Zurück in die Wüste
Verfasst: Mittwoch 7. Dezember 2005, 19:55
(OOC Anmerkung: Wie bei so ziemlich jeder Geschichten kann und darf gerne wer will etwas hinzuschreiben, ohne mich erst fragen zu müssen ... ansonsten viel Spaß beim lesen)
Eine solch klare Nacht wie heute hatte man schon lange nicht mehr gesehen. Sternenklar und kühl wiegte die Luft von Gerimor auf und das kleine Fischerdorf Nerjelm lag ruhig am stillen Wasser. Alles hätte so friedlich sein können, alles hätte so sein können wie es fast jede Nacht wäre, aber diese Nacht war anders. In dieser Nacht wurde das kleine Dorf beobachtet, von mehreren Augenpaaren anvisiert und studiert. Vier Gestalten, gehüllt in dunklen Stoff, das Gesicht vermummt und nur die Augen ersichtlich. Drei Männer, groß, schlank und bereits älter und zwischen den dreien eine kleinere Gestalt, zierlich, fast dürr. Sie war jung, eindeutig, vielleicht gerade einmal zehn oder elf Jahre alt und sie wirkte unter den Älteren deplatziert, aber ihre Anwesenheit hatte Absicht. Kari Falah, eine junge Menekanerin. Wenn man sie ohne die Vermummung hätte betrachten können, wenn man die dürre und ausgemergelte Gestalt hätte sehen können, dann hätte man sie wohl schwerlich als Menekanerin ausgemacht. Ihre Haut war blasser und ihr Haar war ebenfalls heller als das vieler Menekaner. Aber dies alles hatte Sinn … hatte seine Gründe.
Die Männer neben ihr, diese großen Gestalten, sie waren allesamt keine Menekaner. Nein es waren normale Menschen von Gerimor, ihre „Herren“. Sie hasste diesen Ausdruck, sie konnte ihn nicht ausstehen und immer wenn sie diese Kerle als „Herren“ betitelte, zog sich ihr Magen zusammen. Ihr Platz war eigentlich nicht bei diesen Fremden, er war in Menekur, doch das war er bereits seit Jahren … und seit ein paar Jahren war ihr diese Heimat geraubt worden. Sie hatte zuviel gewagt, zuviel auf das Spiel gesetzt und war zu mutig gewesen, die Strafe für all das war dies hier. Sie war Gefangene, Sklavin und Diebin zugleich. Diese Menschen, Piraten und Söldner, hatten sie damals erwischt und nicht getötet. Sie hatten erkannt dass man mit dem jungen Mädchen etwas anfangen konnte und sie für ihre Zwecke nutzen konnten. Ihre Familie dachte sie wäre tot, dass sie umgekommen wäre. Jedes mal wenn sie an ihre Mutter dachte, an ihren Vater oder an ihre liebste Cousine Asiya, schmerzte ihr Herz. Wie gerne wäre sie bei ihnen allen gewesen, doch das ging nicht, das würde vielleicht niemals wieder gehen, denn sie würde vielleicht bis in alle Ewigkeiten Gefangene dieser Bastarde sein.
Sie hatte in der Zeit bei den Söldnern gelitten. Sie wurde zwar nicht misshandelt, doch gerade in den ersten Wochen und Monaten hatte ihr junger Körper unter den fremden Temperaturen Gerimors gelitten, ihre haut war blasser geworden und mittlerweile war sie nicht mehr dunkel sondern nur noch samtig, es war fast schon erstaunlich, was eine so unterschiedliche Temperatur alles bewirken konnte. Sie bekam nicht viel zu Essen, ihr Körper wurde dürrer und durch das stetige Training wurde er immer ausgemergelter. Man lernte sie die Diebeskunst, man brachte ihr bei zu stehlen und in Häuser einzubrechen, sie war jung und klein, das machte man sich zu Nutze.
Sie wurde aus ihren Gedanken hochgerissen, als sie eine Hand an der Schulter anfasste. Sie blickte zurück auf einen der Vermummten, welcher zu den Häusern des Dorfes hinabnickte. Sie erwiderte das Nicken und drückte sich fest an den kalten Boden. Sie hatte sich mittlerweile an die kälteren Temperaturen gewohnt und pirschte nun in Richtung der Siedlung. Der heutige Einbruch war bereits seit einiger Zeit geplant und heute sollte er durchgeführt werden. Kari pirschte sich immer näher an das Haus heran, eigentlich war jegliche Vorsicht für die Katz, denn hier rechnete niemand mit einem Einbruch, dies war nur ein einfaches Fischerdorf wie es derer viele gab und hier besaß eigentlich niemand etwas wertvolles, doch dieser Einbruch war auch etwas … Besonderes. Ohne große weitere Probleme erreichte sie die Haustüre und betrachtete das Schloss von eben jener. Es war nicht besonders gesichert oder dergleichen und so zückte Kari stumm einen ihrer Dietriche und setzte ihn an das Schloss an. Sie hatte noch nicht lange mit dem Umgang der Dietriche geübt, aber sie wusste wie man einfache Schlösser knackte und dieses hier war ein solches. Mehrmals drehte sie den Dietrich prüfend herum, blinzelte und kniff die Augen zusammen. Es erforderte viel ihrer Konzentration und ihr Atem ging immer rascher, je länger sie brauchte um das Schloss zu knacken, doch dann gab es endlich nach.
Der Einstieg in die Räumlichkeiten ihres Opfers geschah lautlos und in der Dunkelheit konnte sie das leise Schnarchen des Hausbesitzers hören. Sie schlich fast schon auf Zehenspitzen durch den Raum und bereits nach kurzer Zeit erblickte sie das Objekt ihrer Begierde, genau dort wo man es ihr beschrieben hatte. Es war eine einfache Kette, eine Kette die so schlicht war, dass sie kaum auffiel aber sie hatte angeblich einen sehr hohen Wert für ihren Besitzer und ihre Herren wollten dieses Kleinod. Sie schlich heran, das Schmuckstück war zum Greifen nah und dann umschlossen ihre dünnen Finger endlich die Kette. Sie war weder verschlossen noch sonst etwas, sie lag einfach auf einem kleinen Schrank und es war alles so einfach, fast zu einfach. Sie nahm die Kette dicht an sich und drehte sich der Tür zu, als plötzlich das Schnarchen für einige Sekunden verstummte. Kari erstarrte, ihr Körper verkrampfte sich und sie bewegte sich keinen Schritt weiter. Doch dann nahm es wieder einen vertrauten Rhythmus an und Kari begann sich zu beeilen. Endlich hatte sie die Türe erreicht und dann rannte sie los, rannte so schnell es ihre Beine zuließen, ehe sie die Männer wieder erreicht hatte, welche sie mit einem zufriedenen Nicken begrüßten. Es war wieder ein erfolgreicher Tag … und nicht der Letzte.
Es war nun fast acht Jahre später und Kari blinzelte in Richtung der untergehenden Sonne Menek’urs. Sie stand auf dem Dach ihres Hauses, welches sie zusammen mit ihrer Gefährtin Yashira bezogen hatte. Yashira schlief unten und Kari war wach geworden. In letzter Zeit dachte sie oft über früher nach, über jene Jahre bei den „Wilden“. Jene Zeit, in der sie die Diebeskunst erlernt hatte, die sie teilweise noch heute praktizierte und ausübte, jedoch zum Wohle ihres Volkes. Sie lächelte matt. Ja, sie war wieder frei geworden, sie war wieder bei ihren Volk und hatte endlich Glück gefunden und doch, jene Zeit früher hatte sie geprägt, das konnte sie nicht verleugnen. Sie atmete tief ein und sah wieder in Richtung Horizont. Sie war seit zwei Jahren endlich wieder eine freie Menekanerin und nun begann die zeit, in der sie genoss und in der sie lebte.
Und doch, es würde sicherlich nicht die letzte Erinnerung gewesen sein, dem war sie sich sicher. Und mit diesen Gedanken wandte sie sich ab um zu Yashira zu gehen, sie brauchte etwas Schlaf…
Eine solch klare Nacht wie heute hatte man schon lange nicht mehr gesehen. Sternenklar und kühl wiegte die Luft von Gerimor auf und das kleine Fischerdorf Nerjelm lag ruhig am stillen Wasser. Alles hätte so friedlich sein können, alles hätte so sein können wie es fast jede Nacht wäre, aber diese Nacht war anders. In dieser Nacht wurde das kleine Dorf beobachtet, von mehreren Augenpaaren anvisiert und studiert. Vier Gestalten, gehüllt in dunklen Stoff, das Gesicht vermummt und nur die Augen ersichtlich. Drei Männer, groß, schlank und bereits älter und zwischen den dreien eine kleinere Gestalt, zierlich, fast dürr. Sie war jung, eindeutig, vielleicht gerade einmal zehn oder elf Jahre alt und sie wirkte unter den Älteren deplatziert, aber ihre Anwesenheit hatte Absicht. Kari Falah, eine junge Menekanerin. Wenn man sie ohne die Vermummung hätte betrachten können, wenn man die dürre und ausgemergelte Gestalt hätte sehen können, dann hätte man sie wohl schwerlich als Menekanerin ausgemacht. Ihre Haut war blasser und ihr Haar war ebenfalls heller als das vieler Menekaner. Aber dies alles hatte Sinn … hatte seine Gründe.
Die Männer neben ihr, diese großen Gestalten, sie waren allesamt keine Menekaner. Nein es waren normale Menschen von Gerimor, ihre „Herren“. Sie hasste diesen Ausdruck, sie konnte ihn nicht ausstehen und immer wenn sie diese Kerle als „Herren“ betitelte, zog sich ihr Magen zusammen. Ihr Platz war eigentlich nicht bei diesen Fremden, er war in Menekur, doch das war er bereits seit Jahren … und seit ein paar Jahren war ihr diese Heimat geraubt worden. Sie hatte zuviel gewagt, zuviel auf das Spiel gesetzt und war zu mutig gewesen, die Strafe für all das war dies hier. Sie war Gefangene, Sklavin und Diebin zugleich. Diese Menschen, Piraten und Söldner, hatten sie damals erwischt und nicht getötet. Sie hatten erkannt dass man mit dem jungen Mädchen etwas anfangen konnte und sie für ihre Zwecke nutzen konnten. Ihre Familie dachte sie wäre tot, dass sie umgekommen wäre. Jedes mal wenn sie an ihre Mutter dachte, an ihren Vater oder an ihre liebste Cousine Asiya, schmerzte ihr Herz. Wie gerne wäre sie bei ihnen allen gewesen, doch das ging nicht, das würde vielleicht niemals wieder gehen, denn sie würde vielleicht bis in alle Ewigkeiten Gefangene dieser Bastarde sein.
Sie hatte in der Zeit bei den Söldnern gelitten. Sie wurde zwar nicht misshandelt, doch gerade in den ersten Wochen und Monaten hatte ihr junger Körper unter den fremden Temperaturen Gerimors gelitten, ihre haut war blasser geworden und mittlerweile war sie nicht mehr dunkel sondern nur noch samtig, es war fast schon erstaunlich, was eine so unterschiedliche Temperatur alles bewirken konnte. Sie bekam nicht viel zu Essen, ihr Körper wurde dürrer und durch das stetige Training wurde er immer ausgemergelter. Man lernte sie die Diebeskunst, man brachte ihr bei zu stehlen und in Häuser einzubrechen, sie war jung und klein, das machte man sich zu Nutze.
Sie wurde aus ihren Gedanken hochgerissen, als sie eine Hand an der Schulter anfasste. Sie blickte zurück auf einen der Vermummten, welcher zu den Häusern des Dorfes hinabnickte. Sie erwiderte das Nicken und drückte sich fest an den kalten Boden. Sie hatte sich mittlerweile an die kälteren Temperaturen gewohnt und pirschte nun in Richtung der Siedlung. Der heutige Einbruch war bereits seit einiger Zeit geplant und heute sollte er durchgeführt werden. Kari pirschte sich immer näher an das Haus heran, eigentlich war jegliche Vorsicht für die Katz, denn hier rechnete niemand mit einem Einbruch, dies war nur ein einfaches Fischerdorf wie es derer viele gab und hier besaß eigentlich niemand etwas wertvolles, doch dieser Einbruch war auch etwas … Besonderes. Ohne große weitere Probleme erreichte sie die Haustüre und betrachtete das Schloss von eben jener. Es war nicht besonders gesichert oder dergleichen und so zückte Kari stumm einen ihrer Dietriche und setzte ihn an das Schloss an. Sie hatte noch nicht lange mit dem Umgang der Dietriche geübt, aber sie wusste wie man einfache Schlösser knackte und dieses hier war ein solches. Mehrmals drehte sie den Dietrich prüfend herum, blinzelte und kniff die Augen zusammen. Es erforderte viel ihrer Konzentration und ihr Atem ging immer rascher, je länger sie brauchte um das Schloss zu knacken, doch dann gab es endlich nach.
Der Einstieg in die Räumlichkeiten ihres Opfers geschah lautlos und in der Dunkelheit konnte sie das leise Schnarchen des Hausbesitzers hören. Sie schlich fast schon auf Zehenspitzen durch den Raum und bereits nach kurzer Zeit erblickte sie das Objekt ihrer Begierde, genau dort wo man es ihr beschrieben hatte. Es war eine einfache Kette, eine Kette die so schlicht war, dass sie kaum auffiel aber sie hatte angeblich einen sehr hohen Wert für ihren Besitzer und ihre Herren wollten dieses Kleinod. Sie schlich heran, das Schmuckstück war zum Greifen nah und dann umschlossen ihre dünnen Finger endlich die Kette. Sie war weder verschlossen noch sonst etwas, sie lag einfach auf einem kleinen Schrank und es war alles so einfach, fast zu einfach. Sie nahm die Kette dicht an sich und drehte sich der Tür zu, als plötzlich das Schnarchen für einige Sekunden verstummte. Kari erstarrte, ihr Körper verkrampfte sich und sie bewegte sich keinen Schritt weiter. Doch dann nahm es wieder einen vertrauten Rhythmus an und Kari begann sich zu beeilen. Endlich hatte sie die Türe erreicht und dann rannte sie los, rannte so schnell es ihre Beine zuließen, ehe sie die Männer wieder erreicht hatte, welche sie mit einem zufriedenen Nicken begrüßten. Es war wieder ein erfolgreicher Tag … und nicht der Letzte.
Es war nun fast acht Jahre später und Kari blinzelte in Richtung der untergehenden Sonne Menek’urs. Sie stand auf dem Dach ihres Hauses, welches sie zusammen mit ihrer Gefährtin Yashira bezogen hatte. Yashira schlief unten und Kari war wach geworden. In letzter Zeit dachte sie oft über früher nach, über jene Jahre bei den „Wilden“. Jene Zeit, in der sie die Diebeskunst erlernt hatte, die sie teilweise noch heute praktizierte und ausübte, jedoch zum Wohle ihres Volkes. Sie lächelte matt. Ja, sie war wieder frei geworden, sie war wieder bei ihren Volk und hatte endlich Glück gefunden und doch, jene Zeit früher hatte sie geprägt, das konnte sie nicht verleugnen. Sie atmete tief ein und sah wieder in Richtung Horizont. Sie war seit zwei Jahren endlich wieder eine freie Menekanerin und nun begann die zeit, in der sie genoss und in der sie lebte.
Und doch, es würde sicherlich nicht die letzte Erinnerung gewesen sein, dem war sie sich sicher. Und mit diesen Gedanken wandte sie sich ab um zu Yashira zu gehen, sie brauchte etwas Schlaf…