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Cara Del'Mur
Verfasst: Freitag 5. November 2010, 18:01
von Cara DelMur
Das Erwachen
Sie war ein Stern. Wundervoll, Grenzenlos. Ein Taktschlag in ihrem Herzen, ihrem Geist, ihrer Seele.
Sie stand in Flammen, lodernd, leuchtend, bebend und still zugleich.
Wäre sie in jenem Augenblick verglüht, es wäre ihr Glücklichster gewesen. Einzig ihre Haut war die Grenze, die dem Bewusstsein Einhalt bot. Erdverbundenheit.
Die Welt hatte sich verändert. Sie hatte sich verändert. Alles war bunter, kräftiger, farbenfroher. Intensiv wie nie zuvor. Ein Blinder der Sehen konnte. Ein Tauber der Hören konnte. Die Unendlichkeit des Seins.
Die Zeit des Suchens, der Unruhe vorbei. Vergangenheit, Irrealität. Sie war angekommen.
Angekommen? Ein Lächeln Der erste Schritt nur. Zaghaft, doch beständig. Ein erstes Tasten, ein erstes Gefühl. Wahrnehmung, der Hauch einer Ahnung nur. Gefangen in Euphorie.
Verfasst: Samstag 6. November 2010, 15:45
von Cara DelMur
Eine erstaunliche Begegnung
Was hatte Selene gesagt? Sie solle in den Wald hinein horchen, ihm etwas zuflüstern, auf eine überraschende Begegnung gefasst sein?
So sass sie nun auf einem der alten Baumstämme vor Vefa`s Hütte, wo sie sich sicher aufgehoben wusste. Stellte ihre Fosssohlen fest auf den Waldboden, wie es Selene getan hatte und schloss ihre Augen. Horchte... lauschte in den Wald hinein. Zuerst nahm sie nur ihre eigene Atmung war, welche in ihren Ohren etwas hastig klang. Sie atmete tief durch die Nase ein, durch den Mund aus und nachdem sie ihren Rhythmus gefunden hatte, begaben sich ihre Sinne auf Wanderschaft. Vogelgezwitscher, Raschelndes Laub, der Wind der durch die Bäume huschte, an ihren Haaren spielte, das kleine Feuer, welches vor ihr loderte, ihr Wärme brachte, das Holz der Hütte, hinter ihr ächzend sowie der Wetterhahn, der quietschend drehend auf sich aufmerksam machte. Klänge, Melodien, Strukturen drangen stärker in ihr Bewusstsein, noch zu verworren um sie zuordnen zu können, doch auch nicht unangenehm. Sie liess sich treiben, streckte ihren Geist und als sie glaubte mit ihrer Umgebung im Einklang zu stehen, öffnete sie langsam ihre dunklen Augen. Die Zeit hatte jede Bedeutung verloren. Umgeben von den Tönen der Schöpfung, gleichwohl unbeständig und wirr, dazwischen lag unbestimmtes Verstehen. Der Tag verstrich langsam um sie herum, die Nacht senkte sich dunkel herab und brachte neue Eindrücke. Sie nahm es an, liess sich ein und ihre Lippen öffneten sich, leise flüsterte sie jenes Wort, das Selene ihr aufgetragen hatte. Es schwang sich auf durch den Wald, erhob sich durch das Wirrwarr der Töne, kam flirrend zurück zu ihr. Etwas Neues glaubte sie spüren zu können, fühlen zu können, sie wusste es nicht genau. Eine Veränderung. Und dann... sah sie es. Erstaunen und Neugier schlugen wie eine Welle über ihr zusammen. Im Stillen dankte sie Selene. Und machte sich vertraut mit den Geistern der Wälder, die ihrem Ruf geantwortet hatten.
Verfasst: Freitag 26. November 2010, 19:54
von Cara DelMur
Zusammen findet was zusammen gehört
Die Beine leicht angezogen, mit den Händen umfasst, ruhte ihr Kinn auf den Knien. So sass sie nun am Ufer des Sees und ihr Blick glitt bleiern über die glatte, dunkel-glänzende Oberfläche, die sich wie ein Vorhang aus dunkelblauen Samt ins Endlose verlor.
Eine lange Nacht war es gewesen. Unbewusst wanderten ihre Finger an die Stelle auf ihrem Arm, aus jener gestern Blut geflossen war. Ihre Gedanken kreisten einmal mehr um die Erfahrungen jenes Abends.
Seit einer Ewigkeit handerte sie nun mit sich selbst, denn es war ihr nicht gelungen das Naturelement herauszukristallisieren, welchem sie sich besonders nah fühlte. Sie hatte Hanna beneidet, die so offensichtlich, mühelos ihre Verbindung zu ihrem Element gefunden hatte. Und gestern? Wie selbstverständlich hatten sich ihre Schritte nach Westen gewandt. Unaufgefordert, bedenkenlos hatte sie das Wasser gewählt. Oder hatte gar das Wasser diese Entscheidung gefällt. War es überhaupt eine Entscheidung gewesen? oder vielmehr Bestimmung? Zusammen findet was zusammen gehört.
Sie beobachtete einen Wasserläufer, wie er behände über das Wasser huschte. Wie er ohne im Nass zu versinken, darauf stehend verweilen konnte. Unter seinen langen, schlanken Beinen bildeten sich kleine Dellen auf der Oberfläche, die Wasserspannung jedoch blieb bestehen. Ihr Blick verlor sich im Wasser, sie liess ihren Geist treiben, lauschte und liess sich fallen. Mit dem Zeigefinger berührte sie zaghaft mit Bedacht die Wasserfläche, verfolgte wie das Wasser in Schwingung geriet, sich kleine Kreise zu Grösseren ausdehnten, um am Ende leise zu vergehen, als wäre nichts geschehen. Sie passte sich an, dem stillen Rhythmus, den Schattierungen der Melodie folgend. Sie übte sich und nach einer Weile wurde es immer leichter in jenen Zustand der Ruhe zu gelangen, indem sich die verworrenen Nuancen wie von selbst aufklären.
Sie bemerkte ein hellgrünes Seerosenblatt, darauf thronend ein praller Wassertropfen, welcher zu Cara heran trieb. Vorsichtig barg sie das Blättchen mit seinem zerbrechlichen Schatz in ihrer Handfläche. Sie spürte die kühle Feuchtigkeit auf ihrer Haut, ihr Blick verlor sich in der winzigen, wie aus Glas geformten Kuppel des Tropfens. Farben und Klänge strömten auf sie ein. Gar meinte sie, ihr eigenes Spiegelbild, in jenem gewahr zu werden, ein winziges Stückchens ihres eigenen Wesens und Seins. Beglückt und übermütig umfing sie das Tröpfchen mit ihrem Atem, wehte es vom Blatt herab, es drohte zu fallen, doch harmonisch durchdrungen, erhob es sich, dehnte sich bis an seine Grenzen zu einer vollendeten Blase und wurde vom Wind davontragen.
Regentropfen, Seifenblasen...
alle von dem Nass getragen...
erheben sich und steigen auf...
in des Himmels hochverlauf.
Lange blickte sie der Wasserblase nach, auch als diese schon längst vergangen war, konnte sie ihren Blick nicht lösen und nur spärlich und langsam sickerte das Gefühl für Zeit und Raum wieder zu ihr, um sie in die Gegenwart zurückzuholen.
Verfasst: Dienstag 1. März 2011, 19:24
von Cara DelMur
Ahnung und Wandel
Seit sie begonnen hatte, sich mit dem Element des Feuers auseinanderzusetzen, geschahen seltsame Dinge. Erst vor zwei Tagen war mitten in der Kombüse das Flämmchen der Kerze vom Docht gesprungen und ihr schien fast, als wollte es zu ihr hin hüpfen. Geistesgegenwärtig hatte sie noch danach geschlagen, dabei die Kerze umgestossen, so dass sich das ganze flüssige Wachs über dem Tisch verteilt hatte. Gut… Ellena hielt sie nun auch noch zu allem Anderen, für einen Tolpatsch, aber das machte nichts. Und dann war da noch dieser verkokelte Geruch, der kam und ging wie er wollte.
sie seufzte kurz
Ihr Blick fiel auf die beiden verbrannten Bücher, die am Fuss des Schreibpultes lagen, an dem sie eben sass. Das war nun ihr dritter Versuch. Der dritte Versuch das Wissen über das Feuer auf Pergament zu bringen. Skeptisch wanderte ihr Blick zu den drei Kerzen und deren hellen Flammen. Als das erste Buch in feurigem Rauch aufging, hatte sie noch gedacht, es wäre ihr eigenes Missgeschick gewesen und sie hätte eine der Kerzen versehentlich zum Fallen gebracht. Jedoch das zweite Mal hätte sie schwören können, die Flamme wäre direkt auf die Seiten des Buches gesprungen. In beiden Fällen hatte sie versucht, das Übel noch abzuwenden, indem sie nach dem Element des Wassers versuchte zu greifen, IHREM Element, doch irgendwie… nunja, die traurigen Überbleibsel dort am Boden sprachen wohl nicht eben für Erfolg.
Sie schlug den schönen roten Einband des Buches auf, der sich wie der Vorhang eines Bühnenstücks zur Seite schob und den Blick auf die leere Seite frei gab, um jene mit Wissen, Gedanken und Geschichten zu füllen. Die Feder tauchte in die dunkle Tinte ein und sie setze an, diesmal jedoch blieb ihr Blick dabei auf den Kerzenflammen haften. Unfassbar beobachte sie wie die Flamme sich wieder vom Docht löste und den Weg auf die Seite fand. Aber diesmal liess Cara es einfach geschehen, sie unternahm nichts, liess dem Feuer sein treiben und tatsächlich, nichts geschah, nichts fing Feuer, nichts brannte lichterloh, die Flamme folgte einfach nur ihrem geschriebenen Wort, als wolle sie dies besiegeln. Und so begann sie zu schreiben, während das helle Flackern ihr folgte…
Und je mehr sie schrieb, desto mehr fand sie sich in den Worten und Gedanken wieder, erkannte sich und begann zu verstehen…
Zuversicht, Glaube, Vertrauen - Feuer blickt stets nach vorne und niemals zurückWar da nicht immer ein Funke Zuversicht und grenzenloses Vertrauen, bis hin zur Naivität in ihr? selbst wenn die Dinge noch so schlecht standen?
Zerstörung, Wandel - Manchmal ist es nötig etwas zu opfern, damit Neues entstehen kann
Als ihre Mutter bei der Geburt ihrer Schwester starb, hatte sie das nicht ohne jegliche Verbitterung aufgenommen und war dankbar für das wertvolle Geschenk, ihre Schwester?
Lebensfunke, Seelenfeuen, Leidenschaft, Lebendigkeit
Sie liebte das Leben. Sie gierte danach.
Obsidian – entspricht den Schwingungen des Feuers
Dunkel glänzt der Ring an ihrem Finger.
Hatte sie sich nicht sofort von dem Stein angezogen gefühlt? Ohne den Grund dafür auch nur zu ahnen?
Gerechtigkeit und Beständigkeit
Sarah Liia kam ihr in den Sinn. Nein, sie hasste sie nicht. Nachdem ihr Temperament wohl etwas hitzig mit ihr durchgegangen war, hatte sie versucht sie zu verstehen und nicht ungerecht zu urteilen und ebenso versucht freundlich zu ihr zu sein.
Humor, ein weites Herz, Wärme, Bewunderung, Aufmerksamkeit, Leid
Ja. Einen ausgeprägten Humor hatte sie und sie konnte auch über sich selbst lachen. Und ja. Sie brauchte Aufmerksamkeit und war empfänglich für Komplimente. Konnte im Gegenzug aber auch offen und ehrlich selbige geben. Wärme? Nunja, ihre Schwester hatte schon immer ihre Nähe gesucht, sie strahle Wärme wie ein Backofen aus, meinte sie stets.
Leid? Sie war gut darin, Dinge zu verdrängen, wenn es nicht anders ging.
Nachdem das Flämmchen über das letzte Wort gewandert und in einem hellen, flüchtigen Licht aufgegangen war, kam ihr Vefa in den Sinn. Vefa, wie sie ihr die Welt neu gezeigt hatte. Ein neues Leben eröffnet hatte. Mit Feuer war sie erweckt worden. Damals brannte sie bereits das erste Mal. Einer Explosion gleich, glaubte sie zu verglühen. Glückseeligkeit. Ob Vefa es damals schon geahnt, gar gewusst hatte?
Verfasst: Freitag 4. März 2011, 18:35
von Cara DelMur
Rogan
Sie war angetrunken gewesen und beinahe hätte sie seinen Rum für sich beansprucht. Seine Stiefel waren ihr aufgefallen. Hübsche Stiefel. Ganz ähnlich den ihren. So waren sie ins Gespräch gekommen...
War es Zufall das sie die Neugier einige Tage später in die Erntegans geführt hatte oder gar Schicksal?
Und nur wenige Tage später, nachdem sie mit ihren Schwestern, Max Klingenfels vor dem Sterben bewahrt hatten... war es Zufall das sie ihre Schritte, blutüberströmt wie sie war, wieder in die Erntegans gelenkt hatte? Er war da gewesen.. für sie da gewesen...
Ich krieg von dir niemals genug, du bist in jedem Atemzug..
Ein gemeinsamer Ausflug nach MenekUr folgte... sie brauchte einen Teppich... grosszügig und weltgewandt war er.... sie hatte in dem verschnürten Päckchen, indem sich der Teppich befand, ein Kleid gefunden... es war wundervoll gearbeitet, anders als die Kleider des Festlandes... und... zu ihrem übermächtigen Erstaunen... es war in ihrer Lieblingsfarbe gehalten... ab da hatte sie ihn mit noch ganz anderen Augen angesehen...
Du bist mein Überlebenselexier..
Er hatte ihr erzählt... aus seinem Leben... aus seiner Vergangenheit.... natürlich waren da Frauen vor ihr gewesen... immerhin war er ein erwachsener Mann... und die Frauen fühlten sich wie die Motten vom Licht, von ihm angezogen... sie hatte ihn gefragt, ob er gebunden sei..... nein.. nichts bindendes... und dennoch hatte er sich von seinen beiden losen Liebschaften ordentlich getrennt... ehe es zum ersten Kuss kam... wenngleich es auch eigenartig war, zu sehen, wie Damen in die Erntegans kamen und zielstrebig mit dem gewissen Blick in den Augen auf ihn zustrebten... Chandra... Miranda... sie hatte darüber gescherzt und sein Bett nach Kerben abgesucht....
Alles dreht sich nur um dich, warum ausgerechnet ich?
und schliesslich hatte er bei ihrem Onkel vorgesprochen.... völlig unerwartet.... hatte sein Leben dabei aufs Spiel gesetzt.... sie bewunderte ihn dafür.... er stand für das ein was er wollte... es war nicht einfach gewesen.... heimliche Blicke... heimliche Treffen.... aber immer Herzklopfen und diese Schwerelosigkeit in seiner Nähe... sie hatten vor Tulenas Haus Wasserpfeife zusammen geraucht... hatte er sie tatsächliche liebevoll Luder genannt...
Warum musst du mich mit meiner Sehnsucht quälen?
wieder MenekUr.... er hatte sie hinters Licht geführt, als er den Ring angeblich für seine Schwester kaufte... den Ring den sie fast nie vom Finger löste... sie liebte die tiefe Schwärze und das versteckte Feuer das er in sich trug... sie konnte sich darin verlieren.... ebenso wie sie sich in den Augen Rogans immer wieder aufs Neue verloren hatte... dann noch das hübsche Armband, wieder in ihrer Lieblingsfarbe... ebenfalls so überraschend...
er hatte sie nach ihren Wünschen gefragt... sie hatte eher zum Spass geantwortet... einen Regenbogen an dessen Ende ein Topf Gold wartet.... und er hatte ihr den Regenbogen zu Füssen gelegt.... wundervoll, traumhaft, unfassbar.... der Topf stand nun neben ihrem Bett... sie würde niemals vergessen...
Ich gebe auf und schliesse meine Augen, ich gebe auf und schicke meine Träume in die Nacht.
das Hochzeitfest von Tulena und ihrem Gatten... es war ein beschwingter Tag gewesen... sie war verzaubert... berauscht von Rogan und dem Leben an sich.... er schuldete ihr noch einen Tanz...
das Fest von Adoran... eine abwertende Aussage von Amary.... sie schob es auf die Seite... Süssigkeiten... oh, sie liebte Süsskram.... und dann Elfenstiefel... feinstes Leder... er hörte einfach nicht auf ihr Dinge zu schenken...
Lass mich verführen, lass mich entführn, ergeben deiner Macht...
und die Frauen umschwärmten ihn... es war nicht einfach... Fleure... Sarah Liia... es musste irgendetwas an seinem Duft sein.... das er allen die Köpfe verdrehte...
Sarah Liia... sie hatte es geschafft... das ihr Temperament mit ihr durch ging... bis sie ihr es deutlich an den Kopf geworfen hatte, dass Rogan ihr Mann war... es hörte nicht auf.... weiterhin umgarnte Sarah Liia ihn... es wurde ihr zugetragen von einem guten Freund... sie vertraute Rogan, aber sie vertraute Sarah Liia nicht... und dennoch hatte sie versucht nett zu sein zu der jungen Frau, schliesslich konnte sie nichts für ihre Gefühle...
Ich bin zerrissen, wann kommst du meine Wunden küssen...
er hatte sie gefragt, ob sie mit ihm in ein gemeinsames Haus ziehen wollte.... mit Garten... wie man es sich vorstellt.... es kam überraschend... wieder einmal... sie wollte es sich überlegen... sie liebte ihn...
Reich mir die Hand, mein Leben, nenn mir den Preis...
und nun? Talana wurde Tante. Talana hatte nur einen Bruder. Miranda würde Rogans Kind gebähren?
Und dann schliesst sich der Kreis. Kein Weg zurück.
Verfasst: Dienstag 13. Dezember 2011, 12:49
von Cara DelMur
Drago
Alles wiederholte sich. Ob dies eine Prüfung, Laune oder am Ende gar eine Strafe der Götter war? Ein zweites Mal war sie vor diese Aufgabe gestellt worden. Um jene zu lösen oder um daran zu scheitern? Nun, letzteres schien ganz gut zu klappen. Es schmerzte, natürlich schmerzte es. Sie lobte sich im Stillen selbst, dass sie so vorsichtig gewesen war und keine allzugrosse Nähe zugelassen hatte. Vermisste sie ihn? Wenn sie wirklich ehrlich zu sich war.... sie vermisste die Sache an sich, nicht den bestimmten Mann im Einzelnen. Konnte sie überhaupt noch jemanden trauen, der von Liebe sprach? Es schien als würden diese Worte gar zu leichtfertig gesprochen. Und falls sie nochmal jemand seinen Stern nennen würde, dem würde sie ins Gesicht springen oder zumindest in den Allerwertesten treten oder.. und überhaupt. Ausgenommen natürlich Aylen. Er durfte, sollte, konnte.
Ihr Onkel tat ihr leid und schlimmer noch ihr Ruf begann zu leiden. Dabei hatte sie sich nichts vorzuwerfen, es war nichts geschehen, dessen sie sich nun Vorwürfe machen müsste. Sie hoffte nur, Eloriahus würde dies auch so sehen. Zum zweiten Mal hatte nun jemand bei ihm vorgesprochen und zum zweiten Mal endete es .... hm... unverhofft. Und immer stahlen sich die Männer heimlich, leise und ohne ein Wort davon. Diesmal würde es wenigstens kein Blutbad geben.
Um ihrer Familie zu dienen, müsste sie einen Mann wählen, der dem altarischen Glauben verwurzelt ist, dem sie sich dann nie offenbaren könnte, ihr Wesen ihm nicht ansatzweise zeigen durfte, immer unverstanden in Geheimnissen oder Lügen verstrickt. Und ein Mann der Eluivs Tochter zugeneigt wäre? völlig undenkbar, dass konnte nur tragisch enden.
Das Gift der Liebe würde bald ihre Adern verlassen haben. Sie würde sich einfach Dingen widmen bei denen sie nur gewinnen konnte. Es wurde Zeit im Haus der Schwesternschaft wieder ein paar Bücher zu wälzen. Und das Baumhaus der Brüder hatte sie auch noch nicht gesehen.
Frei... !
Es gibt Menschen die genau das suchen, was sie geben konnte, und sie werden einander finden auf dem Schlachtfeld des Lebens...
Verfasst: Dienstag 13. Dezember 2011, 12:53
von Cara DelMur
Gedanken zu Samhain - persönlicher Erfahrungsbericht
Bei den Thyren, in deren Hain.
Die Elemente zerrten an uns und den grusligen Gewändern in die wir gehüllt waren, als Yora die Pforte ins Reich hinter den Nebeln, ins Reich der Ahnen öffnete. Sie übergab jedem von uns eine mit Runen gezeichnete Kerze, die uns helfen sollte, den Einen zu finden, den Einen zu dem es uns zog.
Dunkel war es dort, Geister und nicht greifbare Nebelwesen, Gräber, Gruften, Ruhestätten, all jenes unwirklich und doch vorhanden. Nur am Rande ist mir bewusst, dass ein falscher Schritt, dem falschen Pfad gefolgt über die Grenzen hinaus, verloren sein, bedeutet. Yora hat uns gewarnt.
Den Thyren war es ein leichtes ihre geliebten Ahnen aufzuspüren, war es doch ihr Hain, dessen Schwelle wir betreten hatten. Ich selbst irrte eine Weile durch die Stimmen und trüben Schleier, suchte, lauschte, forschte, nach dem einen verblichenen Menschen, den ich wieder erfahren wollte. Eine Ahnung, ein Gefühl, ein vertrauter Klang, gar eine flüchtige, hauchdünne Berührung gab mir letzlich die Gewissheit, sie war hier, hatte zu mir gefunden. Ich entzündete die Runenkerze, auf dass sie, die ich gesucht, noch etwas in meiner Nähe verweilen konnte. Trauer und unendliche Freude, wie konnten sich diese beiden doch so unterschiedlichen Gefühle im selben Ausmass in mein Herz fressen. Der Augenblick verann, ein Wimpernschlag?, eine Zeigerumdrehung?, ein Stundenlauf?, hier gab es keine tickenden Uhren. Ich wollte sie nicht gehen lassen, doch noch gehörte ich in eine andere Welt, die Welt der Lebenden. Vielleicht nächsten Samhain.
Mit diesem Gedanken begab ich mich schliesslich ans Feuer, liess mich auffangen von dem Lachen und Trommeln, von den Stimmen, die aus dem Feuer, aus der Ahnenwelt zu uns drangen. Ein Blick zu Medren liess mich wissen, dass er meine Gefühle teilte, ihm es nicht anders erging, als mir selbst. Wir sprachen dem Met zu und ein tanzender Medren liess mich nach Allem zu einer Glückseeligkeit finden, die einen festen Platz in meinem Herzen hat, dort wo die Erinnerung wohnt.
Verfasst: Samstag 17. Dezember 2011, 20:40
von Cara DelMur
Gedanken zum JulFest - persönlicher Erfahrungsbericht
Viele waren gekommen, Schwestern, Brüder, Lucien und Lu, Elfenkind des Waldes. Begränzt mit Gebinden aus Buchsbaum, welche dem Träger fürs kommende Jahr Glück bringen sollten, ehe die Kränze ihr Ende dann im kommenden JulFest finden würden, schien es, als würden die grossen, hölzernen Türen des Gemeinschaftshauses der Schwesternschaft, sich gerne den Festteilnehmern zu öffnen, die das JulLicht an Fackeln in das stille und dunkle Haus hinein trugen. Es war einer dieser Augenblicke die sich zauberhaft in unsere Herzen stehlen, als wir gemeinsam die Kerzen entfachten, deren Licht sich reihum golden erhob und die Schatten an den Wänden in die Ecken vertrieb. Die Räucherschalen prasselten leise, als sich ihr Dunst in kleinen Wölkchen erhob, unsere Nasen mit Weihrauch, Harz, Sandelholz und Wacholderbeer umspielte, um sich mit den Eindrücken des Lichtes zu einer Jubelstimmung zu verbinden. Wir verabschiedeten das alte Vergangene und hiessen die Zukunft mit Licht und Freude willkommen. Sogar Agatha quakte zustimmend aus ihrem Teich.
Es gab Gedichte, Geschichten und Fabeln an diesem Abend, viel Lachen und Geselligkeit und wir erfreuten uns am Ingerwerbrot, Truthahnbraten, Orangen und Früchtekuchen. Tee wurde getrunken, mit und ohne Schuss und dann war da noch der Mistelzweig.
Ich glaube Hanna war es die den Stein ins Rollen brachte, als sie Vefa und Taleon unter eben jenem Mistelzweig stehen sah. Glück und Liebe verspricht ein Kuss unter einem jener immergrünen Zweiglein mit den weissen Beeren. Glück und Liebe. Wir sahen an jenem Abend viele Küsse, sehr unterschiedlicher Art. Und einer davon, jener der mir Glück und Liebe bringen wird, wird mir für immer im Gedächtnis haften bleiben. Lu. Ob ihm die kleine dicke Elfe, in die ich mich scherzhaft für just jenen Moment verwandelte wohl auch in Erinnerung bleiben wird?
Verfasst: Mittwoch 15. Februar 2012, 18:41
von Cara DelMur
Gedanken zu Imbolic - persönlicher Erfahrungsbericht
Wir kamen in Verkleidungen, bunt, erdfarben und wurden herzlich mit einem der ersten duftenden Frühlingsboten begrüsst. Die Nase wurde in das zarte Blümlein gesteckt, ehe es seinen Platz an Hut oder Kragen fand. Kerzen in weiss, zartem grün und gelb waren angesteckt und umzingelten ein kleines Feld Schneeglöckchen, die sich tapfer ihren Weg durch die pudrige Schneedecke gekämpft hatten. Der Duft von Herzhaftem und Süsskram vermengte sich lockend mit dem Knistern des grossen Feuers, das zur Geselligkeit einlud und schon bald kam ich in den unvergleichlichen Genuss von herrlich knusprig heissem Stockbrot. Nachdem die Mägen gefüllt waren und der ein oder andere Schnaps von Medrens Grossvater die Kehlen und Herzen erwärmt hatte, fügten wir uns heiter in das alte Brauchtum: Dem Tanz ums Feuer. Dabei durfte und sollte es laut zugehen, schliesslich wollte der Frühling geweckt und der Winter vertrieben sein. Es war ein ausgelassenes Fest, getragen von Eluive‘s Hoffnung, dass die Schatten des alten Jahres bald vertrieben und der Frühling goldenes Licht und blühende Pracht zu uns bringen würde. Es wird nicht mehr lange dauern, die weisse, weiche Decke, die das Land noch schützend bedeckt wird vergehen und mit ihr werden die Geister des alten Jahres endgültig schwinden. Tiere werden aus ihrem Winterschlaf erwachen und das Leben wird sich fruchtbar und bunt aufs Neue entfalten.
Den kleinen Haselnusszweig, den Medren jeden von uns zum Abschied reichte, habe ich in eine Vase mit Wasser gestellt. Davor bin ich herum gegangen und habe damit Tiere, Äcker, Obstbäume berührt. Möge die Berührung ihnen Fruchtbarkeit verheissen und mir ein gutes neues Jahr bringen.
Verfasst: Freitag 11. Mai 2012, 18:14
von Cara DelMur
Gedanken zu Beltane - Persönlicher Erfahrungsbericht:
Maiglöckchen Duft. Ganz übergehen wollte und konnte ich Beltane nicht. Und das es näher und näher rückte, wurde mir an meinen über- und überwallenden Gefühlen täglich bewusster. Nehmt euch in Acht ihr Ritter, schwarz oder weiss. Das Kleid schliesslich, welches ich dann trug, war mir wie lebendiges Feuer am Leib, rot, gold, orange und der Feuerdrache sollte fliegen an Beltane. Maiglöckchen Duft. Von wild tobendem Tanz und ausschweifendem Fest konnte in diesem Jahr nicht die Rede sein, aber nichtsdestotrotz es gab Tanz, es gab Gesang. Es gab eine wild-sanfte Majalin und es gab einen unglückseeligen-glücklichen Lucien und den kleinen braven Jeremiah. Und bunte Bänder, ja bunte Bänder für einen wunderfeinen Apfelbaum, mit dem unsere dargebrachten Wünsche gedeihen und Früchte tragen können. Maiglöckchen Duft. Ich könnte mir für diese Nacht, des sich Öffnens und Fallenlassens, der Vereinigung und Unsterblichkeit einen Gefährten nehmen, aber das ich dann wirklich noch auf meinen HerzensRitter treffen sollte, haben mir die Maiglöckchen nicht verraten. Maiglöckchen Duft.
Verfasst: Mittwoch 27. Juni 2012, 16:40
von Cara DelMur
Gedanken zu Litha - Persönlicher Erfahrungsbericht
Eine magische Nacht. Anders kann ich es nicht beschreiben. Wir haben uns wieder am alten Ort eingefunden. Das Johanniskraut steht in voller Blüte und trägt seinen Duft zu uns herüber, begleitet vom Aroma der Zitronen und Sonnenkräuter, welche das knisternde Feuer freisetzt als wir unsere Wünsche, teils still, teils geflüstert preis geben. Litha, das Fest der Wünsche.
Gold’ne Ähren, silbergrünes Blatt, sanft sich wiegen im gelben Wind.
Zu Litha seien die Schatten satt und Licht die Welt durchrinnt.
Unzählige Lichterfunken tanzen über die Lichtung, fangen sich im Glanz der Spiegel, die ringsherum aufgestellt sind und tausendfach den Flammentanz des grossen Feuers brechen und in sich tragen. Feines, silbriges Lachen. Hier und da eine sachte Berührung, hauchzart wie der Flügelschlag einer Libelle. Litha, das Fest der Andersweltbewohner.
Ich rufe heut Nacht in uns’re Mitte die Macht der Vier, Waldgeister und Feen,
der Sonne Stärke, hört meine Bitte, Mutters stärkste Zeit, ew’ges Besteh’n.
Wir reichen uns die Hände zum Kreis, ein Segen wird gesprochen, die Worte fangen mich ein und das Feuer beginnt seinen eigenen Reigen. Im Feuertanz offenbaren sie sich, sind gekommen, um mit uns das Leben, die Sonne, die Schöpfung, Eluive zu feiern. Feuerfeen. Feuerfeentanz. Feuerfeenpunsch.
Lasst Funken tanzen, Lichter strahlen, reinigt Baum und Kraut und Halm und Blüte,
Schützt heil’ge Nacht vor düsteren Gefahren, auf dass euer Segen, Leben allhier behüte.
An Litha wird sich zeigen, ob aus dem hitzigen Feuer der Beltane etwas von Bestand hervorgeht. Zumindest die kleine dicke Elfe hat Bestand, dabei hatte ich sie doch schon fast vergessen. Lu. Er hat mich aufgefangen, auch wenn er davon nichts ahnt.
Ewig dreht das Rad des Lebens, ewig kreisen Zeit und Erde,
Ewig neut sich so das Jahres und der Wesen Stirb und Werde.
Ich werde morgen noch einmal zurückkehren, um etwas von dem Tau einzufangen.