Knappe(n)tage
Verfasst: Montag 11. Oktober 2010, 15:41
Die Föhnung, oder Ehre, Gehorsam und Lüge
"Deswegen ist er sooft bei der Gräfin im Anwesen"
"Oh, ja also dann ist er vielleicht gerade da?"
"Davon ist auszugehen, allerdings habe ich sein Schnarchen heute morgen nicht gehört."
Eine beiläufige Bemerkung, unachtsam ausgesprochen.
Wer hätte ahnen können was daraus wird?
Ebenso unachtsam wie ausgesprochen, blieb es wohl im Gedächtnis der Frau haften, und sie wiederum erwähnte es ähnlich beiläufig gegenüber Sir von Tannhöh.
War es schlimm? Herrjeh, wer einmal in einem Feldlager geschlafen hat, weiß, wieviel Holz da pro Nacht gesägt wird. Wir ALLE schnarchen mehr oder minder.
Aber der Sir sah es wohl anders.
Und Ihr habt dieser Dame von mir erzaehlt?
Nun, Sir. Sie sah den Umhang und fragte nach euch.
Ihr habt nicht zufaellig eine Ahnung, wie die Dame auf die absurde Idee kam, ich wuerde schnarchen?
Absurd, Sir? Habt ihr schon mal morgend vor eurer eigenen Tür gestanden, Sir?
Elendes Dasein. Es ist doch nichts schlimmes daran bei allen Dämonen.
Er verlanagte den Umhang, und dann begann die Standpauke.
Warum tragt mein Knappe meine Farben, Jacques?
Warum? Weil Knappen immer die Farben des Ritters tragen, Sir. Zugehörigkeit, Sir. Treue.
Ihr seht nichts verlogenes darin, Eure Treue mit Eurer Kleidung, mit dem Tragen meiner Farben zu zeigen und gleichzeitig an der Demontage meines Rufes zu arbeiten?
Demontage des Rufes? Er übertreibt nun aber...
Es geht hier doch nicht darum, etwas unehrenhaftes herumzuerzählen.
Ist Euch vielleicht auch nur einen Augenblick der Gedanke gekommen einfach das lose Mundwerk zurueckzuhalten und dazu nichts zu sagen?
Ja. Jetzt schon. Aber in jenem Augenblick am selben Nachmittag?
Verdammt. Es geht ums Schnarchen nicht um.. mehr.
Und weil Ihr meine Farben aus Unachtsamkeit durch den Dreck zieht, macht sie das dann weniger dreckig, Knappe?
Und was machen wir, wenn wir etwas dreckig gemacht haben, Knappe?
Ihr wollt doch meinen Namen nicht dreckig lassen?
Ansatz 1:
Wir bitten die Dame um stillschweigen. Die Bemerkung hat es nie gegeben, sie wird nie wieder erwähnt.
Klang gut.
Damit verhindert Ihr, dass andere den Dreck sehen... und kippt fuer die Dame gleich noch eine Schaufel Mist drueber, denn Ihr spielt Euer dummes Gewaesch Ihr gegenueber noch einmal hoch.
Ansatz 2:
Einfach vergessen und nie wieder ein Wort darüber reden.
Und die Dame erzaehlt dann ueber den Ritter, der zwar schnarcht, aber sonst ganz nett ist. Wie waers, wollt Ihr es vielleicht an den Markplatz anschlagen lassen?
Verdammt, was erwartete er?
Ihr habt Euch ja schoen herausgeputzt Knappe, leider wird man beim Waschen auch hin und wieder selbst ein bisschen dreckig.
Nein. Er erwartete nicht ernsthaft, deswegen zu einer LÜGE zu greifen?
Stumm staunend, kaum fähig zu einer klaren Reaktion stand er jetzt einfach nur da.
Ihr werdet zu der Dame gehen und Ihr erklaeren, dass Ihr einen dummen Scherz auf meine Kosten gemacht habt.
Nun saß er fest in einer Zwickmühle, aus der es kein Entkommen zu geben schien.
Gehorsam. Wahrhaftigkeit. Aufrichtigkeit.
Eines schien es würde nun auf der Strecke bleiben, und Sir Friedolin ließ ihm nicht wirklich die Wahl welches.
Ich könnte zur Dame gehen, sie um stillschweigen bitten, erwarten, daß es nie wieder Erwähnung findet.
Das wäre ungehorsam, und sollte der Sir ihn Fragen ob er den Befehl ausgeführt hat, sollte ich dann zur Lüge greifen und es bejahen?
Unvorstellbar.
Ich könnte zur Dame gehen, und ihr erzählen was der Sir zu wünschen hört.
Also die Dame anlügen.
Unritterlich.
Unvorstellbares oder Unritterliches.
Pest oder Cholera.
Es muß einen Weg dahinaus geben.. nur welchen?
Sich tatsächlich in Demut dem Befehl fügen und die eigene Ritterlichkeit für den Ritter opfern?
Nein.
Falsch war falsch. Und etwas Falsches zu tun, weil es befohlen war, macht das Falsche nicht richtiger. So handeln Rahaller.
Der Weg führte ihn weit fort, es gab einen Ort, wo darüber Nachzudenken inspirirend sein müßte.
Der Knappe würde die Nacht über nicht im Anwesen sein, und auch am nächsten Tag ward er nicht gesehen.
"Deswegen ist er sooft bei der Gräfin im Anwesen"
"Oh, ja also dann ist er vielleicht gerade da?"
"Davon ist auszugehen, allerdings habe ich sein Schnarchen heute morgen nicht gehört."
Eine beiläufige Bemerkung, unachtsam ausgesprochen.
Wer hätte ahnen können was daraus wird?
Ebenso unachtsam wie ausgesprochen, blieb es wohl im Gedächtnis der Frau haften, und sie wiederum erwähnte es ähnlich beiläufig gegenüber Sir von Tannhöh.
War es schlimm? Herrjeh, wer einmal in einem Feldlager geschlafen hat, weiß, wieviel Holz da pro Nacht gesägt wird. Wir ALLE schnarchen mehr oder minder.
Aber der Sir sah es wohl anders.
Und Ihr habt dieser Dame von mir erzaehlt?
Nun, Sir. Sie sah den Umhang und fragte nach euch.
Ihr habt nicht zufaellig eine Ahnung, wie die Dame auf die absurde Idee kam, ich wuerde schnarchen?
Absurd, Sir? Habt ihr schon mal morgend vor eurer eigenen Tür gestanden, Sir?
Elendes Dasein. Es ist doch nichts schlimmes daran bei allen Dämonen.
Er verlanagte den Umhang, und dann begann die Standpauke.
Warum tragt mein Knappe meine Farben, Jacques?
Warum? Weil Knappen immer die Farben des Ritters tragen, Sir. Zugehörigkeit, Sir. Treue.
Ihr seht nichts verlogenes darin, Eure Treue mit Eurer Kleidung, mit dem Tragen meiner Farben zu zeigen und gleichzeitig an der Demontage meines Rufes zu arbeiten?
Demontage des Rufes? Er übertreibt nun aber...
Es geht hier doch nicht darum, etwas unehrenhaftes herumzuerzählen.
Ist Euch vielleicht auch nur einen Augenblick der Gedanke gekommen einfach das lose Mundwerk zurueckzuhalten und dazu nichts zu sagen?
Ja. Jetzt schon. Aber in jenem Augenblick am selben Nachmittag?
Verdammt. Es geht ums Schnarchen nicht um.. mehr.
Und weil Ihr meine Farben aus Unachtsamkeit durch den Dreck zieht, macht sie das dann weniger dreckig, Knappe?
Und was machen wir, wenn wir etwas dreckig gemacht haben, Knappe?
Ihr wollt doch meinen Namen nicht dreckig lassen?
Ansatz 1:
Wir bitten die Dame um stillschweigen. Die Bemerkung hat es nie gegeben, sie wird nie wieder erwähnt.
Klang gut.
Damit verhindert Ihr, dass andere den Dreck sehen... und kippt fuer die Dame gleich noch eine Schaufel Mist drueber, denn Ihr spielt Euer dummes Gewaesch Ihr gegenueber noch einmal hoch.
Ansatz 2:
Einfach vergessen und nie wieder ein Wort darüber reden.
Und die Dame erzaehlt dann ueber den Ritter, der zwar schnarcht, aber sonst ganz nett ist. Wie waers, wollt Ihr es vielleicht an den Markplatz anschlagen lassen?
Verdammt, was erwartete er?
Ihr habt Euch ja schoen herausgeputzt Knappe, leider wird man beim Waschen auch hin und wieder selbst ein bisschen dreckig.
Nein. Er erwartete nicht ernsthaft, deswegen zu einer LÜGE zu greifen?
Stumm staunend, kaum fähig zu einer klaren Reaktion stand er jetzt einfach nur da.
Ihr werdet zu der Dame gehen und Ihr erklaeren, dass Ihr einen dummen Scherz auf meine Kosten gemacht habt.
Nun saß er fest in einer Zwickmühle, aus der es kein Entkommen zu geben schien.
Gehorsam. Wahrhaftigkeit. Aufrichtigkeit.
Eines schien es würde nun auf der Strecke bleiben, und Sir Friedolin ließ ihm nicht wirklich die Wahl welches.
Ich könnte zur Dame gehen, sie um stillschweigen bitten, erwarten, daß es nie wieder Erwähnung findet.
Das wäre ungehorsam, und sollte der Sir ihn Fragen ob er den Befehl ausgeführt hat, sollte ich dann zur Lüge greifen und es bejahen?
Unvorstellbar.
Ich könnte zur Dame gehen, und ihr erzählen was der Sir zu wünschen hört.
Also die Dame anlügen.
Unritterlich.
Unvorstellbares oder Unritterliches.
Pest oder Cholera.
Es muß einen Weg dahinaus geben.. nur welchen?
Sich tatsächlich in Demut dem Befehl fügen und die eigene Ritterlichkeit für den Ritter opfern?
Nein.
Falsch war falsch. Und etwas Falsches zu tun, weil es befohlen war, macht das Falsche nicht richtiger. So handeln Rahaller.
Der Weg führte ihn weit fort, es gab einen Ort, wo darüber Nachzudenken inspirirend sein müßte.
Der Knappe würde die Nacht über nicht im Anwesen sein, und auch am nächsten Tag ward er nicht gesehen.