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Der gesegnete Baum der Einigkeit

Verfasst: Samstag 7. Januar 2006, 13:03
von Sanjana Valeth
...mein Blick wanderte über die Straßen, die sich zwischen den prachtvollen Häuserfassaden hindurch schlängelten. Prachtvolle Bäume waren innerhalb der Stadt gesetzt worden und erstreckten ihre grünen Blätter nun in der strahlenden Sonne entgegen... es war als wäre die einst völlig zerstörte Stadt aus ihrer eigenen Asche auferstanden, wie der Phönix der Legende, nur um sich noch prachtvoller im Antlitze der Welt zu offenbaren. Von meinem Standpunkt aus, konnte ich das Treiben der Bürger und der Helfer beim Wiederaufbau gut überblicken und Freude erfüllte mein Herz, als ich sah das die Bewohner der Stadt, Hand in Hand ohne Streiterein arbeiteten um die gefallene Stadt wieder aufzubauen. Ein Gefühl der Wärme überflutete mein Herz und ich hatte einen Augenblick das Gefühl, als würde die Allmächtige selbst auf mich herab sehen und lächeln... und in diesem Moment hatte ich die Vision, eines strahlenden Baumes mit prachtvollen Früchten, der sich vor den Toren der Stadt erhob und den erschöpften Schatten und den hungrigen Nahrung spenden sollte... und doch würde dieser Baum zeitgleich ein Mahnmal sein, was geschah in den Grausigkeiten des Krieges.
Noch lange stand ich auf dem kleinen Hügel und ersann wie ich wohl vorgehen würde.. und dann ersann ich den Wege....
Ich begab mich auf den heiligen Boden des Klosters der Bewahrerin. Dort wanderte mein Blick umher, bis ich fand was ich suchte. Im Schatten eines größeren Baumes, war ein kleiner Setzling erwachsen, welchen ich behutsam aus der Erde grub und ihn vor die Tore von Varuna brachte, wo ich ihn in die Boden pflanzte, unlängst Gebete ob des Segens der Bewahrerin auf den Lippen und eine Hymne zu ihren Ehren anstimmend. Als dann kehrte ich zurück zum Kloster und schöpfte, in den frühen Morgenstunden, eigens mit meinen Händen, den Tau von den Blättern des einen heiligen Baumes und füllte es sorgsam in eine lederne Flasche, auf das kein Tropfen zu Boden fallen mochte. Mit diesem geheiligten Wasser kehrte ich zurück zu dem Setzlinge und wässerte ihn, eine weitere Hymne auf den Lippen, in welche ich alle meine Hoffnung und mein Vertrauen in die Eine legte... und darauf gewährte mir die Bewahrerin ihre Gnade.
Als wäre die Zeit nur ein Vorwand, erwuchs der Baum, knospengleich streckten sich Äste, von denen sich prachtvolle Blätter herab schwangen und saftige Fürchte, gleich dem Aussehen von Pfirsichen, doch auf eine unbeschreibliche Art anders. Eine freudige Macht ging von dem Baume aus, doch wenn man sich ihm näherte um mit der Hand eine Frucht vom Baume zu pflücken, so spürte man das Entsetzen und die Angst des Krieges in seinen Adern, doch wenn man in die Fruchte biss, ward das Herz erfüllt von Freude und der Wärme der Einigkeit und so benannte ich den Baum, ob des Wunders der Bewahrerin „gesegneter Baum der Einigkeit“.
Das Wunder erblickend rann eine Träne über meine Wange und viel auf die Wurzeln des Baumes und doch wusste ich, das die Ungläubigen, jene welche Zweifel in sich trugen ob des Krieges und jene, die ihre Herzen vor den Wundern der Bewahrerin verschlossen, nicht in der Lage sein würden das Bilde zu erkennen, suchte ich einen mir bekannten Steinmetzen auf und bat ihn ein Denkmahle zu errichten im Schatten des Baumes...
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„In Erinnerung an den Wiederaufbau der Stadt -möge eine gute Saat gesät sein“
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Aus dem Tagebuch von Sanjana Valeth