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Die unerwartete Rückkehr

Verfasst: Freitag 15. April 2011, 15:16
von Xardrias
Schweren Herzens verließ er von jetzt auf gleich den Hain, seine Brüder und alles was er lieb gewonnen hatte.Ohne sich von ihnen zu verabschieden. Überstürzt begab er sich auf eine Reise ins Ungewisse ohne einen richtigen Plan, er hatte nur irgendwie das Gefühl das er Abstand brauchte. Abstand von allem ihm bekannten und vertrauten. Mit ein paar wenigen Habseligkeiten machte er sich auf den Weg und begann seine Reise.

Viel Zeit ist vergangen seit er das letzte Mal einen wehmütigen Blick auf den Hain warf und ihm dann den Rücken zukehrte, ungewiss ob er ihn jemals wieder betreten würde. Der Hain war mit vielen Erinnerungen verbunden, so waren es Arulius und Xardrias selbst die maßgeblich daran beteiligt waren ihn in Schutt und Asche zu legen. Die Brüder hatte ein Fluch ereilt und sie waren von der Macht geblendet worden, die Natur bedeutete ihnen nichts mehr, sie strebten nur noch nach Macht und vergaßen auf was es wirklich ankommt. So wurde ihr geliebter Hain zerstört, doch dank Farghus konnten sie den Fluch loswerden und gemeinsam gegen das Übel vorgehen was sie getäuscht hatte. Der Hain erwachte wieder zu neuem Leben und schien stärker als je zuvor zu sein.

Aber das waren alles nur noch Erinnerungen, Erinnerungen an vergangene Tage. Sie schmerzten, denn er vermisste die alten Zeiten. Seine Reise hatte ihn in ein fremdes Land geführt, mit einem Schiff fuhr er wochenlang über das offene Meer. Die Wellen schüttelten selbst den letzten Krümel Essen wieder aus ihm hinaus. Das Land, welches er nach dieser Tortur betrat, schien karg und trist zu sein, nur vereinzelt standen ein paar Bäume und Pflanzen und diese wollten auch nicht so recht blühen. Die Stadt war heruntergekommen und an jeder Ecke lauerten finstere Gestalten, als ob sie einen im nächsten Augenblick anspringen würden. Es war schon ein unheimliches Schauspiel was diese Stadt bot und Xardrias fühlte sich hier kein bisschen wohl. Schnell griff er sich seine Sachen, rannte vom Schiff und verließ die Stadt auf dem schnellsten Weg. Doch auch außerhalb der Stadt änderte sich das Landschaftsbild kaum: die Gräser schienen lieber zu verdorren als im saftigen Grün zu erstrahlen und die Bäume hatten kaum Blätter und wirkten krank. Der Anblick machte Xardrias traurig, hatte er sein Leben doch dem Schutz und dem Wahren des Gleichgewichtes der Natur verschrieben. Dieses Land hier erinnerte ihn jedoch an die Zeiten, als er unter dem Fluch stand und Dingen das Leben entzog um sich an ihrer Macht zu bereichern. Doch setzte er seine Reise weiter fort in der Hoffnung einen schönen Fleck in diesem Land zu finden.

Es verging kein Tag an dem er nicht an seine Brüder dachte, was würden sie wohl gerade machen?
Arulius, sein Lehrer und Vertrauter. Berel, sein guter Freund und Wegbegleiter. Diomedes, der erst neu dazu gekommen war als er noch da war, er würde sicher ein guter Druide sein und mittlerweile schon viel weiter als das letzte mal als Xardrias ihn sah und Farghus, der Erfahrenste und sozusagen ein Vorbild für die anderen. Würde es ihnen gut ergehen? Sind alle noch wohl auf? Diese Fragen fraßen an ihm wie kleine Parasiten.

Die Tage kamen und gingen, die Nächte bitterkalt, einzig das kleine Lagerfeuer wozu er noch im Stande war wärmte ihn ein wenig. Dick eingepackt saß er auf einem Baumstumpf und sah in die lodernden Flammen, er spürte wie diese Reise an seinen Kräften zehrte.Die Elemente wollten nicht mehr so wie er wollte, er tat sich schwerer mit jedem Meter den er ging, jeden Meter weiter weg von dem Ort an den er eigentlich hingehört und von dem er die Kraft bekam. Eluive würde nicht stolz auf ihn sein, wenn sie ihn hier in der Einöde sehen würde und sie wird auch nicht stolz sein, dass er einfach abgehauen ist. Ihm tat alles so leid, er wünschte sich zu diesem Zeitpunkt nichts sehnlicher als wieder zuhause im Hain zu sein bei den anderen Druiden. Die Augen fielen langsam zu, der Tag war anstrengend, eine Wehmutsträne rann seine Wange hinunter beim Gedanken an zuhause, dann schlief er ein.

Plötzlich das lautes Knacken eines zerbrechenden Astes, Xardrias schreckte sofort auf, die Augen weit aufgerissen. Irgendetwas beobachtete ihn, das spürte er. Dann ein leises Knurren, im nächsten Augenblick stürzte sich ein katzenartiges Wesen auf ihn. Er wurde zu Boden gerissen, das Wesen hatte sich mit den Krallen in seinen Oberarm gebohrt und fuhr mit der Pranke den Arm hinab, eine stark blutende Wunde hinterlassend. Mit letzter Kraft sammelte er einige Feuerpartikel und formte einen kleinen Feuerball, den er in die Richtung des Wesens warf. Scheinbar hatte der kleine Ball genug Wirkung, denn das Wesen knurrte laut auf und verschwand wieder in der Dunkelheit. Xardrias rappelte sich langsam auf, ein brennender und stechender Schmerz durchfuhr seinen Arm. Seine Robe war aufgeschlitzt und alles war voller Blut, notdürftig verband er es mit Teilen seiner Robe, eine Narbe würde sicher bleiben das war klar. Aber es galt die Blutung zu stoppen um nicht zu verbluten. Unter starken Schmerzen ging er schnellen Schrittes wieder in Richtung Stadt, er musste da nächste Schiff erwischen. Er wollte nicht mehr in diesem Land sein, er wollte zurück zu seinen Brüdern seinem Hain, lange genug ist er sinnlos durch die Gegend geirrt. Er sah ein, dass es ein großer Fehler war fort zu gehen. Nun hoffte er das seine Brüder ihn nochmals aufnehmen würden und ihm verzeihen, wie auch Eluive. Völlig außer Puste betrat er das Schiff, was kurz vor dem Ablegen stand und ließ sich erschöpft fallen. Wieder vergingen Wochen bis das Schiff sein Ziel erreichte, doch dann sah Xardrias es. Das geliebte Land.. Er war zurück, nun musste er noch seine Brüder aufsuchen und sie und Eluive um Verzeihung bitte.

Dort war er wieder der geliebte Hain, lange genug hatte er sich von ihm getrennt, nun war es wieder Zeit sich seiner Bestimmung mit vollster Hingabe zu widmen. Einige Freudentränen rannten seine Wangen hinunter, völlig entkräftet lies er sich ins saftig grüne Gras fallen, es würde einige Zeit in Anspruch nehmen wieder zu voller Kraft zu kommen doch im Moment war ihm das egal. Xardrias war einfach nur froh wieder zuhause zu sein.

Verfasst: Montag 18. April 2011, 19:53
von Xardrias
Die strahlende Schönheit der Natur hatte ihn wieder. Die Bäume wuchsen in die Höhe, das Gras war saftig grün, die Vögel zwitscherten fröhlich und zwischen allem standen die Holzhütten der Druiden, perfekt im Einklang mit der Natur. Der erste Tag im Hain war schon vergangen und Xardrias fühlte sich so glücklich, dass er die ganze Welt hätte umarmen können. Lange hatte er gekämpft und nicht aufgegeben, nun war er endlich da wo er hingehörte und würde weiter kämpfen für seine Bestimmung. Doch hatte er noch keinen Druiden gesehen seit seiner Ankunft und geschwächt fühlte er sich auch noch. Das machte ihn etwas traurig. Der Hain schenkte ihm langsam Kraft, das spürte er und unterstützte es mit täglicher Meditation. Die Meditation tat ihm gut, so konnte er die Eindrücke des Tages und den Stress positiv bewältigen und zu neuen Kräften kommen.

Er saß gerade auf der Bank vor dem Gemeinschaftshaus als ein junger, ihm unbekannter Mann, in seine Richtung marschierte. Lächelnd sah er zu dem Mann und erhob sich auch gleich. Der junge Bursche stellte sich ihm sofort vor, es war ein neuer Druide namens Larel. Xardrias freute sich das nach seinem Weggang neue Druiden dazu gekommen waren, denn so konnte die Gemeinschaft wachsen und die Druiden zu neuer Stärke finden. Freundlich lud Larel ihn in sein Haus ein und überreichte Xardrias nach kurzem Erklären der Situation einige Flaschen, die ihm helfen sollten wieder zu Kräften zu kommen. Xardrias nahm sie dankend entgegen und machte sich wieder auf den Weg zum Gemeinschaftshaus um sich noch ein wenig hinzulegen und seine Wunde zu verbinden.

Die Nacht war schnell vorbei und er hatte sich für den Tag vorgenommen sich um das Feld und die Bäume zu kümmern. Die ersten Früchte waren schnell von den Bäumen gepflückt, dann machte er sich mit seiner Sichel an das Ernten der verschiedenen Kräuter im Hain. Alles wurde sorgfältig in den dafür vorgesehenen Kisten verstaut, dann setzte er sich zum Entspannen und Ausruhen wieder auf die Bank vor dem Haus. Er schien kurz eingenickt zu sein, denn als er seine Augen wieder öffnete stand ein vertrautes Gesicht vor ihm, es war Diomedes. Freudig strahlend stand Xardrias auf und begrüßte ihn mit einem Lächeln im Gesicht. Er freute sich richtig ein bekanntes Gesicht zu sehen und so sprachen die beiden eine Weile lang über Dinge, die in der langen Zeit geschehen sind. Diomedes erzählte ihm das auch Gwain und Aruluis gerade auf Reisen sind. Arulius ist auf Reisen? Schweren Herzens seufzte Xardrias, dann würde er den Mann dem er das meiste verdankte wohl nicht so schnell wieder sehen. Doch Diomedes vertröstete ihn und meinte, dass er nicht mehr all zu lang wegbleiben würde. Somit verabschiedeten sich die beiden fürs erste wieder und Xardrias fiel ein riesiger Stein vom Herzen. Alle Druiden schienen wohl auf zu sein.

Ein neuer Tag brach an, in der Morgendämmerung machte Xardrias sich auf den Weg zu einem schönen Platz im Hain. Nun war es an der Zeit seine Gabe wieder einzusetzen und sich wieder auf das Lied der Allmutter zu konzentrieren. Er ließ sich auf einem Baumstamm nieder und schloss die Augen. Bedächtig lauschte er den wundervollen Klängen des Liedes und konzentrierte sich auf die lodernden Feuerpartikel darin. Das Feuer war sein bevorzugtes Element, er mochte die lodernden und aufbrausenden Flammen. Schon früh erkannte er, dass er sich am meisten zu diesem Element hingezogen fühlte so wie auch sein Lehrer Arulius. Auf seiner Hand fanden sich schnell die einzelnen Feuerpartikel zusammen und er formte sie zu einem runden Ball. Langsam öffnete er wieder die Augen und sah auf den rot glühenden Ball, der nur wenige Zentimeter über seiner Handfläche zu schweben schien. Er beförderte den Ball in die Feuerstelle vor sich, da er spürte das schon diese einfache Wirkung sehr an seinen Kräften zehrte. Dennoch legte sich ein Schmunzeln auf seine Lippen als sich das Feuerholz entzündete, er hatte es noch nicht verlernt und das Feuer gehorchte ihm immer noch wie früher. Glücklich, jedoch geschwächt, setzte er sich ins noch feuchte Gras, schloss die Augen und nahm eine angenehme und entspannende Position ein. Er verdrängte die Gedanken und Eindrücke des Tages aus seinem Kopf und dachte an nichts. Die Atmung war ruhig und gleichmäßig. Er atmete durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus, nahezu rhythmisch klang diese Atemtechnik, die er von Arulius gelernt hatte. Er spürte wie sein Körper durch die Meditation zur Ruhe kam und ein wenig neue Kraft schöpfte. Nach einer Weile öffnete er seine Augen wieder und erhob sich langsam aus dem Gras. Xardrias machte sich wieder auf den Weg zum Gemeinschaftshaus und wartete dort, was der Tag noch so bringen würde.

Verfasst: Freitag 22. April 2011, 16:59
von Xardrias
Der Tag verlief ruhig, Xardrias kümmerte sich um den Kräutergarten und am Abend drehte er eine Runde durch den Hain um sich zu entspannen. Die Frühlingssonne verschwand langsam hinter dem Berg und tauchte den Hain in ein abendliches Rot. Hier und da konnte er einige Vögel beobachten oder ein Eichhörnchen das gerade durch die Baumwipfel hüpfte. Auch ging er zum Ritualplatz, ein wahrhaft mystischer Ort, man konnte die Macht die in ihm ruhte förmlich hören. Er erinnerte sich an sein erste eigenes Ritual, welches er hier mit Berel gemeinsam gehalten hatte. Mit diesem Ritual wollte er dem Hain und der Allmutter etwas zurück geben, da sie ihm schon so viel gegeben hatten.

Beim Anblick des Platzes und den Erinnerungen überkam ihn plötzlich eine Gänsehaut und er schloss die Augen um die Macht zu spüren. Dann wendete er wieder um und ging zurück in den Hain, auf Höhe des Kräutergartens fand er Diomedes und Farghus vor. Ein erfreutes Lächeln legte sich auf seine Lippen und er trat auf die beiden zu, es war das erste Mal nach seiner Ankunft das er Farghus zu Gesicht bekam. Die Brüder begrüßten sich herzlich, Farghus lud ihn dann ein am Unterricht teil zu nehmen, was Xardrias auch dankend annahm. Sie setzten sich in einem Kreis zusammen und Diomedes berichtete Xardrias was er beim letzten Mal erlebt hatte. Dann sprach Farghus und brachte den beiden etwas Neues bei. Einige Zeit war schon vergangen als Medren zu den dreien stieß. Xardrias wiederholte für ihn das eben Gelernte, nach und nach folgten noch Aylen und Larel, welcher allerdings wieder gehen musste da das Wissen noch nicht für seine Ohren bestimmt war.

Als die Stunde beendet war kam ein Wind auf der etwas flüsterte. Es war an der Zeit einen neuen Schützling in den Hain zu holen, Xardrias wäre gerne mitgekommen um nach ihm zu suchen doch fühlte er sich noch zu sehr geschwächt und blieb so im Hain. Diomedes, Medren, Aylen und Larel machten sich auf die Suche und Xardrias machte sich ins Bett um seine Kräfte weiter zu regenerieren. Am nächsten Morgen begab er sich wieder raus in den Hain um dort weiter zu üben, es gelang ihm wieder besser, das Feuer machte was er wollte, langsam spürte er wie er zu alten Kräften kam. Es würde noch einiges an Übung brauchen um zu alter Form zu finden doch er machte Tag für Tag Fortschritte.

Fasziniert starrte er auf die lodernden Flammen in der Feuerstelle, nahezu anmutig schlängelten sie sich nach oben und das Knistern untermalte das Ganze noch. Stundenlang könnte er hier sitzen und einfach nur dem Feuer zusehen. Doch nach Farghus' Unterricht wurde ihm wieder bewusst das auch die anderen Elemente von äußerster Wichtigkeit waren. So nahm er sich vor auch über diese etwas herauszufinden und tiefer in das Wissen der Elemente einzutauchen. Er machte sich auf dem Weg zum Gemeinschaftshaus um dort auf Diomedes zu warten, der ihm sicherlich etwas über das Element der Erde erzählen könnte und sein Verständnis dafür erweitern würde.

Verfasst: Samstag 30. April 2011, 18:52
von Xardrias
Zum ersten Mal, seit seiner Rückkehr in dieses Land, besuchte Xardrias das Fischerdörfchen Bajard um vielleicht einige alte Bekannte zu treffen. Doch das Dorf schien wie ausgestorben, einzig die vielen Händler waren dort um ihre Waren anzupreisen. Nach einem kurzem Weg durch das Dorf begab sich Xardrias wieder in Wald. Er schloss die Augen, konzentrierte sich auf das Lied und rief einen Waldgeist zu sich. Es dauerte nicht lange bis er etwas grünlich schimmerndes hinter den Bäumen hervor kommen sah. Er erhob eine Hand und legte sie auf das wunderbare Wesen, sofort lösten sich beide auf und just im selben Moment fand Xardrias sich in Vernementon wieder. Er schritt durch den dichten Wald in Richtung der Hütten als ihm plötzlich etwas Merkwürdiges auffiel: im hohen Gras auf einer kleinen Lichtung hockte eine Frau. Vorsichtig trat er durchs Unterholz auf die Lichtung zu und sah neugierig zu ihr hin. Scheinbar hatte sie auf einen der Brüder gewartet, denn als sie Xardrias sah fragte sie, ob er zu den Ahnenbaumwächtern gehören würde. Xardrias bejahte die Frage und bekam umgehend einige gut verschlossene Krüge Met in die Hand gedrückt. Dann stellte sich die Tiefländerin als Lidwina Bunjam vor und erzählte ihm, dass die neuen Druiden nichts von dem Ahnenbaum wüssten, dabei war es doch die Aufgabe der Druiden den Ahnenbaum zu bewachen. Kurz überlegte Xardrias, ob er denn etwas über den Baum wusste. Arulius hatte einmal einige Worte über ihn gesagt und sie waren dort, als sie den Hain retteten und die verfluchten Stäbe reinigten. Es war ein Ort mit sehr viel Macht, die Wurzeln des Baumes reichten durch ganz Gerimor bis hin nach Lameriast wo sie mit dem Ahnenbaum von Lameriast verbunden waren. Würde der Baum sterben, würde das ganze Land sterben, erklärte sie Xardrias ruhig. Dann redeten sie über Larel, der die Druiden bei einem Fest der Tiefländer vertreten hatte und dort anscheinend mit seiner Unwissenheit und Naivität geglänzt hatte. Aber Larel war ein guter Bruder und er würde noch früh genug alles lernen was er brauchte, davon war Xardrias überzeugt. Lidwina wollte den Druiden etwas über den Ahnenbaum beibringen und Xardrias nahm dieses dankend an.

Sie unterhielten sich noch eine Weile und machten sich dann auf den Weg zum Ahnenbaum. Dort angekommen begannen einige sonderbare Ereignisse, die Xardrias wohl so schnell nicht vergessen wird. Lidwina legte ihre Hand auf den Baum, die Rinde um die Hand herum begann grünlich zu leuchten. Plötzlich drang etwas an sein Ohr was er zuvor so noch nicht gehört hatte. Man hörte Leute singen und lachen, das Aufeinanderprallen von Schwertern und Schildern. Etwas verdutzt sah er sich um, doch konnte er nichts erkennen außer das kleine Tal. Die Änderungen im Lied schienen durch den Baum ausgelöst zu werden und Lidwina sagte es wären ihre Ahnen und Geister. Dann zog sie einen Dolch aus ihrer Tasche, dessen Griff einen Wolfskopf formte, aus dessen Maul die Klinge ragte. Sie schüttelte ihren Robenärmel nach hinten und setzte zu einem tiefen Schnitt an. Xardrias verzog schmerzhaft das Gesicht, ihm tat es schon beim Anblick weh doch Lidwina saß dort und verzog keine Miene sie schien noch nicht mal zu blinzeln. Das Blut tropfte ihren Arm runter auf eine Wurzel des Baumes. Xardrias wurde dabei schon etwas flau im Magen. Er hatte schon von so genannten Blutopfern gehört doch noch nie eines selbst miterlebt. Das mit den Geistern und Ahnen klang merkwürdig in seinen Ohren, war es doch Eluive selbst die ihnen durch den Baum Kraft gab um das Böse aus den Stäben zu vertreiben. Wenn er Farghus sehen würde müsste er ihn mal danach fragen. Lidwina legte ihren Kopf in den Nacken und begann lautstark aus voller Kehle wie ein Wolf zu heulen. Es dauerte nicht lange und die Wölfe auf Gerimor antworteten ihr. Plötzlich kamen aus dem Baum zwei prächtige Wölfe, gesellten sich je links und rechts an Lidwinas Seite und stimmten in das Geheul mit ein. Xardrias war so fasziniert von dem Schauspiel das sich ihm bot, dass er nicht einmal bemerkte wie sich Diomedes in der Zwischenzeit zu ihnen gesellt hatte. Erst als er sie grüßte sah er zu ihm und grüßte ihn ebenfalls mit einem Lächeln im Gesicht. Lidwina bemerkte Diomedes nicht, sie war gerade daran die Wölfe das Blut von ihrem Arm lecken zu lassen. Es war schon ein merkwürdiges Schauspiel was Xardrias da sah, aber er machte sich nicht viel daraus. Das war sicher die Art der Tiefländer ihren Ahnen und Geistern etwas zu opfern. Nachdem die Wölfe vom Blut gekostet hatten, verschmolzen sie wieder mit dem mächtigen Ahnenbaum. Dann sprach sie noch einen letzten Satz und erhob sich wieder vom Boden. Die drei unterhielten sich noch etwas, ehe sie beschlossen ihre Freundschaft weiter zu vertiefen und die Druiden ihre Aufgabe den Ahnenbaum zu schützen nun wieder fester in den Griff nehmen würden. So verblieb man am Abend und freute sich auf das nächste Aufeinandertreffen.

Verfasst: Freitag 16. September 2011, 19:40
von Gast
Nach dem Unterricht mit Farghus begab sich Xardrias wieder auf den Weg in den Hain. Er musste sich nun überlegen, wie seine Utensilien für die Rituale aussehen sollten. Einige Male lief er im knöchelhohen Gras auf und ab, sich dabei Gedanken machend, bis er einen schönen Platz fand an dem er sich in das Gras legte. Die untergehende Sonne tauchte den Himmel in ein mystisches Rot. Stumm daliegend betrachtete er die Wolken, welche gemächlich am Abendhimmel entlang wanderten und dabei die verschiedensten Formen annahmen. In seinem Kopf sammelten sich einige Ideen, während er dort auf dem Boden lag. Eine vorbeiziehende Wolke erinnerte ihn an das Horn eines Ochsen. Dies schien der zündende Funke gewesen zu sein. Ruckartig setzte er sich auf und grinste zufrieden denn es schien, als wolle die Allmutter ihm damit sagen, dass er als Ritualkelch ein Horn verwenden könnte. Der Himmel verdunkelte sich von Minute zu Minute immer mehr, die Sonne war schon hinter den hohen Bergen des kleinen Kessels, in dem der Hain lag, verschwunden und so machte sich Xardrias auf den Weg zu der Feuerstelle in diesem, wo er sich auf einen Baumstamm nieder las. Das Feuer schien schon einige Tage nicht mehr gelodert zu haben, jedenfalls waren nur noch einzelne Aschenreste in dem kleinen Steinkreis zu sehen. Ein kurzer Griff neben sich und Xardrias fand einige kleine Äste, die er auf die Feuerstelle warf. Voller Konzentration sah er auf die Äste und lauschte dem Lied der Allmutter. Mit Sorgfalt suchte er im Lied nach den lodernden Feuerpartikeln und begann sie über der Feuerstelle zu sammeln bis eine züngelnde Flamme daraus entstand die förmlich über den Ästen zu tanzen schien, ehe sie auf die Zweige sank und diese entfachte. Schnell wurde die nähere Umgebung in ein angenehm warmes Licht getaucht, die Flammen zuckten wild umher und wurden von dem aufkommenden Wind noch mehr angefacht. Begeistert sah Xardrias auf die Flammen. Irgendwie faszinierte ihn das Feuer doch deshalb kam er nicht an diesen Ort. Er musste überlegen wo er ein solches Horn herbekommen würde. Einige Minuten vergingen in denen Xardrias wie in Trance auf das Feuer starrte, dann kam ihm erneut eine Idee. An dem Tag als Lidwina ihn im Hain besuchte um sich nach dem Ahnenbaum zu erkundigen und die Freundschaft wieder aufzubauen hatte sie ein solches Horn am Gürtel getragen. Das war es. Xardrias musste die Thyren besuchen und sie bitten für ihn ein solches Horn anzufertigen. Hoffentlich würden sie das machen, dachte er sich und beschloss am nächsten Tag zu den Thyren aufzubrechen um ihnen seine Bitte vorzutragen. Eine Weile verharrte er noch am Feuer bis jenes erlosch, dann begab er sich in das Haus was er sich mit Berel teilte und schlief ruhig ein, die Eindrücke des vergangenen Tages nochmal verarbeitend.

Die ersten Sonnenstrahlen fielen durchs Fenster in das eher spärlich eingerichtete Haus und verkündeten gemeinsam mit dem Vogelgezwitscher den neuen Morgen. Xardrias war schon eine Weile wach, er bereitete gerade das Frühstück zu um gut gestärkt zu den Thyren aufzubrechen. Ohnehin hätte er mehr Essen sollen damit er wieder etwas auf die Rippen bekam und nicht mehr aussah als würde er jeden Moment umfallen. Nach dem Essen machte er sich langsam auf den Weg in Richtung Lameriast. Nach einer ewig dauernden Reise stand er nun vor den Toren Wulfgards. Hoffentlich ist jemand da, dachte er sich, ehe er einmal mit der Glocke läutete. Eine Weile verging bis plötzlich eine stattliche Frau hinter den Gitterstäben auftauchte, sie schien ihn zu erkennen und so konnte er nach einer kurzen Begrüßung eintreten. Die Frau stellte sich als Yorah Wikrah vor und schien eine Schamanin zu sein wie Lidwina, außerdem war noch Kanubio Bunjam anwesend und auch Lidwina selbst gesellte sich später zu ihnen. Umgehend wurde Xardrias ein deftiges Mahl auf einem riesigen Holzbrett aufgetischt und er bekam einen guten thyrischen Met zum trinken, das konnte er nach der langen Reise und Schifffahrt auch wahrlich gebrauchen. So ließ er sich nicht lange bitten und griff beherzt zu. Nach dem ausgiebigem Essen fragte Kanubio wieso er zu ihnen gekommen sei und so erzähle Xardrias von seiner Idee mit dem Trinkhorn und für was dieses dienen sollte. Kanubio schien von der Idee nicht besonders angetan und geriet in Streit mit Yora und Lidwina, die ihm die Möglichkeit sich ein Horn zu verdienen geben wollten. Xardrias war etwas unbehaglich im Magen, denn das Letzte was er wollte war einen Streit herauf zu beschwören. Doch die drei versicherten ihm, dass es der normale Umgangston bei ihnen wäre und sie nun mal etwas schroffer sind. Nach dem Streit verließ Kanubio die Runde und die beiden Frauen nahmen sich Xardrias' Bitte an. Da der Kelch für das Element der Luft steht, entschlossen sich die drei auf das Horn die thyrischen Runen der Luft darauf zu brennen und eine Rune die für den Schutz steht, falls Xardrias etwas mit dem Horn machen würde was den Thyren schadet. Xardrias war damit einverstanden und so bekam er zwei Aufgaben die es zu lösen galt, ehe er sich das Horn abholen konnte. Die eine war, dass er eine Unterrichtsstunde bei Yorah bekam, die ihm etwas über die Runen beibringen sollte. Auch damit war er einverstanden denn es konnte sicherlich nicht schaden auch über fremde Kulturen etwas zu lernen. Die zweite Aufgabe bestand darin, Yorah eine Opferschale herzustellen. Das genaue Aussehen würden die beiden dann bei dem Unterrichtstermin klären, sie sollte nur Zeichnungen des Raben enthalten. Ehe Xardrias Wulfgard wieder verließ entschuldigte er sich nochmals dafür, dass er für Streit unter den Thyren sorgte. Danach machte er sich wieder auf den Heimweg.

Wenige Tage später kam Yorah ihn im Hain besuchen um ihn in der Runenkunde zu unterrichten. Sie brachte ihm die Runen bei, die auf das Horn kommen würden, was sie bedeuten und wie sie aussehen. Es waren die Runen Perth, Belkana und Hagalaz. Hagalaz war die Rune, die die Waage zwischen den beiden anderen hielt und die Schutzrune für die Thyren. Perth steht für den neuen Anfang und Fruchtbarkeit, Berkana ist die Rune die für Klarheit, Gesundheit und Fruchtbarkeit steht. Alle drei Runen zusammen werden auf dem Horn eine sogenannte Sygille bilden. Diese ist noch mächtiger, als die einzelnen Runen erklärte sie ihm. Nach diesem Unterricht besprachen sie wie die Schale für Yorah aussehen sollte. Sie sagte falls es Xardrias gelingt, könne er das Skelett eines Raben in die Schale einarbeiten nur den Kopf wolle sie so haben. Dann einige Rabenbilder und der Rest lag frei in seiner Entscheidung. Als Yorah sich auf den Heimweg machte, begann Xardrias sofort mit der Arbeit. Zunächst musste ein geeignetes Holz gefunden werden, dafür eignete sich am besten das Holz der Eiche, war es doch sehr robust und gut zu verarbeiten. Dann streifte er durch die Wälder um das vollständig erhaltene Skelett eines Raben zu finden. Nach vielen Stunden des Umherwanderns wurde er auch endlich fündig. Er verstaute das Skelett sorgfältig in seiner Tasche und ging wieder in den Hain. Dort angekommen begann er die Knochen des Raben in das Holz einzufassen, nur den Schädel hob er auf um ihn Yorah persönlich zu geben. Dann begann er damit einige Raben auf die Schüssel zu malen. Einen malte er mit ausgebreiteten Flügeln, damit es so aussah, als würde er fliegen. Da es den Anschein hatte, dass Yorah eine robuste Frau war, malte er auch einen Raben der sich gerade auf seine Beute stürzte und diese fraß. Der letzte Rabe trug etwas im Schnabel was aussah wie ein Auge, so wie Yorah es ihm erklärt hatte. Einige Male drehte er die Schale in seiner Hand, sie dabei kritisch musternd. Hier und da besserte er noch einige Sachen aus, ehe er zufrieden nickte und die Schale zum trocknen sicher verstaute.

Die Schale war nun fertig und er würde bald sein Horn abholen können, fehlte nur noch die Scheibe, der Ritualdolch und der Stab. Wieder setzte sich Xardrias an die Feuerstelle im Hain. Hier hatte er, nachdem der alte Hain abgebrannt war, seine erste Unterrichtsstunde im neuen Hain von Arulius bekommen. Seufzend starrte er auf die Feuerstelle. Wo Arulius sich wohl gerade befand? Er dachte die ganze Zeit darüber nach. Arulius war sein Lehrer und ein enger Vertrauter. Diese Stelle am Hain bedeutete ihm viel und er verband sie mit Arulius. Der Walnussbaum hinter ihm wuchs prächtig und trug schon die ersten kleinen Früchte. Plötzlich knackte es etwas lauter über seinem Kopf. Schützend riss er die Arme hoch, ein kleiner Ast hatte sich vom Baum gelöst und war direkt vor seinen Füßen gelandet. Kurz betrachtete er den Ast und erinnerte sich an Farghus Worte. Der Ast wird sich seinen Besitzer selbst aussuchen und man solle stets die Augen aufhalten. Vorsichtig hob er den Ast auf. Dann war dies wohl das nächste Utensil, welches er benötigte, der Stab. Er war zwar nicht groß, aber dennoch stabil genug und so einen Wink musste man wohl einfach verstehen, es wäre nur noch deutlicher gewesen wenn er ihm auf den Kopf gefallen wäre. Jetzt fehlten nur noch zwei der Sachen, doch auch für den Dolch hatte er schon eine Idee. Er wollte einen Ritualdolch aus Mithrill von den meisterhaftesten Schmieden des Landes. So beschloss er den Zwergen eine Nachricht zukommen zu lassen, nachdem er sein Trinkhorn bekommen hatte.

Verfasst: Montag 3. Oktober 2011, 15:55
von Gast
Das Treiben um Bajard herum lies ihn in den letzten Tagen kaum zur Ruhe kommen, der wütende Sturm draußen tobte unaufhaltsam und er saß zufrieden im Gemeinschaftsraum. Nun hatte er einen Augenblick für sich. Erschöpft von den Ritualen der vergangenen Tage, die dieses Unwetter heraufbeschworen hatten, saß er am Tisch und versuchte die gewonnenen Eindrücke der letzten Wochen zu verarbeiten. Langsam zog er sich in sich zurück, dabei der beruhigenden Melodie des Liedes lauschend und seinen Körper darauf einstimmend. Er lies sich förmlich vom gewobenem Lied hinfort tragen und vergaß so die dinge, welche ihn zurzeit belasteten. Tief atmete er ein und aus, dabei alles Negative beiseite schiebend. Einige Male blinzelte er als die Augen wieder geöffnet wurden, dann sah er sich im Raum um und wirkte nachdenklich. Seine Gedanken fanden sich wieder bei den Utensilien für die Rituale. Er hatte so viel um die Ohren, dass er vergass zu den Zwergen zu gehen für den Athame und auch das Lebensrad fehlte ihm noch. Seufzend grübelte er einen Moment lang und machte sich Gedanken wie sein Lebensrad aussehen sollte. Eines aus Holz wäre sicher schön, so wie das von Farghus und mit Holz konnte er auch selbst arbeiten, immerhin hatte er auch Yorahs Schale ganz alleine hergestellt. Dann nickte er zufrieden. Also würde es schon einmal aus Holz sein das er wenigstens für einen Teil der Utensilien keine fremde Hilfe benötigte. Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen verließ er das Gemeinschaftshaus wieder und ging durch die dichten Wälder des Hains, sich nach einem geeignetem Holz für sein Lebensrad umzusehen. Nahezu lautlos konnte er sich durch das dichte Gestrüpp im Unterholz fortbewegen, er konnte sich anhand der Bäume orientieren und wusste genau wo er war. Ein normaler Mensch würde nicht einmal den übernächsten Baum erkennen in diesem dichten Wald. Auf dem schmalen Pfad in der Mitte des Waldes wurde er dann fündig. Eine mächtige alte Eiche hatte wohl keine Chance gehabt sich gegen den Stum zu wehren und lag quer über dem Weg. Schweren Herzens besah er sich den umgefallenen Baum. Der Stamm der Eiche war viel zu dick für ein Lebensrad, ein Ast würde sich besser eignen. So suchte er sich einen Ast der ungefähr den Durchmesser eines normalen Tellers hatte und begann damit ihn abzusägen. Nach der ersten schweistreibenden Arbeit fiel der Ast endlich zu Boden. Außer Atem sah er auf den schweren Ast, von dem er nun noch einen dünne Scheibe absägen musste. Der Schnitt war zwar etwas schief aber das würde er nachher beim Schleifen und Hobeln noch ausbessern.
Mittlerweile patschnass kam er im Gemeinschaftshaus an und legte seinen Robe neben das offene Feuer um sie zu trocknen. Dann setze er sich auf die Bank, dem Feuer zugewandt. Ein Eingriff ins Lied und das Knistern des Feuers darin war deutlich zu spüren, er mochte das Feuer und seinen Klang. Die Flammen auf der Feuerstelle loderten höher und erhellten nun den ganzen Raum. Die Hitze schlug ihm entgegen, zufrieden stellte er die noch unbehandelte Eichenholzscheibe neben sich, sodass auch sie in Ruhe trocknen konnte. Seine Augenlider wurden mit jeder Minute schwerer, bis er erschöpft vor dem Feuer einschlief.

Der nächste Tag brach an, begleitet vom Vogelgezwitscher, langsam und noch sehr verschlafen öffnete Xardrias die Augen und sah sich einen Moment lang hilflos um. Dann erkannte er endlich wo er sich befand und dass er vor dem Feuer eingeschlafen war. Die Flammen loderten immernoch leicht und die Holzscheibe war nahezu getrocknet. Jetzt konnte er mit der eigentlichen Arbeit beginnen.

Er suchte sich einen schönen Platz im Hain und lies sich auf einem der vielen Baumstämme nieder, dann holte er einen Hobel aus seiner Tasche und begann die Unebenheiten der Scheibe wegzuhobeln. Span um Span wurde das Holz abgetragen und die Holzscheibe wurde glatter und dünner. Dies machte er auf beiden Seite bis fast alle Unebenheiten entfernt waren und die Scheibe eine annehmliche Dicke hatte. Als diese Arbeit beendet war zückte er einen Dolch aus der Tasche und ritzte runde Formen in die Holzscheibe. Feine Spiralen waren zu erkennen. Wenn man einer vom äußeren Rand der Scheibe mit dem Finger folgt so wird man zu einigen anderen Spiralen am Rand kommen und schließlich in der Mitte der Scheibe landen. Von der Mitte aus führen die Spiralen dann wieder nach außen in einem scheinbar nie enden wollenden Kreislauf, ganz so wie der Kreislauf der Natur. Hier und da wurden noch kleine Verzierungen eingeschnitzt, prüfend besah sich Xardrias das Stück ehe er zufrieden lächelte und es stolz vor sich in den Händen hielt.

[img]http://img412.imageshack.us/img412/2987/spirale.jpg[/img]

Behutsam legte er das gute Stück auf die Wiese und lauschte der Melodie der Allmutter. Ein kleiner glühender Lichtschimmer erschien vor ihm und sank langsam auf die Holzscheibe in eine der Spiralen. Es sah aus wie ein etwas größerer Funke eines Feuers. Xardrias konzentrierte sich auf diesen Funken und bewegte ihn mit Hilfe des Elementes Wind durch die feinen Spiralen. Kurz glühte das Holz darunter auf und qualmte ein wenig. Wo der Funke schon durch war entstand eine schwarze Schicht, die sich schützend über die Spiralen legte. Als der Funke durch alle Linien gehuscht war, erlosch er wieder und hinterließ die Spiralen komplett in Schwarz. Wieder überflog er seine Scheibe, dann holte er lächelnd einige Früchte aus seiner Tasche und legte sie auf die Holzscheibe vor sich. Die Augen wurden geschlossen und wieder lauschte er sinnlich der Melodie und begann leise, fast flüsternd, zu sprechen:

„Eluive, Schöpferin aller Lebewesen, große Mutter der unseren Welt. Ich Xardrias, einer der Wenigen den du mit deiner Gabe gesegnet hast um den Kreislauf des Lebens zu schützen und das Gleichgewicht der Welt zu wahren, wende mich mit einer Bitte an dich. Hilf mir dieses von meiner Hand erschaffene Lebensrad mit der Macht des Elementes Erde zu erfüllen, um so seiner Bestimmung als Werkzeug der Erde gerecht zu werden. “


Nach diesen Worte spürte er förmlich wie sich eine Macht um ihn auftat, dabei lief ihm ein kalter ehrfürchtiger Schauer über den Rücken und er wusste, dass Mutter ihm in diesem Moment beiseite stand. Wieder begann er zu flüstern.


„Element des Ostens, kostbare Erde aus der das Leben entsteht und wohin es wieder zurückkehrt, beruhigender Pol unter den Elementen. Ich rufe dich um mir einen Teil deiner Macht zur Verfügung zu stellen und diese in meinem Lebensrad zu bündeln. Nimm diese Gaben auf dem Rad als Zeichen meines Dankes an.“


In der Melodie machte sich ein ruhiges Grollen breit wie bei einem leichtem Erdrutsch, Xardrias lauschte dem Grollen und lenkte es in die Richtung seines Lebensrades. Der Boden unter der Scheibe erzitterte kurz und lies auch die Scheibe unruhig umher tanzen. Wieder leuchteten die Spirallinien der Scheibe auf, diesmal jedoch alle. Von einem leichten Glimmen wurde es zu einem sehr hellen Leuchten. Die Energie der Erde wurde in der Scheibe gespeichert. Als die Spiralen wieder an Helligkeit verloren, verschwand auch das Obst mit ihr und das Grollen der Erde in der Melodie wurde davon getragen und vermischte sich wieder mit den anderen Elementen, so das alles wieder in seinem normalen Zustand war. Xardrias nahm die Scheibe wieder an sich und spürte, dass sie nun mit dem Element der Erde ermächtigt war. Sorgsam verstaute er sie in der Tasche und zog einen Trinkschlauch mit Milch hervor, die er mit den Worten
„Ich danke dir für deine Hilfe Mutter, nimm auch du dieses Opfer als Zeichen meines Dankes an.“
großzügig auf dem Boden verteilte. Die Macht um ihn herum legte sich wieder und ein zufriedenes und dankbares Lächeln legte sich auf seine Züge. Frohen Mutes machte er sich wieder auf den Weg in das Gemeinschaftshaus, wartend was der Tag noch so bringen würde.

Verfasst: Sonntag 6. November 2011, 20:10
von Gast
Die Idee von Xardrias seinen Athame von den Zwergen aus ihrem edlen Metall, dem Mithrill, fertigen zu lassen wurde jäh zerstört. Die Zwerge hatten scheinbar eine Art Pakt mit den Letharen geschlossen und beschützten diese nun auch noch. Sicher wusste Xardrias das auch die Letharen ein recht zu Leben hatten auch wenn sie so verblendet waren vom Hass und Alathar. Doch das Risiko wollte er nicht eingehen, so musste er sich etwas neues für seinen Ritualdolch einfallen lassen. Einige runde drehte Xardrias durch den Hain und hielt Ausschau nach etwas brauchbarem was er für seinen Athame verwenden könnte. Er sammelte verschiedene Holzstücke, Steine und auch einige Muscheln aus dem Fluss der den Hain umgab dann machte er sich wieder auf den Weg zu seiner Hütte.

Seinen Mitbewohner und guten Freund Berel hatte er schon lange nicht mehr gesehen und so setzte er sich wieder alleine an den Tisch in der Raummitte und packte sein Sammelsurium an Gegenständen behutsam aus. Er breitete alles aus und lies seinen Blick über die verschiedenen Gegenstände gleiten. Ein altes getrocknetes Holzstück, wohl von einer Birke, fiel ihm besonders auf, es hatte schon fast die Form eines Griffes und musste nur noch ein wenig bearbeitet werden. Gemütlich schlenderte er zum Gemeinschaftshaus, auf der Bank vor dem Haus traf er Aremion an der ihm begeistert erzählte dass er seinen ersten Unterricht von Farghus erhalten hatte. Sich über Aremions Erzählungen freuend setze er sich neben ihn auf die Bank und lauschte seinen Worten. Währenddessen zückte er einen Dolch und das Birkenstück aus seiner Tasche und begann damit die Form des Griffes daraus zu schnitzen. Aremion sah ihm interessiert zu und fragte sofort was er da mache, Xardrias erklärte ihm das er dabei ist seine Sachen die man für ein Ritual benötigt herzustellen und zu sammeln. Und das er gerade am Griff für seinen Ritualdolch auch Athame genannt arbeitete. Span um Span trug er von dem Holzstück ab und nach einer Weile konnte man es schon fast für einen Holzgriff halten, nur noch einige Unebenheiten mussten beseitigt werden, dann nahm es das gute Stück prüfend ihn die Hand und probierte ob es sich gut anfühlte. Zufrieden nickte er, jetzt musste er noch die Aufnahme für die Klinge hinein arbeiten und dann Verzierungen anbringen. Doch zunächst wollte er sich die Klinge Schmieden lassen, er hatte sich überlegt das es eine Geschwungene sein sollte und diese wenn schon nicht aus Mithrill dann wenigstens aus Diamant bestehen sollte.

So machte er sich auf die Suche nach einem Schmied und wurde auch vor Berchgard fündig, in der Waffen- und Hufschmiede Sayn traf er auf einen fähigen Schmied der ihm diese Klinge herstellte. Zufrieden und glücklich machte er sich wieder auf den Weg in den Hain um dort die Klinge in seinen Griff anzupassen. Nach einiger Arbeit verschmolzen Griff und klinge und fügten sich zu einem Ganzen. Jetzt fehlte nur noch die Verzierung für seinen Dolch, der Dolch symbolisierte die Luft doch er wollte auf den griff Flammen einritzen die sich scheinbar um den Griff herum schlängelten da er fand das dies gut zu ihm passen würde. Also nahm er wieder einen Dolch zur Hand und begann die feinen Flammen hinein zu ritzen, immer wieder wurde sein Werk kritisch beäugt, an einigen Stellen etwas ausgebessert und dann fortgesetzt. Es strenge ihn nach einer Zeit an sich so darauf zu konzentrieren, als er die letzte flamme fertig hatte atmete er erleichtert durch und wischte sich einmal über die Stirn. Dann betrachtete er ein letztes mal den Griff und lächelte glücklich. Der Griff wurde ins Feuer gehalten um ihn leicht einzuschwärzen und so die Flammen noch besser sichtbar zu machen. Stolz hielt er den Dolch vor sich in die Höhe und betrachtete ihn nochmals rundherum.

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Verfasst: Donnerstag 15. Dezember 2011, 22:58
von Gast
Ereignisreiche Wochen lagen hinter Xardrias. Yasme wurde von dem Bösen befreit, welches sie in ihren Fängen hielt und gemeinsam mit den Schwestern, den Elfen und den Thyren hatten die Brüder die dunkle Bedrohung vernichtet. Nun brach hoffentlich eine ruhigere Zeit an und Xardrias konnte endlich an seinen Sachen weiterarbeiten. Der Dolch musste noch seine Macht erhalten, dann hatte er alle seine Ritualgegenstände komplett.

Der Schnee rieselte in feinen Flocken vom Himmel und bedeckte das Land mit seinem strahlend weissen Kleid, als Xardrias an diesem ruhigen Abend im Alatner beschloss seinem Dolch die Kraft einzuhauchen, die ihm noch fehlte. Er packte sich einen kleinen Büschel Wildkraut und suchte sich einen Platz im Hain der ihm geeignet dafür schien. Dort lies er sich im hohen Schnee nieder. Vor sich einen kleinen Platz freischaufelnd, legte er dann den Dolch auf die Erde. Daneben stellte er eine kleine Schüssel in die er das Wildkraut gab. Ein kurzer Eingriff ins Lied erfolgte und Funken flogen über das Wildkraut, welches davon entzündet wurde. Der süssliche Rauch stieg aus der Schale empor in die kalte Winterluft. Xardrias nahm einige Atemzüge davon und sah wieder zu seinem Dolch, die Augen schlossen sich allmählich und er konzentrierte sich auf die Melodie die ihn ständig umgab. Ein Gefühl der Macht durchfloss ihn, welches vom Hain ausging. Leise durchatmend und so gestärkt erhob er seine Stimme: „Element des Nordens, tosende, aufbrausende und auch treibende Luft, hiermit rufe ich dich damit du mir einen Teil deiner Kraft schenkst für diesen Athame der vor mir liegt. Ich überlasse dir dieses Rauchopfer als Zeichen meiner Dankbarkeit.“ Andächtig lies er den Kopf sinken und lauschte weiter dem Lied, die Harmonien der Luft nahmen plötzlich zu und von hinten kam ein sanfter Wind auf der sein braunes langes Haar durch die Luft wehen lies. Es schien als würde der Dolch einen Teil der Luft in sich aufnehmen und darin speichern, denn als der Wind wieder verebbte konnte Xardrias beim untersuchen der Klangstruktur einen großen Anteil Luft in seinem Athame ausmachen. Zufrieden nickte er und lächelte, ehe er sich aus dem Schnee erhobt, seine Robe sauber klopfte und noch einen Krug Milch auf der freien Stelle vergoß. „Dies ist für dich Eluive, ich danke dir für alles was du schon für mich getan hast“. Voller Ehrfurcht drehte er sich um und es schien als ob die Liebe der Allmutter ihn kurz umspielte. Er fühlte sich geborgen, so geborgen wie in jenen momenten als Mutter ihnen beistand. Er liebte dieses Gefühl, und es rief ihm immerwieder ins Gedächtnis wofür er das alles auf sich nahm. Um das Gleichgewicht und das Leben zu schützen und somit Eluive zu unterstützen und ihren Auftrag mit voller Aufopferung auszuführen.

Wieder im Gemeinschaftshaus angekommen, sank er erschöpft auf einen Stuhl. Nun hatte er alle Gegenstände, die er benötigte. Mit der Zeit würden diese an Macht gewinnen, so wie die von Farghus, welche eine Schier unendliche Macht austrahlten. Geschafft aber dennoch zufrieden nickte er noch im Gemeinschaftshaus ein.