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Im Schattentanz

Verfasst: Montag 21. März 2011, 13:22
von Cecilia Gravel
Weißer, undurchdringlicher Nebel verschlang mit seinem ausgebreiteten Mantel, den so dicht bewachsenen Nadelwald.
Kein laut der Vögel war zu lauschen und auch kein leises wühlen eines kleinen Tieres am Waldboden.
Alles schien noch zu ruhen.
Die kühle Luft blies durch die Zweige der Bäume. Hier und da vernahm man, das leise rascheln der Baumblätter, wenn sie tänzelnd hinab zur Erde schwebten.
Alles wirkte so friedlich, zur diesem frührem Tagesanbruch.
In wenigen Minuten, würde die Sonne über den Hügel herausragen und diesen so schweigsamen Wald mit Vogelgezwitscher und anderen Klängen beleben.

Wo das Licht ist, ist auch der Schatten


Diese, so scheinbar friedliche Zeit, war nur die Halluzination der Unwissenden.
Leise Schritte der weichen Pfoten, bedeckten im schwebenden laufend das Moos bedeckten Waldboden.
Das Moos sank ab und im wenigen Augenblicken, nahm er von neuem seine alte Form an. Die Spur des Jägers war verwischt.
Raubtiere der Nacht, liefen lautlos und unbemerkt durch den Wald und suchten nach neuer Beute.
Nur die Schatten am Boden glitten Sichtbar vorbei…

Die Schattentänzerin....

Leise verließ der Atem ihre zitternden Lippen, während ihre Brust sich unregelmäßig vor Anspannung hob und senkte. Nur keine fasche Bewegung, denk an die Melodie.

Flüsterte sie im Gedanken zu sich selbst.
Jemand zertrat einen Ast, der kaum einen Schritt neben ihr lag. Sie konnte deutlich den männlichen Geruch des Mannes neben sich wahrnehmen. Er stank nach Brandy, Tabak und sein Körper nach altem Schweiß. Ein Bad täte ihm wirklich mal gut. Hörte sie ihre empörte Innere Stimme sprechen.
Er drehte sich in ihre Richtung, als ob er ihren Gedanken hören konnte. Blickte suchend mit seinen Augen in den Schatten der Äste und runzelte dabei die Stirn.
Für diesen Augenblick gefror ihr Blut in den Adern. Wurde ich jetzt entdeckt?
Ihre Finger umschlossen den Dolchgriff fester, in der kleinen Faust. Jeden Augenblick würde sie aus dem Schatten Springen und auf ihn zustechen. In der Hoffnung, ihn an einem der Tödlichsten Punkte zu treffen die ihr gezeigt wurden. Zwar würden die Anderen sofort Jagd auf sie machen, was nicht so geplant war. Doch hier hätte sie keine Andere Wahl.

Sie atmete erleichtert auf, als der Mann sich abwandte und seine schweren Schritte sich von ihr entfernten.
Jack, ich sehe im Norden nach dem Rechten.“ Erklang eine rauchige Stimme eines älteren Mannes.
Er ging so träge weiter und ohne Rücksicht darauf, das unter seinen Stiefeln alles aufknackte und laut raschelte.
Schnell ihm hinterher.. Ihr Körper glitt aus dem Schatten heraus und verschwand im nächsten.
Tänzelnd und lautlos schlich sie ihm nach. Bis sie weit genug vom Lagerfeuer und seinen diebischen Kameraden waren.


Die Sonnenstrahlen durchbrachen den grauen Schleier über dem Wald.
Ihr Dolch blitze im Sonnenlicht auf und blendete des Mannes Augen. Blinzelnd wischte er mit seinem dreckigen Ärmel darüber.
Und während er so schutzlos dranstand und nicht begriff was geschah, sprang sie aus ihrem Schatten wie eine Wildkatze, geschmeidig und schnell hervor und setzte den ersten Stich mitten in seinen Adamsapfel. Die Klinge versank wie in einer weichen Butter und ein leises Röcheln kaum aus seinen Lippen.
Die Augen vor erstaunen weit aufgerissen, und die kleine Frau vor sich fassungslos anstarrend.
Aus seinen Augen verschwand der Lebensglanz, er sank vor sie auf die Knie. Hob seine Hand zur seiner Kehle, aus der bereits Blut strömte und im nächsten Augenblick viel er leblos vor ihre Füße.
Der Beutel! Knirschte ungeduldig die Stimme in ihr.
Sie beugte sich über den noch zuckenden Leib des Mannes und schnitt den Goldbeutel von seiner Hüfte ab.
Um nicht sofort eine Jagt heraus zu fordern, zog sie den Leichnam mit den weit geöffneten Augen in eins der Gebüsche. Es würde wenige Augenblicke verstreichen, bis man nach ihm suchen würde und dann eine Jagd nach dem Mörder beginnen.

Der silberne Armreif….

Schwebend schlug ihr Umhang mehrere Wellen, sie lief über den Waldboden, schnell und leise. Nur ihre Fußballen berührte die feste Fläche unter sich. Immer weiter entfernte sie sich von ihrem Jagdplatz.
Du bist längst in Sicherheit… wo läufst du hin? Oder von wem läufst du weg?Wieder diese besserwisserische Stimme in ihr. Konnte man sie nicht irgendwie zum schweigen bringen?
Sie hatte gehofft durch ihre kleine Jagd, die Wut und Enttäuschung in sich auszulöschen.
Ein Nervenkitzel welches sie wieder zur Vernunft bringen sollte. Auf andere Gedanken.
Während sie weiter rannte, ohne zu wissen wohin. Strich sie mit den Fingern über ein silbernes Armband an ihrem schmalen Gelenk. Ihre Beine bewegten sich nun langsamer. Ihre Ausdauer war erschöpft und so sankt sie neben einem kleinem Bach ins Gras.
Rollte sich auf ihren Rücken und öffnete die Lippen um die frische Luft in sich aufzunehmen.
Der silberne Armreif glänzte im Sonnenlicht und forderte von neuem ihre Aufmerksamkeit.
„Er „ist daran schuld..Sie zog ihn von ihrem Handgelenk und drehte zwischen den Fingern hin und her.
Vor wenigen Tagen erschien dieses Geschenk ihr als Wertvoll. Nicht wegen des Metals.
Mehr einen symbolischen Wert. Ein Mann, der ihr Interesse erweckte, schenkte es ihr.
Der Armreif passte perfekt zu ihrer silbernen Kette, die sie oft um ihren Hals trug.
Erst freute sie sich, doch dann beschlich sie die Frage;
Schenkt er jedem Weib Schmuck? Und seine volle Aufmerksamkeit?Er war nicht grad der schönste Mann, doch seine Worte konnten schnell eine Frau vernebeln.
Sie musste lachen, lachen über ihre eigene Dummheit und Naivität.
Er machte doch nichts anderes als sie, jemanden oder etwas zu eigenem Nutzen zu gebrauchen.
Doch bei ihm, hatte sie eine Ausnahme gemacht.
Ein Fehler wie sie nun betrübt feststellte.

Wenn du es auch nicht hören willst, du bist auch nur ein Mensch…
Besser gesagt eine hübsche jung Dame, die auch Sehnsüchte hat…


Leise mit sich selbst ringend, nahm sie den Armreif fest zwischen ihren Fingern. Setzte sich im Gras auf und schwang das Schmuckstück in die Richtung des Baches.
Ein leises bloppen erklang und das glitzernde Etwas versank im Wasser…..

Meinen Gedanken ist er nicht wert....