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Der saufende Alka

Verfasst: Donnerstag 24. Februar 2011, 23:45
von Neroith
Neroith genoss seine abendlichen Gänge durch die Gassen von Rahal. Hier hatte er nichts zu befürchten. Im Gegenteil. Die patroulierenden Wachen mieden das Kreuzen des Pfades den der Rabendiener beschritt. Aufmerksam begutachtete er einen Jeden der sein Blickfeld betrat. Er war auf der Suche nach Jemandem. Nach wem, das wusste er nicht. Seine Schwester hatte nur eine waage Beschreibung abgeben können, doch diese würde ausreichen einen Jeden nur ansatzweise ähnlich aussehenden Menschen festzusetzen.

Den fünften Abend in Folge suchte er nun schon die Hauptstadt des Alatarreiches ab und an jedem Abend bemerkte er den neuen Alka in der hiesigen Taverne. Dieser war immer in Begleitung eines Weibes. "Wohl nur eine einfache Dirne", dachte sich Neroith. Alle wichtigen Personen waren ihm bekannt. Und immer tranken sie Wein. Es musste eine Menge Wein sein, denn der Weg des Berobten führte ihn mehrmals am Abend an der Taverne vorbei und jedes Mal waren die Gläser neu gefüllt. Er dachte nach warum der Oberste der Oberen der Pantheranhänger mehr Zeit mit Wein und Weib verbrachte als im Tempel. "Vielleicht bemüht er sich um ein wenig mehr Volksnähe", sinnierte Neroith. Sollte er sich irgendwann einmal für was auch immer beim Alka erkenntlich zeigen oder seine Pantherfälle auf dem Teppich Boden erklären müssen, würde er ihm eine Kiste Wein überlassen.

Verfasst: Freitag 10. Juni 2011, 08:19
von Neroith
Die Tage vergingen und seltener traf Neroith in seiner nachtfarbenen
Gewandung den Alka in der örtlichen Taverne. Tages war er oft selbst als
Gast dort. Er kannte jeden der Tropfen aus dem Weinkeller des Wirts und die
meisten, so wusste er selbst als Weinliebhaber, waren eher schlecht als recht.
Abends blieb ihm dies verwehrt und er zog als stiller Wächter durch
die Gassen Rahals.

Ein Weinkenner braucht die Abwechslung. So sehr der Traubensaft von den
sonnenbeschienenen Berghängen im Osten auch munden, die Abwechslung ist
es die den Genießer reizt.
Und so entschloss er sich zu einem besonderen Schritt. Neroith, der selbst in
Rahal als Handelsmann wohnhaft ist und seit je her für das Wohl der Mauern
in den Kampf zog, wollte eine Geste der Gastlichkeit zeigen und schrieb einen
Brief, Adressiert an den Alka:


*Ein gewöhnlicher Brief, keine besondere Handschrift oder Siegelwerk,
währe da nicht der schwache Hintergrundschein eines Rabens wie ein
Wasserzeichen*

Euch zu Ehr Alka,

Stiller Beobachter könnte man mich nennen.
Jener Rabendiener den ihr bewusst oder unbewusst
schon so viele Male in eurer Nähe wusstet.
Einen ganz persönlichen und fern ab jedweder Götter
Gruß sei an euch gerichtet, den ich ohne zweifel von
einem Weinliebhaben an den Anderen geben kann.
Eure seltener werdenden Besuche in der örtlichen
Taverne kann ich nur an der mager werdenden Weinkarte
des Wirts festmachen und so will ich euch von
Genießer zu Genießer als Dank für den Schutz jener
Mauern, die auch mein Heim schützen, eine
Geschenk machen. Die Meinen sind einige Flaschen
aus dem ehemaligen Weinkeller der Königsfamilie von
Varuna. Aus den Trümmern nach dem Fall der Stadt
konnte ich sie unbeschadet bergen. Ich offeriere euch
hiermit zusammen mit mir eine dieser kostbaren
Gaumenfreuden zu trinken zur schand des Lichten
abschaums auf dem alten Festplatz ihrer ehemaligen
Hauptstadt. Zwischen all der Verwüstung und Un-
wirklichkeit, habe ich dort ein Rückzugsplätzchen
entdeckt, welches in seiner Pracht als einziges
eines solchen Weingenusses würdig ist.

*ein Rabe, wie es für die Dienerschaft üblich, bestückt mit eben jenem Brief
wird den Alka erreichen. Zwischen seinen Kammern und der Taverne wird
er seine Bahnen ziehen und nach dem Manne ausschau halten.*
Die schwingen des Raben über euren Wegen
Neroith