Der Weg zur Besserung
Verfasst: Sonntag 15. August 2010, 01:09
Langsam stieß Niowe die Decke mit den Füßen zurück. Die Hitze des Fiebers das noch immer in Wellen ihren Körper erfasste, wollte nicht weichen. Immer wieder spürte sie kalte Wickel um ihre Beine, die wohl taten. So wohl, dass sie schläfrig wurde, nachdem die Heilerin ihr noch eine Phiole gegen Schmerzen samt einem Hauch von Honig verabreicht hatte. Sicherheitshalber hielt sie das kleine Töpfchen mit dem Honig mit beiden Händen an sich gedrückt. Zur Sicherheit, man konnte ja nicht wissen, wann die nächste Phiole mit dem bitteren Zeug verabreicht wurde. Nein, sie nahm der Heilerin das nicht übel, wieso auch sie tat nur das, was getan werden musste. Außerdem hatte sie ihr genau erklärt, wieso heilende Tränke bitter schmecken müssen. Dem Niowe nicht so recht zustimmte, aber eine gewisse Logik sah sie dahinter. Schlussendlich wäre es unrecht gewesen, jener Frau, die Tag und Nacht bei ihr wachte, zu widersprechen. Also nahm sie das bittere Zeug, schluckte er hinunter und steckte dann den Finger in das Honigtöpfen und leckte die goldig glänzende Süße ab, um die Bitterkeit aus dem Mund zu vertreiben. So war der bittere Trank erträglich und sie und auch die Heilerin Lili zufrieden. Danach schlief sie nachdem sie noch einen Blick zu der Kranken im anderen Bett geworfen hatte, sogleich ein.
Immer wieder spielte sich in ihrem Traum die gleiche Szene ab. Der tobende Kampf vor Andoran, Todesschrei und die Rufe der Rabendiener nach deren Seelen.
Rundum eingeschlossen in dem Kreis, versuchte sie ihnen zu Hilfe zu eilen, was man nicht zuließ. Bis sie dann zu Boden sank. Nur diesmal, was, das dachte sie noch im Traum, sonderbar war, sang sie ein Lied. Ein Lied welches gleichzeitig eine Bitte an Temora war ihr beizustehen.
Ich möchte noch einmal am Windrad drehen,
in aller Ruhe vor dem Teich mit Seerosen stehen,
Ich möchte nur einmal noch vielleicht auch zwei
Oder öfter noch das ist einerlei
Mit meinem Degen über die Felder springen
Ganz unbeschwert und dabei singen
Ich möchte so gerne meinem geschenkten Hengst noch einen Namen geben
Und jeden Tag aufs Neue empfangen, das Licht, Deinen Segen
Ich möchte die weißen Schafe betrachten
Und ganz genau auf das eine schwarze nur achten,
denn es ist, wenn auch wild und stur
bevorzugt doch von Mutter Natur
Ich möchte so gerne Tarnyas Worten lauschen,
die mich gefangen nehmen und berauschen,
so vieles noch sie danach fragen und keine
Angst bei ihr haben es falsch vorzutragen.
Noch einmal nur lass den Wind mein Haar necken,
oder dem Regen in Adoran, mein Gesicht entgegen strecken
und dann wenn keiner es sieht mit meiner Zunge
die feuchten Tropfen ablecken
Ich möchte noch gerne den Duft der Blumen riechen
Mich träumend am See mit meinem Degen verkriechen
Um dann ins Gras mich fallen lassen
Die Wolken dann zählen und sie in Bildern erfassen
Ich möchte so vieles noch einfach tun
Temora lass einfach meine Seele bei mir ruh‘n
Ich habe nicht vieles von dir erbeten,
doch vorgestern vielleicht, aber sonst eher selten
Nur einmal noch, vielleicht auch zwei oder drei
Es bringt doch nichts diese Zählerei
Ich will, ich will nur einfach leben
Und in deinem Sinne nur Gutes anstreben
Lass mich nur einfach weiterleben.
Kaum war ihre helle, klare Stimme verklungen wurde es hell.
Mit einem Ruck, der nicht so gut für die Wunde war, denn diese machte sich nun deutlich
bemerkbar, richtete sie sich im Bett auf. Rasch wurde das Hemd hochgezogen, aber der Verband war nicht verrutscht und auch nicht blutig.
Vorsichtig nun kroch sie aus dem Bett. Tapste schwankend wie ein Baum im Sturm zu dem Wasserbecken und tauchte den Kopf tief unter Wasser, bis sie sich fühlte und ihr deutlich die Luft ausging. Zufrieden hob sie den Kopf aus dem Becken und atmete tief ein, als geklopft wurde. Rasch strich sie dass nasse Haar zurück und blickte in Richtung der Tür.
Unsicher, wohl ob ihrer Verletzlichkeit und Schwäche, brachte sie ein leises
„Herein, so es keine Rabendiener sind!
Nach den Worten war ihr die Unlogik derer sogleich bewusst. Erstens würde jene nie klopfen, zweitens auch nicht warten herein gebeten zu werden.
Erleichtert nahm sie dann die Gestalt von Sir von Reensdorf wahr und lächelte, was ihr aber sogleich verging, denn die Worte waren ziemlich eindeutig und glichen mehr einem Befehl als einem freundlichen Krankenbesuch.
„Ins Bett mit Euch, ich gehe nicht davon aus, dass man das Euch gestattet hat!
Hat man nicht.
Das stimmte! Gehorsam hantelte sich von Vorhang zu Vorhang schwankend und mit Hilfe von Sir von Reensdorfs linken Arm, der sie nun stütze, wurde der lange Weg zum Bett nicht allzu beschwerlich.
Nach ihrem Versprechen das nicht mehr zu tun, was sie auf das Kissen zurück sinkend
noch ernst bekräftigte reichte er ihr noch zwei dicke Bücher um die Zeit mit lesen hier im Krankenbett ein wenig zu verkürzen. Strahlend hielt sie die Bücher an sich gedrückt und lauscht dann noch eine Weile aufmerksam seinen Worten.
Der Herr Oberst hier? Und seine Erlaucht auch?
Eine Mischung aus Sprachlosigkeit, was bei Niowe eher selten war, Entsetzen und Scham über den jämmerlichen Zustand, den sie den Augen der anderen geboten haben muss, bemächtigte sich ihrer.
Nein, der Oberst und die Gräfin haben sich nach Eurem Zustand erkundigt, doch er war zu kritisch, um Besuche zu empfangen.
Temora sei Dank, dass ihnen jener Anblick erspart geblieben war, dachte sie, um mit einem dankbaren Lächeln glücklich die beiden Bücher fest an ihren Körper zu drücken.
Mit einer Mahnung ja nicht mehr aufzustehen verabschiedete sich Sir von Reensdorf und
Erschöpft wie sie war, kuschelte sie sich ins Kissen und hielt die Bücher wie einen Schatz an sich dabei gepresst. Gleich Morgen dann wollte sie beginnen darin zu lesen.
So schnell wie der Gedanke kam, sank sie dann in einen tiefen Schlaf voller Vorfreude auf den morgigen Tag.
Immer wieder spielte sich in ihrem Traum die gleiche Szene ab. Der tobende Kampf vor Andoran, Todesschrei und die Rufe der Rabendiener nach deren Seelen.
Rundum eingeschlossen in dem Kreis, versuchte sie ihnen zu Hilfe zu eilen, was man nicht zuließ. Bis sie dann zu Boden sank. Nur diesmal, was, das dachte sie noch im Traum, sonderbar war, sang sie ein Lied. Ein Lied welches gleichzeitig eine Bitte an Temora war ihr beizustehen.
Ich möchte noch einmal am Windrad drehen,
in aller Ruhe vor dem Teich mit Seerosen stehen,
Ich möchte nur einmal noch vielleicht auch zwei
Oder öfter noch das ist einerlei
Mit meinem Degen über die Felder springen
Ganz unbeschwert und dabei singen
Ich möchte so gerne meinem geschenkten Hengst noch einen Namen geben
Und jeden Tag aufs Neue empfangen, das Licht, Deinen Segen
Ich möchte die weißen Schafe betrachten
Und ganz genau auf das eine schwarze nur achten,
denn es ist, wenn auch wild und stur
bevorzugt doch von Mutter Natur
Ich möchte so gerne Tarnyas Worten lauschen,
die mich gefangen nehmen und berauschen,
so vieles noch sie danach fragen und keine
Angst bei ihr haben es falsch vorzutragen.
Noch einmal nur lass den Wind mein Haar necken,
oder dem Regen in Adoran, mein Gesicht entgegen strecken
und dann wenn keiner es sieht mit meiner Zunge
die feuchten Tropfen ablecken
Ich möchte noch gerne den Duft der Blumen riechen
Mich träumend am See mit meinem Degen verkriechen
Um dann ins Gras mich fallen lassen
Die Wolken dann zählen und sie in Bildern erfassen
Ich möchte so vieles noch einfach tun
Temora lass einfach meine Seele bei mir ruh‘n
Ich habe nicht vieles von dir erbeten,
doch vorgestern vielleicht, aber sonst eher selten
Nur einmal noch, vielleicht auch zwei oder drei
Es bringt doch nichts diese Zählerei
Ich will, ich will nur einfach leben
Und in deinem Sinne nur Gutes anstreben
Lass mich nur einfach weiterleben.
Kaum war ihre helle, klare Stimme verklungen wurde es hell.
Mit einem Ruck, der nicht so gut für die Wunde war, denn diese machte sich nun deutlich
bemerkbar, richtete sie sich im Bett auf. Rasch wurde das Hemd hochgezogen, aber der Verband war nicht verrutscht und auch nicht blutig.
Vorsichtig nun kroch sie aus dem Bett. Tapste schwankend wie ein Baum im Sturm zu dem Wasserbecken und tauchte den Kopf tief unter Wasser, bis sie sich fühlte und ihr deutlich die Luft ausging. Zufrieden hob sie den Kopf aus dem Becken und atmete tief ein, als geklopft wurde. Rasch strich sie dass nasse Haar zurück und blickte in Richtung der Tür.
Unsicher, wohl ob ihrer Verletzlichkeit und Schwäche, brachte sie ein leises
„Herein, so es keine Rabendiener sind!
Nach den Worten war ihr die Unlogik derer sogleich bewusst. Erstens würde jene nie klopfen, zweitens auch nicht warten herein gebeten zu werden.
Erleichtert nahm sie dann die Gestalt von Sir von Reensdorf wahr und lächelte, was ihr aber sogleich verging, denn die Worte waren ziemlich eindeutig und glichen mehr einem Befehl als einem freundlichen Krankenbesuch.
„Ins Bett mit Euch, ich gehe nicht davon aus, dass man das Euch gestattet hat!
Hat man nicht.
Das stimmte! Gehorsam hantelte sich von Vorhang zu Vorhang schwankend und mit Hilfe von Sir von Reensdorfs linken Arm, der sie nun stütze, wurde der lange Weg zum Bett nicht allzu beschwerlich.
Nach ihrem Versprechen das nicht mehr zu tun, was sie auf das Kissen zurück sinkend
noch ernst bekräftigte reichte er ihr noch zwei dicke Bücher um die Zeit mit lesen hier im Krankenbett ein wenig zu verkürzen. Strahlend hielt sie die Bücher an sich gedrückt und lauscht dann noch eine Weile aufmerksam seinen Worten.
Der Herr Oberst hier? Und seine Erlaucht auch?
Eine Mischung aus Sprachlosigkeit, was bei Niowe eher selten war, Entsetzen und Scham über den jämmerlichen Zustand, den sie den Augen der anderen geboten haben muss, bemächtigte sich ihrer.
Nein, der Oberst und die Gräfin haben sich nach Eurem Zustand erkundigt, doch er war zu kritisch, um Besuche zu empfangen.
Temora sei Dank, dass ihnen jener Anblick erspart geblieben war, dachte sie, um mit einem dankbaren Lächeln glücklich die beiden Bücher fest an ihren Körper zu drücken.
Mit einer Mahnung ja nicht mehr aufzustehen verabschiedete sich Sir von Reensdorf und
Erschöpft wie sie war, kuschelte sie sich ins Kissen und hielt die Bücher wie einen Schatz an sich dabei gepresst. Gleich Morgen dann wollte sie beginnen darin zu lesen.
So schnell wie der Gedanke kam, sank sie dann in einen tiefen Schlaf voller Vorfreude auf den morgigen Tag.