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Die Aufgabe, die Bestimmung und die Elfen

Verfasst: Dienstag 1. Februar 2011, 02:58
von Shalaryl Di'naru
"Eigentlich wollte ich..."

Diesmal wollte sie mit Lu darüber sprechen, wie sie weiter mit den Muscheln,
den Perlen darin und ihrer Bedeutung verfahren wollten, doch es sollte nicht
ganz so einfach werden...der Boden vor ihnen begann zu Beben, aufzubrechen
und letztlich entwuchs ihm ein Baumhirte. Im Wald selbst wäre das im Grunde
nichtmal sonderlich merkwürdig gewesen, doch in Ered Luin, auf der kleinen
Wiese zwischen Marmorstadt und Baumdorf? Das stellte dann doch etwas
Ungewöhnliches dar. Der Geist sprach zu ihnen, und es rumorte in den
Erinnerungen der Waldelfe. Die Sprache kannte sie...woher...ja, die Menschen,
die auf Lameriast schon ewig lebten, eine ursprüngliche Sprache! Sie entsann
sich den Menschen und ihrer Worte...wie lange war das nun her, als Falk
sie heranzog um das Wort "grün" zu veranschaulichen? Was dann auch direkt
zu ihrem Namen in dem kleinen Volk wurde, Gryn. Also gut, nun galt es
nur noch, sich auf das Wesen der Worte, ihre Essenz zu konzentrieren.
Zur Unterstützung nahm sie ihren Bernstein, dieser bildete schließlich das
Herz eines -ihres- Baumes. Und schlußendlich wollte der Geist sich ja
auch mitteilen, es müsste funktionieren. Was es auch tat, wenngleich die
Aufgabe dadurch erschwert wurde, dass sie für Lu im Geiste übersetzen
musste, wodurch ihr mentaler Fokus zwangsweise hin und her wanderte.

Der Hirte wollte sie mit auf eine Reise nehmen, ihnen Bilder vom Fluss
der Zeit zeigen, ihnen ihre Aufgabe und Bestimmung verdeutlichen. Und
er warnte sie, dass es ein Boot geben würde, dass sie nicht nehmen sollten.
Auch wenn sie sich recht sicher war, ihn zu verstehen - noch ergab das
alles herzlich wenig Sinn. Dann gewährte der Hirte ihnen ein paar Minuten,
um weitere Elfen zu sammeln. Es ging also sie alle etwas an... .

Es mochte an der schon späten Stunde liegen, zumindest ließen sich nur
noch Nyo und ihr hoher Gwador Haltharad finden, welche sicher noch
verwirrter waren ob des Hirten und der unzureichenden Erklärung, die
die junge Waldelfe bislang bieten konnte. Aber für Zögern blieb keine Zeit,
der Baumgeist entriss seine Wurzeln dem Boden und machte sich auf den
Weg, führte sie bis zur alten Ruine am Waldrand. Auf dem Weg schien es,
als vertriebe er den Winter, das Leben pulsierte um ihn herum, Waldgeister
stoben hervor...doch war alles nur von all zu kurzer Dauer. Am Ziel schließ-
lich füllte er weitere seiner Worte mit Sinn: In Bildern, Illusionen und doch
so real, erfüllt mit Klang, Geruch und mehr Gefühl, als ihnen lieb war,
zeigte er ihnen die Geschichte des Nebelwaldes, schwinden und neues
Grün, Feuersbrünste und harte Stürme, Generationen vor ihnen, dann zu
Zeiten als zumindest Lu schon lebte, bei den letzten Bildern glaubte sie,
die Schlacht um den Wald zu Zeiten des Krieges gegen Alatar zu erkennen.
Es war eine Warnung. Der Hirte schärfte ihnen ein, dass die traurigen
Schicksale sich wiederholen konnten, dass sie ihre Kräfte bündeln mussten,
ihre Aufgaben Bestimmung erfüllen mussten. Als Zeichen schenkte er
allen vieren ein Teil seiner Rinde, dann verschwand der Baumgeist in der
Erde, wie er erschienen war.

Und liess weitere Fragen zurück. Was hatte er mit den Booten gemeint?
Hatte er Sorge, dass eine Gefahr bevorstand, oder wusste er um eine
konkrete - wenn ja, welche? Wie genau sollten sie ihre Kräfte bündeln?
Einer der Elfen in den Illusionen hatte dem Wald zu neuem Leben verhol-
fen, so beiläufig und leicht, wer war er und wie hatte er das vollbracht?

Ja, dass der Hirte ihre Konzentration wieder gebessert hatte konnte sie
nun wirklich gebrauchen...die Muscheln, ein Vulkangeist und Dämonen-
schatten, das Schwert und jetzt auch noch der Wald. Wahrhaft genug zu
tun... .

[img]http://view.stern.de/de/picture/930808/Winter-Wald-Nebel-nebelwald-Schwarz-Natur-%26-Landschaft-510x510.jpg[/img]
~Es wird die Zeit kommen, da ihr der Wald seid~

Verfasst: Samstag 26. Februar 2011, 03:14
von Shalaryl Di'naru
Nach dem Gespräch mit dem Camvaethol und dessen Bitte, die Geschehnisse
um den Hirten schriftlich festzuhalten und in die Bibliothek Ered Luins zu
bringen, machte sie sich sogleich daran, dem nachzukommen. Fein säuber-
lich hielt die Schreibfeder die Worte auf den geduldigen Seiten fest, und kaum
dass die Tinte trocken war, trug sie das Buch mit dem Titel Erwachen des Hirten
auch schon in eines der Regale.