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Wiedergeburt - Ein Neubeginn

Verfasst: Donnerstag 8. Dezember 2005, 14:36
von Viola Ser´Rhal
Bestandteil ... ein Wort das langsam immer mehr an Bedeutung in ihrem Leben zu gewinnen schien. Viola lag schlafend in den Fellen, Freia war schon aufgestanden und das zarte fahle Sonnenlicht drang in das Zimmer herein. Sie hätte aufstehen müssen um ihren Pflichten nachzugehen oder sich nützlich zu machen, doch jetzt gerade wollte sie nur liegen bleiben und den Moment genießen. Sie schloß ihre Augen und atmete tief ein, die Luft hatte etwas anderes in sich, es war etwas viel Vertrauteres als noch vor wenigen Wochen.

Als sie endlich aus Menek'ur zurückgekehrt waren, hatte sie gemerkt wie sehr ihr Grimwould doch eigentlich gefehlt hatte. Vielleicht nicht ganz so sehr wie Cailly oder Erinna, aber sie hatten diesen Ort liebgewonnen und mittlerweile war er ihr Zuhause geworden, es war nicht nur ein Ort an dem sie Gast war. Seit einigen Tagen gehörte sie dem Clan an, und immer wieder spiegelten sich die Bilder in ihren Träumen wieder. Wie Falk ihr die gefärbten Sachen und den Clansring übergab, den sie nun an ihren Fingern trug. Zum ersten mal in ihrem Leben erfüllte sie ein vollkommener Stolz, ein Stolz, dass man sie aufgenommen hatte, ein Stolz, dass sie endlich etwas gefunden hatte, was ihr eine Perspektive gab und der Stolz endlich soetwas wie eine Familie gefunden zu haben. Es war alles so schön gewesen, und mit ihr wurde Erinna gleichermassen vollkommen in den Clan aufgenommen, sie war nun kein Welpe mehr sondern ein vollwertiges Mitglied und sie lies ihrer Freude allen Lauf. Sie umarmte Viola heftigst drückte sie und war ausser sich vor Freude; ein Verhalten welches Viola noch fremd war. Natürlich freute sie sich auch aber es gab keinen Grund die anderen damit langte zu belästigen oder zu behindern. Die letzten Tage hatte sie soviel versucht zu helfen wo es nur ging, hatte sich versucht nützlich zu machen und ging ab und an immer in den nahen Wäldern jagen, so wie es Freia ihr gezeigt hatte.

Und doch; es blieb ein kurzer fahler Beigeschmack. Sie trug nun das Zeichen des Clans Hinrah, aber war sie wirklich eine von ihnen und konnte sie die Erwartungen des Clans erfüllen oder würde sie alle enttäuschen? Die Gedanken lagen schwer wie Blei auf ihr und es hatte seine Gründe. Die letzten Tage auf Menek'ur hatte sie es nur leicht wahrgenommen aber sie weiste wieder alte Muster auf, sie fing wieder an Leute in ihrer Taschengegend zu mustern, schielte nach leicht erhaschbaren Gegenständen und sie spürte wieder jenes leichte Drücken auf ihren Kopf. Sie schielte auf ihre gesunden und nachgewachsenen Fingernägel und dann erinnerte sie sich wieder an das klägliche Bild welches diese vor einigen Monden noch abgaben. Abgekaut bis auf das Fleisch und teilweise sogar noch leicht blutig, würde sich das nun alles wiederholen? Sie versuchte diese Gedanken einfach zu ignorieren, sie hatte endlich Menschen gefunden die sie schätzte und die sie lieben gelernt hatte.

Da war Falk gewesen, der große starke Clansführer. Viola hatte immer noch einen großen Respekt vor ihm und sie mochte die warme, tiefe Stimme des Kriegers, und es erfüllte sie immer mit einem gewissen Stolz, wenn er ihr Stolz zulächelte. Dann war da Cailly, die Frau die Viola selten einschätzen konnte. Viola sah sie nicht wie eine Mutter, eher wie etwas ähnliches oder höheres. Sie hörte auf die Worte der Frau und schon allein der Tatsache wegen, dass sie Viola damals mit hierher genommen hatte, machte Cailly um einiges sympathischer und wärmer für Viola. Und trotz allem hatte sie in den letzten Tagen das Gefühl gehabt, Cailly würde ihr aus dem Weg gehen oder sie ignorieren. Erinna, ihre "Syster", wie es Erinna nannte. Sie hatte das Mädchen lieben gelernt, auch wenn sie ihre gewissen Eigenarten akzeptieren lernen musste, was ihr mittlerweile aber nicht mehr schwerfiel. Sie hatte auch gelernt, sich Erinna unterzuordnen, auch wenn das erst ein schwerer Schritt war und Erinna davon sicher noch nichts bemerkte, denn sie tat erst kurze und kleine Schritte. Trotz allem hatte sie sich fest vorgenommen, sich ihrer großen Schwester unterzuordnen, schon alleine um ihr das Gefühl zu geben, dass sie nicht das schwächste Glied im Clan war.
Und am Ende war da Freia. Ihre Mutter. "Herzensmutter" nannten die anderen das, was Freia für Viola war, aber für Viola gab es dieses Wort nicht. Freia war ohne Einschränkungen ihre Mutter und Viola liebte sie abgöttisch dafür. Sie wusste, Freia würde immer für sie da sein und auf sie aufpassen und sie beschützen und das lies ihr ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

Sie rollte sich wieder in die Felle ein und seufzte glücklich. Endlich ein Zuhause ... endlich eine Familie. Die Wiedergeburt war geschehen.

Verfasst: Donnerstag 8. Dezember 2005, 16:56
von Freia Hinrah
Alles schien sich wieder etwas normalisiert zu haben. Der Clan war wieder vollständig nach Grimwould zurückgekehrt und endlich begann soetwas wie Alltag einzug zu halten. Mehr noch ... esstand sogar ein Fest ins Haus welches Caillean und Falk erneut begehen wollten und doch ... doch hatte all dies auch für sie einen bitteren Nachgeschmack gehabt. Es war wie immer wenn sie gegen Menschen zogen. Das töten hatte ihr noch nie Vergnügen bereitet oder ihr irgendeine Art von Befriedigung gegeben aber es gab Zeiten wo dies notwendig war auchwenn sie es hasste Menschen umzubringen. Der Trubel unddie viele Zeit mit ihrer kleinen jedoch halfen ihr die trüben Gedanken abzuschütteln. Früher war es ihr Mann gewesen der sie nach diesen Ereignissen auf andere GEdanken gebracht hatte und nun ist es ihre Tochter. Sie liebte dieses Kind so wie sie eine Tochter nur lieben konnte und stolz hatte sie verfolgt, wie sie zum Clansmitglied wurde. Von da an konnte also auch der Clan sie nicht mehr trennen. Zufrieden schliefen sie Nacht für Nacht in Isgars alten Zimmer und immer kuschelten sie sich eng zusammen um der Kälte zu harren, die aus dem kalten Norden kam. Es wird bestimmt wieder alles gut werden und sie hoffte Inständig das die schlimmen Zeiten wirklichvorbei und nicht gerade erst am Beginn standen....

Verfasst: Dienstag 13. Dezember 2005, 15:14
von Viola Ser´Rhal
Es war Nachmittag und es war bitter kalt. Varuna war ruhig und die große Stadt ruhte fast vollkommen, es war den meisten Anwohnern einfach zu kalt um vor die Türe zu treten und wer sich doch vor die Türe traute, der war in warme Sachen gehüllt und eilte sich, seinen Geschäften nachzugehen.
Viola durchstreifte Varuna auch, den Körper in einen warmen Mantel gehüllt, doch ihre Schritte brachten sie recht schnell ab von den Hauptwegen der Stadt und immer mehr in die verzweigten Seitenstraßen, welche wie kleine Schluchten durch Varuna lauerten. Hier verirrte man sich für gewöhnlichst nicht hin, denn je weiter sie ging, desto trister wurden die Straßen. Die letzten Geschäfte hatte sie bereits passiert und nichts zeugte noch wirklich mehr von Leben, wenn man es nicht besser wusste. Hier begannen die kälteren Gegenden Varunas, hier lebten Diebe, Schurken und Verbrecher, doch diese Straße war nicht ihr Ziel, nicht diese. Sie trat zielstrebig vorwärts, sah weder nach links noch nach rechts, denn sie wusste ganz genau, dass man das hier nicht durfte. Wer stehen blieb, zeigte Unsicherheit, wer sich umsah, zeigte Unsicherheit und Unsicherheit symbolisierte Angst und Hilflosigkeit, eine einfache Regel der Straße und Viola hatte sie lange genug lernen können.

Ihr Weg führte sie in eine der nächsten Straßen, immer zielstrebig vorwärts, ehe sie inne hielt. Sie war fast da und doch folgte nun der schwerste Gang; es folgte das Bettlerviertel. Viola hasste es, sie hasste dieses Viertel und all seine Anwohner und kaum hatte sie es betreten, starrten sie auch Augen an, Augen von jungen Kindern, von Frauen oder Männern, welche im Dreck saßen und zu ihr aufblickten. Viola war gekleidet wie eine Bürgerin, nichts zeichnete davon, dass sie vor kurzem selbst so zerlumpt gewesen war wie diese Gestalten und doch; Viola konnte keine Sympathie für sie empfinden, im Gegenteil es war bitterer Hass. Den ganzen Tag saßen sie hier, gingen manchmal auf die Hauptstraßen und starrten mit ihren Augen bettelnd zu den Leuten, sie hofften immer das man ihnen half, sie verließen sich fast darauf dass jemand kam und ihnen wenigstens etwas altes Essen gab. Viola hatte nie gebettelt, nicht einmal. Sie hatte geklaut, sie hatte sich ihr Essen erkämpft und nicht wie sie alle hier mit Mitleid ergattert. Sie richtete keinen ihrer Blicke lange auf die Bettler, ihr Weg war ein anderer und sie hatte ihr Ziel beinahe erreicht. Plötzlich trat ein junges Mädchen vor sie, es mochte vielleicht einige Jahre jünger sein als Viola selbst und sah hoch an ihr. Ihre eisblauen Augen trafen Violas und sie sah hoch. „Bitte ... hast du etwas zu Essen oder eine Münze? Du siehst nicht so arm aus ... hast du nicht viell...“ sie kam nicht weiter. Es geschah innerhalb weniger Sekunden; Viola hatte ausgeholt und mit ihrem rechten Fuß zugetreten. Der Lederstiefel raste direkt in den Magen des Mädchens, welche keuchend zusammensackte und sich die Stelle hielt. Sie hustete vor Schmerzen, wie sollte es auch anders sein, sie war schwach. Viola verengte die Augen und starrte hinab, es kochte förmlich in ihr hinauf, sie hatte fast das Verlangen weiter auf das Mädchen einzutreten. Sie ballte eine Faust, selbst wenn sie das Mädchen totschlagen würde, niemanden würde es interessieren. Bettler waren Gesocks, wie alle anderen Heimlosen und von den anderen bettlern erhaschte sie nur ängstliche Blicke, denn sie alle wussten; wer einen Bürger angriff, wurde augenblicklich eingesperrt. Sie wollte ausholen, es war ein so tiefes Verlangen all ihren Unmut an diesem elendigen faulen Stück auszulassen. Die Wut kroch immer höher, wieso taten sie nichts? Wieso bettelten sie um Hilfe? Hilfe konnte ihnen keiner geben, und mehr als die Hälfte hier würde bald erbärmlich erfrieren oder den Hungertod sterben, wieso kämpften sie nicht für ihr Überleben?

Das Mädchen wimmerte leise zu ihren Füßen, doch Viola blickte nicht runter. Sie stieß das zusammengesunkene Kind beiseite und ging weiter, kein Mitleid, es war einfach kein Mitleid in ihr. Sie musste wieder an Erinnas Worte denken „Stell dir vor du wärst nicht bei uns gelandet ... du würdest doch auch so leben“. Nein! Sie würde nicht dasitzen und jammern und irgendwelche Götter anbeten dass jemand kam und sie rettete. Sie würde alles tun um den Tag zu überstehen, alles nur erdenkliche, sie war nicht wie sie alle und genau aus diesem Grund brachte sie kein Mitleid für die Gestalten auf. Sie lief zielstrebig weiter, ihr Ziel fast erreicht; das ehemalige Heim ihrer Mutter wo sie einige Dinge holen wollte, Dinge die nur sie kannte und welche noch sicher verwahrt waren, jedenfalls hoffte sie das.

Spät am Abend kehrte sie heim, setzte sich vor das Feuer in der Taverne und dachte nach. Sie sah das Mädchen vor ihrem geistigen Auge, und kein Muskel in ihrem Gesicht verzog sich, wieso auch? Erinna hätte sie für diese Tat sicher geschollten aber sie würde niemals davon erfahren. Sie würde nichts sagen, nicht ein Wort. Und dann wurde sie schläfrig, sehr schläfrig und schlief ein, mitten in der Taverne.

Verfasst: Dienstag 13. Dezember 2005, 17:06
von Aradan Krenor
Alarmiert von Erinnas Schreiben macht er sich sofort auf zum Schneider und Bäcker der Stadt Varuna. Er wusste er konnte nicht für jeden armen dieser Stadt Sorgen und das selbst die geplante Geste nichts weiter als ein Tropfen auf den Heissen Stein ist und doch, wollte er nichts unversucht lassen und so er nur 1 Kind oder ein Heimatlosen retten konnte, hatte sich all die Müh gelohnt. Leto schnaubte und der Atem des Pferdes kondensierte zu feinem Nebel an der eiskalten Luft Varunas. Bepackt mit 2 großen Satteltaschen voll zog Aradan los.

Die Häuser welche seitlich an ihn und sein vollbeladenem Pferd vorbeizogen wurden allmählich einfacher bis sie fast als schäbig zu bezeichnen waren. Es war helligter Tag doch kaum einer wagte sich hier in diese Gegend. Bettler, Diebe, Halunken und Säufer waren das Publikum und die Bewohner dieses Ortteils und die Armut so erdrückend das sie ihm drohte die Kehle zuzuschnüren. Glitzernd funkelte der goldengefärbte Brustpanzer in der tiefstehenden Winterssonne. Sein Umhang flatterte wild und ehrfurchtsgebietend im Wind und trug das Siegel der königlichen Garde. Mit erhobenen Haupt und einer Hand auf den Schwertgriff zog er durch die engen verwinkelten Gassen und so verzweifelt einige der Diebe und Schläger auch waren, einen Leutnant der Garde in Varuna anzugreifen wagte an diesem Tag niemand. Als sich immer mehr arme bettelnde Menschen auf der Strasse zeigten öffnete er die Satteltaschen des Pferdes und begann frische Brotlaiber und einfache aber warme Decken auszuteilen. Schnell war das Gedränge um ihn riesig und das Wehklagen der bedauernswerten Menschen mischte sich mit dem Dank derer so wenig beschenkten. Dank ... er erwartete ihn nicht, wollte ihn nicht. Es sollte ihm und einen jeden Dank genug sein die eingefallenen Augen jener Menschen noch einmal strahlen zu sehen, zu sehen wie sie den Hunger wenigstens an diesem Tag stillen und die Kälte ein wenig vertreiben konnten. Als er all seine Gaben und auch die wenigen Münzen verteilt hatte, welche er bei sich trug sah er zu denen welche nichts bekommen hatten und Abseits standen. Jene welche zu schwach waren um sich dem Gedränge auszusetzen, wleche befürchten mussten in diesem zertrampelt zu werden auch wenn es eine Chance auf Essen oder eine Decke gab. Sie waren es, nach welchen er eigentlich ausschau hielt. Mit betroffenen Blick fiehl sein Blick auf ein Mädchen was zusammengekrümmt auf den Boden lag. Wimmernd hielt sie sich den Bauch und Aradans Herz zersprang förmlich vor Mitleid für dieses arme Wesen. Er Nahm seinen Umhang ab und wickelte sie behutsam ein und legte sie auf das Pferd. Einige sahen ihn verwundert an, aber die meisten kümmerte es nicht was er mit ihr tat, sie kümmerte nur ihr eigenes Überleben. Sein Blick fuhr weiter herum und nach kurzen Gesprächen und dem versprechen einer warmen Suppe etwas Brot und einem warmen Bett, sammelte er noch 15 weitere Kinder und 10 erwachsene Menschen ein.

Sie alle brachte er in das Waisenhaus und liess Shanna einen großen Topf voll Suppe kochen während die Menschen sich am Kaminfeuer aufwärmten. Das verletzte Mädchen jedoch brachte er in die Schlafräume und legtesie in eines der weichen Betten. Sofort liess er Quentino den Varuna Heiler kommen, welcher sich um die Wunden des Mädchens kümmerte. Aradan kochte etwas Wasser auf und füllte es in einige Wärmflaschen welche er dem Mädchen unter die Bettdecke steckte und fütterte es später am Abend mit ein wenig Suppe und Brot. Dann liess er es in der Obhut Shanna Llasthobars, welche sichtlich geschafft vom vielen ausschenken der Armenspeisung war. Aradan nickte ihr freundlich miteinem sanften Lächeln zu bevor er sich aufmachte seinen Dienst in Varuna wieder aufzunehmen ...

Verfasst: Dienstag 13. Dezember 2005, 17:19
von Alassea
Ihre dunkelblauen Augen huschten über all die Menschen und Kinder
die Aradan da angeschleppt hatte.
Du meine Güte, dachte sie, wo hat er die denn aufgesammelt?
Mit ruhigen Händen und Gesten verteilte sie die fertige
Suppe, es war nur eine einfache Suppe.
Was die Menschen brauchten war etwas mit wenig Fett
was Nahrhaft war, aber den ausgehungerten Magen
nicht überforderte.

Kleine Kinderhaende griffen immer wieder
nach Schuesseln und Brote
Doch nahm Shanna es ihnen nach der ersten Portion weg.
Sie mussten langsam, sehr langsam an Nahrung gewöhnt werden.
Die schwachen Mägen konnten noch nicht soviel
aufnehmen wie sie sollten.

Hin und wieder sah sie eines der Kinder sich auf den Boden hinlegen und einschlafend, dann hob sie so eines hoch
und legte sie in die Betten.
Waschen konnte man jene besser erst am anderen Tag, wenn sie ausgeschlafen waren.

Mit den erwachsenen Sprach Shanna recht lange.
Sie erzählten ihr wie sie in die Viertel gekommen waren.
Einzig ihre ruhigen Augen verrieten wie sie es mitnahm, was jene
ihr berichteten.

Als alle anderen endlich schliefen, mit etwas gefuellten Bäuchen
setzte sie sich zu dem verletzten Mädchen.
Die Augen einer jenen Frau, die fiehl in ihrem
jungen Leben gesehen hatten ud auch die Heilkunst
verstanden huschten über den abgemagerten Körper.
Sanft strich sie durch das verfilzte Haar und blieb wohl
auch die restliche Nacht dort sitzen.

Nur um jenen die wachgeworden waren und etwas Brot wünschten
brachten sie hin und wieder dazu, vom Bett der Verletzten aufzustehen
und kleine Stücke Brote zu verteilen.
Es würde Tage brauchen, bis die kleinen Mägen eine gesunde Portion Essen vertragen würden.

Verfasst: Donnerstag 15. Dezember 2005, 19:33
von Alassea
Von Tag zu Tag ging es den Kindern
besser, sie konnten langsam
Stück um Stück mehr Nahrung aufnehmen.
Dem verletzten Mädchen ging es auch besser
und Shanna atmete langsam auf.

Die Tage hatten die Kinder mit Essen
Schlafen, essen und Schlafen zugebracht.
Einige schauten mit trübem Blick
still vor sich her. Andere weinten viel.
An einige kam Shanna so gar nicht ran
aber sie lächelte dazu nur sanft.

Sie wusste sie musste ihnen Zeit geben.
Manchen konnte sie Geschichten erzählen und
sie beobachtete das selbst die grösseren
sich zu ihr um den Kamin langsam versammelten, wenn
sie anfing zu erzählen. Sie berichtete von Leid, aber auch von
Glück. Manchmal sang sie leise einige Lieder.
Die ganz kleinen kletterten manchesmal auf ihren Schoss.
Dann bekamen ihre dunkelblauen grossen Augen einen leichten
erfreuten Glanz dennoch wagte sie es sich noch nicht
jene Kinder in die Arme zu nehmen.

Gestern war ein Tag den die Kinder genossen.
Sie stellte im Wohnraum einen grossen Bottich mit
warmen Wasser auf und sie konnten einige Zeit alles
um sich herum vergessen. Ausnahmsweise sparte Shanna mal
nicht mit Seife und hin und wieder konnte man fröhliches
jauchzen hören, wenn die kleinen die Seifenblasen beobachteten.
Jedem Kind kämmte sie mit einem feinzinkigen Kamm
sorgsam die Haare aus und die Läuse heraus. Vielen musste sie leider
die Haare kurzschneiden, da war nichts mehr zu retten, dennoch
glänzten die Kinderköpfe samtig. Die erwachsenen von ihnen wuschen sich selber und Shanna zog sich mit den
jüngeren in den Nebenraum solange zurück.

Elias, dem neuen Knecht teilte sie Aufgaben zu, Aufgaben wie das tägliche saubere Wasser besorgen, das Holz fuer den Kamin zu versorgen und das jagen von Tieren. Jedoch achtete sie darauf
das er mit seinen jungen Jahren noch nicht zuviel tat.
Sie kam immer erst spät Nachts dazu einige Stunden zu schlafen und wirkte
oft erschöpft, dennoch sah man das sie sich
freute wenn eines der Kinder ihr ein Lächeln schenkte.

Die Erwachsenen waren fuer jeden Bissen dankbar, manch einer strich ihr kurz über die Hand und sie sah den Dank in den augen.
Oft schuettelte sie sanft den Kopf wenn jemand
Danke sagen wollte. Sie wollte keinen Dank
sie wollte das es allen gut ging. Es tat ihr gut zu sehen
wie von Tag zu Tag sich immer öfter in
manchen Gesichtern ein Lächeln stahl.

Sie ging mit allen behutsam und vorsichtig um.
Noch lange, dass wusste sie im Herzen, würde es dauern
bis die Kinder wirklich aufbluehten und begriffen
das das Leben der strasse vorbei war.

Verfasst: Donnerstag 15. Dezember 2005, 20:01
von Aradan Krenor
Wie all die anderen Abende zuvor besuchte Aradan auch diesesmal das Haus. Es war spät und so manches der jüngeren Kinder ging bereit zu bett um zu schlafen. Die Dame Llasthobar schien ihre Arbeit überraschender Weise sehr gut zu machen, wenngleich sie sehr anstrengend ist. Das konnte man ihr schon nach wenigen Tagen ansehen. Wie immer übernahm Aradan kurz einige ihrer Pflichten sodass Shanna selbst einmal für wenige Minuten ausspannen konnte und zum Essen kam. Er nickte den älteren unter ihnen freundlich zu und hatte das gefundene Mädchen auf dem Schoss. Gerade war er dabei ihnen eine Abenteuergeschichte zu erzählen. Eine mit einem Ritter, einer schönen Prinzessing und einem bösen Drachen. Jene welche er selbst damals von seinem Vater vernommen hatte und welche ihn stets aufs neue fesseln konnten. Wenngleich die Kinder nicht mit selben offenkundigen Begeisterung wie er es damals tat lauschten, so lauschten sie wenigstens und in manchen der Trüben und heimgesuchten Augen sah man für wenige Augenblicke ein gespanntes FUnkeln. Die älteren hatten sich ebenfalls an den Tisch gesetzt und lauschten dem Märchen wohl einfach aus dem Grunde für einen Moment wenigstens die Sorge ihres Alltags vergessen zu können.

Als der Abend sich weiter dem Ende neigte um der Nacht platz zu machen half er Shanna die Kinder ins Bett zu bringen. Es freute sein Herz sie und Elias so fürsorglich mit den Kindern zu erleben und er hoffte wirklich die richtigen Personen für diese Aufgabe gefunden zu haben. Ob sie es wahren konnte nur die Zeit erweisen. Er packte einige Pfeifen auf den Tisch sowie ein Kästchen mit Tabak. Es war ein einfaches aber doch würziges Kraut, welches trotz des günstigen Preises angenehm schmeckte. Eines der Fenster wurde geöffnet und ungläubig griffen eiige von ihnen zur Pfeife und stopften sie teils mit nostalgischen teils mit neugierigem Blicken. Anschliessend wurde geredet. Vieles über das Leben auf der Strasse über die Schicksale der Menschen und jedesmal sah Aradan die Menschen betroffen an. Es traf ihn, was das Schicksal mit einigen von ihnen für ein grausames Spiel trieb und noch laut und deutlich waren die anklagenden Worte Erinnas in seinem Gedächtnis. Wie gern würde er einen jeden von ihnen ein Platz in diesem Haus bieten aber es war einfach nicht möglich ... so konnte er nur ab und an mit Decken und Broten in die Armen Viertel ziehen und sie über den Winter an die Leute verteilen. Nach wenigen besinnlichen Stunden erhob sich der junge Ritter. Er hatte niemanden von der heutigen Weihe erzählt. Gebührend hatte er sie mit seine Liebe Asteve gefeiert und einmal mehr war er dankbar über die vielen Gaben die ihnen zuteil wurden doch dies hier war eine andere Welt. Es musste den geplagten Menschen hier wie blanker Hohn vorkommen und hatte für sie wenn dann überhaupt nur eine negative Bedeutung. So verliess er dann das Haus, in dem Temoras Güte Einzug gehalten hatte und einigen ihr Schicksal etwas erträglicher machte. Er wusste das es gut geschützt war und hoffte inständig das die beiden eben jene Güte weiter zu geben vermochten. In jedem falle würden ab dem heutigen Tage die Wachen ab und an vorbei schauen um sicher zu gehen das alles in Ordnung war denn so hatte er sie angewiesen ...