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Ein Opal für einen Opal
Verfasst: Mittwoch 14. Dezember 2005, 16:12
von Cyrion Sha´Ar
Schon seit längerer nannte er sie so in seinen Gedanken. Seinen Opal. Eine Frau, die so wunderschön war, so lebendig und so intelligent. Ein Quell der Weissheit und der Ideen. Eine schillernde Persönlichkeit mit so vielen reichhaltigen Facetten, Kristallen die zu Tage traten und wieder in dem tiefen stillen Brunnen, der sie war, verschwanden. Wie ein Opal.
Ja er war verliebt. Schwer verliebt in diese Frau, die ihm eine neue und doch so uralte Welt zeigt. Eine sich ständig wandelnde Welt und doch blieb sie in sich gleich... Er musste schmunzeln, er konnte es nicht anders. Der letzte Vergleich passte so hervorragend zu eben dieser Frau, die ihm nicht mehr aus dem Kopf ging. Schon überlegte er, wie er die Küche für sie einrichten würde. Die Küche in dem Haus, das er zu bauen gedachte. Im Keller Regale mit ihren Kräutern, das sie in der stehts gleichen Temperatur im Dunkeln trockneten und ihre Wirkung nicht vorloren ging, wie es im hellen Sonnenlicht ab und an geschehen konnte. Aber da erschöpfte sich auch schon das bisschen Wissen, das er von Kräutern hatte...
Er wollte ihr etwas schenken, zum Yulefest. Etwas das über die Kräuter hinausging, die er von seinen Gängen in die Tunnel mitbrachte. Etwas, das blieb. Aber was? Was nur? Seine Gedanken gingen zu den Dingen, die Frauen mochten. Blumen waren schön, aber sie vergingen... Kleider konnten reissen und sie würde es nicht zu jeder Jahreszeit tragen können. Was hatte bestand... was war etwas, das sie erfreuen könnte... Die Natur erfreute sie. Freute sich über Dinge, die die Natur erschaffen hatte. Was würde zu ihr passen? Ein breites Lächeln zog auf seinem Anlitz Linien. Kleine Lachfältchen zeigten sich um seine Amethystaugen, als er zur sonnenbeschienenen Schneedecke blickte. Sie glitzerte und erinnerte in seinem Funkeln an Edelsteine. Opale! So nah der Gedanke, sie mit dem zu beschenken, an was sie ihn erinnerte, und och hatte er sich schwer getan, gleich darauf zu kommen. Amüsiert schüttelt er den kopf, das seine lange Mähne flog. Wie schwerfällig man doch manches mal war.
Opale also. Doch wo her nehmen? Opale hatte er hier nie gesehen... nicht auf Gerimor. Und die anderen Inseln? Grübelnd seufzte er. Er wusste es nicht. Aber er würde wohl einige Leute anschreiben müssen in der Hoffnung, das sie welche gesehen hatten. Opale waren zuweilen sehr sehr selten. Er selbst hatte nur einmal einen wunderschönen Stein gesehen... Gäste der Windroses hatten einen bei sich.
Er würde sich erkundigen müssen. Sogleich machte er kehrt und ging zu den Weg zurück, den er gekommen war. Die Jagd konnte er auch mal Jagd sein lassen.
[ooc: diese Postings sollte man von der RP-Zeit her als ein Stück älter als das Posting 'Glück im Unglück' betrachten. Ich kam einfach noch nicht dazu, die hier fertig zu schreiben und abzuschicken - bis jetzt. Wann sich die zeiten wieder angleichen werden die aufmerksamen Leser schon merken ;-)]
Verfasst: Mittwoch 14. Dezember 2005, 16:12
von Cyrion Sha´Ar
Bei seinem Pferd angekommen ritt er zu dem Ort, von dem er wusste, das dort häufig Miner unterwegs waren: Berchgard. Dort angekommen, fand er erst kaum jemanden, der dem Aussehen nach ein Miner hätte sein können. Nur einige Gardisten und ein paar wenige Leute, die geschäftig dem Dorfleben nachgingen.
Doch dann fand er doch wohl einige Miner und er erkundigte er sich bei dem erstbesten Miner, dem er über den Weg lief. Aber er hatte kein Glück... der Miner bezeichnete sich selbst als Lehrling, nicht befähigt, ihm die Informationen zu geben, die er brauchte, nachdem er ihm eine knappe, aber genaue Beschreibung von Opalen gegeben hatte. Er kannte den Miner, Coufir Goldherz, jemand, bei dem er einmal Steine für sein Haus gekauft hatte. Dieser hatte ihm gesagt, er solle sich an die Meister wenden. Diese wüssten weit mehr als er. Doch Coufirs eigenen Meister hatte Cyrion nur um wenige Minuten verpasst.
Kaum hatte sich Cyrion gedankenvoll verabschiedet, war Coufir auch wieder verschwunden. Sich an die Wachen wendent, meinten diese, die Miner wären abends in und bei der Mine zugange.
Deswegen waren also so wenige Miner in dem sonst für Miner bekannten Dorf, dachte sich der hochgewachsene junge Mann. Von dem Gardisten wurden ihm auch die beiden Stellen gedeutet, wo die Miner und Schmiede am häufigsten zugange waren.
Zu seiner Freude konnte er auch einen Namen von einem Meister erfahren: Thancred. Er sei ein Meister im Minen und könnte ihm unter Umständen helfen. Eine Beschreibung wurde Cyrion ebenso zuteil. Nett, die Leute hier... Zufrieden machte sich Cyrion nach einem „Mögen die Ahnen mit Euch sein.“ zum Abschied in die Mine auf.
Aber dort fand er nicht viel mehr als Geröll und Staub vor. Augenbrauen zogen sich zusammen, als sich den Staub von der schwarzen Kleidung klopfte. Schwach machte sich Entäuschung in seinen veilchenblauben Augen breit. Viel Glück hatte er in diesem sonst so voller Miner steckendem Dorf bisher nicht gehabt.
Dann begab er sich zum nächsten Ort... Die Schmiede... vielleicht waren bei den Dorfschmieden einige Leute, die er fragen konnte. Im kalten Wind die Türen aufstossend, fand er zwei Männer bei dem Amboss stehend. Einer davon war hauptsächlich in Grün gekleidet. Die langen Haare waren schweissfleckig, war der Mann doch dabei einem Streitkolben wohl den letzten Schliff zu geben. Thancred! Ein feines Lächeln zeigte sich auf Cyrions edlen Zügen. Der Mann, den er suchte. Er war tatsächlich unverkennbar.
Höflich wartete er, bis der Schmied Zeit für ihn fand und wärmte sich von dem frostigem Ritt nach Berchgard auf. Doch als die Herstellung des Kolbens immer länger dauerte, und ihm die erst wohl angenehme Wärme langsam unangenehm wurde, das er die Arme hinter dem rücken verschränkte, damit sie nicht direkt der Hitze ausgesetzt waren, machte er sich doch bemerkbar. Ah... Der junge Schmied hatte ihn doch schon bemerkt und bat um Geduld. Diese hatte er gerne, wenn er damit seinem Endziel näher kam.
Gerade, als er dachte, das der Handel endlich abgeschlossen sei und er sein Anliegen darbringen könnte, kam ein junger Bursche hereingestürzt, die Türen aufreissend, das sie beinahe an die wände geknallt wären. Die Wangen des Burschen waren gerötet, als er den Blick sofort auf Thancred richtete.
„Thancred! Thancred!“ Überschlug er sich fast vor Aufregung. Alamiert flogen Cyrions Augen von dem Jungen zur Tür! Seine Hand war im Schreck gewohnt zum Griff seines Schwertes gewandert. Aber als der Junge gleich mit seinen Neuigkeiten heraussprudelte – für Cyrion belanglose Dinge - und Coufir entspannt in die Schmiede kam um einiges bei den Dorfschmieden zu verkaufen, entspannte er sich wieder. Für einem Moment hatte er gedacht, es gäbe einen Angriff. Jetzt im nachhinein schalt er sich für den ersten Eindruck, der ihm recht albern vorkam.
Geduldig wie eine Katze vor dem Mauseloch wartete er ab und liess sich von den Gesprächen ringsum berieseln. Doch dann sperrte er die Ohren auf. Ein Diebstahl? Hier in Berchgard? Aufmerksam lauschend, entnahm er dem Gespräch, das Thancred wohl wertvolle Barren gestohlen worden waren und er und seine Freunde versuchten, dem Dieb auf die Schliche zu kommen, in dem sie den Markt scharf beobachteten. Dann betrat eine Frau die Schmiede, auf ebenfalls auf der Suche nach Thancred. Er kannte sie. Alliestra vom Clan der Hinrah. Eine hübsche Frau, freundlich und zuvorkommend. Er mochte sie wie so ziemlich jeden aus dem Clan. Sein Lächeln erwiederte sie, freundlich wie eh und je, aber dann wandte sie sich gleich wieder an Thancred. Das Gespräch handelte weiterhin über den Diebstahl und ihre zukünftigen Vorsichtsmassnahmen. Bald schon wandte der Krieger seine Aufmerksamkeit auch anderen Dingen zu, hörte dem Gespräch nur noch lose zu. Erst recht, als das Gespräch sich persönlicheren Dingen zuwandte, konzentrierte er sich auf die Auslagen der Dorfeigenen Schmiede. Die Schwerter und die Rüstungsteile, die sie ausliegen hatten, waren von ganz guter Beschaffenheit, wie er befand, als er sie sich besah. Gute Arbeit sicher, aber an seine eigenen Waffen kamen sie nicht heran. Kaum einer kam seiner bescheidenen Meinung nach an die Arbeiten von Caillean Hinrah heran.
Wieder wand er seine Aufmerksamkeit zu dem Paar, denn das waren sie Offenbar, herzlich und recht persönlich wie sie miteinander umgingen. Die Garde half also auch bei der Suche... Sicher, dachte er sich einen Moment später. Der Diebstahl hatte ja direkt vor ihrer Nase stattgefunden. Auch sie wollten diese Sache bereinigen und hatten gewiss die effektieveren Mittel. Thancred bemerkte ihn, als würde er sich jetzt erst entsinnen, das da jemand auf seine Aufmerksamkeit wartete. Sogleich fragte er Cyrion nach seinen Wünschen, während sich seine Gefährtin Alliestra verabschiedete. „Ich wollte fragen, ob Ihr jemals beim Minen Edelsteine gefunden habt, Meister Thancred. Vielleicht Opale darunter?“ Sein Gegenüber verneinte bedauernd. Diese waren wohl eher Grabbeigaben, die die Ruhelosen Toten ab und an in ihrer zerfledderten Kleidung trugen – war seine Antwort. Doch die Steine müssen doch irgendwoher kommen! War Cyrions Gedanke auf diese Antwort. Rasch frug er, ob den Thancred diese seltenen Steine kenne und beschrieb sie erneut recht genau.
„In Lehrbüchern steht etwas über vielfarbige Steine dieses Namens. Aber in diesen Landen findet man sie wohl nicht.“
Gedankenvoll seufzte der schlanke Krieger. „Hmm... also sind sie wohl noch seltener, als ich dachte...“ Der Meister bestätigte seine Vermutung. Rasch fuhren seine Gedanken weiter. „Hmm... Vielleicht finde ich beim Clan jemanden, der sie geschürft hat.“ Daraufhin fragte ihn der grüngekleidete Mann ernst, ob er denn schon welche gesehen hätte. Sicher hatte er das... nur nicht hier. In seiner Heimat hatte er welche gesehen. Aber hier auf Gerimor? „Nein, leider noch nicht. Ich hatte gehofft, das sie doch irgendwo zu finden sind.“ Leicht tippte sich sein Gegenüber grübend auf die Lippen. „Nun... Grim Agnar. Und die Frau, die eben hier war. Mit den goldenen Haaren.“ Bei der Wortwahl musste er innerlich schmunzeln. Die Frau die eben hier war. So würde er nicht von seiner Gefährtin reden. Aber nun, er war nicht Thancred. „Alliestra, ja. Aus dem Clan Hinrah.“ Nickte er beifällig. „Sind gute Bergleute.“ Wieder nickte er leicht, bereits mit den Gedanken beim Clan. „Das sind sie in der Tat.“
Mit einem weiteren Namen riss Thancred den grösseren Krieger aus seinen Gedanken. „McMurphy.“ Blinzelnd sammelte Cyrion seine Gedanken und richtete sie wieder ins hier und jetzt. „Tim McMurphy?“ Ein knappes bestätigendes 'Aye' „Auch ein guter Bergmann.“ Gab er zu. Cyrion bedankte sich höflich. „Falls ihr doch findig werden solltet, mein Name lautet Cyrion Ceylon Sha'Ar.“ Auch Thancred stellte sich – wenn auch unnötigerweise – vor. Er bedankte sich erneut für die Auskunft und wandte sich dann zum Abschied. „Vielleicht finde ich ja einen dieser Opale.“ Cyrion hoffte es. „Glück auf, Thancred.“ rief er und fand zu seinem Glück Tim McMurphy ebenfalls in Berchgard, stolperte praktisch über ihn. Vielleicht hatte er doch nicht nur Pech bei seiner Suche nach den wertvollen Steinen. „Warte mal.“ rief er Tim nach. Der Mann richtete sich von seiner Arbeit auf. „Hmmm ja?“ Auch ihn fragt der Krieger nach den gesuchten Opalen und beschrieb sie umfassend, dieser immerwährenden Wiederholung nie müde werden. Doch leider hatte auch Tim nie einen ausgegraben. Der Miner wandte sich wieder seiner Arbeit zu. Thancred kam herbei und schnenderte zu dem Miner. „Tim?“ Wieder richtete er sich auf, sich auf seine Pike stützend. Während die beiden sich über Rohdiamanten unterhielten ging Cyr seinen Gedanken nach. „Keiner hat sie bisher gefunden... wie seltsam.“ Tim merkte wieder auf. „Hmm ja, sollte ich welche finden...“ Er liess den Satz in der Luft hängen, aber Cyr verstand schon, nickte und seufzte schwer. „Danke auch. Glück auf noch.“ Während die beiden weiterredeten begab sich Cyr wieder mit gesenktem Blick zu seinem Pferd. Er hätte nicht gedacht, das es so schwer sein würde, Opale zu finden.
Verfasst: Freitag 16. Dezember 2005, 13:33
von Cyrion Sha´Ar
Hoch ragten die Pfeiler der Palisade, als er dem Clansmann auf dem Turm zunickte und eintrat. Wie üblich wurde er herzlich begrüsst. Laila Hinrah hatte wie eh und je eine würdevolle Ausstrahlung und war doch so natürlich fröhlich wie ein Flüsschen im Wald. Doch ehe er es sich versah war sie die Treppen hoch und verschwand aus seiner Sicht. Leicht runzelte er die Stirn. „Sehr geschäftig, die Laila, wie ich das sehe.“ Doch dann richtete er seine Aufmerksamkeit auf das Dach. Seltsame Geräusche konnte er von da oben vernehmen. Es klang nach Kampf. Und dann schoss ein feuriger Ball durch die Luft, der über die Palisaden hinwegschoss und dann verpuffte. Erstaunt fiel sein Blick auf Falk Hinrah, welcher die Treppe herunterkam und ihm auf seine letzten Worte antwortete: „Das ist sie, unsere Laila.“
Sofort nahm er Haltung an, stand er doch vor dem Jarl. „Den Ahnen zum Grusse, Herr Hinrah.“ Einen Moment hielt er inne. „Hmm...Oder ist Falk auch recht?“ Der rustikale Mann nickte leicht. „Falk ist gut.“ Cyrion kam gleich zur Sache, wusste er doch das Falk kein Mann von Artigkeiten war. „Ich wollte fragen, ob eure Miner mal Opale gefunden haben?“
Der Riese von einem Mann, der den schon hochgewachsenen Cyrion noch um einiges überragte blickte verblüfft auf den Mann nieder. Damit hatte er wohl gar nicht gerechnet. „Opale?“ Cyrion hoffte, das die Verblüffung daher kam, das die Frage so ungewöhnlich war, nicht daher, das er Opale nicht kannte und nickt leicht. Sein veilchenblauer Blick war fragend und trug eine gewisse Hoffnung in sich. Doch die Hoffung wurde zerschlagen. „Soweit mir bekannt ist, haben wir noch nie solche Steine gesehen.“
Wieder ertönte von oben das Klirren von Waffen. Mit glänzenden Augen blickte der Riese von einem Mann hoch, dabei den Kopf in den kräftigen Nacken legend. Ein Lächeln breitete sich auf seinen Zügen aus und die Augen funkelten, als er zu Cyrion niedersah. „Komm mit hoch, ich will das sehen!“ rief er ihm zu und stürmte die Treppen hoch, kaum mehr auf Cyrion's Reaktion abwartend, so das diesem nichts anderes übrig blieb, als hinterdrein zu rennen und den Anschluss nicht zu verpassen.
Oben angekommen beobachtete er das bunte Treiben der Clansleute sowie ihrer Gäste. Laila kämpfte mit überraschend schnellen Zügen gegen einen Gast, einen kleinen Kerl in einer fein bestickten weiten Robe, der flink hin und her hüpfte. Laila warf Tränke, welche beim Aufprall explodierten oder ein Gas freisetzten. Wohl sollte sie lernen, besser zu zielen, während der andere seines erachtens nach, lernte, auszuweichen. Aber ab und an gingen sie auch mit Waffen aufeinander los, wann immer die Gelegenheit es erlaubte
Aber seine Aufmerksamkeit richtete er doch wieder zu Falk, der dem Treiben amüsiert zusah. In raschen Worten beschrieb er auch hier die Opale. „...zumeist einen milchigen Hintergrund haben und je nach Lichteinfall farbige Kristalle aufweisen. Die Steine sind wohl sehr selten, denn die Miner finden wohl keine.“
„Was für Steine?“ kam von der Seite eine Frage. Kahor, ebenfall grösser als Cyrion – etwas, was Cyrion manchmal, aber nicht immer als störend empfand, war es für ihn doch sicher nicht üblich, hochblicken zu müssen – gesellte sich zu ihnen, gekleidet in einen seltsam rötlichen Knochenpanzer. Der Hünne fühlte sich wohl völlig wohl in seiner knöchernen Aufmachung und blickte mit entspannter Neugier zu dem Neuankömmling. „Opale. Aber ich kenne keine.“ Sein Gegenüber rieb sich nachdenklich das Kinn. „Hm... Opale...“ Ein eiskalter Hauch kam herüber geweht und Cyrion hüllte sich tiefer in seinen Umhang. Offenbar war dies ein Gebräu, das einem eisig den Rücken runterlief, wenn es explodierte. Einem die Glieder vereisste.
Der schwarz gekleidete Krieger entspannte sich zunehmend, als der Fremde von ihnen fortsprang und Laila ihm folgte. Nun mehr wich er ihr nicht mehr aus, um einen guten Schlag anzubringen, er flüchtete regelrecht vor Laila. Amüsiert verfolgte Cyrion das Katz-und-Maus-Spiel und rieb sich das von Bartstoppeln etwas angeraute Kinn. „Ich wusste nicht, das Laila sich schlägt... und gut austeilen kann...“ Daraufhin blickte auch Kahor hin und gab ein ermahnendes „Laila...“ von sich. „Nach einer Flucht ist der Kampf aus. Dies ist ein Duell.“ Er klang ernst und so war auch sein Blick. Doch Laila hetzte dem Fremden immer noch hinterher. „Ney...“ keuchte sie. „Nit bei Sayid.“ Cyrion musterte Kahor aus den Augenwinkeln, wie dieser zu dem Fremden – Sayid – sah. Der Menekaner hatte seine Gestalt in die weite Robe gehüllt, so das man seine Herkunft kaum erkennen mochte, so schnell wie er sich bewegte. „Zumal er dich schon zig mal hätte mit einem Zauber niederwerfen können.“ Wieder nur ein trockener Kommentar von Laila. „Der flüchtet dauernd.“ Cyrion, der den Kampf ebenso beobachtet hatte, war eher der Meinung, das es einfach die Art des Mannes war, flink und agil zu sein. Sollte er auch stehenbleiben, wenn sie ihm etwas hinterher warf?
Schmunzelnd wandte er sich wieder an Falk und trat neben ihn an Geländer. Weit konnte man von hier aus sehen... Im Hintergrund hörte er, wie Kahor schwer seufzte, als Sayid halblaut von sich gab: „Lass sie nur.“ Brummend wandte sich Kahor ab. „Na dann macht mal.“ anschliessend leiser. „Und dann frag mich nochmal einer, warum ich Hokuspokus ungerecht find... Ich schau mal, ob ich Opale habe.“ Damit stapfte er davon.
Wieder blickte Cyrion in die Ferne, während Falk neben ihm den fortlaufenden Kampf beobachtete. „Teilen alle eure Frauen mehr aus, als sie einstecken können? Sie wirkt so zart... Kaum zu glauben, das sie... kampffreudig ist.“ Über die Worte schien Falk amüsiert zu sein und schaute Cyrion Mitleidig an. „Laila kann auch einstecken... Und die anderen können es beinahe noch besser. Vor allem Freia.“
Cyrion drehte sich um, lehnte sich mit den Nieren an das Geländer, das er bequem stehen konnte. „Hmm Ich suche nun seit ein paar Tagen nach Opalen... Aber keiner scheint welche zu haben. Auf keinem Nachrichtenbrett werden welche angeboten.“ “Ich glaube die gibt es hier auf Alathair nicht.“ Gab Falk knapp von sich. Eine Aussage, von der Cyrion fürchtete, das sie sich als wahr erweisen könnte. Doch Falk dachte noch weiter. „Sayid?“ Der braunhäutige Mann blickte auf. Laila brummte leise, nicht erfreut über diese Störung. „Gibt es auf Menek' Ur Opale?“ Ein klares ruhiges Nein als Antwort. „Und in keiner Höhle gibt es welche. Sonst hätte ich sie.“ Kamen die Worte von der Treppe her, wo Kahor gerade wieder hoch gestiefelt kam. Er wirkte überzeugt. „Auf Fuachtero in einer Mine vielleicht, Kahor?“ Auch diese leise Hoffnung wurde zerschmettert. „Kaum. Ich hörte noch nie davon.“ Dann wanderte sein stechender Blick zu Cyrion. „Wie ist der Name des Bieters?“ Dieser rieb sich die Nasenwurzel mit Daumen und Zeigefinger und seufzte schwer. Der Kampfeslärm und die Schreie, die sich die Kämpfenden zu warfen schallten zu ihnen herüber. „Sie werden nicht angeboten. Leider. Ich suche sie.“ „Achso.“ Auch dafür hatte Kahor eine einfache Antwort, als er sich wieder dem Kampf der beiden zuwandte. „Es gibt einfach keine.“ Cyrion liess seinen Blick resigniert in die Ferne gehen. „Ich hätte nicht gedacht, das es so schwer ist, welche zu finden. „Ich kenne sie nicht und ich bin weit rum gekommen. Vielleicht geben die Böden des Landes sie einfach nicht her?“ Dem musste der Krieger wohl oder übel zustimmen. „Möglich...“
Der Kampfeslärm endete Abrubt mit einem dumpfen Laut. „Verdammt!“ Kahor seufzte leise, der den Blick nie von dem Kampf entfernt hatte. Cyrion wandte sich um und sah nur noch wie jener Mann Sayid zu der zu Boden gegangenen Laila eilte. Cyrion eilte ebenfalls zu ihr, doch Falk und Kahor schienen sich keine grossen Sorgen zu machen. „Zeit für mich und Kahor.“ gab Falk von sich und blickte zu dem knöchernen Krieger. „Ohne Tränke.“ Schlichte Worte, aber welche, die keine Gegenargumentation zuliess. Kahor schmunzelte, als wäre anderes ihm nie in den Sinn gekommen.
„Hey Kleine. Komm wieder hoch... War gar nicht so fest.“ Murmelte der Menekaner leise aber noch hörbar. Besagte Kleine – die ein gutes Stück grösser war als Sayid – rieb sich den Kopf und seufzte sachte. Doch war sie wohl zu benommen zu gehen und so zog Sayid sie vom 'Schlachtfeld' herunter. Kahor half dem Menekaner, Laila zum Wassertrog zu bringen. Der braunhäutige Mann war wohl betroffen, sie so derbe getroffen zu haben. Er kümmerte sich um ihre Wunden, die bei einem Übungskampf nun mal vorkamen. Das sie immer noch nicht aufstand, machte Cyrion nun doch Sorgen und er hob einige Finger vor ihr Gesicht. Vielleicht hatte sie eine Gehirnerschütterung. „Wieviele Finger halte ich hoch?“ Erst reagierte sie nicht und stöhnte nur: „Der letzte Schlag hat gesessen.“ Dann schob ihr Kahor eine Wurzel zwischen die Zähne, die sie artig kaute. Mampfend schaute sie zu Cyrion. „Na drei.“ Zufrieden nickte der Krieger. „Dann geht's dir gut genug.“ Kahor schien eher amüsiert zu wirken. „Sicher... ne echte Tiefländerin steckt sowas weg. Auch wenn sie wissen sollte, wann es genug ist.“ Der leichte Tadel liess Laila genervt die Stirn runzeln. „Ach Kahor... Bei Sayid weiss ich das er nit zu weit geht. Bei anderen würd ichs nit machen soweit.“ Cyrion musste dabei schmunzeln. „Solange ihr Kopf nicht allzu angegriffen ist... Sonst hätte ich eine Heilerin geholt.“ Er blickte auf die Stäbe, mit denen die beiden gekämpft hatten. Er deutete knapp auf diese. „Ansonsten können Stabschläge höchstens Knochen brechen... und das sind relativ einfache Verletzungen.“
Der bärtige Kahor gab ihm da recht und schaute während dessen schmunzelnd zu dem Neuankömmling, der mit Erinna, Falk Ziehtochter, die Treppe hochkam. „Aye. Und kaum einer kennt sich besser in dem verarzten von Wunden aus, als ein Krieger, der sich ständig selbst versorgt.“ Der Neuankömmling war ein Mann, der wohl Leder an den Clan verkaufte. Der Mann war wohl erwartet und als Erinna etwas erschrocken zu Laila sah, wandte sich das Gespräch erneut um Sayid und Laila, dann schliesslich zu dem Leder, das er Händler mitbrachte.
Cyrion Hingegen lehnte sich wieder an das Geländer und liess sich von dem bunten Treiben berieseln. Also hatte er hier auch kein Glück gehabt. Und in Menek'Ur wie auch in Fuachtero sollte es die Steine auch nicht geben. Stirnrunzelnd blickte er in die Ferne, in eigene Gedanken versunken. Er würde trotzdem Briefe entsenden. Sayid und Kahor waren beides Krieger. Es mochte sein, das die Händler und Schürfer dort mehr wussten. Noch hatte sich seine leise Hoffnung nicht völlig erschöpft.
Er blickte sich um, als Laila mit entschiedenheit von sich gab, das ihre kleine 'Pause' vorbei war. Sie erblickte Cyrion und lächelte. „Willst du dich mal an mir versuchen, Cyrion?“ Doch da wurde sie von Erinna vereinnahmt und er war für einen Moment vergessen. Dieser blickte zum Stand der Sonne und seufzte leise. Es gab noch soviel zu tun... Er wendete sich um zu Falk. „Ich werde leider wieder gehen müssen.“ Dann wandte er sich an die ganze Gruppe. „Einen angenehmen Abend noch. Und bringt euch nicht gegenseitig um.“ Er bewegte sich zu der Treppe hin. Nur Falk hatte wohl bemerkt, das er am gehen war und verabschiedete ihn mit seinem üblichen 'Stolz und Ehre' Ansonsten war der Haufen Leute auf dem Dach rege wie die Ameisen und schwer beschäftigt. „Mögen die Ahnen mit euch sein.... besonders heute Abend.“ schmunzelte Cyrion erneut und ging alleine zum Tor.
Verfasst: Freitag 16. Dezember 2005, 16:57
von Cyrion Sha´Ar
Angespannt wartete er, auf den kalten Steinen sitzend, von denen er erst vor kurzem den Schnee gekehrt hatte. Wie lange mochte es dauern bis die beiden Herren Zwerge kamen. Es würde sein erster echter Kontakt mit diesem Kleinwüchsigem Volk, diesem rauhem Volk... Er hatte keine Ahnung, wie man Zwerge behandelte. Gedankenvoll verschränkte er die Fingerspitzten und lehnte diese an seine Lippen. Hoffentlich gab er ihnen keinen Grund, ihm zu zeigen, wie Zwerge mit Beleidigungen umgingen.
Dann hörte er eine seltame Mundart, eine harte Sprache, die er kaum verstand. Ihm folgten zwei zu klein geratene Männer um die Ecke, die beide lange geflegte Bärte trugen. Der eine war dunkler gekleidet in einer seltsamen Farbe, die er allerdings schon bei den Waffen und Rüstungen der Zwerge gesehen hatten. Auch war sein Haar und sein Bart von einer dunkelbraunen Farbe. Sein Gefährte war mehr in einem Braunton gewandet und auch seine Haarfarbe war heller. Während die Bärte geflegt waren, wirkte die Kleidung bei beiden zottelig, war Russ und Staubbefleckt. Die Säcke mit den dem schweren Inhalt, die sie trugen sahen noch fleckiger aus. Cyrion behielt eine gelassene Miene bei und versuchte diese Aspekte zu übersehen. Wenigstens würde er sie auseinander halten können.
Sobald er ihrer Ansichtig wurde, erhob er sich und sie blickten sich einen Moment an, dann sagte einer von ihnen etwas in dieser harten Mundart zu ihm. „Wie bitte?“ stutzte der soviel grössere Mann. Dann schüttelte er leicht den Kopf, seine Irritiertung abwerfend. „Hmm... seit ihr die Herren...“ Er zögerte einen Moment. Wie hiessen sie nochmal? „He, Langbein. Seit Ihr ein Cry...Chyr... Cyr... einer der Steine kaufen will?“ brach einer der Zwerge seinen begonnen Satz ab. Auch Cyrion hatte schwierigkeiten mit den Namen. „Anggosch und Plock Hammer...grund war es, glaube ich? Und Ja. Cyrion Sha'Ar. Der bin ich.“ Entrüstet gab der dunklere Zwerg von sich: „Plokk Hammerschlag! Bürgermeister von Nilzadan!“ „Anngosch Hammergrund.“ folgt es sogleich von dem anderen. Jetzt hatte er schon mal die Gesichter zu den Namen. „Ah... verzeiht. Mein Fehler.“ Freundlich lächelte Cyrion, auch wenn er innerlich ein wenig beunruhigt war. Er wollte es sich nicht mit den beiden Zwergen verscherzen.
Ein Mann ging an ihnen vorbei in die Bank und gab gleichmütig „Die Tugenden mit euch.“ als Gruss von sich. Anngosch gab gar nichts von sich, während sein Gefährte nur ein „Hm... jo.“ brummte. Sogleich wandte er sich wieder an Cyrion, bevor dieser auch nur den Gruss erwiedern konnte. „Gut, ihr wolltet Steine.“ Cyrion sammelte seine Gedanken. „Bürgermeister also... Nun ja, ich möchte die Steine kaufen.“ Dann vertiefte sich sein Lächeln. „Und um sie feilschen.“ Der Redeführer betrachtete Cyrion ruhig und fuhr sich mit der Hand durch seinen langen Bart. „Also ist euch der Preis von 15 Goldmünzen nicht recht. Hab ich mir gedacht.“ Listig nickte Cyrion dazu beifällig. „So ist es. 10 Goldstücke pro Stein wären mir lieber.“ Deutlich sah man seinen veilchenblauen Augen die Vorfreude am feilschen an.
Grimmig brummte der Zwerg: „13 wären mir lieber.“ Damit hatte Cyrion gerechnet. „13 Goldstücke! Ein Vermögen!“ rief er aus und fügte fliessend wie schnell an. „11 Goldstücke.“ Tatsächlich waren schon 15 Goldstücke ein stolzer Preis für den Krieger, allerdings konnte er damit leben. Aber warum mehr zahlen, wenn es auch preiswerter ging? „12 Goldstücke!“ regte sich der Zwerg auf.
Die Veilchenblauen Augen lagen musternd auf dem Zwerg, dessen Augen funkelten. Würde er noch tiefer gehen, würde der Zwerg wohl wütend werden. Und er wollte keinen wütenden Zwerg vor sich haben... Das konnte ungesund sein.
„Bedenkt die Qualität! Aus unseren Steinen baut man anständige Behausungen... nicht so wie ihr Langbeiner! Die fallen ja bald zusammen!“ fügte er hinzu, und Cyrion wusste nicht zu sagen, ob der Zwerg tatsächlich entrüstet war, das die guten Steine so heruntergehandelt wurden, oder ob er sich aufplusterte. Er würde wohl nicht einen noch besseren Preis herausschlagen können, nein... „12...Hmm...“ Rieb er sich über die Wange und blickte sie dann mit seltsam funkelnden Augen an. Nahe seiner Schläfe spürte er eine leichte Rauhheit von den Bartstoppeln. Heute hatte er eine Stelle übersehen beim Rasieren, schoss es ihm kurzfristig durch den Kopf. Dann kam ihm ein weiterer Gedanke. Konnte es sein...
„Aus den tiefen des Berges? Wo kein Mensch je seine Picke hinsetzte?“ Der Zwerg bestätigte dies. „Aus dem heiligen Berg des Cirmias!“ „Hmm... das muss wahrhaftig guter Stein sein... er muss ja mindestens ein Zwergenleben halten.“ waren seine Worte recht leise zu vernehmen. „Mehr! Nilzadan ist daraus gefertigt. Und diese, glaub mir, existiert schon eine weile.“ brummelte er. Cyrion nickte erfreut. Aber wohl aus einem anderen Grund als den, wie der Zwerg annahm. „Gut... 12 Goldstücke! Abgemacht!“ „Seis mir recht!“ brummte Plokk und wandte sich dann in seiner Sprache an Anggosch.
Interessiert lauschte Cyrion den seltsamen Worten. „Spricht er die allgemeine Sprache nicht?“ fragte er neugierig, während der Zwerg in Braun sich mit der Hand durch seinen Bart fuhr – eine Geste, die den Zwergen wohl eigen war. Plokk fand den Gedanken wohl überraschend. „Doch sicherlich. Gewohnheit.“ Erleichterung zeigte sich auf Cyrion's Zügen. Ohne einen Übersetzer ging es doch schneller vonstatten.
Anggosch erhob nun ebenfalls das Wort. „Nun 12 Goldstücke pro Stein, das ist Euer Handel mit Plokk.“ stellte er fest und Cyrion erkannte mit erstaunt erhobenen Augenbrauen, das er mit diesem Zwerg eventuell ebenfalls verhandeln musste. Der Zwerg hatte aber recht. Dies war sein Handel mit Plokk.. nicht mit Anngosch. „Mein Angebot lautete 300 Steine für 5000, jeden weiteren werde ich dann auch für 12 Goldstücke verkaufen.“ Erleichterung machte sich in Cyrion breit, aber sein Gesicht zeigte nur Gelassenheit. „Korrekt. Mit den weiterem bin ich auch einverstanden.“
Die beiden Zwerge wirkten sehr zufrieden und Cyrion fragte sich einen Moment, ob er nicht doch aus lauter Vorsicht bei den Zwergen über den Tisch gezogen worden war. Händler die so zufrieden drein blickten machten ihn immer eine Spur misstrauisch. Aber andererseits... der Preis war in Ordnung, das dachte er zumindestens.
Die beiden Zwerge blickten zur Bank. „Wieviele Steine wollt ihr denn haben?“ Plokk stimmte seinem Gefährten zu. „Genau, das ist wichtig.“ Während der Krieger nachrechnete, blickten die beiden sich um und strichen sich ein wenig Russ von der Kleidung, letzteres wohl aber eher unbewusst. „Insgesamt... wünsche ich, 2180 Steine zu erhalten. Fragt sich nur, ob mein Geldbeutel soweit reicht.“ Die Zwerge sahen sich an und nickten dann knapp. „Die Menge sollten wir liefern können.“ Wieder pflichtete der einen Zwerg dem anderen bei. Man könnte meinen es sind Brüder... ging es Cyrion durch den Sinn.
Er wurde aus seine Gedanken zurück gerissen, als die Zwerge sich gegenseitig bestätigten, das sie wohl ein weiteres Mal zu ihrem Lager laufen mussten. Cyrion nickte leicht. Er würde sich an die Zwerge halten, wie sie liefern und er zahlen sollte, immer hin wollte er etwas von ihnen, nicht umgekehrt. Sie gingen gemeinsam in die Bank und Cyrion und Plokk begannen, mit dem Bänker den Papierkram auszuarbeiten, während einige Mitarbeiter der Bank geschäftig Steine von einem Tresor in den anderen räumten. Doch bald schon erkannten sie, das mit den Steinen, die sie bei sich trugen, Cyrions Tresor bei weitem überfüllt war.
Und so verladete Cyrion einige der Steine in einen Karren, den er vorsichtshalber gemietet hatte. Wann immer Cyrion eine Etappe der Lieferungen in seinen Besitzt gebracht und verstaut hatte, überreichte er dem jeweiligen Zwerg sein Gold. Schliesslich beschlossen sie, Cyrion zu helfen, die Steine zu seinem Haus zu bringen und den Karren mit abzuladen. Eine Geste, die Cyrion zu schätzen wusste, waren die Steine doch sehr schwer. Und nicht nur schwer, sondern auch staubig... nicht lange und er sah bald genauso staubig aus wie die Zwerge. Seine schwarze Kleidung war nunmehr eher Grau zu nennen. Leute gingen an ihnen vorbei und musterten sie neugierig, aber liefen bald auch schon weiter, als sich nichts besonderes tat. Andere waren keineswegs so friedlich und beschwerten sich über den Lärm oder über den Platzmangel, der herrschte, während sie die Steine verluden. Auch dort konnte er die Steine gut verstauen.
Anngosch sass neben Cyrion auf dem Bock und Plock hinten und liess die Beine vom Wagen baumeln, als der Wagen zu Cyrions Haus zockelte. Nun hatte Cyrion auch die nötige Ruhe, die Fragen zu stellen, die ihm viel gelegener waren. „Sagt, habt ihr jemals Opale gefunden? Oder auch nur gesehen?“ fragte er mit Interesse in den irritierend blauen Augen. Der Zwerg fuhr sich wieder einmal mit der Hand durch den Bart, die Stirn in Falten gelegt, doch dann schüttelte er den Kopf. „Nein. Noch keine gefunden.“ Würde ein Zwerg zugeben, den Namen für einen Edelstein in der allgemeinen Sprache nicht zu kennen? Hatten sie für die verschiedenen Varianten vielleicht verschiedene Namen? „Ich weiss leider nicht, wie der zwergische Ausdruck für Opale ist... Kann sein, das das Wort Opal in zwergischen Kreisen nicht so geläufig ist.“ Gab er vorsichtig an.
Der Zwerg schwieg und lauschte, während er erneut die Steine beschrieb, so gut er konnte. Auch Plokk lauschte nun interessiert. „Ich suche sie seit ein paar Tagen. Mich wundert, das sie auf weitem Umfeld nicht gefunden wurden.“ Beide Zwerge waren nun in Gedanken versunken. Schliesslich murmelte der insgesamt heller gekleidete Zwerg. „Gesehen wohl schon, aber noch keine besessen.“ Erleichterung machte sich in Cyrion breit. Endlich! „Dann liegt es wohl an den Leuten, die nicht weit herumgekommen sind... oder nicht tief genug gruben.“ Ein tiefes Lächeln zeigte sich auf seinen jungen Zügen. Er konnte gar nicht beschreiben, wie erleichtert er war. „Wenn ihr welche findet, werdet ihr es mich wissen lassen?“ Die beiden Zwerge nickten. „Ich werd dir mal meine Postadresse geben.“ Erstaunt blickte Cyrion den Zwerg an. Auch der andere Zwerg gab ihm seine Adresse schriftlich und Cyrion nahm diese Dankbar an, gab den Zwergen auch seine Adresse.
Bei Cyrions Haus angekommen, waren die Steine bald verstaut und der Frohsinn, der den schlanken Krieger erfasst hatte, liess ihn ungeduldig zu Bank fahren und dort warten, während die Zwerge die letzten Steine aus ihrem Lager holten, wo immer es auch war. Es dauerte nicht allzulange. Die beiden Zwerge kamen nun selber mit einem von einem riesigem Käfer gezogenen Karren. „Ist besser als dein Stelzentier.“ Gab Plokk zum Grund und blickte zu Cyrs Karren herüber, wo das Pferd nicht wenig scheute, so das Cyr es wegführen musste. „Das sowas überhaupt laufen kann.“ murmelte der Zwerg mit einem letzten Blick auf das Pferd, aber Cyrion hatte ihn wohlgehört und konnte sich ein schmunzeln nicht verkneifen. Anstandslos setzte er sich auf die Steine, während die zwei Zwerge auf dem Bock sassen. Wieder ging die Arbeit Hand in Hand und die Steine stappelten sich an der Hauswand. Hochzufrieden wischte sich Cyrion Staub und Schweiss von dem Gesicht, wobei er graue Striemen hinterliess, die er aber wohl nicht bemerkte. „Ihr werdet mich informieren, falls ihr Opale findet?“ Fragte er nochmals nach, die Freude strahlte über sein ganzes Gesicht. Beide Zwerge schmunzelten sachte. „Natürlich.“ gab Plokk von sich. Cyrion verneigte sich vor den Zwergen. „Vielen Dank, die Herren Hammerschlag und Hammergrund.“ „Cirmias mit dir.“ „Und die Ahnen mit euch.“ Gab Cyrion aus vollen Herzen wieder. „Cirmias mit dir, Langbein.“ Gab Anggosch mit einem Wink von sich und trottete hinter Plokk her. Bald waren die beiden ausser Sicht. Hochzufrieden blickte Cyrion nochmals zu den Steinen herüber, dann kehrte er in sein Haus ein und schloss die Tür.