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Die Rückkehr

Verfasst: Dienstag 29. Juni 2010, 22:16
von Aldred Ravenor
Der Fremde schritt federnd den Weg entlang und sah nach links genauso oft wie nach rechts. Weder hatte er es eilig, noch bummelte er. Sein Tempo erlaubte es ihm vielmehr, ein gutes Stück Weg zu schaffen, als auch die Landschaft, die um ihn herumfloss, ausgiebig zu betrachten. Der nicht mehr ganz junge Mann schien die Wälder und Wiesen, die Auen und Täler vielmehr wie die frische Luft in sich aufzusaugen und nur widerwillig wieder in die Arme Eluives zu entlassen. Das Vogelgezwitscher, das Summen der Hummeln, die träge in der Sommersonne von einer Blüte zur anderen schwebten, die sich im Atem des Windes wiegenden Gräser, all das kam ihm so vertraut und doch so fremd vor.

Lange war er fort gewesen. Jahre waren es geworden. Viel Licht hatte es in seinem Leben gegeben, bevor der Schatten gekommen war. Liebe und Leid verbanden ihn mit Lameriast, Schmerz und Freude mit Bajard. Manche Erinnerungen hatte er verarbeitet, andere verdrängt, wieder andere wie seinen Augapfel gehütet und tief in seinem Herzen eingeschlossen. Durch die Welt ist er gezogen, hat sich hier und da niedergelassen. Lange geblieben ist er nie. Getrieben wurde er von einer Sehnsucht, die ihm durch Mark und Bein ging. Von einem Verlangen, das ihn regelmäßig zu überwältigen schien, ohne das er wusste, was er eigentlich suchte. Was er brauchte. Was ihm zum Glück..... was ihm zum Leben fehlte.

Die Zeit hat den Schmerz der Erinnerungen betäubt und gering werden lassen. So gering, dass seine Schritte ihn fast unbewusst in Richtung seiner Heimat geführt haben. Das Land mit dem er sich verbunden fühlt. Das Land in dem er sein Herz zurückgelassen hat, um es nun wieder an sich zu nehmen. Um ein neues Leben zu beginnen. Ist es das, was ihn umgetrieben hat? Er rätselt und weiß es nicht.
Zaghaft knüpft er Fäden, nimmt lose Enden wieder auf und horcht hoffnungsvoll in sich hinein, auf eine Stimme, die ihm sagt, dass er angekommen sei.

Wie Aldred die Magie gestohlen wurde...

Verfasst: Montag 5. Juli 2010, 22:25
von Aldred Ravenor
Aldred Ravenor war geflohen vor der Vergangenheit und der Gegenwart. Letztere hatte er nie ganz abschütteln können, sie folgte ihm auf dem Fuss, ließ ihn niemals los. Der Magier war auf Reisen gegangen, hatte gelernt, gelitten, gedient und genossen. Er war mehr als einmal am Rande des Wahnsinns gewandelt und von einem solchen Mal will ich berichten.

Weit trugen ihn Schiffe, Pferderücken und seine Füße. Wagenräder und Schildkrötenpanzer. Schultern und einmal sogar ein Katapult. Ihr mögt schmunzeln, doch selbst ein Pegasus hob ihn eines Tages hoch in die Lüfte und setzte ihn – zugegeben auf eigenen Wunsch – auf einer gar nicht großen Insel inmitten eines Sees ab. Das Wasser des Sees schimmerte purpurn und die Wellen, die ans Ufer schwappten trugen alle Farben des Regenbogens in sich. Im Wind lag ein Flüstern, sanft und bestimmend zugleich. Es sprach von Wünschen und Träumen, die man erst noch entdecken musste, bevor sie Wahrheit werden könnten.
Der drahtige Mann war diversen Hinweisen nachgegangen, um diese Insel zu finden. Er hatte Bücher studiert in Bibliotheken von Städten, deren Namen auf Gerimor längst in Legenden verblasst waren. Ich könnte die Städte in all ihrer Pracht und Einfachheit beschreiben, doch würde das die Geschichte wahrlich sprengen. Denn schließlich ist dies die Geschichte davon, wie Aldred Ravenor der Erzmagier, Arco Veneficus und Gründer der Academia Arcana, Schüler des Lutenian Anius in den ehrwürdigen Hallen von Tirell, der Mann, dessen Leben seit über zwanzig Wintern von Magie durchdrungen war, sich die Magie selber stehlen ließ.

Auf die Insel war er gekommen auf der Suche nach Wissen, auf der Suche nach dem Zugang zum Feenreich. Mit jeder Faser seines Körpers spürte er die magische Präsenz, eine Aura auf diesem Eiland. Von Ost nach West und Nord nach Süd untersuchte er mit all seinen Sinnen die grünenden Bäume, die blühenden Sonnenblumen und Ölblatten. Das Blaugras, das sich seidig unter seinen Händen beugte. Tief griff er in den fruchtbaren Mutterboden, roch daran und schmeckte das erdige Aroma. Seine Suche nach den Feen war an einem Ende angekommen, doch nicht an dem von ihm erhofften. Der Magier spannte Netze und versuchte so, die Feen zu fangen, die er mit seinem Gespür für das Übernatürliche wahrnehmen konnte. Erst so glücklich darüber, sein Ziel erreicht zu haben, verzweifelte er mit der Zeit, als seine Versuche fehlschlugen und ihm nach und nach die Ideen auszugehen drohten. Magische Sprüche sagte er auf, magische Fallen legte er aus, Invokationen und Beschwörungen probierte er. Alchemistische Prozesse nutzte er, Schlingen und letztendlich sogar Speerfallen bastelte er aus lauter Verzweiflung. Aldred schlief im Freien, Geäst und Laub sammelte sich in seinem Haar. Jeden Gott, den er kannte, rief er um Hilfe an. Fixiert auf sein Ziel, begann er, der Wirklichkeit Schritt für Schritt zu entgleiten. Sein stets sauber gestutzter Bart wucherte und wurde von Spinnenweben durchzogen. Seine Kleider beherbergten einen ganzen Flohzirkus, doch der arme Mann nahm keine Notiz davon. Wir wollen gar nicht darauf eingehen, warum ihm die Suche nach den Feen so wichtig war, dass dieser vernunftbegabte und logische Mensch sich derart gehen ließ und tatsächlich dem Wahnsinn nahe kam. Vielleicht brauchte er nur Ablenkung von dem Schmerz, der ihn in der Realität stets begleitete.
Der geneigte Leser mag jetzt folgern, dass sicher sein Zustand nahe des Irrsinns ihn in die Welt der Feen trug. Die Feen selber würden behaupten, dass sie selbst entscheiden, wann und von wem sie gefunden werden wollen.

Als Aldred die fast zärtlichen magischen Berührungen der lieblichen Wesen spürte, schob er den Schleier der Umnachtung mit aller Anstrengung beiseite. Mit offenem Mund und voller Staunen blickte er um sich und musste die Augen schließen, so grell schienen ihm die Sterne am Himmel. Es dauerte eine Weile bis ihm einfiel, dass Sterne nicht tanzten. Bis er eine leise Melodie vernahm, wie er sie süßer nie gehört hatte.
„Aldred... Aldred.... Aldred..“, klang es aus allen Richtungen und verklärt drehte er sich im Kreis und bewunderte, was er sah, was sich mit Worten nicht im Ansatz beschreiben lässt. Seligkeit umfing ihn. Aldred fuhr langsam mit den Händen durch die Luft und versuchte, eines der Wesen zu berühren, die ihn umringten, glockenhell lachten und deren Kichern wie das Zwitschern von Vögeln in seinen Ohren klang.
„Feen“, murmelte er zu sich selbst. „Feen!“, lauter sprach er und hängte schließlich einen Satz hintenan: „...woher kommt Ihr? Wie vermehrt Ihr Euch? Wie ernährt Ihr Euch? Was seid Ihr?!“ Und als er diese Worte so sprach, wurde ihm bewusst, dass er sich nicht nur wie der übliche wissenschaftliche Narr aufführte, sondern zugleich äußerst ungehobeltes Verhalten an den Tag legte.
„Was willst Du von uns?“ klang es in seinem Kopf. „Woher kommst Du? Erzähl uns von Dir, Aldred.“ Hunderte Fragen hagelten auf ihn ein, dass er dachte, sein Kopf würde bersten. Er hielt sich die Ohren zu, doch half es nichts. Waren die Stimmen der Feen auch zuckersüß, so wirbelten sie seine Gedanken zusehends durcheinander und drangen tief in seinen Verstand ein, so dass es schmerzte. „Aufhören!“ rief er der Erschöpfung nahe und siehe da. Sie verstummten. Tief atmete der Magier ein und ordnete seine Gedanken, bis er als leises Wispern wieder ihre Stimmen vernahm. Wie erst eine, dann die zweite, dann das dritte Dutzend ihn wieder mit Fragen bestürmte. „Halt, halt, halt!“ Er hob die Hände und versuchte so, den Sturm an Fragen zu kontrollieren. Als das Wispern erneut begann, ging ihm plötzlich auf, dass er nur durch seine Stimme die Feen zum Schweigen bringen konnte. Und so erzählte er.

Von seiner Kindheit, seiner Jugend. Von seiner ersten Liebe, von Tirell und seinen Lehrern, vom Krieg Varunas gegen Rahal. Von Bajard und Erinya, von Lameriast und Aydeen. So redete er stundenlang ohne Pause. Als er keine Worte mehr fand, hielt er inne und lauschte. Sehen konnte er die Feen inzwischen als Wesen, wie er über sie in Büchern gelesen hatte. Durchscheinende Haut, hauchdünne Flügelchen, mehr Licht als irgendetwas anderes. Er spürte die starke Magie. Kaum fasste er die ersten Eindrücke in Gedanken, kam das Wispern von hunderten Stimmen wieder zurück und schwoll an.
Aldred heulte verzweifelt auf und schlug die Hände über dem Kopf zusammen. Fingernägel wie Krallen bohrten sich in seine Kopfhaut und er merkte, dass es seine eigenen waren. Hilflos räusperte er sich mehrfach und fing mit zittriger Stimme an von der Magie zu erzählen. Seiner Magie. Er offenbarte sein Wissen, war ihm doch sonst nichts zu erzählen geblieben. Er erzählte von seiner Studienzeit, der Zeit des Lehrens, seinen Forschungen und dem Ergründen von Geheimnissen, die nur die wenigsten je ergründet hatten. Er sprach von den Bibliotheken und vollendete im Beisein der Feen einige unglaubliche Theorien, spann fantastische Ideen, die Magier auf der ganzen Welt zum Staunen gebracht hätten. Hätten sie jemals die Welt der Feen verlassen können.
Der Erzmagier erzählte und sprach, bis seine Kehle wie ein Reibeisen so rau und bis seine Zunge ein Fellknäuel zwischen seinen Zähnen war. Bis sein Hals dermaßen schmerzte, dass er jeden Moment erwartet hätte, Blut zu spucken. Hätte er noch klar denken können. Er redete und redete bis er sich leer und ausgelaugt fühlte. Wie ein Schwamm in der Wüste. Bis seine Kraft ihn verließ und seine Stimme versagte. Bis er noch ein- zweimal krächzte und dann still blieb. Es dauerte einen Moment, doch auch diesmal kam das Wispern der Feen. Es schwoll an, rauschte heran und schwappte über ihn hinweg, schlug über ihm zusammen und trieb ihn in die dankbare Ohnmacht der Erlösung.


Aldred erwachte von dem Kitzeln der Sonne auf seiner Haut. Er schrak hoch und sein Puls machte einen gewaltigen Satz, panisch zuckten seine Augen von links nach rechts, als er ein Wispern hörte. Doch es war nur das Rauschen des Windes in den Blättern der Stauden und Bäume. Die Welt der Feen hatte ihn ausgespuckt. Hatte ihn tatsächlich leer und ausgelutscht zurückgelassen. Nichts hatte er erfahren und dafür einen hohen Preis bezahlt. Er erinnerte sich, dass er ohne Unterlass erzählt hatte. Von seinem Leben. Von allem, was ihn ausmachte. Nur erinnerte er sich nicht, was er erzählt hatte. Seine Erinnerungen waren in der Feenwelt geblieben. Seine Vergangenheit, sein Wissen, seine Macht, seine.... Magie.

Der Mann schrie seine Wut und seine Enttäuschung heraus. Dann stand er auf und machte sich auf, sein Wissen zurück zu gewinnen.

Verfasst: Donnerstag 26. August 2010, 20:50
von Aldred Ravenor
Zaghaft knüpft er Fäden, nimmt lose Enden wieder auf und horcht hoffnungsvoll in sich hinein, auf eine Stimme, die ihm sagt, dass er angekommen sei.

Das Schicksal spinnt eines jeden Mannes Fäden und so fanden sich die losen Enden zusammen zu einem unvollständigen Gewebe. Die ersten Wochen waren ins Land gegangen, erste feine Verbindungen waren entstanden.
Einer dieser losen Fäden war seine Magie. Viel davon hatte er eingebüßt auf der Suche nach Wissen, durch Unvorsichtigkeit und Übermut. Zwanzig Jahre lang war er ein Magier gewesen, hatte gelernt, studiert, geforscht und gelehrt. Hatte die Magie kennen und schätzen gelernt, hatte sie ergründet und gemeistert.

Aldred spielte mit dem Gedanken, sein verloren gegangenes Wissen am Konzil des Phönix zurück zu erlangen. Er war neugierig auf die Art und Weise, wie dort gelehrt und gelernt wurde. Er hoffte auf neue Erkenntnisse und die Möglichkeit, neue Wege der Magie zu entdecken. Alindra Feruin, Praeceptor Apex des Konzils, war ihm mehr als nur ein Begriff. Sie hatte ihrem Namen ein 'de' hinzugefügt und leitete eine Akademie, doch erinnerte sich Aldred noch gut an die entschlossene, selbstbewusste junge Schülerin der Magie, die sie einst gewesen war. Vom Konvent war sie gekommen, um seinen Unterricht an der Academia Arcana zu besuchen, in dem sie einen guten Eindruck hinterließ.
So schrieb er sie an und bat um ein Gespräch unter vier Augen. Schon während des Gesprächs wurde ihm jedoch klar, dass er nie am Konzil studieren könnte. Der Kodex erlaubte es ihm nicht, lebte er doch nach Werten wie Aufgeschlossenheit und Toleranz, leben und leben lassen. Des weiteren hielt sein Streben nach Wissen ihn stets dazu an, die Anhänger Alatars lieber auszufragen – als sie aufzuhängen.

Als Aldred die Mauern seiner alten Heimat aufsuchte, schlug ihm sogleich eine Wärme entgegen, die ihm versicherte, dass hier und nur hier sein Platz war. Der alte Pförtner Nelrim schloss ihn in die Arme, nachdem sein ehemaliger Schüler Dantian – heute Akademieleiter der Academia Arcana - ihn eingelassen hatte. Nicht nur die Mauern und Wandteppiche, der Kamin und der Lichterschein, auch die Gerüche, die Düfte, die Aromen der getrockneten Kräuter; das alles fühlte sich nach Heimat an. Als Dantian ihn willkommen hieß und als Discipulus an der Academia aufnahm, schloss er einen Moment die Augen und genoss dieses einzigartige Gefühl. Sicher, Dantian fortan Veneficus Nibilus nennen zu dürfen, verlangte ihm Disziplin ab, kostete ihn Stolz und versetzte seinem Ego einen Stich. Dennoch war es das mehr als wert und schon in seiner ersten Lehrstunde als Discipulus lernte er Dantian als geduldigen und gebildeten Lehrer kennen. Noch immer hatte die Pflicht der Ehrerbietung seinem einstigen Schüler gegenüber einen seltsamen Beigeschmack, doch eine Lehre in Demut hatte noch niemandem geschadet und der Magier war sich sicher, dass er auch diese Lektion nicht nur lernen und meistern, sondern auch schätzen lernen würde. So sah Nelrim ihn jeden Tag bester Laune die Akademie betreten, Bücher wälzen, und fleißig die Lücken füllen, die hinterlistige Feen in sein Gedächtnis gerissen hatten.

Verfasst: Freitag 1. Oktober 2010, 22:01
von Aldred Ravenor
Die Zeit ging ins Land. Natürlich war es ihm aufgefallen, dass die Academia Arcana von einem Veneficus geleitet wurde. Das war ungewöhnlich, und es stellte sich heraus, dass tatsächlich kein Magier im Range eines Erzmagus als Mitglied der Akademie geführt wurde. Was er von Anfang an vermutet hatte, verdichtete sich zu einem immer klareren Bild: Es fehlte an Magistern, Dozenten, Venfici und Führungspersönlichkeiten.
So überraschte es ihn nicht wirklich, als eines Tages die Bitte an ihn heran getragen wurde, wieder lehrend tätig zu sein, den Rang eines Veneficus anzunehmen und sich zunehmend um die Belange der von ihm ins Leben gerufenen Akademie zu kümmern. Über die Umstände - also die Notsituation des Lehrermangels - wusste er bescheid, dennoch erfüllten den Magier Stolz und Freude, da er seiner Akademie wieder mehr zurückgeben konnte. Aldred erhöhte sein Pensum in der Bibliothek, wälzte die Lehrpläne und nahm erste Gespräche mit potentiellen Schülern vor.

Seinem Ärger machte er Luft, indem er mehrmals auf die hölzerne Tischplatte schlug. "Verdammt!" Seine erste Unterrichtsstunde hatte er hinter sich. Die Einführung in die Magie, das Verhalten und die Etikette der Academia Arcana. Zufrieden war er ganz und gar nicht mit sich. Er war unsicher gewesen, hatte keinen Faden gefunden und er meinte, seine Unzulänglichkeit auch im Verhalten der Schüler widergespiegelt zu sehen. Aldred war wütend auf sich selbst, war er doch seinen hohen Ansprüchen, die er auch an seine Schüler stellte, selbst nicht gerecht geworden.

Einige Tage später konnte er wieder lächeln. Die zweite Stunde war schon um einiges besser gelaufen. Die Schüler zufrieden zu stellen, ihre Fragen zu beantworten, dem roten Faden zu folgen... das alles war um vieles einfacher gewesen als beim ersten Mal. Sicher, perfekt war es noch nicht, aber er bekam sein Gefühl für die Sache zurück. Weiter und weiter wälzte er die dicken Schinken der Bibliothek, um den Unterrichtsstoff zu verinnerlichen. Der ein oder andere Schüler war ihm positiv im Gedächtnis geblieben und er war neugierig, ob sich seine Eindrücke bestätigen würden.

Abgesehen von seinen theoretischen Kenntnissen musste er dringend an seinen praktischen feilen. Wie er während der Konfrontation mit diversen fiesen Unholden bemerkte, war er doch sehr eingerostet. Doch sein Kollege, Veneficus Ferrini, bot sich an, auszuhelfen. Aldred war neugierig und auch wenn er sich nicht an alles erinnerte, was die letzten zwanzig Jahre vorgefallen war - besonders die Magie betreffend - so war es ihm eine Gewissheit, dass er nie ausgelernt haben würde. Er war ein trockener Schwamm, der alles aufsog, was ihm an Wissen über den Weg lief. So kam ihm vor kurzem die Einladung Demoars nur recht, an der überaus praktischen Übungseinheit in Sachen Flüche und Bannsprüche teilzunehmen. Er genoss es, die Versuche der Schüler zu beobachten und seine eigenen Fähigkeiten auszureizen. Die Magie in sich aufzunehmen, die Macht durch sich fließen zu lassen und sich lebendig zu fühlen wie schon lange nicht mehr. Er wusste zugleich um die Versuchung und war froh, dass er gelernt hatte, sich zu kontrollieren. Könnte er dies nicht, wäre er schon lange tot.