Vom Vergessen und notwendigen Neuanfängen
Verfasst: Mittwoch 27. Juli 2011, 00:56
Eine ganze Weile lang saß sie einfach nur da und starrte auf das halbbeschriebene Pergament, über welchem geduldig die Spitze ihres Federhalters kreiste.
Ihr Zimmer hatte sie bereits am Nachmittag leer geräumt, das Bett gemacht, die Pflanze auf dem Kleiderschrank gegossen und den kleinen Kerzenständer auf dem Nachttisch neu bestückt. Nun saß sie an der Tafel im Hauptsaal der Wasserfeste und plante ihre weiteren Schritte.
Der letzte Abend war es, der sie dazu bewogen hatte, aufzugeben, was sie gerade erst begonnen hatte. Tereus' Lehren, seine Ratschläge, seine Art zu denken und zu handeln.
Zweifelsohne war er ein Mann, der zu seinem eigenen Vorteil lebte und dem keine Schritte zu weit gingen, um seine Ziele zu erreichen.
Strebsam, mächtig, widerlich. Sie wusste, dass sie nun, da sie sich abwandte, den schwereren Weg gehen würde.
Seinen eigenen Begierden, Wünschen und Zielen mit aller Macht und ohne Rücksicht auf Verluste nachzukommen war leicht - sie zu zügeln und zu kontrollieren hingegen erforderte äusserste Disziplin. Augenscheinlich besaß er diese nicht oder wollte sie auch gar nicht besitzen. Ihr hingegen schwebte anderes vor.
Er sie eines Tages, wenn sie mächtig genug war, zu seinem Vorteil nutzen?
Hatte sie zu Beginn versucht, diesen Gedanken willkommen zu heißen mit einer möglichen Aussicht darauf, das Spiel letzten Endes zu wenden, so ließ sie ihn nun angewidert fallen.
Nein, niemand würde sie mehr zu seinem Vorteil nutzen.
Und ebenso erwehrte sie sich dem aufkeimenden Wunsch nach Rache, nach einer Wendung der Situation - sie verabscheute Spiele.
Sie war geneigt gewesen, seine Ansichten anzunehmen, zu überdenken, möglicherweise gar als die ihren zu akzeptieren. Denn in der Situation, in welcher sie sich befand, war anderes Denken und Handeln als das nach dem Recht des Stärkeren gar nicht möglich.
Aus diesem Grund entschied sie sich für einen gänzlich anderen Weg.
Es würde sie Zeit kosten, möglicherweise, doch letzten Endes sah sie ihr Ziel darin, dem entgegenzustreben, was man ihr zu raten versucht hatte, und sowohl Tereus als auch Rilas Avaryn den Rücken kehren.
Keinerlei Ränkespiele mehr - zumindest aus dieser Richtung.
Zwar beschäftigte sie für einen Moment die Frage, was wäre, wenn Rilas auf den Pakt, und war er auch nur durch das Wort beschlossen, bestehen und sie suchen würde, doch schnell musste sie sich eingestehen, dass er dafür wohl nur wenig Grund hatte.
Spielzeuge lagen herum wie Sand am Meer, was machte der Verlust von einem?
Er hatte sie in keine Geheimnisse eingeweiht und auch sonst besaß sie nichts, womit sie ihm am Ende einen Strick drehen konnte.
So wog sie sich in dieser Hinsicht in Sicherheit und ließ die Feder das Pergament füllen, legte jenes gut sichtbar zusammen mit dem Hausschlüssel auf den Tisch und verließ das Anwesen.
Ihr nächster Weg würde sie auf die Insel La Cabeza führen...
Ihr Zimmer hatte sie bereits am Nachmittag leer geräumt, das Bett gemacht, die Pflanze auf dem Kleiderschrank gegossen und den kleinen Kerzenständer auf dem Nachttisch neu bestückt. Nun saß sie an der Tafel im Hauptsaal der Wasserfeste und plante ihre weiteren Schritte.
Der letzte Abend war es, der sie dazu bewogen hatte, aufzugeben, was sie gerade erst begonnen hatte. Tereus' Lehren, seine Ratschläge, seine Art zu denken und zu handeln.
Zweifelsohne war er ein Mann, der zu seinem eigenen Vorteil lebte und dem keine Schritte zu weit gingen, um seine Ziele zu erreichen.
Strebsam, mächtig, widerlich. Sie wusste, dass sie nun, da sie sich abwandte, den schwereren Weg gehen würde.
Seinen eigenen Begierden, Wünschen und Zielen mit aller Macht und ohne Rücksicht auf Verluste nachzukommen war leicht - sie zu zügeln und zu kontrollieren hingegen erforderte äusserste Disziplin. Augenscheinlich besaß er diese nicht oder wollte sie auch gar nicht besitzen. Ihr hingegen schwebte anderes vor.
Er sie eines Tages, wenn sie mächtig genug war, zu seinem Vorteil nutzen?
Hatte sie zu Beginn versucht, diesen Gedanken willkommen zu heißen mit einer möglichen Aussicht darauf, das Spiel letzten Endes zu wenden, so ließ sie ihn nun angewidert fallen.
Nein, niemand würde sie mehr zu seinem Vorteil nutzen.
Und ebenso erwehrte sie sich dem aufkeimenden Wunsch nach Rache, nach einer Wendung der Situation - sie verabscheute Spiele.
Sie war geneigt gewesen, seine Ansichten anzunehmen, zu überdenken, möglicherweise gar als die ihren zu akzeptieren. Denn in der Situation, in welcher sie sich befand, war anderes Denken und Handeln als das nach dem Recht des Stärkeren gar nicht möglich.
Aus diesem Grund entschied sie sich für einen gänzlich anderen Weg.
Es würde sie Zeit kosten, möglicherweise, doch letzten Endes sah sie ihr Ziel darin, dem entgegenzustreben, was man ihr zu raten versucht hatte, und sowohl Tereus als auch Rilas Avaryn den Rücken kehren.
Keinerlei Ränkespiele mehr - zumindest aus dieser Richtung.
Zwar beschäftigte sie für einen Moment die Frage, was wäre, wenn Rilas auf den Pakt, und war er auch nur durch das Wort beschlossen, bestehen und sie suchen würde, doch schnell musste sie sich eingestehen, dass er dafür wohl nur wenig Grund hatte.
Spielzeuge lagen herum wie Sand am Meer, was machte der Verlust von einem?
Er hatte sie in keine Geheimnisse eingeweiht und auch sonst besaß sie nichts, womit sie ihm am Ende einen Strick drehen konnte.
So wog sie sich in dieser Hinsicht in Sicherheit und ließ die Feder das Pergament füllen, legte jenes gut sichtbar zusammen mit dem Hausschlüssel auf den Tisch und verließ das Anwesen.
Ihr nächster Weg würde sie auf die Insel La Cabeza führen...