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Zorn

Verfasst: Mittwoch 4. Januar 2006, 21:25
von Xarraz Sharyl
Zorn…schrie die Stimme des Blutes, Hass antwortete die Stimme der Seele… ein unbändiger Zorn und ein unerreichter Hass bilden die Grundlage der Welt und der Stärke… doch es ist trotz allem verboten Aufzubegehren und seine Hand im Zorne zu erheben gegen jene, welche über euch stehen in der Gunst des Einen… folgt Alatar dem Herren der Schatten mit eurem ganzen Herzen und eurer Seele, den er ist die Wahrheit und die Lüge, das Sein und das Nichts…
Wie heißes glühendes Feuer rannen diese Worte durch meinen Kopf und meinen Körper, während ich der Stimme des ehrwürdigen Hohenpriesters lauschte… mit Zorn im Herzen und Wut im Blicke, so süß klingen die Worte der Wahrheit für den Gläubigen Diener des Einen… mein Herz frohlockte über die Weisheit in den Worten Hohenpriesters Alatars, welcher jedes Jahr einmal in dem verborgenen Dorfe in dem ich damals Lebte ein Kehrte… doch wie war es soweit mit mir gekommen…. Warum war mein Herz von unbändiger Wut und wahnsinnigem Zorne erfüllte… diese Geschichte ist zugleich die Geschichte meiner Kindheit… mein Vater einst Holzfäller gewesen, doch nun als Trunkenbold verrufen, war dem Alkohol verfallen, noch als ich ein Jüngling war… meine Mutter… eine unscheinbare Frau von schlanker Statur und schwarzem Haar… sie war schwächlich und immer Krank… und ihrem Manne nicht gewachsen… und so ging er auf sie los und Schlug sie, wenn er erneut dem Alkohole verfallen war… und er hielt sich nicht zurück… blaue und rote Flecken zierten ihren Leib und nicht selten, waren ihre Augen geschwollen von Tränen…
Immer wenn ich ihr Leiden mit ansehen musste wuchs der Zorn in meinem Kindlichen Herzen und mein Blick trübe sich gar dunkel vor Wut… heiße Wut so schwarz wie die Nacht und so rein, wie das Wasser floss durch meinen Kopf und mein Herz… und dann, wenn mich die Wut überkam und ich meinen Vater aus dunklen Augen anblicke… immer dann Schlug er auch mich… wenn ich die Augen schließe spüre ich die Schmerzen jener Tage noch heute… ein harter Schlag und dann ein glühender Schmerz der durch meinen jungen Körper zuckte und mich erbeben ließ… heiße Tränen rannen über mein Gesicht und hinter ließen Spuren auf meinen Zügen, während er mich Schlug… ich schrie… den Schrei einer Hilflosen Seele, die Misshandelt wurde… ein schrecklicher Schrei für jene die ihn hören mussten… doch er in seinem Sufe erkannte es nicht… und er Schlug wieder zu…. Schmerzen flossen durch meinen Körper und ich vermochte nicht mich auf den Beinen zu halten und sackte auf den Boden… dann ließ er meistens von mir ab und suchte sich ein anderes Opfer… oder verließ Schreiend das Haus um sich in die Nahe Kneipe zu begeben und dann war es Ruhig bis auf das Schluchzen meiner Mutter… und in dieser nur von Schmerzen und Trauer unterbrochenen Stille wuchs der Zorn in meinem Herzen… bis zu einem Ereignis, welches mein zukünftiges Leben ändern sollte…
Es war ein dunkler Tag und eine finstere Stunde… es schlug Mitternacht… und die Tür knarrte… ich schreckte auf und was ich hörte ließ mein Herz erstarren… ich hörte den Manne der mein Vater wahr Sauflieder grölend das Haus betreten, vor meinen Augen wurde es schwarz vor Wut und Angst und ich verkroch mich tief unter der Decke und wimmerte leise… ich weiß nicht genau warum meine Mutter noch wach war.. doch sie war es… ich konnte ihre Stimme höheren… wie sie auf den Manne der ihr Gatte war ein zu reden Versuchte… doch vergebens… mein Vater erkannte ihre Stimme nicht, den seine Sinne waren vom Alkohole getrübt und dann hörte ich nur noch den dumpfen Schlag und ein leises Brechen… ich erstarrte und Sprang aus dem Bett… ich weiß nicht welcher Wahn mich trieb… mich ein achtjähriges Kind… das Bette zu verlassen und zum Flur zu schleichen…und da sah ich sie… meine Mutter lag am Boden und um ihren Kopf herum eine Lache aus dunklem Blute… ihr Kopf obszön verdreht und ihr Leib ohne Leben… sie wahr wohl von dem Schlage den sie erhalten hatte Gestürzt und ihr Kopf war an die Kante des kleinen Tisches geschmettert, welcher in unserem Flure stand… und vor ihrem Leblosen Leib stand mein Vater verwirrt vom Rausch… noch immer ein Sauflied auf den Lippen, während seine Füße vom Blute meiner Mutter umschwemmt wurden… irgendetwas in mir Zerbrach… fast war es so als könnte ich es bersten Hören… und was dann geschah weiß ich nur undeutlich. Es schien mir als würde ich durch einen dunklen Traum wandern… ich lief auf meinen Vater zu… meine Hand griff nach etwas auf dem Tische und ballte sich darum… noch im gehen… Er sah mich an und für einen Moment leuchte es in seinen Augen, als würde er mich erkennen… meine Hand kam hoch und senkte sich wieder… ich kann mich noch genau an den Geruch erinnern den er Verströmte… den Geruch nach Alkohol, Rauch und Urin… dann brach sein schwerer Körper zusammen und schlug auf den Boden auf… ein Dolch steckte in seinem Herz… ich weiß bis heute nicht wie der Dolch in meine Hand kam… der meinen eigenen Vater zu Tode gebracht hatte… Gefühle überschwemmten mich und mein Leib erzitterte Förmlich vor Schmerz und mein Atem stockte… dann rann eine einzelne Träne lief über meine Wange, doch der Rest wurde vom Feuer der Wut, welche noch ungeschwächt in mir loderte… ich bückte mich und riss den blutigen Dolch aus der Brust des Leichnams und verließ das Haus. Den blutigen Dolch in der Hand…
Ich lief durch die dunklen leeren Gassen der Stadt… meine Schritte führten mich an kein bestimmtes Ziel, den Wut und Verzweiflung brannten in meinem Herzen und ich lief mit leerem Blicke durch die Gassen… das Dorf erschien mir auf einmal schäbig… und klein… und ich lief… und prallte Gegen eine dunkle Gestalt… und stierte sie aus Wut entbrannten Augen an… die Gestalt schmunzelte nur.. es war der Hohepriester…