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Es war soweit, oder wie alles begann

Verfasst: Donnerstag 19. Januar 2012, 18:56
von Sarah Schwarzmourne
So lange hat sie gewartet, so viele Ängste und Sorgen überstanden. Ja Perrin würde ihn lieben und ja gemeinsam konnten sie alles schaffen und Inara konnte auch helfen. Doch letztendlich passierte genau das womit niemand gerechnet hatte.
Inara lag in den Wehen und wie Sarah schon lange vorher befürchtet hatte haben all ihre Übungen und Stunden der Mediatation nichts gebracht. Sarah krümmte sich vor schmerzen und alles was sie versuchte um die Schmerzen abzuschotten raubte ihr nur ihre Kräfte, denn helfen konnte alles nichts. Immer wieder rief sie ihren Bruder zu sich, versuchte in kurzen Pausen zu ihm durchzukommen. Doch viel zu rasch kamen die Schmerzen immer wieder aufs neue. Doch auch wenn sie ihn nicht fand, sie war sicher er würde mitbekommen dass sie ihn braucht, so sehr wie noch nie.
Was Sarah zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste war dass Inara und ihre Tochter nichts mit dem Schmerz zu tun hatten. Nein es war ihr Sohn der mit seinem Leben kämpfte. Perrin bekam kaum etwas mit, ihn hatte sie ja gebeten sich zum Schiff durchzuschlagen und Inaras Hebamme zu holen welche er auch tatsächlich nach einiger Zeit zu Inara hochbrachte. Für Sarah eine gefühlte Ewigkeit die sie alleine im Keller verbrachte.
Als Perrin endlich zu ihr zurueckkam und sie sah wich bei ihrem Anblick sämtliche Farbe aus seinem Gesicht. Ratlosigkeit, Hilflosigkeit und Angst waren ihm anzusehen und auch wenn Sarah ihn mit letzter Kraft anflehte nicht wieder zu gehen rannte er los um Hilfe zu holen. Herr Dunyar, der Heiler der in der nähe einen Laden eröffnet hatte, ja ihn wollte er holen. Egal ob er etwas merken könnte, ganz gleich ob ihr Bruder ihm deshalb Vorwürfe machen würde oder ihn gar toeten würde, nein er musste hilfe holen, denn so hatte er seine Sarah noch nie gesehen und er wusste wenn er niemanden finden konnte würde sie es nicht schaffen. Es dauerte auch gar nicht lange und Perrin kam mit einer Heilerin zurueck, wo er sie fand oder was er ihr genau erzählte ueber Sarah wusste sie bis heute nicht, aber sie war noch nie so froh jemanden um sich zu haben.
Sarah war am Ende ihrer Kräfte und bekam auch nur noch teilweise mit was wirklich geschah, Sarah die lebenslustige starke und junge Frau war nur noch eine schwache Hülle, ein Schatten ihrer selbst die dabei war aufzugeben. Ständig flöste die Fremde ihr irgendwelche Tränke ein, stärkende, schmerzstillende und Temora alleine weiss wohl was da noch alles dabei war. Ständig sprach sie auf sie ein, was sie nicht alles tun sollte, dass sie wach bleiben sollte, doch gerade jetzt, jetzt wo die Schmerzen etwas nachliessen wollte sie nur noch schlafen.
Wie oder wann der leblose Körper ihres Sohnes nun wirklich auf die Welt kam und was mit ihm geschah bekam Sarah nicht mehr wirklich mit. Selbst vom Wochenlauf danach hat sie nur noch schemenhafte Erinnerungen. Perrin war ständig bei ihr, wischte ihr den Schweiss vom Gesicht, versuchte ihr Suppen und Tee einzufloessen sowie diverse Tränke der Heilerin die wohl weiter ab und zu vorbeisah. Erst nach dem ersten Wochenlauf begann Sarah sich etwas zu erholen und erst jetzt begannen die beiden wirklich wahrzuhaben was passiert ist. Beide wollten nicht darüber sprechen, Perrin begann wieder seinen Schmerz an den Tieren und Monstern auszulassen, immer länger blieb er fort und machte sich Luft.
Sarah wäre nur allzugerne mit ihm gegangen doch er wollte sie nicht mitnehmen bis sie wieder zu hundert Prozent auf den Beinen war. Er wollte sie nicht erneut einer Gefahr aussetzen, zumindest waren das seine Worte...

Nachdem Inara mit den Kindern wieder nach Hause fuhr hatte Sarah ueberhaupt keinen Grund mehr aufzustehen. Sie liess sich seit der Geburt gehen und einfach treiben. Wozu sollte sie zu Kräften kommen? Wozu aufstehen und kochen? Wer wusste schon ob Perrin heute heimkam oder wieder in der Stadt blieb mit Jagdfreunden so wie früher? Sie wusste nur zu Gut dass Perrins Gedanken ständig bei ihr waren und er sich immer noch Sorgen und vor allem Vorwürfe machte, doch wer ständig nur daheim ist und zu viel Zeit zum nachdenken hat, der denkt nicht mehr rational.
Irgendwann hatte Perrin genug, er wusste sich nicht mehr anders zu helfen und ueberredete Sie zu Selina und Arsen zu fahren. Sie sollte auf andere Gedanken kommen, sich erholen und aufmuntern lassen. Perrin wollte daheim bleiben und auf das Haus achten, eventuell die Wirtsstube wieder eroeffnen, auch wenn es anfangs nur eine Ausschank war, bis Sarah wiederkam und die Küche auch eroeffnet werden konnte. Es brauchte auch gar nicht viel an Überredung da Sarah momentan ohnehin zu nichts Lust hatte und ihr alles relativ egal war und so sass sie bald darauf am nächsten Schiff.

Verfasst: Freitag 20. Januar 2012, 14:12
von Malachai Schwarzmourne
Der eiskalte Wind peitschte den Schwarzverhüllten auf seinem ebenso dunklen Rosse in jener Nacht ins Gesicht, liess seinen Umhang wie einen Tanz flattern, während er bemüht ist, dem Ross die Sporen zu geben.
Ab und an hielt er an, der Mustang bäumt sich dabei wiehernd auf und seine Lust, die er auspresst, scheint förmlich zu frieren.
"WO BIST DU, DU ELENDIGES MONSTRUM! ZEIG DICH."
Er wusste, dass er nahe war. Er wusste, er würde der Quelle gleich kommen, gab dem Pferd die Sporen und ritt weiter.
Er erzählte, er suche jemanden. Für seine Frau. Doch er log. Er wollte Sie nicht beunruhigen, ihr nicht sagen, was er dachte.
Er hatte Angst, er träumte förmlich davon. Wie eine Frau schrie, sich vor Schmerz wand und irgendwelche Personen auf Sie einredeten. Wie Sie presste und...weiter wollte er den Gedanken nicht ausführen. Nur das am Ende Stille herrschte, kreiste in seinem Kopfe.
Er konnte nicht genau daraus schliessen, was passieren wird. Er konnte nur beten, dass es seinem Kind gut gehen wird.
Er spürte IHN, doch war es auch der Traume, den er verfolgte?
Nur selten fühlt er sich so Hilflos wie jetzt.
Weiter ritt er in der dunklen Nacht. Mag es Sekunden oder Stunden gewesen sein, als sein Pferd im Matsch beginnt zu schlittern und nur mit viel Mühen zum Stehen kommt.
Es fehlten nur wenige Zentimeter, sonst hätte Schattenhuf den schwarzen Mann auf dem Weg, der urplötzlich auftauchte, mit sich gerissen.
Malachai atmete schwer. Er war erschöpft, sein Körper schrie nach Erholung und Schlaf. Doch es blieb keine Zeit.
Wie eine schwarze Sillhouette, schien es, als bewege die Person den Kopf hinauf und ein blaues Leuchten geht von deren Augen aus, als es wie ein Hämmern in seinem Kopf die Stimme sich erhebt und folgendes spricht:
"Du bist auf dem falschen Weg Schattenlord. Er ist nicht hier. Deiner Frau und deinem Kinde geht es gut. Er ist besiegt. Du bist auf dem falschen Weg Schattenlord."
Wie ein Chor hämmern diese Worte in ihn herein, ehe er antworten konnte, erfüllt sich sein Kopf wieder mit Worten.
"Es ist nicht deine Frau....es ist nicht deine Frau...es ist eine Schatten, die leidet. Es ist ein Schatten, der stirbt."
Wie ein Blitz durchzuckt es ihm. Die Angst vor dem Abtrünnigen erfüllte sein Herz, dass er sich nur auf Inara fokusierte und er um sich herum die anderen ausblendete.
Schnell wandte er das Pferd, wieder die Sporen, liessen Schattenhuf verächtlich ausschneiden, doch spürte sein Ross die Not und gab auch seine letzte Kraft.
Der Hafen war schon durch den Leuchtturm in Sichtweite, als er es spürte, wie eben jener Blitz, nun seinen Körper durchzuckte und er unter Schmerzen im Galopp von Schattenhuf unsanft auf den Boden in den Matsch fiel, sich einige Male drehte und benommen liegen blieb.
Er war wie in Trance, er spürte ihr Leid, litt unter diesen doch mehr, die Erkenntnis, nicht da zu sein, nicht zu helfen...
Er versuchte Sie zu erreichen, ihr irgendwie zu sagen, dass alles gut wird, dass er zu ihr kommen wird, für Sie da sein wird.
Er griff in den Boden und zog sich nach vorne, der Blick trüb, der Kopf fern von Klarheiten.
Schattenhuf trabte zurück und stiess ihn mit dem Kopf an, er hatte keine Kraft, der Wille alleine reichte nicht aus, um sich zu bewegen, ehe er dann einfach zusammen sackte.
Er sah, was geschehen ist, wie eine schemenhafte Geistergestalt, blickte er von oben auf Sie herab. Er schrie ihren Namen, er schrie, es wird alles gut. Doch er war fern. Für Sie nicht erreichbar.
Es war der Regen, der ihn aufwachen liess. Sein Kopf hämmerte, seine Schulter war ausgekugelt und sein Arm hin schlaf hinab.
Blut rann seiner Stirn hinab, war schon durch die Zeit verkrustet, ebenso wie der Schlamm, der sich förmlich von der Haut abpellen liess.
Er blickte in den Himmel, er konzentriere sich, wollte irgendetwas spüren...doch da war nichts. Kein Signal, kein Gefühl, dass ihn aufatmen liess.
Er ging zu einem Baum, er musste den Schmerz abwenden, ihn von sich lösen.
Die eine Hand presste sich auf die verletzte Schulter, ehe er dann mit einem Sprung die Schulter gegen den Baum presste, ein knacken zu hören ist und er einmal Aufschrie.
Er blickte sich um, Dampf stieg aus den Kaminen des kleinen Hafendorfes. Es war Tag. er schloss abermals die Augen, horchte in sein inneres, so fest es ging.
Er suchte ihre Nähe, versuchte Sie zu spüren, doch es war nichts.
Er drehte sich, atmete schnell...Schattenhuf trabte nervös neben ihm her. Es musste eine Lösung und eine Erklärung dafür geben, doch er fand Sie nicht...denn es gab keine.
Er sank auf die Knien, blickte auf den Boden, auf seine zerrissenen Hände, ehe er den Kopf anhebt, den Regen auf sein Gesicht fallen liess und abermals schrie...nicht vor körperlichem Schmerz, nein, von innerem Zerfressen, zu wissen, er hat Sie im Stich gelassen...seine eigene Schwester.
Der Schrei liess Vögel aufschrecken und die Hafenbewohner aufhorchen.

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Die Seefahrt dauerte einige Tage bis Lameriast. Langsam ging er vom Bord, die Kaputze tief ins Gesicht gezogen und ruhigen Schrittes auf das Haus zu.
Sein Herz verdrehte sich, als er Perrin vor der Tür stehen sah. Förmlich, als hätte er auf ihn gewartet.
Und sein Blick verriet seine innere Wut, die er spürte.
Er drehte sich wie ein Magnet zu ihm, ging auf ihn los, immer schneller werdend, bis er rann und vor ihm ausholte und mit voller Wucht zuschlug.
Malachai hätte es abwehren können, hätte ihn auf den Boden drücken können...doch er hatte Recht...Perrins Wut war begründet und so verdiente er es. Er wollte diese Strafe förmlich.
Er schrie ihn an, wo er war, warum er nicht dann, wenn es am nötigsten war, für seine Schwester da sein konnte?
Malachai wischte sich das Blut von den Lippen und stand auf. Was sollte er denn sagen, ausser:
"Du hast Recht Perrin."
Diese Einsicht, liessen den jungen Mann ihm gegenüber stocken. Er hat wohl viel erwartet, aber nicht, dass sein alter Lehrmeister, der Bruder seiner Geliebten, jener Mann, den er immer für so kühl und unnahbar hielt, Fehler eingestehen würde.
"Du hast absolut Recht...ich habe es vermasselt. Ich habe Fehler begannen und Sarah litt darunter. Und ich sehe dein Leid, ich spüre ihn förmlich und kann dir nur sagen, ich leide mit euch."
Die Stimme klingt ruhig, doch man mag seinen Schmerz im Unterton mithören.
"Ich sollte mich von euch Fern halten...zuviel Leid richte ich wieder an. Zuviel Schmerz verbreite ich. Sicher, ich habe euren Sohn nicht das Leben genommen...aber ich war auch nicht da, um es zu verhindern."
Perrin wandte sich ab, tief durchatmend, seine Faust, die ein wenig vom Schlag schmerzte, reibend, während Malachai auf das Haus von ihnen blickt, leise seufzend.
"Ich kann nichts mehr machen...und du..."
Er trat näher, legte vorsichtig die Hand auf seine Schulter.
"...solltest dir auch Ruhe und Besinnung geben. Schicke Sarah zu Arsen und Selina...sie werden sich um Sie kümmern, sie wissen, was Sie nun braucht und geben ihr Halt, den du ihr im Moment nicht geben kannst...und den ich ihr auch nicht geben kann."
Dann wendet er sich um, die Kaputze über den Kopf streifend.
"Wir beide brauchen nun Zeit, damit wir beginnen können, damit zu Leben. Es tut mir leid...richte es ihr aus, dass es mir Leid tut und ich mir es selber nicht verzeihen kann."

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Einige Jahre ist jener Tag nun her. Soviel ist Geschehen, neues Leid wurde in sein Herz gepflanzt.
Er schien es verdrängt zu haben, bis Sie wieder da war. Wie ein Engel auf seiner Schulter in dem Moment erschien, als er Sie am meisten brauchte.
Es tat so gut, sein letztes Familienmitglied bei sich zu haben, seine Schwester um sich zu wissen, selbst wenn er es immer noch nicht wagte, über das, was Sie damals durchlitt, wirklich zu sprechen.
Doch er würde es gut machen. Sein Leben lag in Trümmern, ein Haufen Scherben, doch ihres war noch zu halten.
Er würde Perrin für Sie finden und Ihn wieder zu ihr bringen...mögen wenigstens Sie eine glückliche Familie werden können.

Verfasst: Freitag 20. Januar 2012, 20:31
von Sarah Schwarzmourne
Die Schiffsfahrt verbrachte Sarah wie ueblich unter Deck, ja sie fühlte sich noch immer nicht wohl am Wasser, auch wenn sie mitlerweile die Vorzuege eines Bades zu schätzen wusste und auch schwimmen lernen wollte, aber das hatte ganz andere Gründe.

Der Trank den sie vor der Reise zu sich nahm hatte seine Wirkung auch nicht verfehlt und so dämmerte sie die meiste Zeit ihrer Reise vor sich hin. Immer wieder ging sie Perrins Worte nochmals durch. Sie wusste was er von ihrem Bruder hielt, umsomehr verwunderte es Sie dass er immer wieder betonte dass er ihr letzter Verwandter war und sie mit ihm sprechen sollte. Dass er ihr ausrichten lies wie leid es ihm tat. Wie konnte er nur denken dass das diesmal auch reichte? Diesmal war es kein schlechter Scherz, nichts dass sich wieder einrenken lies, nichts das sie mit einem Gespräch wieder aus der Welt schaffen konnten. Nein diesmal war es anders und sie konnte ihm einfach noch nicht ins Gesicht sehen und so bat sie Perrin bis zu ihrer Abreise ihn wegzuschicken wenn er kam.
Immer wieder spürte sie ihn, seine Versuche ihr nahe zu sein, zu erkunden wie es ihr ging, doch ihre Mühen und Übungen wahrend der letzten Mondläufe waren nicht umsonst und so konnte sie ihn ohne allzugrosse Anstrengungen abblocken. Zum Glück brauchte sie dafür kaum noch Kraft denn davon hatte sie wirklich nicht mehr viel.

Arsen stand wartend am Hafen und auch wenn er sich kaum zurueckhalten konnte seiner Neugierde freien lauf zu lassen so drückte er sie nur kräftig und brachte sie mit der nächsten Kutsche zu Selina die daheim mit Elira schon auf die beiden wartete.
Heisser Tee mit exra viel Honig so wie früher stand rasch am Tisch ebenso wie die süssesten Leckerein. Elira konnte es nicht erwarten bis endlich alle am Tisch sassen und schnappte sich sogleich einige Kekse. Auch wenn sie sich schon einige Jahre nicht mehr sahen, und Elira nun schon ein kleines Fräulein von knappen neun Jahren war, sie konnte sich scheinbar an jede Begebenheit erinnern und plapperte munter drauf los. So viele Fragen die die kleine hatte und immer wieder fragte sie nach ihrem Onkel Mala und warum Sarah alleine kam und überhaupt und sowieso. Sarah nippte lustlos an ihrem Tee und bemühte sich wenigstens einige Fragen so taktvoll wie möglich zu beantworten, auch wenn diese recht einsilbig und nichtssagend ausfielen und dank Selina die ihrer Tochter die Schüssel mit Keksen in ihre Spielecke stellte wurde es doch recht bald etwas ruhiger.

Es dauerte einige Wochen ehe Sarah langsam begann zu erzählen was in der Zwischenzeit alles passiert ist, und auch wenn die beiden es scheinbar schon vor ihrer Ankunft wussten oder vielleicht gerade deshalb wollten sie dass Sarah mit ihnen ueber alles spricht. Es war bestimmt nicht einfach für die beiden, zu sehr gedrängt und Sarah zog sich sofort wieder zurueck, zu wenig nachgehackt erzählte sie auch nur von dingen die weit vor ihrer Schwangerschaft passiert sind. Vor allem mied sie es ueber Malachai oder seine Familie zu sprechen.

Selina schickte jeden Mondlauf ein schreiben an Perrin und immer ein paar Wochenläufe später kam ein Brief zurueck. Sie las Sarah immer daraus vor, dass Perrin sie vermisste und wie er mit der Gaststube voran kam. Alles andere, vor allem alles was mit ihrem Bruder zu tun hatte lies sie aus, zumindest grossteils, denn auch wenn Arsen auf Malachai nicht gut zu sprechen war, er weiss nur zu gut wie sehr die beiden sich gegenseitig liebten und brauchten. Sarah wusste doch dass Malachai nichts dafür konnte und sie war sich auch ziemlich sicher dass er es nicht hätte ändern können, auch wenn er bei ihr gewesen wäre. Aber das war egal, er war nicht bei ihr und auch nicht bei seiner Frau die ihn ebenso brauchte. Ausserdem war es einfacher ihn zu meiden und ihm die schuld zu geben als sich selbst. Alleine wie Perrin sie ansah, seine Wut, seine Verzweiflung und seine Hilflosigkeit und Trauer, alles lag in diesem Blick und sie bildete sich ein auch seine Vorwürfe zu sehen. Ja sie hätte sich vorher besser erkundigen sollen, ja sie hätte wie Inara eine Hebamme gebraucht die weiss was sie tut. Und vor allem JA sie wusste dass eigentlich nur Sie alleine Schuld hatte an dem was geschah...
Die Zeit verging und Sarah begann langsam wieder neuen Lebensmut zu finden, sie suchte wieder nach Aufgaben, half Selina in der Küche und Arsen im Labor. Es schien fast als ob sie die Geschehnisse daheim volkommen verdrängt hätte und sie wartete schon immer auf Perrins Brief. Täglich lief sie mit dem Hund zum Hafen und fragte nach Post. Und mit jedem Tag vermisste sie Perrin und Lameriast mehr. Doch dann brachen die Antworten ab, schon seit zwei Monden kam kein Brief mehr an und Sarah wurde immer unruhiger. Sie ertappte sich sogar nach Mala zu suchen und dabei fiel ihr auf dass auch er sich lange nicht mehr bemühte zu ihr durchzudringen. So lange hatte sie ihn abgeblockt dass es ihr erst jetzt bewusst wurde und sie fühlte sich so einsam wie schon lange nicht mehr.

Wieder verging ein Mondlauf und Sarah hielt es einfach nicht mehr aus. Selina und Arsen verstanden sie nur zu gut und schon bald war alles für die Heimreise geplant und gepackt und sie stand wieder einmal am Hafen. Sie versprach ihnen so rasch wie möglich eine Nachricht zukommen zu lassen und natürlich musste sie auch Elira versprechen ihrem Onkel Mala alles mögliche Auszurichten und ihn ganz doll zu knuddeln von ihr. Nur wenig später war sie auch schon am Schiff und unter Deck am Weg nach Hause.....

Verfasst: Montag 23. Januar 2012, 14:11
von Malachai Schwarzmourne
Es tat ihm irgendwie gut, wieder seiner alten Tätigkeit nachzukommen.
Selbst wenn der Grund dafür nicht so angenehm oder emotionsarm ist, wie sonst immer.
Es tat gut, am Maskenball seine Schwester lachen zu sehen, es wurde Zeit, dass Sie wieder das Glück in ihrem Leben finden würde.
Er lud Sie auf die Tanzfläche, hielt Sie in Arme und bewegte sich rhytmisch mit ihr über das Parkett.
So hätte er damals sein sollen, der große Bruder, der die kleine Schwester schützend festhielt, sie an die Hand nahm und führte. Und auch hier ein Abschnitt, in welchem er versagte.
Er würde es nun besser machen, das schwor er sich. Er würde nicht noch mehr quälende Leere in den Körpern der Menschen, die ihm wichtig sind, hinterlassen.
Aus den Gedanken wurde er gerissen, als der Barmann der Taverne am Wegekreuz aus dem Keller hinauf kam.
Laut polternd seine Schritte, brummig reichte er dann dem schwarz verhüllten eine Mappe mit Dokumenten.
"Da hast alles. Das sind die Pläne Varunas, inklusive deren Kanalsystemen. Die höchsten Türme mit der besten Aussicht hab ich dir markiert. Ob die aber noch stehen, weiß ich nicht."
Malachai nickte, überreichte dem Tavernenbesitzer einen großen Sack gefüllt mit Münzen und wandt sich ab, um gen Tür zu gehen.
"Aber wenn ich du wäre Bursche, würde ich da nicht hingehen. Egal was du glaubst, da zu finden, es wird nicht mehr Leben. Und du wirst deines ebenso da verlieren. Das ist reiner Selbstmord."
Er dreht den Kopf einmal sacht gen Tavernenbesitzer, seine Mundwinkel heben sich leicht, ehe er ruhig spricht:
"Ich lebe nicht, wenn ich es nicht versuche."
Draussen war es Tag, er würde bis zur Nacht warten, ehe er seine Expedition began. Würde die Karten und Pläne studieren.
Welch Ironie, dass Untote man am besten umgehen kann, wenn die Sonne ihre verdammten Körper bestrahlen.
Und dennoch, war er darauf angewiesen, dass Sie da wären. Das er jede einzelne, verdammte Seele inspizieren könne.
Und so stand er lange am Hügel vor Varuna, ehe er die Sonne in ihrem rote Lichte hinter der verlorenen Stadt untergehen sah.
Er schlich mit großem Bogen um Sie herum, an die alte Siedlung gen Berchgard, wo einmal das Kinderheim die Gegend mit fröhlichem Lachen erhallte.
Es waren nur sehr wenige Untote vor den Mauern, dies kam ihm nur Recht und so verschmolz er förmlich mit der Schwärze der Nacht und schlich zu einem brüchigen Haus. Dort angekommen, schaute er sich genau um, bis er eine fehlende Lucke erkannte, die in die Kanalisation führten.
Sein Weg war ohne jegliche Umwege, er hatte 4 Ziele markiert, die hohe Türme oder Zinnen darstellten. Von dort aus würde er die Gegend absuchen und hoffen, er würde etwas erkennen...würde IHN erkennen.
Der erste Turm war ein Kinderspiel. Die Kanalisation war wenig bevölkert und eine Abzweigung endete genau dort. Er kletterte dann die morschen Stufen hoch, leises knarchzen, ob verräterische Töne ihn vor einem Zusammenbruch des vermeintlich sicheren Bodens warnen würden.
Als er oben angekommen war, kletterte er aus dem Fenster, griff die Dachzinnen und zog sich an diesen hoch.
Erst jetzt offenbarte sich das unheilvolle Ausmass des Schicksales dieser Stadt. Überall erhellten Feuer die Straßen, eine schier unendliche Armee der Untoten schlurfte durch diese. Er zückte ein Fernrohr, was er einem bärtigen, alten Seemann abluchsen konnte, und machte sich einen Überblick.
Es sollten markante Details sein, die IHN identifizieren könnte. Er blicke jeden Untoten an, welche Kategorie es war, welche Merkmale es trug. Er musste einige Male schlucken, als er die zombiehaften Wesen vergangener Menschen wiedererkannte, Frauen in Bauerntracht, mit Blut übersät oder gar Kinder, die feixend und geifernd sich über totes Fleisch hermachten.
Diese Rabenbrut kannte keinerlei Gnade.
Und als er nichts gesehen hatte, vermerkte er die überblickte Region auf seiner Karte mit einer Strichliste, wieviele und welcher Art Untote dort lauerten. Ebenfalls markierte er sich einige Fluchtpunkte, die er vielleicht noch gebrauchen könnte.
Dann stieg er wieder hinab, als er die Mitte der Treppe erreichte, krachte diese wie ein Schrei zusammen und mit letzter Reaktion konnte er sich vor einem tiefen Fall retten und sich an einem Felsvorsprung in der zersprengten Mauer retten.
Doch diese Lautstärke blieb den neuen Anwohnern Varunas nicht unbemerkt und er hörte ihr schlurfen, ihr fauchen und stöhnen, als Sie sich instinktiv auf ihn zubewegten.
Er sprang, trotz der Gefahr, weitere Einstürze zu verursachen, die Treppen schnell hinab, warf einiges an zerbrochenen Mobiliar gegen die Türe, um sich einige Sekunden Zeit zu verschaffen und sprang dann wieder die in die Kanalisation hinab, dort im Dreck landend tief durchatmend, ehe er weiter sich fortbewegte.
Punkt 2 war, wie der Tavernenbesitzer es prophezeite, zerstört. Die Lucke nach oben war doch Geröll verschüttet und so strich er es auf der Karte durch.
Punkt 3 und 4 lagen in unterschiedliche Richtungen, waren aber ungefähr gleich weit entfernt. So entschied er sich, Punkt 3 abzugehen, eine Burgzinne mit Wachturm am alten Varuna-See im Adelsviertel.
Viele Erinnerungen würden ihm hochkommen, da war er sich sicher. Doch
Vergangenes sollte Vergangen bleiben.
Dennoch, sagte ihm irgendetwas, dort würde er fündig werden. Ein Gefühl, dass sein Mageninneres umdrehte. Er hoffte so sehr, mit leeren Händen zu seiner Schwester zurück zu kommen, ihr sagen zu können, er fand IHN nicht in Varuna...
denn er war kein Narr, er wusste, alles was er hier nur finden konnte, wäre ein Leichnahm...der vermeintliche Tot für jedes lebende Geschöpf, dass sich hier aufhält.
Die Stufen der Zinnen waren massiv und aus Stein, zwei Skelette kauerten dort herum, er konnte Sie nicht umgehen und so schlich er sich an und zerschmetterte aus dem Schatten heraus ihre Knochen.
Sicher würde solch Handeln nicht unentdeckt bleiben, der Boden war ein Pestüberzogener, verfluchter Ort alleine schon.
Wer weiß, welche mentalen Verbundenheiten Sie hätten.
So stieg er auf den Wachturm und brauchte nicht lange suchen, nicht einmal das Fernrohr hervorholen, als er schon etwas goldenes am See kauern sah.
Der Atem stockte ihn, er rang förmlich mit Luft und schüttelte ungläubig den Kopf.
Er war ein wenig wie in Trance, als er die Stufen hinab stieg und zum See ging, dort eine Person in goldenfarbener Rüstung erblickend und wie zum Beten am Wasser kauerte.
Vorsichtig näherte Malachai ihm, eine Hand instinktiv an eine seiner Klinge pressend, sprach er leise: "Perrin? Bist du es?"

Verfasst: Montag 23. Januar 2012, 14:32
von Anveena Midame
Es war schon lange her, als die Nexa in Varuna verweilte, mit ihren Büchern in der Hand und ein Ritual vorbereitend.
Die Anweisungen des vom Rabengott selbst erschienen Herren waren eindeutig, der Pakt mit dem Alka selbst beschlossen, der vor kurzem hier verweilte und die verlorene Stadt Varuna, begann sich langsam mit dem Tot zu füllen.
Der erste Schritt war getan, eine Ladung verlorener Seelen wurde von den Dienern gemeinsam unter dem Ritualführer Neroith hergebracht. Noch waren Sie schutzlos, aber solange das lichte Reich die kommende Bedrohung nicht erkannte, würde man weiter sammeln und die Armee hier stationieren.
Sie blätterte die Formeln für eine Massen-Erweckung durch, studierte dabei Karten von Friedhöfen und Leichengräbern in der Umgebung, als Sie durch Klingen, die die Luft durchschnitten und dem stöhnen gefallener Untoter aufblickte.
Ruhig sass Sie da, als jener junge Mann keuchend vor ihr stand. Eine Zornesader sich auf seiner Stirn bildete.
Langsam erhob Sie sich, die Bücher auf den Boden legend, die blutroten, knochrigen Hände ausgestreckt.
Sie wusste nicht, wer er war, sie wusste nicht, was er wollte...sie wusste nur, dass er Sie hasste. Warum auch immer, er hasste die Dienerin dort.
Sie wollte eine Hand erheben, die Stimme erklingen lassen, als jener Mann in seiner golden wirkenden Rüstung seine Klinge erhebte und mit einem Wuterfüllten Schrei auf Sie zu rannte, einfach nur das PACK töten wollend.
Sie zog beide Hände nach hinten, erbetete und erflehte die Macht des Rabengottes, dessen Boden ihm geweiht war und streckte diese dann nach vorne aus, während ein Blitz aus dem Himmel die Nacht erhellte und ihren Körper durchfuhr, wie eine Weiterleitung das Ziel anvisierte und sich an jenen unbekannten Krieger entlud, was ihn einige Schritte nach Hinten warf.
Er keuchte, er fluchte und zog sich an der toten Erde gen seine Klinge, die er durch den Aufprall einige Entfernung verloren hat von ihm.
Er litt vor Schmerz, während Anveena ruhig in seine Richtung ging, ihn langsam gemächlich überholte und als er gerade den Griff seiner Klinge umschloss, ihren Fuß auf diese presste und ihm in die Augen blickte.
Der Hass war nicht gewichen, doch es zog sich ein Hauch von Furcht in sein Gesicht, als Sie sich runterbeugte und ihn begutachtete.
"Es...tut mir leid Sarah.",hauchte er mit einem verzerrtem Gesicht, während eine Träne ihm die Wange hinabläuft.
"Ich...liebe dich über alles Sarah...es tut mir leid...es war nicht deine Schuld.", keucht er noch schwach, Anveena ihren Kopf leicht schräg stellend.
Was bewegte diesen Mann, sich so einer Selbstmordtour übergeben zu lassen? Wer war diese Sarah, von welcher er sprach, für welche er weinte, die er so sehr liebte?
Doch sie hatte keine Zeit noch die Muße, sich mit diesem fremden Krieger zu befassen.
Sie legte ihre knochrigen, blutigen Hände auf sein Kopf und hauchte ihm entgegen: "Du wirst ein weiteres, wertvolles Mitglied in unseren Reihen. So sterbe, damit du dich erheben kannst und dem Rabengotte dienen wirst."
Ihre Hand began, wie ein loderndes Feuer zu erhellen, der Krieger weitete die Augen, sein Schrei glitt wie die Pest durch die verroteten Ruinen Varunas, solange, bis es mit einem Male erloschen ist und der Tot ihn zu sich genommen hat.

Verfasst: Montag 23. Januar 2012, 16:50
von Malachai Schwarzmourne
Langsam erhob sich die Gestalt, ein leises, gequältes Stöhnen entfleucht ihr.
Die Haare sind zerzaust, teilweise sieht man die Kopfhaut an Stellen, wo Sie gänzlichst fehlen.
Malachai geht instinktiv 2 Schritte zurück, langsam das Schwert aus der Scheide ziehend.
Er hatte noch einen Bruchteil von Hoffnung in sich, selbst wenn sein Verstand ihm die Warnung zuschrie und dann, als das Geschöpf sich umwand, erkannte er die Seelenlose Gestalt Perrins.
Er presste die Augen zusammen, er fluchte und versuchte den Leid und den inneren Schmerz für eine Sekunde zu unterdrücken, die Konzentration zu behalten.
Hautfetzen hingen schlaf von ihm ab, liessen das verdorbene Fleisch darunter erkennen, teilweise sogar die Knochen hervorstehend.
Ein Auge fehlte, wurde wohl von Raben herausgepickt, dass andere war leer und kalt zugleich.
Das Leben wurde aus ihm herausgepresst, der Körper für ihre Schandtaten benutzt. Er hatte ihn nun gefunden, doch er wollte ihn nicht hier verweilen lassen.
Er war sogesehen sein Schwager, er liebte Sarah, wie Sie ihn liebte...er gehörte zur Familie und er hat besseres verdient.
Malachai straft seine Finger, lassen die Klinge fest in seiner Hand haltend, während das untote Wesen auf ihn zugeschlürft kommt, ein Bein hinter sich herziehend.
Er streckt den Arm aus, die Klinge hinter sich haltend, bis er in Angriffsnähe war.
Er presst abermals die Augen zu, leise entfleucht ihm folgende Worte: "Es tut mir Leid Perrin, möge ich dir aber wenigstens den Frieden bringen, nach dem du dich sehnst.".
Dann macht er einen Schlag nach vorne, erst zerberstendes Metall, dann Fleisch, dass durchbohrt wird, lässt unappetitliche Geräusche von sich geben, ein stöhnender, leiser Aufschrei, ehe der Untote auf die Knien sagt, seine letzten Organe versagen, die ihn dazu antrieben, sich zu bewegen, die Muskeln erschlafen, das eine Auge hinaufblickend und vielleicht, mag es Einbildung gewesen sein, schien es Malachai, als spüre er Dankbarkeit und Menschlichkeit für den Bruchteil einer Sekunde.
Er verweilte noch einen Augenblick still neben dem untoten Körper, als er dann einige große Lainenbeutel aus der Tasche griff und begann, den Körper darin einzurollen und diesen dann auf seine Schulter stemmend, den Rückweg antretend.
Es war wie in einem Traume, als ginge er nicht wirklich durch die Gassen, versteckte sich nicht wirklich vor den Untoten und blieb im Schatten verborgen, wich einigen herumstreunenden Dienern aus, bis er die rettende Kanalisation erreichte und sich immer weiter vor der untoten Stadt entfernte, über die Hügel, bis zum Wald, schneller werdend, rennend, ehe er bei Schattenhuf auf einer Lichtung auf die Knien fällt, den Körper auf den Boden werfend und nach Luft ringt.
Tränen rinnen seine Wange hinab, voller Zorn und Wut hämmert er in den Boden, die Finger bohren sich förmlich in sein Fleisch, lassen die Kuppen bluten, ehe er gen Nachthimmel blickt und seinen inneren Schmerz hinausschreit, so dass die Tiere des Waldes panisch aufschrecken und die Vögel aus Angst und Furcht ihre Baumkronen verlassen.
Wielange er dort verweilte, wusste er nicht...nur, dass er jetzt seine Schwester suchen musste...und ihr die Aufklärung geben wird, die ihre Ungewissheit verstreichen lässt und ihr die Zeit zur Trauer geben wird.

Verfasst: Dienstag 24. Januar 2012, 02:03
von Sarah Schwarzmourne
Aufgeregt stand sie an Deck als sie hoerte dass man die Insel schon sehen kann und sie bald anlegen würden. Es war finster und man konnte kaum etwas erkennen, doch Sarah sah Nachts sehr gut, manchmal bildete sie sich sogar ein Nachts mehr zu sehen als unter Tags wenn die Sonne hoch am Himmel stand. Der Schnee reflektierte die wenigen Sterne die am Himmel standen und schon tauchte der Gipfel des Vulkanes auf. Jetzt musste sie jeden Moment ihr Haus sehen, sie hielt es kaum noch aus, endlich war sie wieder daheim......

Brummend hopste sie von einem Bein auf das andere, dem Seemann Worte an den Kopf werfend die selbst ihn noch erröten liesen und ihn immer kleiner werden lassend. So gross war der Kahn doch nicht dass sie ihr Gepäck nicht finden konnten. Sie konnte und wollte einfach nicht mehr warten und schrie ihn zum letzten mal an dass er zusehen sollte dass Ihr Gepäck so rasch wie möglich zu ihrem Haus gebracht werden soll wenn sie es endlich gefunden hätten ehe sie raschen Schrittes den Hafen verlies und in Richtung ihres Hauses ging.

Mit offenem Mund stand sie nun da wo einmal ihr Zu Hause war. Nur noch ein Fleck Erde, einige Steine und Schutt waren da, sie konnte es einfach nicht fassen. Was war nur geschehen? Wie lange Sie da stand konnte sie nicht sagen doch irgendwann war sie wieder soweit um halbwegs ihre Gedanken wieder zusammen zu kriegen und die vielen Fragen die sie nun hatte wollten geklärt werden. Ganz oben die beiden wichtigsten Fragen: Wo war Perrin und was ist mit dem Haus passiert? Sicher wusste ihr Freund der Bankier mehr und zu ihm ging sie nun zielstrebig. Geschlossen! Natürlich war niemand um diese Zeit in der Bank anzutreffen, daran hätte sie auch denken können, aber wer kann schon logisch denken wenn man endlich wieder heimkommt und kein Heim mehr da ist? Seufzend blickte Sie an sich hinab, nein die Kleidung war auch nicht geeignet um es sich im nächsten Baum bequem zu machen, und Ihr Gepäck war wohl immer noch nicht gefunden. Herrje sie musste auch am Hafen bescheid geben dass sie es zur Bank bringen sollen....aber nicht jetzt, sie war müde von der Reise, auch wenn ihr momentan so viele Gedanken durch den Kopf gingen und sie ohnehin kaum ein Auge zumachen würde. Sie wollte zumindest etwas ausruhen.
Das Schloss zur Bank war leicht für Sie zu oeffnen, und rasch war sie drin wo es halbwegs warm war und sie sich erstmal setzen konnte. Angst erfüllte sie schon die ganze Zeit, wo war Perrin, weshalb schrieb er nicht mehr, weshalb schrieb er nicht was mit ihrem Haus passierte? Was ist wirklich passiert? Sie versuchte schon am Schiff ihn zu finden wie auch in der Bank später, doch nichts, sie konnte ihn einfach nicht spüren.

Der alte staunte gar nicht als er Sarah am Morgen zusammengerollt in der Bank fand, er kannte Sie und als sie ihm erzählte die Tür war offen versuchte er rasch das Thema zu wechseln, er war wohl doch schon älter als er dachte wenn er vergass ordentlich abzuschliessen. Und so waren sie auch rasch beim Thema Haus, beim Beben dass vor einigen Monden die Insel erschütterte und so manche Hütte einstürzen oder zumindest unbewohnbar werden ließ. Aber er teilte Sarah auch gleich mit dass es am Festland ein Lager gab wo die erhaltenen Sachen der Häuser gelagert wurden bis man etwas neues gefunden hat und dass Perrin diese Lager ebenso in Anspruch genommen hat.
Leider wusste er nicht wo Perrin sich umsah wegen eines neuen Heimes für die beiden, er wollte wohl aufs Festland, näher an die Zivilisation, näher an das Leben das er alleine ohne Sarah wohl doch langsam vermisste und so machte sich Sarah am frühen Mittag dann wieder zum Hafen auf um aufs Festland, nach Bajard ueberzusetzen.

Bajard war ihre erste Anlaufstelle, hier wollte sie auch gleich sehen ob ihr Bruder daheim war. Aber ersteinmal nach Perrin durchfragen. Niemand hatte wie sie selbst seit dem letzten Brief etwas von ihm gehoert, selbst Siran und Verdania wussten nichts ueber seinen Verbleib und so machte sie sich weiter auf die Suche. Malachai war auch nicht daheim, aber sie spürte ihn zumindest, er war nicht weit, nein er war in Berchgard vermutlich in dem kleinen Lokal wo Perrin auch oefter war, wie hiess es nur? Goldene Gans hiess es ja und so machte Sie sich auf den Weg nach Berchgard mit der nächsten Kutsche.

Das Lokal konnte sie zwar nicht mehr finden, aber das brauchte sie auch nicht, keine hundert Meter nach den Toren sah sie ihn schon und egal wie lange sie sich nicht mehr sahen und was auch vorgefallen war, die Begrüssung war herzlich und innig als ob sie erst ein paar Tage weg war. Leider hatten sie kaum Zeit sich zu unterhalten denn ihr Bruder hatte schon wieder einen Wichtigen Weg zu erledigen, aber er riet ihr mit Verdania zu reden und in der Herberge die nächsten Tage zu schlafen bis sie etwas anderes gefunden haben. Er wollte am Abend auch noch vorbei kommen, gleich nach seinem Weg. Sarah freute sich darauf und so suchte sie nur einige oeffentliche Stellen auf in der kleinen Stadt wo sie sich Auskunft ueber den Verbleib von Perrin erhoffte und fuhr mit der späten Abendkutsche wieder zurueck nach Bajard. Lange hatte sie an dem Abend auf ihren Bruder gewartet doch der kam erst am nächsten Abend........

Mitlerweile ist schon wieder ein guter Mondlauf vergangen, Malachai half ihr die Gesetze in Berchgard zu lernen und so bekam sie nach einem langen Gespräch mit Sir Cedric einen Bürgerbrief den sie dringend brauchte um ein Anwesen anmieten zu können das ihr neues ZuHause werden sollte. Fast täglich suchte sie weiter nach Perrin, alle die sie kannte besuchte sie und fragte sich durch ob irgendwer etwas ueber den Verbleib ihres Geliebten wusste. Doch ueberall nur die gleiche zermürbende Antwort. Nichts er war wie vom Erdboden verschluckt. Sie konnte Malachai sogar ueberreden mit ihr auf einen Maskenball zu gehen in der Hoffnung dass man da noch irgendwen treffen könnte der mehr wusste, doch leider war das nicht so einfach da alle Masken trugen und man kaum jemanden erkannte. Recht rasch fühlte sich Sarah unwohl unter den vielen Menschen, auch wenn sie Ihre Gesichter nicht sah, alleine an den edlen Kleidern und Masken erkannte sie dass dies ganz und gar kein Ort war an dem Sie etwas erfahren könnte. Ihr Bruder war ruehrend und schaffte es sie wieder etwas aufzumuntern, ja er konnte sie ueberreden mit ihm einen Tanz zu wagen, es war herrlich, sie vergass fast für den Rest des Balles weshalb sie eigentlich hingingen und selbst danach trafen sie noch Fay und ihren Bruder und unterhielten sich bis spät in die Nacht. Aber auch diese Nacht wollte Mala nicht bei ihr bleiben, er wollte erneut die kalte und finstere Nacht nutzen um nach seinem Schwager zu suchen...

Sarah kannte Fayana von früher, sie war oefter bei ihr in der Zunft einkaufen und es verwunderte sie kein bisschen als sie mehr oder weniger unabsichtlich von Fay erfuhr dass sie ihren Bruder des oefteren sieht und er nachts wohl auch oefter bei ihr ist in letzter Zeit. Sarah hatte kein gutes Gefühl, hoffentlich weiss er was er tut und stürzt sich nicht zu frueh in ein Abenteuer das er nicht kontrollieren kann. Sie gewann Fay in den letzten Wochen als Freundin, es tat gut sich wieder mit einer Frau aussprechen zu können, vor allem da sie Malachai kaum noch sah, er versprach ihr Perrin für sie zu finden und er wollte sie nicht im Stich lassen doch Sarah hatte nicht mehr viel Hoffnung. Wenn er wirklich noch irgendwo in den Landen war hätte sie ihn schon längst spüren müssen, Sie hatte es immer wieder versucht doch sie konnte ihn einfach nicht finden. Er lies sie im Stich, zumindest hoffte sie das mitlerweile, denn sonst gäbe es nur noch eine Erklärung und daran wollte sie auf keinen Fall denken. Vielleicht deshalb oder gerade deshalb bat sie ihren Bruder noch nicht bei Varuna nachzusehen. Seit sie erfuhr dass dort das Rabenpack hauste hatte Sie diesen Verdacht und immer wieder hat sie diese Bilder vor Augen. Nein das wollte sie einfach nicht glauben, er musste einfach auf Reisen sein, irgendwer hat ihn bestimmt gesehen, irgendein Seemann oder sonst ein Reisender. Es musste einfach so sein!

Es war schon spät in der Nacht als sie mit Fay im Keller sass und sie sich wieder einmal unterhielten. Sie sprachen ueber Kellerausbauten und dass der Keller in Malachais Haus ähnlich eingerichtet ist. Instinktiv fühlte Sarah kurz nach und ihr Magen verkrampfte sich, ihre Finger brannten und schmerzten wie nach einer Schlägerei. Sie blockte ihn sofort wieder ab und versuchte sich nichts anmerken zu lassen vor Fay doch ihre Gedanken kreisten bei ihrem Bruder. Hoffentlich besucht er sie bald wieder, sie hatten so vieles noch zu besprechen, auch ueber das was geschah bevor sie abreiste. Fay musste bald aufbrechen und Sarah brachte sie noch hinaus, die kalte Nachtluft schlug Sarah ueber die Beine, ja Schuhe sollte man schon anziehen, auch wenn man nur kurz jemanden hinauslässt, aber die Kälte spürte sie nicht, zu sehr versuchte sie nicht an Ihren Bruder zu denken und an das was sie vorhin spürte........