Traumverse
Verfasst: Freitag 29. Juli 2011, 22:28
I. Fremde Seele in neuer Heimat
Dritter Morgen nach der Ankunft auf Gerimor - Sumpfinsel am Tag der Mitte, den 27. Cirmiasum 254
Ruhig und schimmernd wiegt das Licht des Mondes an diesem Morgen auf den Wellen des Meeres an den Ufern der Sumpfinsel. Langsam und leise hebt sich der kühle Nachtwind in andere Bahnen ab und beginnt die Insel wie eine sanfte Umarmung, wieder in einen feinen Nebelschleier einzuhüllen. Alsbald würde ich die aufkommende Sommerwärme auf meinen baren Füßen verspüren, doch solange dem nicht so war, vergrub ich sie leicht im Sand. Die Sonne würde sich sicherlich bald wärmend am Horizont zeigen und das letzte Mondlicht gänzlich vertreiben. Es ist der schönste Sonnenaufgang für mich seit langem. Das Traumbildnisse zu wahren Ereignissen werden konnten, daran hatte ich nicht fest geglaubt, doch beständig trug ich still für mich den jetzigen Moment als Hoffnung in mir. Alles andere schien mir jedoch noch im Unklaren. Die Begegnung mit den Schwestern und dass ich ihnen soviel erzählte, und sie mir - obwohl wir uns fremd waren. Ich glaube meine Angst, dass sie mich für unnormal hielten, ob meiner Erzählungen, wurde nicht bestätigt. Im Gegenteil es schien als würden sie mir irgendwie alles was ich denke und fühle erklären können. Ist es nicht eigenartig?
Allein wie ich herfand. Ich war nie bereit für diese Reise. Bei meiner Abreise habe ich nicht geglaubt, das ich überhaupt irgendetwas finde. Und jetzt geht alles so schnell voran, dass ich fürchte es nimmt kein gutes Ende. Unsicherheit. Wie gerne würde ich sie einfach abschütteln.. und tatsächlich hier an diesem frühen Morgen und der Ruhe und, es mag vielleicht albern klingen - Geborgenheit, die ich hier verspüre, schwindet sie zunehmend. Ich fühle mich eigenartig heimisch, wie noch nie zuvor. Ich vermisse Pelle und erhoffe mir bald von ihm zu hören. Am liebsten hätte ich ihn wieder bei mir. Schon allein deshalb, damit er all das hier selbst mit eigenen Augen sehen könnte. Die Inselmaid. Mit mir darauf, ganz ohne Traum. Nachdenklich schaue ich mir den Sonnenaufgang an diesem Morgen an und lasse den Gedanken freien Lauf.
Entscheiden soll ich mich, etwas dass ich noch nie sehr gut konnte. Ich wäge gerne ab, bevor ich große Schritte wage, und meist ist dann bereits zuviel Zeit vergangen, sodass dann eine Entscheidung überflüssig wird. Mein Herz hat sich bereits entschieden. Abgesehen von den ersten Eindrücken und Ängsten dieser Begegnung, fühle ich mich unheimlich wohl hier. Doch für den Verstand reicht es noch nicht aus. Soviele Fragen sind noch offen. "...weil Du als eine solche Schwester geboren wurdest." - Was wird das hier werden? Schicksal von Geburt an. Warum dagegen wehren? Doch trotzdem ist alles fremd, ich war noch nie jemand mit großem Vertrauen. Alles geht so unheimlich gut voran. Fast jede Begegnung hier auf Gerimor war bisher her mehr als einfaches Geplänkel unter Fremden.
Die Begegnung mit der Schneiderin Karawyn in der Nacht als ich hier ankam, war die erste. Nur ihr Haus habe ich mir von aussen ansehen, und das Hausschild lesen wollen. Doch die Hunde fingen gleich zu bellen an und kurz darauf erschien die junge Frau im Garten. Nach einem kurzen Gespräch und ohne mich zu kennen, lud sie mich in ihr Haus ein, gab mir einiges an frischer Kleidung und erzählte mir ein wenig über die Lande. Ich sollte alsbald noch einmal bei ihr vorbeischauen und mich bedanken.
Am Tag darauf begegnete ich der Bäuerin Nanielle vor Bajard und auch sie lud mich nach einem Gespräch in ihr Haus ein, gab mir Unterkunft in ihrem Keller für ein wenig Arbeit. Einfach so. Ich bin wirklich dankbar, denn ich brauchte mir für den Moment, keine Sorgen mehr zu machen, alsbald eine Unterkunft zu finden. Die ersten Tage nach der Reise haben mich auch ziemlich geschlaucht, jetzt geht es inzwischen wieder besser. Das alles ist auch nicht so arg, trotzdem bin ich froh, nicht mehr auf einem Schiff zu sein und reisen zu müssen. Mir gefällt es hier auf dem Hof, allein die Tiere mag ich sehr gern. Natürlich kann ich hier nicht für immer bleiben, auch wenn Nanielle sagt, das dies so ersteinmal in Ordnung für sie sei und sie sich darüber freut das ich bei ihr bin. Ich mag ihre freundlich, erfrischende Art, sie erinnert mich an Falryn und schafft es auch immer, einem ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. So vertrauensseelig sind hier viele, irgendwie ist das ansteckend.
Ich bin ja selbst sonst viel vorsichtiger. In Erlwald oder in den anderen Städten, hätte ich bei niemand Fremden einfach Quartier bezogen. Aber da war das auch nicht notwendig .. ich hatte Pelle und er sorgte immer gut für uns. Ich denke viel an ihn, ich glaube es ist einfach die Ungewissheit die an mir nagt. Ich würde unheimlich gern wissen ob es ihm gut geht. Soviele Mondläufe ist er jetzt fort und vielleicht hätte ich ihn doch mehr suchen sollen. Ich hoffe Falryn findet mehr heraus und schreibt mir bald. Oder er selbst. Ansonsten habe ich noch mit einem Menekaner namens Wahid Ifrey .. (da war noch mehr Name vorhanden - frag ich nochmal nach) in seinem Laden in Berchgard gesprochen. Er ist recht nett, und kann vorallem gut handeln. Das hat mich beeindruckt. Die junge Frau mit der er um das weisse Gold handelte, tat mir allerdings leid. Und mit ein wenig Raffinesse - eigentlich einer kleinen Unwahrheit, aber dies gibt man ja nur ungern zu, konnte ich es gerade noch hinbiegen, ihr beim Handel zu helfen.
Als weiteres wäre da noch Bryan Raufels. Ich hab' mich noch nicht entschieden ob ich ihn mag oder nicht. Er ist ein wenig frech, das gefällt mir schon und erinnert mich ein wenig an Pelle - auch wenn er sich beim ersten Mal auf meine Kosten lustig gemacht hatte. Ich glaube dennoch, dass Bryan ein gutes Herz hat, denn entschuldigen kann er sich und er will soviel bewegen und hat recht viele Pläne. Ich habe ihm aufrichtig Glück dabei gewünscht, sicher braucht Gerimor mehr Ideen wie seine, aber vorallem Leute die ihn bei seinen Vorstellungen unterstützen. Vorhin hab ich ihn allein gelassen mit einem anderen Krieger namens Garrett. Das Gespräch konnten die beiden so sicher besser weiter führen, als jemanden dabei zu haben, der von den politischen Verhältnissen von Gerimor und Umgebung fast keine Ahnung hat. Ich höre mir das zwar an, aber ich fühle mich noch nicht wie ein Teil dieser Lande und einmischen werde ich mich nicht. Ich mache mir lieber mein eigenes Bild von allem. Wenn ich an die Letharen denke, die ich sah, und vor denen mich fast alle gewarnt haben, bekomme ich schon Angst, aber neugierig bleib ich trotzdem. Vorsichtig sein heisst ja nicht das ich meine Augen verschliesse!
Ich schweife ab, wie ein schneller Windhauch von einem Gedanken zum anderen. Eigentlich sitze ich hier weil ich mich entscheiden möchte. Darüber nachdenken möchte, ob es in Ordnung ist, einfach so zu vertrauen. Die Sonne ist bereits aufgegangen und erfüllt mich mit wohliger Wärme. Am liebsten würd ich hier einfach sitzen bleiben, auf ewig. Eigentlich kann ich das tun, wenn ich mich dafür entscheide. Aber ich glaube ich sollte mich doch erst noch einmal erkundigen, was da genau alles auf mich zukommt und was es bedeutet eine Schwester zu sein.
Dritter Morgen nach der Ankunft auf Gerimor - Sumpfinsel am Tag der Mitte, den 27. Cirmiasum 254
Ruhig und schimmernd wiegt das Licht des Mondes an diesem Morgen auf den Wellen des Meeres an den Ufern der Sumpfinsel. Langsam und leise hebt sich der kühle Nachtwind in andere Bahnen ab und beginnt die Insel wie eine sanfte Umarmung, wieder in einen feinen Nebelschleier einzuhüllen. Alsbald würde ich die aufkommende Sommerwärme auf meinen baren Füßen verspüren, doch solange dem nicht so war, vergrub ich sie leicht im Sand. Die Sonne würde sich sicherlich bald wärmend am Horizont zeigen und das letzte Mondlicht gänzlich vertreiben. Es ist der schönste Sonnenaufgang für mich seit langem. Das Traumbildnisse zu wahren Ereignissen werden konnten, daran hatte ich nicht fest geglaubt, doch beständig trug ich still für mich den jetzigen Moment als Hoffnung in mir. Alles andere schien mir jedoch noch im Unklaren. Die Begegnung mit den Schwestern und dass ich ihnen soviel erzählte, und sie mir - obwohl wir uns fremd waren. Ich glaube meine Angst, dass sie mich für unnormal hielten, ob meiner Erzählungen, wurde nicht bestätigt. Im Gegenteil es schien als würden sie mir irgendwie alles was ich denke und fühle erklären können. Ist es nicht eigenartig?
Allein wie ich herfand. Ich war nie bereit für diese Reise. Bei meiner Abreise habe ich nicht geglaubt, das ich überhaupt irgendetwas finde. Und jetzt geht alles so schnell voran, dass ich fürchte es nimmt kein gutes Ende. Unsicherheit. Wie gerne würde ich sie einfach abschütteln.. und tatsächlich hier an diesem frühen Morgen und der Ruhe und, es mag vielleicht albern klingen - Geborgenheit, die ich hier verspüre, schwindet sie zunehmend. Ich fühle mich eigenartig heimisch, wie noch nie zuvor. Ich vermisse Pelle und erhoffe mir bald von ihm zu hören. Am liebsten hätte ich ihn wieder bei mir. Schon allein deshalb, damit er all das hier selbst mit eigenen Augen sehen könnte. Die Inselmaid. Mit mir darauf, ganz ohne Traum. Nachdenklich schaue ich mir den Sonnenaufgang an diesem Morgen an und lasse den Gedanken freien Lauf.
Entscheiden soll ich mich, etwas dass ich noch nie sehr gut konnte. Ich wäge gerne ab, bevor ich große Schritte wage, und meist ist dann bereits zuviel Zeit vergangen, sodass dann eine Entscheidung überflüssig wird. Mein Herz hat sich bereits entschieden. Abgesehen von den ersten Eindrücken und Ängsten dieser Begegnung, fühle ich mich unheimlich wohl hier. Doch für den Verstand reicht es noch nicht aus. Soviele Fragen sind noch offen. "...weil Du als eine solche Schwester geboren wurdest." - Was wird das hier werden? Schicksal von Geburt an. Warum dagegen wehren? Doch trotzdem ist alles fremd, ich war noch nie jemand mit großem Vertrauen. Alles geht so unheimlich gut voran. Fast jede Begegnung hier auf Gerimor war bisher her mehr als einfaches Geplänkel unter Fremden.
Die Begegnung mit der Schneiderin Karawyn in der Nacht als ich hier ankam, war die erste. Nur ihr Haus habe ich mir von aussen ansehen, und das Hausschild lesen wollen. Doch die Hunde fingen gleich zu bellen an und kurz darauf erschien die junge Frau im Garten. Nach einem kurzen Gespräch und ohne mich zu kennen, lud sie mich in ihr Haus ein, gab mir einiges an frischer Kleidung und erzählte mir ein wenig über die Lande. Ich sollte alsbald noch einmal bei ihr vorbeischauen und mich bedanken.
Am Tag darauf begegnete ich der Bäuerin Nanielle vor Bajard und auch sie lud mich nach einem Gespräch in ihr Haus ein, gab mir Unterkunft in ihrem Keller für ein wenig Arbeit. Einfach so. Ich bin wirklich dankbar, denn ich brauchte mir für den Moment, keine Sorgen mehr zu machen, alsbald eine Unterkunft zu finden. Die ersten Tage nach der Reise haben mich auch ziemlich geschlaucht, jetzt geht es inzwischen wieder besser. Das alles ist auch nicht so arg, trotzdem bin ich froh, nicht mehr auf einem Schiff zu sein und reisen zu müssen. Mir gefällt es hier auf dem Hof, allein die Tiere mag ich sehr gern. Natürlich kann ich hier nicht für immer bleiben, auch wenn Nanielle sagt, das dies so ersteinmal in Ordnung für sie sei und sie sich darüber freut das ich bei ihr bin. Ich mag ihre freundlich, erfrischende Art, sie erinnert mich an Falryn und schafft es auch immer, einem ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. So vertrauensseelig sind hier viele, irgendwie ist das ansteckend.
Ich bin ja selbst sonst viel vorsichtiger. In Erlwald oder in den anderen Städten, hätte ich bei niemand Fremden einfach Quartier bezogen. Aber da war das auch nicht notwendig .. ich hatte Pelle und er sorgte immer gut für uns. Ich denke viel an ihn, ich glaube es ist einfach die Ungewissheit die an mir nagt. Ich würde unheimlich gern wissen ob es ihm gut geht. Soviele Mondläufe ist er jetzt fort und vielleicht hätte ich ihn doch mehr suchen sollen. Ich hoffe Falryn findet mehr heraus und schreibt mir bald. Oder er selbst. Ansonsten habe ich noch mit einem Menekaner namens Wahid Ifrey .. (da war noch mehr Name vorhanden - frag ich nochmal nach) in seinem Laden in Berchgard gesprochen. Er ist recht nett, und kann vorallem gut handeln. Das hat mich beeindruckt. Die junge Frau mit der er um das weisse Gold handelte, tat mir allerdings leid. Und mit ein wenig Raffinesse - eigentlich einer kleinen Unwahrheit, aber dies gibt man ja nur ungern zu, konnte ich es gerade noch hinbiegen, ihr beim Handel zu helfen.
Als weiteres wäre da noch Bryan Raufels. Ich hab' mich noch nicht entschieden ob ich ihn mag oder nicht. Er ist ein wenig frech, das gefällt mir schon und erinnert mich ein wenig an Pelle - auch wenn er sich beim ersten Mal auf meine Kosten lustig gemacht hatte. Ich glaube dennoch, dass Bryan ein gutes Herz hat, denn entschuldigen kann er sich und er will soviel bewegen und hat recht viele Pläne. Ich habe ihm aufrichtig Glück dabei gewünscht, sicher braucht Gerimor mehr Ideen wie seine, aber vorallem Leute die ihn bei seinen Vorstellungen unterstützen. Vorhin hab ich ihn allein gelassen mit einem anderen Krieger namens Garrett. Das Gespräch konnten die beiden so sicher besser weiter führen, als jemanden dabei zu haben, der von den politischen Verhältnissen von Gerimor und Umgebung fast keine Ahnung hat. Ich höre mir das zwar an, aber ich fühle mich noch nicht wie ein Teil dieser Lande und einmischen werde ich mich nicht. Ich mache mir lieber mein eigenes Bild von allem. Wenn ich an die Letharen denke, die ich sah, und vor denen mich fast alle gewarnt haben, bekomme ich schon Angst, aber neugierig bleib ich trotzdem. Vorsichtig sein heisst ja nicht das ich meine Augen verschliesse!
Ich schweife ab, wie ein schneller Windhauch von einem Gedanken zum anderen. Eigentlich sitze ich hier weil ich mich entscheiden möchte. Darüber nachdenken möchte, ob es in Ordnung ist, einfach so zu vertrauen. Die Sonne ist bereits aufgegangen und erfüllt mich mit wohliger Wärme. Am liebsten würd ich hier einfach sitzen bleiben, auf ewig. Eigentlich kann ich das tun, wenn ich mich dafür entscheide. Aber ich glaube ich sollte mich doch erst noch einmal erkundigen, was da genau alles auf mich zukommt und was es bedeutet eine Schwester zu sein.