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Ein gar fürchterlicher Traum..
Verfasst: Sonntag 12. Juni 2011, 23:28
von Jarla Siluvaine
Ein Abend gemeinsam.
Das hatte sie sich erhofft, aber nicht erhalten. Statt dessen war es ganz anders gekommen.
Zunächst hatte er nicht wie erhofft ihre geheimsten Erwartungen erfüllt. Natürlich gab es immer noch keine gemeinsame Bleibe. Für ihn gingen die Geschäfte klar vor, natürlich hatte sie auch ein Auge darauf, allerdings lagen ihre Interessen da völlig anders.
Gemeinsam!
Und dann saß sie doch wieder alleine und still vor ihrem Glas Wasser. Als er endlich wieder auftauchte, war sein Ziel natürlich erst einmal die Theke, jedoch gab sie die Hoffnung nicht auf, dass sie nun endlich zu ihrem Abend in Zweisamkeit kamen. Wie hatte sie sich getäuscht!
Einsam.
Saß sie an ihrem Platz, ihre einzige Unterhaltung das Glas Wasser vor sich. Mit grimmiger Miene verfolgte sie, wie er eine Dame, die sie zuvor noch nicht einmal wirklich wahr genommen hatte auf ein Glas Wein einladen wollte.
Natürlich dachte er wieder nur ans Geschäft, das würde er ihr später sicherlich als Erklärung liefern.
Angespannt und mit sinkender Laune versuchte sie dem Gespräch am Tisch zu folgen. Charmant wie immer tischte er seine Geschichte auf, wie sie es nicht mehr hören konnte.
Alleine.
Ihr Glas als treuer Begleiter, verlegte sie den Platz an die Theke. Dort war es nun wirklich einfacher dem im Rücken geführten Gespräch zu folgen. Recht früh wurde ihr klar, dass sie es schwer hatte ruhig zu bleiben, das Glas wurde als neues Spielzeug auserkoren.
Recht schnell tadelte Hunfried sie für ihr geräuschvolles Treiben, ihrer letzten Freude beraubt suchte sie sich dann
Ein Ziel.
Die Kunstvoll gedrehten Haare der gut gekleideten Dame erregten ihre Aufmerksamkeit.
Jeder Beobachter würde meinen sie sei von dieser Frisur begeistert und an der Nachahmung interessiert. Doch ihre eigene Absicht war eine ganz andere. Am Rand nahm sie war wie er sich verabschiedete, sicherlich hatte er bereits bemerkt wie es um ihr Gemüt stand.
Wieder allein.
Ihr war es nur Recht, so hatte sie es leichter ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten. Flink war der Platz verlassen, das Glas noch in den Händen näherte sie sich dem Objekt der Begierde.
Voller Bewunderung strich sie über das Werk, um sich dann fast wie zufällig im rechten Augenblick zu verfangen und es an sich zu reißen.
Diebische Vorfreude.
Wie schwer fiel es ihr nun die Bestürzte zu sein, das verräterische Lächeln zu unterdrücken. Die Entschuldigungen dagegen gingen ihr leicht, geübt über die Lippen.
Den Schatz in der Hand verborgen verließ sie eilig den Ort des Geschehens.
Lernen.
Das wollte sie, sie war dafür bereit. Das einzelne Haar dieser wortgewandten Dame, die sicherlich mehr als nur eine einfache Frau zu sein schien wurde sorgsam verborgen zu Lehrerin gebracht.
Verfasst: Montag 13. Juni 2011, 11:27
von Magnus Siluvaine
Ruhig
So sollte der Abend urspünglich sein. Adoran ! Gut, man sollte sich immer die Zeit nehmen, neues kennenzulernen. Wieso nicht ? Tavernen würde es auch dort geben. Hauptsache etwas zu Essen und einen kühlen Schluck an diesem warmen Tag.
Überraschend
War vor allem die Ausstattung jener Schenke, ebenso wie die Menschen, welche in ihr verkehrten. Der Graf ... ? Nunja, wie auch immer, ob dieser Mann wirklich die Wahrheit gesagt hat, das würde sich bestimmt noch zeigen. Er selbst glaubte jedoch immer noch nicht daran.
Spontan
Das war genau das richtige Wort. Denn spontan kam ihm die Idee als jene Dame durch die Tür kam. Warum wusste er selbst nicht genau, es war vielmehr wie eine innere Eingebung. Und immerhin wurde es Zeit, dass er mal wieder ernsthaft, und nicht nur sporadisch, seiner "Arbeit" nachging. Der erste Kontakt war schnell hergestellt, und der Rest folgte dem üblichen Schema. Wort für Wort gab er wie jedesmal seine einstudierte Geschichte von sich, und auch diesmal wurde sie von seinem Gegenüber offensiichtliche ohne Zweifel angenommen und akzepptiert.
Arbeitsteilung
Er hatte seinen Part erfüllt. Es war ein Vorwand, unter welche er sich davon gestohlen hatte. Nun war eine andere Person an der Reihe. Der Ablauf war stets der gleiche. Ihn würde eine Menge Gemecker erwarten, aber auch das, was er unbedingt brauchte. Es würden noch ein paar Stunden vergehen, ehe er sich sicher sein konnte und sich zum Treffpunkt begeben würde.
Der Anfang
Er war gemacht. Natürlich funkelten ihre Augen und der Zorn spiegelte sich in jedem der knappen Worte wieder. Aber sie hatte ihre Aufgabe erfüllt. Neugierig blickte er auf das Objekt der Begierde. Ein zufriedenes Lächeln bildete sich auf seinen Lippen. Es konnte also beginnen !
Verfasst: Samstag 16. Juli 2011, 14:29
von Magnus Siluvaine
Planung
Oh, er hasste es zu planen ! Er war nie gut darin ... Er liebte Spontanität, er genoss es stets die Dinge auf sich zukommen zu lassen und die jeweiligen Situationen aus dem Stehgreif zu meistern. Mehr noch, er sah darin eine Herausforderung ! Doch gibt es nunmal Dinge, welche eine genaue Planung in Kombination mit einer akribischen Vorbereitung bedurften. Der Anfang wurde schon vor Wochen gemacht, ein Schritt zum Ziel. Er stützte sich mit beiden Händen auf dem kalten Stein des großen, schwarzen Marmortisches vor sich ab. Die blaugrauen Augen konzentrierten ihren Blick auf die dort ausgebreiteten Gegenstände.
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Haare
Jemand sagte ihm einst ein Haar könnte das tausendfache seines eigenen Gewichts tragen. Ob dies der Wahrheit entsprach ? Aber wer würde schon seine Haare bis zu den Hüften wachsen lassen, nur damit sie lange genug sind um einen entsprechenden Stein daran zu friemeln um somit diese Theorie zu testen ... ? Menschen kamen auf seltsame Gedanken... Er runzelte die Stirn und sah sich genau die wenigen Haare an, welche auf einem tiefroten Samtkissen dort auf dem Tisch lagen. Haare ... individuell wie der Mensch, der sie trägt. Je nachdem in welchem Licht man sie betrachtet, scheinen sie immer eine andere Farbe anzunehmen ... sich zu wandeln wie der Träger sich wandelt und den jeweiligen Situationen anpasst.
Das Glas
Adoran ! Er hasste diese Stadt ... so groß ... so prunkvoll .... so ... voller Adel ! Doch so sehr er diese Stadt auch hasste, so war es doch notwendig für ihn sie regelmäßig zu besuchen. Doch bisher war kein Besuch für ihn so schlimm wie jener an dem Abend des Strandfestes ! Diese sich ewig wiederholenden, hohlen Phrasen. Die speichelleckenden Lacken die sich an den Rockzipfel dieser Gräfin hefteten, in der Hoffnung einen winzig kleinen Vorteil für sich herauszuschlagen indem sie den Bückling vor ihr machten und ihr die Füße küssten, nur um sich im nächsten Moment wieder zu erheben um ihr mit einem Pinsel Honig ums Maul zu schmieren. Er schauderte vor Ekel bei diesen Erinnerungen. Doch muss man im Leben eben auch Opfer bringen, und an jenem Abend waren es seine Nerven .... und die Schmerzen in seiner Gesichtsmuskulatur, bedingt durch das dauerhafte Lächeln, welches dort von einem erwartet wird. Am Ende jenes Abends hielt er ein leeres Glas in der Hand, am Rande benetzt mit ein wenig Speichel, umrandet von dem Abdruck ihrer Lippen. Manch einer dieser unerträglichen Adeligen würde für ein solches Relikt mit Sicherheit einen Kreuzzug beginnen... Penibel genau hatte er das Glas eine handbreit neben dem Samtkissen mit den Haaren plaziert.
Die Phiole
Welcher schwachsinnige Geist hatte eigentlich diese Reagenzgläser erfunden ? Hinstellen konnte man sie nicht, und legte man sie hin, musste man zu jeder Zeit damit rechnen dass sie vom Tisch rollten und auf dem Boden zerschellten. Aber vielleicht war es nicht ein schwachsinniger Geist, sondern einer mit Geschäftsinn. Immerhin konnte man so jedem noch einen Holzständer verkaufen, durch welchen es dann doch möglich war diese feinen Glasgefäße sicher in eine aufrechte Position zu bringen. Für einen kleinen Moment schmunzelte er auf. Mit Daumen und Zeigefinger umschloss er das zerbrechliche Gefäß, hielt es vor die Augen und schwenkte es ein wenig. Die Flüssigkeit war klar. Geruchslos sollte sie auch sein, das wurde ihm versichert. Er traute generell nichts und niemanden, doch würde er sich in diesem Fall erst einmal auf die Aussage verlassen. Vorsichtig führte er die Phiole zurück in den Holzständer.
Das Taschentuch
Genauso wie bei den anderen Gegenständen betrug auch der Abstand zwischen der Phiole und dem Taschentusch genau die Breite einer Hand. Es war frisch gewaschen, sorgfältig zusammengelegt und wartete darauf, seine Aufgabe zu erfüllen. Es gab wenig im Leben was ihm wirklich etwas bedeutete .... Doch war dieses Taschentuch eines dieser Ausnahmen. Ja, es war wertvoll, doch darum ging es nicht, auch wenn mit feinem Goldfaden die Initialen "M.S." in jeder der Ecken des Taschentuches eingenäht wurden. Es war die Herkunft, welche es besonders machte, ebenso wie der Moment, in welchem er es in seinen Besitz bekam. Er streckte die Hand aus, und mit der Fingerkuppe des Zeigefingers streifte er einmal über die bestickte Umrandung des Stoffes. Wer hätte ahnen können dass es mal einen solchen Zweck erfüllen würde ... ?
Der Mörser
Er war leer ... Noch .. ! Doch würde sich das in absehbarer Zukunft ändern... Er war der letzte Gegenstand der die Reihe auf dem langen Marmortisch zierte. Doch auch wenn er bald endlich benutzt werden würde, so wäre das Ende noch nicht erreicht ... Nein, im Gegenteil, er wäre nur das erste Glied einer neuen Reihe von Gegenständen auf diesem Tisch. Doch alleine die Vorfreude darauf, jenen bald benutzen zu können, zauberten ihm ein entzücktes Lächeln auf die Lippen...
Das Krächzen
... war es, welchem er nun seine Aufmerksamkeit schenkte. Er drehte sich routiniert herum, wobei die Robe in dem seichten Luftzug ein wenig flatterte. Er wusste was dieses Geräusch zu bedeuten hatte, und dennoch runzelte er die Stirn. Mit langsamen, schweren Schritten ging er über den Steinboden, den Torbogen zum Ziel. Zögern durfte er in dieser Situation nun nicht lange, sonste drohte die Gefahr unliebsamen Besuch zu kommen. Normalerweise hätte er nicht eine Sekunde nachgedacht, und die Konsequenzen gezogen, doch war es bei ihr irgendwie anders ... Am steinernen Torbogen angekommen, atmete er einmal tief durch und schlug die Kapuze über den Kopf. Ja, er hörte immer auf seine Instinkte ... doch wieso sagten jene ihm bei dieser jungen blonden Frau etwas volkommen anderes, als es in der Vergangenheit immer der Fall war... Er wusste es nicht, aber wie immer würde er sich von seinen Instinkten leiten lassen. Er ging weiter zur Treppe. An jener angekommen, drehte er den Kopf einmal zur Seite. Faszinierend so ein menschlicher Körper ... und ungewöhnlich ausdauernd ... Doch schwinden seine Kräfte im gleichen Maße, wie der Lebenssaft ihm entweicht. Er machte einen kleinen Schritt über das rinnsal Blut, welches sich seinen Weg an der Treppe entlang bahnte, und trat jene langsam empor ...
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