Eine ungewöhnliche Entführung

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Kaylem Valerian

Eine ungewöhnliche Entführung

Beitrag von Kaylem Valerian »

„Sich seiner Vergangenheit bewußt zu sein, heißt Zukunft haben.“ Hans Lohberger

Ein Wirrwarr. Gedanken, Bilder, Erinnerungen früherer Tage kreisten durch den Kopf des jungen Liedkundigen, während dem er durch die Kellergewölbe der freien Bibliothek ging um seine Reise vorzubereiten. Eine Reise, die ihn fern ab von Gerimor, aber auch fern ab vom hier und jetzt, führen sollte. Zwar vermochte niemand die Zeit, als eine kontinuierlich voranschreitende, zukunftsgerichtete Einheit verstanden, zu beeinflussen. Dennoch sollte es gewissermassen – zumindest in Gedanken - eine Reise in die Vergangenheit werden, um denjenigen zu begegnen, dem er früher entflohen und den Rücken gekehrt hat. Eine Reise, die er in seinem Leben nicht mehr anzutreten gedachte und doch stand er nun da, in Gedanken bereit, die Taschen gepackt. Was er in dieser Vergangenheit vorfinden und welche Hürden auf ihn warten mögen, vermochte er nicht zu sagen. Eines aber wusste er bereits jetzt. Er musste Gewissheit erlangen um innere Ruhe zu finden und sich wieder seiner Zukunft zu widmen. Auch würde es ihn Kraft kosten, Kraft, welche er in seinen letzten Tagen auf Lameriast fand, Mut der ihm zugesprochen wurde, insbesondere von einer Person die er an seiner Seite nicht mehr missen wollte und bei seinen Plänen ins Vertrauen zog.


„Entführung mit Folgen“

Am gestrigen Tag verließ er die Räume der Freien Bibliothek ahnungslos. An die Vergangenheit, seine Kindheit, dachte er lange nicht mehr. Ob der verbundenen Augen wusste er nicht, wohin man ihn bringen würde. Einer Entführung gleich, wurde er über die Wiese und durch ein Sphärentor geführt, ehe er den weichen Sand unter den Füssen spürte, der seinem Schuhwerk bei jedem Schritt sanft nachgab. Der Geruch frischer Meeresluft, der ihm entgegen wehte, ließ ihn wissen, dass er sich an einem Strand wiederfand, wovon er sich wenig später blinzelnd überzeugen durfte.

An diesem Ort der Ruhe und Zuflucht – von dem er selbst nicht wusste, wo er lag - verbrachten sie den Abend. Wo die Sonne mit ihren Strahlen nicht mehr zu leuchten vermochte, fanden nun stattdessen Kerzen ihren Platz, was dem ahnungslosen Opfer Kraft und Geborgenheit aber auch stärkeres Vertrauen in die Entführerin brachte.

[img]http://fc03.deviantart.net/fs39/i/2008/356/d/e/Isla_de_Toralla_by_altuntun.jpg[/img]

Als der nächste Tag anbrach, sollte dann auch der letzte Teil des geschmiedeten Plans in die Tat umgesetzt werden, hatte er doch vor, ihr von seiner lange versprochenen Vergangenheit zu erzählen. Schwierig war es für ihn stets gewesen, sich der Vergangenheit zu besinnen, geschweigenden, jene noch in Worte zu kleiden. Im Zeichen des am Vortag gestärkten Vertrauens und der Geborgenheit, stellte er sich aber auch dieser schweren Frage...
Lilian Weilnau

Beitrag von Lilian Weilnau »

„Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer vermag sie der Zufall treffen.“ Friedrich Dürrenmatt


Der erste Teil

Der Plan war schon lange gefasst und noch vor der ungewöhnlichen Begegnung, hatte sie sich fest vorgenommen, sie würde sich dieses Mal nicht aufhalten lassen.
Während sie durch die Räume der Bibliothek schritt, hatte sie stets das Gefühl der sie begleitende Duft der bereits verpackten Köstlichkeiten könne sie womöglich schon vor der Durchführung des ersten Schrittes verraten.
So unangenehm das Gespräch mit dem dickköpfigen Herren war, spielte es ihr doch in die Hände.
Das Opfer wurde unachtsam und so war es ein Leichtes ihn aus den Räumlichkeiten zu locken, unbemerkt die Sicht zu nehmen und ihn schließlich an einen ruhigen Ort zu entführen.

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Teil zwei

Im warmen Schein der Kerzen fand nach und nach alles seinen Platz im weichen Sand. Unter dem klaren Sternenhimmel hatten sie es tatsächlich einmal geschafft, einen Abend in völliger Ruhe.
Zufrieden lauschte sie dem Rauschen des Meeres zu ihren Füßen, alle Hürden hinter sich lassend, als wären sie nie da gewesen.

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Der dritte Teil

Die Füße im Sand vergraben hatte sie gebannt seinen Worten gelauscht.
Langsam fügte es sich zusammen, die Erklärung für das ein oder andere Erlebnis der Vergangenheit.

Dann schlich sich jedoch der Zufall ein..

Eine Reise.
Nein, die hatte sicher nicht mit zu ihrem Plan gehört.
Aber wer sagte, dass sich Pläne nicht ändern ließen?
Und so kam es das sie am späten Abend bereits wieder in den gewohnten Räumlichkeiten wartete, hinter ihr die gepackte Tasche und in ihr der feste Vorsatz, sich keinesfalls von ihrem Vorhaben abbringen zu lassen.
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