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Das Leben einer Jüngen Schützin
Verfasst: Mittwoch 4. Januar 2006, 10:16
von Aurora Silbersee
Aurora traf bald nach ihrer Ankunft in Varuna die Tiefländerin Freia Hinra, eine Schneiderin und Kriegerin eines naturverbundenen Clans. Die hühnenhafte Frau nahm sich wohl aus Mittleid Aurora´s an und brachte sie in ihr Dorf.
Dort als Gast erfuhr Aurora viele Dinge über zusammenhalt und Freundschaft.
Aber sie hatte auch sofort die Wärme gespührt die in den Räumen und Zwischen den Menschen dieser Gemeinschaft herrschten.
Es waren einige Tage vergangen und Aurora hatte sich bereits mit den meisten Clansangehörigen angefreundet. Es passierte viel um sie herrum und das erste mal in ihrem Leben hatte sie ein Gefühl von Familie, von Liebe und Wärme um sich herrum.
Aurora würde alles tun damit sie bei den freundlichen Clansleuten bleiben dürfte, doch das entschieden wohl diese alleine. Egal ob sie wieder gehen müsste oder nicht, die kurze Zeit bei dem Clan Hinra hatte viel in Aurora geändert. Ansichten und Gedanken.
Sie hatte von Wolf erfahren und von den großen Geistern. Von der Dame im Wind und den Elementen. Auch von den beiden Wolf-Brüdern die Sonne und Mond jagten.
Nicht einen Moment hatte sie Zweifel an dem gehabt was Falk Hinra, der Jarl des Clans ihr erzählt hatte. Vielleicht würde sie ja selbst irgendwann einmal jemandem diese Geschichten erzählen.
Nachts lag Aurora im Bett und dachte nach. Über die Dinge die sie gesehen und gehört hatte.
Es sah diesen Tag nicht so gut aus im Clan. Erinna und Viola, die beiden jungen Mädchen des Clans, schienen Probleme größeren Stellenwertes zu haben und Freia, mittlerweile Auroras Freundin, schien das ganze sehr mitzunehmen.
Aurora tat ihr bestes um der großen Frau beizustehen, auch wenn sie nicht verstand was im Dorf vorsich ging und sie nicht fragen konnte. Sie war keine Hinra, gehörte nicht zum Clan, also hatte sie kein Recht es zu erfahren. Es musste wohl erst Vertrauen geschöpft werden und Aurora aktzeptierte das.
Diesen Abend hatte Freia etwas gesagt, dass Aurora noch lange im Kopf wiederhallte ohne das sie es vor den anderen zugegeben hatte.
Freia hatte gesagt sie seien alle Hinra, alle die hier seien. Aurora wusste nicht genau ob ihre Freundin sie mit einschloss oder was das heissen würde aber es zauberte ein Lächeln auf Auroras Lippen und liess eine wohlige Wärme in ihrem Herzen umher strömen.
Sie fragte sich innerlich was wohl als nächstes passieren würde, bevor sie endlich der Schlaf übermannte und ihre Augenlider zufielen.
Während sie schlief hatte sie einen Traum. Sie stand inmitten einer gewaltigen Lichtung. Nebel quol aus den Bäumen am Lichtungsrand und Wind zog an Auroras Kleidung.
Langsam, ganz langsam, schienen Wind und Nebel gestald an zu nehmen.
Direkt vor ihr auf der Mitte der Lichtung. Erst war es nicht mehr als ein kaum erkennbares gebilde,dann aber meinte Aurora die Gestald einer Frau ausmachen zu können. Kaum erkennbar wie das wabern der Sommerhitze im Licht auf einem großen Stein.
Sie meinte Haar zu sehen das die Gestald umspielte, vielleicht waren es aber auch nur Nebelzungen die die Erscheinung verschwimmen liessen.
Als Aurora durch die Gestald hindurch blickte sah sie einen schwarzen Wolf durch das Unterholz auf die Lichtung hervor treten. Er schien keineswegs aggresiv. Setzte sich am Lichtungsrand hin und schaute sie an. Seine Augen funkelten und liessen Aurora die geisterhafte Gestald vergessen.
Dann wachte sie auf...
Sie lag in ihrem Bett und schaute an die Decke, Freia und Viola lagen in den Fellen etwas abseits von ihr. Sie erinnerte sich ihre Freundin gefragt zu haben ob sie bei ihr schlafen könne. Sie wollte nicht alleine sein.
Kurz entschlossen zog sie sich ihre Lederrüstung an, nahm Bogen und Köcher und schlich hinaus.
Verfasst: Dienstag 10. Januar 2006, 13:27
von Aurora Silbersee
Die Tage waren ins Land gestrichen und Aurora hatte sich immer mehr in das Leben der Clansleute eingelebt.
Sie ging vielen anfallenden Arbeiten nach wie Äste zu sammeln oder Pfeile zu schnitzen. Sie ging auf Jagt und besorgte andere Dinge die der Clan brauchen könnte.
Viele hier sahen sie als eine von ihnen an. Das spührte Aurora und sie hatte schon oft den Blick von manchem gesehen. Die Worte, in denen eben jene unterschwällige Botschaft mitklang, gehört.
Sie liebte dieses Leben. Es war naturverbunden, real und richtig. Sie war den Tieren nah und ihrer Umwelt.
Sie wollte nicht mehr zurück in die kalte, einsame Stadt, in der es von Habgier und Neid stotzte. Die Arbeit jedoch war nicht unbemerkt an ihr vorbei gegangen. Ihr Körper begann sich zu straffen, sie merkte es besonders wenn sie Morgens aufstand. Wie sich ihre Muskeln spannten und Kraft durch sie hindruch ströhmte. Sie war nie die kräftigste gewesen und sie würde niemals so kraftvoll wie Freia werden. Ihr Körper war schlank und zierlich, nicht dafür ausgelegt enorme Muskeln zu bilden. Aber man sah bereits den Unterschied. Ihre Schenkel waren straffer geworden und man sah sehnige Muskeln auf ihrer Bauchdecke und den Armen. Der Bogen war für sie mittlerweile sehr leicht zu spannen und ging gut von der Hand. Dies gab ihr zusätzlich eine große Selbstsicherheit mit dieser Waffe.
Vielleicht würde sie sich jetzt bald eine der schweren Armbrüste zulegen mit denen Freia schoss. Die Durchschlagskraft dieser Waffe war sicher enorm.
Auch hatte sie in den Tagen beim Clan viel an Mut und Selbstvertrauen gewonnen. Sie alle unterstützen Aurora , auch wenn sie immernoch daran zweifelte ob sie wirklich jemals dazu gehören würde. Sie wollte nicht darüber nachdenken. Nicht daran denken, dass man sie fort schicken würde...
Verfasst: Freitag 13. Januar 2006, 12:05
von Aurora Silbersee
Die Zeit verging wie im Fluge. Aurora wusste garnicht mehr so genau, wann sie eigendlich in Bajard angekommen war. Oder was sie empfunden hatte.
Das Leben innerhalb der Clans-Gemeinschaft nahm sie sehr ein.
Es gab soviele Dinge bei denen sie sich nützlich machen konnte.
Oft ging sie in den Nebelwald. Die weissen Schwaden die den Wald ständig einhüllten störten sie nicht mehr und statt Furcht emfand sie jetzt verzücken wenn sie eines der Lichter im Nebel sah, die alsbald wieder verschwanden.
Es war ein gutes Leben, ein solides Leben. Sie sammelte Äste im Unterholz oder befreite die Kronen von den toten Zweigen und platz für Neue zu schaffen. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass die Elfen, die diesen Wald beschützen, etwas dagegen haben konnten.
Oft stromerte sie umher, besah sich ihre Umwelt.
Mittlerweile trug sie neben ihrem Langbogen auch die schwere Armbrust auf dem Rücken. Ihr Köcher, mit dem sie sogut wie immer zu sehen war, war zum bersten gefüllt mit Pfeilen und Bolzen. Sie war immer bewaffnet.
Am Tag zuvor hatte sie Leonora getroffen. Eine junge Frau die jetzt der Garde angehörte. Irgendwie hatte sie die Frau an jemanden erinnert, doch sie konnte einfach nicht sagen an wen.
Sie schien nicht glücklich mit ihrem Weg in der Garde Varuna´s. Es war ihr wohl alles zu unpersönlich und theoretisch.
Auch begann Aurora anderen jungen Kriegern Kampfpraxis näher zu bringen. Aurora war flink geworden, flink und kräftig. Ihr Körper strotze vor energie und ihre Hiebe und Schläge waren, im Gegensatz zu früher, kraftvoll und schnell.
Kyraen, die junge Kriegerin, machte sich nicht schlecht, soweit Aurora das beurteilen konnte. Sie war eine gute Sparring-Partnerin.
Luci hatte ihr etwas zum anziehen gemacht und Aurora hatte ihr Waffe und Rüstung besorgt. Sie wollte ein wenig von dem wiedergeben, das ihr selbst wiederfahren war. Ein glücklicher Umstand der sie zum Clan gebracht hatte.
Abends lag Aurora im Bett und dachte über ihr Tagewerk nach. Leonora hatte gesagt sie habe kaum Freizeit. Aurora hatte alle Zeit die sie wollte. Solange es dem Clan in irgendeiner Weise zugute kam, konnte sie tun und lassen was sie wollte.
Kurz dachte sie auch über Eri nach. Sie hatte sie mit Ciesa gesehen und es schien als wenn die beiden sich sehr nahe standen. Es war das erste mal seiddem Aurora Eri kannte, dass sie sowas sah. Es war seltsam aber irgendwie auch gut. Eri hatte also jemanden gefunden dem sie sich anvertrauen konnte.
Viola wurde auch viel zugänglicher. Aurora freute das. Sie konnte Freia´s Herztochter gut leiden. Sah sie sogar lächeln, was dem jungen Gesicht hübsche Züge gab. Sie würde sicherlich mal eine ansehnliche Frau werden.
Mit einem kurzen Lächeln auf den Lippen , schloss Aurora die Augen und ergab sich dem verdienten Schlaf.
Verfasst: Freitag 20. Januar 2006, 13:27
von Aurora Silbersee
Diesen Abend dachte Aurora wieder nach. Die letzten Tagen waren sehr ereignissreich gewesen. Soviel war geschehen. Viola war jetzt eine erwachsene Frau...zumindest Körperlich. Es war seltsame Hexerei im spiel gewesen, die Aurora nichtmal im Ansatz verstand. Es schien der Tochter ihrer besten Freundin aber nich schlecht zu gehen. Im Gegenteil. Jetzt wo ihre Schuld beglichen und ihr neues Leben begann schien sie fröhlicher und offener. Sie war jetzt eine Wöflin. Ein vollwertiges Mitglied des Clans Hinrah. Sie freute sich für Viola.
Sie selbst, Aurora, war nun ein Welpe des Clans. Ein Mitglied dieser großen Familie. Sie musste jetzt die Traditionen lernen und sich an das Leben mit der Familie gewöhnen. Das war kein großes Problem für sie. Sie lebte nun schon solange mit ihnen. Es kam ihr wie eine Ewigkeit vor, aber es waren wohl nur ein paar Wochen.
Der Streit um Ciesa und Erinna war vorbei. Doch es schien als ob Erinna immer neue Probleme fand oder die Probleme fanden sie. Es schien als ob ein Unfall ihr das Gedächniss genommen hatte. Vielleicht war das ganz gut so. Es würde ihr ein Vergessen ermöglichen, dass die junge Frau dringend brauchte.
Ciesa war tod. Aurora hatte selbst ihren Leichnahm gesehen. Hatte Falk begleitet als sie beigesetzt wurde. Es war seltsam. Sie hatte Ciesa niemals als mehr kennengelernt als jemand dem man misstrauen musste, doch sie war, wenn sie das gewesen war, ein würdiger Gegner gewesen. Sie empfand keinen Groll nur Respekt. Falk musste das sehr mitgenommen haben. Sie wusste nur nicht wie sie ihrem Jarl zeigen konnte das sie mit ihm fühlte.
Vielleicht musste sie das ja auch garnicht. Er würde erkennen, dass sie alle Anteil an dem nahmen, dass um sie herrum geschah. Besonders wenn es eines der Clansmitglieder betraf.
Der Clan wuchs. Auch Argos war nun ein Welpe. Sie kannte den Tiefländer kaum und was sie von ihm beobachtet hatte war nicht viel. Er war wohl mal mit ihr Holz hacken gewesen, aber er war nicht sonderlich geschickt daran, die Äste zu finden wie es schien.
Er hatte sicher andere Qualitäten. Sie in dess bereitete sich weiter darauf vor ihre Fähigkeiten mit dem Bogen und der Armbrust zu perfektionieren, ihren Körper zu stählen und ihre Muskeln geschmeidig zu halten. Alles mit dem Nutzen, dass sie etwas für den Clan tat. Das gab ihr ein Gefühl von Zufriedenheit und Genugtuung. Sie tat etwas für sich indem sie den Anderen half. Das war gut.
Freia ging es in diesen Tagen auch wieder besser. Sie lachte wieder und man konnte wieder viel Spass mit ihr haben. Sie hatte sie sogar im Zweikampf bezwungen. Es war ein ungleicher Kampf gewesen aber Freia hatte ihre Niederlage nicht lange auf sich sitzen lassen, als sie mit dem Schwert wie eine Furie auf Aurora losgegangen war.
Aurora musste schmunzeln bei dem Gedanken. Nichts desdo trotz hatte sie hier viele Freunde gefunden und sie fühlte sich als Teil einer großen Gemeinschaft.
Sie wohnte jetzt nicht mehr im Gästezimmer, sonder bei Freia und Viola. Ein Umstand der ihr Leben noch schöner machte. Sie mochte die beiden sehr und ihnen nah zu sein bedeutete noch mehr Anteil an ihrem Leben zu haben.
Was hatten die Geister als nächstes für sie bereit gestellt, fragte sich die junge Schützin und zog die Felle über den zierlichen, hübschen Körper.
Den Schlaf begrüssend...
Verfasst: Freitag 3. Februar 2006, 13:41
von Aurora Silbersee
Die Zeit verflog wie im Schnelltempo. Aurora hatte gesehen wie der Clan wuchs und gedieh. Mittlerweile waren sie soviele, das man sich es selbst bei Freia gemütlich machen musste.
Freia`s Mann, Leif, war zurück gekehrt. Sie hatte sich sehr für Freia gefreut.
Die Hühnin schien jetzt viel ausgelassener und fröhlicher zu sein. Leif tat ihr gut auch wenn sie anfangs ein wenig Schwierigkeiten mit dem Trollkopf hatte. Aber sie hatte sich noch anjede Eigenart der Tiefländer gewöhnt.
Es war noch ein Tiefländer zu ihnen gestoßen oder mehr, Aurora war auf ihn gestossen. Sven Hinrah, Sohn des Hildebrand. Wohl ein Bogner und ein sehr einfacher Zeitgenosse, wie Aurora fand.
Falk hatte ihr gesagt, sie solle ihm alles zeigen und das tat Aurora auch. Sie begleitete ihn diese Zeit häufig. Die anderen machten Scherze weil sie so oft zusammen waren doch Auri hatte sich nie viel dabei gedacht bis....
Ja bis sie von Falk auf dem Fest in Varuna etwas sehr interessantes erfahren hatte.
Sie waren alle gemeinsam zu dem Fest gegangen. Aurora freute sich darauf endlich einmal wieder tanzen zu können. Die Männer trauten sich jedoch nicht so richtig. Bis auf Falk.
Sie hatte Falk an diesem Tag als ganz neuen Menschen kennengelernt. Als einen charmanten Frauenheld, der wusste wie sich eine Frau fühlen wollte wenn sie zu der Musik um die stattliche Gestald Falks kreist. Immer wieder musste sie daran denken was Caillean wohl anstellen würde, wenn sie wusste wie er mit ihr flirtete. Doch es war alles ganz harmlos. Das wusste auch Auri sofort und es bereitete ihr Freude das jemand wie Falk sie als Frau behandelte. Ihr zeigte das sie durchaus begehrenswert war.
Falk war ein unglaublicher Tänzer, sie hätte das kaum für möglich gehalten.
Sven wollte wohl auch mit ihr tanzen, doch zu ihrer enttäuschung konnte Sven nicht einen Tanzschritt. Im Gegenteil: Er stand da wie ein Baumstumpf in einem dichten Wald. Sie hatte ihm ein wenig begebracht und ihn versucht so gut es ging zu führen, doch es schien als hätte ihn diese Erfahrung frustiert. Auch Aurora hatte daran nicht den meisten Spass gehabt, auch wenn sie Sven mochte.
Aber das war nicht der eigendliche Grund warum sie sich immer und immer wieder an diesen Tag zurück erinnern musste. Es war etwas das Falk ihr gesagt hatte, nachdem Sven schon fort war.
Sven hatte Falk um etwas gebeten das Auri betraf. Er hatte den Jarl um seinen Segen gebeten sich Aurora nähern zu dürfen. Aurora wusste welches Gewicht diese Frage hatte. Es war der ernsthafte Versuch Aurora`s Liebe gewinnen zu wollen. Sie war eine ganze Weile sehr überfordert gewesen mit dem Wissen um diese Tatsache. Auch hatte sie lange gespräche mit Freia und Falk darüber geführt.
Wieder und wieder fiel ihr auf wie Wandelbar er war. Einmal sah man den jungen, stattlichen Mann der einfach nur Krieger war. Dann die Ausstrahlung des Jarls. Die Macht und die Präsenz die er ausstrahlte. Etwas vor dem man respekt haben musste, aber dem man auch vertrauen konnte.
Am Ende hatte sie Sven folgendes gesagt:
Sie habe ihn bissher nicht in diesem Licht gesehen, doch vielleicht schafft er es ja sie zu beeindrucken. So er sie im Duell besiege, habe er einen Wunsch bei ihr frei.
Es waren welche der letzten Worte die sie mit Sven seidem gewechselt hatte und sie dachte immer wieder darüber nach. Sie war immer mehr zur starken Kriegerin mutiert. ab und an sehnte sie sich danach wieder so zerbrechlich und zartfühlend wie damals zu sein, als sie her kam.
Aber tief in ihrem Herzen wusste sie, dass sie immernoch genau das war und wenn sie alleine war dann spührte sie es mehr den je.
Verfasst: Mittwoch 8. Februar 2006, 11:48
von Aurora Silbersee
Die Tage schossen wieder an Auri vorbei. Es war soviel das sich einmal mehr in dem Leben in Grimwould tat. Drei Ereignisse waren wohl besonders in ihrem Gedächniss geblieben:
Zum einen der Zwischenfall mit Leif. Er hatte sie aus Affekt, oder unkontrolliertem Zorn niedergeschlagen. Sie war nicht mehr so schockiert darüber als sie es noch zwei Tage zuvor gewesen war. Es machte sie einfach nur traurig, dass sie ihm nicht mehr vertrauen konnte. Falk sah das wohl genauso. Es war eine dumme Situation gewesen und sicherlich trug Aurora einen Teil Mitschuld daran.
Ihr Gesicht war abgeschwollen und langsam, mithilfe der Salben mit denen sie dreimal am Tag von Leif gerieben wurde, so wie Caillean es bestimmt hatte, verschwand auch die Blau-Grüne Färbung. Es würde wohl in ein- zwei Tagen nicht mehr viel davon zu sehen sein. Auch schmerzte ihr Gesicht nicht mehr so sehr.
Leif kam für diesen Ausrutscher vor das Thing. Aurora wusste, dass die Entscheidungen des Thing`s immer hart aber gerecht waren und sie machte sich keine weiteren Gedanken darüber. Leif hatte seine Strafe längst erhalten die er vielleicht nicht gänzlich verdient hatte. Aurora`s Vertrauen in ihn war stark angeschlagen, Viola hatte ihm auch einmal mehr die kalte Schulter gezeigt nach diesem Vorfall und Freia hatte ihn aus ihrem gemeinsamen Zimmer komplimentiert, bis das Vertrauen gefestigt war. Leif hatte schon genug Strafe ertragen. Auch wenn es danach aussah als wenn Sven und Leif sich wieder ganz gut verstanden. Aurora war sich für einen Moment sicher gewesen Sven würde den Hühnen in der Mitte durchbrechen wollen. Es war eine Fürsorglichkeit die sie nur bei Falk und Caillean oder Freia und Leif beobachtet hatte. Sie ahnte zu was das führen würde.
Das Zweite war der Abend mit Erinna und Luczilla.
Leif, Sven, Falk, Freia und Aurora hatten Eri zu einem Gespräch gebracht. Sie alle wussten, dass etwas mit dem Mädchen nicht stimmte, das soviele Schicksalsschläge verkraftet hatte. Manche vielleicht nicht unverschuldet, doch das tat nichts zur Sache.
Sie alle sagten ihr, wie müsse wieder vertrauen können. Sehen das ihre Familie, der Clan, ihr die Hand reichte auf die sie nur Gift gespuckt hatte die letzte Zeit. Es war ein Moment völliger Ehrlichkeit und Offenheit. Aurora hoffte, dass sie alle ein wenig zu dem Mädchen durchgedrungen waren. Auch schien es als hätte Argos einige Fehler gemacht, die Eri nur noch mehr dazu veranlassten zu misstrauen. Ein Umstand der Aurora zwar zu denken gab, den sie aber nicht auf Sven projezieren konnte.
Sie erinnerte sich kurz ihren Gedanken nachgegangen zu sein und als sie aufschaute waren Falk und Eri weg. Es schien etwas in Grimwould vorzugehen. Luczilla Amrath war gekommen und sie brachte wohl keine frohe Kunde sie es schien. Aurora wunderte das insgeheim nicht. Sie verband nichts gutes mit dieser Frau.
Kurz darauf tauchte auch ihr Onkel Hudgarr Amrath auf. Er sagte nicht viel, nur das er wohl mit Luzcilla sprechen wolle. Leif war hinauf zu Falk gegangen um ihn von diesem Umstand zu unterrichten, kam wieder runter, ging ins Gästezimmer und kam voll gerüstet wieder herraus.
Das reichte allen um selbst die Waffen zu prüfen und die Rüstungen anzulegen. Instinktiv begaben sich alle auf ihre Positionen, Freia und Aurora ihre Armbrüste in den Händen, Eri ihrem Kompositbogen, Leif den Zweihänder.
Dann kam Falk mit Luzcilla herrein. Es war klar das es sich nicht nur um eine kleinere Meinungsverschiedeneheit handelte, denn es brauchte die Drohung von Waffengewalt um Luzcilla friedlich zu halten. Aurora hatte die ganze Zeit die Armbrust im Anschlag und zielte auf die Kriegerin. Falk hatte ihr Anweisung gegeben zu schiessen sobald sie sich auf Hudgarr zubewegte. Es war anstregend gewesen, erinnerte Auri sich. Die ganze Zeit diese Anspannung, zumal die gewaltige Armbrust auch nicht leicht war. Einmal hatte sie schiessen müssen. Direkt in Luzcilla`s Fuss. So wie Falk es befohlen hatte. Sie empfand auch im Nachhinein weder Befriedigung, noch Groll oder Schuld dabei. Es war einfach so das sie tat was Falk ihr gesagt hatte. Es gab keinen Grund daran zu zweifeln das es Richtig gewesen war, was er gesagt hatte. Sie, wie alle anderen, vertraute ihm Blind.
Am Ende brachte man beide Amrath`s getrennt in den Nebelwald. Die Arbeit des Clan`s endete damit.
Falk hatte noch kurz ein paar lobende Worte an sie alle gerichtet, die Aurora mit Stolz erfüllten. Stolz darauf ein Teil dieses Ganzen zu sein, stolz darauf ihre Aufgabe erkannt und bewältigt zu haben. Es tat gut, dass Falk das bemerkte. Es war eine Art von Anerkennung die völlig Ehrlich war.
Das Letzte an das sich Aurora erinnerte dieser Tage war Sven. Sie hatte sich viele Gedanken über ihn gemacht. Sie gestand sich ein, manchmal wenn Freia und Leif, Falk und Caillean so da saßen, Arm in Arm, da wünschte sie sich Sven an ihre Seite und musste innerlich seufzen.
Wenn er in ihrer Nähe war fühlte sie sich ein wenig sicherer, nicht zuletzt wegen den Vorfällen mit Leif. Er schien sich immer Sorgen um sie zu machen, aber er schaffte es auch sie zum Lachen zu bringen. Sie hatte ihn gern, das wusste sie. Aber eine Frage quälte sie: Liebte sie ihn?
Falk hatte gesagt, wenn es einem gut tut, dann ist es Liebe. Er hatte aber auch gesagt, das man am Anfang ein Kribbeln im Bauch habe, Herzrasen und ständig an den anderen Denken müsse.
Auri hatte das noch nicht wirklich empfunden, oder sie hatte es nicht so registriert. Sven tat ihr gut, zumindest mit dem was er im moment tat.
Doch eine Frage, ein ganz wichtige Sache stand immernoch aus und gab ihr zu denken.
Sie hatte ihm vor langer Zeit gesagt, dass er sie herrausfordern könne. So er gewinne dürfe er einen Wunsch aussprechen.
Doch waren jetzt schon viele Tage ins Land gegangen und Aurora hatte bissher nicht den Eindruck gewonnen, als würde Sven mit nachdruck üben oder sich anderweitig darauf vorbereiten. Sich die Tage waren teils turbolent gewesen, aber dennoch...
Brachte Sven den Mut nicht auf gegen sie anzutreten? Nicht den Mut das Risiko einzugehen verlieren zu können? War es ihm nicht Ansporn genug das er sich von der Frau um dessen Gunst er kämpfte etwas wünschen durfte, sollte er siegreich sein?
Diese Begebenheit, die Aurora eigendlich nur aus einer Laune herraus ausgesprochen hatte, nahm mittlerweile eine zentrale Schlüsselrolle in der Zeit des Ersten Segens aus. Seine weitere Reaktion würde zeigen, wie ernst es ihm war. Ob er wirklich bereit war etwas zu Riskieren um sie zu gewinnen.
Kurz schloss sie ihre Gedanken und sann darüber ob es richtig war, das er sie "gewinnen" wollte. Dann schüttelte sie den Kopf. Es war unerheblich. Wichtig war nur das es hier tatsächlich jemanden gab der mehr wollte als Freundschaft die Aurora so dankbar entgegen nahm. Aber noch hatte er das Aurora nicht eindeutig bewiesen...
Diese Tage hatten die Männer in Grimwould dem zierlichen Mädchen viel zu beweisen.
Leif das er sich wieder unter Kontrolle habe. Denn nur dann könne sie Leif vergeben.
Sven ob er es ernst meinte. Ob seine Gefühle, die Aurora so schlecht verstand, ehrlich waren.
Ohne Zweifel aber, hatte sich Aurora auch selbst viel zu beweisen...
Verfasst: Dienstag 21. Februar 2006, 12:46
von Aurora Silbersee
Seufzend war Auri schlafen gegangen und hatte Leif und Freia in der Taverne alleine gelassen. Das Leben in Grimwould nahm an Aufregung kein Ende und jeder Tag war wieder ein Erlebniss, in jeder Hinsicht.
Ihre Gedanken kreisten in letzter Zeit besonders viel um Sven. Der Hühne machte sie ganz schön wirr. Es war komisch, jedesmal wenn sie an ihn dachte musste sie verlegen lächeln. Es war wie Falk und Freia gesagt hatten, dieses Kribbeln im Bauch das sich irgendwie nicht näher definieren liess.
Leif und Vio hatten sie geärgert, ihr gesagt sie sei verliebt. Insgeheim gestand sich Auri ein das das Stimmte. Es gab sonst keine andere Erklärung für ihre seltsamen Gefühlsausbrüche sobald es um Sven ging.
Freia hatte ich auch zeigen wollen wie sie mit ihm Flirten konnte. Das war leider gehörigst nach hinten los gegangen. Sven hatte wohl einfach nicht damit gerechnet, dass sie soetwas überhaupt versuchen würde. Sie war an diesem Tag sehr verletzt gewesen. Es hatte sie soviel Kraft gekostet sich soweit zu öffnen solche Gesten zu vollführen, von denen Freia behauptete das sie ein natürliches Talent dafür habe. Auri verstand nicht genau was sie damit meinte.
Aber sie hatte sich mit Sven nach all dem Ärger und dem Streit ausgesprochen.
Jetzt wurde sie sehr Rot um die Wangen, als sie daran dachte. Der Moment hochoben auf dem Turm der Palisaden. Das war seltam gewesen.
Er hatte sie so ganz anders gehalten als sonst. Nicht sanft und fürsorglich oder liebevoll. Nein das war etwas ganz anderes gewesen. Seine Leidenschaft, sein Feuer brannte auf ihren Lippen wenn sie daran dachte.
Sie erinnerte sich daran wie er über das Leder ihrer Kleidung gestriffen hatte, wie sie sich an ihn gedrückt hatte und es einfach geschehen liess, ohne eine Erklärung zu wissen warum. Er hätte, so glaubte sie, vermutlich in diesem Moment alles mit ihr tun können. Aber das hatte er nicht getan. Vielleicht auch weil sie irgendwann endlich wieder zur Besinnung gekommen war.
Ihr war unglaublich heiß gewesen und sie hatte immernoch Probleme damit die Gefühle die in diesem Moment wie ein Hammer auf sie niedergeschlagen waren und die sie bis dahin noch nie empfunden hatte zu verarbeiten und einzuordnen.
Freia und Leif hatten sie wohl beobachtet als sie dort auf dem Turm gestanden hatten. Engst umschlungen, vermutlich in der Nacht kaum mehr als zwei Schatten die ineinander verschmolzen waren. Und was war passiert? Sie hatten das absolut falsche gedacht. Auri wurde wieder verlegen bei dem Gedanken musste aber schmunzeln. Wie konnte Freia nur annehmen sie würde sich auf einem der Höchsten Punkte in Grimwould, gut einsehbar Sven hingeben? Kurz schüttelte sie den Kopf, doch innerlich wusste sie: Hätte er es gewollt, sie wüsste nicht ob sie ihn aufgehalten hätte. Vielleicht aber vielleicht auch nicht. Mit Verstand hatte das garnichts mehr zu tun gehabt denn der war in diesem Moment sehr sehr weit weg gewesen.
Sie erinnerte sich daran das Sven ziemlich schnell abgezogen war und das nächste was sie sah war das er mit nassem Haar wieder in der Schenke saß. Sie verstand diese Zusammenhänge irgendwie nicht, hatte aber auch noch keine Gelegenheit gehabt mit ihm darüber zu sprechen.
Es passierte einfach zuviel in Grimwould und das meiste drehte sich in den heutigen Tagen um Eri. Sie seufzte.
Falk nahm das alles sehr mit. Die Probleme, seine Entscheidungen als Jarl, sein Zwiespalt als Vater.
Erinna hatte einige Sachen gesagt die Auri sehr verletzt hatten. Einige Dinge die sie an Erinna zweifeln liesen und sie wusste sie war damit nicht alleine. Die junge Wölfin hatte dieser Tage mehr zu beweisen als vermutlich jemals zuvor. Doch hatte sie durch Falks Opfer Zeit gewonnen eben jenes gut vorbereitet zu wissen. Aurora sah Erinna in diesen Tagen immer nur sehr kurz. Sie kam nach Grimwould, holte irgendwas, aß etwas, sprach nicht viel und verschwand wieder. Vielleicht war das sogar ganz gut so. Abstand von den Dingen gewinnen für alle um dann neu beginnen zu können.
2 Monde hatte Erinna dafür Zeit. 2 Monde in denen sie fast alles tun konnte was sie wollte. Vielleicht würde sich die Wölfin besinnen wenn sie sah was der Clan ihr eigendlich gab. Kurz überlegte Auri. Wusste sie selbst was der Clan ihr alles gab? Wusste sie selbst ob sie den Clan nicht auch einmal enttäuschte? Sie verzog die Lippen. Genau beantworten konnte sie sich das nicht, doch sie wusste sie gehörte hier her. Es gab keine Alternative, kein Leben das sie reizen könnte das sie das hier aufgeben würde.
Aurora Silbersee, Clansschwert und Wölfin der Hinrah, hallte es in ihrem Kopf. Es erfüllte sie mit großem Stolz, dass sie sich so nennen durfte. Es zeigte ihr so deutlich wie kaum etwas anderes das der Clan ihr, ihren Fähigkeiten und den Dingen die vorran gegangen waren vertraute.
Kurz dachte sie an die Zeit vor vielen Wochen nach. Damals war Erinna noch anders gewesen, hatte Auri sie als Freundin bezeichnet. Fast wie Freia, doch das war plötzlich erstorben. Was war geschehen? War es wegen all der Sachen die Erinna wiederfahren waren? Wegen dem neuen Leben das der Gedächnissverlust den sie erlitten hatte mich sich brachte?
War sie vielleicht zu hart zu Erinna wenn diese ihre unbedarften Worte äusserte? Oder verstand sie sie gar falsch?
Sie seufzte. Ganz genau wusste sie das nicht, doch etwas essenzielles fehlte um Erinna wieder so zu sehen wie sie es am Anfang ihres Aufenthaltes in Grimwould gesehen hatte. Vielleicht würde die Zeit das ändern und sie hoffte das Erinna nun endlich einmal begreifen würde, dass nicht nur ihr die Hände hingestreckt werden sondern sie auch selbst einmal um eine Hand bitten kann.
Kurz kaute sie am Daumen, das tat sie in letzter Zeit ziemlich häufig, dumme Angewohnheit. Erinna hatte Auri von Falk erzählt....wieso nur machte diese Tatsache keinen Sinn zu Erinna`s Worten vor dem Thing und dem vorran gegangenen?
Soviele Dinge die in bezug auf Erinna seltsam und verworren schienen. Kein Wunder das sie erstmal auf Abstand ging um neu zu sondieren was nun eigendlich wahr war. Genauso wie wohl einige andere im Clan.
Sie schloss ihre Gedanken und ihre Augen. Zeit zu schlafen...der Tag war wieder viel zu lang gewesen.
Verfasst: Mittwoch 22. Februar 2006, 10:23
von Aurora Silbersee
Auri konnte sich das nicht erklären. Gestern Nacht noch hatte sie ihren Umhang auf der Truhe abgelegt. Doch er war nicht mehr da! Sie hatte alles abgesucht. Jeden Winkel des Zimmers und auch jeden Ort an dem sie in Grimwould öfter verweilte.
Ausserhalb nahm sie ihn nie ab, also _musste_ er in Grimwould sein, doch das war er nicht. Sven fehlten ein Paar Handschuhe, Leif eine seiner Felltunikas, Caillean ihr Haarband. Das machte doch alles keinen Sinn.
Ihr Umhang war maßgeschneidert, genauso wie alle anderen Kleidungsstücke. Einer Person die Svens Handschuhe und Leif`s Tunika passte musste ihr Umhang viel zu kurz sein. Sie schüttelte den Kopf und versuchte darüber nachzudenken.
Kurzerhand setzte sie sich an ihren Steintisch auf dem ihre Alchimistischen Utensillien standen und schlug das Buch auf das dort lag. Es war eine Abhandlung über Hiesige Kräuter und deren Wirkung. Aurora hatte es vor kurzem auf dem Markt erstanden und las begierig darin. Sie hatte nie viel in ihrem Leben gelesen aber das hier interessierte sie, auch wenn Leif sich wehement weigerte ihre Tränke auszuprobieren. Sie musste kurz schmunzeln. Erst sollte sie von Laila eingewiesen werden. Ja das war auch garkeine schlechte Idee. Viola hatte etwas ähnliches zu ihr gesagt. Schliesslich hatte sie niemanden der ihr dieses Handwerk beibrachte. Alles was sie herrausfand lernte sie aus dem Buch und ihren Experimenten.
An gefährliche Reagenzien wagte sie sich nicht herran, das währ ihr doch zu heikel. Die Tränke die sie bissher mischte waren alle mehr oder weniger Harmlos. Ein bisschen Spinnenseide oder Äpfel, Honig solche Dinge waren meist Bestandteil. Völlig harmlos. Aber die Wirkungen waren verblüffend.
Heute hatte sie auch Aisling, Sven`s Base getroffen. Die junge Tiefländerin hatte die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen als sie die Küche gesehen hatte. Was aber auch für Mengen in den Kisten dort lagen! Es war unglaublich gewesen was Aisling und sie hinab in den Keller getragen hatten. Tausende Kartoffeln, Birnen, Äpfel und vieles vieles mehr.
Aisling hatte ihr auch Anweisungen gegeben wie die Küche normalerweise bestückt zu sein hatte. "50 von Jedem." hörte sie die freundliche Tiefländerin zu ihr sagen. Auri schmunzelte kurz. Sie hatte mit Aisling auch über Sven gesprochen und Aisi hatte ihnen alles gute und viele "kleine Svens und Auris" gewünscht. Dazu war es wohl noch etwas sehr viel zu früh.
Erinna hatte sie heute garnicht gesehen. Es schien als würde die junge Wölfin tatsächlich endlich etwas Abstand finden. Ihr Heimweh in der Taverne in Bajard war unübersehbar wenngleich Aurora zu dem Zeitpunkt dem Braten nicht richtig getraut hatte. An Ende jedoch würden die Geister und die Ahnen wissen was sie alle erwartete und es schien als würde es erstmal gelten eine Dieb zu fassen, der es schaffte Dinge aus einem Zimmer zu stehlen in dem vier aufmerksame Leute schliefen...
Verfasst: Freitag 24. Februar 2006, 11:01
von Aurora Silbersee
Langsam erwachte Auri wieder aus ihrem, nicht ganz natürlichen, Schlaf.
Sie erinnerte sich daran die halbe Nacht vor ihrem Tisch gesessen zu haben.
Das Studium um die ganzen Kräuter und ihre Wirkungen nahm sie ganz schön in Beschlag.
Stundenlang saß sie vor dem Steintisch, las in dem Buch das eine detailierte Abhandlung über hiesige Kräuter und Pflanzen beinhaltete und machte sich Notizen in ihrem eigenen Buch.
Das Chaos in dem Notizbuch war unglaublich. Auri selbst sah kaum durch die vielen Aufzeichnungen hindurch. Es war merkwürdig...es gab eigendlich wichtigeres um das sie sich Gedanken machen sollte, doch irgendwie ergab sie sich jedesmal der Ablenkung durch dieses Thema.
Sie sah sich verschlafen in dem Zimmer um in dem sie lag. Es war ihr noch sehr fremd. Seid gestern bewohnte sie Alli`s altes Zimmer. Caillean hatte das wohl so entschieden, wie sie von Sven gehört hatte. Den halben Tag hatten sie umgeräumt und Auri`s Sachen in das neue Zimmer gebracht. Das war auch alles sehr aufregend gewesen und sie genoß die Zeit die sie mit Sven verbrachte sehr. Er kümmerte sich um sie, hielt sie im Arm, Küsste sie. Sven lies sie spühren das ihm etwas an ihr lag. Dies war ein Umstand dem sie sich deutlich bewusst war.
Die anderen nahmen an, dass Sven wohl bald bei ihr miteinziehen würde. Auri machte das nervöser als sich die ganze Sache eigendlich anhörte.
Sie hatte auch mit Freia darüber gesprochen. Sie vermisste das Kuscheln und Beisammensein Nachts. Das hatte sie letzte Nacht gemerkt und sie hatte es schon geahnt. Die ganze Zeit die sie in Grimwould war, war sie nie alleine gewesen. Sie hatte nie alleine geschlafen und die letzten Wochen in Freia`s Zimmer, da war es wirklich eng gewesen.
Für Freia und Leif freute sie sich. Sie konnten endlich wieder tun und lassen was sie wollten. Auri hoffte nur sie würde davon nichts mitbekommen, doch Freia hatte sie in der Hinsicht noch nie enttäuscht.
Sie strich sich das wilde Haar aus dem Gesicht und blieb weiter in den Fellen sitzen, ihren Gedanken nachgehend.
Aurora hatte Angst. Das wusste sie. Sie hatte Angst davor was passieren könnte, wenn Sven bei ihr einzog. Es war keineswegs so, dass sie Sven nicht vertraute. Sie wusste, er würde nichts tun das sie nicht wollte. Aber die Sache auf dem Turm hatte sie nachdenklich gemacht. Sie war wie heißer Wachs in seinen Händen gewesen und auch Freia mahnte sie, dass heiße Küsse oft zu mehr führen konnten.
Kurz dachte sie darüber nach was Freia ihr über die Felle und Mann und Frau erklärt hatte. Sie konnte sich in etwa vorstellen wie das "von statten" ging aber es löste in ihre einfach nur Angst aus. Panik.
Freia und die anderen Frauen die hier in Grimwould wohnten und verheiratet waren schienen da garkeine Probleme zu haben.
Aber wenn sie Sven so besah...er war fast zwei Köpfe größer als sie und mindestens doppelt so breit. Wie..konnte das gut gehen? Freia sagte, das erste Mal würde etwas weh tun. Wenn Freia das schon sagte?! Sie hatte einen Mann der nur ein Stückchen größer war als sie selbst. Auri war im Gegensatz zu Sven ein Kind von der Statur her. Kurz fasste sie um ihren Körper, das Nachthemd das sie trug raschelte leise dabei.
Schlüssel, Schlößer...es half ihr alles nichts.
Sie hatte Angst.
Was nur konnte sie dagegen tun? Sie hatte Freia, ihre beste Freundin, gefragt. Aber die Antwort war ernüchternd und einleuchtend gewesen:
Sie musste Sven einfach vertrauen und für sich selbst wissen wann sie bereit war sich dazu zu überwinden. Kurz fragte sie sich ob Sven schon daran dachte. Ob er sie sich vorstellte wie sie nackt auf den Fellen lag.
Sie seufzte. Sie hatte nichtmal Zeit verlegen darüber zu werden. Dafür war das alles viel zu real und viel zu greifbar.
Sie hatte Freia auch gesagt, dass sie Sven vermutlich liebte. Das war natürlich nur die halbe Wahrheit, vielleicht weil sie es sich selbst noch nicht ganz eingestehen wollte. Ihr Herz hatte längst entschieden.
Die Art wie er mit ihr umging, wie er sich um sie sorgte. Seine Arme die sie festhielten und ihr Halt boten. Seine sanften, zärtlichen Küsse, oder auch die voller Leidenschaft. Sie lies es alles gerne geschehen, sehnte sich fast danach.
Sie liebte diesen Mann.
Aber diese Erkenntniss half ihr wenig in ihrem eigendlichen Problem, dass auf sie zu kommen würde. Sie wusste, es würde passieren. Früher oder Später. Sie konnte nur herrauszögern. Denn es gab nur eine Möglichkeit das zu verhindern und die war Sven zu sagen das sie ihn nicht wollte.
Aber das stimmte nicht und sie währe nur unglücklich damit. Sie und Er. Sein Herz durfte man nicht belügen.
Vielleicht sollte Aurora Falk doch um den 2. Segen bitten. Im Geheimen, einfach nur um vorbereitet zu sein, sollte es soweit kommen?...
Aber andererseits..würde Sven Handfasting mit ihr halten wollen? Es war ihr alles noch so ungewiss und ihre Ängste und Sorgen nagten schwer an ihr. Sie würde mit Sven sprechen müssen. Ein sehr offenes Gespräch. Ein Gespräch das sie sehr viel Kraft kosten würde. Sehr viel Überwindung. Aber es musst sein. Um ihrer beider willen.
Ja, das würde sie tun.
Verfasst: Dienstag 7. März 2006, 06:25
von Aurora Silbersee
Es verlief in den letzten Tagen alles etwas hecktisch. Manchmal wusste Auri garnicht wo ihr der Kopf stand. Es lag eine seltsame Stimmung über Grimwould die Auri nicht so ganz zuordnen konnte. Vielleicht bildete sie sich das auch nur ein.
In den Fellen liegend begann sie ihre Gedanken zu ordnen. Neben ihr lag Sven, wie immer in die kurze Hose gekleidet die er in den Fellen trug. Sie selbst hatte ihr Nachthemd an, oder wie auch immer man diesen Hauch-von-Nichts bezeichnete. So wenig er von Auri`s schlankem Leib verbarg so bequem war er allerdings. Sie trug ihn gern für die Nacht, auch wenn es sie Überwindung gekostet hatte dies vor Sven zu tun.
Langsam kam ein wenig Klarheit in die Geschehnisse die Auri`s Kopf ordnete und sie sinnierte eine Weile darüber:
Sie hatte mit Sven geredet und sie hatten sich auch gestritten und sie hatten sich wieder versöhnt. Es schien als währe das ein ganz normaler Hergang.
Was jedoch etwas völlig neues für Auri war, war das was Sven mit ihr in den Fellen tat. Sie wusste, es war nur die halbe Wahrheit dessen, was Sven von ihr wollte und was der eigendlich Akt war. Aber Sven hatte ihr gezeigt wie atemberaubend diese Erfahrung sein konnte. Mehr als einmal mittlerweile. Es war merkwürdig. So zurückhaltend Auri auch war, sie konnte nicht anders. Der Gedanke daran, dass ganz Grimwould sie des Nachts wohl hören musste trieb ihr eine ungeahnte Röte aufs Gesicht. Aber so sehr sie sich auch bemühte "still" zu sein, es klappte einfach nicht ihr Körper hatte dafür eine ganz eigene Art mit diesen extremen und neuen Empfindungen umzugehen.
Sven unterdess lies Auri Zeit. Zeit sich an das alles zu gewöhnen und sich darauf einzustellen, was er schon seid viel längerer Zeit von ihr wollte.
Dafür liebte sie ihn um so mehr.
In der letzten Zeit jedoch sah es meist so aus, dass sie aufstanden und sobald er aus der Tür ging sah sie ihn eine ganze Weile nurnoch sporadisch. Ein Umstand der Auri so garnicht glücklich stimmte, aber es liess sich wohl nicht ändern.
Eine andere Sache an die Auri sich entsinnte war Leif. Was nur hatte dieser Kerl mit ihr? Was war das Problem? Warum nur behandelte er sie ständig so merkwürdig? So herabsetzend? Oder war das nur eine seiner seltsamen Arten mit irgendetwas umzugehen, wie Freia meinte?
Als er ihr offenbarte, dass er trotz seiner ständigen Worte über Auri`s Studium der Kräuterkunde, an ihre Fässe ging hatte sie wütend gemacht. Wütend und enttäuscht. Wieso konnte er nicht einfach zugeben, dass er sich geirrt hatte? Das seine Worte vielleicht nicht so "nett" gewesen waren? Oder ihr zumindest sagen: "Ja du kannst es ja doch. Gut gemacht, Mädchen."
Auri musste seufzen, was dafür sorgte, dass Sven sich kurz in den Fellen neben ihr bewegte und seinen massigen Arm um sie legte.
Sie lächelte kurz und schmiegte sich an ihn.
Was nur war Leif`s Problem mit ihr?...Freia sagte, sie würde mit ihm sprechen. Nachhören was nun eigendlich los war.
Auri wusste auch, sie musste selbst mit Leif sprechen. Ihn endlich zur Rede stellen. Sie musste ihn in einem Moment erwischen wo er nicht flüchten konnte, wie er es ja so gerne tat, wenn man ein ernsteres Wort mit ihm wechseln wollte.
Es hatte keinen Sinn weiter darüber nachzudenken.
Kurz sann sie noch über ihre Arbeit. Das Studium war anstrengend und langwieriger als sie anfangs gedacht hatte. Es gab soviel zu lernen und soviel das sie lesen musste. Das Buch das sie hatte enthielt viel Information über die Pflanzen und anderen Dinge die man in der Trankmischerei benutzen konnte. Auri hatte bissher nur einen Bruchteil dessen verstanden was es beinhaltete. Aber sie wusste, ihre Tränke würden hilfreich sein. Das war ihr ein Anspron. Sie war gerne nützlich. Und es schaffte in ihr tiefe Befriedigung zu wissen, das sie ihren Teil beitrug.
Vielleicht hatte Leif sie desshalb so getroffen. Weil er ihr genau das Gegenteil vermittelte.
Ihre Lider wurden schwer und es war spät. Sven`s Umarmung machte sie zusätzlich schläfrig und sie kuschelte sich eng an ihn und schloss die Augen.
Er hatte sie gefragt ob sie mit ihm Handfasting halten wollte...
Es hatte nur eine Antwort darauf geben können und die hatte er von ihr gehört...
Verfasst: Donnerstag 9. März 2006, 12:42
von Aurora Silbersee
Auri wachte irgendwann in der Nacht auf. Sven lag immernoch halb auf ihr und es wurde ihr sofort klar warum sie aufgewacht war. Mit etwas antrengung drückte sie den massigen Körper von sich hinunter und stand vorsichtig auf um Sven nicht zu wecken. Als sie stand strecke sie alle Glieder von sich.
Sie war immernoch in ihre Unterwäsche gekleidet. Naja zumindest in das bisschen Seide das ihre Scham bedeckte. Sie musste kurz seufzen ehe sie schmunzelte.
Er arbeitete einfach zuviel. Anders konnte Auri sich das garnicht erklären, das er trotz der hefftigen Liebesbeweise eingeschlafen war. Auri fuhr sich einmal durch das zerzauste Haar und tapste auf nackten Sohlen durch den Vorhang. Es war kühl im Raum und ihr Tisch lag jetzt in Dunkelheit gehüllt.
Sie hatte nicht vor sich noch einmal an die Arbeit zu begeben. Schon garnicht in diesem Aufzug. Und sich anzuziehen hatte sie jetzt auch keinen Elan für.
Sie ging einfach ein wenig in dem Zimmer auf und ab und bewegte die müden Glieder.
Wieder musste sie seufzen und schmunzelte. Er war schon süss. Auch wenn er ihr manchmal den letzen Nerv raubte. Aber sie war ja auch selbst schuld. Was musste sie sich auch in einen Hinrah-Kerl verlieben? Insgeheim wusste sie natürlich wieviel Glück sie gehabt hatte und das die Zeit mit dem Clan, mit ihren Freunden, denen die sie Liebte und Sven natürlich ein Geschenk war, das mit nichts aufzuwiegen war.
Sven hatte sie Heute gefragt ob sie noch nicht bereit sei. Auri wusste es nicht. Jedenfalls nicht wenn sie darüber nachdachte. Sie hatte gewusst, sie hätte sich ihm hingegeben wenn er es gewollt hätte. Die letzte Woche hatte ihr viel ihrer Angst genommen. Das war Sven`s Verdienst und sie glaubte er hatte hart dafür mit sich kämpfen müssen. Sie kannte das Temperament der Tiefländer. Gerade in diesen Dingen, wenn sie sich Falk oder Leif ansah.
Das Sven soviel Nachsicht mit ihr übte war sicherlich nicht selbstverständlich und vielleicht half es ihm auch bei den anderen Männern nicht den falschen Eindruck zu vermitteln, das Auri gerade so ungehemmt wurde.
Kurz wurde sie ob dieses Gedankens wieder Rot. Es war eine völlig natürliche Sache, dass sagte sie sich immer wieder. Aber es half ihr irgendwie nur spärlich. Siebzehn Jahre erziehung gingen eben nicht spurlos an ihr vorbei und sie glaubte gerade in dieser Sache war sie sehr anders als der Rest ihrer Familie. In diesen Momenten war sie eben doch noch eine Städterin. Auch wenn sie sich selbst nie so gesehen hatte.
Kurz erinnerte sie sich an weit vergangene Tage als sie zu Freia sagte, sie sei höchstens eine Dörflerin gewesen. Es entlockte ihr ein amüsiertes Lächeln.
Langsam bekam sie auf den bloßen Diehlen kalte Füsse und tapste zurück zu den Fellen in denen Sven immernoch zu schlafen schien. Er hatte fast das gesamte Fell ausgefüllt das für eine Auri riesig war, scheinbar für einen Sven gerade groß genug. Sie blieb einen Moment stehen und sah auf ihn hinab. Seine Haare lagen unwirsch in den Fellen und seinem Gesicht. Ein Bein lugte hervor und er lag schräg auf dem Rücken. Leise Atemgeräusche waren von ihm zu hören und die breite Brust hob und senkte sich langsam. Kurz meinte sie jetzt schon wieder Stoppeln in seinem Gesicht zu sehen, doch das Licht in dem Zimmer liess diesen Schluss unmöglich mit sicherheit zu.
Vorsichtig versuchte sie sich ein wenig Platz in den Fellen zu "erkämpfen", indem sie ihn ein wenig schob und piekte. Es schien zu funktionieren. Er brummte, bewegte sich, erst zur einen Seite. Auri nutze den Moment und huschte unter die warmen Felle. Dann zur anderen Seite und schlang einen Arm um ihren zierlichen Leib. Es schien ihr manchmal als würde er das absichtlich tun, aber sie hatte ihn nie gefragt und es gab auch eigendlich keinen Grund weiter darüber zu sprechen. Sie fühlte sich in seinen Armen sicher und geborgen. Und was das aller wichtigste war: Sie fühlte sich geliebt.
Angetan seufzend schmiegte sie ihren jetzt etwas kühlen Körper an ihn um sich aufzuwärmen. Drückte ihm ein Küsschen auf die Stirn und wisperte: "Ich liebe dich.." Was bei ihm ein Brummen erzeugte mit einem gleich darauffolgendem "Ich liebe dich auch Wölfchen.." was er wohl im Halbschlaf vor sich hermurmelte und Auri unheimlich süss fand.
Dann schlung sie ein Bein um seine Hüfte und schloss die Augen.
Der nächste Tag würde nicht lange auf sich warten lassen.
Verfasst: Mittwoch 29. März 2006, 11:46
von Aurora Silbersee
Das Leben im Clan war relativ ruhig im Moment geworden. Es schien alles seinen Weg zu gehen.
Gestern Nacht hatte Auri gemeint jemanden am Tor gehört zu haben, aber sie war dem nicht weiter nachgegangen. Vermutlich nur der Wind der in den letzten Tagen wieder etwas zugenommen hatte.
Der Clan war weiter gewachsen. Freia`s Mutter Eila hatte zu ihnen gefunden. Das Glück das Freia dabei empfinden musste, konnte sich Auri nicht im entferntesten vorstellen.
Erst ihr Vater, dann ihr Mann, dann ihre Mutter. Es war schon seltsam.
Aber sie freute sich für Freia. Was die Hühnin jedoch betraf so sah Auri sie immer seltener. Irgendwie hatte sie manchmal das Gefühl, dass sich etwas geändert hatte. Es war Wochen her, dass Freia und sie auf Jagt gewesen waren so wie früher. Vielleicht lag es ja auch an ihrer Schwangerschaft. Wer wusste das schon so genau?
Mit Hailey kam Auri sehr gut zurecht. Eigendlich hatte Auri Hailey eh vom ersten Moment an gut leiden können.
Sie war gespannt wie sich das weiter entwickeln würde.
Was ihre kleine Herzsyster Viola betraf musste Auri jedesmal schmunzeln wenn sie an sie dachte. Jedesmal machten in ihrem Kopf die Worte die Runde die Vio zu ihr gesagt hatte was Liebe betraf. Am Ende jedoch, hatte Auri doch recht behalten.
Alvis, Sven jüngerer Bruder, hatte den Ersten Segen von Leif. Offenbar mochten sich die Zwei auch wenn das recht schnell ging.
Es verwunderte Auri ein wenig. Hatte Alvis sich doch noch vor so kurzer Zeit mit Auri angelegt wegen Sven und seine Eifersüchelteien zugegeben.
Vielleicht aber war es auch seine Art mit eben jenem umzugehen.
Viola erzählte nicht viel von sich und Alvis. Aus dem Mädchen war nichts rauszubekommen. Auri hoffte das Alvis wusste was mit Viola passiert war und sie vielleicht einige Dinge die für ihn selbstverständlich waren, noch nicht so wirklich fassen konnte.
Leif hingegen war seltsam. Besonders wenn es um Alvis ging. Auri wurde das Gefühl nicht los das der Trollkopf nur auf einen Fehltritt des Jungen Hinrah`s wartete.
Inständig hoffte Auri, dass Alvis es wirklich relativ ehrlich und ernst meinte. Sonst hätte Leif genau den Grund den er brauchte.
Überhaupt hatte Leif im moment seltsame Anwandlungen. Sie sah ihn kaum. Wenn sie ihn sah war er meistens still oder gleich wieder fort.
Aber sie war nie so eng mit Leif befreundet gewesen, dass sie sich einbildete etwas herrausfinden zu können.
Was sie aber wunderte war die Tatsache das Sven auch nichts wusste. Obwohl die beiden enge Freunde waren.
Ihre Gedanken schiffen zu Sven. Sie hatten es getan und es war unglaublich gewesen. Anders als sie es sich hatte vorstellen können, aber schön auch wenn sie immernoch danach Schmerzen empfand, die sich aber ignorieren liessen.
Sven schien glücklich damit und das war die Hauptsache. Der Moment zum Handfasting rückte damit wohl in noch greifbarere Nähe. Auri konnte es kaum erwarten. Es erfüllte sie mit tiefer Befriedigung zu wissen, das sie vor den Ahnen für ewig an ihn gebunden werden würde. Sie liebte ihn und er war ein guter Mann. Er war genau die Art Mann die eine Frau wie Aurora brauchte.
Wann Laila wohl nach ihren häufigen Reisen Zeit fand? Sie wusste es nicht genau und hatte die Schamanin schon lange nicht mehr gesehen.
Hoffentlich war es nichts Ernstes dem Laila nachging.
Ihre Studien gingen weiter vorran. Gestern hatte sie ihre ersten Versuche mit Schadhaften Reagenzien gemacht. Erfolgreich wie sie fand. Es war keine ungefährliche Sache aber es brachte sie weiter.
Die Detonation die am Berg zerschellt war hatte man in ganz Grimwould gehört und Hedwig und Eila waren sogleich herrausgestrümt.
Auri glaubte, dass diese Demonstration ihrem Ansehen als Trankmischerin bei den Beiden nicht wirklich zuträglich gewesen war. Aber früher oder später würden sie den Wert dieser erlernten Fähigkeiten auch zu schätzen wissen. Dessen war Auri sich sicher. Immerhin hatte sogar der Sturkopf Leif das eingesehen.
Es wurde Zeit das Auri etwas tat und öffnete die Bücher die mittlerweile auch reichlich mit eigenen Aufzeichnungen und Erkenntnissen gespickt waren und begann von neuem mit dem Lernen..
Verfasst: Dienstag 4. April 2006, 11:57
von Aurora Silbersee
Langsam trottete Auri wieder zurück nach Grimwould. Sie kam gerade von der Jagt und ihr Köcher war fast leer.
In der Tasche wiedermals etwas Gold für den Clan, einige Reagenzien und andere Dinge die sie so erbeuten konnte.
Es war etwas schwieriger geworden, seid sie die Armbrust nicht mehr einsetzen konnte und sie hoffte Sven würde bald hinter das Rätzel des Mechanismus kommen.
Während sie den Weg ging dachte sie an ihre Anfangstage zurück.
Sie hatte viel erlebt diesen Winter. Es war eine Zeit die länger anmutete als sie war. Die ganzen 17 vorrangegangenen Jahre erschienen ihr nunmehr wie ein Augenzwinkern im Vergleich zu dem was sie auf Gerimor erlebt hatte.
Sie war eine gute Schützin geworden, hatte viel geübt und viel Gelegenheit gehabt ihre Fähigkeiten zu verbessern und ihr Auge zu schärfen.
Der Clan hatte ihr viel gegeben und sie versuchte nach besten Mitteln etwas davon zurück zu geben.
Langsam passierte sie die Tore der Nebelfestung und stieg die Treppen in ihr neues Zimmer hinauf.
Erik und Luci waren fort. Einfach des Nachts "geflohen". Sie verstand es nicht so ganz. Sie würden dem Clan fehlen, das wusste Auri. Nicht nur als Clanshände sondern auch als Menschen. Es war schade.
Besonders der Umstand wie sie gegangen waren, war ihr unbegreiflich.
Ein schlichter Brief war alles gewesen. Kein Abschied, nichts.
Vielleicht wollten sie auch einfach den Fragen entgehen.
Auri wusste es nicht genau und sie würde es wohl auch nie erfahren.
Vielleicht traf sie Erik und Luci ja einmal oder Alli wusste etwas über deren Verbleib. Vielleicht sollte sie mal nach Berchgard reisen.
Aber der Clan war um noch ein Mitglied geschrumpft. Erinna war fort.
Sie hatte eine der Todsünden des Clans begangen. Zum Zweiten Mal.
Auri seufzte leise als sie die Tür öffnete. Sven war nicht da. Vermutlich hatte er die blasse Morgensonne zum Aufruf genommen in den Wald zu gehen um Holz zu sammeln.
Erinna liebte also wieder eine Frau. All die Mühe, all die Gespräche waren umsonst gewesen. All die guten Vorsätze und das Verständniss. Ihr tat Falk leid. Falk, Jarl der Hinrah, er hatte viele Federn lassen müssen um Erinna ihre Chancen zu geben. Sie alle hatten Erinna noch Chancen geben wollen, doch am Ende war gekommen was so mancher vielleicht geahnt hatte.
Was Auri aber noch viel mehr erschütterte war die Tatsache wie Erinna den Clan verlassen hatte. Nicht nur das sie eine Frau liebte nein. Sie hatte sich auch stillschweigend ein neues Leben aufgebaut mit den Mitteln des Clans. Kein Fragen nichts. Einfach des Nachts die Dinge aus Grimwould geschafft die sie brauchte. Falk hatte erklärt, dass sie sogar ihren neuen Wohnort von dem Clansgold bezahlt hatte und Falk ihr dies alles nachträglich zum Geschenk gemacht habe. Vermutlich einfach nur um nicht noch weitere Sanktionen gegen Erinna verhängen zu müssen.
Der Clan war nicht begeistert darüber. Ganz im Gegenteil. Man hatte die wertvollen Traditionen mit Füssen getreten und das konnte und durfte keiner so hinnehmen.
Selbst Caillean die Erinna immernoch mütterlich liebte, sah dies ein.
Auri taten die Eltern sehr leid, gerade Caillean die im moment sowieso so anfällig für alles war. Die Schwangerschaft schien sie mitzunehmen.
Aber andererseits war es auch gut, dass Cailly sich nun mit der Inventur ablenkte.
Es würde sie einmal wieder auf andere Gedanken bringen und ihr zeigen das sie als Oberste Clanshand gebraucht wurde.
Auri hatte auch mit Laila gesprochen wenn auch nur kurz. Die Schamanin hatte etwas anderes, mindestens ebenso wichtiges zu tun gehabt. Sie hatte das Ritual vollzogen um Viola zu einem vollständigen Teil der Hinrahfamilie zu machen. Freia und Leif waren nun ihre Eltern. Auri freute sich für die Drei. Es war etwas das schon sehr lange Zeit ausgestanden hatte und sie hoffte das dies Viola noch enger an den Clan binden würde.
Wenn Auri Leif und Viola beobachtete wurde sie manchmal ein wenig neidisch. Leif sah in Viola seine echte Tochter. Das aber schon lange. Er war ein guter Vater, da war sich Auri ganz sicher. Vielleicht war es weil Auri solch Gefühl und Eindrücke nie selbst gehabt hatte.
Laila wollte mit Sven sprechen. Das hatte sie gesagt als Auri dem Clan sagte, dass Sven und Auri handfasten wollen. Sie fragte sich was die Schamanin mit Sven bereden würde. Aber Laila schwieg dazu. Vermutlich war es etwas, das nur sie und Sven etwas anging. Vielleicht wollte die Schamanin Sven auch einfach nur nochmal prüfen, ob er es ernst meinte.
Für Auri bestand daran überhauptgarkein Zweifel.
Sven liebte sie. Das hatte er so oft bewiesen das Auri dies garnicht hinterfragte. Sowohl körperlich, wie geistig und seelisch.
Eines beruhigte Auri ein wenig: Im der nächsten Woche zumindest konnte sie mit sicherheit nicht Schwanger werden. Sie wollte Kinder. Ohja, das wusste auch Sven. Zwei oder Drei sogar. Aber noch nicht jetzt.
Auri war gerade einmal 18. Im Sommer würde sie 19. werden.
Kurz fragte sie sich wie Sven das wohl sah. Auri vermutete, dass er etwas älter war wie sie. Sie hatte ihn nie gefragt. Überhaupt wusste Auri eigendlich wenig über Sven...sie musste sich einmal eingehend mit ihm unterhalten..ja das stand noch aus.
Verfasst: Freitag 25. August 2006, 17:37
von Aurora Silbersee
Auri saß auf den Palisaden und sah hinaus zum Nebelwald.
Ihre Reise war vorerst vorbei. All die Monde die sie unterwegs gewesen war. Unterwegs mit ihrem geliebten Mann, Sven.
Sie hatten noch ein wenig Zeit für sich alleine gewollt. Ein wenig von der Welt sehen. Erfahrungen sammeln. All das.
Es war eine schöne Zeit gewesen. Der Sommer hatte sie reichlich mit Sonne beschenkt und es gab wenig Probleme.
Sie hatten die See überquert und die Berge, die weiten Auen und Wiesen.
Es war nicht immer einfach gewesen, aber sie waren glücklich gewesen, sie zwei.
Glücklich bis zu jenem Tag vor drei Wochen....
Sie kamen gerade von einem Bergkamm hinab und am Himmel türmten sich schon dunkle Wolken auf. Sie hörte Sven noch sagen, dass es wohl bald ein Unwetter geben würde und sie sich einen Unterstand suchen sollten.
Auri indess war zuversichtlich gewesen. So schlimm konnte ein Sommerregen schon nicht sein.
Wie sehr sie sich getäuscht hatte!
Der Regen hatte plötzlich eingesetzt, begleitet von einem Blitzen und einem darauffolgenden Donner. Dann war es wie ein Schlag auf sie herrab gekommen.
Regen in Bächen der langsam das Erdreich den restlichen Weg hinab spühlte. Um Halt zu finden schlugen sich die Zwei an den Bergkamm doch ihre Sicht war so schlecht das sie nur schwerlich vorran kamen und als Auri sich umwand um nach Sven zu sehen...
Da war er fort.
Während sie auf den Pallisaden saß erinnerte sich Auri daran, dass sie Sven noch einige Stunden gesucht hatte, nachdem das Unwetter vorbei gewesen war.
Aber es hatte keinen Sinn gehabt. Es waren keine Spuren mehr da. Nichts dem sie hätte folgen können. So hatte sie gehofft er würde selbst den Weg zurück nach Grimwould finden.
Doch bis jetzt hatte er das nicht getan.
Der Blick in den Nebelwald war wie eine süsse Qual für sie. Sie schaute hinaus und jede Bewegung im Wald ,glaubte sie, könne Sven sein, der schlussendlich doch den Weg gefunden hatte.
Doch er war es nicht. Nur ein Vogel oder ein Reh.
Grimwould unterdess quoll fast über vor neuen Leuten. Auri kam sich seltsam vor.
Es war alles so anders seid sie aufgebrochen waren. Es herrschte viel hektig und chaos. Von den neuen Clansmitgliedern wusste Auri noch fast garnichts. Und es erschien ihr auch schwer an sie herran zu kommen.
Vermutlich lag das auch mit daran, dass sich die Neuen erstmal selbst eingewöhnen mussten.
Wie hatte Freia gesagt? Der Clan müsse neu zusammenwachsen.
Es lag viel Wahrheit in jenen Worten, dass wusste Auri.
Aber sie selbst hatte wenig Gedanken für all das. Diese Geschehnisse krachten mehr wie ein Haus über sie ein, während sie den Blick irgendwo in die Ferne gerichtet hatte.
Auch der sich anbahnende Krieg mit diesen seltsamen Burglern kümmerte sie nicht sehr viel. Falk würde schon das richtige tun.
Und sie würde seine Befehle ausführen. Wie immer.
Gewissenhaft und Gründlich.
So einfach war das.
Und so saß sie weiter auf der Pallisade und blickte hinaus.
Verfasst: Dienstag 29. August 2006, 12:44
von Aurora Silbersee
Die Tage vergingen wie im Flug. Es war unruhig im Clan. Jeder hatte irgendetwas zu tun und es schien ein stetiges Treiben durch die Reihen der Claner zu gehen.
Auri unterdess hatte ihre Bücher liegen gelassen und den Alchemietisch schon seid sie angekommen war nicht angerührt.
Sie stand stundenlang auf dem Turm der Pallisade und blickte gen Nebelwald. In der Hand Bogen oder Armbrust.
Jene Waffen trugen "Seine" Initialien.
S.H.
Sie trug sie immer bei sich. Genau wie das Methorn, dass Sven ihr auf ihren Reisen geschnitzt hatte.
Es waren Tiere darauf zu sehen, meist Wölfe oder Büffel. Sven hatte den Rand mit Gold beschlagen wollen, doch Auri fand es so schön.
Ein Seufzen ging durch den Wind und verlor sich irgendwo, während ihre wilde Mähne durch die Luft wirbelte und ihr ab und zu die Sicht raubte.
Eine Handbewegung schaffte ruhe, für einen Moment.
Die Anderen Claner sahen oft zu ihr hoch und fragten sie was sie dort oben täte. Besonders wenn sie gerade von der Jagt kamen.
Jene Anwandlung, dass Auri permanent den Turm besetzte, hatte aber noch einen ganz anderen Vorteil:
Der Clan wusste genau wenn sich etwas nähern würde. Dem Scharfen Auge der jungen Schützin entging wenig.
Sie kannte den Nebelwald sehr gut, war sehr oft durch jene Wälder gestriffen. Sie kannte die sicheren Pfade und wusste wie man schnell durch die Nebelbänke kam, kannte die besten Verstecke im Unterholz.
Ob der Clan verstand was Auri da tat wusste sie nicht genau. Einige sicherlich, wie Freia der sie nichts vormachen konnte oder Leif.
Es hätte sicherlich wichtigeres gegeben als auf dem Turm zu stehen. Sie hätte sich um die neuen Clansmitglieder kümmern sollen, sich mit ihnen beschäftigen um sie kennen zu lernen.
Aber sie konnte es nicht. Immer wieder zogen sie ihre Gedanken und ihre Hoffnung genau an jenen Ort.