Seite 1 von 1

Der Wind, der Wind weiß wer ich bin...

Verfasst: Montag 30. Mai 2011, 12:38
von Drago Delorus
..., hörte man es von Drago. Es war auch das einzige was man hören konnte auf der weiten Ebene vor Düstersee. Bogen und Köcher lehnten an dem Stein auf dem der junge Bogenschütze gerade sitzt. Verträumt blicken seine Augen in die Ferne der Ebene. Seine Mimik wirkt ausdruckslos. In seinen Gedanken verloren, ballt er seine rechte Faust. Wut und Zorn spiegelte seine Gedanken so nach aussen wieder. Diese Gefühle richten sich gegen ihn selbst.



In seiner militärischen Ausbildung hat man ihn immer wieder einen Satz eingedrillt.

"Wer sich Gedanken macht, macht Fehler! Wer Fehler macht riskiert das Leben des Soldaten in der Reihe neben euch!"

Seit diesen Satz funktionierte Drago, wie ein Uhrwerk. Er stellte kaum Fragen da er schon immer zu gehorchen hatte. Seit der Zeit, als er in der Tavernes eines Onkel zu arbeiten begann, gab es nur Befehle. Kein Morgen oder Abend an dem sich Drago in dieser Zeit nicht wünschte sein Leben selbst bestimmen zu können.
Dann kam die Zeit als er bei den Söldnern der "Hansens Rauhreiter" anheuerte.
2 Jahre der Ausbildung und 5 Jahre als Söldner hatten ihn abgehärtet. Beim Kampf zeigte er keine Gefûhle, und doch entfand jemand anderes in dieser Zeit viel für ihn. Einen kurzen Moment durfte Drago erfahren das er geliebt wurde. Gerade seine Komandantin Isabella, von der er dachte das sieh ihn abgrundtief Hassen würde, gestand ihm ihre Liebe kurz bevor Sie ihr Leben aushauchte. Sie hatte für Drago ihr Leben gegeben.

Gerade fühlte Drago anders als sonnst. Cara hatte etwas in ihm ausgelöst, dass er so nicht kannte. Der junge Krieger hatte dieses Gefühl, diese innere Unruhe, ein solches Verlangen noch nie vorher entfunden. Er wusste aber inzwischen das das Gefühl von vielen als Liebe bezeichnet wurde.
Am Anfang hatte er Angst davor! Er schaffte es nicht in der Nacht ein Auge zu schließen oder geschweige den am Tag etwas richtig zu essen. Die Gefühle wollten nicht nachlassen, und so ging er ihnen nach um zu erfahren warum sie ihn nicht loslassen. Er kaufte ihr Kleider um sie ihr zu schenken. Doch es verstärkte seine Gefühle noch. Einige Abende später ging er mit ihr aus. Der Abend war sehr schön, auch für Drago der das erste mal erfährt welche Extase ein Kuss in sich trägt. Er fühlte sich nun besser und sein Herz sprach durch ihn.

Doch es entwickelte sich alles anders. Zwei Tage später rastete der Hitzkopf plötzlich aus im Hause Hagaduns. Er hatte keinen richtigen Grund dazu und doch drängte ihn die Sehnsucht nach ihr zu dieser Tat. Angst und Verzweiflung nicht immer bei ihr sein zu können zogen in ihn ein. Er konnte nicht mehr anders verletzte sich bei einem Schlag gegen die Wand selbst. Cara machte nur einen erschrockenen Gesichtausdruck als Drago das Herrenhaus im schnellen Schritt verlassen hatte.
Als von ihr ging wusste er nicht welche Tragweite seine Tat hatte.
Er ließ sich mit einer Kutsche in die Nähe der Taverne am Wegeskreuz bringen. Er wollte den Wasserfall besuchen und eine kalte Wasserdusche nehmen um sein Gemüt abzukühlen. Cara fand ihn wenige Stunden später dort auf um mit ihm zu sprechen.
Bald merkte er das er einen Fehler gemacht hatte. Doch es war für diesen Moment einfach zuviel für Cara. Sie ließ es ihn deutlich merken wie enttäuscht sie war.
Es dauert mehrere Augenblicke aber irgendwann verstand der Verliebte, das er nicht mehr auf sein Herz gehört hatte. Er bittete Cara um noch eine Chance. Sie stimmte zu war aber jedoch sichtlich etwas unsicher. Dennoch willigte sie ein sich von Drago noch nach Hause bringen zu lassen.

Nachdem Cara aus seinem Blick verschwunden war, wollte Drago nur noch raus vor Düstersee. Er setzte sich auf einen Stein und versank in Gedanken an Cara und an das was er Falsch gemacht hatte mit ihr. Er hatte einfach keine Erfahrung mit dem Thema Liebe. Wie so oft in letzter Zeit schaffte er es nicht zu schlafen oder etwas zu essen, und so saß der junge Bogenschütze bis zur nächsten Mittagsonne auf dem Stein. Er hatte eine Idee doch dazu musste er erst einen Brief aufsetzten...

Verfasst: Mittwoch 1. Juni 2011, 18:26
von Cara DelMur
Es hatte gedauert bis sie wieder zu sich selbst gefunden hatte und wieder unbeschwert und mit der alten Leichtigkeit durchs Leben schritt. Und da waren auch ein paar Männer gewesen, die Gefallen an ihr gefunden hatten, gute Männer. Jede Frau hätte sich glücklich schätzen können, einen von ihnen an ihrer Seite zu wissen. Doch sie hatte ihr Herz verschlossen und sie dachte auch nicht daran es wieder an jemanden zu verlieren. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

So schalt sie sich selbst einen Narren, wie sie da stand, sich selbst ertappte dabei, dass sie immer wieder einen Blick aus dem Fenster warf, ob seine Schritte zu ihrer Türe fanden. Und sie fanden an ihre Türe, immer wieder aufs Neue.

Gross gewachsen, starke Arme, dunkles Haar und diese grauen Augen. Konzentriere dich Mädchen, du wirst dich doch nicht wieder blenden lassen! Er flüsterte ihr süsse Worte ins Ohr, es hätte wahrlich einem Dichter zur Ehr gereicht. Er war zurückhaltend und stürmisch zugleich. Machte sie ihn derart nervös, dass er nicht einen Augenblick inne halten konnte und nur einfach bei ihr sitzen? Ständig packte ihn diese Unruhe und trieb ihn umher. Und diese Augen, Augen in denen sie sich verlieren konnte und wenn sie ehrlich zu sich selbst war, war sie bereits darin ertrunken.

Sie tanzte jetzt schon oft auf dünnem Eis und jede Entscheidung die sie traf, würde Folgen für die Zukunft tragen. Würde sie sich ihm jemals öffnen können? Sie dachte an Majalin und Lucien, an Selene und Tristan, an Hanna und Diomedes. Oh, warum war Liebe immer mit einem Drama behaftet? Wenigstens würde ihre Familie diesmal keine Einwände haben. Zwei Seiten einer Medaille.

War es selbstsüchtig von ihr, dass sie sich freute, dass er sich um sie Sorgen machte? Vielleicht. Aber hatte Liebe nicht immer etwas Selbstsüchtiges an sich? Wenn er in ihrer Nähe war, liess diese überwältigende Anziehungskraft, die er auf sie ausübte, so wenig von ihr übrig, dass es schwer zu erkennen war, was sie wirklich wollte. Wie hatte Lucien bereits zu ihr gesagt? Sie habe diesen grenzdebilen Blick.

Es war ihr wichtig dass er ihre Vergangenheit kannte und es war ihr wichtig wie er über sie dachte. Sie hatte den Brief gefunden und wusste wo er zu finden war. So machte sie sich schliesslich auf zum Wasserfall, ihr Gesicht fühlte sich heiss an und ihr Magen schmerzte, einer eigentümlichen Freude und Aufregung entsprungen, die kaum von Furcht zu unterscheiden war. Es fühlte sich an als würden hunderte von bunten Schmetterlingen in ihrer Brust flattern, als sie den schmaler werden Weg folgte, über die Brücke hinweg, um ihn schliesslich am Wasserfall zu treffen.

Wohin dies nun alles führen würde, sie wusste es nicht..... ein Schritt nach dem Anderen...
Das Leben wollte gelebt werden und eigentlich konnte sie ihn ja auch ganz gut leiden.

Verfasst: Freitag 3. Juni 2011, 11:14
von Drago Delorus
Eine Faust schlägt auf die Übungspuppe, und Schweiß spritzt vom trainierten Körper. Drago Prügel wie im Kampfrausch auf die Einrichtung ein.
- Bajard ein Stück Freiheit unter den Städten. -
Doch seine Sehnsucht nach Freiheit brachten den jungen Krieger nichcht hierher. In seinen Augen war der Schmerz wieder zurückgekehrt.
Er hatte ein Gespräch mit Ellena. Er wusste seit diesen Tag, wie er mit dem Gefühl der Liebe umzugehen hatte. Er ließ Cara näher an sich heran kommen. Ein Abend am Strand von Düstersee sollte ihm Gewissheit bringen.
Es wurde jedoch wieder schlimmer. Tränen vergossen seine Augen. Schmerzen tiefer in seiner Seele als ein Dolch je stechen konnte. Angst wurde nun großer als Liebe. Er musste etwas beschaffen als Sicherheit falls er nicht mehr weiter wusste...

Verfasst: Freitag 3. Juni 2011, 14:01
von Cara DelMur
Er hatte gelogen, sie hatte es deutlich in seiner Stimme gehört... Warum?
Immer diese Frage nach dem warum. Immer diese Frage, die meist unbeantwortet blieb.
Nein, sie würde ihm jetzt nicht nachgehen, hinter ihm hersponieren, wie ein Schatten an der Wand.
Stattdessen ging sie in den Wald, suchte eine Lichtung, die ihr vertraut war und.. tanzte.
Ihre nackten Fusssohlen gaben den Takt vor auf dem kühlen, grünen Gras, welches schon die Feuchte der herabsinkenden Nacht angenommen hatte. Sie drehte sich, bis ihr schwindlig wurde, drehte sich immer weiter. Das Gras unter ihr verlor die satte Farbe, wich einem dunklem Braun, Schwarz, Grau, bis es zu Asche zerfiel. Der Boden flirrte, als sie merkte wie sich die Vertrautheit des Feuers um sie zu winden begann, ihr Schutz und Wärme bieten wollte, ihren sehnsüchtigen und verausgabenden Tanz begleitete und die von dunklen, dichten, schweren Bäumen gesäumte Lichtung in ein schwaches, rotgoldenes Licht tauchte, dass ihren Körper umschlang.




Abendstern du glänzt am Himmel, sendest Versprechen in die Nacht,
sprichst von Hoffnung und Gefallen, doch liegt es nicht in deiner Macht.

Hinter fest geschlossenen Türen, dicken Wänden ruht das Herz,
einsam, kläglich dort gefangen, nicht bereit für einen Scherz.

Liebe bist ein garstiges Spiel, wie ein Schmetterling so zart,
berührt man deine Flügelschwingen, zerbrichst du daran allzu hart.

Grenzenlos ist das Verlangen, nach Vertrautheit, Wahrheit nur,
doch die Prüfung zu ertragen, wird des Zweifels finstre Spur.

Körper brennen heiss in Flammen, süsse Lust erwacht in Pein,
Schmerz sei du mir heut willkommen, greif nach mir und fang mich ein.

Lass mich fallen in den Abgrund, nur ein Schritt noch, heisst Gefahr,
Atem schwer und Traum gefangen, werden doch noch Wünsche wahr?



Am Ende brach sie auf der Lichtung zusammen und gnädig umfing sie die Dunkelheit.

Verfasst: Sonntag 5. Juni 2011, 17:35
von Cara DelMur
Liebe...

Liebe ist eine Krankheit. Wie ein Gift durchdringt es den Körper, pumpt sich durch die Adern bis zum Herz, befällt den Geist und schlimmer als das tödlichste aller Gifte, die Seele. Es gibt Gifte, die durch einen Biss oder einen harmlosen Stich verursacht werden, eine Schlange, eine Spinne, ein Skorpion oder eine einfache Biene. Andere Gifte werden durch Berührung verursacht und zuletzt wird Gift durch Schlucken oder Riechen aufgenommen.

Und bei der Liebe? Verhielt es sich da etwa anders? Treffen hier doch gleich alle Erkenntnisse auf einmal zu. Der Kuss des Geliebten, der das Blut in Wallung versetzt, das Gefühl der Fingerspitzen auf nackter Haut, das einem Gänsehaut über den Körper schickt, der süsse Duft, der einem dem Atem nimmt. Die Symtome sind die Gleichen. Schwindel und Verwirrung ergreifen uns. Übelkeit, Schlaflosigkeit bishin zum Fressen oder Hungern. Auch Wut, Schweigen oder gar Redseeligkeit, alles in einem. Selbst fühlbarer Schmerz, der einem den Bauch oder das Herz in einem Krampf hinterlässt, ohne erkennbaren, körperlichen, greifbaren Grund.

Wie hat man vorher ohne den Anderen leben können? Und war vorher nicht alles viel einfacher und unbeschwerter gewesen? Die härtesten Kerle beginnen Liebesgedichte zu schreiben, schenken Blumen und schmachten auf das Wort der Angebeteten hin.

Für eine Vergiftung gibt es ein Gegengift, ein Antidot das Abhilfe schafft. Aber bei der Liebe?
Nun es gibt Möglichkeiten. Manche betäuben das ungewünschte oder auch gewünschte Gefühl mit einem anderen Gift. Ein Gift um Gift zu bekämpfen? Alkohol und Rauschmittel. Doch wird dies nur vorübergehend Linderung bringen. Ein schlechter Handel? Wer weiss.
Alles rettungslos verloren. Schmerz und Untergang. Glückseeligkeit und Schwerelosigkeit. Von himmerlhochjauchzend bis todesbetrübt. Und Schutz gibt es keinen, denn keiner ist davor gefeit. Wie ein Blitz schlägt es ein und das Feuer ist entfacht, gnadenlos brennt es und verzehrt einen, nur was daraus entstehen mag, das liegt im Menschen selbst begraben.

Gab es überhaupt Hoffnung auf ein gutes Ende. Das Vertrauen und Hingabe erwiedert werden würden? Oh, Liebe konnte so grausam sein. Galt dieses Lächeln nur einem selbst oder lächelte er auch für Andere auf diese unbeschreibliche Weise? Die lieblichen Worte Wahrheit oder nur Mittel zum Zweck? Und konnte man dem Geliebten seine Lasten auferlegen?

Sie hatte es gewagt, hatte ihn in eine Zwickmühle, eine heikle Lage gebracht. Sie wollte nicht das er sich selbst Untreu wurde, nur ihr zu liebe. Wie lange würde diese Verblendung, die mit Verlangen und Liebe einher gingen, ihn an sie binden? Konnte sie einen Schritt weiter gehen? Ihm sich sich ein Stück mehr offenbaren? Sie wünschte es sich.

Gestern hatte sie den Eindruck er könne ihr bis in den Abgrund ihrer Seele sehen. Er sah ihren Zwiespalt, er sah den Wunsch ihm etwas zu sagen und die damit verbundene Unsicherheit. Geheimnisse. Sie wollte das er mehr über sie wusste, sie verstand, ihr Wesen kannte und nicht den Schein, der sie manchmal einhüllte. Zumindest ein kleiner Teil, verstehen und begreifen und angenommen werden.

Er war nicht scheu an Worten und wie Zucker zergingen sie einem auf der Zunge, fielen auf furchtbaren Boden, stahlen sich in ihr Herz. Zweifellos war er anders. Er wurde nicht müde, ihr seine Liebe zu gestehen, obwohl sie sich zurückhielt. Trotz Bogen und Klinge, trotz starken Armen, die einen halten und tragen konnten, wohnte Musik und Posie in seinem Herzen. Trotz.... Oder empfand nur sie selbst so, weil sie dieses Fieber gepackt, dieses Gift sie befallen, hatte? Er hatte Recht, sie hatte Angst, Angst um ihn, Angst um sich.

Liebe... verflixt und zugenäht !!!

Verfasst: Donnerstag 9. Juni 2011, 16:30
von Kalvar Amaris
[bitte löschen da falscher Charakter]

Verfasst: Donnerstag 9. Juni 2011, 16:33
von Drago Delorus
Der junge Krieger bereitet sich in seinem Haus auf eine Reise vor. Kleidung wird vorbereitet und alles was nicht wirklich ihm gehörte sotiert. Im Blick des jungen Kriegers findet man nur Verbitterung.


Was habe ich getan? Ich habe Gedichte verfasst, und sie ihr vorgetragen. Es war wirklich so wie es Ellena einst zu mir gesagt hatte:

"Drago laßt nicht zu das Liebe euer Herz erfüllt. Der einzige sieht nicht mit wohlwollen auf jene Jünger herab. Laßt Wut und Hass eueren Faden sein an den ihr euch klammert aber niemals die Liebe. Sie macht euch schwach, schwach zu dem Zeitpunkt an dem ihr es am wenigsten erwartet."

Und doch hatte er es zugelassen. Sie kam zu ihm mit einer Bitte und er handelte aus Liebe zu ihr. Er tat nicht das was er tun hätte müssen und nun bestrafte ihn sein Gewissen. Als Söldner hatte er niemals einen Befehl missachtet oder eine Regel gebrochen aus Mitleid oder Zweifel. Doch nun hatte er es getan. Damit Leben konnte er in diesen Moment, aber nicht in Zukunft damit zurechtkommen. Seine Pläne waren geschmiedet. Es wird kurz und schmerzlos sein der Abschied. Schmerzloser als die Wochen zuvor als er zischen Gewissen und Gefühl nicht mehr unterscheiden konnte. Ein langer Ritt weg von Düestersee würde seine Gedanken sicher befreien. Ein Ziel hatte er nicht und doch wusste er das er etwas finden würde. Er hatte sich eine Buße für sein Handeln auferlegt. Vorher wird er nicht zurückkehren.

Langsam reitet der Bogenschütze vor das Haus der Familie Hagaduns und legte seine Rüstung der Stadwache in einer Tasche dort ab. Zwei weitere Beutel sollten noch daneben gelegt werden. Ein Blick ging noch nach oben zu Caras Zimmerfenster und er wusste das es für sie und ihn richtig war zu gehen. Eine salutierende Hand wurde gezeigt als er seinen Freunden der Stadtwache im Vorbeireiten den würdigen Respekt zollte. Aufhalten wollte ihn niemand doch fragende Blicke wurden geworfen. Nach der Stadtmauer Düstersees gab er dem Pferd die Sporen und mit schnellen Rit verschwand seine Siluette am Horizont...

Verfasst: Freitag 10. Juni 2011, 18:27
von Cara DelMur
Alles wiederholte sich. Ob dies eine Prüfung, Laune oder am Ende gar eine Strafe der Götter war? Ein zweites Mal war sie vor diese Aufgabe gestellt worden. Um jene zu lösen oder um daran zu scheitern? Nun, letzteres schien ganz gut zu klappen. Es schmerzte, natürlich schmerzte es. Sie lobte sich im Stillen selbst, dass sie so vorsichtig gewesen war und keine allzugrosse Nähe zugelassen hatte. Vermisste sie ihn? Wenn sie wirklich ehrlich zu sich war.... sie vermisste die Sache an sich, nicht den bestimmten Mann im Einzelnen. Konnte sie überhaupt noch jemanden trauen, der von Liebe sprach? Es schien als würden diese Worte gar zu leichtfertig gesprochen. Und falls sie nochmal jemand seinen Stern nennen würde, dem würde sie ins Gesicht springen oder zumindest in den Allerwertesten treten oder.. und überhaupt. Ausgenommen natürlich Aylen. Er durfte, sollte, konnte.

Ihr Onkel tat ihr leid und schlimmer noch ihr Ruf begann zu leiden. Dabei hatte sie sich nichts vorzuwerfen, es war nichts geschehen, dessen sie sich nun Vorwürfe machen müsste. Sie hoffte nur, Eloriahus würde dies auch so sehen. Zum zweiten Mal hatte nun jemand bei ihm vorgesprochen und zum zweiten Mal endete es .... hm... unverhofft. Und immer stahlen sich die Männer heimlich, leise und ohne ein Wort davon. Diesmal würde es wenigstens kein Blutbad geben.

Um ihrer Familie zu dienen, müsste sie einen Mann wählen, der dem altarischen Glauben verwurzelt ist, dem sie sich dann nie offenbaren könnte, ihr Wesen ihm nicht ansatzweise zeigen durfte, immer unverstanden in Geheimnissen oder Lügen verstrickt. Und ein Mann der Eluivs Tochter zugeneigt wäre? völlig undenkbar, dass konnte nur tragisch enden.

Das Gift der Liebe würde bald ihre Adern verlassen haben. Sie würde sich einfach Dingen widmen bei denen sie nur gewinnen konnte. Es wurde Zeit im Haus der Schwesternschaft wieder ein paar Bücher zu wälzen. Und das Baumhaus der Brüder hatte sie auch noch nicht gesehen.

Frei... !

Es gibt Menschen die genau das suchen, was sie geben konnte, und sie werden einander finden auf dem Schlachtfeld des Lebens...