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Ich sehe etwas, was du nicht siehst und das ist...
Verfasst: Montag 5. September 2011, 00:27
von Eenja Siluvaine
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Verfasst: Mittwoch 7. September 2011, 00:00
von Eenja Siluvaine
...Unnachgiebigkeit
Sie war erst spät gegangen und noch viel später lag sie immer noch wach auf dem Rücken und starrte mit offenen Augen in ein erdrückendes Nichts aus Dunkelheit, wirren Gedanken und unangenehm kribbelnden Gefühlen, die ihr bis in die Fingerspitzen gekrochen waren.
Der erholsame Schlaf wurde durch unruhiges Herumwelzen ersetzt und unterdrückt, hunderte von Ideen schossen ihr durch den Kopf, keine wurde als gut genug befunden. Gerade einmal drei Punkte waren es, die es zu verbinden galt, theoretisch keine große Hürde, praktisch jedoch eine fünf Schritt hohe Mauer mit herausstehenden Nägeln.
Es ist wie mit dem Schwimmen, Anfangs fällt es einem schwer, später wirst du es können ohne darüber nachzudenken.
Du betrachtest die Flamme, die Wärme aus der sie besteht und die sie abgiebt und wie sie sich auf die Kerze auswirkt.
Der Leuchtturm, dort kommt alles zusammen und lässt sich beobachten.
Der Leuchtturm fiel leider aus den guten Ratschlägen wieder heraus, derzeit war sein Standpunkt nicht sehr günstig, dennoch musste sich das irgendwie verbinden lassen. Nachdenklich tribbelte sie mit den Fingerspitzen auf ihren Unterarm, was ein laues Kribbeln auf der Haut verursachte und atmete tief die abgestandene Luft des kleinen Raumes ein. Ihre derzeitgen Gedankengänge waren ihr mittlerweile selbst zu komplex, es war Zeit zurück auf Anfang zu gehen.
Bewaffnet mit dem halben Vorrat Kerzen einer Taverne, steuerte sie der einzigen Ausweichmöglichkeit entgegen, die ihr dafür geeignet schien. Kurz vor den eisernen Toren blieb sie stehen und richtete ihre gesamte Aufmerksamkeit auf das dahinter liegende Anwesen, das sich in die nächtliche Ruhe einfügte. Kein leises Pochen von Schritten, Rascheln von Papier oder der gedämpfte Klang von Stimmen drang an ihr Ohr, eine beinahe ungewohnte Ruhe lag nun über diesem Ort, wo sonst bis weit nach Sonnenuntergang noch geschäftiges Treiben herrschte, andererseits war es in Anbetracht des Zeitpunktes wohl kein Wunder. Noch schliefen die Vorboten, die einem kommenden Sonnenaufgang entgegen riefen, doch allzulange würden sie nicht mehr schweigen. Vorsichtig entriegelte sie eine der eisernen Flügel und huschte ins Innere, noch immer auf Hinweise von womöglich Anwesenden achtend und steuerte auf den überdachten Teil der Terasse zu. Gut 15 Kerzen fanden ihren Platz auf dem großen Tisch, unterlegt mit ein paar herausgerissenen Seiten aus einem Kochbuch, von dem sie nicht einmal wusste, warum sie es überhaupt besaß.
Zufrieden legte sie die Arme auf dem Tisch auf und bettete den Kopf darauf. Nun hatte sie alles an einem Ort, die Erde neben ihr, das Wasser unter ihren Füßen, und das Feuer vor ihr auf dem Tisch, dessen Wärme die Luft in Bewegung versetzte. Es kam alles zusammen, also schloss sie die Augen, entspannte sich und beobachtete.
Der erste Bote des kommenden Morgens rief unbemerkt durch die schwindende Dunkelheit.
Verfasst: Freitag 9. Dezember 2011, 18:51
von Eenja Siluvaine
...eine fehlende Daube im Fass
Der Schrei einer aufgebrachten Löwin rollte wie ein Unwetter über den Garten hinweg, hallte durch das Haus und die Tiere flohen in den Wald...
"EEEEEEEENJA!"
... zwei junge Frauen erstarrten. Eine der Beiden versuchte sich krampfhaft daran zu erinnern, wo das nächste Fenster war...
"Was zum Dämon ist das!"
... ja, der Wald klang gerade nach einem sehr schönen Ort, dort gab es sicher die ein oder andere Höhle in der man sich eine Weile verkriechen könnte...
"Oh, Mann.. ich seh's komm'n... bald findet hier auch noch ein Tanz um's Feuer statt und die Nachbarn halten mich für eine Irre..."
... aber ob der Wald im Winter wirklich eine so gute Idee wäre...
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"Ach, ihr geht der Kunst der Musik nach?... Das ist schön, ich liebe Musik, vielleicht wollt ihr mir ja einmal etwas vorsingen... Solch hübsches Mädchen hat sicher auch eine hübsche Stimme... Welches Instrument..."
Sie unterdrückte den Drang zu seufzen und es war ein harter Kampf. Vielleicht war die Bezeichnung 'Liedkundig' wirklich nicht der richtige Ausdruck, vielleicht war es doch sinvoller ihn durch 'Erwachte' zu ersetzen und dann... ja, dann würden sie ihr vermutlich statt dessen einen guten Morgen wünschen und sich stillschweigend darüber wundern, wie ein Mensch nur so lange faul im Bett herumliegen konnte.
Es endete immer mit dem selben Verlauf. Auf die häufig gestellte Frage, gab sie immer die gleiche Antwort und erhielt stets die selbe Reaktion darauf. Konnte man es denn 'Sinnbildlich' als eine Art Musikunterricht erklären? Sinnbildlich... ließ sich sicher viel erklären, wenn man dabei beide Augen, zusätzlich zu denen vier weiterer Personen, zukniff und ein langes "Mmmmmhhhhh...." von sich gab. Aber noch viel schwieriger als der Versuch, seinem Gegenüber verständlich zu erklären, dass ein Studium an der Akademia Arcana nichts mit einer Laute oder einer Geige zu tun hat, war die Frage, die sich, ausnahmslos am Ende, in den Raum stellte und unübersehbar wie ein wunderschöner, nackter, männerfressender Dämon auf dem Tisch tanzte... natürlich 'Sinnbildlich'.
"Und was genau ist das?"
Eine kleine Frage, auf die es eine viel zu lange Antwort gab. Also ersetzte man Jene mit einer Erklärung, die wie eine alchemistische Formel für ein leicht entzündliches Gebräu, oder ein abstraktes Kuchenrezept klang.
"Was es ist? Ich erkläre dir was es für mich ist. Ich rufe eine unnatürliche Veränderung hervor, in meinem Fall besteht diese aus:
10 Prozent Glück
20 Prozent Wissen
15 Prozent konzentrierter Kraft meines Willens
5 Prozent Vergnügen
50 Prozent Angst
und am Ende ergiebt dies einen hundert prozentigen Grund sich an meinen Namen zu erinnern. Die Werte bestimmen die Qualität und die Ausbildung an der Akademia verfeinert die Zusammensetzung. Wenn du das für schlechte Werte hältst, soll ich dir die meines ersten Versuches nennen?"
Es klang verrückt. Ja, verrückt war das passende Wort, wenngleich ein Liedkundiger das Wort exzentrisch bevorzugte und so manch einer es, der Nettigkeit wegen, als seltsam bezeichnen würde. Dennoch klang dies alles immer noch freundlicher, als die Frage ob man noch alle Dauben im Fass hätte.
Und wo wir doch gerade bei verrückten Anwandlungen sind...
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"Keine Sorge, das bleibt hier nicht lange stehen, nur bis ich den Keller ausheben lassen kann und dann ist es weg." Es bedarf vieler Erklärungen und Sophie half ihr mit Leibeskräften diese aufzubringen, um das mittelschwere, unübersehbare Dissaster im Garten zu erklären. Sie wusste, dass es absolut verrückt aussehen musste, selbst der Erbauer dieses seltsamen Käfigs bestand darauf, dass sie das Gartentor bereits für ihn öffnete, während er die letzte Schraube festzog. Dennoch stimmte sie die Frage nach offensichtlicher Tierquälerei ein wenig nachdenklich.
Tier? Pflanze? Tier... Kreatur... Meine Güte... Kreatur? Pflanze! Nennen wir es eine sportliche Pflanzengattung mit hohem Freiheitsdrang und ausgewachsenem Aggressionspotential!
"Es ist ein Forschungsobjekt."
Guuuuuut, dann heb dir die Erklärung für später auf.
Verfasst: Samstag 10. Dezember 2011, 13:11
von Eenja Siluvaine
Stille...
keine klirrenden Gitterstäbe, kein aufbäumendes Rascheln, keine keuchend, kreischenden Laute des Unmuts und der Drohung, die Stille wirkte erdrückend. In diesem Käfig fehlte etwas und das bestand nicht aus fehlender Anwesenheit eines Individiums. Nach kurzer Absuche fand sie das Klangbild dort, wo sie es zuletzt zurück gelassen hatte, dennoch schien es unvollständig und reglos, als wäre ein Teil davon aus dem Käfig entkommen.
"Eingegangen."sie hauchte das Wort in die kalte Nachtluft und lehnte sich deprimiert gegen die Gitterstäbe. Aber sie hatte das Ding doch gegossen. Konnte man eine Sumpftentakel denn Übergießen? War einer der Frösche krank gewesen? Hätte sie doch Erde mit in den Käfig schütten sollen? Oder war das ihren allgemeinen gärtnerischen Fähigkeiten zuzuschreiben? Sie musste unwillkürlich an ihre Tomatenpflanzen denken... jedes Jahr das selbe Massensterben in ihrem Garten. Zumindest hatte sie lange genug durchgehalten um ihren Zweck zu erfüllen.
Vorsichtig zog sie die Gittertür zum Käfig auf, die unheilvoll Quietschend durch die Nacht schrie und zwängte sich ins Innere, ging auf dem kalt, nassen Boden in die Hocke und griff sich eine der Tentakeln. Der Drang jene kurz mitleidig zu tätscheln gewann die Oberhand, auch wenn sie sich dabei selbst unheimlich wurde.
Du tätschelst gerade aggressivem Gemüse den Würgearm...
Das tote Ding aus dem Käfig zu zerren gestaltete sich doch etwas schwieriger, als sie dachte. Für so wenig Kreatur schien es doch ein ordentliches Gewicht aufzuweisen, umso mehr machte ihr der Gedanke zu schaffen, wie Adrienne es einfach über die Gitterstäbe in den Käfig geworfen hatte, nachdem sie es eingefangen hatten. Noch während sie die tote Tentakel die Stufen hinabrollen ließ fasste sie den Entschluss Adrienne niemals zum Armdrücken herauszufordern.
Jetzt musste das Ding erst einmal verschwinden und das am besten bevor Sua etwas davon mitbekam. Noch mehr Aufregung wollte sie ihr wirklich nicht zumuten, schließlich war es schon schlimm genug so etwas lebend im Garten sitzen zu haben, da musste sie sie nicht auch noch zur Mithilfe bei der Beseitigung nötigen.
Der Weg bis zum Waldrand hinter dem Haus war anstrengend, der Schnee erschwerte das Vorhaben noch zusätzlich, während er in Form kleiner Häufchen, die der schleifende Körper vor sich auftürmte, die Zugkraft ausbremste und zu allem Überfluss weigerte sich der gefrohrene Waldboden, sich anständig aufgraben zu lassen. Das Ende vom Lied war ein schmuckloses Begräbnis in einem Schneehaufen, eine halberfrohrene Eenja, die mit klappernden Zähnen nach Hause tappste und eine beleidigte Katze, die den Kampf um den besten Platz vor dem Kamin verlor. Erschöpft rollte sie sich zwischen den Kissen zusammen, lauschte dem leisen knistern und knacken des Feuers und glitt mit einem letzten Gedanken in einen traumlosen Schlaf.
Ob der Käfig groß genug ist für einen Drachen? - Wenn du das tust, erwürgt sie dich wirklich – Verdammt!
Verfasst: Donnerstag 22. Dezember 2011, 14:22
von Eenja Siluvaine
... ein fehlender Haken
Nachdenklich presste sie die Lippen aufeinander, während die Fingerspitzen über die Wachstafel glitten und die dort eingeritzte Liste durchgingen. Die Finger der rechten Hand glitten ab, tasteten sich bis zum Stilus vor um ihn abzuknüpfen.
Vorräte Aufgefüllt – sie setzte einen Haken
Keller ausheben lassen – Haken
Pentakel in Stein meißeln lassen – Haken
Käfig aufstellen lassen – Haken
Alten Käfig im Garten entfernen lassen - Ja, er stellte sich als weder Kinder- noch Menekanersicher heraus, der Keller war ein besserer Ort - Haken
Wäsche und Fell gewaschen – Haken
Alle Flecken dabei entfernt – gekritzel - Ehm ja... hoffen wir das beste... - Haken
Quälgeist weiter studiert – in Arbeit... - seeeeeehr kleiner Haken
Vorbereitungen für die erste Treibjagd getroffen - ...
Seufzend ließ sie den Stilus zwischen zwei Fingern umher schwingen und griff in ihre Gürteltasche, aus der sie das Geschmeide zog, dass ihr Gestern einfach in die Hand gedrückt wurde.
Die Sache hat also keinen Haken, hm?
Die dünne Kette glitt ihr durch die Finger.
Jetzt schenken sie mir schon Schmuck...
Der Rubinanhänger strich über ihre Hand.
Vermutlich weiß er gar nicht, dass ich es überhaupt nicht würdigen kann...oder dachte er vielleicht wirklich ich lasse mich durch ein wenig Geschmeide beeindrucken?
Die Kette wickelte sich drei Mal um ihr Handgelenk, bevor es verschlossen wurde. Der kleine funkelnde Anhänger baumelte gegen ihre Handfläche, wurde noch einmal skeptisch mit den Fingerspitzen erfasst und verschwand dann unter dem Ärmel.
Wollen wir doch erst einmal sehen, ob er sie wieder haben möchte, wer weiß welcher Dämon ihn dabei geritten hat...
Die Spitze des Stilus setzte auf dem Wachs an, unterstrich schwungvoll den letzten Punkt der Liste und fügte darunter weitere Punkte an.
Magus Valerian um ein kurzes Gespräch bitten, bezüglich Drachen und strategische Vorgehensweisen
Herrn Saahir Araith Ifrey... der Stilus tippte kleine Löcher in das weiche Wachs, während sie angestrengt nachdachte. Nach kurzem Überlegen schüttelte sie jedoch den Kopf und fügte hinter seinem Namen in Klammern ein "(viele viele Titel)" an... nocheinmal auf das Angebot ansprechen, dass er im Unheilsberg machte
Nach kurzem Zögern fügte sie in großen, wie gemalten Buchstaben an: NICHT SCHRIFTLICH!!!
Bevor die Tafel zugeklappt wurde fand sich noch ein letzter Punkt, völlig verloren wirkend, am unteren Rand der Tafel ein.
Finde endlich eine Möglichkeit wehnigstens einmal in den Spiegel sehen zu können. Erzählen können sie dir ja viel.
Verfasst: Sonntag 15. Januar 2012, 18:16
von Eenja Siluvaine
... eine Wölfin im Katzenpelz
Die Fingerspitzen fanden ihren Weg und drückten sich gegen ihre Nasenwurzel, während sie bis zehn zählte. Heute ging auch wieder alles schief, was aufrecht stehen konnte, angefangen bei den gefühlten zweihundert Versuchen das Pentakel im Keller mit Asche nachzuziehen, bishin zur anständigen Kontrolle über dieses Ding, das am Rand des Wasserbeckens saß und hilflos mit einem nassen Lappen herum fuchtelte.
Ein helles Aufklirren riß sie unsanft aus ihrem Selbstmitleid und verriet ihr, dass sie wohl noch einen Teller weniger besaß, den sie später aufräumen musste, das kleine geflügelte Wesen quietschte erschrocken auf und ließ noch etwas mehr Wasser aus dem Becken schwappen, dass sich schwallartig auf den Boden ergoss. Soviel zu der verlockenden Theorie sich das Leben ein wenig einfacher machen zu können... das kalte Nass kroch über den Boden und erreichte ihre Füße, aus einem Reflex heraus hob sie die Fersen vom Boden ab und stellte sich auf die Zehenspitzen, während das kleine Ding, das irgendwie kein Flügelaffe sein wollte, beinahe panisch versuchte den nächsten Teller zwischen den Scherben im Wasser heraus zu angeln.
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Wir wachsen an dem was wir lernen... unsere Fehler... unsere Erfahrungen... unsere Lehrmeister... unser Wille... dem Handeln der Menschen die uns umgeben... die Feinde, die uns zu Boden werfen... die Freunde, die uns wieder aufhelfen... den Mauern, die wir überwinden, um die Welt der neuen Möglichkeiten erblicken zu können... die Kreativität, die wir dabei entwickeln...
Die Moral ist nichts weiter als eine unsichtbare Mauer, die den Fortschritt der Forschung in den Stillstand zwingt.
Wahre Worte? Mit Sicherheit, dennoch wissen wir es wohl erst, wenn wir es versuchen.
"Du bist ja auch ein Kätzchen!"
Die Schnurrhaare fibrierten sacht, als das kleine kalte Näschen die Luft regelrecht einsaugte, durch die sich ein mehr oder minder bekannter Geruch zog. Knirschender Schnee, ausgelöst durch einen Schritt, gefolgt von einem Einflechten, jede noch so kleine Veränderung wurde genauestens verfolgt.
Für einen Menschen blieb dies ein beinahe unmögliches Unterfangen, ruhiges Beobachten wurde nach kurzem schon unterbrochen, wenn sich ein Fremder zu einem Plausch berufen fühlte und die stille Nachdenklichkeit mit Einsamkeit verwechselte.
Das kleine Kätzchen hingegen, dass sich unter einem tiefhängenden Ast eingerollt hatte, blieb weitgehenst unbemerkt, war sie doch nur eine von vielen schnurrenden Kreaturen, die sich in diesem Fischerdorf vergnügten oder faul herumlagen. Bajard blieb ein gut besuchter Ort, wandelnde Klangbilder die studiert werden wollten, ein langwieriger Prozess in den jede freie Minute investiert wurde und nur mäßigen Erfolg zeigte, doch aufgeben war keine Option. Nur diese verdammten Kopfschmerzen am Ende des Tages...
"Das ist aber ein süßes kleines Ding."
Ja, man konnte es sich auch einfach machen, vorallem wenn man sich als Katze herumtragen ließ und einfach nur niedlich drein schaute. Hatte sie einmal der Erste im Arm, löste es eine Welle der kuschelbedürftigkeit aus, beinahe jeder wollte einmal die Finger durch das weiche Fell gleiten lassen und das leise Schnurren damit auslösen. Keiner bemerkte, dass es während des Einatmens kurzzeitig verklang, niemand störte sich daran, dass die Pupillen nur hauchdünne Schlitze waren, die sich dem Licht nicht anpassten. Viel zu niedlich war die kleine schnuppernde Nase, die sich ihnen entgegen streckte.
Ein kleiner, flauschiger Kopf lehnte sich an eine Brust, das Ohr presste sich unbemerkt fest daran und lauschte dem Herzschlag, der dumpf hervor pochte, dem rauschenden Blut, dass seine Bahnen zog und je länger sie diesem Klang folgen konnte, desto genauer formten sich die Konturen... nicht sofort... nicht nach einer Stunde... Tage konnte es dauern, bis sich endlich etwas hervor hob, Tage der Wiederholung... irgendwann musste es doch einmal einfacher werden...
Amüsiert stellte sie fest das ein oder andere Mal im Arm eines Frauenhelden zu liegen ohne in Gefahr zu laufen, einer Anzüglichkeit zum Opfer zu fallen. Die Welt konnte so verdammt einfach sein, wenn man es richtig anstellte, doch selbst wenn ihr jemand auf die Schliche kommen würde... und das würden sie sicher irgendwann... würde der für sie wichtigste Vorteil bei der ganzen Sache weiter unerkannt bleiben.
Ein Katzengesicht konnte nicht traurig aussehen... man erwartete von ihnen, das sie sich gerne ankuschelten und das Kraulen hinter dem Ohr genossen... manchmal war es einfach nur ein schönes Gefühl in den Arm genommen zu werden, ohne dafür Rechenschaft ablegen zu müssen...
[img]http://www.hswullersdorf.at/Homepages2012/HP4a/HPBednarAgnesMaria/KatzeimBlumentopf.jpg[/img]
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Und wenn ich dem Gemüse einen Lappen an jede Tentakel binde? Eine wirklich gute Frage. Würde sie dann den Boden wischen oder die Küche kurz und klein schlagen? Bei ihrem Glück tippte sie auf Letzteres, aber die Unlust darüber es selbst tun zu müssen und die Neugierde es versuchen zu wollen juckten ihr regelrecht in den Fingern.
Wieder holte sie ein lautes Klirren aus ihren Gedankengängen zurück... der fallen gelassene Glaskrug riß gleich drei weitere mit in den Tod. Als sie die Hände vor das Gesichtschlug und leise seufzte spürte sie den panischen Blick regelrecht auf sich Ruhen. Nicht genug dass sie sich hier eindeutig mit der falschen Kreatur herumschlug, die ihren Hausrat kontiunierlich zerstörte, vernahm sie auch noch von draußen das verräterische Aufkreischen des Gartentores, als es aufgezogen wurde.
Sua? Mordrid? Vielleicht beide? Eine leise Stimme in ihrem Kopf fragte sich ob es nicht sicherer wäre sich eine Weile im eigenen Käfig einzuschließen... sie müsste nur ein paar Vorräte mitnehmen...
"Jetzt reicht es!" eine Tasse viel zu Boden und zerschellte auf der massiven Steinplatte, daneben klatschte ein nasser Lappen geräusvoll auf. "Ich habe genug und du bist kein... VERDAMMTER... FLÜGELAFFE!"
Ihr Geduldsfaden hatte ein Ende gefunden und in ihrer Wut bemerkte sie nicht einmal wie sie einen letzen Befehl mitgleiten ließ, bevor sie das panisch aufquietschende Vieh gewaltsam zurück in seine Sphäre katapultierte. Aber sie hatte jetzt auch andere Probleme... zum Beispiel Sua zu erklären wie sich die Küche in ein Schlachtfeld verwandeln konnte...
Ein gleißender Riss öffnete sich und erhellte fauchend die Dunkelheit einer alten Tropfsteinhöhle. Ein Flimmern erzeugte ein interessantes Spiel aus Schatten und Licht, schreckte in der Nähe befindliche Kreaturen auf und verklang in einem letzten Aufbäumen. Zurück blieb die kleine Gestalt eines Kobolds, der verwirrt in die Dunkelheit blinzelte. Beinahe hatte er das Gefühl er wäre nie weg gewesen, wenn da nicht der seltsame, quälende Gedanke gewesen wäre, im falschen Körper geboren worden zu sein und ihn noch eine halbe Stunde lang in ein Gefühlschaos stürzte.
Verfasst: Samstag 3. März 2012, 18:00
von Eenja Siluvaine
... gib dem Drachen Zucker
Die Brühe stank fürchterlich und die drei Halstücher, die sie sich über das Gesicht gewickelt hatte, schafften dabei auch keine Abhilfe, fraglich war nur ob das derzeitige Schwindelgefühl durch die entstehenden Dämpfe im Kochtopf, oder vielleicht doch vom Sauerstoffmangel herrührte. Die Hexenküche brodelte im wahrsten Sinne des Wortes, die unheilvoll blubbernde Flüssigkeit aus eingekochtem Wildkraut dickte unter stetigem Rühren gut ein und hüllte die Küche in eine dichte Nebelschwade, die sich zierte aus den offenen Fenstern kriechen zu wollen.
Der Kochlöffel kam zum Stillstand, der Griff wanderte zu einem kleinen Säckchen Zucker auf der Küchenablage... ein Löffel... zwei Löffel... drei Löffel... ein nachdenkliches Zögern setzte ein, dann wurde der kleine Löffel schwungvoll zur Seite geworfen, sprang zwei mal klirrend über die Steinablage und schlitterte in das Wasserbecken, wo er versank.
Jetzt nur nicht geizig werden...
Ein ordentlicher Schwall Zucker ergoss sich aus dem Säckchen in den Topf
Wir wollen ja, dass das Zeug auch wirkt...
Der Kochlöffel begann wieder klappernd seine Bahnen durch die Brühe zu ziehen
Und je schneller, desto besser... denn sonst könnte dies eine zu geringe Dosis bedeuten und dann... dann hatten sie den Wildkrautsalat und einen schlecht gelaunten und noch viel zu agilen Drachen auf Drogen.
Der Inhalt kochte sich zu einer klebrig, dicken Masse ein und langsam aber sicher breitete sich ein Gefühl der Schwerelosigkeit in ihr aus, das dazu verlockte abzudriften... es war Zeit die Küche lieber für eine Weile zu verlassen. Scheppernd wurde der Topf von der Kochstelle auf die Ablage gehieft und mit wackeligen Beinen die Flucht ergriffen. Etwas verwundert nahm sie noch zur Kenntnis, dass sie noch nie an einem so weichen Türrahmen abgeprallt war und schwebte in Richtung Esstisch... ja... schwebte... dieser Zustand war gerade sehr interessant, so musste sich fliegen anfühlen.
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Etwas unschlüssig krallte sich das kleine Wesen am Fensterrahmen fest und stierte Luftlöcher in die Nacht. Ein seltsames Gefühl, wie das viel zu große Herz in der Brust raste, der Rücken so seltsam gekrümmt und die Klauen... ein kleiner ledriger Flügel entfaltete und spannte sich. Das waren Finger... Finger in einem... Flügel? Wie ein Fächer klappte er sich wieder ein und die kleine Daumenkralle drückte sich zurück auf den Holzrahmen. Der kleine Körper kletterte unruhig hin und her, ein dünner Schrei wurde ausgestoßen, eine konstant, hohe Frequenz in die sich fünf verschiedene Tonfolgen mischten und das kleine Tier dazu brachte, erschrocken vor sich selbst, den Kopf einzuziehen. Unsicher drehten sich die großen Ohren umher, dann wurde ein Schwall an Informationen auf das Wesen zurück geworfen, der es beinahe verwirrt vom Fensterrahmen torkeln ließ. Das kleine Gehirn fing an zu rattern, arbeitete auf Hochtouren, sortierte und verarbeitete in Sekundenbruchteilen das Gehörte zu Formen und der fremde Geist hinter dem kleinen Tier... sah 'Sinnbildlich' einfach nur dumm aus den Fledern.
Gaaaanz schöööön tief... vielleicht versuchen wir es mal lieber erst mit einem Stuhl... oder mit der ersten Treppenstufe... der Schnee dämpft notfalls sicher den Aufprall...
Ein flatterndes Geräusch riß das kleine Wesen wieder aus ihren Gedanken.
Oh, verflixt, lass das keine Eule sein!
Ein hauchdünner Schrei wehte dem Tier um die Ohren, dem eigenen von vorhin nicht unähnlich.
Oh, verflixt... lass das kein Lockruf gewesen sein!!!
Das Rauschen näherte sich, dann verklang es mitsamt des Rufes in einem leisen Aufprall auf dem Fensterrahmen. Ein Schaben folgte, der Neuankömmling kletterte mit unüberhörbarer Vorsicht in ihre Richtung und fiepte sie an, nachdem sie sich neben ihr Positioniert hatte. Eine Weile saßen die beiden Fledermäuse zusammen auf dem Holzrahmen, drehten sich gelegentlich verstohlen die Ohren entgegen und starrten Stumm Löcher in die Dunkelheit. Sie waren sich eindeutig suspekt... dennoch kam ihr das kleine Tierchen seltsam bekannt vor... und dann traf es sie wie ein Schlag.
Ach verdammt, ich sollte ihn vielleicht noch füttern, sonst hängt er mir wieder die ganze Nacht in den Haaren...
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Die Flüssigkeit abgefüllt und versiegelt vor sich, der Höhenflug endlich vorbei und eine frische Tasse Kaffee zwischen den Händen. Man hätte meinen können, dies könnte nun ein durchaus zufriedenes Bild abgeben, jedoch starrte sie nur nachdenklich über den Tisch hinweg ins Nichts und ließ die Fingerspitzen der linken Hand über den Becher tribbeln. Nun kam natürlich der Teil, der neben einem explodierenden Labor, zu den Gefährlichsten Phasen eines Forschers zählte... die Testphase.
Wenn das Zeug gar nicht richtig zu wirken beginnt... oder nur schrecklich langsam anschlägt... gegessen setzte sich die Wirkung nicht so schnell frei wie nach einem tiefen Zug, aber dass sie den Drachen dazu bringen könnte sich das Zeug freiwillig in eine Pfeife zu stopfen war recht... unwahrscheinlich.
Wie hoch muss es also dosiert werden?
Wie schnell würde es wirken?
Wie wirkt es sich aus?
Und vor allem... wie teste ich das jetzt am besten?
Die Gedanken schweiften kurz zu dem kleinen schlafenden Welpen hinter ihr... nein, Sua bringt dich um... drifteten in den Wohnraum ab zu ihrer lauffaulen, leicht dicklichen Katze... mmhhh, nein, ich mag das fette kleine Ding, aber ich sollte ihr vielleicht nicht mehr so viel zu fressen geben... schwenkten in den Stall... nein, auch dafür bringt sie dich um...
wanderten zu den quietschenden Gartentoren, durch die sich jemand Eintritt verschaffte und blieben dort einen Moment hängen.
Hm... ob sich das Zeug wohl im Kaffee bemerkbar machte?
Verfasst: Sonntag 8. Juli 2012, 18:33
von Eenja Siluvaine
...nur in meinem Kopf
Langsam strichen die Fingerspitzen über das Bettlaken, gruben kleine Furchen in den weichen Stoff und erreichten nach einem gemächlichen Strecken die Bettkante auf der anderen Seite, ohne auf den erhofften Widerstand zu stoßen. Was zu erst ein leises Seufzen werden sollte, steigerte sich zu einem missmutigen Grollen. Die Hand zog sich wieder zurück und sie schlug die Bettdecke zur Seite, um sich aufzusetzen.
Das Haus lag schlafend in nächtlicher Stille gebettet und auch nach einigen Minuten des Wartens, gab es keinen Hinweis preis, was sie aus dem Schlaf gerissen haben könnte. Gedämpft drang das Läuten der Standuhr im Untergeschoss an ihr Ohr... zwei dunkle Glockenschläge, gefolgt von drei hellen... die Nacht näherte sich der dritten Morgenstunde... und sie fühlte sich hellwach.
Wundervoll... einfach wundervoll...
Das Knarren des hölzernen Fußbodens heulte ihr wie ein gequälter Wolf in den Ohren, als sie sich aus dem Bett drückte und zerriss die dröhnende Stille in kleine Fetzen. Für die Dauer einiger Herzschläge hatte sie das Gefühl, die Welt würde einen springenden Tanz vollführen und das ganze Haus zum Wanken bringen. Dann beruhigte sich der Boden unter ihren Füßen wieder und sie strich sich seufzend über das Gesicht, während sie gemächlich auf die Tür zuhielt. Der Gedanke an ein Glas Rum zog sie gerade an wie eine Motte das Licht, wobei sie sich sogar mit einem Glas Wein zu frieden gegeben hätte. So gut wie alles war ihr recht, solange es ihr eine Aussicht auf mehr Schlaf versprechen hätte können. Zielstrebig schlich sie die Stufen zum Wohnraum hinab und hielt am Treppenabsatz kurz inne, um leise knurrend die müden Knochen zu strecken. Noch immer war es unbehaglich still im Haus und nur das leise Ticken der Standuhr umwehte sie in einem stetigen, beruhigenden Tackt, hinterließ ein anschwellendes Pochen in ihren Ohren, steigerte sich langsam zu einem Klopfen...
...wandelte sich in ein unangenehmes Klirren, als würde Stahl auf Stahl treffen. Gedämpfte Schreie drangen an ihr Bewusstsein, das panische Wieren eines Pferdes erklang zu ihrer Rechten, bevor ein schwerer Körper auf harter Erde aufprallte...
Sie riß die Augen auf und ließ die Arme sinken, die sich plötzlich unendlich schwer anfühlten. Ein Gewicht lastete auf ihr, dass sie förmlich in die Erde zu ziehen versuchte und das gedämpfte Klirren, beim Versuch wieder Haltung anzunehmen, verriet die ungewöhnliche Last als Kettenpanzer, umhüllt von den dicken Stoffen einer schweren Robe.
Seltsame Bilder blitzten vor ihr auf, Pferde, die blutüberströmt zusammen brachen, gepanzerte Menschen die brüllend mit schweren Waffen zum Schlag ausholten. Die Körper wirkten seltsam gekrümmt, bewegten sich unnatürlich gebogen und die grellen, ständig wechselnden Farben verliehen dem Schauspiel den surrealen Flair eines geistig verwirrten Künstlers. Ein Keuchen drang an ihr Ohr, dass aus Lungen stammte, die schon lange nicht mehr zum Atmen gedacht waren und gewaltige, fleischlose Gestalten schoben sich an ihr vorbei um die Welt unter ihren Schritten erzittern zu lassen. Das Chaos um sie herum begann zu Kochen wie ein Hexenkessel und spie unendlich viel Grauen und Leid aus, dass sich aus sterbenden Lungen gehör verschaffte. Und über all dieses Gebrüll setzte sich ein leises Flüstern hinweg, das einen Namen rief.
Immer noch prasselten die Bilder wie ein schweres Blitzgewitter auf sie ein und sie drehte sich langsam, als würde sie sich unter Wasser bewegen, um dann in das Gesicht einer jungen Frau zu starren, umrahmt von langen mattschwarzen Haaren. Sorge verdunkelte ihre Züge und der Blick, der auf ihr ruhte wirkte seltsam glanzlos. Die fein geschwungenen Lippen formten ein Wort, das von dem thosenden Chaos übertönt wurde und sie schloss für einen Moment die Augen, um tief durch zu atmen. Doch als sie jene wieder öffnete, umfing sie die gewohnte Dunkelheit, die jeden ihrer Schritte begleitete und die Last, der schweren Rüstung war verschwunden. Ihr Blickwinkel hatte einfach den Körper gewechselt, weiche Stoffe eines aufwendig gefertigten Kleides umwehten sie und als wäre sie nur ein Gast in ihrem eigenen Körper formten ihre Lippen wieder seinen Namen, um ihn durch das Toben der Schlacht zu flüstern.
Kaltes Metall berührte ihre Wange, unter dem sich die warmen Fingerkuppen einer Hand verbargen und strichen langsam über ihre Haut. Ihre linke Hand hob sich um die seine zu umschließen und die Wange fest in seine gepanzerte Handfläche zu drücken, die Rechte legte sich auf seiner Robe ab und die Finger strichen über den schweren Stoff und umschlossen einen der festgenähten kleinen Knochen. Die Wärme seiner dunklen Stimme drängte das Chaos in den Hintergrund, erreichte ihre Ohren und legte sich wie ein warmer Hauch um ihren Geist. "Ich habe dir doch versprochen, dass ich immer zu dir zurück kehren werde."
Ein zaghaftes Lächeln hob ihre Mundwinkel an, dann ging plötzlich ein Ruck durch ihre Finger und warme Nässe benetzte ihr Gesicht, die einen metallischen Geruch mit sich trug. Die gepanzerte Hand glitt von ihrer Wange ab, ein schwerer Körper schlug vor ihr auf dem Boden auf und nur der kleine Knochen zwichen ihren Fingern erinnerte sie an den Mann, der gerade noch vor ihr gestanden hatte. Der Schock ließ sie noch eine Weile in dieser Haltung verharren, die Lippen öffneten sich ungläubig, dann drang eine bekannte Stimme an ihr Ohr.
"Ich wusste, dass er nicht gut für dich ist."
"Liam?"
Die Welt machte einen Satz, das Gebrüll der Fallenden bündelte sich zu einem dunklen Dröhnen in ihren Ohren und überschlug sich, bis nur noch ein dünnes, schmerzhaftes Pfeifen davon in ihren Kopf stach...
Ein gequälter Aufschrei prallte von den Wänden ab und sprang wie ein panisches Tier immer wieder zu ihr zurück um die unsichtbaren Krallen in ihren Kopf zu graben. War es ihr Eigener? Sie wusste es nicht... Dann kehrte die Stille mit einem Schlag zurück, durchzogen von dem leisen Ticken der Standuhr. Morgendliches Gezwitscher kleiner Vögel bahnte sich gedämpft einen Weg durch die Fenster, schwoll zu einem nervtötenden Singsang an.
Bei allen Göttern, welcher normale Mensch träumt denn solch einen Dummfug?
Mit einem gequälten Seufzen rollte sie sich auf den Rücken und schlug die rechte Hand vor das Gesicht, während sie krampfhaft versuchte Herr ihrer Sinne zu werden und sich langsam wieder bewusst wurde, wo sie war.
Sie war in ihrem Haus... in ihrem Wohnraum... auf ihrem Fell vor dem Kamin... ihre Standuhr, die im leisen Tackt die Sekunden zählte.. ihre leise atmende Gestalt, die neben ihr lag... ihre unzähligen.... MOMENT!
"Alptraum?"
Zu ihrem Glück war sie nicht nur fürchterlich müde, sondern auch vor Schreck völlig erstarrt, als seine leise Stimme an ihr Ohr drang. Das verhinderte zumindest, dass sie wie eine aufgescheuchte Katze bis unter die Zimmerdecke sprang. Es kostete sie einige Sekunden und eine ordentliche Portion Willenskraft bis sie den Kopf endlich zur Seite gedreht hatte, dann verengten sich plötzlich ihre Augen.
"Du hast Hausarrest... die nächsten 200 Jahre... und mit Liam wird auch nicht mehr gespielt... und wenn du gl.. hrm..." der Rest des Satzes ging als unverständliches Murmeln im Stoff seiner Kleidung unter, als er sie an sich zog und in den Arm nahm... so bekam man sie natürlich auch Still... aber das spöttische Kopftätscheln war dann doch ein wenig gemein.
"Gut, das Bedanken üben wir vielleicht noch einmal, wenn ich dich das nächste Mal wieder vom Boden aufsammeln muss."
Verfasst: Dienstag 16. September 2014, 17:22
von Eenja Siluvaine
... Ziellosigkeit
Unbewusst zuckte sie unter der Berührung zusammen als sich Nelrims Hand auf ihre Schulter legte und zweimal darauf klopfte. Insgeheim hoffte sie, dass er den kurzen Moment des Zusammenschreckens unter der unerwarteten Berührung nicht bemerkt hatte, doch selbst wenn, ließ der schon in die Jahre gekommene Magier es sich nicht anmerken und seine Worte striffen als warme, dunkle Tönung an ihrem Gesicht vorbei.
"Kind, wenn das so weiter geht, wächst hier bald kein Halm mehr."
Der dünne Hauch eines Tadels, der in seiner Stimme mitschwang, war ihr dabei keinesfalls entgagen, verübeln konnte sie es ihm jedoch nicht. Der Gestank von verbrannten und noch teils schwelenden Grashalmen durchzog die Luft und mittlerweile hatte sie sicher den halben Vorgarten aufgewühlt.
Wenn er so mit ihr sprach, fühlte sie sich wieder in ihre Studienjahre zurück versetzt, ungeduldig, schüchtern und viel zu klein für so viel Welt, die sie nun umgab. Unbewusst ließ sie augenblicklich die Schultern hängen und atmete tief aus. Manche Dinge änderten sich nie, egal wieviele Jahre man mittlerweile zählte.
"Zielschwierigkeiten?"
Wenn es nur das wäre....
"Mh.... es hat mich frustriert... also...." Eigentlich hatte sie das Buch sogar mit einem wütenden Aufschrei von sich geworfen, um es dann mit gestählter Wut in den Flammen der Gerechtigkeit aufgehen zu lassen... die traurige Wahrheit zeigte sich jedoch in einem aufgewühlten, schwelenden Schlachtfeld, in seiner Mitte ein aufgeschlagenes Buch, mit ein paar unbedeutenden Rußflecken.
"Mhm" Nelrim verfiel in eine kleine Kunstpause, in der er bedeutungsschwanger nickte. "Vielleicht.... solltest du auf den zielen, der es am wehnigsten verdient hat, damit triffst du dann vermutlich das, was du wolltest." Mit einem verschmitzten Lächeln machte er sich gemütlich auf den Weg, zurück in die Akademie.
Wo waren die Löcher, wenn man einmal absichtlich in einem versinken wollte?
Frustriert schnaubte sie die Luft aus und überließ Buch und Schwelbrand dem einsetzenden Nieselregen. Der Geruch warmer, nasser Erde und frischem Gras erhob sich in die Luft, als sie durch den Akademiegarten bis unter den Apfelbaum wanderte.
"Tote Materie...." eine alles sagende Begründung, die sie ungehört in das Regenwetter murmelte. Mit einem Seufzen nahm sie die Schaukel in Beschlag und hing die Arme in die Seile.
Dumme tote Materie.... blöde erdige Höhlen... verflixte Welt mit ihren Schlaglöchern und Wegranderhöhungen.... verdammte, beidseitig beschriebene Buchseiten....
Mit trotzigem Gesicht ließ sie den Kopf hängen. Es gab Dinge, an denen man sich noch so ausgiebig üben konnte, am Ende führten sie nicht zum erhofften Ergebnis, sondern wutentbrannter, spontaner Selbstentzündung, mit einem Hauch frustriertem Aufschrei. Die eigenen Grenzen zu erkennen, kam dem ausgiebigen Treten einer Wand gleich, in der Hoffnung, dass sie irgendwann umfiel. Die Realtität führte jedoch irgendwann an den Punkt, an dem man sich dabei, vom herabrießelnden Putz verstaubt, höchstens das Bein brach.
Wenn er da wäre.... was würde er wohl sagen....
Er würde die Terasse in Brand stecken, warten bis du auf den Tisch gesprungen bist und dir sagen, dass du dich anstellst wie ein kleines Mädchen...
Sie pustete die Backen auf und rollte ausgiebig mit den Augen. Ja das würde er, mit einem sadistischen Grinsen und unverholener Genugtuung in der Stimme. Sie drückte sich von der Schaukel auf und strich die Robe eilig glatt. Vielleicht war es einmal wieder an der Zeit, ihn an seinem Grab zu besuchen, um ihm zu sagen, wie fürchterlich doof sie ihn fand...
Manche Dinge änderten sich nie.... sie fanden nur manchmal einfach nicht mehr statt.