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Das gemeinsame zu Hause

Verfasst: Donnerstag 5. August 2010, 21:28
von Sara Auenstaett
Und da geschah es. Die Axt lies sie urplötzlich fallen. Sie wich zurück, schrie auf und steckte den Finger in ihren Mund. Spreißel! Ein Stampfen verdeutlichte ihre Wut. Dann betrachtete sie ihren Finger. „aua au.“, kam es dann nörgelnd und sie lies sich auf den toten Ast sinken auf welchen die gerade, man könnte es semiprofessionell nennen, einschlug. Sie zog den Spreisel heraus und verfluchte dieses bescheuerte Holzhacken. Dann wickelte sie ein Tuch um den Griff der Axt. „Und dieser Nazhyr, ist sich natürlich zu Schade für das Holzhacken!“, schimpfte sie los als sie sich wieder daran machte den Ast zu zerkleinern. Immer wieder kamen Zweifel in ihr auf, ob sie sich wirklich ein eigenes Haus leisten sollte. So viel Gold hatte sie noch nicht um es einfach mal so am Rande zu machen.. Also hatte sie sich dafür entschieden das benötigte Holz selbst zu hacken. Und jeden Abend den sie in der Herberge Bajards in ihr Bett sank, verfluchte sie sich dafür. Es war so anstrengend und ihre feinen Hände waren so eine Arbeit nicht gewöhnt.

Sie hätte es nicht gedacht, all das Holz hatte sie nun zusammen. Nun ging es an das Steine sammeln. Wieder konnte sie sich nicht an Nazhyr damit wenden. Er hatte mit seiner Rabendienergeschichte im Moment wohl besseres zu tun. So ging sie kurzerhand mit ihrem Freund Keldaron in die Lameriast Mine um Steine zu schlagen. Doch nach ein paar Stunden wurde ihnen bewusst: Sie müssten für die benötigte Menge an Steinen, Monate lang Steine klopfen. Also griff sie doch auf ihr Budget zurück und erstand sich das Gestein in Menek‘Ur. Eine junge Menekanerin, Jumanah hieß sie. War sogar so freundlich ihr ein Packpferd mit zu geben um die Steine transportieren zu können. Niemals hätte sie mit einer solch, ja schon fast freundschaftlichen Geste gerechnet - nach gerade einer halben Stunde.

Dann war es soweit. Sara weinte den knapp 200 Kronen nach, welche sie für das Haus bezahlen musste. Doch die Bauarbeiten gingen gut voran und sie sparte sich zumindest etwas bei dem Holz. Und als der Tag soweit war und sie den Schlüssel in ihren Händen hielt, stand sie alleine vor dem Haus. Sie öffnete das erstmal die Haustüre und trat ein. Der Raum war groß und es wirkte etwas bedrückend auf sie. Denn den ersten Schritt in das gemeinsame Haus musste sie alleine machen.
Sara ließ sich in der Mitte des Erdgeschosses auf den Boden sinken und starrte gen Decke. Sie genoss die Zeit mit Nazhyr, doch jedesmal wenn sie sah wie er mit seiner grauen Robe in Schwierigkeiten kam, setzte ihr Herz kurzzeitig aus. Es war kompliziert. Durfte doch niemand wissen welche Bindung die Beiden zueinander hatten, immerhin konnte sie sich gerade so gut verteidigen wie ein kleines Kind.

Sie wischte die Gedanken beiseite und schloss ihre Augen. Ihr gemeinsames Haus!

Verfasst: Freitag 6. August 2010, 16:49
von Nazhyr Narganoth
Es war bereits Nacht eine ganze Weile war schon wieder vergangen seit er Sara gesehn hatte. Ein leichter Nebel bedeckte den feuchten Boden um ihn herum als er vom Waldrand auf den kleinen schlammigen Weg der nach Bajard führte blickte. Aus dem Wald hinter ihm schallte der Ruf einer Eule ihm nach als er schnellen Schrittes dem Weg richtung Kloster folgte. Die Luft war schon wieder deutlich kühler und feucht geworden, so dass sich ein feuchter Film auf sein Gesicht legte. Sein Blick fiel auf das Kloster, das zu seiner linken lag und kurz beschlich ihn ein unangenehmes Gefühl. Schnell huschte sein Blick einmal prüfend über die Wachen auf den Klostermauern. Mit großen Schritten eilte er weiter den Weg hinnauf.

Aus einiger Entfernung nahm er bereits die Schemen des Hauses war. Seine Schritte wurden langsamer und kurz, drängten die Bilder wieder in seinen Kopf. Die leeren Augenhölen des Tiefländers starrten ihn an. Dann lies er den Kopf los und Kelzon drehte sich um und schritt mit den Augen des Kriegers auf die dritte Gestalt an dem Altar zu. ... Er schüttelte kurz seinen Kopf und verdrängte diese Bilder. Er sah sich nocheinmal sorgfältig um, man konnte nie sicher genug gehen und um keinen Preis würde Er zulassen das Sara etwas geschieht. Erst vor ein paar Tagen hatte ein giftiger Pfeil seine Schulter durchbohrt und seine Hetzer hatten sich nicht einmal zu erkennen gegeben.

Seine Augen leuchteten auf und sein Blick hob sich und er konnte auf dem Balkon zwei Gestalten erkennen. Die eine war zweifelos Sara. Aber wer war die andere Person? Misstrauisch kniff er kurz die Augen zusammen und beobachtete die beiden einen Augenblick. Dann seufzte er, vielleicht war er auch zu vorsichtig? Manchmal fragte er sich das selber. Dann schritt er auf die Tür zu und klopfte. Nach einer Weile konnte man leise gedämpfte Schritte vernehmen. Das war Sara er hörte es an ihrem Gang und so wie die Schritte sich anhörten trug sie offensichtlich keine Schuhe. Dann öffnete sich auch schon die Tür und sie lächelte ihn herzlich an und breitete die Arme aus. Mit einem knappen blick über die Schulter in das Dunkel hinter ihm trat er ein. Er umarmte sie kurz und schaute sich staunend in dem Raum um. Dieses Haus war wirklich fantastisch, kaum zu glauben das diese kleine zierliche Frau so schnell ein solches Bauwerk sich leisten konnte.

Und er wusste das sie selbst einige der Rohstoffe besorgt hatte. Sie hatte ihm nichtmal etwas davon gesagt. Doch im Wald hatte er sie gesehn und oft dabei beobachtet wie sie Holz schlug und sich mühte. "Komm doch mit hoch ich habe Besuch!" -sprach sie mit süßer Stimme und diese Worte lösten ihn aus seiner Bewunderung für das Haus ein wenig. Er folgte Sara die schon freudig die Stufen vor ihm heraufeilte. Mit einem lächeln beschleunigte auch er seinen Schritt. Diese Treppe hatte deutlich ihre Vorzüge zumindest in den Momenten, in denen eine junge Frau wie Sara vor einem die Stufen hocheilten. Nicht lange dauerte es dann waren sie im Obergeschoss angekommen und mit einem neckischen lächeln verschwand Sara hinter dem Vorhang der den Raum zu dem Balkon des Hauses abgrenzete. Die Luft hier oben war wieder ganz anders immernoch deutlich kühler jedoch nicht so feucht, ein leichter Windzug bewegte die Vorhänge vor ihm. Er nahm einen tiefen Atmenzug der frischen Lust und trat auf den Balkon zu.

Sein Blick fiel sofort aud den Mann der da saß und die Anspannung in ihm wuchs für einen kurzen Augenblick, doch ebte recht schnell ab als er sah das es Keldaron war. In diesem Moment reichte Sara ihm auch schon ein Kissen. Die Stimmung erschien ihm etwas seltsam und Keldaron war sehr ruhig, er wusste nicht ob es an ihm lag das er sich in Zurückhaltung übte oder daran das sie nun dritt hier saßen. Nach einem eher sporadischen Gesprächsbrocken, verabschiedete Keldaron sich und Sara begleitete ihren Besuch zur Tür. Er setzte sich auf und trat an die Brüstung des Balkon. Vor ihm breitete sich der Sternenhimmel in einem wunderschönen Konrtrast aus. Suchend betrachtete er die Sterne und suchte nach ein paar der Sternenbilder die er kannte.

War er ein Mensch geworden? Irgendwie erschien alles noch ein wenig künstlich, als wäre es noch nicht so ganz greifbar. Er musste an Simoen und Anveena denken, die ihm gezeigt hatten das Hass und Ablehnung nicht der einzige Weg waren. Doch zu was würde das alles führen? War Anveena seit dem Tod von Linnet nicht nur noch ein Schatten der Frau die er kennengelernt hatte. Und Simoen die ihren Zorn auf ihn gerichtet
hatte, war sie nicht blind geworden sich durch ihre Gefühle leiten zu lassen ? Das durfte ihm nicht passieren, mit seinem Leben würde er schützen was Sara hier nichtzuletzt auch für ihn aufgebaut hatte


Dann spührte er die sanfte Berührung ihrer Hand, die ihn behutsam wieder von seinen Gedanken und Sorgen befreite. "Ist Alles in Ordnung?" - fragte sie mit ruhiger Stimme. Nachdem ein paar Sekunden der Stille verstrichen waren drehte er sich um und schloss sie in dem Arm, während sie ihm einen Kuss zuhauchte. Der Mond tauchte das Haus und die Beiden in ein sachtes Licht und ein leichter Windhauch umspielte die Beiden. Es war geschafft ein Stein auf dem anderem und wenn die Wände noch kahl waren und Räume noch leer so waren sie zumindest vereint, gemeinsam an einem Ort der ihre Heimat werden sollte.