Komm, wir retten die Welt.
Verfasst: Montag 7. März 2011, 14:32
Manchmal kommt es vor, dass die Welt einen Tag anhält. Dass sie seltsam ist und Dinge geschehen, die uns nur als dunkle Träume in Erinnerung bleiben. Manchmal wünscht man sich aber auch einfach, dass die Welt für einen Tag aussetzt und einen die Gedanken und die bösen Geister in Frieden lassen. Und nicht selten überkommt einen das Gefühl, dass diese Welt, in der man gerade lebt, nicht die richtige Welt ist.
Angefangen hatten die Gedanken mit dem Erlebnis der zwei Besucher auf meinem Hof. Nomeria und Pergus, wie sie sich vorgestellt hatten. Schon als sie auf meinen Hof zukamen sah man ihnen an, dass irgendetwas nicht stimmte. Sie waren blass, verängstigt und nach längerem Nachfragen hatte ich auch erfahren, dass sie überfallen wurden. Von Wegelagerern, vermutlich Piraten. Nomeria hatte dabei ihr Pferd verloren, sie hatten jenes gnadenlos getötet, als ihr treuer Wegbegleiter sie beschützen wollte. Es war unfassbar für mich, wie es Menschen geben konnte, die die Tiere einfach so töteten. Ohne auch nur mit einer Wimper zu zucken. Natürlich ermöglichte ich ihr den Kauf eines neuen Tieres, der sogar glücklicherweise ihrem Silberschweif ähnlich sah. Es war für mich immer schön, einen Menschen zu erfreuen. Und zum Dank umarmte sie mich.
Wohl wahr, es war nicht nur die Natur, die derzeit verrückt spielte. Auch die Menschen verfielen dem Wahnsinn. Es würde nicht mehr lange dauern, da würde man sich selbst unter ihnen nicht mehr geborgen fühlen können. Der Vulkangeist war aus dem Schlaf gerissen worden, die verärgerten Tiere waren an Land geflüchtet und ließen ihre Wut an uns Menschen aus. Tiere wurden getötet, wenn sie nicht schnell genug waren. Oder sie verschwanden spurlos und suchten sich Verstecke. Es war trostlos in den Wäldern. Und gefährlich. Meine letzte Begegnung mit einem solchen Wesen hatte ich noch gut in Erinnerung. Die scharfen Zähne hatten meinen Arm erwischt und ich hatte wirkliches Glück, dass ich mich befreien konnte. Und schnell genug davon laufen konnte. Was um alles in der Welt sollte es geben, was diese Wesen wieder besänftigen würden? Ich sah das Bild schon vor mir und ich schüttelte den Kopf. Ich wollte es nicht sehen. Auch, wenn ich Janus an meiner Seite hatte und ich wusste, dass er alles dafür tun würde, um Nila und mich zu behüten, ich hatte Angst. Angst vor dem, was kommen würde. Was würde passieren? Wieviele Opfer würde es noch geben? Und wie lange würde es noch dauern, bis auch die Menschen wirkliche Todesangst hatten? Ich wusste nicht viel von der Welt, aber als Janus Kra'thor erwähnte, war mir klar, dass es früher oder später wirkliche Menschenopfer geben würde. Kra'thor war jegliches Mittel recht, um Aufmerksamkeit zu erlangen und weitere Seelen für sich einzunehmen.
Ich sah hinaus in die Dunkelheit. Ich wusste, dass ich Janus nicht davon abhalten konnte, sich in diese Belange einzumischen. Ich wusste auch, dass ich jeden Abend zuhause warten würde, bis er unversehrt nach Hause kam. Ich wüsste nicht, was ich tun würde, würde ich nur noch seine leblosen Überreste finden. Allein bei dem Gedanken wurde mir schlecht. Was also blieb mir übrig? Entweder wartete ich zuhause oder ich packte diese Chance am Schopf und änderte etwas an meiner unbeholfenen Art. Es konnte nicht so schwer sein, eine Waffe zu führen. Ich konnte mit einer Mistgabel umgehen, mit einer Schaufel – warum dann nicht auch mit einer Waffe? Ich wusste nicht, ob Janus sich damit abfinden konnte, dass ich diesen Weg gehen wollte. Aber es würde ihm nichts anderes übrig bleiben. Er kannte mich und er wusste, dass ich anders war als viele andere. Und mit viel Glück sah er, dass ich doch ein wenig verborgenes Talent hatte. Und dann würde er mich unterstützen. Da ich derzeit keinerlei Gefahr laufen würde, dass irgendetwas unvorhergesehenes in mein Leben treten würde, konnte ich meine Aufmerksamkeit tatsächlich auf diesen Plan lenken. Was brauchte ich, um aus mir selbst eine Frau zu machen, die sich wehren konnte? Darum ging es erstmal. Das ich den Plan soweit ausweiten würde, dass ich im Zweifelsfalle sogar mit in die Verteidigung treten konnte, das musste ich ja noch nicht so laut erwähnen. Diese Gedanken keimten still und leise in mir auf. Ich sah, dass Janus von seinem Ausflug nach Hause kam und ich lächelte sanft. Neben Nilaihah war er alles, was ich zum Leben brauchte. Ein Gedanke an ihn reichte, um mir aufzuzeigen, dass es nichts gab, was wir nicht gemeinsam schaffen konnten. Nilaihah war weit weg von all dem Chaos dieser Welt und in Sicherheit und wir hatten alle Möglichkeiten der Welt, um ihr ein trautes und sicheres Heim zu schaffen. Um nichts anderes ging es. Nicht um sie, nicht um ihr Leben. Einzig allein um das Leben derer beiden Menschen, die ihr Leben ausmachten.
Nachdem wir uns schlafen gelegt hatten und ich keinen einzigen Moment damit verbringen konnte zu schlafen, stand ich wieder auf. Ich wusste, dass Janus irgendwo ein paar Waffen herumliegen hatte. Hätte er meine Gedanken schon zuvor gekannt, hätte er vermutlich irgendeinen magischen Bann darauf gelegt, so dass ich diese Waffe nicht einfach so in die Hand nehmen konnte. Aber er wusste erstmal nichts davon. Also stieg ich aus dem Bett, meine nackten Füße trugen mich zum Schrank und ich suchte. Als ich seine Schwertscheide fand lächelte ich fast schon glückseelig. Vorsichtig nahm ich sie mit mir, zog mir meine schützende Lederhose über und begab mich in den Schatten des Hauses. Nur wenige Laternen beleuchteten den Weg. Und so begannen meine Übungen … auch wenn sie anfangs noch recht unbeholfen wirkten, ich bekam so zumindest ein Gefühl für dieses scharfe Gerät. Mein Ehrgeiz ließ mich stundenlang üben. In Gedanken war ich stets damit beschäftigt, an Nilaihah zu denken und daran, dass wir ihr ein schönes, sicheres Leben bieten wollten und die Zukunft sichern wollten, um auch ihrem Wunsch nach einem Geschwisterchen nachzugehen. Aber jetzt? Zu dieser Zeit? Da war es absolut unmöglich, ihr diesen Wunsch zu erfüllen. In einer Welt voller Angst, Hass und Wut, voller Zerstörung und einem derzeit unlösbaren Problem wollte sie kein zweites Kind sehen. Das hatte noch Zeit. Erst musste sie sich mit dem Gedanken anfreunden, dass Janus die Welt retten wollte … und sie ihren klitzekleinen Teil dazu beitragen würde. Zumindest würde sie sich vorbereiten. Auf all das, was noch auf sie zukommen würde.
Angefangen hatten die Gedanken mit dem Erlebnis der zwei Besucher auf meinem Hof. Nomeria und Pergus, wie sie sich vorgestellt hatten. Schon als sie auf meinen Hof zukamen sah man ihnen an, dass irgendetwas nicht stimmte. Sie waren blass, verängstigt und nach längerem Nachfragen hatte ich auch erfahren, dass sie überfallen wurden. Von Wegelagerern, vermutlich Piraten. Nomeria hatte dabei ihr Pferd verloren, sie hatten jenes gnadenlos getötet, als ihr treuer Wegbegleiter sie beschützen wollte. Es war unfassbar für mich, wie es Menschen geben konnte, die die Tiere einfach so töteten. Ohne auch nur mit einer Wimper zu zucken. Natürlich ermöglichte ich ihr den Kauf eines neuen Tieres, der sogar glücklicherweise ihrem Silberschweif ähnlich sah. Es war für mich immer schön, einen Menschen zu erfreuen. Und zum Dank umarmte sie mich.
Wohl wahr, es war nicht nur die Natur, die derzeit verrückt spielte. Auch die Menschen verfielen dem Wahnsinn. Es würde nicht mehr lange dauern, da würde man sich selbst unter ihnen nicht mehr geborgen fühlen können. Der Vulkangeist war aus dem Schlaf gerissen worden, die verärgerten Tiere waren an Land geflüchtet und ließen ihre Wut an uns Menschen aus. Tiere wurden getötet, wenn sie nicht schnell genug waren. Oder sie verschwanden spurlos und suchten sich Verstecke. Es war trostlos in den Wäldern. Und gefährlich. Meine letzte Begegnung mit einem solchen Wesen hatte ich noch gut in Erinnerung. Die scharfen Zähne hatten meinen Arm erwischt und ich hatte wirkliches Glück, dass ich mich befreien konnte. Und schnell genug davon laufen konnte. Was um alles in der Welt sollte es geben, was diese Wesen wieder besänftigen würden? Ich sah das Bild schon vor mir und ich schüttelte den Kopf. Ich wollte es nicht sehen. Auch, wenn ich Janus an meiner Seite hatte und ich wusste, dass er alles dafür tun würde, um Nila und mich zu behüten, ich hatte Angst. Angst vor dem, was kommen würde. Was würde passieren? Wieviele Opfer würde es noch geben? Und wie lange würde es noch dauern, bis auch die Menschen wirkliche Todesangst hatten? Ich wusste nicht viel von der Welt, aber als Janus Kra'thor erwähnte, war mir klar, dass es früher oder später wirkliche Menschenopfer geben würde. Kra'thor war jegliches Mittel recht, um Aufmerksamkeit zu erlangen und weitere Seelen für sich einzunehmen.
Ich sah hinaus in die Dunkelheit. Ich wusste, dass ich Janus nicht davon abhalten konnte, sich in diese Belange einzumischen. Ich wusste auch, dass ich jeden Abend zuhause warten würde, bis er unversehrt nach Hause kam. Ich wüsste nicht, was ich tun würde, würde ich nur noch seine leblosen Überreste finden. Allein bei dem Gedanken wurde mir schlecht. Was also blieb mir übrig? Entweder wartete ich zuhause oder ich packte diese Chance am Schopf und änderte etwas an meiner unbeholfenen Art. Es konnte nicht so schwer sein, eine Waffe zu führen. Ich konnte mit einer Mistgabel umgehen, mit einer Schaufel – warum dann nicht auch mit einer Waffe? Ich wusste nicht, ob Janus sich damit abfinden konnte, dass ich diesen Weg gehen wollte. Aber es würde ihm nichts anderes übrig bleiben. Er kannte mich und er wusste, dass ich anders war als viele andere. Und mit viel Glück sah er, dass ich doch ein wenig verborgenes Talent hatte. Und dann würde er mich unterstützen. Da ich derzeit keinerlei Gefahr laufen würde, dass irgendetwas unvorhergesehenes in mein Leben treten würde, konnte ich meine Aufmerksamkeit tatsächlich auf diesen Plan lenken. Was brauchte ich, um aus mir selbst eine Frau zu machen, die sich wehren konnte? Darum ging es erstmal. Das ich den Plan soweit ausweiten würde, dass ich im Zweifelsfalle sogar mit in die Verteidigung treten konnte, das musste ich ja noch nicht so laut erwähnen. Diese Gedanken keimten still und leise in mir auf. Ich sah, dass Janus von seinem Ausflug nach Hause kam und ich lächelte sanft. Neben Nilaihah war er alles, was ich zum Leben brauchte. Ein Gedanke an ihn reichte, um mir aufzuzeigen, dass es nichts gab, was wir nicht gemeinsam schaffen konnten. Nilaihah war weit weg von all dem Chaos dieser Welt und in Sicherheit und wir hatten alle Möglichkeiten der Welt, um ihr ein trautes und sicheres Heim zu schaffen. Um nichts anderes ging es. Nicht um sie, nicht um ihr Leben. Einzig allein um das Leben derer beiden Menschen, die ihr Leben ausmachten.
Nachdem wir uns schlafen gelegt hatten und ich keinen einzigen Moment damit verbringen konnte zu schlafen, stand ich wieder auf. Ich wusste, dass Janus irgendwo ein paar Waffen herumliegen hatte. Hätte er meine Gedanken schon zuvor gekannt, hätte er vermutlich irgendeinen magischen Bann darauf gelegt, so dass ich diese Waffe nicht einfach so in die Hand nehmen konnte. Aber er wusste erstmal nichts davon. Also stieg ich aus dem Bett, meine nackten Füße trugen mich zum Schrank und ich suchte. Als ich seine Schwertscheide fand lächelte ich fast schon glückseelig. Vorsichtig nahm ich sie mit mir, zog mir meine schützende Lederhose über und begab mich in den Schatten des Hauses. Nur wenige Laternen beleuchteten den Weg. Und so begannen meine Übungen … auch wenn sie anfangs noch recht unbeholfen wirkten, ich bekam so zumindest ein Gefühl für dieses scharfe Gerät. Mein Ehrgeiz ließ mich stundenlang üben. In Gedanken war ich stets damit beschäftigt, an Nilaihah zu denken und daran, dass wir ihr ein schönes, sicheres Leben bieten wollten und die Zukunft sichern wollten, um auch ihrem Wunsch nach einem Geschwisterchen nachzugehen. Aber jetzt? Zu dieser Zeit? Da war es absolut unmöglich, ihr diesen Wunsch zu erfüllen. In einer Welt voller Angst, Hass und Wut, voller Zerstörung und einem derzeit unlösbaren Problem wollte sie kein zweites Kind sehen. Das hatte noch Zeit. Erst musste sie sich mit dem Gedanken anfreunden, dass Janus die Welt retten wollte … und sie ihren klitzekleinen Teil dazu beitragen würde. Zumindest würde sie sich vorbereiten. Auf all das, was noch auf sie zukommen würde.