Seite 1 von 1
[Q] Von Lakritz und rosigen Farben
Verfasst: Freitag 16. März 2012, 14:54
von Der Erzähler
Wer die Wälder kennt, der kennt ihren Geruch – moosig klamm und dennoch sehr reichhaltig an würzigen, wärmenden Aromen. Jene wiederum sind so mannigfaltig, wie die verschiedenen Formen aller möglichen Blätter und Gewächse im Herzen des Waldes. Mal bedeckt von der metallen-eisigen Schneekälte und dann wieder kräftig im dunstigen, süßen Geschmack des fruchtigen Sommers.
Doch besonders zart und liebreizend weich entfalten sich die Duftnoten der Wildnis, wenn der Frühling an die grünen Pforten pocht. Die ersten Krokusse schieben sich durch den noch fast gefrorenen Boden und ihr feines, sanftes Bouquet mischt sich mit der keimenden Frische der jungen Blattknospen oder den Blüten der Haselbüsche zu einem berauschenden und belebenden Parfüm...
… doch weder der kupferartige Hauch von frischem Blut, noch dieser seltsame, zuckrige Lakritzduft gehörten je dazu. Lakritz? Im Walde? Blödsinn!
Und doch ließen gerade die fernen Wälder in der Nähe des Tales jener, die man Waldläufer nennt, wenig Zweifel daran, dass eben genau dieses Aroma sich an vielen verschiedenen Orten nach und nach in den Lenzengeruch mischte – Lakritz!
Verfasst: Freitag 16. März 2012, 19:54
von Andrew Oriley
Der Tag war gut und er hatte angenehm angefangen. Einige Wildhühner hatten ihm Eier hinterlassen und so war sein Frühstück recht üppig gewesen. Komisch war allein dieser seltsame Geruch der in der Luft hing. Nach und nach von Neugierde Getrieben machte er sich daran der Ursache auf den Grund zu gehen. So wird man wohl die Komische mit Fell und Leder gekleidete Gestallt umherwandern sehen. Immer die Nase im Wind und dem Geruch nach Lakritze hinterher.
Verfasst: Samstag 17. März 2012, 00:25
von Yeto Falkenauge
Von alten und neuen Freunden,hübschen Frauen und einem kleinen Abenteuer
Yetos Tag hatte schon wenig beschaulich angefangen. Er hatte sich tatsächlich überreden lassen mit Wolf einige Kampfübungen zu absolvieren. Was anfänglich nach einer guten Idee klang um wieder zur alten Form zurück zu finden, stellte sich schnell als körperliche Prügelstunde heraus bei dem keine Stelle an seinem ohnehin geschundenen Körper ohne blaue Flecke bleiben sollte.Dann war er auch noch aufgrund der vollkommen Erschöpfung im Bajarder Bankhaus die Treppe runter gesegelt, was ihm einiges an Spott und eine weitere Beule eingebracht hatte.
Ja Yeto hatte es heute nicht leicht.
Nachdem er sich wieder etwas erholt hatte suchte er die Abgeschiedenheit des Waldes um seine Wunden zu lecken und natürlich wollte er über eine geeignete Massnahme nachdenken wie er Wolf diese gut gemeinte Tracht Prügel heimzahlen konnte. Jedoch blieb sein Nachsinnen ergebnislos.Wirklich übel nehmen konnte er es ihm sowieso nicht wie er feststellte. Wolf hatte eben Recht....er war eingerostet. Den Bogen zu halten fiel ihm seit seiner damaligen Verwundung schwer, er kriegte schlecht Luft und den Schwertarm war lahm geworden. Es würde noch viele solcher Prügelstunden brauchen bis er wieder bei Kräften seie.
Als Wolf dann bei einer geselligen Runde vorschlug ihm und einigen anderen zu zeigen wie man einen gescheiten Bogen baue war der Ärger über sich selbst schon wieder verflogen.
Die kleine Gruppe suchte ihren Weg in ein abgeschiedenes Tal von dem Wolf voller Stolz verkündete das es sein Zuhause seie.
Doch irgendetwas stimmte nicht. Nachdem Wolf seine Bogenbaulehrstunde vollendet hatte, zog vom Wind heran getragen, ein übler Gestank über das Tal herrein. Modrig...süsslich...Yeto und die anderen konnten es nicht ganz einordnen.
Schnell beschlossen sie der Sache lieber einmal auf den Grund zu gehen, denn wie man einhellig feststellte lag es nicht daran das Wolf oder Yeto ihren Badetag vergessen hatten und der Geruch von irgendwo anders herkommen müsse.
Immer der Nase nach suchten sie sich ihren Weg durch den dichten Wald und fanden schon bald einige tote Tiere, die aussahen als wäre etwas grosses einfach über sie drüber gestampft. Yeto war entsetzt und hatte Mühe seine Wut und Traurigkeit über das Gesehene nicht laut heraus zu schreien.Yeto hatte gelernt in so einer Situation in sich herein zu horchen um seine gewohnt ruhige Haltung zu allen Dingen die da passieren mochten beizubehalten.
Der Spur der Verwüstung und des Todes folgend, erreichte die Gruppe schon bald eine Lagerstatt. Überall lag Unrat herum und über dem Feuer brodelte ein übel riechender Eintopf. Yeto hatte nur mit Mühe einen Brechreiz unterdrücken können als er die Nase zu dircht drüber streckte. Es war nicht auszumachen was dort vor sich hin köchelte und wenn Yeto ehrlich war, wollte er es auch garnicht so genau wissen.
Zuerst wirkte das Lager verlassen doch bald wurden sie auf ein seltsam anmutendes ,kleines Wesen aufmerksam das scheinbar inmitten dieser Müllberge zu leben schien.
Anfangs versuchte es zu flüchten doch nachem Yeto seinen Umhang drüber geworfen hatte um es einzufangen, wurde schnell klar das es sich bei diesem kleinen Wicht unmöglich um den Übeltäter handeln konnte. Das Wesen gab zwar an die Tiere mit seinem kleinen Messerchen getötet haben zu wollen aber nach einigen kernigen Drohungen, dem guten Zureden der anwesenden Damen und Yetos Versicherung er kriege Hunger und würde ihn in den Suppentopf werfen wenn es nicht ehrlich Auskunft gäbe, lenkte das Wesen schliesslich ein.
Was Yeto nun zu Ohren kam gefiel ihm garnicht. Der kleine Wicht berichtet von einem Ungeheuer oder einer Wesenheit mit Namen "Brocken" und einigen Orks. Und es willigte schlussendlich sogar ein die Gruppe hinzuführen, wenn man sich bereit erkläre ihm einige dieser schmackhaften ,süsslich duftenden Wurzeln zu beschaffen die überall wuchsen.
Man liess den kleinen Kerl ziehen und beschloss sich von ihm am nächsten Tag zum Versteck von Brocken führen zu lassen.
Wenn Yeto das Erlebte wieder in Gedanken zurückrief musste er seufzen. Er hätte den kleinen Knilch natürlich niemals in den Kochtopf gesteckt und irgendwie hatte ihm der Kleine sogar etwas leid getan wie er da so um sein Leben bettelte. er konnte ja nicht wissen das es alles nur Bluff war um ihn aus der Reserve zu locken.
Unruhe machte sich in Yeto breit. Auf der einen Seite konnte er es kaum erwarten was der morgige Tag bringen würde. Auf der anderen Seite hatte er ein Gefühl im Bauch,wie als hätte er einen Stein verschluckt. Die bevorstehende Suche nach "Brocken" beunruhigte ihn. Er hatte Angst um das was schon mit dem Wald und seinen Tieren geschehen war und um das was passieren würde was geschehe wenn sie Brocken finden würden, um ihn damit zu konfrontieren und ihn oder es dafür zu Rechenschaft zu ziehen.
Hin und her überlegte Yeto ,vertrieb aber schliesslich all diese Gedanken. Er könne egal was passiert sowieso nichts ändern. Das war der Lauf der Dinge.
Langsam stahl sich nun sogar ein Lächeln auf seine vom Wetter gegerbten Züge.
Die Sache hatte auch etwas Gutes!Nach langer Reise mit seinem Freund Gavriel und einer sehr anstrengenden Schiffsreise nach Gerimor schien es fast so als habe er endlich ein Plätzchen für sich gefunden. Eine kleine Nische in einer neuen Heimat. Ein Abenteuer, neue Freunde und eine hübsche Maid hatte er auch getroffen am heutigen Tage. Was wollte er mehr?
Es ärgerte ihn nur das er es versäumt hatte sich vorzustellen. Aber das würde er sobald es Gelegenheit gäbe nachholen.
Mit den Gedanken an ein kleines Abenteuer, eine hübsche Frau und seine neu gewonnenen Freunde ,rollte er sich dicht am Feuer in seine Decke ein.
Es dauerte nicht lang und ein lautes gleichsames Schnarchen würde den im Schnee liegenden,dunklen Forst durchlauten
Verfasst: Samstag 17. März 2012, 12:24
von Der Erzähler
Ein kleiner, recht streng riechender Späher mit Fledermausohren, Zinkennase und einem durchweg lindgrünen Teint huschte flink und beachtlich lautlos durch das Walddickicht. Sicherlich hätten ihnen geübte Ohren, geschulte Augen und feine Nasen dennoch entdeckt doch zu seinem Glück zählten jene, die er suchte, sicherlich nicht zu solch feinfühligen Beobachtern – ganz im Gegenteil! Jene konnte er überhaupt nur deshalb irgendwann finden, weil sie selber nicht immer darauf achteten, ihre Spuren zu vertuschen... ganz besonders nicht, seit der „Brocken“ in die Wälder gekommen war. Diesen wiederum zu finden würde sich zu einer Herausforderung mausern, sofern er nicht gerade marodierend durch das Unterholz wankte und Tiermatsch erzeugte.
Gut, bisher hatte er dies auch nur ein einziges Mal gewagt, doch schien es ihm Freude bereitet zu haben – dies Sorte „Freude“, welche vom Spaß an Gewalt und Blutgier angetrieben wurde.
Der wuselige Späher kam daher immer mehr mit sich selbst überein, dass es sinnvoll war den Rosenknollenohren, diesen Menschdingern, zu helfen... sofern sich diese (und bestimmt nicht er!) dem Brocken stellen würden. Sollten sie ihn besiegen, so bedeutete das wieder Ruhe, man war sich des eigenen, erbärmlichen Lebens sicher und im Idealfall würden sie ihn für seine Dienste entlohnen. Es winkten Süßholzknabberstücke, Fleischreste und vielleicht, bei all dem „Reichtum“ doch die Möglichkeit zurück zum Stamm zu gehen, um sich mit vollen Händen ein Weiblein zu erwählen. Von solchen Träumen und Hoffnungen angespornt, trugen ihn die Steckenbeinchen ein wenig schnell voran...
… derweil blieb es jedoch auch andernorts in den Wäldern hier im Osten Gerimors nicht still. Neugierige Ohren hatten von der Kraft des Brocken gehört und dort, wo Dummheit wie Aggressivität um die Wette brodelten, begann ein kleiner Strom zu entspringen, der tröpfelnd in die Wälder sickerte und Ungeziefer der besonderen Art mit sich führte.
Verfasst: Samstag 17. März 2012, 17:27
von Yeto Falkenauge
Und wieder so ein Tag den Yeto am liebsten nicht erlebt hätte. Dabei fing alles so gut an!
Er hatte mit seinen Freunden den Plan gefasst einen Orken zu fangen um den Aufenthaltsort von Brocken aus ihm heraus zu kitzeln. Nur leider war dieser feiste Kerl aus der Grube geklettert die sie für ihn gebuddelt hatten und hatte sich schnurstraks ein neues Opfer gesucht das er angriff. Der arme Mann konnte nun wirklich nichts dafür das sie den Orken so wütend gemacht hatten.
Yeto machte sich Vorwürfe deswegen, das hätte so einfach nicht passieren dürfen. Beinahe wäre ein Unschuldiger wegen ihrer Jagd nach Brocken zu Schaden gekommen.
Zumal das Orkenverhör nicht wirklich Früchte getragen hatte. Sie wussten zwar nun das sich etwas um Brocken zusammenrotten würde. Und auch die gleichen Orken die ihr Gefangener nur als Zweiorks bezeichnet hatte und die tatsächlich aussahen als wären sie aus dem selbe Ei geschlüpft, wurden von ihnen gefunden und sogar getötet. Aber von Brocken fehlte weiterhin jede Spur.
Ausser eine seltsame rosa angemalte Ogerstatue und einen haufen Ogerdung hatten sie im Lager von Zweiorks nichts gefunden.
Yeto hatte sich mal wieder selbst mit sinnlosen Gedankengängen übertroffen und dieses Götzenbild mit einem Eimer der farbigen Suppe die sie im Lager fanden angemalt und schlussendlich sogar dafür gesorgt das die Statue zerbrach.
Yeto war sich sicher. Jetzt würde wer oder was Brocken seie sicher fürchterlich sauer auf ihn. Er tat sich bisweilen immer noch schwer Überlegungen klar zu äussern wenn ihm wieder mehrere Geistesblitze gleichzeitig durch den Kopf gingen. Für ihn selbst erschienen die Überlegungen stets klar aber sie anderen zu vermitteln? Das war schwer für ihn.
Er hatte eben doch zu lange auf sich allein gestellt agiert um sich nun darin hervor zu tun anderen seine Gedankengänge zu erläutern. Das musste er auch bisher nie.
Auch wenn Wolf der Meinung war , das Yeto einen Vogel hätte und ihm zur Krönung des ganzen einen Holzvogel geschenkt hatte.
Ärgerlich! Denn hätte Yeto sich und seine Gedanken mitteilen können, wäre die Statue noch ganz und Yeto wäre nicht zum Lockvogel ernannt worden um Brocken aus dem Wald zu locken.
Er sah düstere Zeiten auf sich zukommen. Und eine Zukunft als Vorspeise für Brocken schien ihm nicht sehr verlockend.
Verfasst: Montag 19. März 2012, 12:18
von Yeto Falkenauge
Der Lockvogel
Jetzt hatte Wolf im wahrsten Sinne des Wortes den "Vogel" abgeschossen.
Nachdem man eine Weile hin und her überlegt hatte wie man Brocken aus dem Wald locken könne, einigte man sich darauf das Yeto,den Lockvogel spielen sollte.
Yeto war anfangs wenig begeistert von diesem Plan, hatte er doch weder von einem Tier gehört das auf den Namen "Lockvogel" hörte, noch hatte er eine Ahnung was jener wohl für einen Ruf von sich gab.Aber da er neu auf Gerimor war und nicht wusste was es hier für Tiere gibt,vertraute er Wolf wohl oder übel.
Jeh mehr die beiden sich jedoch mit dieser Thematik beschäftigten und da Wolf ja sowieso der Meinung war das Yeto einen Vogel hat, machte man sich des Abends auf in die kleine Siedlung am großen Wasser.
Hier wollte man für Yeto ein Vogelgewand schneidern lassen, das möglichst auffälig von Farbe und über und über mit Federn bedeckt sein sollte.
Nach kurzer Zeit wurden Wolf und Yeto sogar fündig. In einem Haus am Siedlungsrand konnte Yeto einer Schneiderin seine Aufwartung machen die ohne Weiteres sofort bereit war den beiden zu helfen.
Wie Yeto da so in der Schneiderei stand und das fertige Federkleid anprobierte kam er sich erst ein wenig lächerlich vor,ging aber davon aus das Wolf genau wusste was er tat und so fügte er sich rasch in sein Schicksal.Die Anwesenden Herrschaften duften sich anschliessend selbst davon überzeugen ob das Federkleid gelungen war als Yeto mit flatternden Armen und mit staksendem, gebückten Gang einige Runden um den Tisch "flog".
Ein anwesender Herr äusserte zwar seine Bedenken bezüglich ihres Planes aber was wusste so ein Städter schon von einem gescheiten Lockvogel?
Als die beiden an diesem Abend die Schneiderei verliessen hatte Yeto sein fertiges Vogelgewand im Gepäck und nun musste er nur noch lernen was für Geräusche so ein waschechter Lockvogel wohl so machen würde, wenn er vor hätte eine Wesenheit mit Namen "Brocken" aus dem Wald zu locken.
Yeto war ziemlich aufgeregt er hatte ja keine Ahnung ob "Brocken" ihm überhaupt auf den Leim gehen würde. Auch machte er sich redlich Sorgen ob "Brocken" ihn wohl gleich verspeisen würde.
Yeto wischte diese Gedanken schnell bei Seite und hoffte einfach mal das "Brocken" so verwirrt sein mochte von diesem Plan oder sich totlachen würde. Sterben würde Yeto jedenfalls nicht...jedenfalls hatte er sich das fest vorgenommen.
Die ganze Nacht hatte Yeto dann in sein Vogelgewand gekleitet auf einer kleinen Lichtung am Lagerfeuer verbracht und Vogellaute immitiert. Immer wieder hatte er sich auch seine kleine hölzerne Vogelstatue angeschaut die Wolf ihm geschenkt hatte um die Körperhaltung eines Vogels möglichst gut zu verinnerlichen.
Es würde schon klappen! Eins war jedoch gewiss...nach dieser Aktion würde Wolf es sich vermutlich nicht nehmen lassen ihm einen albernen Spitznamen dafür zu verpassen.
Das würde dem kauzigen Kerl mal wieder ähnlich sehen!