Vom Dämonen gehetzt und dennoch glücklich
Verfasst: Freitag 15. April 2011, 03:02
14.Wechselwind 254
Ich bin aufgewacht und habe geschrieben. Stundenlang. Wenn ich mich schon schonen muss, dann mache ich etwas Sinnvolles. Als ich dann den Sire in seinem Schlafgemach auf und ab gehen hörte, bin ich schnell die Treppen herab gelaufen um seinen Tee und auch meine, den bitteren, vorzubereiten. Dabei habe ich in aller Ruhe nachgedacht, wie ich die Angelegenheit, die mich gestern so bedrückt hat, klären könnte. Schließlich habe ich versprochen über alles zu reden. Nur wie genau ich den Anfang finden, war mir noch unklar. Aber mein Sire kennt mich viel zu gut. Er hat bereits etwas gemerkt. Vielleicht an meiner Begrüßung, die eher wortkarg und höflich wie immer, aber emotionslos ausgefallen ist. Was sonst nie üblich ist. Meist wird mein Sire mit einem Wortschwall begrüßt und mit allem, was mir nur einfällt und was vielleicht wichtig wäre, überfallen.
Stimmt etwas nicht, Niowe?
Doch Sire?
Was ist los, Niowe?
Ich habe nichts getan Sire? , antworte ich während ich rasch in Windeseile überlege, ob ich eventuell gestern noch ein Stück Porzellan vernichtet habe, nein das habe ich nicht. Überanstrengt auch nicht, weil ich nach dem Ausflug mit dem Sire, wie versprochen das Haus nicht mehr verlassen habe auch heute noch nicht. Den Tee habe ich auch getrunken. Nein, diesmal bin ich rein wie die Kutte eines Mönchs. Ich hoffe mal die sind rein, ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung. Aber die von Diakon Aaron waren bisher immer makellos.
Bei Koras muss ich mich noch entschuldigen, Sire, fällt mir ein.
Dir widerstrebt meine Anordnung, Niowe?
Nein tut sie nicht, sie ist nur sonderbar, weil Vater mich bereits nach einem Tag aus dem Bett gezerrt hätte.
Also kommt sie dir ungerecht vor und widerstrebt dir?
Nein, ich verstehe sie nur nicht. Ihr verweichlicht mich doch damit Sire! Jetzt habe ich es ausgesprochen!
Tue ich das, Niowe?
Ja, doch Sire!.......denke ich, füge ich an. Ich bin es ja gewohnt dass man mich herum kommandiert. Vater hätte diese Ruhe mir niemals gegönnt! Er mochte es nicht, wenn man mit Schmerzen jammernd im Bett lag. Ich kann mich noch gut an mein aufgeschundenes, blutendes Knie, da war ich noch ein Kind, erinnern. Weinend bin ich ins Haus gelaufen und Vater stand dann vor mir. Hat mich nur angesehen und gemeint, Schmerzen werden ab sofort ertragen Tochter und es besteht kein Grund mit deinem Geheule das ganze Haus in Aufruhr zu bringen. Dann hat er sich umgedreht und ist gegangen und ich habe vor Schreck völlig auf mein Knie vergessen und auch darauf zu weinen. Micheil hat dann die Wunde gereinigt und verbunden und ich dabei meine Tränen unterdrückt.
Bleiben wir bei den Tatsachen, Niowe! Du bist von einer 3 Mannshohen Mauer gefallen, hättest du das kopfüber getan, wärst du nun tot oder würdest für den Rest deines Lebens im Bett liegen. Hm, denke ich, er hat recht, aber so habe ich das nicht gesehen, es ging so schnell, und die Peinlichkeit vor Herrn Bernaus Füssen zu landen, war für mich eigentlich damals das einzige schockierende gewesen.
Niowe, als Knappin hast nicht nur du Pflichten. Auch ich habe welche als Ritter, das bedeutet, dass ich das Wohlergehen meines Schützlings sicherstellen muss, und auch, dafür zu sorgen, dass er nach einer Verletzung ausreichend Genesung und Ruhe bekommt.
Außerdem denke ich, dass dir ein etwas ruhigeres Tempo gut tut.
Dann muss ich mich entschuldigen, Sire, spreche ich nun sehr leise aus. Bei Temora ich habe ihm Unrecht getan. So habe ich diese Angelegenheit noch nie betrachtet.
Was ich hiermit tue, Sire!
Solange du es nicht aussprichst, gibt es nichts zu entschuldigen!
Aber ich habe Euch Unrecht getan in meinen Gedanken, Sire!
Niowe, dass du ein Heißsporn bist, ist mir bekannt, dass du ab und an einen Dickkopf hast auch, der hat dich vermutlich vor schlimmeren bewahrt.
Ich hätte Euch am liebsten zu Alatar und zurück gewünscht, aber ich tat es nicht, es tut mir aufrichtig leid Sire. Ich werde das auch beichten.
Ihr wärt nicht die erste, die sich das wünscht, Niowe!
Aber ich würde das niemals wollen Sire! Ich dachte nur Ihr behandelt mich anders, weil ich kein Mann bin wie Herrn Bernau oder Katuri. Jetzt ist er heraus und ich bin erleichtert mit einem Male.
Natürlich behandle ich dich anders als die zwei, Niowe. Aber nur aus dem einen Grund, weil du andere Dinge zu lernen hast. Ich müsste die beiden nicht zu einer an den Hof gebetenen Lady erziehen. Männer haben es einfacher als Damen. Aber bisher glaube ich nicht, dass ich dir eine derartige Sonderbehandlung angedeihen ließ. Bis auf das Krafttraining. Das liegt aber in der Natur der Frauen, die sind weniger stark dafür aber geschickter. Daher musst du auch die Steine heben. Außerdem sind die Jungs von Haus aus gute Esser, was dir fehlt. Sobald das Wetter beständiger ist, habe ich eine schöne Übung für dich was die Geduld angeht, Niowe. Du gehst einmal pro Woche angeln, das ist immer einen Geduldübung und da passiert manchmal den ganzen Tag nichts und du wirst damit deine hubbelige Art ablegen und wenn das nicht hilft gehen wir mit Diakon Aaron meditieren. Wunderbar angeln tue ich gerne, habe es aber seit meinem Eintritt ins Regiment nicht mehr getan und meditieren mit Aaron klingt sehr verlockend. Am besten gleich beides bitte, denke ich.
Wir haben uns dann noch eine Weile unterhalten und die ganze Last des gestrigen Tages war wie weggeblasen. Danach sind wir an einen Ort trainieren gegangen, den ich nie zuvor gesehen hatte. Es lief soweit alles gut bis dieser Oberuntote Magier mir eines mit seinem Magierstab über den Kopf gezogen hat. Ich wollte noch zu ihm sagen, bitte nicht den Kopf, aber schon war es zu spät und ich lag da benommen ihm zu Füssen. Zum Glück hat er nicht die Stelle getroffen, wo meine Narbe eben erst verheilt ist. Aber dank meines Sires ist er dann mir zu Füssen gelegen, so schnell geht das.
Tiefer in den dunklen Gängen als ich vor einer Anzahl lebloser Körper diverser Wesen stand und eher recht locker mir dachte, es geht doch. Der Sire kann mich ruhig noch ein wenig mehr fordern, kommt er raschen Schritts aus irgendeiner dunklen Ecke und meint, „sieh nur Niowe ich habe deine Aufgabe im Schlepptau “. Ich wende mich ihm zu und betrachte ein wenig verwundert das unbekannte Wesen das ziemlich schnell hinter ihm her läuft oder fliegt, oder beides. Gewaltige Schwingen hatte es jedenfalls, das konnte ich erkennen.
Was ist das Sire?, rufe ich ihm zu.
Ein Dämon, Niowe! Und schon laufe ich, der Dämon natürlich nun hinter mir her, wie sollte es anders sein? Ich wollte gefordert werden aber nicht überfordert. Sicher ich wollte hier einen sehen! Aber ein wenig Vorbereitung hätte mir gut getan, denke ich während ich um eine Ecke des Gangs springe, um mich dort auf diesen Dämon vorzubereiten. Er sieht irgendwie so anders aus, als jene die ich bereits zu Gesicht bekam. Dabei stolpere ich in dem düsteren Gang über einen der Felsen und liege, wie sollte es anders sein unter dem Dämon der mit erstaunlicher Geschwindigkeit einfach da ist und über mir steht. Wenigstens bin ich nicht tief gefallen diesmal, das beruhigt. Was mich weniger beruhigt ist, dass dieser Dämon mich nun anstarrt und ich starre zu ihm auf. Wage es ja nicht auf mich zu stiegen!, denke ich und der gütigen Herrin sei Dank er lässt ab von mir. Eine Schwinge streift über mein Gesicht bei der Drehung und ich halte den Atem an vor Schreck. Langsam erhebe ich mich, und gehe um die Ecke. Da liegt nun mein Dämon, niedergestreckt von meinem Sire. Mit einer Mischung aus Neugier und ein wenig Ekel betrachte ich das Wesen. Das nächste Mal wird mich kein Dämon mehr überraschen, das habe ich mir versprochen.
Ich bin aufgewacht und habe geschrieben. Stundenlang. Wenn ich mich schon schonen muss, dann mache ich etwas Sinnvolles. Als ich dann den Sire in seinem Schlafgemach auf und ab gehen hörte, bin ich schnell die Treppen herab gelaufen um seinen Tee und auch meine, den bitteren, vorzubereiten. Dabei habe ich in aller Ruhe nachgedacht, wie ich die Angelegenheit, die mich gestern so bedrückt hat, klären könnte. Schließlich habe ich versprochen über alles zu reden. Nur wie genau ich den Anfang finden, war mir noch unklar. Aber mein Sire kennt mich viel zu gut. Er hat bereits etwas gemerkt. Vielleicht an meiner Begrüßung, die eher wortkarg und höflich wie immer, aber emotionslos ausgefallen ist. Was sonst nie üblich ist. Meist wird mein Sire mit einem Wortschwall begrüßt und mit allem, was mir nur einfällt und was vielleicht wichtig wäre, überfallen.
Stimmt etwas nicht, Niowe?
Doch Sire?
Was ist los, Niowe?
Ich habe nichts getan Sire? , antworte ich während ich rasch in Windeseile überlege, ob ich eventuell gestern noch ein Stück Porzellan vernichtet habe, nein das habe ich nicht. Überanstrengt auch nicht, weil ich nach dem Ausflug mit dem Sire, wie versprochen das Haus nicht mehr verlassen habe auch heute noch nicht. Den Tee habe ich auch getrunken. Nein, diesmal bin ich rein wie die Kutte eines Mönchs. Ich hoffe mal die sind rein, ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung. Aber die von Diakon Aaron waren bisher immer makellos.
Bei Koras muss ich mich noch entschuldigen, Sire, fällt mir ein.
Dir widerstrebt meine Anordnung, Niowe?
Nein tut sie nicht, sie ist nur sonderbar, weil Vater mich bereits nach einem Tag aus dem Bett gezerrt hätte.
Also kommt sie dir ungerecht vor und widerstrebt dir?
Nein, ich verstehe sie nur nicht. Ihr verweichlicht mich doch damit Sire! Jetzt habe ich es ausgesprochen!
Tue ich das, Niowe?
Ja, doch Sire!.......denke ich, füge ich an. Ich bin es ja gewohnt dass man mich herum kommandiert. Vater hätte diese Ruhe mir niemals gegönnt! Er mochte es nicht, wenn man mit Schmerzen jammernd im Bett lag. Ich kann mich noch gut an mein aufgeschundenes, blutendes Knie, da war ich noch ein Kind, erinnern. Weinend bin ich ins Haus gelaufen und Vater stand dann vor mir. Hat mich nur angesehen und gemeint, Schmerzen werden ab sofort ertragen Tochter und es besteht kein Grund mit deinem Geheule das ganze Haus in Aufruhr zu bringen. Dann hat er sich umgedreht und ist gegangen und ich habe vor Schreck völlig auf mein Knie vergessen und auch darauf zu weinen. Micheil hat dann die Wunde gereinigt und verbunden und ich dabei meine Tränen unterdrückt.
Bleiben wir bei den Tatsachen, Niowe! Du bist von einer 3 Mannshohen Mauer gefallen, hättest du das kopfüber getan, wärst du nun tot oder würdest für den Rest deines Lebens im Bett liegen. Hm, denke ich, er hat recht, aber so habe ich das nicht gesehen, es ging so schnell, und die Peinlichkeit vor Herrn Bernaus Füssen zu landen, war für mich eigentlich damals das einzige schockierende gewesen.
Niowe, als Knappin hast nicht nur du Pflichten. Auch ich habe welche als Ritter, das bedeutet, dass ich das Wohlergehen meines Schützlings sicherstellen muss, und auch, dafür zu sorgen, dass er nach einer Verletzung ausreichend Genesung und Ruhe bekommt.
Außerdem denke ich, dass dir ein etwas ruhigeres Tempo gut tut.
Dann muss ich mich entschuldigen, Sire, spreche ich nun sehr leise aus. Bei Temora ich habe ihm Unrecht getan. So habe ich diese Angelegenheit noch nie betrachtet.
Was ich hiermit tue, Sire!
Solange du es nicht aussprichst, gibt es nichts zu entschuldigen!
Aber ich habe Euch Unrecht getan in meinen Gedanken, Sire!
Niowe, dass du ein Heißsporn bist, ist mir bekannt, dass du ab und an einen Dickkopf hast auch, der hat dich vermutlich vor schlimmeren bewahrt.
Ich hätte Euch am liebsten zu Alatar und zurück gewünscht, aber ich tat es nicht, es tut mir aufrichtig leid Sire. Ich werde das auch beichten.
Ihr wärt nicht die erste, die sich das wünscht, Niowe!
Aber ich würde das niemals wollen Sire! Ich dachte nur Ihr behandelt mich anders, weil ich kein Mann bin wie Herrn Bernau oder Katuri. Jetzt ist er heraus und ich bin erleichtert mit einem Male.
Natürlich behandle ich dich anders als die zwei, Niowe. Aber nur aus dem einen Grund, weil du andere Dinge zu lernen hast. Ich müsste die beiden nicht zu einer an den Hof gebetenen Lady erziehen. Männer haben es einfacher als Damen. Aber bisher glaube ich nicht, dass ich dir eine derartige Sonderbehandlung angedeihen ließ. Bis auf das Krafttraining. Das liegt aber in der Natur der Frauen, die sind weniger stark dafür aber geschickter. Daher musst du auch die Steine heben. Außerdem sind die Jungs von Haus aus gute Esser, was dir fehlt. Sobald das Wetter beständiger ist, habe ich eine schöne Übung für dich was die Geduld angeht, Niowe. Du gehst einmal pro Woche angeln, das ist immer einen Geduldübung und da passiert manchmal den ganzen Tag nichts und du wirst damit deine hubbelige Art ablegen und wenn das nicht hilft gehen wir mit Diakon Aaron meditieren. Wunderbar angeln tue ich gerne, habe es aber seit meinem Eintritt ins Regiment nicht mehr getan und meditieren mit Aaron klingt sehr verlockend. Am besten gleich beides bitte, denke ich.
Wir haben uns dann noch eine Weile unterhalten und die ganze Last des gestrigen Tages war wie weggeblasen. Danach sind wir an einen Ort trainieren gegangen, den ich nie zuvor gesehen hatte. Es lief soweit alles gut bis dieser Oberuntote Magier mir eines mit seinem Magierstab über den Kopf gezogen hat. Ich wollte noch zu ihm sagen, bitte nicht den Kopf, aber schon war es zu spät und ich lag da benommen ihm zu Füssen. Zum Glück hat er nicht die Stelle getroffen, wo meine Narbe eben erst verheilt ist. Aber dank meines Sires ist er dann mir zu Füssen gelegen, so schnell geht das.
Tiefer in den dunklen Gängen als ich vor einer Anzahl lebloser Körper diverser Wesen stand und eher recht locker mir dachte, es geht doch. Der Sire kann mich ruhig noch ein wenig mehr fordern, kommt er raschen Schritts aus irgendeiner dunklen Ecke und meint, „sieh nur Niowe ich habe deine Aufgabe im Schlepptau “. Ich wende mich ihm zu und betrachte ein wenig verwundert das unbekannte Wesen das ziemlich schnell hinter ihm her läuft oder fliegt, oder beides. Gewaltige Schwingen hatte es jedenfalls, das konnte ich erkennen.
Was ist das Sire?, rufe ich ihm zu.
Ein Dämon, Niowe! Und schon laufe ich, der Dämon natürlich nun hinter mir her, wie sollte es anders sein? Ich wollte gefordert werden aber nicht überfordert. Sicher ich wollte hier einen sehen! Aber ein wenig Vorbereitung hätte mir gut getan, denke ich während ich um eine Ecke des Gangs springe, um mich dort auf diesen Dämon vorzubereiten. Er sieht irgendwie so anders aus, als jene die ich bereits zu Gesicht bekam. Dabei stolpere ich in dem düsteren Gang über einen der Felsen und liege, wie sollte es anders sein unter dem Dämon der mit erstaunlicher Geschwindigkeit einfach da ist und über mir steht. Wenigstens bin ich nicht tief gefallen diesmal, das beruhigt. Was mich weniger beruhigt ist, dass dieser Dämon mich nun anstarrt und ich starre zu ihm auf. Wage es ja nicht auf mich zu stiegen!, denke ich und der gütigen Herrin sei Dank er lässt ab von mir. Eine Schwinge streift über mein Gesicht bei der Drehung und ich halte den Atem an vor Schreck. Langsam erhebe ich mich, und gehe um die Ecke. Da liegt nun mein Dämon, niedergestreckt von meinem Sire. Mit einer Mischung aus Neugier und ein wenig Ekel betrachte ich das Wesen. Das nächste Mal wird mich kein Dämon mehr überraschen, das habe ich mir versprochen.