Herzblut - Von der Heimat in die Fremde ..
Verfasst: Dienstag 26. Oktober 2010, 01:11
"Was vorher war in Heimat und zuletzt..."
"..von Erkenntnissen, Hoffnung und der Angst."
“Ba'yh'io, yne'ya li'tra'a Noani.” begrüßte die ruhige dunkle Stimme des Vaters Shenoa mit leisen klackenden Kehllauten am frühen Morgen, und er machte eine einladende Handgeste, dass sie sich zu ihm setzen möge. Shenoa die gerade blinzelnd und barfuß das kleine Schwitzzelt betrat, fügte sich gehorsam. Mit einem vorsichtigem, aber ehrlichem Lächeln nickte sie ihrem Vater grüßend zu und nahm gleich auf einem der weichen Felle in seiner Nähe im Schneidersitz Platz. Sie nestelte noch etwas verschlafen und unsicher an ihren bunten selbstgeflochtenen Lederbändchen an ihrem linken Handgelenk herum und sah zu, wie ihr Vater etwas mehr von der duftenden Flüssigkeit auf die Steine gab, bis ihr der Dunstnebel die Sicht auf ihn verbarg.
Ihr Vater setzte sich wieder entspannt aber aufrecht in die vorherige Position, schloss die Augen und sprach kein weiteres Wort. Shenoa wusste, dass er ihr etwas zu sagen hatte, oder sie etwas fragen wollte, doch sie wusste gleichsam, dass er das Wort nicht gleich erneut erheben würde. Ihr Vater war der geduldsamste Mensch den sie kannte und er sprach erst, wenn sie bereit war.
Der Dunst im Zelt löste sich langsam auf und die wohlige Wärme verwandelte sich langsam in eine zehrende Hitze und hinterliess winzig kleine Schweissperlen auf Shenoa's dunklen Haut. Auch sie hatte die Augen bereits geschlossen, und folgte den Gedankenbildern in ihrem Kopf, bis sie das Gesicht ihres Vaters immer länger vor ihrem inneren Auge sah. Sie wusste, dass er wartete, und bereit war, mit ihr zu reden. Er liess ihr jedoch auch die nötige Zeit, sich darauf einzulassen. Er war immer in ihrer Nähe, egal welches Bild sie sah, oder welcher Gedanke sich formte: Er war bei ihr, wie ein abrufbarer Begleiter und ohne sie zu bedrängen.
Shenoa wählte in ihrer Phantasie einen für sie angenehmen Ort aus. Bäume begannen in ihren Gedanken zu wachsen und ein Wald formte sich um die beiden herum. Dichtbewachsenes, weiches und saftiggrünes Moos begann den Boden zu bedecken und nach und nach schuf Shenoa einen Landstrich aus ihren eigenen Erinnerungen. Es war eine wohlbekannte Waldlichtung, die sie vor einiger Zeit in Frieden mit ihrer Familie bewohnt hatten. Ein Ort an dem sie schon damals ab und an im Einklang mit sich, ihrer Familie und den Geistern, Gespräche in liebevoller Umgebung führen konnten. Ihr Vater sah sich einen Moment lächelnd auf der Lichtung um, ehe beide ähnlich wie im Zelt, nahe beieinander Platz nahmen. Schweigend und keinerweise fordernd, lag der Blick des Vaters auf Shenoa.
"Ahte, Dein Wort für mich .." erhob Shenoa leise das Wort, den Blick ebenfalls fest auf das Gesicht ihres Vater's ruhend, doch auch in dieser Gedankenwelt zeugten ihre ständig bewegenden Hände von ihrer inneren Unruhe. Bevor ihr Vater antwortete, blinzelte sie aufkommende angsteinflößende Gedanken fort. Einige weiter entfernte Bäume in ihrer Gedankenwelt verloren dabei ein wenig an Farbe. Etwas, das auch dem Vater nicht verborgen blieb.
"Noani mein Herz.." noch friedvoller und ruhiger ertönte die Stimme des Vaters, in der Gedankenwelt seiner Tochter. "..Du weisst, es ist die Zeit für Veränderungen. Eine Veränderung, die Dich weiterbringen wird und näher zu uns und Eluive bringt." Shenoa nickte schweigend, die Schulter sackten zitternd etwas herab. Sie hatte die Ältesten schon vor einigen Tagen über sie reden hören. Und sie ahnte, was da auf sie zu kam. Wieder veränderte sich die Waldlichtung eine Spur und verlor hier und da an Farbe oder der Wind in den Blättern verstärkte sich unruhig.
Der Vater fuhr ruhigen Tones fort. "Unsere Familie, unsere Herkunft, unser Glauben und unsere Hoffnung ist das Wichtigste Noani. Es ist nichts neues für Dich, ich weiss. Und doch liegt es nun an Dir die Hoffnung zu tragen, mit Dir zu nehmen, um unser Fortbestehen zu schützen."
Eine kleine Pause enstand, ehe der Vater erneut seine Stimme erhob. "Das ist der eine wichtige Grund, warum Du es bist. Doch es gibt noch einen anderen, der genauso bedeutend und wichtig ist." Erneut liess Shenoa's Vater eine kleine Pause zwischen seinen Worten entstehen, um seine Tochter mitfühlender anzusehen, und der Stimme noch einen sanfteren Ton zu verleihen. "Was in den letzten Mondläufen geschehen ist, wirft Fragen auf, doch es ist nicht an der Zeit, sie jetzt zu stellen und zu beantworten. Die jetzige Zeit ist dazu gedacht, Dir wieder Hoffnung nach all den Wunden und der Trauer zu geben, in dem Du die Hoffnung für uns trägst. Die Welt steht Dir offen Noani, und es liegt nun an Dir allein, diesen Weg zu begehen und für uns zu erleben.
Es ist ein wichtiger Schritt für uns, für Deine Familie und für Dich selbst. Damit Du verarbeitest, was in den letzten Mondläufen geschah.. - Damit Du spürst, dass dies alles nicht umsonst war und damit du siehst, dass es da mehr gibt, als das, was Du erleben musstest. Es ist auch ein wichtiger Schritt, damit Du siehst, wie wichtig es ist, weiter zu glauben und zu hoffen. Du hast vieles von mir, von uns gelernt und es wird Dir helfen Deinen Weg zu beschreiten. Und wir brauchen Dich auf diesem Weg, so wie Du diesen Pfad auch für Dich und Deine junge Seele benötigst und so wirst Du ihn bald antreten, weil niemand sonst diesen Weg für uns und Dich gehen kann."
Shenoa's Mund öffnete sich tonlos und sie sah ihren Vater mit leichtem Entsetzen an. Er schickte sie tatsächlich fort? Jetzt, nach all der Zeit? Sie fühlte sich nicht bereit dazu. "Hoffnung, Hoffnung kleine Noani .. wo gibst du sie hin, wo nimmst Du sie her?" ging es ihr bohrend durch den Kopf und sie versuchte den Gedanken, die boshafte Stimme und ihre aufsteigende Angst von ihrem Vater fernzuhalten. Ihre eigene Stimme bebte leicht, als sie ihn fragte: "Du schickst mich allein fort, dorthin, wo das Böse lauert?" mit großen dunklen Augen blickte das junge Mädchen ihren Vater entsetzt an, darauf hoffend, er würde seine Meinung noch ändern.
“Wo das Böse lauert? Überall dort, an dem kein Platz mehr für Hoffnung ist und der Glaube an das Gute verlassen wird, all diese Orte kannst Du so nennen Noani. Alles lauert im Inneren unserer Welt, und in uns - und nur wenn wir die Hoffnung und den Glauben verlieren, obsiegt das Böse.“ blinzelnd und den Tränen nahe, lauschte Shenoa den Worten ihres Vaters. Sie wusste er hatte Recht, und sie wusste auch, das er sie nur schweren Herzens gehen lassen würde.
Auch wenn ihr ausreichende Erklärungen für all die Geschehnisse fehlten, wusste sie genau wie ihr Vater das sie keine andere Wahl hatten. Ihre Famile hatte viel verloren und wenn Shenoa und die anderen ausgewählten jungen Frauen den Weg nicht allein gingen, dann würden sie alles verlieren was jemals wichtig war. Sie sprachen noch eine Weile, und ihre Gedankenwelt nahm die Farben von Trauer an, und die Farben von Angst. Doch der Vater schenkte ihr mit seinen Worten immer wieder neue Farben, für die Hoffnung und für das Gute. So erhellte ihre Welt sich wieder und ihr Vater brachte sie behutsam dazu, sich an den Anfang des Pfades zu begeben, den sie bald allein antreten würde.
"..von Erkenntnissen, Hoffnung und der Angst."
“Ba'yh'io, yne'ya li'tra'a Noani.” begrüßte die ruhige dunkle Stimme des Vaters Shenoa mit leisen klackenden Kehllauten am frühen Morgen, und er machte eine einladende Handgeste, dass sie sich zu ihm setzen möge. Shenoa die gerade blinzelnd und barfuß das kleine Schwitzzelt betrat, fügte sich gehorsam. Mit einem vorsichtigem, aber ehrlichem Lächeln nickte sie ihrem Vater grüßend zu und nahm gleich auf einem der weichen Felle in seiner Nähe im Schneidersitz Platz. Sie nestelte noch etwas verschlafen und unsicher an ihren bunten selbstgeflochtenen Lederbändchen an ihrem linken Handgelenk herum und sah zu, wie ihr Vater etwas mehr von der duftenden Flüssigkeit auf die Steine gab, bis ihr der Dunstnebel die Sicht auf ihn verbarg.
Ihr Vater setzte sich wieder entspannt aber aufrecht in die vorherige Position, schloss die Augen und sprach kein weiteres Wort. Shenoa wusste, dass er ihr etwas zu sagen hatte, oder sie etwas fragen wollte, doch sie wusste gleichsam, dass er das Wort nicht gleich erneut erheben würde. Ihr Vater war der geduldsamste Mensch den sie kannte und er sprach erst, wenn sie bereit war.
Der Dunst im Zelt löste sich langsam auf und die wohlige Wärme verwandelte sich langsam in eine zehrende Hitze und hinterliess winzig kleine Schweissperlen auf Shenoa's dunklen Haut. Auch sie hatte die Augen bereits geschlossen, und folgte den Gedankenbildern in ihrem Kopf, bis sie das Gesicht ihres Vaters immer länger vor ihrem inneren Auge sah. Sie wusste, dass er wartete, und bereit war, mit ihr zu reden. Er liess ihr jedoch auch die nötige Zeit, sich darauf einzulassen. Er war immer in ihrer Nähe, egal welches Bild sie sah, oder welcher Gedanke sich formte: Er war bei ihr, wie ein abrufbarer Begleiter und ohne sie zu bedrängen.
Shenoa wählte in ihrer Phantasie einen für sie angenehmen Ort aus. Bäume begannen in ihren Gedanken zu wachsen und ein Wald formte sich um die beiden herum. Dichtbewachsenes, weiches und saftiggrünes Moos begann den Boden zu bedecken und nach und nach schuf Shenoa einen Landstrich aus ihren eigenen Erinnerungen. Es war eine wohlbekannte Waldlichtung, die sie vor einiger Zeit in Frieden mit ihrer Familie bewohnt hatten. Ein Ort an dem sie schon damals ab und an im Einklang mit sich, ihrer Familie und den Geistern, Gespräche in liebevoller Umgebung führen konnten. Ihr Vater sah sich einen Moment lächelnd auf der Lichtung um, ehe beide ähnlich wie im Zelt, nahe beieinander Platz nahmen. Schweigend und keinerweise fordernd, lag der Blick des Vaters auf Shenoa.
"Ahte, Dein Wort für mich .." erhob Shenoa leise das Wort, den Blick ebenfalls fest auf das Gesicht ihres Vater's ruhend, doch auch in dieser Gedankenwelt zeugten ihre ständig bewegenden Hände von ihrer inneren Unruhe. Bevor ihr Vater antwortete, blinzelte sie aufkommende angsteinflößende Gedanken fort. Einige weiter entfernte Bäume in ihrer Gedankenwelt verloren dabei ein wenig an Farbe. Etwas, das auch dem Vater nicht verborgen blieb.
"Noani mein Herz.." noch friedvoller und ruhiger ertönte die Stimme des Vaters, in der Gedankenwelt seiner Tochter. "..Du weisst, es ist die Zeit für Veränderungen. Eine Veränderung, die Dich weiterbringen wird und näher zu uns und Eluive bringt." Shenoa nickte schweigend, die Schulter sackten zitternd etwas herab. Sie hatte die Ältesten schon vor einigen Tagen über sie reden hören. Und sie ahnte, was da auf sie zu kam. Wieder veränderte sich die Waldlichtung eine Spur und verlor hier und da an Farbe oder der Wind in den Blättern verstärkte sich unruhig.
Der Vater fuhr ruhigen Tones fort. "Unsere Familie, unsere Herkunft, unser Glauben und unsere Hoffnung ist das Wichtigste Noani. Es ist nichts neues für Dich, ich weiss. Und doch liegt es nun an Dir die Hoffnung zu tragen, mit Dir zu nehmen, um unser Fortbestehen zu schützen."
Eine kleine Pause enstand, ehe der Vater erneut seine Stimme erhob. "Das ist der eine wichtige Grund, warum Du es bist. Doch es gibt noch einen anderen, der genauso bedeutend und wichtig ist." Erneut liess Shenoa's Vater eine kleine Pause zwischen seinen Worten entstehen, um seine Tochter mitfühlender anzusehen, und der Stimme noch einen sanfteren Ton zu verleihen. "Was in den letzten Mondläufen geschehen ist, wirft Fragen auf, doch es ist nicht an der Zeit, sie jetzt zu stellen und zu beantworten. Die jetzige Zeit ist dazu gedacht, Dir wieder Hoffnung nach all den Wunden und der Trauer zu geben, in dem Du die Hoffnung für uns trägst. Die Welt steht Dir offen Noani, und es liegt nun an Dir allein, diesen Weg zu begehen und für uns zu erleben.
Es ist ein wichtiger Schritt für uns, für Deine Familie und für Dich selbst. Damit Du verarbeitest, was in den letzten Mondläufen geschah.. - Damit Du spürst, dass dies alles nicht umsonst war und damit du siehst, dass es da mehr gibt, als das, was Du erleben musstest. Es ist auch ein wichtiger Schritt, damit Du siehst, wie wichtig es ist, weiter zu glauben und zu hoffen. Du hast vieles von mir, von uns gelernt und es wird Dir helfen Deinen Weg zu beschreiten. Und wir brauchen Dich auf diesem Weg, so wie Du diesen Pfad auch für Dich und Deine junge Seele benötigst und so wirst Du ihn bald antreten, weil niemand sonst diesen Weg für uns und Dich gehen kann."
Shenoa's Mund öffnete sich tonlos und sie sah ihren Vater mit leichtem Entsetzen an. Er schickte sie tatsächlich fort? Jetzt, nach all der Zeit? Sie fühlte sich nicht bereit dazu. "Hoffnung, Hoffnung kleine Noani .. wo gibst du sie hin, wo nimmst Du sie her?" ging es ihr bohrend durch den Kopf und sie versuchte den Gedanken, die boshafte Stimme und ihre aufsteigende Angst von ihrem Vater fernzuhalten. Ihre eigene Stimme bebte leicht, als sie ihn fragte: "Du schickst mich allein fort, dorthin, wo das Böse lauert?" mit großen dunklen Augen blickte das junge Mädchen ihren Vater entsetzt an, darauf hoffend, er würde seine Meinung noch ändern.
“Wo das Böse lauert? Überall dort, an dem kein Platz mehr für Hoffnung ist und der Glaube an das Gute verlassen wird, all diese Orte kannst Du so nennen Noani. Alles lauert im Inneren unserer Welt, und in uns - und nur wenn wir die Hoffnung und den Glauben verlieren, obsiegt das Böse.“ blinzelnd und den Tränen nahe, lauschte Shenoa den Worten ihres Vaters. Sie wusste er hatte Recht, und sie wusste auch, das er sie nur schweren Herzens gehen lassen würde.
Auch wenn ihr ausreichende Erklärungen für all die Geschehnisse fehlten, wusste sie genau wie ihr Vater das sie keine andere Wahl hatten. Ihre Famile hatte viel verloren und wenn Shenoa und die anderen ausgewählten jungen Frauen den Weg nicht allein gingen, dann würden sie alles verlieren was jemals wichtig war. Sie sprachen noch eine Weile, und ihre Gedankenwelt nahm die Farben von Trauer an, und die Farben von Angst. Doch der Vater schenkte ihr mit seinen Worten immer wieder neue Farben, für die Hoffnung und für das Gute. So erhellte ihre Welt sich wieder und ihr Vater brachte sie behutsam dazu, sich an den Anfang des Pfades zu begeben, den sie bald allein antreten würde.