Lethry Akolyth
Verfasst: Freitag 9. September 2011, 11:07
Es war Vollmond und die Nacht heller denn je. Das Sternbild war klar, keine Wolke verdeckte das Firmament und so warf der glatte See, an dem die Lethra schon seit geraumer Zeit kniete, ein klares Spiegelbild von seiner Oberfläche.
Vicy'xa's Mimik war wie so oft frei von Emotionen. Mit den Jahren hatte sie gelernt diese Schwäche zu unterdrücken, zwang sich selbst jeden Tag dazu und so konnte sie selbst bestimmen, was ihre Seele der Mitwelt preis gab.
Nur selten konnte man daher in ihrem Antlitz etwas deuten und so wurde und wird sie nur zu leicht als emotionslos abgetan. Was ein Lethar zu verstehen weiß, das fehlinterpretiert manch andere Rasse schnell, wenngleich die junge Lethra doch geradezu übersprudelt vor Empfindungen.
Sie hasst, ist voller Zorn auf nahezu alles das nicht ihrem Weltbild entspricht. Sie ist neugierig, ihr Wissensdurst kennt kaum Grenzen. Auch Freude, vor allem über persönlichen Erfolg, kennt sie genauso wie die Furcht vor Versagen. Selbst Schuld- und Schamgefühl sind ihr nicht fremd, ja sogar die Liebe ist ihr gegeben, in Form der Zuneigung zu ihrem Vater, dem Allvater – Alatar.
Leicht neigte sie den Kopf zur Seite, eine Eigenart, die sie zu gern an den Tag legte, wenn sie etwas eingehender betrachtete. Ihr Spiegelbild wanderte mit und die nachtblauen Augen blickten sich entgegen.
Ihr Gesicht wurde von einem deutlich dunkleren Blau, in Form eines kunstvoll, formlosen Hautbildes verziert, das sie sich selbst in jungen Jahren stach und in einer Zeit voller Trotz, für das Fehlen der so begehrten Rune, dem Statussymbol der Letharen, ihrem Antlitz ewig während hinzugefügt wurde.
Der Rest ihres Gesichtes war für eine Lethra weniger auffällig. Weich gezeichnet, stellenweise aber auch kontrastreich scharf, wie ihre Mandelaugen oder aber die Oberlippe.
Ihre Hände glitten ins klare Seewasser, schöpften es hervor um ihr Gesicht darin zu baden, auf das der See nun seichte Wellen schlug, ehe sie sich erhob und von ihm abwandte.
Bald 1 Jahr war sie nun schon wieder unter ihresgleichen, nicht länger allein. Sie hatte ihre Heimat wieder, wurde vom Meister als derzeit einzige Lethra in der Kunst der Magie unterwiesen. Sie fand Letharen die ihr ihren Weg möglichst schwer bereiten wollten, gleichsam wie jene die sie unterstützten. Die Charaktere der einzelnen waren so differenziert, wie sie nur Vater selbst schaffen konnte und so gab es nahezu keinen unter ihren Brüdern und Schwestern, der nicht in irgendeiner Art und Weise, auch wenn sie noch so unauffällig war, von der Norm abweichte und somit ein für Letharen untypisches Verhalten an den Tag legte.
Oft fragte sie sich daher selbst, nach ihrem Fehler, ihrem Verhalten das nicht der Normalität eines Kindes Alatars entsprach, wenn es denn überhaupt abnormal war und nicht etwa der künstlerischen Note eines perfekten Schöpfers gleichzusetzen war.
Vielleicht ihr subtiles Verhalten, das nur zu leicht als sonderbar hätte abgetan werden können, vielleicht ihr Freigeist, der trotz des unerschütterlichen Glaubens sehr wohl da war. Möglicherweise auch ihre Weitsicht, die sie nicht selten den Werten ihrer Gesellschaft entgegen handeln ließ.
Was es auch war, sie wusste es nicht mit Sicherheit, doch so wie sie war, musste es ihr Schöpfer für richtig erachtet haben, belohnte er sie doch nicht nur mit dem Leben, sondern ließ sie auch an seinen immerzu gegenwärtigen Worten in Form eines stetigen Flüsterns teilhaben.
Zielsicher ging sie auf die Höhlen zu, ihr Platz für die Jagd, dem Ort für das stetige Praktizieren ihrer Fähig- und Fertigkeiten. Was immer sie vom Meister in der Theorie lernte, wurde hier in die Praxis umgesetzt.
Hirnlosen Untoten stellte sie sich gleichermaßen entgegen wie minder intelligenten Monstrositäten, selbst einen Dämon hatte sie in einem scheinbar ungleichen Kampf nach etlichen Stunden bezwingen können.
Sie übte sich, wurde stetig besser. Der Zorn, den es wie einen Balanceakt auf einer zweischneidigen Klinge zu beherrschen galt, begleitete sie stets dabei. Er war der Schlüssel zu ihrer Gabe und er entfachte sich selbst immerzu aufs Neue, wenn sie durch ihr Wirken begann zu bluten.
Meist war es nur ein schlichtes Nasenbluten, doch je nach Intensität entwich es auch ihren Ohren, ja sogar ihre Augen. Ein Umstand der ihren Körper sehr wohl spüren ließ, das die Gabe auch ihren Preis abverlangte.
Mit den verstrichenen Mondläufen wurde es besser, doch befand sie sich noch ganz zu beginn ihrer Ausbildung und so konnte ihr für den Moment nur aufopfernde Hingabe und exzessives Üben eine Hilfe sein.
Die Jagd dauerte Stunden, manchmal sogar einen Tag lang. Wie immer, wusch sie im Anschluss ihre Kleidung, reinigte sie, genauso wie ihren Körper, zumeist von ihrem eigenen Blut.
Folgend stärkte sie sich, nahm einige der nahrhaften Insekten zu Leibe, die unten in der Taverne oft noch lebend angeboten wurden.
Dann folgte der Gang in den Tempel.
Wie immer verneigt sie sich kniend, voller Ehrfurcht vor der Pantherstatue, als Abbild ihres Vaters. Ihr Gebet klang oft gleich, sie bedankte sich für ihr Dasein, ihre Aufgabe und ihre Gabe, bat um Führung in der Dunkelheit und einen möglichst lang anhaltenden Nutzen als eines seiner Kinder.
Nach ihrem Gebet kam sie ihrer Aufgabe als Wache nach, in diesen Zeiten zumeist in Bajard, dem Fischerdorf, dem sich die heilige alatarische Armee zum Schutze angenommen hatte.
Jeder Lethar konnte dieser Aufgabe nachkommen und auch wenn sie noch weit unten in der Hierarchie ihrer Art stand, so fühlte sie sich nur zu oft deplatziert und schlichtweg unterfordert, war es in ihren Augen doch mehr die Berufung eines nicht gern denkenden und vorwiegend stumpf handelnden Lethrixors und nicht jene einer Lethry Akolyth.
Sie nahm es hin, äußerte dies natürlich niemals öffentlich, sehnte aber stets nach dem Ende ihrer Wachzeit.
In dieser Nacht wurde sie früh abgelöst und so konnte sie sich der Freizeit zuwenden. Ein Begriff den nur wenige unter den Letharen verstanden. Für die Meisten war es ein Begriff für vergeudete Zeit, Zeit die für etwas sinnvolles genutzt werden könnte. Für Vicy'xa jedoch war es eine Form der Regeneration, die der Schlaf so nicht bieten konnte. Erholung für den Körper und Inspiration für den Geist.
Ihr Einfallsreichtum in der Gestaltung ihrer Freizeit kannte dabei keine Grenzen. Der Besuch einer Taverne der Menschen war genauso willkommen wie das lesen eines Buches oder die Zweisamkeit mit einem Letharfen, wenn sich denn einer anbieten würde. Was ihr zusagte nahm sie an ohne über den mahnenden Blick ihrer Gesellschaft nachzudenken und nur die Zukunft würde offenbaren, ob ihr Weg von Erfolg gekrönt sei.
Vicy'xa's Mimik war wie so oft frei von Emotionen. Mit den Jahren hatte sie gelernt diese Schwäche zu unterdrücken, zwang sich selbst jeden Tag dazu und so konnte sie selbst bestimmen, was ihre Seele der Mitwelt preis gab.
Nur selten konnte man daher in ihrem Antlitz etwas deuten und so wurde und wird sie nur zu leicht als emotionslos abgetan. Was ein Lethar zu verstehen weiß, das fehlinterpretiert manch andere Rasse schnell, wenngleich die junge Lethra doch geradezu übersprudelt vor Empfindungen.
Sie hasst, ist voller Zorn auf nahezu alles das nicht ihrem Weltbild entspricht. Sie ist neugierig, ihr Wissensdurst kennt kaum Grenzen. Auch Freude, vor allem über persönlichen Erfolg, kennt sie genauso wie die Furcht vor Versagen. Selbst Schuld- und Schamgefühl sind ihr nicht fremd, ja sogar die Liebe ist ihr gegeben, in Form der Zuneigung zu ihrem Vater, dem Allvater – Alatar.
Leicht neigte sie den Kopf zur Seite, eine Eigenart, die sie zu gern an den Tag legte, wenn sie etwas eingehender betrachtete. Ihr Spiegelbild wanderte mit und die nachtblauen Augen blickten sich entgegen.
Ihr Gesicht wurde von einem deutlich dunkleren Blau, in Form eines kunstvoll, formlosen Hautbildes verziert, das sie sich selbst in jungen Jahren stach und in einer Zeit voller Trotz, für das Fehlen der so begehrten Rune, dem Statussymbol der Letharen, ihrem Antlitz ewig während hinzugefügt wurde.
Der Rest ihres Gesichtes war für eine Lethra weniger auffällig. Weich gezeichnet, stellenweise aber auch kontrastreich scharf, wie ihre Mandelaugen oder aber die Oberlippe.
Ihre Hände glitten ins klare Seewasser, schöpften es hervor um ihr Gesicht darin zu baden, auf das der See nun seichte Wellen schlug, ehe sie sich erhob und von ihm abwandte.
Bald 1 Jahr war sie nun schon wieder unter ihresgleichen, nicht länger allein. Sie hatte ihre Heimat wieder, wurde vom Meister als derzeit einzige Lethra in der Kunst der Magie unterwiesen. Sie fand Letharen die ihr ihren Weg möglichst schwer bereiten wollten, gleichsam wie jene die sie unterstützten. Die Charaktere der einzelnen waren so differenziert, wie sie nur Vater selbst schaffen konnte und so gab es nahezu keinen unter ihren Brüdern und Schwestern, der nicht in irgendeiner Art und Weise, auch wenn sie noch so unauffällig war, von der Norm abweichte und somit ein für Letharen untypisches Verhalten an den Tag legte.
Oft fragte sie sich daher selbst, nach ihrem Fehler, ihrem Verhalten das nicht der Normalität eines Kindes Alatars entsprach, wenn es denn überhaupt abnormal war und nicht etwa der künstlerischen Note eines perfekten Schöpfers gleichzusetzen war.
Vielleicht ihr subtiles Verhalten, das nur zu leicht als sonderbar hätte abgetan werden können, vielleicht ihr Freigeist, der trotz des unerschütterlichen Glaubens sehr wohl da war. Möglicherweise auch ihre Weitsicht, die sie nicht selten den Werten ihrer Gesellschaft entgegen handeln ließ.
Was es auch war, sie wusste es nicht mit Sicherheit, doch so wie sie war, musste es ihr Schöpfer für richtig erachtet haben, belohnte er sie doch nicht nur mit dem Leben, sondern ließ sie auch an seinen immerzu gegenwärtigen Worten in Form eines stetigen Flüsterns teilhaben.
Zielsicher ging sie auf die Höhlen zu, ihr Platz für die Jagd, dem Ort für das stetige Praktizieren ihrer Fähig- und Fertigkeiten. Was immer sie vom Meister in der Theorie lernte, wurde hier in die Praxis umgesetzt.
Hirnlosen Untoten stellte sie sich gleichermaßen entgegen wie minder intelligenten Monstrositäten, selbst einen Dämon hatte sie in einem scheinbar ungleichen Kampf nach etlichen Stunden bezwingen können.
Sie übte sich, wurde stetig besser. Der Zorn, den es wie einen Balanceakt auf einer zweischneidigen Klinge zu beherrschen galt, begleitete sie stets dabei. Er war der Schlüssel zu ihrer Gabe und er entfachte sich selbst immerzu aufs Neue, wenn sie durch ihr Wirken begann zu bluten.
Meist war es nur ein schlichtes Nasenbluten, doch je nach Intensität entwich es auch ihren Ohren, ja sogar ihre Augen. Ein Umstand der ihren Körper sehr wohl spüren ließ, das die Gabe auch ihren Preis abverlangte.
Mit den verstrichenen Mondläufen wurde es besser, doch befand sie sich noch ganz zu beginn ihrer Ausbildung und so konnte ihr für den Moment nur aufopfernde Hingabe und exzessives Üben eine Hilfe sein.
Die Jagd dauerte Stunden, manchmal sogar einen Tag lang. Wie immer, wusch sie im Anschluss ihre Kleidung, reinigte sie, genauso wie ihren Körper, zumeist von ihrem eigenen Blut.
Folgend stärkte sie sich, nahm einige der nahrhaften Insekten zu Leibe, die unten in der Taverne oft noch lebend angeboten wurden.
Dann folgte der Gang in den Tempel.
Wie immer verneigt sie sich kniend, voller Ehrfurcht vor der Pantherstatue, als Abbild ihres Vaters. Ihr Gebet klang oft gleich, sie bedankte sich für ihr Dasein, ihre Aufgabe und ihre Gabe, bat um Führung in der Dunkelheit und einen möglichst lang anhaltenden Nutzen als eines seiner Kinder.
Nach ihrem Gebet kam sie ihrer Aufgabe als Wache nach, in diesen Zeiten zumeist in Bajard, dem Fischerdorf, dem sich die heilige alatarische Armee zum Schutze angenommen hatte.
Jeder Lethar konnte dieser Aufgabe nachkommen und auch wenn sie noch weit unten in der Hierarchie ihrer Art stand, so fühlte sie sich nur zu oft deplatziert und schlichtweg unterfordert, war es in ihren Augen doch mehr die Berufung eines nicht gern denkenden und vorwiegend stumpf handelnden Lethrixors und nicht jene einer Lethry Akolyth.
Sie nahm es hin, äußerte dies natürlich niemals öffentlich, sehnte aber stets nach dem Ende ihrer Wachzeit.
In dieser Nacht wurde sie früh abgelöst und so konnte sie sich der Freizeit zuwenden. Ein Begriff den nur wenige unter den Letharen verstanden. Für die Meisten war es ein Begriff für vergeudete Zeit, Zeit die für etwas sinnvolles genutzt werden könnte. Für Vicy'xa jedoch war es eine Form der Regeneration, die der Schlaf so nicht bieten konnte. Erholung für den Körper und Inspiration für den Geist.
Ihr Einfallsreichtum in der Gestaltung ihrer Freizeit kannte dabei keine Grenzen. Der Besuch einer Taverne der Menschen war genauso willkommen wie das lesen eines Buches oder die Zweisamkeit mit einem Letharfen, wenn sich denn einer anbieten würde. Was ihr zusagte nahm sie an ohne über den mahnenden Blick ihrer Gesellschaft nachzudenken und nur die Zukunft würde offenbaren, ob ihr Weg von Erfolg gekrönt sei.