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Seine Zeit ist gekommen! [Q]

Verfasst: Montag 28. März 2011, 22:39
von Kelzon Tinen
Die Offenbarung

Das Ritual hatte begonnen. Die stickige Luft und der Staub in der Grabkammer konnte einem das atmen erschweren, doch man gewöhnte sich mit der Zeit daran und lernte es sogar zu schätzen.
Voller Konzentration und Demut standen die Diener aufgereiht um den aus Blut geformten Ritualkreis. Jeder so Individuell, doch alle mit dem gleichen Ziel, den Dämonen Krathor zu huldigen, ihn zu preisen und seine unerbittliches Verlangen nach Seelen zu stillen.
Ich stand regungslos da, wie bei jedem Ritual und stimmte mich auf das Kommende ein. Ich sah mich um und die hohen Erwartungen der Diener standen ihnen ins Gesicht geschrieben. Das Verlangen ihrem Herren und Meister gerecht zu werden, auf die ein oder andere weise trieb sie immer wieder dazu, sich zusammen zu finden und ihm zu ehren Rituale abzuhalten. Doch dieses Riual sollte etwas ganz besonderes werden. Ich konzentrierte mich und schloss die Augen. Die Stimme des Ritualführers drang nur leise an mein Ohr. Ich betete im stillen zu ihm, den wahren Herren dieser Welt. Plötzlich wurde meine Konzentration gestört. Die Erde unter meinen Füßen fing an zu erzittern und seltsame Geräusche drangen an mein Ohr. Da öffnete sich eine Spalte in der Mitte des Ritualkreises, ich könnte nicht ausmachen was dort drin geschah, ich spürte nur die Hitze die aus dem Spalt drang, ein untoter Diener riss sich daraus hervor und versuchte einen meiner Brüder zu schnappen, seinen Körper unserer Mitte zu entreissen. Sofort waren meine Glaubensgeschwister in der Nähe des betroffenen und halfen ihm, redeten auf den untoten Diener ein, befahlen ihm los zu lassen. Diese ungeheuere Macht die ich in diesem Augenblick spürte ist unbeschreiblich. Der untote Diener ließ von ihm ab und zerfiel in seine Einzelteile die nun im Ritualkreis lagen. Dann wieder ein beben und erzittern der Katakomben und ein weiterer Untoter Diener, diesmal wesentlich mächtiger und beeindruckender kam zum Vorschein. Er versuchte wieder einen der unsrigen zu entreissen und ihn in die Spalte zu ziehen, doch mit vereinter Kraft und befehlendem Ton konnte dies verhindert werden. Noch etliche male wiederholte sich der Vorgang und ich fragte mich insgeheim ob wir etwas falsch gemacht hatten, ob wir seinen Zorn auf uns gelegt hatten. Waren wir seiner unwürdig, würde er uns alle vernichten und unsere Seelen fressen? Ich verpürte Angst, Angst um mein Leben, ich wollte noch nicht sterben. Dies ließ ich die anderen natürlich nicht wissen. Tief verborgen in mir schürte sich diese Angst, doch nach außen hin blieb ich hart und versuchte mir nichts anmerken zu lassen. Wenn sie bloß alle wüssten was für ein Feigling ich doch in Wirklichkeit bin, keiner würde mir mehr vertrauen wollen. Diese Schwächen mussten im verborgenen Leben und würden niemals das Licht der Welt erblicken, nur der Äußere Schein würde allen zuteil werden die mich kennen, oder noch kennen lernen. Doch dann vergaß ich jegliche Angst und Ehrfurcht und Demut machte sich in mir breit. Ich zückte meine Dolch und streifte mein Gewand am linken Arm zurück. Etliche Narben aus diversen früheren Ritualen erinnerten mich jedesmal daran, das ich sein treuer Diener war und immer sein werde. Leise murmelte ich Gebete in der Hoffnung er würde sich endlich zeigen. Dann Schnitt ich eine Wunde in mein Fleisch. Es brannte und schmerzte nur kurz. Meine Gedanken waren ganz bei ihm. Krathor würde kommen dessen war ich mir ganz sicher. Das warme Blut floss an meinem Unteram entlang und tropfte auf den kalten und staubigen Boden der Grabkammer. Die Zeit schien still zu stehen, jegliche Geräusche blendete ich aus und dann bebte die Erde erneut. Eine Gestalt schemenhaft und für den aussenstehenden gar schrecklich anzusehen war für uns eine Freude und ich kniete vor ihm nieder. Er war gekommen! Ich konnte meinen Augen kaum trauen, er stand direkt vor uns. So prachtvoll und stark. So machtvoll und einschüchternd. Kein Außenstehender hätte unsere Bewunderung und Gefühle für diesen Dämon verstanden, aber das brauchten sie auch nicht, solange sie alle den Tod fanden und wir ihre Seele in seinem Namen opfern konnten war mir dies egal.
Ich wischte jeglichen Gedanken aus meinem Kopf, genoss den Anblick meines ich meine unseres Herren und Meisters und senkte schlieslich mein Haupt vor ihm. Ich kann es immer noch nicht glauben das er sich uns offenbarte, denn kurz vorher hegte ich ja noch den Gedanken unwürdig zu sein und dann erschien uns Krathor, welch Ehre uns zuteil wurde, kann man nicht in Worten beschreiben. Seine dämonischen Augen betrachteten uns der Reihe nach, er schien nicht erfreut zu sein. Sein Blick hielt inne als er den Sprecher des Rituals ins Auge fasste. Seine Klauen streckten sich nach ihm aus und umschlangen seinen Körper. Die Stimme ließ das Blut in meinen Adern gefrieren und brachte meine Ehrfurcht zur Ekstase. "Ihr beschwört mich und habt ihn nicht hier?" fragte er wütend. Wir fragten ihn wen er sich wünsche, welche Seele er zu verspeisen gedachte und er antwortete prompt und seine dämonische Stimme brannte in meinen Ohren: "Ich verlange einen Mann, sein Name ist Faolan Tianarch, bringt ihn mir und ihr werdet alle belohnt werden!" Die Stimme Krathors war verklungen, doch in den Gesichtern der anderen Diener konnte ich es herauslesen, sie sahen in ihrem Kopf genau die gleichen Bilder und Visionen die ich nun wahr nahm. Bilder von Zerstörung, aber auch von großer Macht und einer Auferstehung zu neuer Größe und Stärke. Ich sah eine verbrannten Stadt,dann verschwanden die Bilder und meine Sicht wurde wieder klarer und ich sah fragend zu meinen Glaubensgeschwistern. Das Abbild Krathors verschwand mit einem dämonischen Gelächter in den Tiefen der Erde und der Spalt schloss sich. Die Stimmen meiner Brüder und Schwestern wurden laut. Alt Varuna und wir sollen den Alka entführen, hörte ich heraus und meine Gedanken schienen sich im Kreis zu drehen. Das neue Oberhaupt den Ahad und Alka sollen wir entführen. Für unmöglich hielt ich es und die Diskussionen entbrannten unter uns. Ein Plan musste her! Ein Treffen von einer mächtigen Dienerin war schon vor geraumer Zeit mit dem Alka vereinbart worden, als hätte sie es vorausgesehen. Man würde Pläne schmieden, sich beraten und das Treffen abwarten um das Vertrauen des Alkas und seiner Mitstreiter zu erlangen, nur so konnte man den Alka dazu bringen einem blutigen Ritual der Rabendiener beizuwohnen und den Leibhaftigen Krathor zum Aufstieg zu verhelfen. Seine Macht schien sich gemehrt zu haben, allen Zweifeln die ich zu Anfang hatte waren wie weggeweht und ich fasste neuen Mut und neue Kraft um mich dieser Aufgabe stellen zu können. Mein Leben würde ich für ihn geben, denn er ist mein Herr und Meister!

Das Treffen mit dem Alka

Zwei neue Gesichter erblickte ich als ich die Treppen hinabstieg zum Ritualkeller. Das Ritual hatte bereits begonnen und sie schienen Krathors würdig zu sein, denn sie überlebten das doch recht blutig und brutale Ritual. Doch ich ärgerte mich ein wenig, hätte ich dem doch gerne von Anfang an beigewohnt. Ich tat meinen Ärger kund, doch sollte dieser nicht lange im Vordergrund stehen, wichtigere Aufgaben wurden uns zuteil. Das Treffen mit dem Alka sollten heute statt finden und ich vergrub meinen Ärger tief in mir, wo schon so etlicher Ärger hin verschwand der dort die Zeit überdauerte, doch wie immer ließ ich mir nur kurz etwas anmerken und schluckte es dann hinunter wie eine aus Höflichkeit eckelhaft schmeckende Mahlzeit.
Wir brachen nicht gemeinsam auf, ich ging vor, denn den Neuen sollte ja noch gezeigt werden wie sich sich in der Grabkammer zurecht fanden. Ich wollte nicht zu spät kommen, ich hasste es unpünktlich zu sein. Doch die anderen holten mich schnell ein. Wie sie das wohl immer schafften fragte ich mich immer wieder. Wohl sollte ich meine anmutigen Schritte überdenken, denn zum schnellen vorankommen wäre eine andere Gangart vielleicht klüger gewesen. Nunja wie dem auch sei, man begleitete uns in den Palast Rahals und wir wurden netterweise sogar angekündigt. Da waren sie, alle Oberhäupter und wichtige Personen ganz Rahals und in ihrer Mitte der von Krathor geforderte Alka. Wir wurden aufgefordert uns zu setzen und nahmen dankend an. Meine Schwester übernahm das Wort und stellte sich vor. Der Alka nickte kurz und stellte seinerseits die Anwesenden vor. Ich sprach nur meinen Dank aus und nickte höflich und lauschte den Worten aufmerksam. Es sollte ein neues Bündnis zwischen uns und dem Reiche Rahals geschlossen werden. Eine hitzige Diskussion entbrannte. Ich bekam Kopfschmerzen von den vielen Worten die durcheinander gesprochen wurden, das war alles keine Einigkeit, längst verjährte Taten und vergangene Bündnisbrüche wurden bemängelt und von beiden Seiten vorgeworfen. Doch der Diskussionw urde einhalt geboten, man solle sich doch auf das eigentliche konzentrieren und zu einem Ergebniss kommen. Ein Oberhaupt der unsrigen sollte gewählt werden um einen Ansprechpartner zu haben in Zeiten der Zusammenkunft und Gesetzesbrüche. Dann war da noch Ritterin Anastasia Swynedd, die uns hasste, so hatte ich den Anschein. Sie schien uns überhaupt nicht zu trauen und jeglicher Versuch sie vom Gegenteil zu überzeugen scheiterte kläglich. Wenn sich jemand uns in den Weg stellen sollte, dann wäre sie das, doch auch sie musste sich dem Alka beugen, denn er schien das Bündnis durchaus zu wollen und auch alle anderen schienen uns jedenfalls nicht feindlich gesinnt zu sein. Es wurde ein neuer Pakt beschlossen, ein neues Büdnis sollte entstehen, doch zuerst sollten wir einen Vertrauensbeweis erbringen. Ein Stich in das Herz des lichten Reiches war geplant und wir sollten mitwirken und unsere Macht zur Verfügung stellen. Dann war das Treffen auch schon vorbei und wir verabschiedeten uns gegenseitig höflich, aber dennoch mit einer gewissen Zurückhaltung. Der Grundstein des Vertrauens war gesetzt worden, nun galt es diesen Turm des Vertrauens Stück für Stück aufzubauen und nicht wieder zum Einsturz zu bringen. Bei jedem Kompliment und Dank den ich an diesem Abend für den Alka, oder einen der anderen Hochrangigen Rahals übrig hatte, dachte ich an unser Ziel, Krathor zu neuer Macht zu verhelfen.