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Zuwachs auf dem Berchgardner Ulmenhof

Verfasst: Mittwoch 20. Oktober 2010, 15:04
von Saphiria Ulmenhof
Der Morgen war noch früh als sie aus dem Bett kroch. Wenig begeistert betrachtete sie ihr noch verschlafenes Gesicht im Spiegel. Sie zog ein Band aus ihrer Spiegelkommode und band ihre Locken grob zurück. Dann wusch sie ihr Gesicht und ging in die Küche um sich nur schnell ein Brot mit Butter zu beschmieren und es sich, während sie ihren kleinen Spaten und ein paar Blumensamen zusammen suchte, in den Mund schob. Der Nebel kroch noch über das Land und bedeckte auch ihren Hof. Topfpflanzen wollten umgesät werden, ihr alter Topf war zu klein für sie geworden. Und so machte sie sich an die Arbeit. In die dann leeren, kleineren Töpfe würde sie neue Blumen säen. Gerade als sie mit der zweiten Pflanze fertig war, rief ein Bote über ihr Gatter. „Fräulein Ulmenhof, ein Brief für sie!“ Sie erhob sich langsam, die Stirn in Falten gelegt ratterte es in ihrem Kopf, wer ihr einen Brief schreiben könnte. Doch nicht etwa dieser Aram? Sie nahm den Brief dankend, als sie die Schrift sah stockte ihr der Atem.

Der Brief lag nun schon eine halbe Stunde auf dem Küchentisch. Saphiria schlich wie ein Tiger um ihn herum. Hatte Angst ihn zu öffnen. Sie erkannte die Schrift, so schmierte nur ihr älterer Bruder Nathan. Dann griff sie in ihr Küchenregal, holte eine kleine Schachtel heraus und zog einen Keks hervor, flink mampfte sie ihn um sich zu beruhigen. Es half denn schließlich, öffnete sie den Brief.


20. Goldblatt 253,
Liebe Schwester,
einiges ist vorgefallen. Ich bin auch von zu Hause weg, als der Streit um
Vaters Erbe einfach zu heftig wurde. Ich bin nun Stadtbüttel und verdiene
gerade soviel dass es für mich reicht. Deshalb schreibe ich dir auch.
Sabrina schlug Talia, sie ist schwanger und wollte das Kind einer Anderer
nicht mehr mit großziehen. Ich habe Talia mitgenommen, kann jetzt aber
nicht mehr für sie Sorgen. Liebste Schwester, ich hörte du hast nun auch
einen eigenen Hof. Könntest du dich vielleicht um die kleine kümmern?
Ich bringe sie dir auch vorbei.

Dein Bruder Nathan


Saphiria lies den Brief sinken und atmete tief durch. Sie sah sich um in ihrer kleinen Küche. Ein Kind, Talia war 4 Jahre alt, wo sollte sie es nur unterbringen? Sie hatte nur ein Schlafzimmer. Und, sie war doch gerade erst 19 und hatte noch keine Erfahrungen. Saphiria stand auf und lief mehrmals ziellos durch ihr Haus. Als ihr bewusst wurde, über was sie da überhaupt nach dachte setzte sie sofort ein Antwort schreiben auf. Natürlich würde sie Talia zu sich nehmen, irgendwo wäre Platz irgendwie würde sie es schon schaffen sie zu einem anständigen Mädchen zu erziehen. Nicht vorzustellen was passieren könnte, wenn sie ihre Schwester nicht zu sich nahm. Vielleicht ein Heim? Oder gar zurück zu Sabrina, das konnte sie nicht zu lassen. Als sie den Brief abgab, ging das grübeln los. Sie musste alles für Talia vorbereiten, sie brauchte ein gemütliches Bett und Spielzeug. Viel Spielzeug.

Verfasst: Donnerstag 21. Oktober 2010, 13:01
von Talia Ulmenhof
Als Nathan das Antwortschreiben las, veränderten sich seine Züge zusehens. Er legte den Brief beiseite und strahlte das kleine Mädchen an. Sie verstand nicht was vor sich ging, nur so hatte sie ihren Bruder noch nie gesehen, zumindest konnte sie sich nicht erinnern. Er nahm Talia hoch und wirbelte sie durch die Luft. "Wir haben ein schönes Zuhause für dich kleine Maus" jubelte er. Talia verstand nicht wirklich was er meinte aber es machte Spass und so gluckste und giegelte sie vor Freude. Er setze sie an und blickte in ihre großen Augen. Traurig das der Spass nun doch schon ein Ende haben sollte, streckte sie ihm die kleinen Ärmchen entgegen und rief immer wieder "mehr mehr". Ein Schmunzeln legte sich auf seine Züge als er dieses jedoch ablehnte. "Wir müssen uns eilen Talia" mit diesen Worten reichte er ihr einen zuckersüßen Pfirsich und wendete sich ab um die wenigen Habseeligkeiten zu packen. Die Kleine gab sich mit der Gabe zufrieden setzte sich ihn eine Ecke und mümmelte ihren Pfirsich. Schnell war alles gepackt und die Reise konnte losgehen. Nathan hatte sich erkundigt welcher Weg der sicherste war, hatte er dem Brief ja entnommen, dass es zur Zeit etwas schwierig um die Region rund um Berchgard war. Dennoch wollte er die Reise jetzt wagen, war seine kleine Schwester bei ihm doch nicht am besten aufgehoben. Also nahm er die Kleine auf den Arm und machte sich auf den Weg. Bald schon würde Talia ihre Schwester wiedersehen und ein schönes und ruhiges neues Heim haben.