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Tagebuch eines Kriegers...

Verfasst: Samstag 28. August 2010, 13:45
von Doran Mallen
Tagebuch eines Kriegers...

Reise nach Gerimor (*Das Datum ist nichtmehr lesbar!*)

Mit zerschlissener Kleidung, einem löchrigen Umhang und nicht weniger löchrigen Stiefeln erreichte ich den Hafen von Britannia. In meinem Besitz befand sich nur noch ein rostiges Schwert und 584 Taler. Mein Magen knurrte und die einzigen Wünsche die ich noch hatte waren ein Saftiges Stück Fleisch, ein Krug kühles Bier und ein Schiff das mich aus dieser verdammten Gegend wegbringen sollte. Der Wunsch nach Fleisch und Bier war schnell gestillt. Jedoch war das Fleisch weder Saftig und das Bier nicht mal annähernd kühl. Mein Geldbeutel beinhaltete nun noch 450 Taler und jedes der Schiffe bei denen ich bisher nachgefragt hatte wollte jemanden wie mich nicht mitnehmen. Ein einziges Schiff im Hafen von Britannia blieb noch übrig. Und dieses eine Mal hatte ich wenigstens Glück. Für mein restliches Gold war der Kapitän des kleinen Frachtschiffes bereit mich mit auf seine nächste Überfahrt zu nehmen. Die Reise ging nach Gerimor, eine Insel weit draußen auf dem Ozean. Ich hatte vorher noch nie davon gehört, aber ich konnte es mir nicht erlauben wählerisch zu sein. Ich wollte einfach von hier fort. Die Überfahrt dauerte 2 Wochen und nicht einmal zeigte sich die Sonne. Die meiste Zeit war es am Regnen, der Himmel war tief grau und das Meer aufgewühlt. So viel wie in diesen zwei Wochen hatte ich in meinem ganzen Leben nicht gekotzt. Als der Mann im Ausguck meldete das Land in Sicht sei, rannte ich zum Bug des Schiffes und spähte in die Richtung auf die er wies. Langsam kamen kleine Häuser in Sicht, welche nach und nach immer Größer wurden, bis das das Schiff am Steg eines kleinen Fischerdorfes Namens Bajard festmachte. Dieses Dorf war wirklich hässlich und wenig oder besser gesagt Gar nicht beeindruckend. Und ich fragte mich ob meine Entscheidung Britannia zu verlassen richtig gewesen ist. Aber ich hatte keine Wahl, denn mein Geld war ausgegeben und nochmal zwei Wochen auf See hätten mich sicherlich ins Grab gebracht. Also betrat ich entschlossen den Steg im kleinen Hafen von Bajard und machte mich auf mein Glück zu suchen.


Die Wiederentdeckung des alten Tagebuches (27. Ashatar 253)

Schnaufend stellt Doran die letzte Holzkiste mit alten Dingen auf den schmutzigen Fußboden im Erdgeschoss seiner neuen Unterkunft. Das neue angemietete Haus war ein richtiger sozialer Aufstieg. Endlich ein Dach das nicht aus Stroh war. Endlich keine Eimer mehr aufstellen um Regenwasser aufzufangen. Wesentlich größer war es nicht und immer noch in direkter Nähe zum Hafenviertel in Rahal. Aber das erfreute Grinsen konnte Doran sich dennoch nicht verkneifen. Nach einem Moment des Innehaltens begann er die Kiste zu durchstöbern. Viele wertlose, lange nichtmehr gesehene Dinge kamen ihm dabei zwischen die Finger, die schnell und ohne weiteres in das kleine Fass in der Ecke des Erdgeschosses geschmissen wurden, welches Doran zum entsorgen von Müll und Essensresten verwendete. Als er jedoch ein verstaubtes Buch mit ledernem Einband aus der Kiste zog, hielt er inne. Mit zusammengekniffenen Augen betrachtete er das Buch, holte tief Luft und blies den Staub vom Einband herunter. Es war ein Tagebuch, sein Tagebuch. Langsam und den Blick nicht von dem Tagebuch wendend schreitet Doran zu dem großen Tisch neben dem Kamin. Setzt sich auf den Stuhl in der Mitte und legt das Tagebuch auf den Tisch. Vorsichtig schlägt er das Buch auf und beginnt zu lesen. Als er fertig damit ist zieht er ein Tintenfässchen mit einem Federkiel darin zu sich heran, tunkt den Federkiel mehrmals in die Tinte und beginnt dann unter dem letzten Eintrag zu schreiben.

Mein letzter Eintrag in dieses Tagebuch ist lange her, viel Zeit ist vergangen und nicht weniger ist in dieser Zeit passiert. Nachdem ich in Gerimor, genauer gesagt im Hafen Bajards angekommen bin, hatte ich kein Geld in der Tasche und keine Ahnung was ich nun genau tun sollte. Aber für Söldner gab es immer etwas zu tun. Als ich das Ende des Steges fast erreicht hatte, kam mir der Kapitän des kleinen Schiffes hinterhergelaufen. Er bot mir eine Handvoll Taler an, wenn ich einen Brief für Ihn überbringen würde. Ich sagte dem Kapitän zu meine Aufgabe gewissenhaft zu erfüllen, strich das Geld ein und machte mich auf den Weg. Ein paar Ecken weiter warf ich noch einen kurzen Blick auf den Brief, knüllte ihn zusammen und warf ihn in eine kleine Gasse zwischen zwei Häusern. Ich blickte auf mein altes Schwert, tätschelte den Knauf am Griff und fasste den Entschluss, mir eine richtige Arbeit für einen Söldner zu suchen. Am Wegesrand fand ich eine Schmiedin, die mir für das Geld was ich dem Kapitän abgenommen hatte eine Rüstung anfertigte. Eine schäbige Rüstung von minderwertiger Qualität. Aber wer arm ist, kann nicht wählerrisch sein. Wenigstens passte die Rüstung. Als ich darauf durch Bajard schlenderte, traf ich zum ersten Mal eine Dienerin des Herren. Sie war Klerikerin im Tempel Alatars in Rahal und hieß Aliyahana. Aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Von Ihr hörte ich zum ersten mal von Alatar und von der heiligen Stadt Rahal. Sie klärte mich auch über meine Seele und das Leben nach dem Tod auf. Ich muss gestehen, dass ich nach diesem Gespräch etwas beunruhigt war. Aber ich hatte auch wieder ein Ziel. Ich wollte diese heilige Stadt sehen. Am nächsten Morgen packte ich meine Habseligkeiten zusammen und machte mich auf den Weg in Richtung Rahal. Als ich vor den Toren der Stadt angekommen war, blieb mir die Luft weg. Eine beeindruckende Stadt, mit beeindruckenden Verteidigungsanlagen. Die Fallgitter waren heruntergelassen und viele Wachen kontrollierten die Wehrgänge. Die Wache hinter dem Fallgitter fragte mich was ich hier wolle und ob ich an den einzigen Glauben würde. Ich Antwortete Ihm, dass ich dabei bin meinen Glauben zu erkunden. Er nickte aber sein Gesichtsausdruck zeugte weiter von Misstrauen. Dennoch wünschte er mir des Herren Segen und lies mich die Stadt betreten. In der Stadt war viel los, Soldaten ritten an mir vorbei in Richtung Exerzierplatz und ich folgte Ihnen. Am Platz angekommen fand ich eine beindruckende Menschenmenge vor. Soldaten der Schwarzen Armee, die Armee Führung, wichtige Würdenträger und natürlich der Pöbel. Ich schloss mich der Masse an und versuchte herauszufinden, was denn los sei. Es stellte sich heraus, dass sich die heilige Stadt grade im Krieg mit dem Wüstenvolk befand und das eine Musterung der Truppen und Wehrdienstfähigen Männer stattfand. Welch Glücksfall für mich, dachte ich. Kriegszeiten sind gute Zeiten für Söldner. In einem ruhigen Moment lies ich der Armeeführung ausrichten, dass ich bereit wäre den Kriegsdienst für die heilige Stadt zu leisten. Man beäugte mich schon wieder misstrauisch aber ich dachte mir nichts dabei. Es herrschte Krieg, da ist niemand freundlich gegenüber Fremden. Dennoch wurde ein Termin einige Tage später für ein genaueres Gespräch genannt. Das Gespräch stellte sich als Bewerbungsgespräch getarntes Verhör heraus. Der Hauptmann der Armee war eine Frau. Ihr Name war Anastasia Swynedd und sie war Ritterin des alatarischen Reiches. Sie fühlte mir auf den Zahn was meine Absichten und meinen Glauben betrifft. Aber ich musste das Verhör wohl für Sie befriedigend überstanden haben. Denn anschließend willigte Sie ein, mich in den Dienst der Schwarzen Armee zu stellen. Ich hatte endlich wieder eine Aufgabe, eine brauchbare Ausrüstung und ein Ziel das ich verfolgen konnte. Es war mir nichtmehr wichtig, für den zu kämpfen der am meisten Gold bot. Ich wollte mein Leben nichtmehr für schnödes Gold riskieren. Ich stellte mein Leben nun ganz in den Dienst, des einzig wahren Gottes – Alatar.