Der Weg einer Blinden
Verfasst: Dienstag 24. August 2010, 13:36
17. Ashtar im Jahre 253
Der erste Abend
Der Abend wurde für mich ruhiger als ich nahe des Bajarder Dorfes eine Feuerstelle fand, an der ich erstmals nach meiner Anreise rasten konnte. Es war wieder einmal ein anstrengender Tag für mich der diesmal ohne irgendwelche Missgeschicke an mir vorbei zog, obwohl ich fast schon behaupten konnte, es war einer meiner Glückstage.
Ich gesellte mich zu einem Mann der sich bereits vor mir auf einem der Baumstämme nieder ließ und eifrig an einem alkoholisierten Gesöff nuckelte. Wie ich solche Momente hasste – nein, eigentlich hasste ich nur diese gewissen Menschen. Menschen, die ihren Abend mit einer oder mehreren Flaschen Wein oder Bier ausklingen ließen.
Zu sehr erinnerte es mich an die Sauftragödien meines Vaters, an die Aggressionen die sich dadurch in ihm aufbauten, wenn er einmal wieder zu viel getrunken hatte und handgreiflich gegenüber meiner Mutter wurde. Ja, ich hätte ihm den Tod schenken sollen, als ich die Gelegenheit dazu hatte...
Eigentlich konnte ich mich nicht beschweren, der Mann war stets höflich und band mich in ein nettes Gespräch ein, ohne das seine lockere Zunge die Worte durcheinander schlug. Wenn ich Herrn Murthtor beschreiben müsste, war er wohl der erste nette Mann den ich kennen lernte. Ich schätzte ihn etwa in meinem Alter und von der Statur her ein wenig größer als ich, auch wenn ich ihn nicht sehen konnte – so viel Einschätzungsvermögung besaß ich alle male.
Ich verlor die Neugierde an Tayron, die ich ihm bei unserem kurzen Gespräch schenkte, als sich ein krächzender Rabe schräg hinter mir in der Baumkrone nieder ließ. Er beobachtete mich eine ganze Weile, schlug mit dem Flügeln, kratzte mit seinen Krallen über das Geäst und warf meine, für mich unerklärlich, Konzentration aus dem Ruder.
Die flüsternde Stimme drang angenehm durch meine Gedanken und löste in mir die Hoffnung aus, endlich der ersten wahren Begegnung entgegen treten zu können.
Natürlich ließ ich mir gegenüber Tayron nichts anmerken und bestätigte mit einem Nicken meine Aufmerksamkeit zu ihm, auch wenn es mir im Nachhinein fast leid tat, wie rasch ich mich von ihm verabschieden musste, stand ich doch sehr unter Aufregung was nun als nächstes geschah...
Die wahre Begegnung
Der Rabe stieß sich mit einem hörbaren Flügelschlag in die Lüfte als ich mich aufraffte um ihm zu folgen wie er es von mir wünschte. Ich konnte diesen Moment nicht wirklich wahrnehmen, denn es war so unbeschreiblich seltsam... so kinderleicht ihm zu folgen ohne einmal Gebrauch von meinem Stab nehmen zu müssen. Wie es schien war ich dem richtigen Pfad gefolgt, meine Gebete wurden erhört und meine Opfergabe angenommen – oder war es gar ein Traum in dem ich mich befand?
Sehr schnell schmälerten sich meine Zweifel, als sich der Rabe hörbar einer anderen Wandlung annahm - die eines Menschen, einer Gestalt, dienend im Namen des Richters. Er ergriff mich gedanklich, war einerseits höflich und dennoch in seiner Aussprache sehr monoton, irgendwie besänftigend ruhig. Er offenbarte sich mir gegenüber reif, um einiges Älter als ich, sehr gebildet und weckte in mir aufdringliche Neugierde. Sie zerfraß mich regelrecht und schlug meine Gedanken an die Grenzen... - ich hoffte schon bald mehr über Ihn erfahren zu können.
Vorerst galt mir eine Führung durch den dichten Wald. Es war mir sehr unangenehm, denn das viele Gestrüpp offenbarte sich als Hindernis, fand mich im ersten Durchgang nicht zurecht und verlor in manchen Situationen die Nähe zu meinem Vordermann.
Wir kamen schließlich an einem alten Haus an dass relativ abgelegen zwischen Wald und Gestein lag. Das Innenleben roch modrig und die feuchten Holzbretter bogen sich leicht unter dem Einfluss meines Gewichtes.
Er führte mich hinab in den Keller und überließ mich meiner Gedanken – ich war endlich dort angelangt, wo ich hin wollte.
Der erste Abend
Der Abend wurde für mich ruhiger als ich nahe des Bajarder Dorfes eine Feuerstelle fand, an der ich erstmals nach meiner Anreise rasten konnte. Es war wieder einmal ein anstrengender Tag für mich der diesmal ohne irgendwelche Missgeschicke an mir vorbei zog, obwohl ich fast schon behaupten konnte, es war einer meiner Glückstage.
Ich gesellte mich zu einem Mann der sich bereits vor mir auf einem der Baumstämme nieder ließ und eifrig an einem alkoholisierten Gesöff nuckelte. Wie ich solche Momente hasste – nein, eigentlich hasste ich nur diese gewissen Menschen. Menschen, die ihren Abend mit einer oder mehreren Flaschen Wein oder Bier ausklingen ließen.
Zu sehr erinnerte es mich an die Sauftragödien meines Vaters, an die Aggressionen die sich dadurch in ihm aufbauten, wenn er einmal wieder zu viel getrunken hatte und handgreiflich gegenüber meiner Mutter wurde. Ja, ich hätte ihm den Tod schenken sollen, als ich die Gelegenheit dazu hatte...
Eigentlich konnte ich mich nicht beschweren, der Mann war stets höflich und band mich in ein nettes Gespräch ein, ohne das seine lockere Zunge die Worte durcheinander schlug. Wenn ich Herrn Murthtor beschreiben müsste, war er wohl der erste nette Mann den ich kennen lernte. Ich schätzte ihn etwa in meinem Alter und von der Statur her ein wenig größer als ich, auch wenn ich ihn nicht sehen konnte – so viel Einschätzungsvermögung besaß ich alle male.
Ich verlor die Neugierde an Tayron, die ich ihm bei unserem kurzen Gespräch schenkte, als sich ein krächzender Rabe schräg hinter mir in der Baumkrone nieder ließ. Er beobachtete mich eine ganze Weile, schlug mit dem Flügeln, kratzte mit seinen Krallen über das Geäst und warf meine, für mich unerklärlich, Konzentration aus dem Ruder.
Die flüsternde Stimme drang angenehm durch meine Gedanken und löste in mir die Hoffnung aus, endlich der ersten wahren Begegnung entgegen treten zu können.
Natürlich ließ ich mir gegenüber Tayron nichts anmerken und bestätigte mit einem Nicken meine Aufmerksamkeit zu ihm, auch wenn es mir im Nachhinein fast leid tat, wie rasch ich mich von ihm verabschieden musste, stand ich doch sehr unter Aufregung was nun als nächstes geschah...
Die wahre Begegnung
Der Rabe stieß sich mit einem hörbaren Flügelschlag in die Lüfte als ich mich aufraffte um ihm zu folgen wie er es von mir wünschte. Ich konnte diesen Moment nicht wirklich wahrnehmen, denn es war so unbeschreiblich seltsam... so kinderleicht ihm zu folgen ohne einmal Gebrauch von meinem Stab nehmen zu müssen. Wie es schien war ich dem richtigen Pfad gefolgt, meine Gebete wurden erhört und meine Opfergabe angenommen – oder war es gar ein Traum in dem ich mich befand?
Sehr schnell schmälerten sich meine Zweifel, als sich der Rabe hörbar einer anderen Wandlung annahm - die eines Menschen, einer Gestalt, dienend im Namen des Richters. Er ergriff mich gedanklich, war einerseits höflich und dennoch in seiner Aussprache sehr monoton, irgendwie besänftigend ruhig. Er offenbarte sich mir gegenüber reif, um einiges Älter als ich, sehr gebildet und weckte in mir aufdringliche Neugierde. Sie zerfraß mich regelrecht und schlug meine Gedanken an die Grenzen... - ich hoffte schon bald mehr über Ihn erfahren zu können.
Vorerst galt mir eine Führung durch den dichten Wald. Es war mir sehr unangenehm, denn das viele Gestrüpp offenbarte sich als Hindernis, fand mich im ersten Durchgang nicht zurecht und verlor in manchen Situationen die Nähe zu meinem Vordermann.
Wir kamen schließlich an einem alten Haus an dass relativ abgelegen zwischen Wald und Gestein lag. Das Innenleben roch modrig und die feuchten Holzbretter bogen sich leicht unter dem Einfluss meines Gewichtes.
Er führte mich hinab in den Keller und überließ mich meiner Gedanken – ich war endlich dort angelangt, wo ich hin wollte.