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Chaos und Aufgaben

Verfasst: Freitag 10. Dezember 2010, 16:22
von Jana Layani Thyrmon
Nebel hüllte die Insel ein, dieser Tag schien genauso trostlos wie all die anderen. Und trotzdem störte sie sich daran nicht. Es musste so sein. Die dunklen Mauern waren ihre Heimat geworden. Vor einigen Jahren hätte sie nicht mal im Traum daran gedacht, überhaupt in die Studien des Ordens treten zu dürfen. Jetzt ist sie es, die auserwählt, wer dazugehören darf. Wer es wert ist, das Wissen eines Arkorithers zu erlangen. Ein gebieterisches Lächeln legte sich auf ihre Lippen und fast im gleichen Augenblick erstarb es wieder und in ihrem Gesicht lag ein Ausdruck, der einem die Adern in den Händen gefrieren lassen könnte.

Eine neue Aufgabe trieb die Arkorither nach draußen. Raus aus den dunklen Mauern und der dunklen Stadt. Erkundigungen und Informationen sollten sie in den lichten Städten einholen, um letztlich ein paar Opfer für Experimente zu finden und um Chaos zu verbreiten. Und wie man sah gelang es ihnen, wenn auch nur in kleinen Schritten. Einer, der versuchte sich in den Konvent einzuschleichen. Ein diabolisches Lächeln lag auf ihren Gesichtszügen.
Der erste Bericht dazu, lag bereits auf ihrem Schreibtisch. Zuerst überflog sie es, doch dann schossen ihre Augen zurück und sie las es noch mal.

Das Schreiben in ihren Fingern schien förmlich zu glühen und doch brannte es nicht. Ein Ausdruck ihrer aufkeimenden Wut. Eigentlich hatte sie ihre Gefühle unter Kontrolle. Und doch gab es immer wieder Sachen, die sie zur Weißglut brachten und ihre Gefühle auf die Probe stellten. Dieser Bericht war aufschlussreich und doch störte sie etwas daran. Abermals wanderten ihre kühlen, wachsamen Augen über den Bericht einer ihrer Schüler:

Meine Mutmaßung ist, da sie über den Seelenpreis bescheid wusste oder zumindest in der Vermutung steckt, wonach die Arkorither mir ihrer Seele bezahlen wenn man unserem Orden beitritt, dass jenes Ritual eine Vorsichtsmasnahme gegenüber unserem Orden ist und wohl zur Aufdeckung und Offenlegung unserer Verbindung zum Schwarzen Buch dient.

Gab es Verräter unter uns? Wie konnte es sein, dass der Konvent des Phönix über die Seelenverbundenheit unter den Arkorithern wusste?

Sie setzte sich an ihren Schreibtisch und der Blick schweifte ins Leere, die Gedanken überschlugen sich. Kurz darauf schoben sich schwarze rauchartige Schatten aus den Ecken ihres Zimmers, sie steuerten den Schreibtisch an und vollführten wirre Tänze vor ihren Augen. Bis dann ein schwarzes Buch genau an diesem Fleck, wo eben noch die Schatten tanzten, erschien. Die Runen darauf leuchteten blutrot auf, ehe sich dieses Buch dann wie von selbst aufschlug und all die Seelen, welche ihm innewohnten, offenbarte.

Es konnte nicht sein … wer? … Wer könnte den Orden verraten? Wer ist so dumm und gibt sein Wissen preis? Wer?

Jana ging jeden einzelnen Namen durch … überprüfte Geschehnisse und rief die eine oder andere Seele zu sich. Wirklich Aufschluss ergab es nicht.

Der einzige, der sich oftmals in Adoran aufhielt war Valterian … er wäre die eine Möglichkeit …oder etwa jemand anders? Nein … die andere Möglichkeit wäre nicht so dumm gewesen. Es konnte einfach nicht sein, dass ein Verräter unter ihnen weilte.