Seite 1 von 1

''Und du wirst der Nächste sein!''

Verfasst: Freitag 1. Oktober 2010, 00:43
von Neroith
Der Feuerball des Magiers zerberstete an seinem massiven
Drachenschild. Ein Hitzeschwall ergoss sich über dem Rabendiener. Die
Hand schmerzte unerträglich und seine Nase vernahm den Geruch von
verkohlten Haaren. Genauso schnell wie die Hitze gekommen war,
verschwand sie auch wieder und Neroith spähte über sein Schild hinaus.
Der Magier, ein stattlicher Mann von etwa 25 Jahren, machte gerade
Anstalten einen weiteren Feuerball zu formen um ihn dem Berobten
entgegen zu schleudern. Doch Neroith erkannte seine Chance. Mit festem
Griff an seiner schweren Kriegsgabel stieß er vor und holte zu einem
mächtigen Schlag aus. Es kostet viel Kraft, schmerzten ihn doch noch
seine Gelenke der Abwehr der Feuerbälle geschuldet, doch er riss sich
zusammen. Die Waffe bohrte sich tief in die Brust des noch ungläubigen
Magiers. Nicht im Geringsten hatte er mit diesem Zug gerechnet. Blut
quoll aus seinem Mund und schon bald sackte er kraftlos zusammen.
Neroith säuberte seine Waffe an der grauen Rabensrobe und scheidete
sie. Dann beugte er sich tief über den sterbenden Mann.


"Spüre die Strafe für deinen Frevel. Niemand stellt sich mir in den Weg.
Niemand wagt es sich meinem Willen zu widersetzen. Denn ich bin der
Tod und mein Urteil ist ewig. Doch werde ich dir nicht den Gefallen tun
und dir ein schnelles Ende beschweren. Ich werde mich lange an deinen
Qualen erlaben bis deine Seele um ihren Eintritt in Kra'thors Reich fleht!
Herr, erhöre deinen Jünger. Dargebracht sei dir ein weiteres Mahl.
Gebrandmarkt sei seine Seele, auf dass sie den rechten Weg in die
Ewigwelt finde."

Neroith drückte seine Hand fest auf den Brustkorb des Mannes. Einen
kurzen Moment schimmerte es grünlich um die Wunde, dann verlor der
Mann sein Bewusstsein.

Eine eigenartige Stille lag in den Höhlen. Doch etwas schien dennoch in
der Nähe zu sein. Er konnte es spüren. Und auch wenn weder Ohr noch
Aug etwas zu erspähen vermochten, wusste der Rabendiener, das er
nicht allein war. Ein Scharben an der Wand verriet dann den geheimen
Beobachter. Ein Zwerg, der wohl durch die Kampfgeräusche angelockt
wurde, kauerte in einer Felsspalte. Doch dieser erste Anschein trügte und
Neroith schaffte es gerade noch rechtzeitig sein Schild hoch zu reißen
um der eisernen Faust des Zwerges auszuweichen.


"Du vergießt kein Blut mehr im heiligen Berg Rabenbrut, bei Cirmias
dies ist mein Berg und meine Jagt. Und das Jagtopfer wirst du sein!"

Neroith sammelte sich rasch und umschloss seine Waffe fest.
Entschlossen trat er dem Zwerg gegenüber.

"Du forderst den Tod heraus!? Elender Narr. Diese Höhlen wurden heute
Nacht schon zu seinem Grab. Und du wirst der Nächste sein!"


[img]http://www.dragnix.net/Artistic_Section/mage_fight_small.gif[/img]

Verfasst: Freitag 1. Oktober 2010, 12:39
von Neroith
Ohne weitere Vorwarnung stürmte der Zwerg auf ihn los. Die bläulich
schimmernde Zwergenrüstung strahlte hell genug um ihn trotz der
Dunkelheit gut ausmachen zu können. Das muss man ihnen lassen. Ihr
Mut wird nur noch von ihrer Torheit übertroffen. Neroith schickte ein
Stoßgebet aus. Die Gunst des Kra'thor stärkte seinen Körper
augenblicklich, so dass er ohne große Verletzungen die ersten Angriffe
überstehen konnte.


Dann bündelte er seine Kraft.
Ein schmerzverzerrter Schrei nach dem anderen Stieß der Minenschacht-
bewohner aus. Bis er schließlich den Peinschüben erlag. Sein Mund bildete
letzte Worte an den Rabendiener.

"Auch wenn dies das Ende sein mag das
Cirmisas mir vorbestimmt. Bin ich doch Stolz für seine Sache gelebt zu
haben."

Dann verstummten die Worte. Einen unverständlichen Fluch brachte
der Zwerg noch heraus ehe er die gewundenen Gänge der Höhle zu seinem
Grab erklärte.
Schon bald darauf verließ Neroith die
Höhlen und die untergehende Sonne verlor sich am Horizont. Noch lange
hallten die Worte des Zwerges in seinem Kopf nach. Er war glücklich
gewesen für seinen Weg gestorben zu sein. Ohne Frage, Neroith würde
es für Kra'thor jederzeit gleichtun. Aber wär dies der richtige Weg?
Er, der vermutlich mehr Leben nimmt als jeder andere Rabendiener.
Würde es klug sein wenn er sich in einen Kampf ohne Aussicht stürzen
würde? Wenn er fiele, seine Seele würde ihren Weg zu Kra'thor finden.
Ohne Zweifel. Doch wer würde dann im Stande sein, sein Werk weiter zu
führen? Niemand anderes glaubte so fest an die Verschwörung der Götter
wie er.
Niemand anderes hatte es bisher geschafft eine Jüngerschaft zu scharen.
Nein Neroith durfte diese Welt nicht einfach
so verlassen. Den ganzen Weg bis in die Grabkammern der Dienerschaft
beschäftigten ihn diese Gedanken. Er ließ sich nieder und beendete den
Abend im Gebt. Er musste nur noch fester Glauben. Noch reiner mit seinen
Absichten werden. Und Kra'thor für seine Erkenntnis danken.


[img]http://farm3.static.flickr.com/2252/2449994078_6dbf13bbf0.jpg[/img]

Verfasst: Montag 4. Oktober 2010, 00:36
von Neroith
Tage später...
Der Mond stand hoch am Himmel und der nahende Herbst
entlockte dem endenden Sommer noch eine letze warme und sternenklare
Nacht. Es war sehr ruhig in den Wäldern Alt-Varunas. Nur ein schwacher
Sommerwind hauchte seine letzten Böhen durch das langsam welkende
Blätterkleid der Bäume, wie ein alter Mann der noch zu einem letzten Klagen-
ruf ausholen wollte ehe ihn die ewige Dunkelt umschließt.
Den ganzen vergangenen Tag hatte Neroith zwischen den dicken Folianten
der Bibliothek der Dienerschaft verbracht und Stunde um Stunde in den
alten Wälzern gelesen. Doch als die Sonne dann den Horizont zu küssen
begann und sich schließlich der Mond bequemte seinen Thron zwischen den
Sternen zu besteigen, trieb es den Berobten an die Oberwelt. Leise knirschte
das erste gefallene Laub unter der Last seiner Schritte. Lang dauerte sein
Spaziergang. Bis nah an das Fischerdorf trugen ihn seine Schritte. Kurz vor
den ersten Häusern Bajards hielt er an einer Mond beschienenen Wald-
Lichtung inne und besah das sich ihm gebotene Schauspiel. Ein Rehkitz
mit seiner Mutter weideten im kniehohen Gras. Etwa ein Jahrlang, so
erzählt man sich, sind Mutter und Kind unzertrennlich. Dieses Reh würde
sein Junges sicherlich noch durch diesen Winter bringen ehe es im
im folgenden Frühling wieder seinen eigenen Weg einschlagen wird.
Doch diese beiden Tiere würden nicht einmal mehr den nächsten Tag
erleben. Neroith machte einen konzentrierten Handwink. Augenblicklich
schossen die Köpfe des Wilds in die höh. Laut knackte es dann einige
Male. Unter dem Willen des Rabendieners zerbersteten ihre Kniegelenke.
Lautes quieken hallten durch den Wald. Aus dem Schlaf gerissene Vögel
flatterten aufgescheucht in den Nachthimmel hinauf und räumten rasch
das Feld. Die Mutter erlag dann einem raschen Tod. Mit unerbittlicher
Härte hatte Neroith ihr seinen scharfen Ritualdolch in die zuckende Brust
gerammt. Dann wendete er sich dem Jungtier zu. Hilflos befahl es seinen
Beinen zu Laufen. Doch die dürren Beide liefen nicht mehr.

''Krathor mein Herr und Meister, Krathor unser aller Richter. Heute Nacht
werde ich dir ein besonderes Opfer bringen. Eine Seele so rein und
unverdorben. Nur seinen Instinkten folgend um unbeschwert den Tag zu
überdauern. Eine Seele absoluter Reinheit sei dir nun dargebracht.
Unbelastet und in Todesangst.''

Dann folgte es seiner Mutter in das Reich der Toten. Tage später.
Der Mond stand hoch am Himmel und der nahende Herbst
entlockte dem endenden Sommer noch eine letze warme und sternenklare
Nacht. Es war sehr ruhig in den Wäldern Alt-Varunas. Nur ein schwacher
Sommerwind hauchte seine letzten Böhen durch das langsam welkende
Blätterkleid der Bäume, wie ein alter Mann der noch zu einem letzten Klagen-
ruf ausholen wollte ehe ihn die ewige Dunkelt umschließt.
Den ganzen vergangenen Tag hatte Neroith zwischen den dicken Folianten
der Bibliothek der Dienerschaft verbracht und Stunde um Stunde in den
alten Wälzern gelesen. Doch als die Sonne dann den Horizont zu küssen
begann und sich schließlich der Mond bequemte seinen Thron wischen den
Sternen zu besteigen, trieb es den Berobten an die Oberwelt. Leise knirschte
das erste gefallene Laub unter der Last seiner Schritte. Lang dauerte sein
Spaziergang. Bis nah an das Fischerdorf trugen ihn seine Schritte. Kurz vor
den ersten Häusern Bajards hielt er an einer Mond beschienenen Wald-
Lichtung inne und besah das sich ihm gebotene Schauspiel. Ein Rehkitz
mit seiner Mutter weideten im kniehohen Gras. Etwa ein Jahr lang, so
erzählt man sich, sind Mutter und Kind unzertrennlich. Dieses Reh würde
sein Junges sicherlich noch durch diesen Winter bringen ehe es im
im folgenden Frühling wieder seinen eigenen Weg einschlagen wird.
Doch diese beiden Tiere würden nicht einmal mehr den nächsten Tag
erleben. Neroith machte einen konzentrierten Handwink. Augenblicklich
schossen die Köpfe des Wilds in die höh. Laut knackte es dann einige
Male. Unter dem Willen des Rabendieners zerbersteten ihre Kniegelenke.
Lautes quicken hallten durch den Wald. Aus dem Schlaf gerissene Vögel
flatterten aufgescheucht in den Nachthimmel hinauf und räumten rasch
das Feld. Die Mutter erlag dann einem raschen Tod. Mit unerbittlicher
Härte hatte Neroith ihr seinen scharfen Ritualdolch in die zuckende Brust
gerammt. Dann wendete er sich dem Jungtier zu. Hilflos befahl es seinen
Beinen zu Laufen. Doch die dürren Beide liefen nicht mehr.

''Krathor mein Herr und Meister, Krathor unser aller Richter. Heute Nacht
werde ich dir ein besonderes Opfer bringen. Eine Seele so rein und
unverdorben. Nur seinen Instinkten folgend um unbeschwert den Tag zu
überdauern. Eine Seele absoluter Reinheit sei dir nun dargebracht.
Unbelastet und in Todesangst.''

Dann folgte es seiner Mutter in das Reich der Toten. Als der Berobte
seinen prachtvollen Dolch an der Gewandung säubern wollte, erinnerten
ihn dunkelrote Stellen getrockneten Blutes an seine vergangenen Opfer.
Alle geernteten Seelen hatten eine Geschichte. Sie alle waren verblendet
durch die Lügen er falschen Götter oder starben im Kampf gegen die
Gesandten Krathors. Doch keine zuvor war von solcher Reinheit. Er hatte
bisher immer Gedacht je starrer das Leben in seinen falschen Vor-
stellungen, desto erfreuter würde sich der Seelenherr über das ihm
gebrachte erlaben. Doch nun wusste er es besser. Die alten Schriften
waren es die ihm es dann verrieten. Vor vielen Generationen opferten
schon die höchsten Günstlinge des Rabenrichters feierlich Jungfrauen.
Sie galten es unbefleckt und rein. Doch was konnte reiner sein als
die Unschuld selbst.

Den Rest der Nacht würde Neroith im Gebet an seinen Gott verbringen.
Ihn danken für die neuen Erkenntnisse. Ihn danken für die Gunst, die er
ihm zukommen lässt. Und ihm versprechen, noch unzählige weitere
Leben zu nehmen.


[img]http://www.jrsfilm.com/Dark%20Forest%20X-Files%20full.jpg[/img]