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Dienen und leben ....

Verfasst: Mittwoch 8. Februar 2012, 15:19
von Magnus Siluvaine
Prolog:

Wohin auch immer man ging: Überall klagten die Menschen darüber wie schlimm es ihnen doch geht, wie hart das Leben an sich ist und das alles viel zu kompliziert ist. Doch als ob das nicht alleine schon schlimm genug wäre, nein ! Sie warten darauf dass man ihnen zustimmt, ihnen recht gibt und ihnen letztlich noch Worte der Aufmunterung vorheuchelt. Wobei „warten“ nicht das richtige Wort ist…denn sie „erwarteten“ es….




Kopfschüttelnd hatte er den kleinen Schneiderladen in dem Fischerdorf verlassen. Stiefel wollte er! Ein verdammtes Paar Stiefel ! Und was bekam er stattdessen? Eine Lebensgeschichte die ihn nicht interessierte, die Information der Schneiderin dass sie ja schwanger sei, welche er nicht brauchte, und den Hinweis dass das Balronleder derzeit „ja leider so sehr gefragt ist, dass es noch dauern kann…“ bis sie Nachschub bekam, was er wiederum nicht hören wollte. Es war ermüdend geworden…

Gerade als er den Holzsteg überquerte, welcher aus Bajard hinausführte, konnte er aus nicht allzu weiter ferne laute Stimmen vernehmen. Sicherleich braute sich dort eine neue Auseinandersetzung zusammen. Das Leben ist eben hart und alles sehr kompliziert….


Er wandte sich gen Westen, in Richtung des Waldes, hatte er doch keinerlei Interesse daran sich das Spektakel anzusehen oder sich gar daran zu beteiligen, war dies doch ermüdend und inzwischen ein beinahe jeden Abend wiederkehrendes Ereignis.

Inzwischen waren einige Wochen vergangen, seitdem er in Düstersee sein Unwesen getrieben hatte. Würde er heute eine Bilanz ziehen, so konnte er mit dem, was er erreicht hatte mehr als zufrieden sein. Auch jetzt zauberte ihn der Gedanke daran, was noch folgen würde ein süffisantes Lächeln auf die Lippen. Er liebte es, wenn sich seine Opfer in Sicherheit wiegten, ohne zu wissen was kommen würde.

Er erreichte das Ufer und machte sich daran einfach an jenem entlang zu laufen, den Blick leicht gen Boden gesenkt. Er hatte Glück, denn ER musste sich nicht all den Fragen stellen, die bei anderen Menschen täglich anstanden. ER hatte eine klare Aufgabe, und bei dieser gab es kein rechts und kein links, denn Versagen würde ihm die Missgunst seines Meisters bringen, und diese Missgunst würde nur kurz darauf zum Tode führen. Segen oder Fluch ? Für ihn selbst war es eindeutig ein Segen, alles was er tun musste war dienen. Es gab keine weitere Regel, kein weiteres Gesetz. Ein stetiger Strom an Seelen, Nahrung für den ewig hungrigen. Er würde nie so leben wie all die Menschen um ihn herum, dafür war er nun mal nicht bestimmt. Und er würde es auch nie wollen, das stand immer für ihn fest…

Doch gab es inzwischen eine einzelne Ausnahme…

Es gab etwas was er wollte…für sich ganz alleine besitzen wollte…

Doch erschien ihm dies unmöglich, zumindest am Anfang. Krathor genoss den bitteren Geschmack der Ironie, und es wäre nur eine Frage der Zeit bis er von seinem Diener das unausweichliche fordern würde…nur um ihn einen weiteren Beweis seiner treue abzuringen.

Die Diener werden nur durch ihren Herren und Meister selbst erwählt. Aber er hatte sich etwas einfallen lassen, um das, was er so sehr wollte, auch in Zukunft zu beschützen und zu hüten. Ein Leben nach dem Glauben an Krathor, die Huldigung seines Wesens…so sollte es sein. Eine Geste der Treue, des Glaubens …. und gleichzeitig der Schutz vor dem Verlust …

Es war der Grundstein von etwas Großem. Etwas, und davon war er überzeugt, was seinem Meister gefallen würde. Es war seine Garantie das, zu behalten, was er besitzen wollte….



Dienen und leben. Leben und dienen..
Noch im Gehen zog er eine kleine Schatulle aus der Tasche, und erst als er sie vor sich in den Händen hielt und geöffnet hatte, blieb er stehen. Das, was er dort sah zauberte ihm ein kleines Lächeln auf die Lippen...



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