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Todestag

Verfasst: Montag 25. Oktober 2010, 16:50
von Shirin Ifrey
Das Leben verläuft oftmals nicht so wie wir es uns wünschen. Bis zu diesem Tage war ihr Leben jedoch genau so verlaufen wie sie es sich wünschte. Sie lernte als Kind das was sie wollte, den Kampf. Heiratete einen einzigartigen Mann den sie sogar liebte und der sie liebte. Und trug sein Kind aus. Dann wurde sie erwählt, war eine der wenigen die das Lied Eluive's hörte. Ja, es war ein gutes Leben gewesen.

Es war kein besonderer Morgen in Menek'Ur. Ihr Weg führte sie zum Basar, ein paar Dinge erledigen, schon früh war hier reges Treiben. Shirin war im 7ten Monat schwanger, doch sie trug eine Kugel vor sich die aussah als sei sie schon im 9ten. Wahid kam ihr entgegen. Er war ein guter Menekaner, sie suchte ihr Leben lang eine passende Frau für ihn, doch keine könnte gut genug für ihn sein. Er trug das Herz am rechten Fleck. Nach einem kurzen Plausch beeilte sie sich, sie hatte einen Termin bei Yesaya, ihre geliebte Cousine. Sie wünschte ihr vom Herzen, dass sie glücklich wird und endlich den Richtigen findet. Yesaya bestätigte ihr, das alles in Ordnung sei mit ihrem Kind beziehungsweise, eröffnete ihr Yesaya, dass sie sich lieber zwei Kinderbetten aufstellen sollte denn sie dachte zwei Herzschläge zu hören – dies würde auch den dicken Bauch erklären. Voller Vorfreude Jaabar diese Neuigkeit zu erzählen ging sie nach Hause. Jaabar, ihr Geliebter Jaabar, viele Werbungen hatte sie hinter sich und dann kam Jaabar. Eigentlich war er nicht ihr Typ, er konnte sie nicht wirklich beschützen. Doch eines hatte er an sich gehabt, was sie anzog – er war bestimmend. Sie liebte ihn und wollte mit ihm alt werden, auch wenn sie wusste, dass sie nicht die erste Frau in Jaabars Leben war.
Jaabar bist du da?“, es kam keine Antwort und Shirin resignierte. Er war wohl wieder unterwegs. Sie sah auf die gestapelte Post und schüttelte etwas den Kopf. „Jaabar ist wohl unterwegs. Ich bin auf dem Dach!“, antwortete Yaamal. Shirin lächelte auf als sie ihren Schwager gedämpfte hörte und eilte zur Treppe. Ihr hellblaues menekanisches Kleid flatterte um ihre Beine, ihre Kugel voran schiebend. Dann setzte sie den Fuß einen Zentimeter vor der nächsten Treppenstufe ab. Die Sicht wurde ihr durch den schwangeren Bauch versperrt.
Sie fiel. Stufe für Stufe. Ein Schrei hallte durch das Haus der Ifreys. Dann kam sie mit einem dumpfen Aufschlag unten an. „Shirin!“, sie hob ihren Blick und sah Yaamal der sofort an geeilt kam. Er stand oberhalb der Treppe. Dann war er auch schon bei ihr und kniete sich zu ihr. „Shirin, geht es dir gut?“ Ein Nicken kam von ihr, doch sie wirkte mitgenommen. Dann bekam sie mit wie nervös Yaamal plötzlich wurde. „Shirin Blut!“, entsetzt sah Yaamal auf Shirins Schoß, Blut breitete sich über das hellblaue Gewand aus. „Hol' Yesaya..“, kam es geschwächt von Shirin. Noch bevor sie etwas sagen konnte, war Yaamal aus dem Haus gerannt. Es dauerte nicht einmal 5 Minuten dann war Yaamal wieder da, er brachte Yesaya und Nazeeya mit. „Oh bei allen Göttern, Shirin.“ - „Es geht los, Yesaya, ich bin zu früh, das kann nicht.. das wird nicht.“ Yesaya gab ein paar Anweisungen von sich. Yaamal holte Handtücher, Nazeeya frisches Wasser und ein Kissen. Dann waren sie wieder da, Shirin wurde so gut es geht gemüdlich an der Treppe gebettet. Sie wollten sie nicht wegbewegen. Nazeeya kniete sich zu Shirins Kopf und strich ihr über die Stirn. Shirin verspürte wärme durch Nazeeyas Berührungen und beruhigte sich innerlich. „Du machst das schon Shirin, du bist stark.“, sprach Yesaya ihr Mut zu. Dann ging es mit den ersten Presswehen los. Yaamal hielt Shirins Hand fest, Nazeeya strich ihr immer wieder die Haare beiseite und spendete ihr Wärme.

Es war keine gute Geburt, doch sie schaffte es, ihr Körper war gezeichnet von den Anstrengungen. Ihr Stand der Schweiß auf der Stirn und sie wurde bleich im Gesicht. „Es ist ein Junge.“, kam es von Yesaya. Doch die Stimme war bedrückt. Dann wurde es Shirin bewusst, sie hörte keinen Schrei. „Lebt er?“, Yesaya legte ihr den Frühling auf die Brust. Er war klein, dünn.. ihm fehlten die 1 1/2 Monate. Doch er atmete, sein Herz war schwach und sein Atem einem hauchen gleich. Shirin lächelte betrübt, dann musste sie wieder pressen. Sie war zu schwach noch etwas zu sagen. Yesaya bemerkte das noch ein Kind auf dem Weg war, sie gab den Jungen Yaamal, dieser wärmte das Kind.

Sie wurde schwach, nahm keine Wehe mehr bewusst war. Yesaya sah schon, dass das Kind welches sie nun gebären würde nicht mehr lebte. Zu viel Blut war im Spiel. Als es schließlich geboren wurde, wickelte Yesaya es sogleich in ein Handtuch ein. Shirin sah verschwommen die Gesichter ihrer Liebsten. Sie hörte das Lied Eluives, es war so beruhigend. Nazeeyas Wärme gab ihr ein Gefühl von Frieden. Ja, sie verspürte innerlichen Frieden. Shirin wurde sich bewusst, dass es Zeit wurde. Ein leichtes Lächeln bildete sich auf ihren Lippen. „Ich liebe Euch.“, hauchte sie.

Shirin, Shirin, kämpfe.. bleib bei uns!“, ein Flehen.
Du schaffst das, liebste Cousine.“, eine weinerliche Stimme.
Gebe nicht auf.
Hoffnung?
Sie verlässt uns...“, verbittert.
neda.. Fassungslosigkeit.

Shirin starb bei der Geburt ihres zweiten Kindes, es war ein Junge – das Ebenbild von ihrem Ersten, der diese Tage um sein Leben kämpfen muss. Yaamal, Yesaya und Nazeeya ließen Shirin nicht alleine bis zu ihrem letzten Herzschlag spendeten sie ihr Wärme und Geborgenheit.


„Wir werden dich vermissen, Großcousine, Cousine, Schwägerin, Schwester, Ehefrau und Mutter.“


[img]http://videra.vi.funpic.de/shirin.jpg[/img]

Ein Auszüge aus Shirins Tagebuch:

"Warum zerreißt mein Herz nicht? Ist es doch gefüllt mit grenzenloser Liebe."

"Ich liebe meinen Jaabar. Niemals will ich ihn verlassen, niemals
will ich ihm Leid zufügen. Danke das es dich gibt"

"Yaamal ist einfach wunderbar, er bringt mich immer zum Lachen
und ist immer für mich da!"

"Saajid setzte sich heute für mich ein, ich bin glücklich ihn zu
kennen [...] und was für ein selbstgefälliger Kerl er doch ist."

"Heute war ein wundervoller Tag, ich habe mich mit Nazeeya
unterhalten und bemerkt, dass sie gar nicht so seltsam ist wie ich
dachte [...] Sie ist einfach eine wundervolle Frau."

"Ich nahm Yesaya ihren Verlobten. Ich fühle mich schlecht und
wünsche ihr, dass sie endlich den Richtigen findet."

"Majdy ist schon seid Wochen nicht mehr aufgetaucht, ohne eine
Nachricht hat er mich verlassen. Langsam Zweifel ich an unserer
Beziehung. [...] Heute habe ich Majdy wieder gesehen, er ist wirklich
reifer geworden, ich wünsche ihm alles gute für seine Zukunft."

"Ein ereignisreicher Tag heute! Doch zu Beginn: Wahid ist ein
Schatz. Immer ist er da, wie ein Fels in der Brandung ist er Ruhig und
gibt einem Halt."

"Oh kleine Jumanah, sie strebt meinem Dickkopf nach so kommt es mir vor. Sie ist eine sehr bestimmte Menekanerin und lässt sich nichts sagen. Juma hat verdient, glücklich zu sein."

"Raniya ist meine beste beste Freundin! [...] Außerdem mache ich
mir Sorgen, ich sah Rani schon lange nicht mehr.. hoffentlich geht es ihr gut."

"Ich liebe mein Kind, das noch ruhig unter meinem Herzschlag liegt, jetzt
schon über alles. Danke Eluive, dass du mir dieses wunderbare Leben
geschenkt hast."