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Tagebücher aus der Asche - Auf dem Weg ans Licht

Verfasst: Montag 12. März 2012, 21:29
von Tidus Lucius Alarian
Vorgeschichte:
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Gestrandet...
Wenn er die Augen schloss, dort oben auf der Palisade, wenn er seine Nase in den kalten, vom Meer salzig duftenden Wind reckte und tief einatmete, sah er noch immer das
Ordenshaus in Norhaven, hörte den großen Wolfshund bellen und wartete nur darauf, dass irgendein Luciat ihn ansprach.
„Heda Hochmeister, was treibst Du da oben?“
Tatsächlich, ein Luciat sprach ihn an, doch als er aus den Gedanken gerissen seine Augen aufschlug blickte er über das Hinterland Bajards.

Sein Blick fiel auf die Frau die ihn ansprach.
Jascha - Sie hatte sich gut eingefunden und er musste sich insgeheim eingestehen nun mehr als froh zu sein sie an seiner Seite zu wissen. Es war noch nicht lange her da hatte er sie zum Glauben geführt und in den Dienst des Ordens gestellt. Dennoch verband ihn mit ihr bereits mehr als es unter einem einstigem Lehrmeister und seiner Schülerin üblich war. Sie war ihm mittlerweile eine geschätzte Freundin und Waffenschwester geworden. Lediglich ein stummes, sachtes Nicken schenkte er der vorbeigehenden Gefährtin, ehe er seinen Blick wieder weiter die Küste entlang zu dem Ort schweifen ließ, an dem sie nach der Havarie ihres Schiffes, der Cadabrans Licht angespült wurden.

Die Gedanken daran in dieser eisigen Kälte angespült zu werden mit ledigich jenem was sie am Leib trugen erfüllte ihn einerseits mit einem schmerzlichem andererseits mit einem freudigem Gefühl. Wer wäre er auch Temoras Wege in Frage zu stellen? So oft hatte er für seinen Glauben Staub gefressen, fühlte sich unter Feinden allein im Ascheregen und hatte das Gefühl an der auferlegten Last zu zerbrechen. Doch niemals zweifelte er an dem Weg der zu gehen war und noch weniger würde er sich darüber beschweren.

In dem Moment als sie an Land krochen musste sein Grinsen beinah irr gewirkt haben. Doch die Eherne hatte ihnen das Leben geschenkt und es galt ihr dieses Geschenk mit einem freudigem Lächeln und einem Gebet auf den Lippen zu vergelten.
Selbst wenn sie in diesem Moment zitternd und frierend, voller Dreck, in zerfetzten, triefend nassen Kleidern da standen, waren die Worte des Gebets, des Dankes ehrlich gewählt.

Sie hatten sich in den letzten Tagen mit Hilfsarbeiten wie Fischen, Pilze sammeln, Ratten erschlagen oder auch einfaches Holz schlagen ein wenig Gold verdient mit dem sich die kleine Gruppe mit dem Nötigsten versorgte. Sie hatten Gläubige des alatarischen Reiches wie auch Letharen getroffen, mit Letzteren auch gefochten und erneut Staub gefressen um wieder aufzustehen.
Sie hatten Gläubige der Streitbaren getroffen, welche ihnen bestmöglich unter die Arme griffen und langsam taten sich neue Wege auf und auch das Umland wurde ihnen vertrauter.
Sie waren vom Festland gekommen, einer Provinz des alumenischen Reiches um in dem steigenden Konflikt auf Gerimor ihre Schwertarme für die Eherne in Dienste zu stellen und sie würden sich nicht von den Unwegsamkeiten abhalten lassen.

Sein verträumter Blick wanderte wieder zurück auf die Kutsche vor Bajard und eine falsche Bewegung ließ ihn schmerzlich aus den Gedanken erwachen. Wieder einmal wurde ihm gewahr welch üble Wunde ihm die dämonische Klinge geschlagen hatte. Es war schon einige Monde her und noch immer konnte er keine schwere Wehr tragen, geschweige denn seine Waffen wie einstmals führen.
Er musste sich eingestehen, dass er sich nutzlos fühlte, gehemmt wie damals den Dienst an der Schwertmaid im Felde auszuführen. Aus diesem Grund hatte er sich auch an das Kloster gewendet.
Vielleicht würde ein Geweihter der Herrin ihm einige Sorgen von der Seele nehmen können.
Morgen würde er mehr wissen wenn er zu Gast im Kloster sein würde.

Ungewissheit

Verfasst: Dienstag 13. März 2012, 13:44
von Tidus Lucius Alarian
Das Gespräch mit seiner Gnaden Ardan gestaltete sich mehr als angenehm. Der Diakon hörte sich geduldig die Sorge von Tidus an. Es war ein unheimlich befreiendes Gefühl. Er musste sich eingestehen, dass ihn die Gedanken ob er noch jemals wieder ein brauchbarer Diener der Ehernen zu Felde sein würde wohl doch mehr plagten als er zunächst wahr haben wollte. Zumindest fühlte er sich für den Moment erstmals deutlich befreiter, dank der herzlichen Worte des Diakons.
Zudem hatte seine Gnaden ihm gewährt am Glaubensbaum innerhalb des Klosters zu beten und meditieren, sodass die Herrin dem einstigem Krieger neue Wege aufzeigen möge.

Gern nahm Tidus dieses Angebot an und so verbrachte er jegliche freie Minute an diesem Ort.
Die Tage im Kloster hatten bestätigt was Gnaden Ardan ihm mit auf den Weg gab. Es gäbe viele Wege der Streitbaren dienlich zu sein und auch wenn die Dienste eher klein waren, so hatte er doch bereits etwas helfen können.

Dennoch ward der Kampf mit das Wenige was Tidus kannte und zumindest einstmals beherrschte.
Das Kloster sagte ihm sehr zu und so verbrachte er auch einige Zeit damit, mit den Bewohnern zu sprechen. Die Tage brachten ihm die Erkenntnis, dass so er jemals erneut seinen Dienst sinnvoll zu Felde verrichten möchte er dies auf andere Weise tun müsste.

Er hatte sich einige Tage nachdem ihm der Gedanke kam Zeit genommen zu überlegen. Letztlich hatte er sich dazu entschieden es zu versuchen.

Was hatte er auch zu verlieren – Nichts! Es gab nur eine neue Perspektive zu gewinnen oder der Status Quo würde beibehalten werden.

In den kommenden Tagen so es die Zeit ihrer Eminenz erlauben würde, würde er sie darum bitten ihn zu prüfen.

Auf dem Prüfstand

Verfasst: Donnerstag 12. April 2012, 21:22
von Tidus Lucius Alarian
Der Abend der Prüfung war gekommen. So saß er nun in der Schreibstube ihrer Eminenz vom Greifenhain zusammen mit Gnaden Prochska und zeitweise auch Akoluth Lavern.
Er erzählte der Hohepriesterin von sich, seinem Weg, der Verletzung und seiner Hoffnung und jene nahm sich die Zeit ihm Gehör zu schenken.
Das Gespräch war angenehm, ihre Eminenz stellte sich als eine sehr menschennahe Herrin des Klosters heraus.
Doch was für den einstigen Paladin am wichtigsten war, sie gewährte ihm den Wunsch der Prüfung.
So versammelte sich die kleine Truppe der vier Temoradiener in der Kirche.
Eminenz stellte sich vor den Altar und bat Tidus sich niederzuknien. Er tat wie geheißen, das Haupt in Demut vor dem Altar senkend.
Gnaden Prochska und Bruder Lavern flankierten den knienden während Eminenz die Prüfung vornahm. Vor Temora und den Menschen sollte seine Tauglichkeit zur Weihe bewiesen werden. Er spürte etwas in sich als Eminenz ihre Worte sprach, etwas bekanntes doch in dieser Intensität völlig Neues. Die beiden Geweihten zu seiner Seite ergriffen seine Schulter, sollten ihm helfen zu vollbringen was von ihm erwartet wurde.
War die durchdringende Wärme bisweilen lediglich, so er einen Segen erhielt spürbar, fühlte sich jenes Licht und jene Wärme beinah greifbar an.

Ein Geschenk der Lichtbringerin gegeben durch die Hohepriesterin. Nun konnte er darüber verfügen. Eminenz wies ihn an die klerikale Energie in seinen Arm zu leiten. Es kostete unendlich viel Anstrengung. In seinem Kopf kreisten die Worte und Gebete der alten Schriften, während er versuchte die geschenkte Kraft in seinen rechten Arm zu leiten.
Auf Anweisung der Hohepriesterin gelang es ihm sodann die Energie in seiner Hand zu manifestieren. Feine leuchtende Fäden entschwanden seinen Fingerspitzen, verwoben sich zu einem länglichem Etwas welches langsam die Form eines Stabes erhielt. Langsam nur öffnete er die Augen und konnte es kaum fassen.
Nach all den Jahren in Diensten der Herrin in denen er nur der streitbare Arm war, der zerstörte, hatte sie ihm nun das Geschenk gemacht zu erschaffen.

Lächelnd blickte er zur Hohepriesterin auf, welche auch ihm ein Lächeln schenkte und ihn anwies die verblieben Kraft in den Stab zu lenken. Erneut kostete es ihn einige Anstrengung ehe der Stab sacht zu glimmen begann.

Vor Temora und den Menschen sollte seine Tauglichkeit bewiesen werden und doch lag diese Entscheidung einzigst bei der Schildmaid selbst.

Er war nun ein Akoluth der Streitbaren. Eine Hoffnung, ein neuer Weg und viel Arbeit lag vor ihm.

Zwischenspiel & Unterweisung: Völker Gerimors

Verfasst: Dienstag 17. April 2012, 17:18
von Tidus Lucius Alarian
Nach der Unterweisung der Aufgaben gestalteten sich die kommenden Tage recht anstrengend und deutlich anders als er es sich gedacht oder erhofft hatte.
Immer wieder kamen Verletzte und Kranke ins Kloster die wenig um den Glauben wissen wollten, sondern vielmehr Hilfe bei ihren Krankheiten und Verletzungen erhofften.

Erhofften… nun ja sie erwarteten es mehr und der frisch gebackene Akoluth fand dies mehr als dreist.
Er hatte wenig Ahnung um die Versorgung von Kranken und Verletzten, doch was sollte er machen. Er konnte sie ja nicht weg schicken so gerade sonst niemand zugegen war. Immerhin hatte er ein bisschen bereits beim Zusehen aufgeschnappt und so versorgte er die Hilfesuchend so gut es ging, wenn auch eher stümperhaft.

Er war schließlich kein Heiler und eigentlich auch nicht gewillt in seiner neuen Aufgabe, als billiger Abklatsch dieser Profession nur aus Ermangelung von geeigneteren Feldschern zu dienen.

Es blieb ihm jedoch wenig Wahl und so tat er was getan werden musste.
Immer wieder gab es kleinere Geplänkel die durchaus mehr seinen Talenten entsprachen, auch wenn die chaotische und planlose Formation in den Reihen ihm ein Dorn im Auge war.

Den Geplänkeln folgten allerdings nur immer wieder Verletzte die natürlich ins Kloster kamen und auch wenn es ihm nach wie vor nicht wirklich passte und er darin kein wirklich geschultes Talent bei sich sah, wurde getan was getan werden musste.

Es war ihm eine willkommene Abwechslung als ihre Eminenz vom Greifenhain schließlich ihren ersten Unterricht durchführte. Bruder Lavern und er selbst waren zugegen.
Die Thematik waren die Völker Gerimors, ihre Geschichte, Eigenheiten und die politische Stellung zu ihnen.

Sie hatten über die Khaz Aduir und die Eledhrim gesprochen an diesem Abend. Neben vielem was er bereits aus eigener Erfahrung wusste eröffneten sich interessante neue Perspektiven.
Eminenz gestaltete den Unterricht sehr interessant und gab auch eigene Erfahrungen zum Besten.
Der Grundstein und das theoretische Wissen um diese beiden Völker wurde an diesem Abend geschaffen und Eminenz gab den beiden Akoluthen die Aufgabe dieses theoretische Wissen mit praktischen Erfahrungen mit den Völker zu vertiefen.

Nach dem Unterricht sprach er noch eine Weile mit seinem Bruder, wie man diese Aufgabe am Besten erfüllen könnte.
Rasch kristallisierte sich hierbei wieder die Gegensätzlichkeit der beiden Akoluthen heraus.
Während Tidus mit den Elfen nicht sonderlich viel anfangen konnte, ging es Julian eher bei den Kaluren so.
So verabredeten die Beiden, dass sie sich ihren Neigungen entsprechend um ein Treffen mit den Völkern kümmern würden.

Treffen mit den Eledhrim I & Geplänkel am Kloster

Verfasst: Mittwoch 18. April 2012, 11:40
von Tidus Lucius Alarian
Zuerst stand nun also das Treffen mit den Elfen an. Bruder Lavern, eine Suchende und er warteten auf die Ankunft der Eledhrim im Kloster.

Sie machten mit einem recht großem Aufgebot ihre Aufwartung.
Man begrüßte sich recht unterkühlt und fand sich am Baum des Lichts ein um diesen zu besichtigen.
Mit der Zeit hatte Tidus das Gefühl, dass alles was er bisweilen an Erfahrungen mit diesem Volk gemacht hatte sich nur erneut bestätigte. Sie entgegneten ihnen mit offener Arroganz und Distanziertheit. Einer von ihnen befand es offenbar nichtmals für nötig sich vorzustellen.
Die einzige Ausnahme bot hierbei Shala eine Waldelfin, doch auch dies bestätigte seine bisherigen Erkenntnisse.
Während Mîr Merdui Ydron, eine Liedkundige Hochelfe aus Nivenor, seinen alten Orden damals lediglich benutzte und ihn bei erster Gelegenheit ans Messer lieferte, verband er mit den Waldelfen gesellige und angenehme Stunden im Nebeltal.

Keine Frage, diese Elfen die zu Gast im Kloster waren, hatte mit alledem nichts zu tun und boten einen wunderbaren beinah Ehrfurcht gebietenden Anblick, doch schon bald war Tidus ihrer Art einfach überdrüssig.
Distanzierte Freundlichkeit, gebot er sich stets selbst, die Worte immer wieder im Kopf wiederholend.
Immerhin waren sie Verbündete im Pakt des Lichts und Hüter der alten Weisheit.

Nach einer Weile, die Tidus unendlich vorkam und in der in seinen Augen lediglich Nichtigkeiten ausgetauscht wurden, fand man sich im Speisesaal ein um einigen Geschichten des Volkes zu lauschen.
Immer wieder unterbrachen die Elfen die Konversation um in ihrer eigenen Sprache miteinander zu sprechen. Auch wenn sich die Worte wunderschön anhörten, empfand der Akoluth dies höchst unhöflich und irgendwie hatte er das Gefühl es würde über die Menschen gelästert oder derartiges.

Plötzlich kehrte Aufregung ein und die Eledhrim erhoben sich. Wenigstens war Einer unter ihnen so gnädig die Bewohner des Klosters aufzuklären. Sie hatten die Präsenz von Letharen gespürt. Zuvor schon hatten die Torwachen die Sichtung dieser Kreaturen vermeldet.
So zog man gemeinsam aus. Allein schon bei dem Weg um die Mauer herum hatte Tidus ein ausgesprochen schlechtes Gefühl.
Formation war wohl in diesen Landen nicht nur unter Menschen sondern auch Elfen ein Fremdwort.

Schließlich wurden sie einer Delegation der schwarzen Armee und den Letharen gewahr. Allesamt beritten und in Überzahl.
Die Schlacht war hart und heftig und so völlig ohne Zusammenhalt unter Menschen und Eledhrim und ohne Formation agierend war es nicht verwunderlich, dass die Alatargläubigen sie rasch nieder ritten.
Als er die Augen wieder aufschlug dröhnte sein Kopf heftig und er wurde gerade einem Letharen gewahr der sich über ihn beugte und versuchte seine blutverschmierte Klinge an seiner Akoluthenrobe abzuwischen.
Sein Blick wurde grimmig und mühsam hob er seinen Oberkörper an um mit einem Wink der gerüsteten Hand seine Waffe bei Seite zu schlagen.
„Wag es nicht, Abschaum!“ knurrte er dem Letharen entgegen, der ihm unerwartet einen heftigen tritt ins Gesicht zur Antwort gab. Erneut stille und schwärze um ihn herum, als er diesmal die Augen aufschlug schleiften ihn gerade einige von den Letharen fort.

Niederlage – Verletzte versorgen…

Tidus tobte während eine Platzwunde an seiner Schläfe sein Gesicht langsam rot färbte. Seine Nase schmerzte wie verrückt, aber jetzt gerade tobte eine gerechte Wut in ihm, der er fluchend freien Lauf ließ.

Als er sich wieder gefangen hatte half er dabei die verletzten ins Kloster zu schleifen, sie zu versorgen, nach Heilern zu schicken und das Tor zu halten. Von den Eledhrim… keine Spur mehr. Lediglich die Waldelfin Shala half bei der Versorgung der Verletzten.
Wunderbare Bundsgefährten dachte sich Tidus nur als er gerade einen Barden abwimmelte der ernsthaft in dem sowieso brechend vollem Lazarett ein Liedchen anstimmen wollte.

Letztlich besah sich der Heiler aus Adoran dann auch Tidus selbst, eine Platzwunde die gereinigt wurde und eine gebrochene Nase von dem tritt des Letharen. Halb so wild habe schon schlimmeres erlebt, dachte er sich nun, auch wenn er nun dank der Verbände eher einer Mumie aus den Höhlen glich, denn einem Akoluthen.

Ihn betrübte lediglich die Niederlage, die Verletzten und nicht zuletzt, dass Alienor,welche im Kloster weilte ihn erneut verwundet sehen musste.
Als die Verletzten schließlich versorgt waren, quartierte er Alienor die im Kloster einige Kleidungsstücke schneidern sollte im Gästezimmer ein, wusch sich und fiel völlig erschöpft ins Bett.

Am nächsten Tag, eskortierte er Alienor schließlich wieder zurück nach Berchgard und wurde dort einiger Aushänge des rahalischen Reiches gewahr, welche dort, wie auch immer sie das immer schafften aufgehängt wurden. Ein bitteres, beinah wölfisches Grinsen zierte das mit Bandagen verdeckte Gesicht als er die Zeilen las und so riss er einen der Aushänge ab um ihn mitzunehmen.
Zurück im Kloster setzte er sich sodann an den Bericht für Eminenz vom Greifenhain, welche derzeit auf einer Reise weilte und hinterlegte ihn in der Schreibstube ihrer Eminenz.
Sodann machte er sich wieder daran sich um die Verletzten zu kümmern und seine Torwache anzutreten. Eminenz findet bei ihrer Rückkehr alsdann diesen Bericht:

Bericht über das Vorkommnis am Abend des 3. Wechselwindes im Jahre 255, verfasst durch Akoluth Tidus Lucius Alarian.

Unter dem Lichte unserer streitbaren Herrin entbiete ich meine ergebensten Grüße, Eminenz vom Greifenhain.

Wie Eminenz, Bruder Lavern und mir auftrugen bemühten wir uns um ein treffen mit dem edlem Volk der Eledhrim, welches zu oben gegebenem Tage auch statt fand. Nach einer Besichtigung des Baumes ließen wir uns im Speisesaal nieder. Nachdem bereits eine Torwache zuvor gemeldet hatte, dass Letharen gesichtet wurden, wir diesen jedoch nicht gewahr werden konnten, spürten unsere edlen Gäste erneut die Verzerrung des Liedes durch diese Untiere. Die Wachen bestätigten die erneute Sichtung und wir zogen geschlossen aus.

An der Ostmauer des Klosters stand unser Tross einer Abordnung der rahalischen Armee sowie Letharen gegenüber. Zwei des Volkes der Khaz Aduir gesellten sich hierbei unserer Schlachtordnung hinzu.
Die Diener des Brudermörders zerschlugen uns, beritten und besser vorbereitet, meines Erachtens entgegen dem beigefügten Aushang des rahalischen Reiches auch in Überzahl, in kürzester Zeit.

Zumindest gelang es uns die von den rahalischen Truppen traktierten Personen in die schützenden Mauern des Klosters zu schaffen. In diesem Zuge sei erwähnt, dass ein Rekrut der Allianz, namentlich Herr Beletrian, sowie ein mir nicht weiter bekannter Herr Aldro, zumindest derzeit im Lazarett weilen.
Durch die Hilfe der Waldelfin Shala wie sie sich mir vorstellte, Bruder Laverns, Fräulein Dathorians sowie eines beigerufenen Heilers konnten alle Verletzten versorgt werden.

Verluste sind nicht zu vermelden, höchstens in den Reihen der Eledhrim, welche abzogen nach der Schlacht.
Von den Angehörigen des Klosters waren Bruder Lavern, sowie meine Wenigkeit zugegen.
Bruder Lavern beklagt eine Platzwunde am Kopf, ich kuriere ebenso eine Platzwunde wie auch eine gebrochene Nase aus.

So ihr jene persönliche Anmerkung gestattet musste ich erschrocken und betrübt die gar chaotische und ungeordnete Schlachtordnung in unseren Reihen feststellen und schlage um diesen Missstand zu beheben bei Zeiten ein gemeinsames Feldlager vor um die Disziplin und die militärischen Grundlagen zu festigen.

Zudem erbitte ich Aufklärung in Bezug auf die Befehlskette innerhalb des Reiches, da sich manch ein Gast im Kloster doch sehr herrisch gibt.
Diesbezüglich muss ich eingestehen, dass ich mich vorrangig Temora und sodann der Klosterobrigkeit verpflichtet fühle und nicht dem Weltlichem.

Ich verbleibe in der Hoffnung Euch bei bester Gesundheit zu wissen und bete zur Streitbaren für Eure wohlbehaltene Rückkehr.


Akoluth Tidus Lucius Alarian

Post Scriptum: Beigefügt findet ihr einen Aushang des rahalischen Reiches welchem ich in Berchgard gewahr wurde.
http://forum.alathair.de/viewtopic.php?t=58969

Unterweisung: Kodex der reinen Seele - DEMUT

Verfasst: Donnerstag 19. April 2012, 15:09
von Tidus Lucius Alarian
Es war so weit, nachdem er den ersten Unterricht unter Eminenz erlebt hatte, nahm sich Gnaden Prochska, seinem Bruder Lavern und ihm nun in einer Unterweisung an. Bruder Lavern hatte bereits eine solche erhalten und befasste sich mittlerweile mit der Tugend der Demut über welche sie bei diesem Unterricht sprachen. Es war eine angenehme Unterweisung. Gnaden Prochska ließ viel Freiraum um selbst zu sprechen und eigene Gedanken über die Tugend der Demut kund zu tun. Sie erfuhren vieles was die Demut anging auch in Bezug auf den Adel und erneut bot diese Unterweisung einiges, über das sich Tidus noch nie Gedanken machte.
Hatte er zu Weilen, abgesehen von Hochgeboren von Weyhencron, wenig bis gar nichts vom Adel gehalten, fiel es ihm hier auf Gerimor nicht sonderlich schwer dem Adel Respekt und Demut entgegen zu bringen.
Während auf Nivenor oder in den alten Landen der Adel zwar stets im Namen der Streitbaren grüßte, ließen ihre Taten jedoch völlig anderes verlauten. Titel durch Temoras Gnaden schien dort eine Farce, während er hier auf Gerimor den Adel sehr götterfürchtig und volksnah empfand.
Diese Mischung ließ ihn nach und nach den Groll den er auf diese Kaste hegte vergessen und Vertrauen und Respekt entwickeln.

Immerhin hatte der Lehensherr der alten Lande Aidan Pryde den seinen Orden verraten und verkauft und nach Jahren des treuen Dienstes seine gesammelten Armeen gegen das Drachental ziehen lassen.
All dies nur wegen eines Ausspruchs den Kerum bei einer Audienz vorbrachte und den Tidus auch heute noch bekräftigen würde.

„Vor Euch, Hochgeboren senke ich respektvoll mein Haupt, knien werde ich jedoch nur vor Temora.“

Adel durch Temoras Gnaden… wäre dem so gewesen hätte Hochgeboren Pryde wohl kaum die Vogelfreiheit für den Orden erklärt und seine Armeen gegen einige Glaubensbrüder, eine Hand voll verbündeter Zwerge und eine Bauernmiliz ziehen lassen. Wie dem auch sei nicht zuletzt der Unterricht, denn viel mehr die Erfahrung mit dem gerimorischen Adel hatten ihn zum Umdenken bewegt.

Gegen Ende des Gesprächs wurde Tidus schließlich klar, wieso Julian sich mit dieser Tugend beschäftigte. Er erachtete sie selbst als jene Tugend der er am Wenigstens zugetan war.
Schließlich fragte Gnaden Prochska auch den einstigen Streiter welche beiden Tugenden ihm wohl am Entferntesten wären.
Nach kurzem überlegen antwortete der Akoluth ihm schließlich mit Mitgefühl und Geistigkeit.

Während Gnaden Prochska, Bruder Lavern noch die Tugend der Gerechtigkeit zur Aufgabe gab, endete diese Unterweisung. Es war bereits spät geworden und morgen würde sich Tidus dieser Aufgabe annehmen.

Vorbereitung Unterweisung - GEISTIGKEIT

Verfasst: Freitag 20. April 2012, 00:48
von Tidus Lucius Alarian
Der Morgen war noch recht jung als der einstige Krieger und Soldat im Namen der Ehernen entgegen seiner Gewohnheiten nicht den Weg auf die Wehrgänge oder zur Torwache antrat, sondern in die Bibliothek ging.

Die Schriften in der Bibliothek des Klosters waren zwar reichlich, doch es gab nur wenige Werke, welche ihm dienlich waren. Ein Buch bannte ihn besonders. Die Geschichte um die Entstehung des Priesterordens sowie die sieben Kinder der Temora.
Die Schriften sprachen jedem Kind eine Tugend zu und irgendwo auf Gerimor sollte sich auch entsprechend zu den sieben Tugenden ein Schrein finden lassen. Die Standorte einiger Schreine hatte er bereits eher zufällig auf seinen Ausritten entdeckt, auch wenn ihm Dank dieser Schrift die Bedeutung um diese Orte nun erst richtig gewahr wurde.

Leider war weder der Schrein der Geistigkeit noch jener des Mitgefühls unter jenen welche er bereits kannte. Es gestaltete sich etwas schwer, doch durch diverse Gespräche im Kloster wie auch unter Zuhilfenahme der Schriften der Bibliothek konnte er die beiden Schreine grob ausmachen. Seinen Nachforschungen nach waren beide nicht auf alumenischem Reichsgebiet. Er würde also Herrn Katuri um Geleitschutz bitten müssen. Es war ihm manchesmal doch recht peinlich und zuwider beschützt zu werden und sich nicht so frei bewegen zu können wie Andere, doch er akzeptierte die Weisung ihrer Eminenz, wenn auch widerwillig.

Als er sich weiter einigen Schriften widmete musste er feststellen, dass ihm die Suche nach dem Wissen, der Natur und dem Ursprung dieser beiden Tugenden gar nicht mehr so müßig vorkam. Gemessen an dem Widerwillen mit dem er sich an diese Aufgabe in der Bibliothek machte, war es nun doch ein zufriedenstellendes Gefühl. „Geistigkeit“ erklang die tiefe Stimme durch die Stille der Bibliothek und insgeheim dachte er daran sich das erste Mal damit beschäftigt zu haben.

Da Herr Katuri nicht da war und ansonsten im Kloster noch Ruhe herrschte, genehmigte er sich einen Ausritt nach Adoran. Einige bekannte Gesichter traf er dort und sprach sie darauf an was sie mit Geistigkeit und Mitgefühl verbanden.
Zumeist verbanden die Menschen doch eher etwas mit dem Mitgefühl und die Antworten die er bekam ließen ihn wenig über sein eigenes Bild dieser Tugend sinnieren.

Was war Mitgefühl zuweilen für ihn? – Dem Feind einen raschen und möglichst quallosen Tod zu gewähren. Das konnte wirklich nicht alles sein, gestand er sich selbst ein, als er gedankenversunken über den Markt schlenderte. Ein aufgeregtes Zwitschern ließ ihn aus den Gedanken erwachen und er blickte auf einen Marktstand voller kleiner, stimmkräftiger und teilweise bunter Vögelchen in engen Käfigen. Der Händler erklärte ihm, dass einige der Belustigung durch ihren Gesang dienen würden, andere mit den Bergarbeitern mit ihn die Grube genommen würden. Sie würden davor warnen wenn die Luft unerträglich wurde und dabei zumeist selbst zu Grunde gehen.
Von den vorherigen Worten der Bekannten und der Schriften beseelt regte sich in ihm wirklich Mitgefühl mit diesen kleinen Geschöpfen. Er hatte zuweilen noch immer wenig Gold und so reichte es bei Weitem nicht alle Vögel zu kaufen doch zumindest einen dieser kleinen Burschen, welche Eluives Werk entrissen wurden wollte er die Freiheit schenken.
So erwarb er einen jener armen Tropfe welche ihr Schicksal in den Gruben und Minen unter Tage finden sollten und nahm ihn mit.
Schließlich erwarb er noch eine Kerze und ritt wieder zurück ins Kloster.

Dort angekommen führte sein Weg nach kurzer Versorgung des Vögelchens wieder in die Bibliothek um dort eine Abschrift des diamantenen Kodex anzufertigen und sich sodann den Pflichten im Kloster zu widmen.

Einige Tage später als sich Herr Katuri bereit erklärte ihn zu begleiten machten sie sich auf den Weg zu den Schreinen, im Gepäck die Abschrift, die Kerze, das Vögelchen und einige Reinigungsutensilien.

Der erste ritt führte Nahe Düstersees. In einem Wäldchen lag die wohl einstige Schule die Fasamar, eines der sieben Kinder Temoras wohl fand und wieder aufbaute.
Ein wunderbares helles Gebäude stand vor den Zweien und Tidus machte sich daran diesen Schrein erstmals zu würdigen indem er ihn säuberte.

Nachdem dies vollbracht war kniete er nieder verharrte dort einige Zeit in Stille, dann wieder Gebete sprechend. Die Atmosphäre auf sich wirkend lassend, erbat er Einsicht, Wissen und Wahrheit vor Temora.
Schließlich legte er als Opfergabe und in Gedenken an Fasamar die Abschrift des Kodex nieder und entzündete die Kerze als Zeichen um Licht in die Dunkelheit der Unwissenheit zu bringen.

[img]http://img826.imageshack.us/img826/4755/geistigkeit.jpg[/img]

Vorbereitung Unterweisung - MITGEFÜHL

Verfasst: Freitag 20. April 2012, 00:49
von Tidus Lucius Alarian
Zufrieden wirkend trat Tidus hinaus und gemeinsam mit Herrn Katuri ritten sie gen Norden, überquerten einen flachen Flusslauf und fanden sich alsbald an einem beschaulichem und schönem Wasserlauf wieder in dessen Mitte der Schrein des Mitgefühls thronte.


Auch hier vollführte Tidus zunächst eine Reinigung des Ortes durch ehe er auch die Ausstrahlung dieses Ortes auf sich wirken ließ und ein Gebet an die Schildmaid mit der Bitte um ein waches Herz voller Mitgefühl richtete. Als er sich erhob und umsah, gedachte er Amyra ein Kind einer Dorfheilerin die ihrer Mutter stets zur Hand ging und welche diesen Schrein gründete und hier ihre Lehren von Temora selbst erfuhr.
Amyra gedenkend legte er eine Phiole einer heilenden und stärkenden Essenz sowie eine saubere, weiße Bandage nieder. Beides führte er zumeist sowieso mit sich mit.
Beim hinaustreten war nun die Stunde des Vögelchens gekommen. Es zwitscherte lauthals und flog aufgeregt im Käfig umher, als erahne es was da kommen würde.
So ließ Tidus das kleine Vögelchen als Symbol seines Mitgefühls an diesem wunderschönem Ort frei. Eine Weile saß das Tierchen noch zwitschernd in der Nähe auf dem Dach des Schreins ehe es sich dem Wasserlauf zuwandte darin badete und schließlich in die Lüfte schwang.

[img]http://img853.imageshack.us/img853/4877/mitgefhl.jpg[/img]

Mit den Eindrücken der letzten Tage und der beiden Schreine machten sich die Beiden sodann auf den Weg zurück ins Kloster.
Alsbald würde sich Tidus daran machen die Eindrücke für Gnaden Prochska nieder zu schreiben.

Abhandlung Geistigkeit

Verfasst: Mittwoch 30. Mai 2012, 14:24
von Tidus Lucius Alarian
Vor der Stube Hochwürden Prochskas findet sich alsdann, nachdem er sich sicherlich mehr als genug Zeit des sinnierens und nachdenkens gegönnt hatte zwei Schriftrollen. Auf der einen die Abhandlung über die Geistigkeit. Für jene hatte er sich den gegliederten Stil seines Zellenbruders Julian abgekupfert. Er fand dies passend für diese Tugend, während die Abhandlung über das Mitgefühl einem eher anderem Stil zu folgen schien.
Zudem wird eine Abschrift in der Zelle auf dem kleinem Tisch zu finden sein, sodass sich auch Julian für den kommenden Unterricht ein Bild machen konnte. Ihre Augen werden in markanter, kantiger Schrift zu lesen bekommen:



Die Tugend der Geistigkeit

Aus dem Kodex der reinen Seele:
“Die spirituelle Seele hört niemals auf die Wahrheit zu suchen. Sie strebt immer danach mehr über ihre eigene Natur zu lernen, genauso wie über die wahre Natur ihrer Umgebung. Sie wird dieses Wissen suchen ,in dem sich umsieht und genauso in ihr eigenes inneres Selbst blickt. Geistigkeit ist der Nährboden, aus dem die Blume der Tugenden entsprungen ist. Die Geistigkeit ist der Wunsch der Seele, sich stetig zu verbessern. Die geistig Suchenden, sind in ihrem Hunger nach Wahrheit, Liebe und Mut nie gesättigt. Von welchem Prinzip man auch immer ausgehen mag, die geistige Energie schafft das nötige Gleichgewicht unter ihnen. In der Einheit von Wahrheit, Liebe und Mut wird das Gemüt mit friedvoller Geistigkeit erfüllt.“

Persönliche Erkenntnisse:
Während meinen Studien um diese Tugend wurde mir eines bewusst. Geistigkeit ist die Suche nach Wissen. Es dauerte mich Stunden, mehr über diese Tugend herauszufinden und letztlich auch den Schrein der Geistigkeit zu finden. Im Schrein der Geistigkeit empfand ich die erfolgreiche Suche nach diesem Ort ausgesprochen befriedigend und sah das entzünden der Kerze dort als Symbol dafür ein wenig Licht in die Schatten der Unwissenheit gebracht zu haben. Während den Gesprächen mit Anderen kamen über diese Tugend teils ausgesprochen interessante Antworten. Im Volke scheint diese Tugend eher weniger mit der Herrin Temora, als Phanodain in Verbindung gebracht zu werden und so sprach man oft von Studien der Magie in diesem Zusammenhang. Meiner Erkenntnis entsprechend, dass es überall um einen herum Wissen zu erkunden und sammeln gebe und ich versuchte dies zu tun, kristallisierte sich immer mehr eine Phrase heraus: „Wissen ist Macht“. Eine andere Macht als die des Waffenarmes und doch getreu dem Motto: „Wir ziehen zu Felde, mit einem gutem Schwert in der Hand und der mächtigsten Waffe auf den Lippen“, mindestens genauso wichtig.

Zusammenhänge zu anderen Tugenden:
Während jede Tugend irgendwie im Zusammenhang mit der Anderen steht möchte ich hier einstweilen den Bezug zu den in meinen Augen passendsten Tugenden ziehen.

Geistigkeit und das rechte Maß:
Das rechte Maß thront über allen Tugenden und doch findet sie auf die Tugend der Geistigkeit nicht direkte Anwendung. „Die spirituelle Seele hört niemals auf die Wahrheit zu suchen“. Das rechte Maß findet hier eher Anwendung Maß zu halten zwischen der Schulung des Geistes und des Körpers. In einem gesundem Leib findet sich ein gesunder Geist.

Geistigkeit und heilige Stärke:
Manches mal bedarf es großem Durchhaltevermögens (und Sitzfleisches) der Wahrheit und dem Wissen auf den Grund zu gehen und so ist diese Tugend wie auch bei allen anderen Tugenden im Bezug auf die Geistigkeit besonders wichtig. Obiges Zitat aus dem Kodex der reinen Seele zum rechten Maß findet auch hier passende Anwendung.

Geistigkeit und Mitgefühl:
“Die mitfühlende Seele müht sich selbst in dunklen Kreaturen Gutes zu erkennen, ohne aber in der Finsternis das Augenlicht zu verlieren.“ Die Geistigkeit unterstützt dieses Unterfangen indem es den Nebel der Unwissenheit durch Wissen erhellt und so erkennen lässt welche Seele verloren und welche der Errettung wert sei.

Geistigkeit und Gerechtigkeit:
Gerechtigkeit bedarf Rechtssprechung welche mit klarem Verstand und Geist erwägt werden sollte. Wer im Unwissen verharrt wird niemals die Wahrheit erkennen und wird Blind und unüberlegt sein Urteil fällen.

Geistigkeit und Demut:
Die Demut limitiert die Geistigkeit im gewissem Maße. Wo wir glauben zu Wissen, dass wir die Wahrheit gefunden haben obliegt uns diese Tugend abzuwägen wann und ob wir dieses Wissen auch einsetzen.

Geistigkeit und Starker Arm:
Der StarkeArm ist der Gegenpart der Tugend der Geistigkeit. Wir sollten stets versuchen Geist und Leib im gleichem Maße zu schulen um so der ehernen Herrin möglichst gut dienlich sein zu können. Weltlicher Einfluss und Vermögen zum Wohle des Glaubens lässt sich nicht durch Unwissenheit erlangen und Bedarf ausgesprochener Kenntnisse um die Welt die uns umgibt.

Geistigkeit und Wacher Sinn:
Der wichtigste Bezug zum Kodex der Ritterlichkeit und gewissermaßen gleichzusetzen mit der Geistigkeit. Tumbe Vergnügungen bringen kein Licht in den Schleier der Unwissenheit während ein wacher Sinn unabdingbar ist um die Wahrheiten des Lebens zu erkennen.


Bezug zu den sieben Kindern – Fasamar
Die Lehre aus dieser Geschichte die ich zog war vor allem, dass es niemals zu spät dafür ist seinen Geist zu schulen. Gleich welchen Verhältnissen man entstammt oder welcher Profession man nachgehe obliegt uns die Geistigkeit höheres Wissen und Wahrheit zu suchen und zu erkennen. „Leben bedeutet stets Lernen“.

Fazit:
Mich mit dieser Tugend in der Bibliothek und auf Erkundung der Lande nach dem Schrein zu beschäftigen, führte mich bereits viel näher an diese Tugend heran, als es jede Schrift vermocht hätte. Wissen und Wahrheit zu sammeln und erhalten hatte bisweilen einen geringeren Stellenwert in meinem Leben, während ich nun die Notwendigkeit und den Zusammenhang von dem mir eher gelebten „Starken Arm“ im „rechten Maß“ erkannt habe.

Abhandlung Mitgefühl

Verfasst: Mittwoch 30. Mai 2012, 15:36
von Tidus Lucius Alarian
Die Tugend des Mitgefühls

Aus dem Kodex der reinen Seele:
„Eine mitfühlende Seele bewertet das Leben hoch. Sie wird versuchen das Leben anderer am Erhalt der Welt und der göttlichen Ordnung interessierter Wesen zu erhellen, wann immer sie kann. Im Mitgefühl sind alle Wesen guten Willens brüderlich vereint. Die mitfühlende Seele müht sich selbst in dunklen Kreaturen Gutes zu erkennen, ohne aber in der Finsternis das Augenlicht zu verlieren. So mag Mitleid die Seele lenken, doch wo in Wahrheit kein "lichtes Wesen" zu finden ist, da ist auch kein Mitgefühl angebracht - denn es gibt nichts mit diesen finsteren Seelen (mit-) zu fühlen, daß der heiligen Mit-Liebe würdig wäre. Man muß nicht mit einem Oger mitfühlen, der nur ans Menschenfressen denkt und nicht mit einem Dämon, der die Welt in Asche legen möchte, und nicht mit einem verderbten Menschen der Kinder auf blutigen Altären grausam schlachtet um abartigen Mächten zu huldigen. Ist ein Geschöpf aber des Mitleids unwürdig so vergewissere sich der Strafende, daß er auf dem Weg des gerechten Zorns wandle und sich nicht dem grausamen Hass hingebe, der ein Fluch des Feindes ist. Seine Waffe sei das Schwert, nicht die glühende Zange des Folterers. Seine Seele richte über die unheilige Kreatur nach dem heiligen Gesetz und folge nicht dem Diktat wilkürlicher Barbarei.“

Mitgefühl im Allgemeinen:
„Aber alle unsere Gefühle, in denen wir die Freuden und Leiden einer anderen Person miterleben, kommen auch nur durch ein Bild zustande, das wir uns von diesem Glück oder Mißgeschick machen.“

Mitgefühl bedeutet sich in die Lage eines Anderen hineinzuversetzen. An seinem Glück teil zu haben und sich mit ihm mitzufreuen und keinesfalls neidisch zu sein. Sein Unheil zu erkennen und zu versuchen sich dem Menschen zuzuwenden, ihm zu helfen und ein Beistand in der schweren Lage zu sein.
Es sei wichtig das Leben eines Mitmenschen gleich zu schätzen wie das Eigene und es auf gleiche Weise zu erhalten, schützen und mit dem Licht Temoras zu bereichern.
Wer Mitgefühl lebt, legt seine Selbstsucht ab, lebt ohne auf seinen eigenen Vorteil bedacht zu sein. Man muss für den Anderen leben um für sich selbst leben zu können unter dieser Tugend.
Hierbei erschien es in den Gesprächen, dass es für den Großteil einfacher erscheint, an den Leiden eines Freundes teilzuhaben und mitzufühlen, während Fremde oder das Glück anderer schwerer mit Mitgefühl bedacht werden konnten.
„Wahres Mitgefühl ist immer stark und die wahrhaft Starken sind voller Liebe“.

Mitgefühl gegenüber dem Feind:
Hierbei sei abzuwägen welcherlei Kreatur vor einem stehe. Ein Pantherdiener der sich seiner Schuld bewusst wird, willens ist seinen Irrglauben abzulegen und zu sühnen sei mit Mitgefühl und Hilfe bedacht. Sein Leiden und seine Verlorenheit sei zu beenden indem man ihm die rechten Pfade weise und ihn zurück auf die Wege der Tugenden bringt. Eine verlorene Seele in den Armen Kra’thors, ein Diener des Brudermörders dessen Seele völlig eingenommen von der dunklen Saat, ein Lethar oder die Bestien der Höhlen, welche nur das Unheil der Welt im Sinne haben hingegen das Mitgefühl mit Füßen getreten, ihre Seelen verloren wird sie diese Tugend auch nicht mehr erreichen und so seien sie zu richten mit dem Schwert, auf dass ihnen ein möglichst qualloser und rascher Tod ohne Schändung gewährt werde.

Mitgefühl auf dem Feld der Ehre:

Grundlegend sei hier gleich dem Feind gegenüberzutreten wie oben beschrieben. Auf dem Feld der Ehre mag es jedoch kaum möglich sein zu erkennen welche Seele einer Errettung würdig wäre und welche zu richten sei. Hier trete alsdann das „rechte Maß“ ein. Wird Leib und Leben eines Dieners der Ehernen bedroht und gefährdet so sei dieser Seele zu helfen. Ein Angreifer auf eine treue Seele offenbart seine Verdorbenheit. Der Angreifer sei zwar so möglich nur ausser Gefecht zu setzen, denn auch er ist ein Wesen der Schöpfung, doch so es sich nicht vermeiden lässt sei das Leben einer lichten Seele über die Verdorbene zu stellen.
Allenfalls sollte der verdorbenen Seele auch hier ein möglichst qualloser Tod geschenkt werden. Folter und Schändung sei dem Mitgefühl zuwider und sollte nie Anwendung finden.

Bezug zu den sieben Kindern – Amyra

Jene Geschichte so kurz sie auch sei, obliegt uns, dass ein jeder des Mitgefühls wert sein kann. (Allerdings mag man dieses auch verspielen können durch seine Taten.) Als Kind einer Dorfheilerin wandte sie sich den Kranken und Verletzten zu um ihr Leid zu lindern und ihnen ein Beistand zu sein.

Fazit:
Während meinen Studien zum Mitgefühl erhielt ich weitaus mehr Meinungen als zur Geistigkeit in meinen Gesprächen. Jene Tugend wird der Herrin Temora ohne Einschränkung zugesprochen im Volke, wie auch jeder eine Meinung zum Mitgefühl hatte.
Jene Tugend ist ausgesprochen wichtig im Zusammenleben mit Anderen. Als ich den Schrein besuchte führte ich ein Grubenvögelchen bei mir, welches ich beseelt von meinen Studien von meinem wenigen Gold auf dem Markt in Adoran erstand. Ich entließ es in die Freiheit und erkannte, dass Mitgefühl ausgesprochen wichtig ist und keinesfall nur das gewähren eines raschen, quallosen Todes.

Erinnerungen I

Verfasst: Mittwoch 13. Juni 2012, 12:29
von Tidus Lucius Alarian
Die Tage zogen dahin und nachdem er seine Abhandlungen abgegeben hatte stand er nun wieder seiner Manier folgend des öfteren mit Waffe und Wehr vor den Klostertoren um seinen Wachdienst zu halten.
Jascha meinte zwar, dass ja eigentlich die Klosterwache dafür da wäre die Geweihten zu schützen, aber wer war er den trivialsten Dienst, die Wache vor dem Kloster nicht selbst anzutreten, sondern es in die Hände anderer zu legen. Er hatte schon immer ein Händchen dafür jemanden so es sein sollte in Grund und Boden zu reden, doch so konnte er auch seine Worte in die Lyrik fassen. Nicht zuletzt hatte er seine heutige Verlobte damit betört. Natürlich floss ihm als Sohn eines Fischers noch immer das Salz des Meeres in den Adern, doch dies waren alles nur Neigungen und Dinge die ihm lagen, wie auch die Lehren der streitbaren Herrin in Fleisch und Blut übergingen. Doch was er wirklich konnte war sein blutiges Handwerk welches er von der Picke auf erlernte.

Der Tag war ruhig, es regnete einmal wieder und vor dem Kloster ließ sich weder ein Gast noch ein Feind blicken. Ruhe empfand er schon immer als schlecht. Ruhe machte ihn Unruhig und Ungeduldig und zumeist kündete sie von nichts Gutem.
Doch es blieb weiter ruhig und ein wenig entgegen seiner sonst strammen noch immer militärischen Haltung und dem wachsamen Blick, versank er in Erinnerungen:

Ein wirkliches Talent, dass hatte er erst recht spät entdeckt, als er aufgebrochen war von der Halbinsel Cadabran um zu erkunden was sich hinter dem Horizont verbirgt. Das Festland bot ihm Möglichkeiten und das Schicksal Optionen. Drei Weiden nannte sich die recht provinzielle Baronie in der er angekommen war. Letharen plagten das Land, die Geißel aus den Schatten, diese von Alatar pervertierten Wesen drängten Hochwohlgeboren von Seehof geradezu seine Truppen aufzustocken. So Stand er nun dort mit einer Bünne die aussah als habe sie schon vielen unglücklichen Seelen zuvor kein Glück beschert und einer Klinge in der rechten Hand, deren Scharten kaum zählbar waren.
Blau die Wappenfarbe des Barons trug er um das klägliche Rüstwerk aus seiner Rüstkammer und so rührte auch der Name dieser speziell zum Gefecht gegen die Letharen ausgehobenen Truppe her. Blaues Banner nannten man die Einheit die zum Teil aus freiwilligen und zum anderem Teil aus Verbrechern bestand die für diesen Dienst, Freisprechung für ihre Taten erhofften.

Die ersten Gefechte hatte Tidus mit mehr Glück als Verstand überlebt.
Die nächsten Mondläufe hatte er immer und immer wieder die Schwertübungen exerziert, seinen Leib durch das Marschieren und Kraftübungen gestärkt. Er hatte schon immer bescheiden gelebt und so machte ihm die kargen Verhältnisse in der Kaserne nichts. Im Gegenteil er hatte ein Bett im Warmen und Trockenem und für die Verpflegung war gesorgt.
So konnte er den Großteil seines Solds aufsparen um sich nach gut einem Jahr des Dienstes und der regelrechten Jagd auf die Letharen, eine eigene Wehr und ein gutes, scharfes und ausbalanciertes Schwert kaufen zu können.

So erlernte er im blauen Banner den Umgang mit sämtlichen Waffenarten, dem Nahkampf, dem Fernkampf wie auch den grundlegenden Kriegstaktiken. Auch das Spurenlesen war teil der Ausbildung um als Jagdeinheit selbst in den dichten Wäldern Drei Weidens die Letharen aufspüren zu können.

Dennoch irgendetwas fehlte ihm, die Leere in seinem Herzen war deutlich zu spüren und gesellte sich nach weiteren zwei Jahresläufen zu der Leere in seinem Leben, als der Baron nicht mehr den Sold für das Blaue Banner aufbringen wollte.
Wieso sollte er auch?
Die Gefahr die von den Letharen ausging hielt sich mittlerweile sehr in Grenzen. Die aufgespießten Köpfe dieser Wesen an den Aufgängen zu den unterirdischen Tunneln die sie nutzten hatten über die Jahre ihr Ziel nicht verfehlt und zudem ihre Zahl, wenn auch unter eigenem Blutzoll, stark dezimiert.
Der Baron hatte ihm, nachdem das Blauen Banner aufgelöst wurde, angeboten ihn in seine Reiterei aufzunehmen, doch Tidus spürte, dass auch dies nicht die Leere in seinem Herzen füllen würde und so lehnte er dankend ab.


[img]http://img265.imageshack.us/img265/2243/blauesbannerziehtgegenl.jpg[/img]

Erinnerungen II

Verfasst: Mittwoch 13. Juni 2012, 14:10
von Tidus Lucius Alarian
Mittlerweile verdiente sich Tidus, mit einigen anderen Kameraden aus dem Blauen Banner seine Lebensgrundlage durch das erjagen von Leder von Wesen wie Ogern, Trollen, Zweiköpfen, Echsen und dergleichen.
Gerade waren sie in Calderah der größten Stadt der Baronie angekommen. Sie hatten mehrere Wochen in der Wildnis verbracht und wollten nun auf dem Markt das erjagte Leder zu Gold machen. Die anderen vergnügten sich daraufhin mit den Dirnen. Tidus hatte für diese Art der käuflichen Liebe noch nie einen Sinn und so machte er sich daran eine abgelegene Taverne zu suchen um in Ruhe ein Bier zu trinken. Dort traf er auf eine Person die sein Leben grundlegend ändern und über Jahre ein treuer Gefährte werden sollte.

Kerum…
Dieser Mann erzählte ihm von der Herrin Temora und ihren Tugenden. Von seinem Dienst an der streitbaren Göttin und dem Orden, der Phönixgarde welcher er sich unter Hochwohlgeboren Beronas vom Drachental in der gleichnamigen und zu Drei Weiden benachbarten Baronie angeschlossen hatte.

Die Tage vergingen und während seine Gefährten wieder in die Wildnis auszogen, hatte sich Tidus entschieden in Calderah zu weilen um dort ab und an auf Kerum zu treffen. Calderah lebte vom Handel und dem Handwerk und ein Krieger hatte hier kaum Möglichkeiten sich sein Gold zu verdienen. Nur selten konnte er Handwerker eskortieren um ihr Leben und ihre Waren zu schützen. Zumeist verbrachte er die Zeit in der Mine um nach Kohle zu schürfen, die gutes Gold brachte. Die Wochenläufe vergingen und Kerum erzählte dem mittlerweile neunzehn Sommer altem Recken alles was er von Temora wusste.

Tidus hatte sich entschieden und so fragte er ob er ein Ordensbruder werden könne. Kerum nickte sacht und arrangierte das Treffen mit dem Baron. Auch einige andere Phönixgardisten waren an diesem Tag anwesend als er in den Abendstunden durch die Tore des Phönixhortes schritt. An diesem Tag würde er nicht mehr hinaustreten, dafür brannten die Kerzen in dem Schrein der Festung die ganze Nacht. Erst am nächsten Tag als die Patrouillen der Garde ausritten konnte man ihn, in den goldenen Wappenrock der Garde gehüllt, neben den anderen Gardisten sehen.

In den kommenden Jahren widmete er sich weiter seinen Kampfkünsten, doch verstärkt auch den Lehren Temoras. Im Drachental fand er ansehen, Freundschaften ja zum ersten Mal etwas wie eine Heimat die er mit Schweiß und Blut verteidigte. Die Baronie ward das letzte Lehen vor den wilden Landen und so schwappten immer wieder Wellen von Barbaren, Orks, Krathoris und Pantherdiener sei es Mensch oder Lethar in die Baronie. Als die Angriffe der Orks überhand nahmen, wurde ihm, nachdem Hochwohlgeboren Beronas mittlerweile verstorben war von der nun regierenden Tochter Hochwohlgeboren Shandra vom Drachental, aufgetragen eine Miliz auszuheben. Als Kommandant dieser Miliz bildete er nicht nur die Waffenkünste seiner Milizionäre aus sondern verbreitete auch die Lehren Temoras und konnte sogar neue Mitglieder für die Phönixgarde gewinnen.

Erinnerungen III

Verfasst: Mittwoch 13. Juni 2012, 14:59
von Tidus Lucius Alarian
Die Zeiten indes wurden jedoch stürmischer und auch wenn er mittlerweile Ritter im Dienste der Herrin Temora geworden war sollte sich erneut einiges grundlegend ändern.
Die Phönixgarde und somit auch das Lehen Drachental war den umliegenden Baronien und letztlich auch dem Grafen von Pryde ein Dorn im Auge. Die Garde senkte ihr Haupt vor der weltlichen Macht, doch befand bei der Audienz des Grafen für sich, alleinigst vor Temora zu knien.
Aufgebracht ward der Graf davon und mobilisierte sämtliche Truppen. Das Konzil der Magie, seine Vasallen aus der Graftschaft, der Baronie Drei Weiden und der Baronie Mondtal. Selbst seine Leibgardisten warf er in den Topf , sowie einen Großteil der Stadtwachen der umliegenden Städte und unzählige Söldner. Gesammelt marschierten sie gegen den Phönixhort. Tidus stand auf den Zinnen und sah die marschierenden Truppen jener die einstmals teilweise seine Brüder und Freunde waren.

Das Drachental war ein herzlicher, aber rauer Ort und so waren auch seine Bewohner. Es gab einen Spruch unter den Bewohnern.
Im Feuer des Drachen geboren, gehärtet um zu kämpfen mag uns nur Temora und der Tod beugen.
Bei den sieben Kindern wenn er auf die gesammelten Truppen im Hof der Festung blickte stimmte das wohl auch. Neben der Phönixgarde und seinen Milizionären hatten sich unzählige Schmiede, Holzfäller und Bauern eingefunden. Zumeist nur mit ihrer Axt dem Schmiedehammer, der Picke oder gar der Mistgabel bewaffnet hatte man versucht ihnen auszutreiben zu kämpfen doch ihrem Leitspruch treu bleibend waren sie mit Worten nicht davon abzuhalten.
Daneben standen die Kaluren in ihren von Cirmias Geschick gesegneten, kunstvoll gefertigten Rüstungen. Ihre Binge grenzte unmittelbar an das Drachental und so waren sie über die Jahre für Tidus zu treuen Gefährten geworden und zogen mit ihnen in diese Schlacht in der sie mindestens fünf zu eins unterlegen waren.
„Gute Aussichten für jeden von uns“ erhob sich die grimmige Stimme und er hob den Blick wieder über die Zinnen während ein beinah wölfisches Grinsen Einzug in sein Gesicht fand. Wieder erhob er die tiefe, grimmige Stimme: „Pryde du Narr, Graf durch Temoras Gnaden schimpfst du dich und ziehst nun mit Söldner, Magiern und allem was du sonst auftreiben konntest gegen ihre Diener.“

Natürlich wusste jeder der in dem Festungshof stand, dass dieser Kampf aussichtslos war, doch der Graf hatte ihnen in seiner Verblendung, trotz all den Jahren in denen sie seine Grenzen sicherten nicht gewährt abzuziehen. Hochverrat war sein Urteil und dies mit dem Tode zu strafen.

Die Schlacht dauerte lange und es gelang den Rebellen nur schwerlich sich gegen die Truppen des Grafen zu behaupten. Doch es gelang ihnen lange genug um die Schlacht bis in die Nacht zu ziehen. Sie kannten ihr Land, welches der Legende nach aus dem Odem der Drachen geboren war und nutzten es auch aus.
Die Nacht fand Einzug und endete den ersten blutigen Tag. Der Graf hatte hohe Verluste erfahren und entsandte einen Boten, der Kunde davon tat, dass man ihnen gewähre das Urteil des Hochverrats, in Bann in seiner Grafschaft zu wandeln so sie sofort abziehen würden.

Man tat es um nicht weiter sinnlos Leben zu verschwenden. So zog man weiter fern der Ländereien des Grafen um an einem anderem Ort Fuß zu fassen. Nivenor nannte sich der Landstrich. Auch wenn die Garde in den kommenden Jahren durch innere Querelen zerbrach, fanden sich einige der einstigen Drachentaler wie auch neue Gefährten in einer neuen Gemeinschaft alleinigst Temora und den lichten Göttern verbunden wieder.
Der Ordo Lucis’ Alae oder Orden der Lichtschwinge. Dort würden sie weiter den Dienst an der Herrin tun. Über die Jahre hatte er so viele Schlachten erlebt. Ihr Licht in die Wüste getragen um einer verdammten und von Fanatikern besetzten Stadt zu helfen und dort ein Artefakt zu bergen. In den tiefsten Höhlen, den hohen Gebirgen, überall trugen sie ihre lichtgleißede Standarte ins Herz der Dunkelheit.
Lediglich eines war gleich geblieben das kalurische Volk war ihnen stets treu im Bunde der Lichteinigkeit geblieben. In den Eiswüsten hatte man einen gewaltigen von Hass geführten Drachen gejagt, eine alte Zwergenbinge entdeckt und diese mit den Khaz Aduir von ihrem Fluch befreit. Er war den Fängen der Krathori entkommen, hatte einen Gesandten Temoras gesehen und ihm gedient ein schändliches Buch zu finden.
Unzählige Kerker hatte er gesehen, unzählige Fesseln gespürt die ihn drängten sich zu beugen und seine Freiheit zu rauben, doch immer wieder erhob er sich.
Mittlerweile hatte er fast dreißig Sommer gesehen, ward durch Temoras Gnaden seit mehreren Jahren zum Paladin erhoben, als sie gen Immernacht zogen, er sich verletzte und sie ihren Plan gen Gerimor zu segeln durchführten auch wenn er ob der Verletzung nichtmehr fähig war seinen Dienst zu verrichten als Paladin der Herrin Temora, gewann
sein Schwertarm langsam wieder an Stärke, doch auch wenn er es ab und an versuchte, die Verletzung hinderte ihn noch immer daran sich wirklich gewand mit einer Plattenwehr zu bewegen. Vielleicht würde es nie mehr gehen die Zeit würde Temoras Willen offenbaren wie er es immer tat.

Er musste schmunzeln als er daran dachte was man ihn in den letzten Jahren alles nannte oder schimpfte: Soldat, Phönixgardist, Kommandant, Rebell, Hochverräter, Vogelfreier, Bastard, Dreckskerl, Ritter, Hochmeister des Ordens, Paladin, Kapitän der Cadabrans Licht…


Sein Blick hob sich wieder und er blickte über das Umland des Klosters. Ein Lächeln auf den Lippen dachte er daran, dass dieser lange und steinige Weg ihn nun hierher brachte. Bruder oder Akoluth nannte man ihn nun, doch er war glücklich mit dem Weg den Temora ihm schenkte. Vielleicht hatte es einen Grund wieso er all dies erlebte und vor allem überlebte.
Womöglich hatte Temora mit ihm noch etwas vor…


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Unterricht: Grundlagen der Messe & Tugend Gerechtigkeit

Verfasst: Mittwoch 13. Juni 2012, 20:49
von Tidus Lucius Alarian
Die nächsten Tage stand er wieder vor dem Kloster und hielt Wache. Grundlegend war es ruhig, hin und wieder kamen Menschen die das Gespräch suchten. Ein Herr Leon Vranth welcher etwas über die Geschichte der Götter und den Glauben an Temora wissen wollte und gar seinen Schwertarm für das Kloster in Dienste stellen wollte. Er hatte keine Wehr und so entschloss sich Tidus seine erste Rüstung, welche er mit den Einnahmen durch Holzhacken, Fischen, Ratten jagen, aber auch von Raindri erwarb, dem Manne zu überlassen.
Es sollte eine Leihgabe sein, doch Tidus wusste aus Erfahrung, dass die Menschen oftmals nicht zu ihrem Wort standen und taub waren für den Ruf der Götter. Dennoch er würde zwanzig Rüstungen kaufen und vergeben, wenn dadurch auch nur eine Seele zu Temora finden würde.
Leon zeigte sich in den nächsten Wochen- gar Mondläufen nicht mehr. Enttäuschend, aber vielleicht urteilte er auch zu schnell.
Zudem ergab sich noch ein ausgesprochen interessantes Gespräch mit der Dame Mäuerling.
Sie sprachen lange und ausgiebig über die Göttergeschichte, die Tugenden und ihr Vorhaben unter Temora nochmals zu heiraten, da sie dem Eluivepriester welche sie traute wohl nicht glaubte, dass er eben jenes auch war.

Mittlerweile stand auch wieder eine Unterrichtsstunde durch Diakon Prochska an. Auf Wunsch Bruder Laverns sollten die Grundlagen der Messe besprochen werden und im Anschluss seine Abhandlung zur Tugend der Gerechtigkeit.

Interessantes offenbarte sich ihm und seine Gnaden Prochska bot wiedermals viel Freiraum und gab nur die Grundlagen. Es komme stets darauf an was man erreichen möchte, eine flammende Rede als Aufruf zur Schlacht, eine Besinnung oder gar Ermahnung auf die Tugenden oder eine Messe die vor Feierlichkeiten gehalten wird.

Was sei das Ziel… was erwartet man sich… in welchem Rahmen findet sie statt und was ist dessen Anlass?
Fragen die man sich stellen sollte, jedoch sollte man nicht vergessen dass eine Messe auch immer einen Dienst an der Göttin beinhalte. So sei es ratsam die Messe mit einem Gebet zu beginnen. Man könne auch mit einigen Worten zu aktuellen Themen beginnen, diese in den Kontext der Tugenden legen und sodann das Gebet in Bezug zu dieser Thematik wählen.

Sodann folge die Messe, die Predigt selbst in welcher im Grunde Bezug auf alle für den Glauben relevanten Themen genommen werden könne. Man könne im Zuge der Messe auch Dinge bewirken. Dinge segnen oder dergleichen ehe man zum Abschluss nochmals ein der Thematik entsprechendes Gebet spreche und die Gläubigen alsdann mit einem Schlusswort entlasse.

Alsdann machte man sich an die Abhandlung Bruder Laverns. Sie war Gnaden Prochska zu ausführlich, zwar grundlegend richtig aber zu theoretisch wohl.
So fragte der Diakon: „Wann sind wir gerecht?“
Die beiden Akoluthen brachten ihre Meinung hervor, dass man sich nicht von Emotionen verleiten lassen dürfe und man sich ein ausführliches Bild von dem, was vor einem liege machen müsse, nicht nur eine Seite hören solle, sondern möglichst alle, um danach
im Sinne der Tugenden und mit klarem Verstand eine Entscheidung zu treffen.
Der Diakon brachte dem entgegen, dass es schwer sei von den Menschen eine völlig objektive Entscheidung zu erhalten und stellte in Frage ob es wahrhaftige Gerechtigkeit durch Menschenhand geben könne. Jeder nehme Erfahrungen und Vorurteile von der Erziehung und Erlebnissen mit.
So blieb die Erkenntnis dieser Lehrstunde, dass wir uns mit Hilfe der Tugenden der Gerechtigkeit annähern können, doch diese nie vollends erreichen könnten aufgrund der Fehlbarkeit die uns allen innewohnt.
Wahrlich gerecht mag wohl nur die allsehende Befreierin unsere Herrin Temora, sowie die lichten Götter im Allgemeinen sein.