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Wissen ist Macht - Lehrstunde für die Frischlinge

Verfasst: Mittwoch 13. April 2011, 17:36
von Anveena Midame
Langsam überblickte Anveena den Bereich.
Ja es sah gut aus. Mit einem kleinen Fingerhieb und einer sachten Bewegung nach vorne, schob Sie noch eine Flasche an die rechte Position und dann hiess es warten.
Ja, warten, bis die Schüler den Raum betreten, sich ihren Platz aussuchten und wissbegierig der Dame vorne ihre Aufmerksamkeit schenken.
Anveena musste schmunzeln.
Lange hatte Sie überlegt, wie Sie Wissen interessant in eine Unterrichtseinheit verpackt, wie Sie das, was Sie mitteilen wollte, verständlich zu jedem einzelnen brachte, wie Sie ihren Worten Kraft gab, indem Sie die praktische Methode vor der grauen Theorie vorziehen würde.
Ja, Theorie...Theorie ist gut...doch zuviel, lässt den Geist ermüden und ein Desinteresse heranwachsen.
Sie erinnerte sich zu gut an die überfüllten Sääle in der Bibliotheksstadt, wo weit vorne ein alter Professor stand, der monoton seine Formeln hinunterfaselte wie ein Kleinkind ein Gedicht vor seinen Eltern.
Die vielen müden Gesichter, abgestützt auf ihren Armen, ankämpfend gegen den Schlaf.
Bilder, die auf Langeweile auf den Pergamenten gekritzelt wurden und sicher den einen oder anderen auf das künstlerlische Talent aufmerksam machten.
Die Fleißigen, auch Strebsamen beleidigend genannt, die vorne saßen und jedes einzele Worte dem Professor förmlich aus dem Munde entzogen, um es haargenau auf ihr Pergament zu bringen, nur um zwischendurch die schläfrige Meute mit einer, in greller, euphorischer Stimme aufschrecken zu lassen, als Sie fragten: "KOMMT DAS IN IHRE PRÜFUNG?"...wobei die Antwort so banal egal wie alles andere waren, würden die Strebsamen sowieso alles lernen.
Und zwischen all denen, ein junges Fräulein, den Blick gesenkt auf einem schwarzen Buch, dass auf ihren Knien ruhte.
Sie mag nicht das Wissen gebucht haben, konnte Sie aber bei einer unverhoften Frage oft genug soweit rausreden, dass es wirklich klug, zumindest für den Professor zufriedenstellend klang und Sie wieder ihre Ruhe hatte.
Ja, Anveena entfachte es einem schmunzeln. Irgendwie, war es doch eine nette Zeit damals gewesen. Schülerin zu sein....die Welt zu entdecken und dann....das Entdeckte auch praktisch zu nutzen. Selbst wenn gewisse Konsequenzen den Professoren nicht nur missfallen, nein, sicherlich einen Herzstillstand eingebracht hätte.
Doch ihre Thematik, den Lehrstoff, den Sie nun unterrichten würde, war eindeutig und liess keinerlei Spielraum zu, um das Wissen zu entfremden oder gar für anderes zu nutzen.
Langsam kamen Sie, Descarna....Lyseria....Magnus und Jarla.
Anveena hatte vielleicht auf 2 - 3 mehr gehofft, aber dennoch, die, für die Sie dachte, dass Thema wäre am wichtigsten, waren da.
Sie lächelte sacht, ehe ein Handwink eine undurchsichtige Nebelwolke hinter sich verschwinden liess und in dem darauf zu erkennenden Kerker ein junger Mann hilfesuchend an den Stäben zerrte.
"Willkommen....zur Unterrichtseinheit Folterei für Angänger."

Verfasst: Mittwoch 13. April 2011, 18:55
von Descarna Soganor
Es war ruhig geworden um Descarna. Zu ihrem eigenen Schutz stellte sie sämtliche Aktionen, die ihre Identität gefährden könnten ein. Zu tief saß der Schreck in den Knochen den das Ende bei den Lichtbringern ihr brachte. Der drohende Besuch beim Kloster, der Baum...
Luise in Adoran zu sichern und zeigen, dass sie eine normale, ehrbare und gläubige Bürgerin ist hatte die höchste Priorität.

Umso mehr freude sich Descarna auf die Folterstunde bei ihrer Schwester Anveena. Sie hatte zwar selbst einiges auf dem Kasten, doch zu sehen was ihre Brüder und Schwestern so konnten interessierte sie sehr. Wer weiß, wann man das Wissen über jene Fähigkeiten nützlich sein könnte. Das Kennenlernen des neuen Geschwisterpaares Magnus und Jarla lief so ab, wie Descarna es noch von ihren eigenen ersten Tagen kannte.

Lediglich auf die Drohung den beiden den Bauch aufzuschlitzen verzichtete sie, ließ es sich jedoch nicht nehmen Magnus an den Gedanken der Entmannung zu gewöhnen.
Anveena begann mit einer kleinen Einführung in die körperliche und seelische Folter, zeigte wie wenig tief man in den Körper schneiden darf um zu Foltern, aber das Opfer dennoch sehr lange leben zu lassen. Dann legte sie mit den kleinen Tricks los, die über das übliche Programm hinaus gehen. Sie brachte kleine goldene Nadeln mit und zeigte, wie man sie auf letharische Weise einsetzt. Nun endlich durfte ein jeder es auch ausprobieren und die Finger des Opfers mit den Nadeln spicken. Descarna hatte schon ein vergnügtes Grinsen auf den Lippen und heimlich ihren Ausschnitt zurechtgerückt. Vor dem Opfer stehend sprach sie beruhigend auf ihn ein und bot ihm sogar eine Fluchtmöglichkeit an. Es amüsierte sie sehr, was sie doch jedes Mal wieder für eine Wirkung auf die Männer hatte und es sogar bei solch einer Lage funktioniert. Lyseria stürmte hinaus... es war wohl soviel für ihre Nerven. Wer weiß, was sich für Bilder in ihrem blinden Kopf abspielten. Anveena beendete die Stunde mit den Linguas Pandemoni Würmern und das Opfer wurde wieder sich selbst überlassen.

Nach der Stunde wurde es seltsam. Anveena stellte fest, wie ähnlich Descarna ihr doch sei und stellte sie auf eine verwirrende Probe. Sie drehte den Kopf in ihre Richtung und bot ihr offensichtlich einen Kuss an. Die Gedanken schossen wirr durch ihren Kopf, gerade noch hat sie die vielen Eindrücke der Folterstunde verarbeitet und die Ideen, die ihr währenddessen für ihre Anatomiestunden kamen, gemerkt. Und dann sowas. Schließlich drehte sie den Kuss weg, denn das konnte wahrlich nichts gutes bedeuten. Und ihr Gefühl täuschte sich nicht denn kurz darauf erläuterte Anveena ihr, dass sie ihre alte Mentorin getötet hat indem sie einen ihr gewährten Kuss und die damit verbundene Unkonzentriertheit dazu nutzte der Mentorin ein Messer in den Leib zu rammen.
Eine kurze Diskussion entstand über das Verhalten Descarnas und die Handlungsmöglichkeiten und Motive. Sie lieferte Anveena gute Argumente es nicht zu tun, doch die wahre Absicht verschwieg sie - doch vielleicht wusste Anveena selbst, was Descarna zu ihrem Verhalten antrieb. Descarna wusste, dass sie noch viel zu lernen hatte und das Anveena noch eine gute Lehrerin für sie war.