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Wie soll es nur weitergehen?
Verfasst: Montag 6. Februar 2012, 17:45
von Sarah Schwarzmourne
Auch wenn nun schon einige Zeit verging als Malachai mit der Schreckensbotschaft heimkam, ihr schien es immer noch wie Gestern vorzukommen. So viele Gedanken und Gefühle die jetzt wieder auftauchten und so viele Fragen. Fragen, ja irgendwie endete immer alles mit unzähligen Fragen, aber sie mussten teilweise beantwortet werden.
Die Schuldfrage war für sie schon geklärt, es musste ein Fluch sein, ein Fluch den Sie und ihr Bruder abbekommen, zu jeder Gelegenheit und zu jeder Zeit. Aber es traf nicht wirklich die beiden, oh nein das wäre auch zu einfach, nein es traf immer jene die die beiden liebten.
Malachais Frau und seine beiden Kinder, ihr Sohn der es noch nicht mal auf diese grausame Welt schaffte und Perrin, ihr Gefährte. Alle starben sie, keine Chance Sie zu retten. Ja sie hätte zumindest zwei Unglücke verhindern müssen, aber sie wusste es nicht besser. Hätte sie es wirklich verhindern können?
Malachai war der festen Meinung dass sie es nicht hätte verhindern können. Aber das war seine Meinung.
Malachai, auch er brachte einige Fragen mit sich. Erst wollte er nicht darüber sprechen, wollte es scheinbar verdrängen was passiert ist. Es schmerzt ihn einfach noch immer viel zu sehr. Dann kam er und wollte unbedingt drüber sprechen, wollte nicht dass Sarah es verdrängt, sie musste es verarbeiten, sollte Fehler die er selbst schon des oefteren machte nicht auch machen. Fehler? Sie hatte einen Plan, einen Plan wie es ihr in Zukunft gelingen sollte dass es nicht noch mehr Unschuldige in Ihrer nähe treffen sollte. Ja eigentlich einen ganz einfachen Plan, niemand durfte das in ihr erkennen das Perrin sah. Früher ärgerte sie sich immer wenn sie
n u r die kleine Schwester Malachais war, nur die Jagdgefährtin oder Ziehtochter von Arsen und Seli. Heute, nein heute war es genau das was sie wollte. Sie musste innerlich lachen als sie erkannte dass sich nichts geändert hatte, wenn Roberto sagte: Dein Bruder und du, ihr müsst vorbeikommen auf der Insel ebenso bei Hudgarr der mit ihr jagen ging. Als Schwester von Malachai gehoerst du zur Familie und bist mit deinem Bruder natürlich eingeladen. Dann kannst du dir die Aussicht auf dem Berg ansehen.
Hudgarr, ja bei ihm war sie ganz besonders froh dass er sie als kleine Schwester sah. Es fiel ihr schwer sich zu verstellen wenn er da war, vielleicht lag es ja einfach daran dass er doch einige Jahre älter als sie war, oder weil er Malachais bester Freund und der Patenonkel seiner Tochter war, oder einer von vielen anderen Gründen...., egal aber sie musste noch mehr tun als das kindliche Verhalten aufzubieten, weite Kleider, die Brust abgebunden und dann noch die Haare.
Das ganze Haus stellte sie den Morgen auf den Kopf, irgendwo musste doch eine Haarschere sein. Brummend und fluchend huscht sie von oben nach unten und wieder zurueck, jede Türe jedes Schrankes, jedes Regal in diesem Haus wurde geoeffnet durchsucht und wieder geschlossen. Sie war das xte mal im Gästezimmer als Mala heimkam und sie so direkt fragte was sie denn suche dass sie ihm das auch gerade raus sagte: eine Haarschere.
Sie schöpfte noch nicht mal verdacht als er anbot ihr die Haare zu schneiden und so setzte sie sich auf den Stuhl und half ihm den Zopf zu lösen. Wo auch immer sie an dem Tag ihren Kopf hatte, benutzt hat sie ihn nicht sonst hätte sie ihm nie von ihrem Plan erzählt. So ein guter Plan den Malachai nun in der Luft zeriss. Es würde nicht funktionieren und er hätte es auch schon versucht. Sie soll sich nicht die Haare schneiden lassen, nur dann wenn sie meint sie würde dadurch huebscher aussehen. Unzählige Argumente die er einwarf, Gefühle die hochkamen ja er hatte sogar noch den Trank von damals und bot ihr an diesen doch zu nehmen, dann wäre das schwarze Blut weg und somit auch der Fluch.....
Wäre es wirklich so? Das Blut ist das was die beiden so miteinander Verband, das was die beiden ausmachte. Wieder kamen die Erinnerungen an damals hoch, die Angst die sie um alle hatte und vor allem um ihren Bruder, wobei sie zu dem Zeitpunkt noch nichtmal davon wusste dass er es ist. Ja sie war fest der ueberzeugung dass das Blut der Fluch ist, dass seinetwegen die beiden zu keinem Glück finden, zumindest nicht auf dauer....
Das war auch so eine Sache, Malachai versuchte sie davon zu überzeugen dass sie doch auch sehr viele schöne Momente und glückliche Zeiten hatten und zählte seine schönsten auf: Die Hochzeit mit Inara oder Sienara, die Geburten seiner beiden Kinder, wie sie sich freuten als bemerkten dass es Nachwuchs gibt.....
Ja wirklich alles sehr schöne Momente an die man gerne zurueckdenkt, doch keine die auch Sarah erfahren durfte. Als sie merkte dass sie schwanger war ueberschattete die Angst dass Perrin sich abwendet alles andere, Hochzeit gab es nie weil Perrin sich nicht binden wollte und die Geburt......nein das waren alles dinge an die sie lieber nicht dachte. Ja auch sie hatte schöne Momente mit ihm, und auch als sie erfuhr und vor allem begriff dass Mala ihr Bruder ist war einer der schönsten Momente in ihrem Leben, aber das konnte doch nicht alles sein....
Sie musste drüber schlafen ob sie ihre Haare nun schneiden lassen sollte oder doch nicht, vieles das Mala sagte sprach dagegen, aber sicher war sie sich da noch nicht.
Die Jagd! Das war etwas das die Frage der Miete beantworten sollte. Früher hatte sie darüber nie nachgedacht, das Haus gehoerte den beiden und die Gaststube warf auch einiges ab. Sie ging bisher eigentlich nur zur Entspannung jagen. Nicht weil sie es musste. Die beste Schützin war sie bei Leibe nicht, aber sie konnte sich schon zur Wehr setzen wenn es sein musste. Das war wohl auch der Grund weshalb Perrin sie nicht immer mitnahm und er schien wirklich immer erleichtert wenn sie aus welchem Grund auch immer gar nicht erst mitkonnte und sich die Diskussion darueber erübrigte. Dabei waren sie früher so gerne gemeinsam jagen gegangen. Und gemeinsam schafften sie es im Orkdorf auch immer die Kiste hinten zu plündern. Ja das waren schöne Ausflüge.
Hudgarr lief wie er vor und hielt ihr die Monster auf Abstand dass sie in Ruhe zielen konnte und doch auch einige Pfeile ihr Ziel erreichten. Ja beide waren um sie besorgt, so sehr dass er sich mehr auf sie statt auf seine Gegner konzentrierte und so kam weit in den Hoehlen was wohl kommen musste, er wurde bewusstlos und sie konnte nur versteckt zu ihm eilen und ihm Riechsalz hinhalten und ihm weghelfen bis er wieder halbwegs bei sich war. Und da sollte sie alleine hin zum üben.....
Hudgarr, er begann am Abend ein wenig zu erzählen ueber Inara und wie es kam dass sie für seinen Bruder arbeiten musste. Leider verflog die Zeit wie immer viel zu schnell und so unterbrach er irgendwann und machte sich am Heimweg. Doch davor sollte sie Ihrem Bruder noch ausrichten dass die beiden bei ihm eingeladen sind. Malachai und seine kleine Schwester...., ja es war gut so, so sollte es sein, aber dennoch schmerzte es irgendwie....
Fayana. Sie war mit der Zeit eine richtig gute Freundin geworden. Immer oefter, ja man konnte schon fast sagen dass sie täglich vorbeikam. Alleine oder mit ihrem Bruder und mitlerweile fällt es ihr auch nicht mehr so schwer mal auf die Heimreise zu verzichten wenn sie mal wieder bis spät in die Nacht plauderten. Es tat wirklich gut zwischendurch mit einer Frau zu sprechen. Ja sicher Mala sagt immer sie kann ueber alles mit ihm reden, aber er wusste genauso wie sie dass das nicht möglich war. Ihr hat sie auch von ihrem Plan erzählt, sie wusste sie konnte ihr Vertrauen aber es war schwer ihr zu erklären wo der Fluch herkam beziehungsweise was sie damit meinte ohne ihr von den Schatten oder dem was sie verband zu erzählen. Und so musste es wohl so kommen dass Fayana auch nichts von dem Plan hielt, im Gegenteil sie wollte sogar mit Mala drüber reden, hmm hat sie das vielleicht wirklich getan? Oder hat sie sich von ihm wirklich nur so einfach ueberrumpeln lassen?
Wie auch immer sie war eine richtig gute Freundin und Sarah war froh dass sie oft bei ihr war und sie nicht alleine in diesem Haus hocken musste dass ja immer für eine Familie geplant war.
Malachai hatte sich auch sehr verändert. Sie sah ihn seit seinem Fund schon zwei mal eine Träne verlieren. Nein er war auch noch nicht so weit wieder unbeschwert weiterzumachen. Auch wenn sie sich sicher war dass er bald wieder wen finden wird dem er sein Herz schenkt und dieses auch tausendfach erwiedert wird. Noch nie war sie glücklicher ihren Bruder um sich zu haben. Er gibt sich wirklich mühe so oft wie möglich bei ihr im Haus zu sein. Er versucht wirklich für sie da zu sein, ihre Fragen zu beantworten und sie vor allem zu beschützen. Malachai war der einzige bei dem sie keine Angst haben brauchte ihn an sich heranzulassen. Jemand den sie wirklich liebte, und der sie liebte wie sich Geschwister eben lieben. Es verband sie das Blut, jenes das auch ein Fluch ist, aber manchmal eben auch ein Segen.
Es gab noch viel mehr Fragen, zum Beispiel wo sie so rasch wie möglich weite dunkle Kleidung herbekam, wo sie nun Federn herbekam nachdem der Garten nicht gross genug für ihre Hühner war und so weiter und so fort. Aber das waren eher kleine Fragen die sich schon irgendwie von alleine loesten.
Verfasst: Donnerstag 16. Februar 2012, 18:05
von Malachai Schwarzmourne
Am Ende schien die Arbeit doch Früchte zu tragen.
Es tat ihm leid, wieder nur die Unwahrheiten....naja...mehr Halbe Wahrheiten seiner Schwester auf den Tisch zu legen.
Zumindest, die Wunden und das Blut, das er mit ins Haus schleppte, waren von Banditen. Die Beweggründe verschwieg er aber.
Er wollte ihr keine Hoffnung machen, wo vielleicht keine sind.
Wobei...kann man das Hoffnung nennen?
Er kannte dieses erdrückende Gefühl der Unwissenheit. Diese quälenden Fragen, die einem den Schlaf raubten. Immer wieder, wie ein Hämmern von Stahl im eigenen Kopf, das Wer und Wieso!
Wieso musste jemand sterben? Und wer tat einem soviel Leid an?
Er recherchierte. Er WUSSTE, irgendwer um Varuna musste etwas wissen.
So beobachtete er. Hielt sich im Schatten verborgen. Es war wie zu alten Zeiten, als er noch aktiv tätig war...erst für die Eisenwart, später als Schattenlord.
Er verstand es, kaum zu atmen, einfach darzustehen und abzuwarten und so ereignete sich auch recht schnell ein Schicksal.
Eine junge Frau mit schweren Gepäck, wohl Lebensmitteln und einem kleinen Kind. Er folgte ihr, fast über den Boden schwebend.
Wo war nur ihr Mann? Wieso liess er diese Frau zu so später Stund mit Kind diese unsicheren Wege gehen?
Doch er könne ihm keinen Vorwurf machen.
Er sah Sie selber....seine geliebte Inara...wie Sie in der selben Situation mit ihren beiden Kindern durch ebensolche Wege ging.
Er seufzte, wie ein brennen im Herz, dass er keinen Deut besser ist, als der Ehegatte dieser sich abschleppenden Frau.
Und dennoch, er wusste, solch eine Beute würden sich Banditen nicht entgehen lassen.
So ergab sich, was kommen musste.
3 grobschlägige, stinkende und hässliche Visagen traten heraus aus der Dunkelheit, bewaffnet und sich ihrer Beute sicher.
Wer weiß, was die Frau und das Kind hätten durchleiden müssen, wäre ein Schatten nicht aus eben jener Dunkelheit entsprungen, mit gezückten Klingen direkt auf dieses Trio gerannt und die Arme weit nach vorne ausgestreckt, was die beiden äußeren Banditen Blut spritzen liess und sie röchelnd nach Luft zu Boden sackten.
Ehe der in der Mitte reagieren konnte, setzte es einen Fußtritt in seine Kronjuwelen, was ihn aufschreiend zu seinen Kameraden auf den Boden warf...selbst wenn er im Gegenzug noch lebte.
Die schwarzverhüllte Gestalt wandte sich der Frau und dem Kind zu, welches ein panischen Gesichtsausdruck wie eingemeisselt hatte.
Dachte Sie, Sie wäre die nächste?
Oder hatte Sie nie Leichen gesehen?
Eine Handbewegung, ein leises Flüstern, sie solle gehen, schnell ins sichere Heim, liessen die Frau Kind und Sachen greifen und gen Bajard rennen.
So verbrachte Malachai die Nächte.
Er lauerte, wartete auf die Beute, die auf Beute wartete, tötete soviele, wie er nicht brauchte und befragte dann die Überlebenden.
Sie lauerten um der toten Stadt, sie wussten, was dort lebte...wer dort Ein- und Ausging und so nach und nach schlossen sich die Puzzleteile.
Ab und an musste Malachai wirklich kämpfen, eine Wunde am Arme trug er mit sich, eine gestauchte Hand, als er gegen einen unerwarteten Eisenpanzer unter einer Robe schlug.
Doch am Ende konnte er seine Fragen stellen...ehe er...oblgeich die überlebenden Banditen an eine Freilassung glaubten, ihrem Leben ein Ende bereiten. Bereinigt diesen Ort vom Gesocks der Menschheit, die arme Wanderer, Händler und Frauen überfielen.
Zu schade empfand er es ein wenig wehmütig, dass kein Rabendiener diese Wege kreuzten.
Doch Sie waren nicht dumm, diese Brütler. Sie verstanden es, ungesehen sich zu bewegen, gar in Vögeln verwandelt zu fliegen.
Also blieb er bei den Aussagen der Banditen...solange...ja...
bis es passte...ein Name fiel, auf welchen er sich stützen konnte.
Die immer gleichen Merkmale, Dienerkluft, blutrote, knochrige Hände...Serra...
Es passte vom Hörensagen, vom Zeitpunkt, von einem jungen Mann, der kurz nach ihr Varuna betrat...und sie als einziges die unheilige Stadt verliess.
Dies war Sie, die Mörderin Perrins.
Und würde das Schicksal ihm nicht mehr als behilflich sein, mag es nur Glück und nicht das Wirken der Götter darstellen, dass eben jene Serra sich stellte...als eine Person unter bürgerlichem Namen Anveena Midame...der sogar ihm ein Begriff war.
So trat er Heim, die Jagd war beendet, jetzt galt es, die Trophäe abzuholen.
Er blickte in Sarahs besorgte Augen und lächelte.
Selbst wenn ihre Vorwürfe gerecht waren, er würde alles tun, gegen jedes Ungeheuer kämpfen, um die Chance zu ergreifen, ihr Leid zu nehmen.
Sie war seine Schwester...und er liebte Sie vom ganzen Herzen.
Verfasst: Freitag 17. Februar 2012, 23:36
von Sarah Schwarzmourne
Egal wieviel sie darueber nachdachte und alles noch zig mal abwägte, sie kam zu keinem Ergebnis. Der Plan war nicht schlecht und nur weil es ihrem Bruder nicht gelang muss es ja nicht heissen dass es auch ihr nicht gelang, oder? Wie immer wurden es mehr und mehr Fragen statt weniger, so auch als Malachai heimkam an dem Abend nach der Hinrichtung dieser Rabendienerin und ihr erklärte dass er einen Brief für sie hätte.
Sie ging durch Berchgard, jene Stadt die ihr ein neues Zuhause war seit einiger Zeit oder zumindest ihr neues Zuhause werden soll. Irgendwie fühlte sie das noch nicht so ganz, alleine weil das nächste Gewässer ein Stück weit weglag und auch Wald gab es keinen grossen in der nähe. So kommt es dass sie zum Holz schlagen mit ihrem Packtier immer wieder die Schiffsreise in kauf nehmen muss um nach Lameriast zu reisen. Aber es hatte auch viele Vorteile, zum einen war sie hier nicht soooo alleine wie auf der Insel wo man so gut wie niemanden mehr antrifft. Zum anderen hatte sie hier auch einen gewissen Schutz, auch wenn sie sicher war dass sie diesen nicht wirklich brauchte, aber wer weiss schon immer was noch kommen mag. Und die Bewohner waren auch alle sehr nett, zumindest jene die sie langsam kennenlernen durfte.
Sir Rafael, ja ihn kannte sie ja schon länger, er war auch einmal zu besuch in der Akademie damals wo sie sogar mit ihm üben durfte, ja der Gedanke daran lässt sie heute noch schmunzeln.
Sir Mervis, ein mehr als freundlicher Ritter der ihr helfen möchte bei ihren Lese und Schreibproblemen, ihr eine Fiebel schenkte und Sarah zusicherte jederzeit für sie dazusein wenn sie hilfe brauchte. Auch bei ihm musste schmunzeln, wäre er kein Adeliger würde sie sich auch bei ihm hüten zu freundlich zu sein. Manchmal konnte man direkt annehmen dass er mit ihr flirtet, was ja sicher nicht so war aber alleine wie er mit ihr spricht bringt jedes mal ein lächeln auf ihre Lippen.
Selbst die junge Schneiderin aus dem Handelshaus, ja auch sie ist immer sehr nett und bemüht auch wenn statt der bestellten fuenf verschiedenen Garnituren an neuer Kleidung fünf mal exakt das gleiche genäht hat. Jetzt hatte sie zwar noch immer nicht viel zum wechseln aber zumindest musste sie nicht mehr so oft hintereinander waschen und konnte einiges zusammenkommen lassen.
Jedenfalls traf sie an jenem Tag auf eine Gruppe von Leuten die sich ueber die Hinrichtung am heutigen Abend unterhielten. Einige wollten selbst hinfahren einige fanden schon den Gedanken daran mehr als abstossend. Sarah indess sah eine Möglichkeit, eine kleine Chance dass sie genugtuung empfinden würde, dass sie ihre Trauer, ihre Wut und auch ihre Schuldgefühle mit dieser Rabendienerin zum Teil mitverbrennen konnte und so machte sie sich am Abend auch auf den Weg zum Hinrichtungsplatz in Adoran.
Adoran, wie sehr sie diese Stadt und vor allem Ihre Adeligen verabscheute durfte sie niemandem sagen, sie kann einfach nicht vergessen wie ihr Bruder bestraft wurde weil er die Stadt schützen wollte. Natürlich hatten sie beide nicht gedacht ihre Waffen abzugeben als sie ankamen, aber wer denkt schon an sowas wenn man verletzte begleitet und nicht weiss wie schwer sie verletzt sind und ob es nicht schon zu spät war?
Nichts desto trotz ging sie weiter und blickte sich am Platz um, es war noch niemand hier, sie war wohl die erste und so suchte sie sich einen Platz in einer Ecke, zog ihr Halstuch wieder hoch und die Kaputze ihres Umhanges ueber den Kopf um die Kälte nicht zu sehr ankommen zu lassen wärend sie wartete.
Allzulange musste sie auch nicht mehr warten, der Platz wurde immer voller und schliesslich wurde sie auch aufgefordert auf die andere Seite der kleinen Insel zu gehen da hier die Wachen ihren Platz suchten. Kaum drüben angekommen wurde auch noch einmal kurz aufgefordert ihr Gesicht zu zeigen, was sie auch tat, die Wachen waren lange schon nicht mehr die selben die damals auf Malachai und sie achtgeben sollten und selbst die eingebildete Gräfin erkannte sie nicht mehr was ihr erneut ein schmunzeln auf die Lippen zauberte. Alleine die viel zu lange Ansprache die wieder von ihr kam, aber das musste wohl so sein. Zum Glück musste sie nicht alles verstehen was die Adeligen von sich geben und machen. Und dann sollte es endlich so weit sein. Der Henker wurde aufgefordert mit seiner Arbeit zu beginnen.
Er begann damit ihren Kopf zu rasieren, bis heute weiss Sarah nicht wozu das gut sein sollte, sie wirkte ohnehin wie eine alte Frau auch wenn sie bisher immer dachte dass es eine junge Frau war von dem was sie hoerte, und da spielte es keine Rolle mehr ob sie nun Haare hatte oder nicht. Ausserdem brennen Haare doch auch sehr gut oder? Egal er war recht rasch damit fertig und riss danach ihre Robe hinten auf ehe er mit einer Peitsche zehn kräftige Hiebe auf Ihren Rücken schnalzen lies, dazwischen schüttete er ihr Wasser ins Gesicht wenn er merkte dass sie Ohnmächtig zu drohen schien. Die Anwesenden zeigten auch hier die unterschiedlichsten Reaktionen. Einigen wurde schlecht und zuckten bei jedem Hieb mit, andere feuerten den Henker an und zählten laut mit, schienen dabei regelrecht Freude zu empfinden. Wieder andere blickten wie sie selbst, kaum eine Regung zeigend still zu. Ja sie kannte einige die hier waren, die meisten jedoch nur flüchtig wie Liam und Sophie. Sie war irgendwie froh keinen näher zu kennen, dass keiner da war der sie Ansprach und sie ihren Gedanken nachgehen konnte.
Es schien als ob die Peitschenhiebe schon fast gereicht hätten, wie ein Häufchen Elend hing sie gefesselt auf dem Scheiterhaufen, jetzt schon mehr tod als lebendig. Doch wer denkt dass diese Frau auch nur ein Wort des Bittens nach Vergebung oder nach ihrem Leben ueber die Lippen kam der irrt gewaltig. Es schien eher als ob sie nach dem Tod lechzte, sich danach sehnte und ihr Wunsch sollte bald erfuellt sein.
Das Feuer breitete sich rasch zu ihr hin aus, griff regelrecht nach ihr, und rasch roch es am Platz nach verbranntem Holz und was noch viel schlimmer war, nach verbranntem Fleisch, nach dem Fleisch dieser Rabendienerin. Kurz bevor ihr Körper in sich zusammenfiel schien es noch als ob ihre Hände nach vorne um ihren Bauch griffen, aber wer weiss ob sie da ueberhaupt noch bei Bewusstsein war.
Sarah ging kurz danach, sie konnte einfach nicht mehr länger still stehenbleiben ohne die Gefühle zu zeigen die sie regelrecht erschlugen. Abscheu, Ekel, Ratlosigkeit, Zorn und vieles mehr prasselten auf sie ein. Nicht nur wegen dem was sie sah, sondern auch wegen dem was die Leute alles von sich gaben. Aber was das schlimmste an alledem war, alles was sie sich davon erhoffte, weshalb sie hier ueberhaupt hinging, das trat nicht ein.
Sie eilte so rasch sie konnte nach Berchgard zurueck, das Halstuch nur vom Gesicht gezogen lies sie sich so wie sie war in den Stuhl neben dem Kamin sinken und versuchte mit dem eben erlebten klar zu kommen. Versuchte herauszufinden weshalb nichts von dem Eintrat was sie sich so sehr erhoffte. War es wirklich so falsch zu hoffen dass sie etwas der Schuldgefuehle auf die Rabendiener welche ihn toeteten abzugeben? Anscheinend war es so, ja sie machte sich nach wie vor die groessten Vorwürfe selbst, die konnte ihr wohl niemand abnehmen.
Wie lange sie da sass mochte sie nicht sagen, sie hoerte nicht einmal die Türe als ihr Bruder heimkam, erst als er fast vor ihr stand bemerkte sie ihn und löschte rasch das licht der Laterne in der Hoffnung dass er ihre verschwollenen und immer noch tränenden Augen nicht sehen mochte. Er hockte sich vor sie und drehte ihren Kopf zu sich, wie konnte sie auch glauben gerade vor ihrem Bruder etwas verbergen zu können, so gut wie sie ihn mitlerweile kannte sollte sie es langsam besser wissen.
Er konnte ihr auch nicht erklären weshalb ihre Erwartungen nicht erfuellt wurden, aber er hatte etwas anderes mitgebracht das ihr helfen sollte. Er hielt einen Brief in seiner Hand, es sei ein Brief von eben jener Frau die vor einigen Stunden hingerichtet wurde. Ein Brief für Sarah.
Sie war unschlüssig ob sie den Inhalt erfahren wollte oder lieber doch nicht. Wer konnte ihr sagen ob da nicht nur lauter lügen drin stehen? Wer konnte ihr sagen was in ihrem Kopf vorging, weshalb sie ihr ueberhaupt diesen Brief schrieb? Nun Malachai war sich sicher dass sie wissen sollte was darin stand und so las er ihr den Brief dann auch vor.
Als hätte sie es gespürt, geahnt, ja jene Frau die heute verbrannt wurde war tatsächlich jene die Perrin getoetet hatte. Das verriet sie ihr in jenem Brief und auch was er sagte als er im sterben lag. Sarah hätte keine Schuld an dem was passierte und dass er sie liebte. Aber was konnte sie davon glauben? Der Brief war lange und das erste mal bereute sie es wirklich bisher noch nicht gelernt zu haben selbst zu lesen was darin stand. Würde Malachai ihr etwas vorlesen das da gar nicht stand? Würde er alles nur erfinden um ihr den Schmerz zu nehmen? Sie musste diese Fragen wohl auch irgendwie ausgesprochen haben denn er versicherte ihr sofort dass er in dieser Sache unter keinen Umständen etwas falsches sagen würde und sie könnte ihn sich ja auch von jemandem anderen noch vorlesen lassen.
Wen sollte sie damit belasten? Nein dieser Brief war für sie gedacht und bei ihr sollte er auch bleiben. Nein sie hatte keinen Grund ihrem Bruder zu misstrauen. Dafür liebte und vertraute sie ihm viel zu sehr und so packte sie den Brief in Ihre Tasche, eine weitere Erinnerung die ihr blieb ausser der Kette mit dem Regenbogenstein der im Licht alle Farben spiegelte und für Perrin wie ein Ehering war und die sie, seit sie jene bekam niemals ablegte.
Verfasst: Dienstag 21. Februar 2012, 13:44
von Malachai Schwarzmourne
Wieder einmal verbrachte er nach langem die Nacht in der Hafentaverne in Bajard.
Es war eine richtige Spelunke, das stimmte. Nur die schlimmsten und härtesten Seefahrer kamen herein, um ihre salzige Kehle mit einem frischen Bier rein zu waschen.
Es wurde gelacht, es wurde geprügelt und es wurde den Bardamen ordentlich auf den Hintern gehauen, selbst wenn der Tavernenbesitzer die Trunkenbolte direkt hinaus warf.
Malachai stach förmlich heraus. In seiner schwarzen Lederkluft, dem ebenso pechschwarzen Umhang, die Kaputze aufgesetzt und ruhig am Tresen am Becher nippend.
Nicht nur seine Gestalt war einen Blick wert, auch seine Getränkeauswahl sorgten schon das eine oder andere mal für Lacher.
Doch mittlerweile kannte man ihn, gut genug, um Ärger aus dem Weg zu gehen.
Sie wussten, dass die Kraft eines Mannes sich nicht am Alkoholgehalt seines Getränkes messen lies, im Gegenteil, der Schwarzgekleidete eher einen Vorteil durch einen klaren Verstand verschuf.
So war der letzte, arme Trunkenbolt, der meinte, ein Opfer für seine Aggressionen gefunden zu haben, wirklich zu bemitleiden, dass der gebrochene Arm ihn doch einige Monde von seiner geliebten See fern hielt.
So war er halt. Er versuchte die Konfrontation zu vermeiden, bot dem Seemann mit dem großen Mundwerk sogar ein Beschwichtigungsbier an. Doch wer lieber die Fäuste statt der Vernunft sprechen lassen will, bekommt keinerlei Gnade und so spürte jener nur den Schmerz in seinem Arm, als er ausholte, seine Faust abgefangen und so stark gedreht wurde, dass sein Körprer den Halt zum Boden verlor und längs den dreckigen Boden küsste, ehe ein weiterer Ruck und ein unheilvolles, lautes Knacken nur eine Pointe zu dem widerspiegelten, was der Schmerz und sein Geschrei schon aussagten.
Wenn es soweit kam, dann hatte Malachai keinerlei Mitleid noch Skrupel.
Und so saß er da, schlürfte an seiner Ziegenmilch, die, da er nun öfters kam, sogar vom Tavernenbesitzer frisch geholt wurde.
Malachai hob 2 Finger, ein sachtes Nicken des Barmannes, der in weniger Zeit den leeren Krug mit einem vollen Wechselte.
Mittlerweile kannte er ihn sehr gut. Malachai entsann sich an jenen kleinen Jungen, der nun die Arbeit des Vaters übernahm.
Er war auch bei einigen Ereignissen zu gegen, die in Bajard passierten. Sei es die fliegenden Dämonen gewesen oder der gewaltätige Trunkenbolt, der Verdania mit einem Dolch bedrohte.
Er wusste, zu was Malachai im Stande war, wusste, dass viel Blut an seinen Händen klebte.
So beugte er sich zu ihm und sprach leise:
"He Schwarzer....warum tust du das eigentlich alles? Dieses Banditenschlachten, Rabenjagen, Trunkenboldeschnetzeln. Warum nur?"
Malachai hebte den Blick vom Krug auf den jungen Mann. Als die Worte seine Lippen verliessen, musste er sofort an Sarah denken.
Der Brief gab ihr ein wenig Linderung der Schmerzen. Zumindest redete er es sich ein.
Er fühlte sich so nutzlos...mehr aber, so hilflos.
Er ertrank meist seinen Schmerz in irgendwelchen Aktivitäten, liess seinen Wut und seinen Zorn einfach an irgendetwas heraus.
Er war kein Mensch, der sich groß mitteilte. Seine Sorgen und Ängste anderen offenbarte.
Er sah es immer als Schwäche an. Selbst wenn er wusste, dass dies nicht der Fall ist, alte Gewohnheiten legt man nur schwer ab.
Und wenn er sprach, dann meist als Schattenlord. Befahl Dinge, zeigte klare Linien, führte die Menschen an.
Aber nie war er ein Seelsorger. Nie vermochte er, die Gefühle anderer zu sehen und wirklich verstehen zu können.
Er dachte pragmatisch, glaubte, dass es für jedes Problem eine Lösung gäbe und so handelte er meist auch.
Der Brief für Sarah, diese Aufklärung, das Morden, bis man am Ziel angekommen ist...ja, das ist sein Weg.
Er verstand es wenig, mit ihr darüber zu reden, er glaubte fest daran, dass er bei dieser Art der Kommunikation eine totale Niete ist. Daher tat er das, was er am besten konnte: Die Klinge zücken, das Blut fliessen lassen.
Jegliche Unmenschlichkeit, die es ihm verbat, über die Gefühle anderer sprechen zu können, war es, die ihn bei den Taten antrieb.
Und das Gefühl liess ihn nicht los, dass er Sarah so wenig helfen konnte, mehr, ertappte er sich eines Nachts, wie ihm der Gedanke kam, dass er eine Last sogar sei.
Selbst wenn er seine Gefühle, den Drang, hinaus zu rennen und seinen Schmerz in die Nacht zu schreien, verbag...gab es oft die Momente, wo er ihren besorgten Blick sah oder diese Fragerei nach Neugierde erkannte, wo er lieber schwieg.
So redete er sich weiter ein, der Brief hat ihr geholfen...und wird ihr auch weiter helfen, den Schmerz zu bekämpfen und nach vorne zu blicken.
Mögen die Einfühlsamen Gespräche durch andere Getätigt werden. Mögen die guten Ratschläge von Hudgarr oder Fayana kommen. Der Mann für das Grobe blieb er dann.
So nahm er einen großen Schluck, wischte sich einmal über den Mund, griff in die Tasche und legte einen Batzen Gold hin, ehe er sich erhob, den Umhang zurecht rückte und die Maske hinaufzog.
Der Barjunge blickte ihn an, als Malachai sich dann doch noch einmal umdrehte und ruhig auf seine Fragte antwortete:
"Weil ich es kann."
Verfasst: Mittwoch 22. Februar 2012, 17:00
von Sarah Schwarzmourne
Die Zeit verging wie im Flug, Malachai kam immer später heim wenn er ueberhaupt kaum. Meist hoerte sie ihn doch sie blieb oben hocken vor dem Kamin auf der Bank. Ja dies war seit einiger Zeit zu ihrem Lieblingsplatz geworden. Finster, ruhig, man konnte in ruhe ueber alles nachdenken oder einfach nur vor sich hindösen. Oft blickte sie noch auf diesen Brief den sie immer bei sich trug, auch wenn sie ihn nicht lesen konnte, sie konnte sich an jedes Wort erinnern das darin stand. Es war nicht ihre Schuld, ja auch das stand darin, sie wusste dass sie ihn nicht bat da hin zu gehen und auch dass sie nicht absichtlich so sorglos war was die Geburt betraf, aber schuldlos? Eigentlich hat sie an dem Abend schon ihren Gefährten verloren, auch wenn er dieser Anveena sagte dass er sie immer noch liebt.
Die Gespräche mit ihrem Bruder wurden immer seltener, sie wusste dass er seinen Freiraum brauchte und auch dass er ihr vieles nicht erzählte um sie zu schützen. Warscheinlich war es wirklich besser nicht alles zu wissen was er Nachts anstellte, dazu kannte sie ihn zu gut mitlerweile. Jeder versucht halt auf seine Art mit dingen fertig zu werden und vieles brauchte einfach seine Zeit.
Leider kam auch sonst keiner mehr vorbei, Fayana hatte wohl auch sehr viel zu tun wie alle anderen die sie sonst noch kannte. Am Tag war es nicht so schlimm, sie hatte mehr als genug aufzuarbeiten, sie ging Fischen, Holz schlagen, räumte erneut die Truhen um und jeden Tag lag sie auf den Fellen und übte einen anderen Buchstaben aus dem Buch. Wenn Mala zwischendurch da war half er ihr so wie er es versprach, zeigte ihr wie die Strichfolge sein sollte und es ihr leichter fallen könnte, malte ihr ihren Namen auf dass sie diesen auch ueben konnte und hatte ein offenes Ohr für alle ihre Fragen die sie dazu hatte.
Ja sie war fleissig was das betraf und all diese Aufgaben liesen die Tage, einen nach dem anderen vergehen. Bis wieder die Nacht kam, die Nacht die sie so sehr liebte und wenn es nach ihr ginge würde es nur Nächte geben, aber auch das kannte sie schon und dann vermisste sie die wärmende Sonne.
Ja sie fühlt sich mit jedem Tag einsamer in diesem grossen Haus, das sie meist alleine für sich hatte und langsam verstand sie weshalb ihr Bruder eine Fremde in seinem leben lies bis sie etwas anderes gefunden hat.
Wieder so eine Nacht wo sie vor dem Kamin oben sass und ihr langes schwarzes Haar immer und immer wieder bürstete. Doch diesmal hingen ihre Gedanken nicht Selina die ihr anfangs zeigte wie viel pflege diese Haare benoetigen und wie man sie zu einem huebschen Zopf flechten konnte, nein diesmal waren ihre Gedanken beim besten Freund ihres Bruders und dem Abend wo sie eigentlich am Weg war die Haare abschneiden zu lassen.
Die Sonne war schon länger untergegangen als sie aus der Kutsche stieg vor Adoran. Temora weiss wie ungern sie diese Stadt besuchte, aber hier war der einzige Barbier den sie kannte. Sie war noch keine zwanzig Schritt gegangen als der prächtige roetliche Mustang mit seinem Reiter näher kam. Erst als er sie ansprach erkannte sie Hudgarr und rasch war sie in einem Gespräch mit ihm. Er schien Malachai in diesem Sinn sehr ähnlich, denn seine Fragen wo sie hinwollte und weshalb sie in die Stadt wollte konnte sie nicht wirklich umgehen. Immer wieder fragte er nach und lies sich kein Stück ablenken, so sehr sie es auch versuchte. Immer wieder muss sie bei den Erinnerungen an den Abend schmunzeln, denn dieser gross gewachsene Mann schaffte es sie erneut zu überraschen als er ihr Anbot doch mit ihm zu kommen dass sie sein Anwesen endlich kennen lernen könnte. Nein diesmal war es keine Einladung als Anhang mit ihrem Bruder, nein er fragt sie. Sie wollte dieser Einladung gerne nachkommen, auch in der Hoffnung sie würde ihn bis dahin endlich soweit abgelenkt haben dass er das mit dem Besuch in Adoran vieleicht vergessen könnte, aber auch weil sie ihn gerne näher kennen lernen wollte. Ausserdem hatte er ihr die Geschichte mit Inara noch nicht ganz zu ende erzählt und sie lauschte gerne seinen Worten wenn er sprach.
Das Anwesen war riesig, Sarah wusste nicht wo sie zuerst hinsehen sollte, ein eigenes Gebäude für Küche und Spielzimmer wie er es nannte, wobei er anfügte dass hier schon lange nicht mehr seine Tochter sondern mehr die älteren Herren spielen. Wieder musste sie schmunzeln. Die angrenzende Terrasse, von hier konnte man bestimmt bis zum Hof von Inara sehen, aber heute war es zu finster, dafür hoerte man umso lauter die Tiere die in der nähe waren und auch den Hofhund. Hunde und Woelfe waren Sarah nicht geheuer, auch wenn sie wusste dass sie mit ihnen locker fertig wurde, dieses Gefühl konnte sie einfach nicht ablegen, zu gross waren die Eindrücke ehe sie zu Selina und Arsen kam. Aber sie hoerte auch ein sehr bekanntes Geräusch, eine Pumadame hat es sich wohl in den Höhlen hinter dem Haus bequem gemacht, aber das wollte sie ein anderes mal erkunden. Noch ehe viel sagen oder darueber nachdenken konnte waren sie auch schon am weg zum zweiten Haus auf dem Anwesen, scheinbar das Haupthaus. Ein kleiner Vorraum der den Weg direkt in den Wohnraum führte. Hell, freundlich und ein grosser Tisch mit Platz für viel Besuch. Hier wie auch in der Küche steht ein Kinderstuhl mit am Tisch, aber dieses Rätsel sollte sie erst einige Zeit später ergründen. Vom Wohnraum südlich war das Zimmer seiner Tochter, es war wunderhuebsch, Zeichnungen an den Wänden, Spielsachen, ein Bett und alles was sich ein Mädchen nur wünschen kann waren darin. Danach kam noch ein kurzer blick in den Keller, wie erwartet war hier auch das Bad zu finden, aber was sie nicht erwartet hatte, selbst der Keller war hell und freundlich ganz im Gegensatz zu ihrem wo es ganz nach ihrem Geschmack finster war. Sie bekam gerade noch mit dass auch ein wärmender Kamin da war ehe sie schon wieder hochgingen und sie platz nahmen nach einer kurzen Erklärung dass oben nur noch die Schlafräume waren.
Er bot ihr eine leckere Bananenmilch an und nahm sich ebenfalls eine ehe er sofort wieder beim Thema war das sie wie sie glaubte so schoen umgangen war. Warum willst du dir die Haare schneiden lassen? Sie seufzte etwas denn sie wusste genau dass er es nicht verstehen würde, ebenso wie Fay oder Mala, aber scheinbar kam sie doch nicht drum herum es zumindest zu versuchen ihm zu erklären. Also begann sie damit ihm zu erklären dass es nicht so einfach war weil Mala und sie eine besondere Verbindung hätten und da kam die nächste Überraschung, er sagte ihr dass er vom Schwarzen Blut wisse, Inara hat es ihm wohl erzählt weil sie ihn um hilfe bat als sie mit ihrer Tochter schwanger war. Nun das machte es ein klein wenig einfacher zu versuchen ihm vom vermeindlichen Fluch zu erzählen und von ihrem Plan dass er keinem mehr Schaden zufügen konnte. Und als sie ihm beispiele nannte dass es bisher ganz gut gelang und ihm auch sagte dass sie bei ihm keine sorgen hatte weil er sie ja ohnehin nur Schwester seines Freundes sieht kam auch schon die nächste Überraschung. Ja denkst du denn ich bin blind oder deppert? Denkst du ich sehe nicht wie hübsch du bist, egal ob dir die Haare ins Gesicht langen oder nicht? Sie blickte ihn wohl sichtlich ueberrascht und verwirrt gleichzeitig an und schüttelte den Kopf. Nein das dachte sie nicht, aber er hatte sie auch schon vor ihrem Plan, mit perfekt geflochtenem Zopf gesehen und kennengelernt und so sehr ihr diese Worte auch schmeichelten, sie sah in ihm keine Gefahr. Denn nach wie vor war sie fest davon überzeugt dass er mehr die kleine Schwester seines Freundes sieht, ausserdem sah sie ja eben alleine an dem Anwesen dass da zwei verschiedene Welten aufeinander trafen. Ja wenn sie darüber nachdachte war sie eigentlich recht froh drüber. Seine blauen Augen die wie ein klarer Himmel auf sie blickten, sein Bart der sauber gestutzt war und geradezu zum reingreifen einlud, ja so vieles an ihm hätte sie schwach werden lassen können, aber zum Glück wusste sie dass sie sich keine Sorgen machen musste dass eventuell Gefühle entwickeln konnte. Auf jeden Fall gab es an diesem Abend einige Überraschungen, auch jene als er ihr gestand selbst ein wenig anders zu sein und versuchte ihr zu erklären dass seine Ahnen ihn beschützten und er manchmal mit ihnen Kontakt aufnehmen koennte. Sie konnte sie ganz kurz auch selbst hoeren, oder hat sie sich das nur eingeredet? Egal, sie dachte nur daran dass sie ihn schützen würden, und auch wenn sie ihn noch so gerne mochte, sie würden auf ihn aufpassen und sie müsste sich keine sorgen machen dass er auch weggeht oder schlimmeres.
Nichts desto trotz hatte auch er viele Argumente dass es kein Fluch sein konnte, alleine weil er ja auch Inara und Mala und die Kinder liebte und liebt und nach wie vor ginge es ihm gut und er ist noch hier. Und auch dass so wie er sieht dass sie ein hübsches Gesicht hätte es auch jeder andere sehen würde, egal wie lang oder kurz die Haare waren oder was für Kleidung sie trug und so dauerte es auch nicht mehr lange bis sie wieder ihre Zöpfe flechtete, aber sie blieb wachsam und zog es weiter vor weite Kleider zu tragen die keinesfalls zu viel einer Figur erahnen liesen.
Es war schon sehr spät als sie den Heimweg antrat, eigentlich war es schon fast Morgen, denn man konnte schon die aufgehende Sonne erkennen, vielleicht lag es daran, oder an dem langen Gespräch bei dem sie sich ganz und gar nicht unwohl fühlte wie so manches mal mit anderen wenn es um ihre Ängste oder Pläne ging, aber heute schlief sie seit langem wieder einmal recht rasch ein und auch sehr tief und fest.
Verfasst: Donnerstag 23. Februar 2012, 14:25
von Sarah Schwarzmourne
Wieder war einige Zeit vergangen seit ihrem Besuch bei Hudgarr, vieles das gesagt wurde hatte doch vieles das logisch war und Sinn ergab und so lies sie ihr Haar wie es war. Scheinbar war es ganz gleich ob sie Ihr Gesicht verdeckte oder nicht. Sie lenkte sich so gut es ging immer wieder ab, auch an diesem Tag war sie eben dabei erneut zu üben mit der Fiebel, und versuchte immer und immer wieder das R so hinzubekommen dass man es auch erkannte und es so aussah wie in dem Buch als es klingelte.
Sie freute sich sehr als sie Hudgarr erkannte und noch grösser war die Freude als er sie fragte ob sie mit auf eine Schatzjagd wollte. Eine Frau Names Tulena wollte noch dazustossen und noch während Sarah sich rasch umzog war sie auch schon vor den Toren ihres Hauses. Gemeinsam ritten sie zum Hafen und die erste Insel war nach einer für sie endlos langen Fahrt endlich erreicht. Zum Glück konnte Hudgarr die Karten recht gut lesen und so mussten sie nicht allzulange mehr Reiten ehe sie am ersten Fundplatz ankamen. Es waren kleine Schätze die sie heben wollten und eigentlich hätten die beiden keine Hilfe gebraucht, umso mehr hatte Sarah Zeit die beiden zu beobachten, wie sie ihre Klingen führten und den Wächtern geschickt auswichen um sie mit wenigen Hieben zu erlösen. Ja auch jetzt wo sie eigentlich konzentriert auf ihr tun war lernte sie noch dazu indem sie wie immer sehr genau alles beobachtete. Die Sonne ging schon unter als sie Lameriast erreichten. Ja hier kannte sie sich besser aus, hier war sie so oft alleine unterwegs, durchstreifte die Wälder, sammelte ihr Holz und ihre Kräuter und ging jagen. Sie hatten auch hier gerade einen Schatz gehoben als Malachai auf sie traf.
Sarah freute sich als er sich ihnen anschliessen wollte und so waren sie bald wieder am Schiff um das Festland wieder anzusteuern. Ein weiterer Schatz wollte noch gehoben werden, er befand sich irgendwo zwischen dem Kloster und der verbrannten Stadt Varuna. Malachai war während der ganzen Zeit sehr still, sie spürte dass auch er sie beobachtete und er kämpfte gegen die Wachen als ob diese alles jene verkörperten das ihn nicht zur ruhe kommen lies und seine Schmerzen verursachten. Sie standen danach noch eine weile zusammen, plauderten und scherzten als Hudgarr zu einem weiteren ansetzte. Er begann Andeutungen zu machen dass er Sarah umwarb und sie dieses zuliess. Dass sie schon ein Paar wären und er es kaum abwarten konnte dass sie ihn bald wieder besuchte in seinem Heim. Sarah brauchte eine weile um diesen Scherz zu erkennen, half ihm dann aber auch rasch und versuchte Malachais Fragen mit weiteren zweideutigen Antworten zu begegnen. Man konnte richtig sehen wie Malas Gedanken arbeiteten, wie er sie ansah und sie fragte ob er was wissen sollte. Nein Onkel Mala, entgegnete sie ihm erneut und das war dann wohl doch zu viel des guten, denn rasch verlies er die Gruppe dann wieder nachdem er Sarah noch versicherte dass sie bald mit ihm sprechen würde.
Es war schon lustig das verdutzte Gesicht ihres Bruder zu sehen und seine Ratlosigkeit in diesem Moment sonst wäre sie auch nicht auf den Scherz eingegangen, doch es hielt nicht lange an. Sie machte sich vorwürfe ihn so gehen gelassen zu haben aber da war noch etwas ganz anderes, eigentlich musste sie froh sein zu erkennen dass sie nur für einen Scherz benutzt wurde und ihr Plan scheinbar besser funktioniert als sie hoffte, aber das war sie in dem Fall ganz und gar nicht. Wieder gingen ihr die Worte durch den Kopf die Hudgarr ihr sagte, die Worte die so ehrlich klangen: Denkst du ich bin blind oder deppert dass ich nicht sehe was für eine hübsche Frau du bist? Nein sie war grad ganz und gar nicht froh, der Scherz entwickelte sich bei jedem weiteren Gedanken immer mehr zu einem Schmerz. Auch wenn sie es sich nicht anmerken lies und froh war dass die Gruppe sich auflöste weil es einfach zu finster und zu spät war um weiterzumachen. Sie musste noch sehr lange an diesen Scherz denken.
Das Gespräch mit Malachai kam auch wirklich sehr bald und sie klärte den Scherz auf, sie versicherte ihm dass er sich keine Sorgen machen müsste, dass es ein schlechter Scherz war der nach hinten losging. Sie fragte ihn dabei jene dinge die sie sich auch schon sehr oft stellte. Warum sollte jemand wie Hudgarr sich für sie interessieren? Ein Mann der eine erwachsene Tochter hatte und mit einer Baronin verheiratet war? Ob er wirklich glauben konnte dass auch nur irgendjemand Interesse an ihr zeigen konnte so wie sie herumlief, in ihrer weiten schwarzen Kleidung? Bei ihrem Bruder war es ganz und gar nicht so einfach ihre Gefühle nicht zu zeigen, doch bis auf die Fragen hoffte sie zumindest sich doch soweit im Griff gehabt zu haben um ihm nicht noch mehr Sorgen aufzubürden als er ohnehin schon hatte, auch ohne sie.
Sarah schlief schon einige zeit nicht mehr allzuviel, meist legte sie sich gar nicht erst hin und hockte sich nachts einfach nur auf die Bank vor dem Kamin. Auch an dem Abend als sie einen Traum hatte. Ja sie war wohl kurz eingenickt und sah seltsame Dinge, Küchenschränke aus denen sie Tassen holte für einen Tee, die leise Stimme eines Mannes der Namen aufzählte, viele Namen hörte sie schon das eine oder andere mal doch er schien sich dann für einen bestimmten zu entscheiden: Gothric. Sie füllte die Tassen voll und gab etwas Honig hinzu danach brachte sie die Tassen zu diesem grossen Tisch, doch gerade als sie zu dem Mann sehen wollte wachte Sarah wieder auf. Sie grübelte die restliche Nacht noch wo sie diese Küche sah und wer das wohl sein konnte, und der Name, wo gehoerte er hin?
Sie hatte eine Ahnung wo sie die Küche sah, es war noch gar nicht solange her und auch wenn sie nur kurz durchliefen sie war sich fast sicher wo sie sie sah.
Fast sicher war für Sarah noch nie gut genug und so packte sie ihre Sachen und fuhr mit der Kutsche vor Adoran. Sie hatte ihr Ziel rasch erreicht und schlich hinter die Küche, doch so sehr sie sich auch bemühte sie konnte nichts durch die Fenster erkennen. Die Vorhänge waren einfach zu dicht und sie war auch etwas zu klein um etwas zu erkennen. Sie blickte sich kurz um und entschloss sich wenigstens nach der Pumadame zu sehen die sie hinterm Haupthaus letztens hoerte und so ging sie nach hinten und sah sich suchend um. Sie war nirgends zu finden, warscheinlich war sie gerade auf jagd, doch Sarah konnte zumindest ihre Hoehle finden, für ein Rudel war sie zu klein, also war es wohl eine Einzelgängerin oder gerade dabei sich ein neues Rudel zu suchen.
Wie auch immer sie sollte sich wieder auf den Heimweg machen bevor noch jemand im Haus wach wurde und sie entdeckte, vor allem einem wollte sie auf keinen Fall begegnen. Nicht nach dem was der Scherz in ihr auslöste. Der Berg gab ihr genug Schutz nur das Stück nach dem Haus war offen und noch dazu war der Hund wieder im Garten. Er konnte sie erschnuppern und lief geradewegs auf sie zu was sie wieder etwas zurueckweichen lies. Ob es das Gebell des Hundes war oder sie in dem Moment zu unvorsichtig war konnte sie nicht sagen, jedenfalls war ihr blick auf den Hund gerichtet und gerade als sie dachte jetzt rasch vorbeizukommen kam hinter ihr auch schon die Frage: Sarah?
Erschrocken drehte sie sich um und blickte auf Hudgarr. Genau jenem dem sie ausweichen wollte. Nachdem sie halbwegs glaubhaft erzählte dass sie die Pumadame suchen wollte gingen sie hinein und er führte sie direkt in die Küche wo er ihr auch gleich etwas zu trinken und essen anbot, einen Saft nahm sie gerne an und so beobachtet sie ihn wie er die Tassen aus dem Schrank holte. Ja es war genau dieser Schrank den sie in ihrem Traum sah...
Sie sprachen ueber dieses und jenes und dann kam auch die Sprache auf den vermaledeiten Scherz. Sarah versicherte ihm dass er sich keine sorgen machen müsste, ihr Bruder weiss dass es ein Scherz war doch er sah sie die ganze Zeit mit diesem lächeln und seinen blauen Augen an. Und dann hoerte sie die Worte die sie sich seit dem Abend dachte:
Ich wünschte es wäre kein Scherz gewesen.
Verfasst: Donnerstag 23. Februar 2012, 15:18
von Malachai Schwarzmourne
Langsam liess er den Schlüssel ins Schloss senken, atmete tief ein, ehe er ihn umdrehte und ein Klacken das öffnen der Türe ankündigte.
Die Nacht war für diese Jahreszeit sehr finster...doch vielleicht bildete sich Malachai alles nur ein.
Die Reise von Berchgard nach Bajard kam ihn wie Tage vor, soviele Gedanken in seinem Kopf, soviele Emotionen, die er bearbeitete.
Er tastete sich vor, obwohl es sein Heim war, kam es ihn so fremd vor.
So dauerte es einige Zeit, bis er eine Kerze fand und diese Entzündete, einmal sich im Zimmer umdrehend und das Haus genau inspizierend.
Sophie hat es in tadellosem Zustand hinterlassen, er hoffte sehr, dass ihr neues Heim als Dankeschön für ihre Mühen reichte.
So ging er direkt in die Küche, frostiger Atem bildete sich ob der Kälte, die das lange nicht mehr beheizte Haus inne hatte.
Er ging direkt zum Vorratsschrank und suchte etwas, ein leises "Ah" entfleuchte ihm, als er einige Flaschen fand.
Er erinnerte sich daran, als er Sie dort hin stellte. Er war kein Alkoholtrinker, er hatte eine generelle Abneigung dagegen, seine Sinne zu verlieren und Orientierungslos und fern bei Verstand durch die Gegend zu wandern...aber vergessen, das war eine Option, die er nun gerne und dankend annahm.
So griff er sich einen gläsernen Krug und nahm die Flaschen mit sich.
Er blickte sich suchend um, wie ein Fremder, wo er sich niederlassen sollte, bis er sich entschlossen hatte, die Stufen hinauf zu gehen.
Ein leeres Zimmer, Sophie hat wirklich viel mitgenommen, wenn man bedachte, dass dort einst eine Alchemieecke stand.
Doch mehr fiel der Blick auf eine der Türen. Ein Herzstich, als er sich ihr näherte, die Hand auf den Türgriff legte und ihn langsam, als wäre es das schwerste auf der Welt, hinabgleiten liess und ein leises knarchzen das öffnen der Tür begleitete.
Die Kerze glitt zuerst hinein, beleuchtete spärlich den kleinen Raum, auf welchem Spielsachen verteilt waren, einige Mal- und Lernbücher den Kniehohen Schreibtisch zierten, ein umgeworfener Stuhl und ein kleines Bettchen.
Er atmete schwer, schluckte und liess sich dann am Türrahmen nieder, die Flaschen neben sich stellend und die erste öffnend.
Langsam glitt die dunkelbraune Flüßigkeit in das Glas, er bemusterte kurz die Flasche...es war ein Schnaps, den er vor vielen Jahren von Cyrion bekam...an einem besonderen Tag....der Geburt seines Sohnes.
Sein Blick scheint die Flasche förmlich zu durchbohren, als er das Glas auch schon an die Lippen setzt und einen großen Schluck nimmt, der es direkt auch entleert hat.
Das Gesicht verzieht sich leicht, er atmete einige male, ehe er sich über die Augen wischt und wieder das Glas füllte.
Er hatte seine Schwester alleine gelassen. Welch Mensch tut soetwas? Sich nicht am Glück erfreuend, sondern gar Schuldgefühle aufbohrend lassen, selbst wenn diese nicht gewollt waren.
Dabei verstand er es selber nicht. Er wusste nicht, was er fühlen sollte und so hob er nur das Glas und nahm noch einen riesigen Schluck, gefolgt vom erneuten Nachschenken.
Er war einerseits so wütend. Wütend auf seine Schwester.
Doch warum nur?
Er liess die letzten Monde Revue passieren, was alles seit ihrer Abreise passierte und seit ihrer Ankunft getan wurde.
Er erinnerte sich, wie Sie so sorgenvoll nach Perrin suchte, wie sie ihn anflehte, ihn zu finden.
Ebenso, was für Strapazen er auf sich nahm. Welche zwielichten Gestalten er aufsuchen musste, was er tat, um Informationen zu bekommen...wieviel Leid er Menschen zugefügt hat, nur damit Ungewissheit von der Last auf Sarahs Schultern genommen wird.
Doch noch mehr...nicht nur, dass er ihn fand, nein...er reiste auch ins Herz der Verdammnis, er ging alleine nach Varuna, umzingelt von einer Armee Untoter Wesen und suchte nach ihm...fand ihn....
Er schluckt einmal und leert wieder das Glas.
....und er musste ihn töten. Selbst wenn er tot war, wenn seine Seele die Welt verliess...er musste seine Klinge in Perrins Körper rammen und seinen verfaulten Leichnahm auf seinen Schultern vorbei an der untoten Armee ins Kloster tragen. Jenen Ort voller Menschen, die er für ihren fanatischen Glauben so sehr hasste. Reumütig, kriecherisch darum förmlich bettelnd, den Leichnahm zu weihen und ihn zu begraben.
Und ob der Unsicherheit, spürte er förmlich Sarahs Schmerz, als Sie weinend von ihm zu hören bekam, dass Er ihren Geliebten fand...dass er tot ist.
Kein Mensch sollte einem Menschen, den man so sehr liebte, so etwas sagen müssen. Es war lange her, dass Malachai zitternd vor dem Hause stand und der Mut ihm verliess, hinein zu gehen und bewusst seiner Schwester mit der Wahrheit weh zu tun.
So redete er viel, versuchte ihr etwaige Schnapsideen aufzutreiben und hatte mehr und mehr das Gefühl, seine Schwester und die Verbindung, die sie hatten, zu verlieren.
Mehr zu glauben, sie wolle ihn da haben...aber nicht mitteilen.
So tat er, was er am besten konnte.
Stetig sprach Sarah ihn darauf an, was er da wollte, wer ihn getötet hatte. Eine Aufgabe.
Und so zog er wieder in die Nacht heraus. Er war der Jäger, er suchte sich die Beute...er tötete Menschen, unabhängig davon, dass sie Räuber und Banditen, Mörder und Schänder waren...er tötete Sie für sein Ziel...erlitt Verletzungen und war gezwungen, seine Schwester anzulügen.
Doch er kam mit der Zeit vorran, solange, bis er einen Namen hatte. Den Namen einer Rabendienerin, die die Mörderin Perrins war.
Und leider erfuhr er, dass Sie sich in dem Gewahrsam Adorans befand und auf ihre Hinrichtung wartete.
Doch Malachai wusste, wie schwer die Last wiegt, wenn man nicht weiss, wieso etwas geschehen ist.
So sprang er wieder über seinen Schatten, atmete tief ein und begann fein zu schreiben.
Mariella...jene Frau, die er so verachtete, die auch ihn verachtete. Dieses Weibstück, dass er am liebsten aus seinem Kopfe herausgerissen hätte...und nun musste er kriechen....betteln...wieder einmal seine Würde ablegen und um eine Erlaubnis bitten...nicht für sich...nein...für Sarah...
Doch er hasste Sie nicht dafür. Nein, weil er seine Schwester so sehr liebte, würde er alles tun, um ihr zu helfen.
Natürlich kam die Antwort prompt zurück, er rechnete mit einer Absage und ging andere Wege. Wieder Wege, die seine Seele befleckten und seine Böse Ader hervorriefen...was am Ende zum gewünschten Ergebnis brachte, er einen Brief am Tage ihrer Hinrichtung in Empfang nahm und das Geständnis und die Erklärung seiner Schwester vorlesen konnte.
Selbst wenn er wusste, dass das kein Heilmittel war, es würde ihr helfen, sich damit abzufinden.
So glaubte er zumindest.
Malachais Blick fiel wieder auf die Flasche. Sie war mittlerweile geleert und so nahm er sich die nächste und öffnete Sie. Es war ein Rotwein, vorne prangerte ein Zeichen mit einem Pferd drauf. Es ist wohl die letzte Flasche vom Hofe Tiefenbach, die Inara je gemacht hatte.
Er schenkte sein Glas voll und begann direkt zügig zu trinken. Er bemerkte schon, wie die Welt um ihn herum sich leicht drehte, sein Blick trüb wurde und so verlor er sich wieder in seinen Gedanken.
Erst war es ein Scherz hiess es. Sarah und Hudgarr hatten ihn gut dran bekommen. Als er mit ihnen Jagen war, als Sie andeutungen machten. Sein Herz pochte, sein Kopf war wirr. Er wusste nicht, was er denken sollte...bis er irgendwann von Sarah die Aufklärung bekam.
Er hasste sich selber an jenen Abend, dass er so schlecht über seine Schwester und einem seiner besten Freunde dachte. Dass er es wirklich glauben konnte...und ihnen so wenig vertrauen schenkte.
Ja, deswegen war er die Nacht weg...weil er sich für sein Misstrauen so sehr verabscheute....
Er lacht leicht. Er hasste sich an dem Abend...weil es ein Scherz war...und nun....nun ist es auf einmal kein Scherz?
Er fühlte sich mehr als Verarscht. Von seiner Schwester...von seinem vermeindlichen Freund.
Spielten Sie mit ihm? Mit seinem Gedanken und Gefühlen und lachten sich heimlich zusammen über ihn schlapp?
Doch es sollte noch besser werden.
Die Götter wussten, wie gerne Malachais Faust gen Hudgarrs Gesicht gerasselt wäre...doch er gab ein Versprechen...sich nicht in derlei Angelegenheiten einzumischen.
War es ein Akt der Höfflichkeit, die Hudgarr bestritt...es war wie ein Stich in seine Brust...
Sarah übernachtete dort...mehr...sie putzte, als würde Sie da schon wohnen...und dennoch versichterte Hudgarr ihm wenige Minuten vorher, es ist nichts, Malachai wieder dieses Gefühl des Selbsthasses hatte, das er wieder so wenig Vertrauen hatte...ehe er dann ihn draussen anspricht und um die Erlaubnis bitte, Sarah auszuführen.
Wieder diese Spielereien...wieder, war er von sich beschämt, nur um dann doch wieder Recht zu bekommen.
Und dann von Hudgarr.
Er war sein Freund...er zählte ihn zur Familie...er kannte die Geschichte, wusste, wie verletzlich Sarah ist...was Sie durchleben musste...er vertraute IHM seine Schwester an, er war froh, dass sich jemand um Sie kümmerte...und was macht er? Er grabt Sie an...macht ihr schöne Augen. Ist das FREUNDSCHAFT?
Wenn man nicht einmal jenen Vertrauen konnte...wem dann?
Hatte ER, der auch seine Frau verlor, so wenig Anstand, als das er sich nicht zurückhält? So forsch an die Sache herangeht, als wäre nie etwas passiert? Als wäre Sarah nur irgendeine Frau, die kein Kind verloren hatte, die nicht ihren Geliebten verloren hatte...
Was bildete er sich ein? War das von Anfang an so, dass er sie umwarb, wo er glaubte, Sie in guten Händen zu wissen...bei seinem angeblichen, langjährigen Freund?
Das er sich nicht wie ein Bruder benimmt, sondern wie irgendein Mann, der sich einfach an eine hübsche Frau heranwirft?
Innerlich kochte er, er merkte, wie seine Hand das Glas mit aller Kraft presste, ehe es laut zersprang und der rote Wein sich mit dem roten Blut in seiner Hand vermischte, was durch die, in der Innenfläche steckenden Scherben herausquillen liess.
Doch es war noch nicht der krönende Abschluss.
Nein, natürlich gab er die Erlaubnis, was sollte er sonst tun? Sein Versprechen brechen und sich doch wieder in Sarahs Liebesleben einmischen?
So suchte er sie auf, einige Tage später und stellte Sie zur Rede. Er wollte wissen, was nun passiert ist...er hätte es lieber lassen sollen.
Malachai riss sich etwas von seinem Umhang ab, nachdem er die Scherben herausgepickt hatte und verband recht notdürftig in seinem angetrunkenen Zustand die Hand, ehe er nun die halbvolle Weinflasche einfach so an sich nahm und daraus trinkte.
Sie sprachen...Malachai hatte das Gefühl, als würde Sarah jedes seiner Worte von den langen Gesprächen nun gegen ihn nutzen...doch mehr, schockierte ihm ein Satz, liess ihn klar erkennen, wohin das alles führte.
Voller innerlicher Wut, als Sarah es aussprach, als Sie meinte, Sie hätte Perrin ja schon am Tage ihrer Abreise verloren.
Er kochte...hiess das, ihre Trauer, ihre Wut...war alles umsonst?
Hatte er umsonst soviel riskiert, um ihr zu helfen? Ihn zu finden, den Mörder zu finden, zu kriechen und betteln, sich fast töten lassen?
Alles gar nicht so schlimm gewesen?
Und der Scherz, der doch keiner war, ehe er einer war und nun nicht?
Spuckten Sie nun alle auf ihn?
Und da wusste er es...sie machten sich lustig über ihn...über sein Handeln, seine Gefühle...
Es ist schön, wenn Sarah so einfach über den Tot Perrins herüberkam, so dachte er...und hatte Mühen, es ihr nicht ins Gesicht zu sagen...
Perrin...
soviele Jahre....soviel Streit...doch selbst wenn es Malachai nie zugegeben hatte, für ihn war jener Mann nicht nur der Geliebte seiner Schwester...nein...er war für ihn schon sein Schwager.
An jenen Tage, fand er in Varuna ein Familienmitglied...und während Sarah sich in eine neue Liebschaft stürzen mag...war er nicht so weit, einen neuen Schwager aufzunehmen...noch weniger, wenn es ein vermeintlich guter Freund war.
Er wollte Sie nicht sehen...und er konnte Sie nicht sehen. Er spürte, wie mit jeder Stunde, wo der Alkohol mehr seinen Körper benebelte, seine schwarzen Blutsadern hervorpochten...
Er musste alleine sein, er war nun eine wandelnde Gefahr für jeden.
Er musste nachdenken, alles verarbeiten...verstehen...
Und er hoffte, sie würden nicht auf die Idee kommen, ihn aufzusuchen. Wer weiss, was geschehen mag...in so einem Zustand.
Selbst wenn er Sarah liebte...ihr Glück und ihre Freude kann er im Moment nicht mit ihr teilen.
So legte er die Weinflasche weg, als er schon schwankend nach der letzten Griff, die klare Flüssigkeit bemusternd.
Auch an diese Flasche erinnerte er sich zu gut. So würde er auf seinen Namen trinken, als er jene Malachai schenkte.
"Auf dein Wohl, Perrin."
Verfasst: Sonntag 26. Februar 2012, 19:44
von Sarah Schwarzmourne
Ich wünschte es wäre kein Scherz gewesen.
Wie sehr schmerzte sie dieser Scherz und nun hoert sie dass auch er wünschte dass es keiner gewesen wäre, aber konnte es wirklich sein?
Fragend, bangend und doch auch hoffend blickte sie ihn an. Wer weiss wie er es gemeint hat und schon spricht er weiter. Du bist eine sehr huebsche Frau und ich mag dich wirklich sehr gerne. Herrje nicht doch, wenn Sätze schon beginnen folgt immer ein Aber. Ein Aber das sie einfach nicht hoeren wollte und doch fragte sie danach. Aber? Hudgarr verstand nicht, er hatte scheinbar an kein aber gedacht und nun war es noch verwirrender für Sie. All die Gründe die Sie gefunden hatte weshalb es ein Scherz wurde, all die Gründe weshalb ein Mann wie Hudgarr nie etwas mit einer Frau wie Sarah beginnen könnte, was war damit? War das wieder ein Scherz? Sie musste es herausfinden und so begann sie eine Frage nach der anderen zu stellen, alle Gründe weshalb sie dachte dass es nicht möglich wäre zählte sie der Reihe nach auf und fragte ihn immer wieder was damit wäre. Was seine Freunde sagen würden, vor allem seine Adeligen Freunde. Doch egal mit welchen Fragen und Zweifeln sie ihn konfrontierte, er hatte immer ganz einfache Lösungen und Antworten darauf.
Sarah es gibt keine wenns und keine aber, ich mag dich so wie du bist und nichts und niemand kann das jemals ändern.
Sarahs Herz klopfte so sehr, auch wenn sie es immer versuchte zu verdrängen, sie konnte es nicht, schon als er ins Rathaus kam und sie ihn das erste mal sah wurde ihr Puls schneller. Am Maskenball suchte sie ihn immer wieder aus der Menge an Leuten heraus und dann stellte er sich auch noch neben Malachai und unterhielt sich mit ihm. Egal wann sie ihn sah, ihr Herz huepfte und das kann man auf dauer einfach nicht ignorieren. Schon gar nicht wenn er das selbe spürt und ihre nähe sucht. Sie sprachen ueber so vieles an diesem Abend, lernten sich etwas besser kennen und freuten sich einfach nur in der nähe des anderen zu sein.
So erfuhr sie wie er zu seiner Narbe unter dem Auge kam, dass er fast einmal ertrank bei einer Schiffsfahrt und vieles mehr. Auch er erfuhr so einiges über sie. Unter anderem dass sie nicht schwimmen konnte, wie sie zu Selina und Arsen kam und so manches mehr.
Sie redeten den ganzen Tag bis spät in die Nacht hinein. Hudgarr wollte ihr noch die restlichen Räume im Obergeschoss des Hauses zeigen ehe sie gehen wollte und als sie eben oben standen hoerten sie dass Pferd wiehern. Es schien wohl jemand angekommen zu sein und Hudgarr wollte nachsehen wer so spät noch zu ihm kam.
Beide gingen sie ins andere Haus hinüber und fanden auch rasch eine Antwort auf diese Frage. Eine Freundin des Hauses hatte wohl groesseren Kummer und so wurde es wieder allzuspät bis der Besuch wieder ging. Weil Hudgarr sich sorgen machte dass Sarah so spät noch alleine heimritt , bat er sie doch in Fleurs Zimmer zu uebernachten was sie nach einigen ueberredungskünsten dann auch tat.
Geschlafen hatte sie zwar nicht wirklich deshalb war sie auch schon recht früh am Tag unterwegs nach Hause. Ein Bad, frische Kleidung und die eine oder andere Tasse starken Kräutertees und sie fühlte sich wieder fit. Nachdem sie auch alle Tiere versorgt hatte ritt sie diesmal zu Hudgarr zurück. Nach einer kleinen Mahlzeit verbrachten sie erneut Zeit miteinander und begannen über alles mögliche zu reden und sich näher kennenzulernen.
Sie sprachen auch darueber ob und wie sie es Malachai beibringen sollten. Sarah konnte sich nur zu gut daran erinnern was Perrin alles durchmachen musste, wie oft er wohl mit blauen Flecken heimging und welche Drohungen er zu hoeren bekam. Arsen war in dem Punkt sogar noch schlimmer als Malachai, aber dafür hat er sich auch wesentlich früher an den Gedanken gewoehnt dass er um sie wirbt und sich beruhigt. Hudgarr war wie immer sehr positiv bei dem Gedanken und wollte es ihm so rasch wie möglich sagen. Er wollte es nicht schlimmer machen in dem er ihm etwas verheimlichte und auch wenn Sarah das ganz und gar nicht so sah, so hoffte sie zumindest dass er ihn wenigstens nicht so rasch sehen würde und sie noch etwas Zeit hatten um sich näher zu kommen.
Doch der Wunsch wurde ihr nicht erfuellt, schon am selben Abend kam ihr Bruder bei Hudgarr vorbei. Er wollte sich nicht setzen und stellte direkt die seltsamsten Fragen. Er wusste dass sie die Nacht nicht daheim war und er ahnte wohl dass sie hier war, doch schien er seine Fragen schon längst selbst beantwortet zu haben denn er hoerte einfach nicht zu. Sarah wollte nur ein wenig den Tisch abräumen und schon kam die Frage ob sie die Dame des Hauses sei wenn sie schon putzt. Hudgarr versicherte ihm dass dass Sarah nicht zum putzen hier ist ebenso wenig wie er und dass nichts passiert sei zwischen den beiden.
Malachai redete sich selbst in rage und so verlies er kurze Zeit später wieder das und ehe Sarah noch etwas sagen konnte war Hudgarr auch schon bei ihm draussen.
Sie eilte zum Fenster und hoffte noch dass er jetzt bloss nichts falsches sagen sollte und da kam auch schon die Frage die ihren Bruder noch wütender werden lies: Ist es in Ordnung für dich wenn ich sie ausführe? Du hast mich damals auch bei Inara gefragt.
Wer ihren Bruder kennt wartet jetzt sicher auf die Ausführung wie er auf Hudgarr einschlägt oder ihn erschlägt doch weit gefehlt. Er erklärte ihm ihm lediglich wie verletzlich Sarah momentan ist und dass er es nicht wagen sollte sie zu verletzen sonst würde er jene Seite an ihm kennenlernen die ihm damals auch seinen Bruder genommen hat, und dass er keine Sekunde ueberlegen würde auf wessen Seite er sich stellen würde...
Er kann es ihm nicht verbieten denn dann müsste er es immer und jedem verbieten und dass er Sarah einst ein Versprechen gab, und sich an jenes Versprechen halten würde.
Mit allem hatte sie gerechnet, wirklich mit allem, aber dass er einfach wegreitet und Hudgarr so stehen lässt, damit hätte sie nicht gerechnet. Aber das sollte noch lange nicht alles von ihm sein...
Schon witzig wenn man darueber nachdachte dass genau Malas Fragen jene waren die Hudgarrs Entschluss erst gestärkt haben um Sarah zu werben und nach der Frage der Hausdame war er sich ganz sicher dass er genau diese Frau als Dame des Hauses sehen will, als seine Frau und eben auch wegen jenen Fragen und Vorwürfen lief er ihm nach und bat um seine Erlaubnis, sein Einverständnis um ja alles richtig zu machen wie er ihr später erzählte.
Schon am nächsten Abend kam Malachai etwas früher heim, er sah Sarah erst gar nicht da sie ruhig im Pool lag und die letzten Tage durch ihren Kopf gehen lies. Wie immer war ihr leben mit endlosen Fragen und Ängsten bestickt aber auch dieses mal würde sie es irgendwie meistern und es schaffen zumindest einen grossteil der Fragen auch zu beantworten. Malachai kam die Stufen hinab und ging direkt aufs Bett zu. Achtlos lies er seine Klingen zu boden und zog die Handschuhe aus ehe Sarah lieber auf sich aufmerksam machte ehe er noch mehr von seiner Rüste ablegte. Denn so wie er Hudgarr versicherte dass er lieber nicht wisse was seine Schwester mit wem als Frau tat oder nicht tat ebenso wenig wollte Sarah zu viel von ihrem Bruder wissen. Er drehte sich zu ihr um und erst jetzt sah Sarah wie müde und kraftlos er wirkte. Scheinbar war er wieder die ganze Nacht unterwegs, jagen, auskundschaften oder was auch immer er tat, auch hier wollte Sarah es lieber nicht so genau wissen. Doch auch wenn die Unterhaltung noch relativ freundlich begann umso rascher schlug sie ins Gegenteil um und was er ihr dann alles an den Kopf warf an Worten hatte sie niemals erwartet.
Er warf ihr vor dass sie Perrin wohl schon vergessen hätte, und das so kurz nachdem er ihr seinen Leichnam und den Brief brachte. Dass sie schon so kurz danach mit Hudgarr die Felle teilte und ihren Bruder wohl immer nur verarschte. Sie wollte ihm erklären dass sie Perrin doch eigentlich schon bei der Geburt verloren hatte, weil es ihre Schuld war und sie ihn kurz danach alleine lies um zu Selina zu fahren. Dass sie nichts für ihre Gefühle konnte und doch schon einige Zeit verging und auch sie versuchte ihm zu versichern dass sie keineswegs schon mit irgendwem die Felle teilte, aber er hoerte ohnehin nicht zu, wollte die Wahrheit einfach nicht hoeren, so sehr war er scheinbar verletzt und entäuscht von seiner Schwester. Mehr noch er schien sie regelrecht zu verabscheuen, zu hassen und schrie sie an dass sie ihn aus ihrem Leben raushalten sollte, dass er damit nichts mehr zu tun haben wollte. Er packte noch am selben Abend seine Sachen um wieder zurueck in sein Haus zu gehen. Weg von ihr, weg von ihrem Leben...
Verfasst: Montag 27. Februar 2012, 14:49
von Malachai Schwarzmourne
Einige Tage verbrachte er nun in seinem alten Haus.
Wobei, konnte man das verbringen nennen?
So gut wie jeden Abend griff er nach der nächsten Flasche, die ihm in die Finger kam, streifte wie eine wandelnde Leiche von einer Etage in die nächste und besann sich vieler Erinnerungen.
Erinnerungen, die ihn lächeln liessen, nur damit er danach zu Boden sank und das Gesicht in den Händen vergrub.
Was tat er eigentlich?
Warum war er nicht fähig, die Dinge auf die Reihe zu kriegen?
So ging er hinaus auf den Balkon, er wusste nicht, wieviel er Intus hatte, es interessierte ihn nicht.
Der Frühling began langsam, sich einzuschleichen. Es lag zwar noch Schnee, aber die Temperatur wurde Milder....zumindest glaubte er das.
Er lehnte sich an die Ballustrade, blickte hinab, dann hoch.
Er nahm einen großen Schluck auf der Flasche, ehe er einen Fuß auf die Abgrenzung legte, seinen Körper aufwuchtete und mit der Hand ans Dach griff.
Ein Fuß rutschte ab, die Hand entglitt ihm und hätte er nicht die andere schon ans Dach befestigt, wäre er hinabgestürzt.
Er röchelte einmal, spuckte hinab und zog sich dann wieder hoch.
Der Kopf drehte sich...oder drehte sich die Umgebung um ihn?
Er schüttelte sich sacht, ehe er sich dann auf das Dach hochzog und mehr rappelnd sich auf dieses Stellte.
Es mögen gut 10 Meter sein, die er da auf den Boden hinabblickte. So einfach, hämmerte es in seinem Kopf.
Ein Schritt nach vorne, und es wäre zu Ende. Das Leiden, das Missen, das Schmerzen.
Keiner würde mehr unter seinem Gemüt leiden...er wäre Fort...für immer.
Und die Menschen könnten glücklicher werden.
Er beugt sich vor, die Augen geschlossen, einen Fuß an den Rand schleifend lassen.
Einfach nur weiter nach vorne beugen, die kalte Luft um seinen Körper spürend bis zum kurzen, schmerzhaften Aufprall im weißen Tode, der unter ihm lauerte.
Schattenhuf schnaufte aus, blickte hinauf und trampelte Unruhig umher.
Er war ein treuer Begleiter, Malachai glaubte auch zu wissen, als er letzten Morgen auf der Terrasse erwachte, dass sein Pferd ihn fand und nach Hause zog.
Keine Ahnung, was er trieb, wo er war. Er spürte nur Schmerz, hatte eine Wunde an seiner Lippe, wohl von einem Schlag und eine Prellung der Seiten, als er sich auf den Stuhl wiefte.
Ebenso klebte Blut an seinen Handschuhen, wer weiss, wessen es war, sein eigenes auf jedenfall nicht.
Unkontrolliert...wie ein wildes Tier, hat er sich vielleicht auf unschuldige Menschen gestürzt...er entsinnt sich nicht, ein totaler Riss der Erinnerung.
Und soetwas darf urteilen über das Verhalten anderer?
ER masst sich an, seiner Schwester schlecht zuzureden?
Wieder diese Wut, ja, er war immer noch wütend und enttäuscht...doch wieso glaubte er, diese Gefühle fühlen zu dürfen?
War er nicht immer jener, der von dieser eisigen Kälte begleitet wurde? Der sich so gefasst und berechnend benahm? Keine wirkliche Regung zeigte?
Doch wusste er, ist alles nur Fassade. Ein Schauspiel aus Angst...davor, Schwäche zu zeigen, davor, sein Leid anderen aufzubürgen.
Etwas, dass Inara so sehr gehasst hat an ihm.
Doch wem sollte er sich mitteilen?
Sarah, die selber in diesem Chaos aus Verlust und Angst zu kämpfen hat?
Oder Fayana, die ihn so kaum kannte, noch weniger seine Familie kennt?
Rafael, dessen kleine Sorgen um Liebschaften ihn schon aus dem Weg schlagen?
Cyrion, der auf Reisen ist, weit weg von all den Geschehnissen?
Er torkelt ein wenig, bedrohlich nach vorne, nur um diesen Moment eines Sinnengedankens zu bekommen und sich direkt nach hinten lehnend, den Sturz bisher vermeidend.
Es war keiner da, dem er sich mitteilen konnte...nur Abschaum in den Welten, an welchen er seine Wut herauslassen konnte.
Doch half dies?
Er schloss die Augen, einmal noch, wollte er Sie spüren, empfinden, was Sie empfand...eine Entscheidungshilfe für sein Handeln, ehe er dann doch der Welt lebwohl sagen würde.
Er suchte Sie, er spürte Sie, wie einen stechenden Schmerz, der seinen Körper durchzog, Schläge, Hiebe, Stichwunden...er sackte zusammen, kam ins Rutschen und konnte nur Milimeter von der Dachkannte stoppen, ehe er die Augen aufriss.
Sarah spürte Schmerz...doch es war kein innerlicher Schmerz, nein, es war körperlicher Schmerz.
Er raffte sich auf, baumelte wieder, ehe er sich mit den Händen an den Rand des Daches festgrub und sich halb runterschwingend, halb fallend auf den Balkon niederliess.
Er torkelte zur Treppe, riss die Tür auf und nahm die ersten zwei Stufen, ehe er den rest, an seinem Umhang verheddernd vor Eile hinabstürzte und Bewusstlos liegen blieb.
Er wusste nicht, welcher Tag war, als er zur Besinnung kam. Doch es schien lange genug, um den Alkohol in seinem Körper zu entfernen und nur diese schrecklichen Kopfschmerzen ihn das Gefühl von Leben gab.
Jedoch wusste er nicht, ob sie von der blutenden Wunde an seiner Stirn kam oder vom Alkohol. Es war ihm auch egal.
Er zog sich zum Waschbecken, erhebte sich schwermütig und tauchte den Kopf ins kalte Wasser.
Soviele Gedanken können in den wenigen Sekunden um einen Kreisen. Was war mit Sarah passiert?
Er spürte, dass es ihr besser ging, sie keinen wirklichen Schmerz mehr erlitt und wahrscheinlich nur jagen war. Doch dieser Bruchteil einer Sekunde, als er glaubte, sie litt...gar glaubte, sie starb, liess ihn all die törrichten Gedanken, die durch den alkohol freien lauf hatten, wieder wegsperren.
Wie konnte er nur glauben, mit dem beenden seines Lebens würde alles besser werden?
Er, der sich schworr, auf seine kleine Schwester aufzupassen, dafür zu sorgen, dass sie ein schönes Leben hätte...denkend, sie würde nicht leiden, wenn man ihr den Leichnahm ihres Bruders zeigen würde?
Schon dieser kurze Augenblick war wie 1000 Dolche ins Herz, was würde Sie dann empfinden?
Er wusste, wieviel Schuld er sich jeden Tag aufs neue gibt...für alles...allen vorran den Tot seiner Familie...und Sarah hätte es ebenso getan...aus diesem Streit heraus, hätte Sie sich verflucht und geglaubt, es wäre ihre Schuld...ungeachtet, dass Malachai es ist, der als seelisches Wrack durch die Landen läuft.
Er hebte den Kopf aus dem Wasser, rang nach Luft und griff sich ein Handtuch, mit dem er sich über das Gesicht wusch und es vom Blute befreite.
Die Wunde hatte schon seit Stunden aufgehört zu klaffen, also war kein Verband nötig und seine Haare würden es vielleicht gut verbergen.
Er roch an sich, er stank wie ein Tier, beschloss sich frische Kleidung anzuziehen und musste hinaus, die eisige Luft förmlich in sich hereinziehen.
Schattenhuf stand dort, der Blick glich einer vorwurfsvollen Frau, Malachai nickte nur, winkte ab und ging direkt weiter.
Er verstand, was sein treues Ross deutete, er gab ihm ja Recht.
So machte er sich direkt auf den Weg nach Bajard...eine Person gab es, bei welcher er sich immer als Er selber fühlte...jemand, der ihn schon soviele Jahre kannte und verstand...seine beste Freundin, die ihn nie verurteilte, sondern stetig das aussprach, was auch da war.
Verdania...er hatte Sie lange nicht mehr gesehen...viel zu lange nach seinem Empfinden und so ging er direkt auf die Herberge zu, die im aufgehenden Sonnenlicht seine schwarzen Sillhouetten zeigte.
Verfasst: Montag 27. Februar 2012, 16:07
von Sarah Schwarzmourne
Regungslos sitzt sie am Kaminsims, immer noch zur Türe sehen wo ihr Bruder ihr eben sagte dass sie ihn aus ihrem Leben raushalten sollte. Es kam ihr vor als fiele sie in ein ewig tiefes Loch, der Boden wurde ihr buchstäblich unter den Füssen weggezogen. Mit jedem Wort fiel sie tiefer und schneller und ihr Herz wurde wie eine Zitrone ausgepresst. Konnte es wirklich sein dass sie erneut von ihrer Familie verstossen wurde? Dachte sie wirklich dass es gut gehen könnte? Sie wusste doch selbst dass alles viel zu schnell geschah, ihr Kopf wusste es, doch ihre Gefühle waren einfach stärker. Das war nun der Preis dafür, der Preis den sie zu zahlen hatte dafür dass sie es nicht schaffte sich abzuschotten, es nicht schaffte ihren Plan durchzusetzen. Immer wieder hallten seine Worte in ihrem Kopf und sie musste ihm teilweise auch recht geben. Es ging einfach viel zu schnell und viel zu früh gab sie ihren Gefühlen nach. Doch es durfte einfach nicht sein. Nun sass sie hier, in diesem viel zu grossen und vor allem leeren Haus. Und sie musste etwas tun das ihr die Luft zum atmen nahm. Sie musste Hudgarr klar machen dass sie nicht die richtige für ihn war. Dass sie ihm schaden würde und ihn nicht mehr sehen konnte.....Nur so konnte sie ihren Bruder zurueck holen aber sie hatte nur noch ihn. Sie brauchte ihn, er war der einzige ihrer Familie den sie noch hatte, der einzige der wusste was mit dem erbe auf sich hatte das sie verband, ihr Schattenlord und noch viel mehr, er war ihr bester Freund, ihr Bruder.
Wie lange er weg war mochte sie nicht zu sagen doch das klingeln holte sie aus ihren Gedanken. Ein Blick aus dem Fenster und ihr Herz verkrampfte sich erneut. Sie hoffte dass sie etwas Zeit hatte und so blieb sie regungslos hinter dem Vorhang stehen. Hoffte er ging wieder und sie musste ihm nicht schon heute das Herz brechen, schon gar nicht so wie sie heute aussah und sich fühlte. Doch Hudgarr war kein Mann der einfach aufgab und so klingelte er immer und immer wieder, blickte sich um und auch zu ihr nach oben. Nein es half nichts, warum sollte er es nicht gleich erfahren, er würde ohnehin nicht aufgeben ehe er es von ihr hoerte. Sie war es ihm schuldig es ihm so rasch wie möglich zu sagen, diesmal sollte es aber wirklich der letzte sein dem sie Schmerzen zufuegt, nach diesem Gespräch würde sie das Haus nur noch Nachts verlassen, im Schutz der Dunkelheit und sich von allen fernhalten und so ging sie wie sie war hinab. Die Robe war noch feucht ebenso wie ihre Haare, zumindest an den Stellen wo sie draufsass und jene seite die nicht am Kamin war. Doch die Kälte spüre sie nicht, auch nicht an ihren Füssen die wie so oft kein Schuhwerk trugen, der Schmerz der sie förmlich zeriss war viel zu gross als das sie noch etwas anderes wahrnehmen konnte.
Sie stand ihm gegenueber, nur noch das Tor war zwischen ihnen und sie wollte ihn gleich wegschicken. Doch sie konnte es einfach nicht, er sah sie an wollte wissen was geschehen ist, warum sie geweint hat oder es immer noch tat, bat immer wieder dass sie ihn doch reinlassen sollte und so oeffnete sie auch das Tor. Er hat es verdient all seine Fragen beantwortet zu bekommen und auch wenn es mit jedem Schritt schwerer wurde und sie am liebsten in seine starken Arme sinken würde, sie musste diesen Schritt zu ende bringen. Sie konnte einfach nicht anders. Nicht nochmals ihre Familie verlieren, nicht nochmals ein neues Rudel suchen müssen. Es gab keines mehr für sie, noch war ihr das so bewusst gewesen wie heute, sie fuehlte sich so einsam wie noch nie. Sie versuchte sich zusammenzureissen, ihm klar zu machen dass sie nicht anders kann aber es wirklich das beste für ihn ist wenn er sie einfach vergisst. Doch gleich welche Argumente sie ihm brachte und wie sie es versuchte zu erklären, Hudgarr war nicht davon zu überzeugen. Er wollte es einfach nicht glauben und brachte für jedes Argument eine Lösung, er war wie ein wilder Hengst der sein Ziel sah, geradewegs durch, keine Umwege, keine Hindernisse, einfach gerade hindurch.
Immer wieder versuchte er sie in die Arme zu nehmen, sie zu troesten, ihr zu zeigen dass sie nicht alleine war und sie keine Chance hatte ihn loszuwerden. Er würde mit Malachai reden, alles wieder in Ordnung bringen. Er sprach wieder und wieder auf sie ein, sagte ihr dass Malachai immer ihr Bruder sein würde, er könnte genausowenig ohne sie leben wie sie ohne ihn existieren konnte. Er kannte ihn wohl doch viel besser als sie ahnte. Sie sprachen die ganze Nacht und erst als die Sonne schon wieder aufging hatte er sie davon ueberzeugt dass alles doch noch gut wird.
Ihr Verstand sagte immer noch dass es falsch war was sie tat, ihr Bruder hatte sich bisher noch nie geirrt, doch er sagte auch vieles das ganz und gar nicht stimmte. Sie wird niemals vergessen, Perrin, Tyrion, Inara und die Kinder. Wie konnte sie das auch gab sie sich doch immer noch die Schuld zumindest dass sie es nicht verhindern konnte. Doch damit musste sie alleine fertig werden. Vor allem Nachts und wenn sie alleine war und zu viel Zeit zum nachdenken hatte. Nie würde sie sie vergessen.
Hudgarr war nun jeden Tag bei ihr beziehungsweise sie bei ihm und auch nachts wollte er sie nicht mehr alleine wissen, beide hatten genug Platz in ihren Häusern auch wenn die Nächte sehr kurz waren und vor allem Sarah sehr wenig Schlaf bekam und wohl auch brauchte. Wenn sie die Nacht ueber bei ihm war reiste sie morgens rasch heim um sich frisch zu machen und umzuziehen. So war sie auch daheim als sie beschlossen wieder jagen zu gehen, Hudgarr wollte noch Rafael abholen wärend Sarah sich fertig machte und schon nach Lameriast übersetzte. Da stand schon eine ganze Gruppe, Sir Thelor, Liam, Lady Corinne und noch zwei Herren die sie nicht kannte. Sie freute sich auf Jagd, beim jagen war sie konzentriert auf das was sie tat, keine Zeit an etwas anderes zu denken, keine Zeit sich Sorgen zu machen. Nur das was sie gerade tat war wichtig und es war befreiend für sie. Egal wie sehr ihr nach einer Jagd alles wehtat, nichts und niemand konnte sie davon abhalten. Aber das wollte auch keiner, alle freuten sich auf die gemeinsame Jagd und die Stimmung war gut, wenn auch etwas steif bei so vielen Adeligen, aber das gehoert wohl zu ihnen dazu, auch wenn sie versuchten es nicht zu sein und ganz und gar nicht wirkten wie jene in Adoran. Sir Rafael kam schon mit dem nächsten Schiff mit Hudgarr nach und bald schon hatte die Gruppe ihr Ziel erreicht. Sie kamen sehr gut voran und jeder passte auf den anderen auf. Vor allem auf die Hochedle waren alle Augen gerichtet, Sir Rafael und Sir Thelor, ebenso wie Liam wichen ihr kaum von der Seite, immer eingreifen könnend wenn ihr etwas zu nahe kam. Dabei wirkte es oefter so als ob ihr die wachsamen Aufpasser zu aufmerksam waren, es schien als genoss sie es ein wenig abschalten zu können und zu Jagen, fast so als ob sie wie Sarah hier einfach nur auf das hier und jetzt konzentriert war und es einfach nur genoss an nichts anderes zu denken.
Sie waren schon fast am Ende als sie in eine grosse Hoehle kamen, jede Menge dieser kleinen fliegenden Ungeheuer, ein Drache und noch einiges mehr, alles lief wild durcheinander und Sarah war kurz unachtsam. Ein Drachling war hinter ihr her, doch als sie ihn bemerkte spürte sie auch schon den Schmerz an ihrem Kopf bevor sie ohnmächtig wurde. Leider war sie nicht die einzige die einige Schrammen davon trug an diesem Abend, aber alles in allem war es ein sehr erfolgreicher Ausflug und bis auf die Beule und ein paar Kopfschmerzen ging es ihr so gut wie schon lange nicht mehr.
Sie sassen spät am Abend noch alle zusammen in der Stadtstube, alle plauderten noch von den Drachen und Dämonen die sie zur Strecke brachten und wie erfolgreich die Gruppe war. Doch nach und nach wurde die Gruppe kleiner. Sarah rieb sich wieder ueber die Beule und blickte zu Hudgarr der neben ihr sass. Leise seufzend dass es heute wohl besser war dass ihr Bruder sie aus seinem Leben haben wollte, denn wenn er das mitbekommen hätte wäre er wieder an die Decke gegangen und hätte sicher wieder einen Schuldigen gesucht. Auch wenn Sie versuchte sich nichts anmerken zu lassen und betonte wie gut es war, es versetzt ihr immer wieder einen Stich wenn sie an ihn dachte. Wenn sie sich fragte was er tat und wie es ihm geht.
Es wurde Zeit dass Hudgarr und sie ihn besuchen und endlich mit ihm sprechen.
Verfasst: Montag 27. Februar 2012, 16:57
von Malachai Schwarzmourne
Die Unterredung mit Verdania tat ihm so gut.
Sie kannte ihn einfach schon zu lange, Sie wusste, wie man mit ihm reden musste...keine gespielte Heuchelei, keinerlei Mitleid. Sie sprach Fakten aus und teilte seine Gedanken, korrigierte ihn, ohne auch nur den Funken von dem Gefühl zu vermitteln, da will jemand nur beschwichtigen.
Es tat seiner Seele gut, einfach loszulassen und sich in das Gespräch zu vertiefen, so gut, dass er gar nicht merkte, wie das Thema wechselte.
Er lächelte mal wieder, er spürte, wie sich seine Kraft regenerierte. Sicher, nur ein kleiner Schritt zur Lösung des Problemes, aber ein richtiger Schritt für den Seelheil.
So sprachen Sie irgendwann über ihre Sorgen, ihren Ängsten...er wünschte so sehr, er könnte ihr helfen. Mehr, als nur für sie da zu sein, ein offenes Ohr zu haben, sie einfach mal in den Arm zu nehmen.
Er wusste nicht, ob seine Worte wirklich etwas bewegten, er glaubte einfach daran, mit der Zeit auch ihr helfen zu können...so sehr, wie Sie ihm half.
So lachten Sie irgendwann, entfernten sich von den alltäglichen Problemen, mit denen beide zu kämpfen hatten und beschlossen, irgendwann, ihre Schnapsidee in die Tat umzusetzen.
Sie resultierte aus einigen Abenden mit viel Wein und roten Nasen. An jenen Momenten, wo man es am dringensten brauchte.
Selbst wenn Malachai nie der Mensch der Flucht war, mit ihr würde er allem Leid den Rücken zudrehen und entschwinden.
So beschlossen Sie schon so oft, einfach ein paar Sachen, viele Flaschen Wein und das restliche Gold in eine Tasche zu stopfen, ein Schiff zu kapern und einfach davon zu reisen. Auf eine einsame Insel...fern ab von all den Problemen, fern ab von all dem Leid.
Ein eigenes, kleines Reich...wo, was Verdania klar machte, Sie Königin werden würde.
Der Gedanke war so greifbar nah, als würden Sie es diesmal tun...doch wieder fanden Sie eine Lücke in ihrem vermeintlich perfekten Plan:
Das Schiff war gefunden, doch keiner, der es heimlich aus dem Hafen lenken würde.
So mussten Sie wieder Abstand von der Idee nehmen. Vorerst einmal. Doch Sie waren einen Schritt weiter und so gingen Sie wieder zur Herberge.
Malachai sprach ihr ruhig zu, er konnte förmlich sehen, wie Sie unter den Zuständen litt, selbst wenn Sie so starrköfpig wie er selber war und niemals derlei Empfindungen bestätigen würde.
So sollte es bei der Umarmung zur Verabschiedung reichen, mit dem Vermerk, sie kann ihn immer aufsuchen.
Ja, das ist Sie...Malachais älteste und beste Freundin. Wer weiß, ob je ein Aussenstehender der Familie soviel wusste wie Sie über ihn...wenn nicht gar Malachai eine Verbindung zu ihr besass, die schwer nachvollziehbar und wenig reproduzierbar ist...resultierend aus sovielen Jahren und sovielen Faktoren, sovielen Taten und Geschehnissen, die an jenem Band rüttelten und es auch festigten.
So ging er wieder Heim, es stank nach Alkohol, Flaschen lagen leer auf dem Boden verteilt, wie auch Scherben. Er seufzte und ging sich durchs Haar, trat einige Schritte zur Seite und blickte in den Spiegel.
Er sah Alt aus, ausgemerzt im Gesicht, unrasiert, mit faltigen Augen und müdem Blick. Und so wollte er gerade sich abwenden, als er für den Bruchteil glaubte, wie das Spiegelbild sich verformte, ein Ebenbild zeigte, dass sein schlimmster Feind war: Er selber blickte ihn düster grinsend an, die Gesichtsmuskeln gestrafft, das Haar glatt und kurz, die Augen schwarz wie die Nacht, aus welchem dunkler Nebel heraustrat und seine Narbe am Auge hatte wie die Wurzel eines Baumes viele, schwarze Blutsadern, die sein Gesicht skurill hässlich überzogen.
Er wich zurück, striff sich über die Augen und schüttelte kurz den Kopf.
Eine Illusion, ein Gedankenspiel aus mangelndem Schlaf, dem übermässigen Alkoholkonsum und den vielen Erinnerungen wie Überlegungen, die durch seinen Kopf kreisten.
Denn so er die Beherschung verlieren würde...würde er sich dennoch nicht diesem Fluch hingeben...nicht so, wie es einst jemand anderes in der Familie tat.
Verfasst: Dienstag 28. Februar 2012, 15:17
von Malachai Schwarzmourne
Wie ähnlich Sie sich doch waren, erkannte Malachai in diesem Augenblick, als er sich mit Sarah lauthals stritt.
Sie glich ihm von Wesen so sehr...dickköpfig und radikal. Nicht einen Kompromiss suchend, sondern direkt Nägel mit Köpfen machten.
Es wärmte ihn innerlich sein Herz, zu wissen, die junge Frau, die ihm da anschrie, war seine Schwester....seine kleine Sarah.
Der Drang wurde mehr, alles zu vergessen, zu ihr zu gehen, sie in den Arm zu nehmen und nie mehr loszulassen.
Er bemerkte, wie sein Blut aufhörte zu kochen. Wie sein Gemüt sich beruhigte. Wie er den Zorn aus seinem Körper entweichen liess, selbst wenn er in süßlicher Stimme versuchte, ihm zuzureden, nicht aufzuhören, auf der Meinung zu bestehen, den Willen durchzusetzen.
Er wusste schon, warum er seine lange Lederrüstung anbehielt. Er spürte förmlich, wie bei der hitzigen Diskussion seine schwarzen Blutsadern hervorstachen, mehr glaubte er, durch die Verbindung zu seiner Schwester, zu seiner blutsverwandten, dass dieser Schrei nach Macht und der Wille des Zornes auch sie begann zu beeinflussen.
Wie eine ansteckende Krankheit, von einem zum anderen weitergetragen.
So lenkte er ein, er gab nach...sie hatte ja auch nicht Unrecht...es wurde gesagt, was er sagen wollte, auf die Frage hin, was Sie tun könnten, kannte er selber keine Antwort...ein Zeichen, dass sich alles weitere nur noch um Lapailien drehte, wussten doch beide, sie würden sich niemals trennen...auf ewig verbunden sein...nicht nur als Schatten, sondern auch als Geschwister.
Malachai genoss die Umarmung mit seiner Schwester, sehnte sich an diese Geborgenheit, die vielleicht Sarah aufsuchte.
Er brauchte es, Menschlichkeit...einen Lichtschein in dieser dunklen Seele, die er soviele Jahrzehnte wie eine Altlast mit sich trug.
Selbst wenn er für einen kurzen Augenblick für Hudgarrs, minder taktvolle Aussagen über das Heiraten und Kinderkriegen, ihm am liebsten eine reingehauen hätte, nein, er konnte innerlich nur schmunzeln...er war sein bester Freund...er kannte ihn soviele Jahrzehnte...seine Familie, wie Hudgarr auch die Schwarzmournes kannte...wenn nicht ihm seiner Schwesters Herz anvertrauen, dann sicher niemand anderen.
Und lieber so jemanden wie Hudgarr, als schlimmer, jemand wie Malachai selber.
Sarah steckte den schwarzen Trank ein, den Sie erst forderte. Malachai wollte ihn wieder, aber Sie beharrte auf jenen.
Er wirkte, als würde er sichergehen, dass Sie nichts dummes mit jenen anstellte, doch innerlich glaubte er, Sie spürte, dass etwas am kochen war, dass SIE sichergehen wollte, dass er nichts dummes anstellen würde.
Sarah war nur von einem Elternteil her mit der Essenz des Schattens verbunden, selbst wenn Sie die Blutgruppe der Schattenlords innehatte, würde der Trank Sie nur von diesem befreien.
Doch Malachai war in diesem Sinne rein, beide Eltern überreichten ihm das Erbe...wer weiß, was der Trank bei ihm anrichten würde.
Er nickte, er wollte nicht die Wut aufkommen lassen, diese entstandene Gemeinsamkeit nicht zu nichte machen...er war froh, dass es den Weg beschritt, wieder zur Normalität zurück zu kommen, dass seine Schwester glücklich sein konnte, selbst wenn er wusste, es war für ihn noch lange nicht ausgestanden.
So verabschiedete er sich, sprach offen, er würde noch einige Zeit hier bleiben, sicher unter anderen Aspekten, als Sie glauben würden und als Sie dann von dannen ging, seufzte Malachai und drehte sich um.
Er entzog sich die Kleidung, befreite seinen Oberkörper und rannte zum Spiegel. Er sah Sie noch, die letzten Spuren...anhand dieser konnte er nur abschätzen, zu wissen und zu glauben, das schwarze Blut hätte gut 3/4 seines Körpers übersät, sich an seinen Emotionen genährt und er spürte, wie sein Körper langsam anfing zu zittern, als wäre er Mondelang gerannt, ohne Pause, ohne sich zu ruhen.
Er hielt sich am Stuhl fest, sackte mit einem Bein zusammen, atmete schwer und liess sich dann auf den Boden zwischen den Flaschen nieder.
Er schloss die Augen, schlafen...einfach nur schlafen...er war krank...das wusste er...eine Krankheit, die schon einmal jemanden der seinen heim suchte...zu Zeiten, als ihr Vater noch über sovielen ihresgleichen führte...
Das verdärblichste für die Wächter von Macht und dem Gleichgewicht ist, selber nach Macht zu lechzen...und der Wunsch nach Macht mag soviele Gründe beinhalten...war er dabei, diesen Weg zu schreiten? Sich in einem Meer aus Emotionen zu verlieren und seinen Verstand zu vernebeln?
Er glaubte zu schlafen, doch schien es wie eine Welle der Gefühle auf ihn einzuschlagen, sovieles, was er sah...sovieles, was er mit in sein Grab nehmen wollte...
Ihr Vater...die Begegnung nach sovielen Jahren und sein Tot.
Inara, die vermeintliche Stefanie, die ihn schon einmal aus dem Chaos rettete...
Die Amarths, wo er das erste und das letzte Male sich von seinem Zorn leiten liess, die schwarze Seite in sich erkannte.
Valion...Cyrion...Leah...Rafael...soviele Gesichter, soviele Menschen...soviele Emotionen...
...die Geburt seines Sohnes...sein Stolz...sein Erbe
Sarah...seine Schwester...die Erkenntnis, nicht alleine zu sein...
...und dann....Fiona...er stockte den Atem...er hatte es verdrängt...noch hatte er es je irgendjemanden mitgeteilt...und da stand Sie...mit ihrem langen, schwarzen Haar...sie Sarah so ähnlich....und es hämmerte in seinem Kopfe...Fiona Schwarzmourne...einen Namen, den er so nie ausgesprochen hatte.
Es wellte um ihn herum, liess ihn tänzeln, auf den Boden sacken, verlierend in diesem Strudel aus Gedanken und Erinnerungen, der um ihn kreiste, schneller und schneller, bis er glaubte, förmlich eine Fratz in diesem herausstechen zu sehen, pechschwarze, mit fehlenden Augen und leeren, dunklen Augenhöhlen...laut schallend lachend, auf den gebrochenen Manne niederblickend, versuche Malachai sich aufzuraffen, doch wurde aus diesem Schwall Erinnerungen eine schwarze Essenz, die sich langsam zu ihn vorschlug, seine Beine umgriff, und anfing, sich um seinen Körper zu legen, wie eine zweite Haut und den Geist mit der Dunkelheit zu nähren, auf ewig keimend der Wunsch nach Macht, Stärke...völlig vergessend, was wichtig ist im Leben, nur das Leid und den Tot anblickend, welches er verursachte, an welchem er Schuld trug.
Er wollte schreien, öffnete den Mund, in welche die schwarze Essenz einfloss, spürte, wie es ihn von innen heraus verbrannte und sich wie ein Virus ausbreitete, alle Menschlichkeit nehmend, bessessend von dem Willen, nie wieder verletzbar zu sein...
Schreckte Malachai hoch, schwitzend und voller Wut packte er einen Stuhl und warf ihn gegen die Wand ans Regal, welches polternd in sich zusammen brach.
Er war Orientierungslos, er schäumte vor innerlichen Zorn, ohne zu wissen, worauf...und er blickte sich um...
Er versuchte angestrengt, die Orientierung zu finden, seine Gedanken zu ordnen, er sah alles, wie durch einen dunklen Schleier, bis er Bruchstücke erkannte...
Und dann kam es wie ein Blitz, er hatte sich verloren, er blickte zu sich und sah die schwarzen Blutsadern seinen Körper zieren, der Nebel lungerte aus einem dunklen Rauch, der aus seinen Augen trat...
Er hebte sich hoch, atmete, versuchte einen klaren Kopf zu kriegen, diese Wut zu unterdrücken...er überlegte...doch soviele Gedanken nährten den Zorn...er musste etwas finden...und fand es...Sarah...er blendete Hudgarr aus...blendete diese Geschehnisse aus...er sah nur Sie...verschiedene Bilder...wie er über sie wachte, als Sie auf dem Baum schlief...wie Sie sich in den, von ihm geschenkten Umhang schmiegte, wie sie sich umarmten...festhielten...an diesen Bund zweier Geschwister...
es wurde kühler, sein Körper schien das Zittern einzustellen, er lächelte sacht, während die trübe Sicht klarer wurde und die schwarzen Adern langsam begannen, sich zurückzuziehen und er sich seufzend auf den Tisch legte, ruhig atmend und seinem Herzschlag lauschend, wie es langsamer wurde.
Er spürte es, als der Traum passierte, als sein Körper befallen wurde...spürte er es...eine Präsenz, die die Schatten immer spürten und oft Unruhige Blicke aufkeimen liessen...jedesmal...wenn der Abtrünnige sich offenbarte und ihre Nähe suchte...
Doch diesmal...war es nicht jene verlorene Seele, die vor vielen Jahrzehnten die Schatten auslöschten...nein...diesmal war er es...Malachai, der einen Pfad ging, welchem er nicht entweichen konnte.
Verfasst: Mittwoch 29. Februar 2012, 08:45
von Gast
Sie stand in der Küche und brät den Fisch an, als sie die Tür zufallen hörte. Als sie sich umdrehte stand ihr alter Freund Malachai an der Theke. Verdania lege noch einige Fische in die Pfanne und schaut ihn genau an. An ihm stimmte etwas nicht, dies merkte sie auch ohne das er etwas sagte. Seine Art und seine Gesichtszüge hatten ihn verraten. Sie musterte ihn und fragte
„Was denn los sei?“
Er erzählte ihr von seinen Sorgen und Verdania konnte seine Sorgen verstehen, trotzdem versuchte sie ihm mit den Sorgen zu helfen. Es waren zwar nur Worte und Gedanken die sie aussprach. Doch Malachai wurde etwas ruhiger, vielleicht fiel ihm auch eine Last vom Herz über jenes zu sprechen. Das Problem würde sich aber wohl kaum mit Worten lösen lassen. Um ihn auf andere Gedanken zu bringen und von ihren Sorgen abzulenken, brach sie das Thema mit der Reise ein. Zuerst wollte Malachai mehr über ihren Kummer wissen, doch Verdania wollte kaum noch darüber reden. Für sie war es ein Kummer ohne Lösung. Dies wird wohl immer so bleiben. Er meinte zu ihr. Sie solle auf ihr Herz hören, doch hätte sie dies gemacht, wäre sie wohl kaum noch im Haus. Nochmals versuchte sie das Thema zu wechseln und nun stieg auch er mit ihm Thema ein. Es war ein Traum welcher schon eine weile bestand und durch viel Wein ihnen einfiel.
Sie wollten sich ein Schiff nehmen und heimlich verreisen. In ferne Länder reisen wo es kein Kummer und keine Sorgen gäbe. An diesem Tag hätten sie es fast geschafft. Sie hatte noch etwas Gold und Essen bei sich. Er noch etwas Wein. So machten sie sich auf den Weg zum Schiff.
Es konnte nicht so schwer sein, ein Schiff zu nehmen und los zu segeln. Am Schiff angekommen, mussten sie fest stellen das ihnen ein Kapitän fehlt, einer der sie aus der Bucht fährt. Nun waren sie ihren Traum schon so nah und an so etwas kleines ist es gescheitert.
Doch Verdania dachte sich, vielleicht soll es noch nicht sein. Noch gab es einiges zu erledigen. Sie würde natürlich sehr viel hinter sich lassen. Ihre Familie, ihre Gesellschaft, ihre Freunde.
Auf dem Schiff ging ihr vieles durch den Kopf. Man würde sie nicht so schnell vermissen. Doch was würden sie sagen, wenn sie auf einmal nicht mehr da ist. Hätte Verdania dann versagt? Doch der Traum wird irgendwann in Erfüllung gehen. Dann wird Malachai und sie ein eigenes Reich haben. Sie wären dann ganz alleine, ohne all den Problemen welches diese Land umgibt. Sie hätten sehr viel Wein im Keller und Verdania würde dann Königin sein. Obwohl dies nur ein Scherz war, nickte Malachai ihr zu und meinte.
„Ja das wirst du dann.“
Dabei kommt er nun endlich wieder etwas lachen und das erfreut sie sehr. Sie möchte es nicht ihn betrübt zu sehen. Nun da sie wohl nicht aus der Bucht kämen, gingen sie zurück zum Gesellschaftshaus.
Vor der Tür angekommen, blieb er stehen und wollte sich von ihr für den Tag verabschieden. Er musste wohl doch noch einiges klären. So nahm er sie in die Arme und drückte sie. Verdania legte die Arme um ihn, um sich von ihm zu verabschieden. Nach einen kurzen Augenblick machte er sich dann auf den Weg. Sie schaute ihn noch kurz nach, bis sie dann ins Haus ging um den Fisch, welcher nun schwarz war, aus der Pfanne zu nehmen. Dabei musste sie dann doch leicht schmunzeln. Malachai ihr ältester und engster Freund war immer für sie da. Sie hatten in den Jahren so viel schon durch gemacht. Ob es der verlorene Mann war,welchen er suchte, einen Krieg oder andere Probleme.
Immer stand er zur Stelle. Er kannte sie recht gut, die brauchte kaum Worte aussprechen und er wusste schon das etwas nicht stimmte. Vielleicht war es eine innere Bindung zwischen ihnen die sich in den Jahren aufgebaut hat. Er schenkte ihr immer Trost und Wärme, auch wenn sie ihm einiges wohl nie sagen würde. Sie hatte immer noch einige Träume doch sie könnte es vor niemanden sagen und schon gar nicht vor ihm. Sie dachte noch eine Weile nach, wie sie ihm helfen könnte und beschloss ihn die Tage einfach mal zu besuchen.
Dann zischte es auch schon wieder in der Pfanne und sie holte die Fische schnell aus der Pfanne und ging ihrer Arbeit nach. Es kamen immer mal wieder Gäste hinein, die Hunger oder Sachen benötigten. So verging der Tag recht schnell um. Sie fiel irgendwann in ihrem Bett und schlief so schnell ein.
Verfasst: Mittwoch 29. Februar 2012, 18:07
von Sarah Schwarzmourne
Es war soweit, Hudgarr wollte mit ihr zu Malachai reisen und mit ihm sprechen. Sie war froh dass sie diesen Gang nicht alleine machen musste, aber sie hatte auch Angst davor. Selten fiel ihr etwas so schwer wie dieser Besuch, was wenn er sie wirklich nicht mehr sehen wollte, wenn er ihr wieder nicht zuhoeren wollte oder auf Hudgarr losging? Alles mögliche versuchte sie kurz vor der Abreise noch um es rauszuzoegern, suchte Gründe weshalb sie die Reise doch verschieben sollten doch zum Glück lies Hudgarr nicht locker und so sassen sie kurze Zeit später schon in der Kutsche nach Bajard.
Hudgarr klopfte und wiederholte jenes als sich die ersten beiden male niemand rührte. Sarah versuchte erneut ihn dazu zu bewegen es ein ander mal zu versuchen, da er scheinbar nicht daheim war, auch wenn sie genau wusste dass er im Haus war. So nah wie sie ihm war musste sie dafür nicht mal nachfühlen doch dieses mulmige Gefühl wurde immer stärker, die Angst immer grösser vor dem was sie erwarten würde.
Die Türe oeffnete sich und kaum dass er sie erblickte wollte er sie auch gleich wieder schliessen, doch Hudgarrs Fuss war schon in der Türe. Mala sagte kein Wort und lies die Türe dann doch auf und ging wieder zurueck zum Kamin. Sarah erschrak als sie ihn sah und blieb an der Türe hinter Hudgarr stehen. Es verschlug ihr regelrecht die Sprache und so unterhielten sich erstmal nur die beiden Männer, so man das eine Unterhaltung nennen konnte.
Immer wieder die Vorwürfe von Malas Seite und unzählige versuche diese abzuschwächen und zu erklären von Huddis Seite. Sarah hielt sich zurueck und betrachtete Malachai die ganze Zeit. Er sah schrecklich aus und mit jedem Wort das er sprach fühlte sie sich schlechter, nicht nur wegen der Vorwürfe, nein da war etwas anderes das sie spürte, das in ihr zu brodeln begann und so hatte sie irgendwann genug gehoert und schritt neben Hudgarr und begann ihn zu fragen ob es wirklich sein Wunsch war dass sie ihn aus ihrem Leben raushielt, ob es wirklich sein Wunsch war alleine zu sein, sie nicht mehr zu Schwester haben zu wollen. Er sollte es sagen wenn es wirklich so war. Immer wieder fragte sie ihn und wurde jedes mal lauter dabei, sie forderte den Trank von ihm und schrie ihn nun förmlich an ihr zu Antworten.
Sie redete sich förmlich in Rage, spürte wie alles in ihr zu brodeln begann und wollte endlich Antworten von ihm, wollte wissen was sie tun sollten, was sie ausser sich zu Entschuldigen noch tun könnten, er sollte ihr sagen was er denn erwartet.
Als Hudgarr dann auch noch so tat als würde er den Trank ins Feuer werfen war es ganz aus und sie spürte dass sie etwas tun musste, sie konnte nicht in der Stube bleiben wo es immer heisser zu werden schien und nach einem kurzen strafenden Blick in Hudgarrs Richtung ging sie dann auch vor die Türe. Sich beherrschen, wieder zur Ruhe zu kommen, das war es worauf sie sich nun konzentrieren musste. Und wieder war dieses ungute Gefühl da, sie blickte auf ihre Beine, es schien als spürte sie wieder die Tentakeln die nach ihr griffen, damals als er in Malas Körper war.....
Sie weiss nicht was Hudgarr und Mala sprachen während sie draussen stand, aber als sie wieder reinkam standen die beiden am Feuer und Hudgarr hatte seine Hand auf Malas Schulter. Sie versuchte ruhig zu bleiben und wiederholte ihre Fragen erneut. Doch diesmal lenkte er nach einiger Zeit ein, kam dann auf sie zu und schloss sie einfach in seine Arme. Wie sehr hatte sie das vermisst, hatte sie ihren Bruder vermisst. Auch wenn Hudgarr sie ebenso in die Arme schloss, es war nicht das gleiche. Der Trank stand immer noch am Tisch und sie packte diesen dann auch in ihre Tranktasche. Sie wollte ihn zwar nicht mehr trinken, aber hier lassen wollte sie ihn auf keinen Fall, auch wenn Mala noch ein paar mal danach fragte und die Hand aufhielt, den bekam er nicht wieder. Die Lage beruhigte sich wieder und so konnten sich die beiden dann auch von ihm verabschieden. Er wollte noch eine weile in seinem Haus bleiben, zur Ruhe kommen und Nachdenken was sie auch einsahen, wobei Sarah das Gefühl nicht loswurde dass da mehr dahinter steckt. Aber für heute war es genug. Er war wieder bei ihr und auch wenn nicht sagte dass er gegen Hudgarr nichts einzuwenden hat, Sarah wusste dass es in Ordnung war und er wie auch sie einfach nur Zeit brauchten.
Die Träume die sie vor ihrem Besuch hatte waren nicht verschwunden und dieses Gefühl das sie immer wieder ueberkam wenn sie an ihn dachte wollte nicht verschwinden. Es schien fast so als ob der Abtrynnige wieder auftauchen würde, aber den hatten sie doch vernichtet..
So oft wie die letzter zeit musste sie noch nie an ihn denken und die Zeit die sie mit ihrem Bruder verbrachte, wo er auf sie acht gab und ihr so vieles beibrachte wie noch keiner davor. Jede Nacht hatte sie seltsame Träume und scheinbar sprach sie dann auch immer, rief Malachais Namen und spürte eine Präsenz die ihr Angst machte. Normal würde sie zu ihrem Bruder gehen und ihn um Rat fragen, sich bei ihm aussprechen und er würde ihr sagen dass sie sich keine Sorgen machen sollte, dass alles wieder gut wird und er schon weiss was er tun muss, aber diesmal konnte sie das nicht. Auch wenn sie sich mehr oder weniger ausgesprochen hatten und er sie umarmte und an sich drückte, damit konnte sie nicht zu ihm. Hudgarr wollte sie damit auch nicht belasten, er machte sich auch so schon sorgen weil er jede Nacht wach wurde wenn sie wieder sprach und sah dass sie etwas bedrückte, aber sie sagte ihm dass sie diese Nacht zu ihrem Bruder wollte, sie wollte sehen ob sie etwas machen konnte, abgesehen von dem Chaos in seinem Haus das sie beseitigen wollte, wollte sie auch herausfinden ob sie ihm helfen konnte. Sie spürte mehr als deutlich dass etwas nicht stimmt und sie wollte endlich herausfinden was los war.
Hudgarr war suess und er bestand darauf sie zu begleiten, wollte sie nachts nicht alleine um die Häuser ziehen lassen und auch wenn Malachai es nie zugeben würde, er hatte in dieser Beziehung mehr ähnlichkeit mit ihm als es ihm bewusst war. Sarah liebte ihn und sie konnte ihn nur allzugut verstehen, aber das wollte sie alleine erledigen, alleine schon weil sie nicht wusste was sie erwartet und er sie ablenken würde weil sie sich ebenso sorgen um ihn machte wie er sich um sie. Also scheuchte sie ihn den ganzen Tag von einer Arbeit zur nächsten, Abends waren sie dann noch zusammen Holz hacken und nach dem gemeinsamen Bad schien es fast als würde dieser Mann nie müde werden. Dafür war bei Sarah so ziemlich die Luft raus und so blieb nur noch ein versuch ihn davon abzubringen sie zu begleiten, sie musste ihn darum bitten. Sie musste innerlich lachen wie dumm sie war mit all ihren Versuchen ihn zu ermüden, dabei war es so einfach, er verstand ihre Bitte und auch wenn er sich grosse Sorgen zu machen schien, er vertraute darauf dass sie wusste was sie tat und gesund wieder kam.
So lag sie solange neben ihm bis sie sicher war dass er fest schlief und machte sich dann leise auf den Weg zu ihrem Bruder.
Leise schlich sie um das Haus das ihr so vertraut war, im Schutz der Dunkelheit, wie eine richtige Schatten, niemand sah sie auch nicht als später vor seiner Türe stand und diese leise oeffnete. Das Feuer war fast ausgegangen und da sass er, schlafend am Tisch lehnend. Wie lange mochte er schon nicht mehr geschlafen haben dass sie ihm so nah kam ohne dass er sie bemerkte? Etwas stimmte nicht mit ihm nicht, da war sie sich ganz sicher und da war auch wieder dieses grausame Gefühl, sie spürte dass da etwas war das alle Schatten fürchteten aber sie versuchte es erneut zu verdrängen. Was sollte sie nur machen? Sie blieb bei ihm stehen, strich sanft ueber seine Haare und seufzte. Sie hätte Hudgarr doch mitnehmen sollen, wie sollte sie diesen kräftigen, grossen Mann alleine ins Bett runter bekommen ohne hilfe? Das würde sie nicht schaffen und so beschloss sie erstmals ein wenig hier aufzuräumen. Fast lautlos huschte sie um ihn herum, erstmal etwas holz nachlegen dass das Feuer nicht ganz ausging und danach räumte sie einzeln die Flaschen vom Boden, jede für sich dass sie ja nicht aufeinanderklirrten und ihn weckten. Immer wieder huschte ihr blick zu ihm, schlief er noch? Hatte sie ihn eh nicht geweckt? Dadurch dass sie alles so vorsichtig und leise machen musste, brauchte sie natürlich umso länger doch nach und nach sah die Stube wieder halbwegs wohnlich aus. Sarah war erneut bei ihrem Bruder und fragte sich erneut was er hatte und weshalb er krank war, war sie etwar daran schuld? Sie wollte eben wieder in die Küche gehen wo sie etwas Wasser für einen Tee aufsetzte als sie das leise klicken vernahm das sie nur zu gut kannte. Sie blieb blitzartig stehen und blickte zu Malachai leise seinen Namen sagend: Malachai, ich bins Sarah......
Verfasst: Donnerstag 1. März 2012, 01:23
von Hudgarr Stolzenfels
Hudgarr lag wach neben Sarah und hielt sie fest, ihm war bei dem Gedanken, dass sie alleine zu Malachai gehen wollte, vollkommen unwohl und er machte sich Sorgen.
Er spürte wie Sarah lauschte, ob er schon schlafe, er wusste, dass sie nicht gehen würde solange sie glaubte, er würde nicht tief und fest schlafen. Er bemühte sich ruhig und gleichmäßig zu atmen, sodass sie vermuten könnte der Schlaf hätte seinen Schleier über Hudgarr gelegt. Nach einer Weile merkte er wie sie sich von ihm löste und sich aufmachte, um nach ihrem Bruder zu sehen. Erst als die Schritte verklungen waren, stand er auf und folgte ihr leise.
Am Haus von Malachai angekommen, schob er sich hinter den dicken Stamm eines Baumes, wo die Dunkelheit der Nacht seine Gestalt in der düsteren Kleidung dankbar verbarg. Er wartete. Es schien eine Ewigkeit zu vergehen bis Sarahs leichte Schritte aus Richtung der Kutsche zu vernehmen waren. Er sah ihre Gestalt in dem warmen Lichtschein, als sie die Tür öffnete und wie sie darin verschwand. Aufmerksam beobachtete er das Haus, die Lichter in den Fenstern und lauschte, ob zu laute Geräusche etwas von dem Verlauf des Gesprächs erahnen ließen. Stille. In die Stille schlich sich die Erinnerung in seinen Geist – so viel war geschehen in der letzten Zeit.
Er erinnerte sich des Tages, an dem Sarah ins Rathaus gekommen war und er vor ihr stand. Er erinnerte sich wie sie ihn schlagen sollte und daran wie er versucht hatte es sich vorzustellen. Wie hätte er reagieren sollen, hätte sie es wirklich gemacht? Was sagen, was tun? Vermutlich hätte er Cedric verprügeln müssen – seine Idee, seine Strafe.
Er erinnerte sich ihrer zweiten Begegnung bei dem Maskenball, wo sie in Begleitung von Malachai erschienen war. Er erinnerte sich, dass sie selbst mit Maske so unglaublich schön ausgesehen hatte, dass Hudgarr Herzklopfen bekommen hatte. Zu gerne hätte er mit ihr getanzt, weshalb er sich zu ihr und Malachai gesellte und sich mit ihm unterhalten hatte, auch ein wenig mit ihr. Doch er konnte sich nicht überwinden sie zu fragen – er war kein guter Tänzer und er hatte Angst ihr wie ein Troll auf die Füße zu stampfen.
Er erinnerte sich ihrer dritten Begegnung bei Sarah zu Hause, wo er erfahren hatte, dass Inara und die Kinder verstorben seien, ebenso wie Sarahs Mann. Er erinnerte sich wie sie auf dem Stuhl gesessen hatte, so unendlich traurig und gebrochen. Er hatte sich gewünscht zu ihr zu gehen und sie in den Arm zu nehmen, aber es wäre unangemessen gewesen, so dachte er. Sie war Malachais Schwester, es war seine Aufgabe sie zu trösten. Er war nichts. Nur ein flüchtiger Bekannter.
Er erinnerte sich ihrer vierten Begegnung an der Kutsche vor Adoran, als sie auf dem Weg zum Barbier war. Er erinnerte sich nachgeharkt zu haben, warum sie sich die Haare schneiden wolle und so fand er heraus, dass sie sich verunstalten wolle, damit kein Mann sie mehr hübsch finden oder sich in die verlieben könne. Sie wollte keinen Menschen mehr so nah an sich heran lassen, dass sie ihn verletzen könne. Sie schien sich für alles, was gewesen war, die Schuld zu geben, selbst für die schrecklichen Geschehnisse um Inara und die Kindern. Hudgarr erzählte ihr von seiner lieben Familie und einiges von Inaras Geschichte. Am Ende seiner Erzählung war die Nacht fast verstrichen und er versprach alsbald mehr zu berichten. Zum Abschied sagte er ihr noch, dass sie sich noch so sehr verunstalten könne, sich in Lumpen hüllen oder die Haut zerkratzen, trotzdem würde jeder sehen, dass sie eine wunderschöne und bezaubernde Frau sei. Er erinnerte sich, dass er es genauso gemeint hatte.
Er erinnerte sich ihrer fünften Begegnung auf einer Schatzjagd. Unterwegs trafen sie Malachai, er erinnerte sich, dass sie ihn am Ende ein wenig aufzogen hatten. Malachai stellte Vermutungen an, was Hudgarrs und Sarahs Beziehung betraf, dass sie sich wohl sehr mochten und stellte sonderbare Fragen. Es machte Spaß ihn aufzuziehen, nicht nur Hudgarr, auch Sarah und so trieben sie ihn zusammen in Rage. Der Ausdruck auf Malachais Gesicht war unbezahlbar, selten hatte Hudgarr so gelacht. Nach und nach jedoch nahm ein anderer Gedanke seinen Geist in Besitz, vielleicht wünschte er sich all diese Dinge, die sie Malachai sagten? – Ja, er mochte Sarah wirklich sehr.
Er erinnerte sich auch ihrer sechsten Begegnung als Sarah um Hudgarrs Haus schlich. Er erinnerte sich, dass er sie zwar bemerkte, aber erst später erkannte. Und er erinnerte sich, dass sein herz wie wild geschlagen hatte. An diesem Abend unterhielten sie sich abermals sehr lange und ausführlich über die Ereignisse um Inara und Hudgarr. Nach einer Weile erkundigte sie sich nach Gothric und ob Hudgarr der Name etwas sagen würde, sie hätte von ihm geträumt. Hudgarr erzählte ihr von seinem Vater Gothric Amarth, der schon lange Zeit bei den Ahnen weilte.
Schließlich kam das Gespräch auf den Tag, als sie den Scherz mit Malachai getrieben hatten. Sie sagte, sie bedaure, dass es nur ein Scherz gewesen sei. Hudgarr starrte Sarah befremdet an. Hatte sie das gerade wirklich gesagt? Hatte sie ausgesprochen, was er sich ebenso von ganzem Herzen wünschte? War dies nur ein Scherz ihrerseits? Oh, wie sehr er sich wünschte, dass sie es ernst gemeint hatte, dass sie ihn ebenso mochte wie er sie. Vorsichtig erwiderte er ihre Bekundungen, auch er wünsche sich, dass es kein Scherz wäre und dass sie sich gern haben könnten. Sie hatten sich noch eine Weile unterhalten, ehe sie einer Freundin beistehen mussten und es wurde ziemlich spät. Hudgarr überredete Sarah in dem Zimmer seiner Tochter zu nächtigen, damit sie nicht den weiten Heimweg auf sich nehmen musste.
Am nächsten Tag war viel los gewesen. Die beiden fanden einfach keine Zeit sich zu unterhalten, erst am Abend ergab sich die Gelegenheit. Nur wenige Augenblicke blieben ihnen, ehe Malachai hereinstürmte und sie mit Fragen löcherte, die sie noch nicht einmal für sich selbst beantwortet hatte. Als Sarah einige Schüsseln vom Tisch räumte, hielt Malachai ihr vor, dass sie sich ja schon aufführe wie die Herrin des Hauses und fragte, ob die beiden ihn für dumm hielten. Wütend war er aufgesprungen und aus dem Haus gestürmt. Erst als er fort war dämmerte es Hudgarr mehr und mehr, was er gemeint hatte und in diesem Augenblick traf ihn die Erkenntnis, dass es für ihn nur noch Sarah war. Es war mehr als eine Schwärmerei, mehr als pure Sympathie, er liebte sie. Er liebte wie sie war, wie sie stand, wie sie ging und saß, wie sie trank, ja, selbst wie sie in der Küche für Ordnung sorgte. Er liebte ihren Duft, ihrer Mienen, alles an ihr. Er wollte sie nie wieder missen in seinem Leben.
Mit rasendem Herzen eilte er Malachai hinterher und fragte ihn außer Atem, ob er Sarah ausführen und somit um sie werben dürfe. Malachais Antwort befremdete ihn, obgleich er ihn nachvollziehen konnte: „Tu ihr nicht weh!“ Trotzdem ein Ja, es war ein Ja. Hudgarr fühlte sich glücklich wie seit Jahren nicht mehr.
Von diesem Moment an erschien ihm alles wie ein Traum. Zugegeben, mit Höhen und Tiefen, aber sie waren immer für einander da und stützten einander. Deshalb stand er nun vor dem Haus seines Freundes und lauschte, ob die Dame seines Herzens seine Hilfe brauchte. Er würde da sein, wenn sie ihn brauchte – immer.