, zusammen mit dem Armreif und er würde im siebten Himmel schweben.
Keldric schien ebenso bisher von der Liebe nur entäuscht worden zu sein, wie sie. Doch während sie die Liebe vorher nicht kannte, hatte er wohl alle Bücher verschlungen in denen die Liebe eine Rolle spielte um alles zu lernen. Wahrscheinlich kam daher seine etwas übertriebene und absolute Vorstellung von Liebe. Sie hatte solche Bücher nie lesen dürfen. Zu aufwühlend für eine junge Dame, hätte ihr Vater gesagt.
Doch langsam musste sie sich entscheiden. Sie musste bald zurück um den Unterricht nicht zu verpassen und noch kreisten die Für´s und Wider´s wie wild in ihrem Kopf. Warum war es nur so schwer, sich zu entscheiden? Oder war das ein Zeichen dafür, dass keiner der beiden der Richtige war? Und so würde sie auch heute wieder mit einem Stoßgebet an Phanodain schlafen gehen, er möge ihr bitte beistehen bei ihrer Wahl.