Das Leben des Vasco und andere Verwicklungen....
Verfasst: Sonntag 20. März 2011, 08:54
Wumm!
Diese verdammte Nuss, diese dreimal von allen Göttern verdammte Kokosnuss wollte einfach nicht platzen, reißen oder was auch immer sie hätte tun sollen. Seit dem Morgen schlug er sie auf Steine.
Der junge Mann mit dem Namen Esteban Ramirez fluchte. Seit fast zwei Monaten versuchte er jetzt, auf dieser Insel zu überleben, hatte sich von rohem Fisch, Muscheln und Vogeleiern ernährt. Manchmal bereute er sein hitziges Temperament. Aber nur manchmal.
Er setzte sich hin und starrte aufs Meer hinaus. Matrose auf dem Handelsschiff „Gute Hoffnung“ von der Insel Drachenfels war er gewesen, hatte von schlechtem Essen, noch schlechterem, brackigem Wasser und dem täglichen Fingerhut Rum gelebt und täglich zusehen dürfen, wie die Handelsherren und Offiziere auf dem Schiff speisten und tafelten. Irgendwann hatte er von den Abfällen, die er zurück in die Kombüse schaffen sollte, genascht- wirklich nur genascht! Und der Maat, ein stiernackiger Kerl mit immer rotem Gesicht und drei Fingern an seiner linken Hand namens Jolsen hatte ihn und sein „Verbrechen“ dem Ersten Offizier gemeldet. Zehn Peitschenhiebe und zwei Wochen bei Wasser und Brot. Und die Wut in ihm begann zu schwären wie eine Wunde.
Oh, Esteban Ramirez, Sohn eines ehrbaren Schmugglers und Halsabschneiders und einer fast genauso ehrbaren Dame käuflicher Zuneigung aus dem Hafenviertel von Drachenfels auf Drachenfels namens Estrella Ramirez, war kein Dummkopf. Zumindest kein völliger. Nie spuckte er dem Maat oder gar einem Offizier vor die Füße, nein, er spuckte immer über die Reling und dachte sich seins dazu. All seine kleinen Aufsässigkeiten- ein Blick hier, ein boshaftes Lachen dort, all das brachte ihm selten Strafen ein. Aber es stachelte die Wut in ihm auch nur an. Und irgendwann siegte dann die Wut in seinem Herzen über die Vernunft in seinem Kopf. Mit einem geradezu furiosen Ausbruch von Schimpfwörtern bedachte er den Dritten Offizier der „Gute Hoffnung“, mit wilden Blicken und in die Seiten gestemmten Armen stand er vor dem Mann und brüllte ihn geradezu nieder. Um was war es eigentlich gegangen- sollte er das Deck schrubben, wurde ihm die Rumration für den Tag gestrichen? Er erinnerte sich nicht mehr.
Aber er erinnerte sich an das, was auf seinen Ausbruch folgte.
Eigentlich wäre er für seinen Ausbruch ausgepeitscht und in Eisen gelegt worden. Aber der Kapitän der „Gute Hoffnung“ hielt sich selbst für einen Schöngeist, er hielt Gewalt und Grobheit für unkultiviert und unappetitlich. So wurde unser Matrose ausgesetzt, auf einer Insel, auf der er nach Meinung des Kapitäns keine Woche überleben würde, und seine Leiden sollte sich jedes Besatzungsmitglied der „Hoffnung“ selbst ausmalen. Und er überlebte jetzt schon die achte Woche auf diesem Eiland, mit nichts als seinen Händen und Hemd und Hose.
Er griff noch einmal nach der Kokosnuss, betrachtete sie nachdenklich und schleuderte sie dann wütend gegen einen Stein. Vom Stein platzte ein Splitter ab. Die Nuss blieb heil. Er starrte den Splitter an... damit ließe sich doch....
Ja, da lagen die Stücke. Treibholz, eins flach und breit, eins mit einem Fetzen von seiner Hose wie ein Bogen gekrümmt und ein gerades, rundes Stück härteres Holz. Seit einigen Tagen versuchte er immer wieder, damit Feuer zu machen. Vielleicht.... er schabte ein paar Späne von einem weiteren weichen Stück und legte sie um die Mulde, die das Reiben des harten Stocks im flachen Stück hinterlassen hatte. Atmete tief ein und aus und versuchte sich erneut daran, und heute hatte er Erfolg.
Eine kleine Rauchfahne erschien, fast sofort vom Seewind verweht. Er rieb weiter, und wirklich begannen die Späne zu glimmen! Eine kleine Flamme erschien und wuchs!
Als das Feuer brannte, war die verdammte Kokosnuss vergessen. Heute würde er seinen Fisch gebraten genießen! Er trabte los, um Treibholz zu sammeln.
Und verdammt, bei allen Dämonen der See, heute schien wirklich sein Glückstag zu sein! EIN SCHIFF ! Ein Schiff, nahe genug, dass er die Segel mit bloßem Auge unterscheiden konnte!
Den Haufen hatte er schon vor Wochen aufgeschichtet, jetzt rannte er, um Glut zu holen und ihn anzuzünden. Und der Haufen brannte bald, er qualmte, dass es eine wahre Freude war, er loderte und das Holz knackte... und das Schiff draußen auf See drehte bei und setzte ein Beiboot aus!
Und das Beiboot kam näher! Bald konnte er die Leute erkennen... wilde Gesellen, mit Augenklappen und struppigen Bärten, und der Mann im Heck hatte sogar einen Haken statt der linken Hand! Das.... das waren keine Matrosen, das waren... Piraten waren das!
Diese verdammte Nuss, diese dreimal von allen Göttern verdammte Kokosnuss wollte einfach nicht platzen, reißen oder was auch immer sie hätte tun sollen. Seit dem Morgen schlug er sie auf Steine.
Der junge Mann mit dem Namen Esteban Ramirez fluchte. Seit fast zwei Monaten versuchte er jetzt, auf dieser Insel zu überleben, hatte sich von rohem Fisch, Muscheln und Vogeleiern ernährt. Manchmal bereute er sein hitziges Temperament. Aber nur manchmal.
Er setzte sich hin und starrte aufs Meer hinaus. Matrose auf dem Handelsschiff „Gute Hoffnung“ von der Insel Drachenfels war er gewesen, hatte von schlechtem Essen, noch schlechterem, brackigem Wasser und dem täglichen Fingerhut Rum gelebt und täglich zusehen dürfen, wie die Handelsherren und Offiziere auf dem Schiff speisten und tafelten. Irgendwann hatte er von den Abfällen, die er zurück in die Kombüse schaffen sollte, genascht- wirklich nur genascht! Und der Maat, ein stiernackiger Kerl mit immer rotem Gesicht und drei Fingern an seiner linken Hand namens Jolsen hatte ihn und sein „Verbrechen“ dem Ersten Offizier gemeldet. Zehn Peitschenhiebe und zwei Wochen bei Wasser und Brot. Und die Wut in ihm begann zu schwären wie eine Wunde.
Oh, Esteban Ramirez, Sohn eines ehrbaren Schmugglers und Halsabschneiders und einer fast genauso ehrbaren Dame käuflicher Zuneigung aus dem Hafenviertel von Drachenfels auf Drachenfels namens Estrella Ramirez, war kein Dummkopf. Zumindest kein völliger. Nie spuckte er dem Maat oder gar einem Offizier vor die Füße, nein, er spuckte immer über die Reling und dachte sich seins dazu. All seine kleinen Aufsässigkeiten- ein Blick hier, ein boshaftes Lachen dort, all das brachte ihm selten Strafen ein. Aber es stachelte die Wut in ihm auch nur an. Und irgendwann siegte dann die Wut in seinem Herzen über die Vernunft in seinem Kopf. Mit einem geradezu furiosen Ausbruch von Schimpfwörtern bedachte er den Dritten Offizier der „Gute Hoffnung“, mit wilden Blicken und in die Seiten gestemmten Armen stand er vor dem Mann und brüllte ihn geradezu nieder. Um was war es eigentlich gegangen- sollte er das Deck schrubben, wurde ihm die Rumration für den Tag gestrichen? Er erinnerte sich nicht mehr.
Aber er erinnerte sich an das, was auf seinen Ausbruch folgte.
Eigentlich wäre er für seinen Ausbruch ausgepeitscht und in Eisen gelegt worden. Aber der Kapitän der „Gute Hoffnung“ hielt sich selbst für einen Schöngeist, er hielt Gewalt und Grobheit für unkultiviert und unappetitlich. So wurde unser Matrose ausgesetzt, auf einer Insel, auf der er nach Meinung des Kapitäns keine Woche überleben würde, und seine Leiden sollte sich jedes Besatzungsmitglied der „Hoffnung“ selbst ausmalen. Und er überlebte jetzt schon die achte Woche auf diesem Eiland, mit nichts als seinen Händen und Hemd und Hose.
Er griff noch einmal nach der Kokosnuss, betrachtete sie nachdenklich und schleuderte sie dann wütend gegen einen Stein. Vom Stein platzte ein Splitter ab. Die Nuss blieb heil. Er starrte den Splitter an... damit ließe sich doch....
Ja, da lagen die Stücke. Treibholz, eins flach und breit, eins mit einem Fetzen von seiner Hose wie ein Bogen gekrümmt und ein gerades, rundes Stück härteres Holz. Seit einigen Tagen versuchte er immer wieder, damit Feuer zu machen. Vielleicht.... er schabte ein paar Späne von einem weiteren weichen Stück und legte sie um die Mulde, die das Reiben des harten Stocks im flachen Stück hinterlassen hatte. Atmete tief ein und aus und versuchte sich erneut daran, und heute hatte er Erfolg.
Eine kleine Rauchfahne erschien, fast sofort vom Seewind verweht. Er rieb weiter, und wirklich begannen die Späne zu glimmen! Eine kleine Flamme erschien und wuchs!
Als das Feuer brannte, war die verdammte Kokosnuss vergessen. Heute würde er seinen Fisch gebraten genießen! Er trabte los, um Treibholz zu sammeln.
Und verdammt, bei allen Dämonen der See, heute schien wirklich sein Glückstag zu sein! EIN SCHIFF ! Ein Schiff, nahe genug, dass er die Segel mit bloßem Auge unterscheiden konnte!
Den Haufen hatte er schon vor Wochen aufgeschichtet, jetzt rannte er, um Glut zu holen und ihn anzuzünden. Und der Haufen brannte bald, er qualmte, dass es eine wahre Freude war, er loderte und das Holz knackte... und das Schiff draußen auf See drehte bei und setzte ein Beiboot aus!
Und das Beiboot kam näher! Bald konnte er die Leute erkennen... wilde Gesellen, mit Augenklappen und struppigen Bärten, und der Mann im Heck hatte sogar einen Haken statt der linken Hand! Das.... das waren keine Matrosen, das waren... Piraten waren das!