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Onus est honos

Verfasst: Donnerstag 22. März 2012, 10:54
von Alexander van Bernau
Über die Ritterlichkeit
von Alexander Bernau


Prolog

Die Dichter vermitteln uns stets den Eindruck, es gäbe eine ganz bestimmte Reihe von Tugenden, die, so scheint es, Kataloge und Kodizes an Regeltugenden oder Tugendregeln gefüllt haben, die der Ritter zu befolgen hatte.
Dies Werk soll keiner dieser Kodizes mit Anspruch auf höchste Richtigkeit darstellen, sondern ist eine Sammlung von ritterlichen Werten und Normen, die mir gelehrt wurden und manchmal sogar einem Ethos entsprechen. Es geht aber auch darum, das einem Ritter geziemende Verhalten und seine Lebensweise darzustellen. Die Frage ist, was einen Ritter ausmacht und welche Vorrechte und Pflichten ihm obliegen.

Verfasst: Donnerstag 22. März 2012, 10:59
von Alexander van Bernau
Was ist die Ritterlichkeit?


"Die Quelle der ritterlichen Idee ist das Streben nach Schönheit, Stolz und Ehre, welche der Pol des adligen Lebens ist.", sind die niedergeschriebenen Worte eines Gelehrten als Antwort auf diese Frage. Eine zwar treffende Zusammenfassung, die aber bei weitem nicht alle Seiten der Ritterlichkeit beleuchtet. Ich will daher etwas weiter ausholen.
Der Dienst am Herrn, Dienst am Glauben und der Minnedienst sind die wesentlichen drei Säulen der Ritterschaft, wenn man es auf eine sehr kurze Weise zusammenfassen will. Aber auch Witwen, Waisen und die Schwachen gemeinhin sind dem besonderen Schutz der Ritterschaft unterstellt.
Das Idealbild des Ritters ist geprägt von kriegerischen, mönchischen und höfischen Tugenden. Der Zentralwert höfischer Tugenden ist die Ehre , konstitutive Tugenden sind die Beständigkeit, die Demut, die Dienstbereitschaft, hoher Mut, Höflichkeit, Kampfesmut, Maßhaltung, Milde, die Gepflegtheit, Treue, Verstand und die Zucht .
Die drei genannten Säulen lassen sich durch diese Grundwerte umschreiben, zu denen es jeweils gegensätzliche Laster gibt. Jeder Ritter sollte Ihnen eng verbunden sein, soll er doch ein Vorbild für andere sein.

êre: Ehre, Ansehen, Geltung und Würde

Die innere Ehrenhaftigkeit und das Ansehen sind von höchstem Rang. Die Ehre beruht auf Eigenschaften wie Tapferkeit, Treue, Redlichkeit, Gelehrsamkeit, Zucht und Frömmigkeit. Dabei darf man die Ehre auf keinen Fall mit dem Stolz verwechseln. Es kommt immer auf das rechte Ehrgefühl an, welches am besten durch höfische Erziehung vermittelt.
Laster: Schande, ein Zustand des gesunkenen Ansehens und des beschädigten Rufes. In Schande verfällt man durch Feigheit, durch Ächtung infolge begangener Meintat (Mord, Vergewaltigung, Raub, Versetzen eines Grenzsteines), wegen Verrats oder Betrugs, durch Hinnahme von ehrrühiger Beschimpfung oder Beleidigug, auch durch erlittene schändliche Strafen.
stæte: Beständigkeit und Verlässlichkeit
Die Beständigkeit beeinflusst alle anderen Tugenden und bedeutet Berechenbarkeit in den Handlungen und das Festhalten am rechten Verhalten und Glauben, aber auch immerwährende Treue. Durch diese Beständigkeit lässt sich auch Vertrauen gewinnen.

Laster : Unbeständigkeit, Verhalten welches sich nicht in die höfische Vorstellung vom richtigen Leben einordnen lässt. Verwandt dem Verrat.



diemüete: Demut

Sie bedeutet Bescheidenheit, Gnade und Barmherzigkeit gegenüber anderen Menschen. Der Demütige Mensch kennt stets seinen Platz. Er erkennt und akzeptiert aber auch, dass es etwas für ihn Unerreichbares, Höheres gibt. Denn nur wer sich seiner Grenzen bewusst ist kann auch verantwortungsvoll handeln.

Laster: Übermut, leichtfertiges Verhalten.



dienest: Dienstbereitschaft und Fleiß

Dienstbereit und fleißig muss sein, wer seine Pflichten stets erfüllen will. Damit ist nicht nur die Dienstbereitschaft gegenüber dem Herren oder der Kirche gemeint, sondern auch gegenüber Frauen, sowie der Schutz der Armen oder Machtlosen. Die Ritterlichkeit bringt mannigfaltige Aufgaben mit sich, die keine Zeit für sonderlich viel Muße lassen.

Laster : Faulheit, Verrat, Verweigerung des Dienstes



hôher muot: Guter Mut und seelische Hochstimmung

Beschreibt das Selbstbewusstsein und den Stolz auf seine persönliche Tüchtigkeit. Er entwickelt sich aus dem Kriegerethos. Aber nicht nur das Bewusstsein ist gemeint, sonder auch das Zeigen des guten Mutes auf Festen, aber auch in Schlachten. Denn nur auf diese Weise überträgt er sich auf die Anderen.

Laster : Trauer, ein Zustand des Klagens, sowie das Zeigen schlechter Befindlichkeiten, aber auch Zustand der verletzten Ehre



höveschkeit: Höflichkeit

Sie definiert das Verhalten bei Hof und außerhalb. Feine Manieren und gesitteter Umgang, besonders mit Frauen, sollte stets gewahrt werden. Nur durch Höflichkeit lässt sich aufrichtiger Respekt verdienen.

Laster: Rüpelhaftigkeit, unkontrolliertes Benehmen, Fresssucht, Ausschweifungen aller Art



manheit : Kampfesmut und Tapferkeit

Mit ihr ist die kriegerische Tüchtigkeit und Kühnheit gemeint, sowie der Mut im Kampf unter Einsatz des eigenen Lebens. Der ritterliche Mensch will so stets ein Vorbild für Andere sein.

Laster : Zaghaftigkeit, Feigheit im Kampf, aber auch Angst vor materiellen Verlust sowie Angst vor Verletzung.



mâze: Maßhaltung und maßvolles Leben

Sie ist sicher die zentrale ritterliche Eigenschaft und steht über allen anderen. Sie bedeutet rechtes Maß zu halten, und den Mittelweg zwischen Exzess, Übertreibung und Passivität zu finden. Nur durch Maßhaltung wird richtiges und gutes Handeln erreicht.

Laster: Maßlosigkeit, mangelnde Selbstbeherrschung



milte: Milde, Freigiebigkeit, Barmherzigkeit und Großzügigkeit

Großzügigkeit und Barmherzigkeit sollen stets gewahrt werden. Dies kann durch das Verteilen von Besitz erreicht werden, um dadurch Gefolgschaft sichern. Zum anderen aber auch das bloße Auftreten. Schon die Kirche lehrte und, dass Geben seliger denn nehmen ist.

Laster : Geiz, lässt den Charakter allein dastehen, d.h. er bekommt selbst keine Unterstützung



schAne: gepflegtes Auftreten

Äussere Gepflegtheit dient als Zeichen des Heils sowie innerer Tugend. Sie wird durch angemessene Kleidung und Reinlichkeit zum Ausdruck gebracht. Nur einem gesunden Körper kann auch ein gesunder Geist inne wohnen.

Laster : Hässlichkeit, Missachtung des eigenen Körpers und der Kleidung



triuwe: Treue, Loyalität und Aufrichtigkeit

Eine zentrale Tugend für den Ritter, beschreibt sie nicht nur die Loyalität gegenüber einer übergeordneten Instanz wie dem Lehensherrn. Auch das Einhalten gegenseitiger Eide und Hilfsverpflichtungen ist in ihr eingefasst. Sie ist daher auch eng verbunden mit der stæte.

Laster : Untreue, gefährdet das menschliche Zusammenleben



sin: Verstand
Diese Eigenschaft wird sicher von jedem Herrscher erwartet. Damit ist nicht nur das einfach abwägen von Entscheidungen gemeint. Ein gewisser Grad an Gelehrtheit ist ebenso von Nöten wie die Kontrolle von Emotionen. Denn nur so lässt sich auch der rechte Pfad erkennen.

Laster : Torheit, Dummheit, Feind aller anderen Tugenden. Bedeutet Verlust der Selbstkontrolle, aber auch mangelnde Reife




zuht: Zucht, Anstand und Wohlerzogenheit

Sie ist ein wichtiger Bestandteil der guten Erziehung. Sie bedeutet Selbstbeherrschung und Moderation im eigenen Verhalten und ermöglicht somit erst das Zusammenleben am Hof.
Laster: Unzucht, unerzogenes Verhalten und Kennzeichen unhöfischer Herkunft. Ungezogene Gestik oder Sprache bringt Ausschluss aus der höfischen Gesellschaft.

Verfasst: Donnerstag 22. März 2012, 11:01
von Alexander van Bernau
Die 7 Tugenden des diamantenen Kodex


Da der Ritterlichkeit auch der Dienst am Glauben inne wohnt, bildet der diamantene Kodex eine wichtige Grundlage. Die genannten Grundwerte lassen sich ihn ihm jederzeit wiederfinden, auch wenn sie hier auf die heilige Zahl 7 begrenzt sind. In allen Schriften im Kult der Temora finden diese Tugenden unterschiedliche Gewichtungen, beziehen sie sich doch nicht nur auf die Ritterschaft, sondern auch die Kleriker.
Da der diamanete Kodex jedoch das höchste Gebot ist und über allen anderen Kodices steht und diese verbindet, nehme ich hier auf jenen Bezug.

Mitgefühl

Eine mitfühlende Seele bewertet das Leben hoch. Sie wird versuchen das Leben anderer am Erhalt der Welt und der göttlichen Ordnung interessierter Wesen zu erhellen, wann immer sie kann. Im Mitgefühl sind alle Wesen guten Willens brüderlich vereint. Die mitfühlende Seele müht sich selbst in dunklen Kreaturen Gutes zu erkennen, ohne aber in der Finsternis das Augenlicht zu verlieren. So mag Mitleid die Seele lenken, doch wo in Wahrheit kein "lichtes Wesen" zu finden ist, da ist auch kein Mitgefühl angebracht - denn es gibt nichts mit diesen finsteren Seelen (mit-) zu fühlen, daß der heiligen Mit-Liebe würdig wäre. Man muß nicht mit einem Oger mitfühlen, der nur ans Menschenfressen denkt und nicht mit einem Dämon, der die Welt in Asche legen möchte, und nicht mit einem verderbten Menschen der Kinder auf blutigen Altären grausam schlachtet um abartigen Mächten zu huldigen. Ist ein Geschöpf aber des Mitleids unwürdig so vergewissere sich der Strafende, daß er auf dem Weg des gerechten Zorns wandle und sich nicht dem grausamen Hass hingebe, der ein Fluch des Feindes ist. Seine Waffe sei das Schwert, nicht die glühende Zange des Folterers. Seine Seele richte über die unheilige Kreatur nach dem heiligen Gesetz und folge nicht dem Diktat wilkürlicher Barbarei.




Tapferkeit

Eine tapfere Seele wird niemals der tyrannischen Macht der Angst nachgeben. Die tapfere Seele wird immer fuer ihre Überzeugungen einstehen und sie bis zum Ende verteidigen. Wo immer jemand durch die Machtgier und Gewalt eines anderen in Not gerät, wird eine tapfere Seele, diesem Tun Einhalt gebieten. Selbst dann, wenn man durch dieses Vorgehen, selbst in Not geraten könnte. Denn ein tapferes Herz vertraut auf den Schutz Temoras. Die Tapferkeit ist der Mantel, der die anderen 6 Tugenden behütet. Stets wird die Tapferkeit aufs neue geprüft und auf diese Weise erkennen wir den Eingang zur Tugend. Von sich selbst Tapferkeit zu verlangen, zeigt auch anderen den Weg zu einem tapferen Herzen.




Gerechtigkeit

Die gerechte Seele wird Emotionen gegen Logik abwägen und hiernach beurteilen. Vorurteile und Gerüchte werden durch die Gerechtigkeit hinfortgewischt. Eine gerechte Seele achtet nicht auf Stand oder Ansehen, sondern ist bemüht die Wahrheit aufzudecken und nach dieser zu urteilen ohne Furcht. Die Gerechtigkeit darf im Leben niemals gezügelt werden. Der feurige Wille, der uns im Leben zur Gerechtigkeit drängt, mag die Wahrheit manchmal aus den Augen verlieren. Darum suche stets nach Ausgeglichenheit und Ruhe um mit Weisheit zu richten. Denn diese Weisheit allein ist es, die die Wahrheit aufdeckt und so zu wahrer Gerechtigkeit führt.



Opferbereitschaft

Die Seele, die bereit ist sich selber für den Glauben und die Errettung Leidender zu opfern ist wahrhaftig mutig. Solch eine Seele wird bereit sein das eigene Leben zu riskieren ,genauso wie jedes materielle Gut das sie besitzt, wenn der Grund edel genug ist. Die Opferbereitschaft erfordert eine Liebe unserer selbst, die ohne Rücksicht an andere weitergegeben wird. Wenn das Leben vor eine Wahl stellt, welches Opfer wir erbringen, so wähle den schwereren Weg. Denn wer den leichten Weg geht, der bringt kein wahres Opfer. Wenn ihr den Mut findet, eure Liebe weiterzugeben, ohne Furcht vor der Schwere dieser Tat, habt ihr wahre Opferbereitschaft bewiesen.



Ehre

Die ehrenhafte Seele wird eine zugewiesene Aufgabe nicht abbrechen, und Loyalität gegenüber seinen Mitstreitern und Schülern sind hochbewertet von einem ehrenhaften Kind des Lichts. Im Zögern eines einzigen Augenblickes, kann die Ehre verloren gehen und ist schwer zurückzuerlangen. Wenn ihr den Mut findet, die Wahrheit in eurem Leben stets zu verfolgen, gleich wie stark der Sturm der Verführung euch entgegenweht, werdet ihr die Ehre finden und halten.



Geistigkeit

Die spirituelle Seele hört niemals auf die Wahrheit zu suchen. Sie strebt immer danach mehr über ihre eigene Natur zu lernen,genauso wie über die wahre Natur ihrer Umgebung. Sie wird dieses Wissen suchen ,in dem sich umsieht und genauso in ihr eigenes inneres Selbst blickt. Geistigkeit ist der Nährboden, aus dem die Blume der Tugenden entsprungen ist. Die Geistigkeit ist der Wunsch der Seele, sich stetig zu verbessern. Die geistig Suchenden, sind in ihrem Hunger nach Wahrheit, Liebe und Mut nie gesättigt. Von welchem Prinzip man auch immer ausgehen mag, die geistige Energie schafft das nötige Gleichgewicht unter ihnen. In der Einheit von Wahrheit, Liebe und Mut wird das Gemüt mit friedvoller Geistigkeit erfüllt.



Demut

Die demütige Seele hat das wichtigste Verständnis erhalten das eine Seele bekommen kann: Das Verständnis seiner eigenen Grenzen , und das sie in keinem Fall besser ist als die anderen, die sie umgeben. Die demütige Seele ist sich immer bewusst, dass der Eindruck den sie von der Welt hat niemals vollständig ist. Sie wird sich diesem Verständnis entsprechend verhalten und wird vorsichtig sein bevor sie entscheidet irgendeine Verwendung ihres Wissens in Betracht zu ziehen, da sie weiss das dieses nicht korrekt sein könnte. Die demütige Seele hört immer auf ihren Verstand um ihre Eindrücke von der Welt zu komplettieren und sie sucht niemals Ruhm oder Reichtum , weil sie verstanden hat das diese Dinge nicht glücklich machen. Der Suchende, dem Liebe, Mut und Wahrheit fehlen, sät den Samen des Stolzes, der zur Pflanze des Hochmuts heranwächst. Die Demut ist die sanfte Brise, die den Samen von Anmassung und Unzufriedenheit hinfortweht. Willst du den Weg der Demut gehen, so erkenne dich selbst und finde den Stolz in dir. Halte diesen unter Kontrolle, so dass er niemals zu Hochmut heranwächst und deine Seele für die Demut verdirbt.

Verfasst: Donnerstag 22. März 2012, 11:04
von Alexander van Bernau
Der Kodex der Ritterlichkeit


In den Schriften der Kirche ist auch vom Kodex der Ritterlichkeit die Rede. Auch in ihm sind die Grundwerte inne und sollen somit in dieser Schrift genannt sein. Es sind 6 an der Zahl.

Hoher Mut

Das Selbstwertgefühl des ritterlichen Menschen, etwas Besonderes zu sein, auf dem der Blick der Gottheit besonders ruht und der deswegen tugendhafter leben muß als andere Menschen, sich aber auch nicht über die Maße hinaus beleidigen lassen darf.



Trockene Tränen

Der ritterliche Mensch nimmt auch schreckliches Schicksal an und verzagt nicht im Angesicht der Not. An ihm wollen sich die wirklich Schwachen anlehnen, er soll sie im Namen der Göttin aufrichten, nicht einer der ihren werden.



Starker Arm

Der ritterliche Mensch bildet seine körperlichen Kräfte aus, um der Welt ein rechter Behüter zu sein, der Aufgaben erledigen kann, die für andere zu schwer sind. Ebenfalls meint die Tugend des „starken Armes“, daß sich ein ritterlicher Mensch um einen gewissen weltlichen Einfluß und Vermögen bemüht, um beides zum Wohle der Welt einzusetzen.



Wacher Sinn

Der ritterliche Mensch ergibt sich nicht dauerhaft tumben Vergnügungen oder allein der Gewalt seines starken Armes, sondern er bildet auch seine Verstandes- und Seelenkräfte durch das Anhören von klugen Balladen, durch Lektüre und Gebet aus. Unter der Priesterschaft wird der „Wache Sinn“ besonders gelebt, während die Paladine und Tempelritter naturgemäß den „Starken Arm“ betonen.



Gebeugtes Knie

Der ritterliche Mensch beugt sein Knie vor der Gottheit, ihren Priestern, seinem Lehnsherrn und dessen Stellvertretern und letztlich noch vor dem Geliebten, nicht aber vor dem Feind oder vor dem Gemeinen. Das ist sowohl als weltliches Gebot zu betrachten, aber auch geistig gemeint: der ritterliche Mensch folgt in geistlichen Dingen der Priesterschaft, in weltlichen Dingen seinem König.



Gute Sitte

Der ritterliche Mensch bemüht sich um höfliches Betragen in allen Lebenslagen. Doch muß er sich nicht von wilden Menschen und dem Feinde verspotten lassen und darf sich der Beleidigungen erwehren.

Verfasst: Donnerstag 22. März 2012, 11:06
von Alexander van Bernau
Die Minne


Einer Dame den Hof zu machen, um ihre Gnade zu werben, sie selbstlos zu lieben und ihr stets Treue zu schwören, gilt als ritterliche Tugend. Die Minne ist somit seit jeher ein wichtiger Teil der Ritterlichkeit. Sie bezeichnet die positive mentale und emotionale Zuwendung, ist aber auch eng verbunden mit der Zucht, da die Minne das Ideal der keuschen Liebe verkörpert.
Dabei gilt für den Minnediener nicht die Eroberung, sondern allein der Dienst an der Verehrung und die Hingabe an die reine, adlige Frau. Die Gunst der höher gestellten Frau muss sich der Werber durch Leistungen wie Preislieder oder Waffentaten verdienen. An ihr war es auch, den Verehrer zurückzuweisen. Durch die Zurückweisung konnte er seine Kunst stets weiter vervollkommnen und immer reiner und besser in seinem Streben werden. Auch im Werben zählen Tugenden wie Ehrbarkeit und Treue.

"Wer die hohe Minne wünscht, muss vorher, nachher um sie dienen", findet es sich in einer der vielen Schriften die ich bereit las.

Von der Minne rührt auch der Minnesang, wird die Bewunderung oder Zuneigung doch oft durch Lieder oder gesungene Gedichte zum Ausdruck gebracht. Der Vortrag des Minnesangs stellte eine feste, zentrale Größe im höfischen Festtagsablauf dar und wird oft in Form eines Wettstreits dargeboten. Es mutet zuweilen wie eine sublime Art des ritterlichen Turniers an. Dabei wird die unerreichbare edle Frau wurde kunstvoll besungen und überhöht, transzendentiert und nahezu göttlich verehrt. Aus allen Ständen kommen dabei die Minnesänger, sogar Könige sollen schon darunter gewesen sein. Denn im Gegensatz zum starken Gefälle innerhalb des Ritterstandes stehen die Ritter als Minnesänger gleichrangig nebeneinander.

Verfasst: Donnerstag 22. März 2012, 11:10
von Alexander van Bernau
Adel verpflichtet

Für den Adel gelten seit jeher bestimmte Rechte, Privilegien, Pflichten und Verhaltenskodizes, immerhin stammt das Wort Adel von edel ab. Nicht nur dem Ritter, sondern jedem Adligen sind die Tugenden ein wichtiger Grundstock seines alltäglichen Lebens.
Den Hohen und den Frohen Mut leben:
Der Adlige sollte nett und freundlich zu jedermann sein, auf keinen Fall herablassend oder gar arrogant! Er ist das Vorbild an dem sich der einfache Mensch orientieren und von dem er lernen soll.

Milde und Reichtum:

Bettlern Almosen zu geben und Spielleute zu entlohnen, die für Unterhaltung in einer Taverne sorgen, dies sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Ein jeder Adlige sollte sich stets um das Wohl seiner Untergebenen sorgen. Aber auch sein Ansehen steigt durch solcherlei Taten beträchtlich.



Demut und Treue:

Dem Herrn, dem man sich verpflichtet hat, treu dienen und gehorchen, das steht für jeden Adligen außer Frage. Aber auch die Demut sollte ihm nicht fremd sein, findet er doch nur auf diese Weise seinen rechten Platz.



Höfisches Benehmen:

Das gepflogene Auftreten ist es, was den Adel nach außen hin auszeichnet. Aber um das höfische Benehmen zu komplettieren bedarf es noch etwas mehr. Sich um gelangweilte Damen kümmern und ihnen Kurzweil verschaffen oder auch Karten oder Brettspiele mit andere Adligen sind fast schon Pflicht bei Hofe.
Aber auch Adlige, die zu Besuch ins eigene Anwesen kommen, sollten immer zuvorkommend behandelt werden. Grundsätzlich sind auch feindliche Gesandte immer zuvorkommend behandeln und Sorge tragen, dass diesen nichts geschieht. Und man hörte sogar Berichte, dass feindliche Adlige, die gefangen wurden, gegen einen Schwur frei mit Schwert im Lager herumlaufen gelassen wurden oder gegen ein symbolisches Pfand und den Schwur, bis zur Zahlung des vereinbarten Lösegeldes die Waffen nicht zu erheben, frei gelassen wurden. Sich als Gefangener daran zu halten ist wiederum ehrenhaft!



Tapferkeit und Dienstbereitschaft:

Bedrängte mit Zunge oder Schwert schützen, auch wenn es das eigene Leben kosten kann, gehört zu den Pflichten des Adels. Man sollte auch immer und überall bereit sein, seine eigene Ehre und die seines Herrn und seiner Dame, notfalls mit dem Schwert, zu verteidigen



Ehre:
Sie ist wieder die Verbindung aus allem oben genannten. Man sieht auch hier wieder, dass alle Tugenden eng miteinander verwoben sind.
  • - Freigiebig und freundlich zu jedermann
    - Minnedienst verrichten
    - Stärke und Geschick im Kampf beweisen
    - keine Listen und Finten verwenden
    - höfisch sein und dem "gemeinen Volk" als Beispiel voran gehen

Verfasst: Donnerstag 22. März 2012, 11:10
von Alexander van Bernau
Finitum


Es tut mir leid den Leser nun mit diesen Worten enttäuschen zu müssen, aber ich werde bei weitem nicht der tugendhafteste Mann der Welt sein, auch wenn ich nun dieses Buch verfasst habe! Ich werde aber mein Leben lang danach streben und die Tugenden werden mich stets auf meinem Weg begleiten. Es liegt mir daher auch fern jemanden mit diesem Werk zu belehren oder zu kritisieren, sondern jedem Menschen zu helfen, wo immer ich kann! Was hier als kurze Zusammenfassung meines bescheidenen Wissens dient, wird vielleicht auch den einen oder anderen erreichen, der diese Zeilen eines Tages liest.

Jeder Mensch sollte dem Anderen helfen, nur so verbessern wir das Reich! Tugendhaft sollten wir sein! Wir sollten am Glück des Anderen teilhaben und nicht einander verabscheuen! Hass und Verachtung bringen uns niemals näher! Das Leben kann ja so erfreulich und wunderbar sein, wir müssen es nur wieder zu leben lernen. Die Habgier hat schon oft das Gute im Menschen verschüttet und Missgunst hat die Seelen vergiftet und uns im Paradeschritt zu Verderb und Blutschuld geführt. Die Zeiten haben sich geändert und fordern uns mehr denn je, aber innerlich sind wir manchmal stehen geblieben. Die Klugheit hat uns ab und an hochmütig werden lassen und unser Wissen kalt und hart, wir sprechen zu viel und fühlen zu wenig. Aber zuerst kommt die Menschlichkeit! Vor Klugheit und Wissen kommt Güte! Ohne Menschlichkeit und Nächstenliebe ist unser Dasein nicht lebenswert!
Temora wohnt in allen von uns. Also nicht nur in Einem oder einer Gruppe von Menschen! Der Glaube an sie leitet uns unser Leben lang, aber den Moment bestimmten wir selbst! Die Tugendhaftigkeit die wir durch sie erfahren haben sollte uns immer ein Vorbild sein. Die Tugenden verleihen uns Stärke, denn unter Tugend im Allgemeinen versteht man doch die Fähigkeit und innere Haltung, das Gute mit innerer Neigung zu tun.
Ihr dürft niemals verzagen! Auch das bittere Leid, das durch den Krieg über uns gekommen ist, ist vergänglich! Die Feinde, die heute die Menschlichkeit mit Füßen treten werden nicht immer da sein, ihre Grausamkeit stirbt mit ihnen und auch ihr Hass! Auch wenn es Blut und Tränen kostet, für den Frieden ist kein Opfer zu groß!

Durch die Tugenden werden wir zusammen stehen! Lasst und kämpfen für den Frieden und die Tugendhaftigkeit im Reich! Das ist ein Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt! Dafür lasst uns streiten!