Feuerfliegen vor Adoran
Verfasst: Dienstag 1. März 2011, 03:53
von Niowe Adela Aireth
1.Lenzing 254
Ich liege ausgestreckt den Bogen neben mir hoch oben im Wehrturm. Die Kameraden haben mir einen Krug Wasser hingestellt, aber ich will nichts trinken. Ich will nur noch schlafen.
Wir haben gemeinsam den ersten Ansturm der Feuerfliegen überstanden. Den dritten und vierten und die danach auch. Die Brandblasen auf meinem Gesicht tun weh und ich habe irgendeine Asche darüber gestrichen, ahnungslos was man in diesem Falle tut. Es schien mir in dem Augenblick als das Brennen unerträglich wurde das Beste zu sein.
Bei dem ersten Ansturm dieser Feuerfliegen haben wir gelost, wer sie gen Wehrmauer locken sollte. Natürlich habe ich das Los gezogen, wie sollte es auch anders sein. Einer der Gardisten hat mir dann einen Bogen in die Hand gedrückt. Der gute Mann hatte keine Ahnung wie schlecht meine Kenntnisse im Bogenschießen sind. Aber ich nahm ihn. Dank des Steintrainings eine Erfindung meines Ritters, die sich heute bewähren hat, konnte ich diesen Elends langen Bogen spannen und es gelang mit diese Fliegen zu locken und ja auch zu treffen. Wie genau ich das gemacht habe, wissen wohl die Götter. Mir bleibt es ein Rätsel. Die Kameraden standen mir zur Seite und es gelang uns diesen Schwarm zu vernichten.
Ab der dritten Welle von Feuerfliegen gewöhnte ich mich ein wenig an den Bogen und wurde sicherer.
Durch Zurufe hinauf zur Wehr koordinierte ich die Angriffe. Wir hatten erneut Stand gehalten. Die Bürger Adorans haben keine Ahnung was sich da vor den Toren der Stadt abspielt, sie schlafen seelenruhig. Zwischen den Angriffswellen, als ein wenig Ruhe eintrat, eilte ich im Laufschritt durch die Straßen und trat die einzelnen Feuer mit meinem Stiefeln aus. Woher die kamen bleibt mir ein Rätsel. Noch mehr von diesen Feuerstellen in Adoran und ich muss wohl die Stiefel des Regiments entsorgen. Aber das ist nun meine geringste Sorge. Eher bin ich in Sorge eine dieser Feuerstelle zu übersehen, die dann einen Brand in der Stadt auslösen könnten. Jedenfalls habe ich die wachhabenden Gardisten in den Straßen informiert und auf jenes Übel hingewiesen. Auch sollten sie die Bürger am Morgen über jenen Vorfall ansprechen. Soweit scheinen wir alles im Griff zu haben. Heute noch!
Was der morgige Tag bringen mag, ist ungewiss und ich befürchte das Schlimmste.
Jetzt und hier hülle ich mich in meinen dicken Regimentsumhang und versuche ein wenig zu schlafen. Ein Gardist hat mir noch irgendeinen Trank gegen die Schmerzen der Brandwunden eingeflößt. Jetzt geht es mir richtig gut und ich werde schläfrig. Die Kameraden sind meine Familie. Es tut gut sie um mich zu haben. Wir halten zusammen. Heute wie morgen und danach.
Der kalte harte Stein da oben ist mir nun völlig gleichgültig. Ich will nur ein wenig schlafen und Kräfte sammeln, bis die Wachablöse kommt. Temora behüte uns alle. Mit diesem Gedanken schlafe ich ein.
Verfasst: Dienstag 1. März 2011, 09:53
von Rafael von Arganta
[Privater Teil]
Fast war es als kämen ihm die Feuerfliegen gerade recht.
Am Abend hatte er von dem ... Verrat an Adrian erfahren und sich entschlossen sobald als möglich die Reise an zu treten um seinen Freund und Bruder zur Seite zu stehen.
Maßloser Zorn hatte ihn ergriffen... hilfloser Zorn, und er fürchtete um Adrian.
Aber er konnte nicht so einfach abreisen.
Er würde Hdugarr und Alexander bitten müssen auf Berchgard ach zu geben, dann war da noch dieser Vulkangeist ... das Buch ... aber auch Adrian.
Im Moment war die Situation jedenfalls so das man auch ohne ihn auskommen würde, und wenn, konnte man ihn schnell holen lassen.
Immer noch aufgebracht ritt er nach Berchgard, und als seine kleine ihm so am Herzen liegende Stadt in Ruhe und Frieden da lag, überlegte er selber sich Luft zu machen oder aber ... beruhigen zu lassen.
Er wollte eh zu Rahel, sie war die einzigste die immer wusste wie es in ihm aussah, auch ohne das er ein Wort sagen musste, und so war es auch.
Indem Moment als sie ihn sah wusste sie das etwas in ihm vor sich ging, das etwas nicht stimmte. und gemeinsam hineingehend, gab sie ihm die Nähe die Ruhe die er brauchte.
Sie hörte ihm zu, gab ihm Halt, verstand ihn und vermochte wie so oft den Sturm in seinem Inneren zur Ruhe zu bringen.
Am liebsten hätte er sie die ganze Nacht nicht mehr los gelassen.
Doch es kam anders.
[QUEST TEIL]
Draussen begann es überall zu brennen und als Rahel und er begannen die Feuer zu löschen, tauchten überall kleine Feuerfliegen auf.
Rahel musste schnell aufgeben gegen die Fliegen vor zu gehen, so verabschiedeten sie sich schweren Herzens und sie brachte sich in ihrem Haus in Sicherheit.
Wobei er hingegen begann Feuerfliege um Feuferfliege zu erschlagen.
Bis hin nach Adoran.
Feuerfliege um Feuerfliege ... lauter kleine Eirensees in seinen Augen, an denen er seinen Zorn auslassen konnte.
Jede einzelne Feuerfliege war für Adrian.
Bis zum Tor Adorans erschlug er, was er finden konnte, und als dann die Berchgarder Alarmglocken läuteten überließ er den Rest dem Regiment.
Denn innerhalb des Tores wimmelte es noch von diesen lästigen und durchaus gefährlichen Viechern.
So schnell er konnte ritt er nach Berchgard und auch hier brannte es überall.
Doch hier traf er bereits auf Edin Aldro, der geschäftigt daran war, Feuer zu löschen und Feuerfliegen zu töten.
Gemeinsam machten sie sich dann beide daran und als sie fast fertig waren kamen noch Hudgar und Anele dazu und halfen wo sie nur konnten.
Edin war in der letzten Zeit immer zur rechten Zeit am rechten Ort, und Rafael überlegte ernsthaft ihm irgendwann einen Orden zu verleihen.
Gemeinsam erschlugen sie auch noch die restlichen Feuerfliegen, dann erzählte Edin von der Kreatur die vorher übers Land flog ... der Vulkangeist wie Anele meinte. Gehört aus Erzählungen der Thyren.
Wenn es schon soweit war ... dann würde es gefährlich werden, dann hatten sie zu lange gewartet mit wer weiss auch was immer.
Er musst mit Darna reden er musste ...
"Sucht den Vulkangeist, seht euch um. Wir treffen uns später," Dann trennten sie sich.
Doch Rafael war sich fast sicher das man diesen Geist nicht würde stellen können.
Nicht so. Nicht jetzt.
[Privater Teil]
So ritt er zurück.
Zurück zu Rahel.
Zum ersten Male wirklich seinem eigenen Bedürfniss folgend.
Doch als er ankam, schlief sie schon.
Lange beließ er es dabei sie einfach nur an zu sehen, die Rüstung jedoch ablegend, dann jedoch streckte er sich einfach, verschwitzt und nach Ruß riechend, so wie er war neben ihr aus.
Die Tage würden noch anstrengend genug werden.
Er hoffte nur das er baldigst noch mit der Eminenz würde reden können.
Tag 2
Verfasst: Mittwoch 2. März 2011, 01:02
von Niowe Adela Aireth
2.Lenzing 254
Wachablöse. Ich fühle mich erschlagen und doch der Sonnenaufgang ist einfach wunderschön hier oben auf dem Wehrgang.
Verschlafen habe ich den heißen Tee getrunken, den wir uns an einer Feuerstelle bereitet haben. Es ist zum Lachen, wäre es nicht so ernst. Hier machen wir uns eine Feuerstelle, um Tee zu kochen und vor dem Tor fliegen uns die Flammen und Funken um die Ohren. Mein Gesicht brennt nun weniger. Ich habe es mit kaltem Wasser gewaschen, um munter zu werden und dann mir eine Salbe auf die Brandstellen aufgetragen. Ein Kamerad hatte sie bei sich. Sie tut gut und kühlt. Ich trage nun meine schwere Rüstung und nehme meinen Platz zusammen mit zwei weiteren Kameraden vor den Toren ein, während die anderen Kameraden schlafen.
Die Angriffe der Feuerfliegen sind konstant. Wir haben mit den Bürgern, die wir auf den Straßen angetroffen haben gesprochen, und sie gebeten Vorsicht beim Betreten der Stadt walten zu lassen. Sie wissen nun Bescheid. Auch die Kameraden im Regiment wurden über die Angriffe informiert und werden es dem Herrn Oberst von Tannhoeh zutragen.
Ein Angriff nach dem anderen. Wie viele dieser Feuerfliegen ich bereits erschlagen habe, weiß ich nicht. Unzählige müssen es bereits sein.
Ich erblicke einen Fremden, der eben aus der Kutsche steigt, und bevor ich ihm eine Warnung zurufen kann, haben sich die Fliegen auf ihn gestürzt und er lag da regungslos. Rasch haben wir die Fliegen erschlagen und dann zusammen mit Kameraden den Mann, der nun zum Glück nur leicht verletzt war, innerhalb die Stadtmauern befördert. Er ist wohlauf, nur ein Schock. Temora sei Dank dafür.
Gegen Abend zu, kurz bevor die Wachablöse kam, lernte ich eine Dame kennen. Auch Kriegerin und von der Allianz. Sie ist nett und hat mit uns zusammen einen Angriff abgewehrt. Anele ist ihr Name. Ich hoffe, sie hält den Angriffen in Berchgard stand. Ich würde sie gerne wiedersehen und in einem anderen, weniger gefährlichen Rahmen mit ihr sprechen. Bajard soll es laut ihren Worten schlimm erwischt haben.
Mal sehen was der nächste Tag Adoran und uns bringt. Nichts Gutes befürchte ich. Doch wir sind da. Adorans Bürger können sich auf uns, das Regiment verlassen.
Müde steige ich die Stufen zur Wehr hoch, lege Teile meiner schweren Rüstung ab und atme durch. Sternenklar ist der Himmel. Wenn ich herab blicke sehe ich Funken und Flammen von den Fliegen. Eigentlich ein schöner Anblick mitten in der Nacht. Ich setze mich mit den anderen Kameraden, die nun auch einige Stunden ausrasten können bis zur nächsten Wachablöse an die Feuerstelle und esse ein wenig von meinem Proviant. Schlafen kann ich noch nicht, obwohl es besser wäre. Deutlich höre ich die ernste Stimme meines Ritters…..Ruhen, Niowe, und Kräfte sammeln.
Gut ich gehorche. Mein Gesicht glüht noch immer in der Kälte von der Nacht. Ich werde es überleben. An die Mauer gekauert dämmere ich in aufrechter Haltung dahin. Schlaf ist das kein richtiger. Der Umhang hat deutlich unter den Funken der Feuerfliegen gelitten, doch er wärmt, darauf kommt es an.
3.Lenzing 254
Verfasst: Donnerstag 3. März 2011, 15:01
von Niowe Adela Aireth
Wachablöse. Einige Stunden Zeit zu ruhen. Das kann ich nicht, also wandere ich herum um die Umgebung Adorans auszukundschaften. Kann ja sein, dass zu diesen Feuerfliegen noch andere Wesen sich in der unmittelbaren Umgebung befinden. So war es nicht, aber ich sehe da im Feuerschein im Garten eines der Häuser eine Gestalt. Traurig wirkt sie und sonderbar vertraut. Ich komme langsam näher und ja es ist Herr Katuri. Das muss wohl sein Haus sein. Ich war bereits einmal dort, wo ich seine Schwester kennenlernte. Während ich am Gitter, welches den Garten umzäunt stehenbleibe, beobachte ich ihn. Er ist anders. Irgendwie nicht mehr wie gewohnt selbstsicher und hart. Nein, er wirkt hier wie er so ins Feuer starrt melancholisch, fast ein wenig traurig. Das kann nicht sein! Herr Katuri und traurig? Bisher habe ich ihn so nie erlebt. Dieser so vertraute ironische Zug ist aus seinem Gesicht verschwunden. Er sitzt still da, was auch eine Seltenheit ist und stochert nur mit seinem Schwert im Feuer herum.
Das muss man ändern. In diesen Zeiten kann es nicht angehen, dass ein Kamerad hier herumsitzt und Trübsal bläst, das kann er in Friedenszeiten tun. Ich nehme meinen Mut zusammen und rufe, um mich bemerkbar zu machen „Katuri?“ Ich tue einfach so, als hätte ich ihn nicht gesehen, wer weiß was er dann mir an den Kopf wirft, wenn ich ihn so verletzbar und eigentlich zum ersten Mal menschlich gesehen habe. Keine Ahnung geht mir durch den Kopf, aber sicher ist sicher bei Katuri weiß man nie so recht, was in der nächsten Sekunde passieren könnte. Vielleicht ist es genau das, was ich an ihn schätze. Diese Unberechenbarkeit auf die man immer zählen kann, wie auf den Tabakduft in der Residenz meines Ritters. Wobei das ist eine andere Sache nun, konzentriere dich auf Katuri, ermahne ich mich.
Ah er kommt!
Innerlich wappne ich mich auf seine ironischen Worte. Na wie seht Ihr denn heute aus Gardistin? Zu lange in der Sonne gelegen oder vielleicht in den Kamin gefallen? Mein Gesicht ist noch immer leicht gerötet, aber die Salbe des Kameraden wirkt und kühlt. Ich habe alles erwartet, aber nicht diesen leeren, ein wenig ratlosen Blick mit dem er mich ansieht und begrüßt.
Oh Fräulein Niowe……Gardistin.Ihm geht es wirklich nicht gut, geht es mir durch den Kopf, während ich den Gruß freundlich erwidere und den Garten betrete, als er mich herein bittet.
Ah gut, dass Ihr wohlauf seid! Ich richte das Gespräch geschickt auf die Feuerfliegen. Er wird sicherlich darauf anbeißen, so gut kenne ich ihn, danach können wir das Gespräch auf seine Person richten Niowe, denke ich während ich ihn unauffällig weiterhin da in der Dämmerung betrachte, als er an das Gitter heran tritt.
Was sollte mir passieren, und was ist Euch passiert? Gut, er ist genau da wo ich ihn haben will. Rasch berichte ich ihm von den Feuerfliegen vor Adoran, Berchgard und das was man mir von Bajard zugetragen hatte.
Nicht gut Fräulein Niowe, weiß man woher sie kommen?
Dann bittet er mich herein und während wir Richtung Feuerstelle im Garten gehen, erzähle ich ihm, dass die Dame Anele von der Allianz mir berichtet hat, dass sie aus irgendeinem Spalt kommen. Wo auch immer jener sich befinden mag, ich habe keinen rundum Adoran entdeckt, was aber nicht heißt, dass da keiner ist, denn diese Dinger haben Flügeln und sind sehr schnell und können bereits weit entfernt von jener Stelle sein. Ich nehme in der schweren Rüstung auf der Bank vor dem Feuer Platz und löse den Armschutz, den Schild lehne ich gen Bank an und blicke ihn mit meinen roten noch immer von einigen Brandblasen gezierten Gesicht an.
Wollt Ihr etwas trinken? Nein, danke, entgegne ich, wir haben Wasserschläuche zur Genüge und ich trinke sehr viel derzeit. Essen wohl weniger, was ich verschweige, aber er ist ja nicht mein Sire, der jeden Gramm, den ich abnehme, argwöhnisch beobachtet und auch sogleich sieht. Auch wenn ich inzwischen durchtrainiert, wie ein alter Veteran in einer Schlacht bin. Dem Steintraining meines Sirs sei Dank. Ich merke es an meiner Kraft in den Arme, die ich nun habe und die sich auf die Schwerthiebe auswirkt. Auch sonst schaffe ich es mit Leichtigkeit und ohne viel Mühe die vielen Stufen hinauf und herab zur Wehr in schwerer Rüstung zu eilen, was notwendig ist, um an die Wasserschläuche und den Proviant des Regiments zu gelangen, der sicher da oben verstaut wurde. Während ich meine schwarze Strähne aus dem Gesicht schiebe meint er mit einem Zwinkern: "Gut, da muss ich ja kein schlechtes Gewissen haben!" Er und schlechtes Gewissen? Das gibt es doch nicht bei einem Katuri oder doch? Während ich darüber nachdenke, höre ich seine Stimme, die sagt.
Ich zeige es nur nicht!Das verstehe ich! Ich zeige auch so vieles nicht, eigentlich kaum etwas, nur im Haus meines Ritters da zeige ich es aber auch kontrolliert eher, wobei mein Temperament richtig mit mir durchgehen kann, wenn ich übermütig werde. Aber da reicht immer nur ein Blick meines Sirs, der zu sagen scheint „ Meine Güte Niowe, was hast du dir nun dabei gedacht?“. Mehr braucht es nicht, denn die Androhung mit dem Wassertrog ist immer gegenwärtig.
Wir zeigen wohl alle nicht, was in uns vorgeht, erwidere ich dann nach einer Pause, ehrlich und offen.
Es ist ein guter und natürlicher Schutz, um Schwächen nicht zu zeigen, meint Katuri dann. Ja, das ist es wohl! Wer sonst könnte das besser wissen, als ich.
Habt Ihr Kummer, Herr Katuri?, frage ich dann vorsichtig, leise.
Das weiß ich derzeit noch nicht so genau, ich vermisse so vieles, meine alte Heimat, Leah…
Ja, auch das kenne ich, ich vermisse meine alte Heimat auch, Micheil, Gillian und ja auch Vater sehr und auch meinen Ritter, der ständig unterwegs ist und Herrn Jaques und Delarus und noch viele andere. Rasch ermahne ich mich, nicht in Wehmut nun verfallen Niowe, du bist da um Katuri aufzurichten, nicht um selber nun in Traurigkeit zu verfallen. Das hilft keinem von euch beiden nun.
Eigentlich will ich Euch ein wenig aufheitern Herr Katuri, rasch überreiche ich ihm einige frische Früchte, die ich ständig in meiner kleinen Ledertasche bei mir habe.
Seht Euch doch einmal an wie die Sterne im See schwimmen des Nachts! Ein unvergesslicher Anblick!
Ich beobachte ihn während ich das ausspreche, wie er eine Frucht in den Mund lustlos schiebt und dann den Kern in das Feuer spuckt.
Ich bin hier und Leah weit weg! Ich könnte ihr nicht einmal in die Augen sehen, wenn es soweit wäre!Der arme, er vermisst seine Verlobte! Es tut mir richtig weh, ihn so leiden zu sehen. Ich kann es verstehen, denn wenn es bei mir einmal soweit sein sollte, werde ich da die Gnade haben meinen Ritter noch einmal, wenigstens aus weiter Ferne, zu erblicken? Micheil hat man mir bereits genommen. Vielleicht gewährt mir Temora diesen einen Wunsch dann noch, aber wer weiß das schon mit Gewissheit. Schön wäre es jedenfalls, denke ich, vor dem Tod noch einem nur kurz, mehr verlange ich doch nicht, meinen Ritter zu erblicken. Ich verstehe Herrn Katuri und dennoch kann ich ihm meine Gedanken nicht anvertrauen…keinem.
Ihr seid nur ein wenig melancholisch, Katuri, sage ich dann stattdessen. Das liegt am nahenden Frühling!
Man kann seiner Bestimmung nicht entfliehen, das hat mir Micheil immer gesagt, je eher man das anerkennt und sich danach richtet, umso besser ist es.
Und was hätte er gesagt, dass Ihr hier mit jemandem am Feuer sitzt, der Eure Farben so sehr bekämpft hat, dass er Angst vor sich selber hatte? Die einzige Angst, die er je hatte?
Ich bin mir sicher, Micheil hätte Euch verstanden, er sicherlich, erwidere ich. Er war das, was er nie sein wollte, weil es seine Bestimmung war und Vater es so wollte. Dennoch war er glücklich und Ihr, Katuri werdet es auch wieder sein! Spuckt einfach noch ein paar Kerne in das Feuer, das befreit. Bei den Worten muss ich unwillkürlich grinsen, und habe Katuri wohl damit angesteckt, denn er wirkt nun nicht mehr so niedergeschlagen. Gut so!
Ich weiß nicht, ob ich in die Rüstung passe, die ich mir ausgesucht habe, Fräulein Niowe!Du meine Güte daher weht der Wind, denke ich. Selbstzweifel, die kannte ich bisher nur von mir, ständig bemüht darum es besser zu machen, weil ich einfach nur den Anforderungen meines Ritters genügen will, und mir nie sicher bin und war, ob dem so wirklich ist. Daher trainiere ich ja bis zum Exzess, versehe meinen Dienst als Gardistin und habe nur diese wenigen Augenblicke am See für mich, wo ich einfach träumen und nachdenken kann, was ich noch besser machen könnte.
Eure Verlobte wird Euch diese Flausen schon austreiben, Herr Katuri! Lady Darna und das resolute Fräulein Savea, beide sind mir ans Herz gewachsen, auch wenn sie sehr direkt und hart manchmal sein können, sie würde Euch die Flausen sogleich austreiben, wenn sie davon wüssten. Aber das spreche ich nicht aus.
Wieso nennt Ihr mich immer Herr Katuri? Ich habe Euch doch bereits gesagt, dass Ihr mich Raindri nennen könnt?
Weil es die Höflichkeit gebietet Euch so zu nennen, Herr Katuri?
Ach herrje …und wenn ich es höflicher fände, wenn Ihr mich Raindri nennt? Ihr seid schrecklich!
Danke, Herr Katuri, erwidere ich und freue mich dass das gewohnte Funkeln in seinen Augen wieder da ist. Gut so, er ist wieder der alte, nun kannst du gehen, Niowe.
Ich bin mir nun nicht sicher, Herr Katuri, ob Ihr das höflich gemeint habt, aber ich akzeptiere Eure Meinung und es stört mich nicht wie andere über mich denken, sei es noch so abfallend.
Gut zu wissen, Fräulein Niowe, dass Ihr noch lebt und sich jemand um die Mauern Adorans sorgt, weil dann muss ich es nicht tun, meint er dann mit einem Grinsen. Gott, ich bin froh darüber. Die Melancholie scheint ihm entschwunden zu sein und der alte Katuri tritt zum Vorschein wieder.
Ich bedanke mich für die plausible, korrekte Erklärung, Herr Katuri.
Tja es kommen hier nicht viele Frauen des Nachts vorbei, um mich aufzuheitern!
Verzeiht ich bin in der Uniform des Regiments nicht als Frau zu sehen, Herr Katuri, sondern als Kamerad eher! Wir halten doch zusammen im Regiment.
So ungern ich das nun sage oder Ihr es hören mögt, Fraulein Niowe, Ihr seid dennoch eine Frau, auch in dieser Uniform!Ein guter Zeitpunkt zu gehen, beschließe ich bei den Worten. Das nimmt ja eine Wende, die ich von meinem Ritter nur zu gut kenne. Besser ich verdrücke mich.
Ich trage keine Uniform, daher darf ich Euch als Frau sehen!, meint er dann noch lachend.
Jetzt erhebe ich mich. Ich habe nun Wachablöse, Herr Katuri. Die Kameraden warten und auch die Fliegen. Verzeiht, dass ich nun aufbreche.Entschlossen nehme ich den Schild und gehe nach höflichen Abschiedsworten. Der Morgen tagt bereits, ich muss meinen Dienst antreten und ich bin überglücklich, dass es Katuri nun besser geht. Temora sei Dank!