Ich diene und empfange...
Verfasst: Dienstag 29. Juni 2010, 07:41
[img]http://img337.imageshack.us/img337/867/094a0017801c4d767994e55.jpg[/img]
Kindertage...
Rialuna ist das 2te Kind der Familie Cyrin. Sie wuchs auf einem Bauernhof nahe dem Dorfe Rewenfels auf, das sich inmitten des Alatarischen Reiches auf dem Festland befindet. Ihre Kindheit war nicht sonderlich erwähnenswert. Ein ganz normales Leben in den schützenden Schilden der Alatarischen Garde und Armee, geschützt vor den Übergriffen der Temora-Anhänger und ihrer Vasallen. Ihr Bruder entschied sich schon in recht frühen Jahren dazu, der Alatarischen Armee beizutreten, was ihre Eltern auch unterstützen. Immerhin tat er damit einen großen Dienst für den Frieden im Volke um Alatar und schützte so die Grenzen.
Unterdess lernte Rialuna nur das was sie sowieso hätte lernen müssen. Feldarbeit, aber vor allem die Häuslichen Pflichten, denn für harte Arbeit war sie mit ihrem schmächtigen Körperbau sowieso nicht geeignet.
Ihr Interesse für den Alatarischen Glauben wurde vor allem durch ihren Vater schon in jüngeren Jahren geprägt, der ebenso überzeugt von Alatar und seinen Grundsätzen war, wie heute sie.
Hier und da gab es natürlich immer mal wieder Scharmützel über die man sich im Dorf erzählte, doch die ersten 15 Jahre ihres Lebens wuchs sie sehr ruhig und besonnen auf, schützend unter dem Mantel von Familie, Millitär und Alatarischer Kirche.
Leb Wohl, Dustin...
Als Dustin 19 wurde, Rialuna war gerade 15 Sommer alt, entbrannte an den Grenzen eine große Schlacht. Mal wieder einer jener Vormärsche den die Temories und ihre Anhängerschaft auf die Äusseren Dörfer des Alatarischen Reiches verübten. Natürlich unter dem Deckmantel die Menschen befreien zu wollen, von dem Joch in dem sie angeblich leben mussten. Rialuna wusste natürlich das das vollkommener Blödsinn war und sah in diesen Menschen nichts anderes als Bestien die Fehlgeleitet von gleißendem Licht mordeten und plünderten. Das die Alatarische Armee es ihnen gleich tat wenn sie auszogen war ihr nur recht, billig und fair. Mehr noch als das...aber auch dazu hatte ihr Vater eine deutliche Meinung, die so ziemlich der der jungen Frau glich. Immerhin hatte sie diese Meinung maßgeblich von ihm.
Dustin ging zusammen mit den anderen Truppen die an die Grenzen entsant wurden und kehrte nicht mehr zurück. Es hieß später, dass einer der Paladine ihn wohl niedergestreckt haben soll. Natürlich im Namen Temoras. Verdammt sollten sie alle sein!
Wie man im Dorf hörte lief es an den Grenzen auch nicht sonderlich gut zu jener Zeit. Einige der Dörfer die näher an den Grenzen waren als Rewenfels waren schon in Hand der Temories.
Dustin wurde von einem der dunklen Templer zusammen mit den anderen gefallenen Soldaten beerdigt und Alatar`s unendlicher Macht überstellt.
Während sich in den kommenden Wochen Truppen in Rewenfels sammelten. Darunter auch die berüchtigten Letharen, von denen Rialuna nur aus Geschichten gehört hatte. Sie waren seltsame Geschöpfe wie sie fand. Auf eine perfide Art wunderschön, doch so von Hass und Zerstörungswillen durchsetzt, dass sie sich nicht traute ihnen zunahe zu kommen. Ihre schwarze Haut und die Spitzen Ohren, wie auch die elfischen Züge gepaart mit den seltsamen Rüstungen, Roben und Waffen ließ sie deutlich Abstand halten und machten ihr bewusst, dass nur Alatar`s auserwähltes Volk so aussehen konnte und sie ganz sicher alles andere als Menschlich waren.
Der Kampf, der Anfang...
Während sich die Truppen in Rewenfels sammelten und offenbar auf eine Offensive vorbereiteten, die diese elenden Verblendeten Ketzer wieder in die hässliche Hölle zurück treiben sollte, aus der sie gekommen waren, wurde die Stimmung im Dorf schlecht. Selbst an Rialuna ging das nicht vorbei und die Menschen waren unruhig. Vielleicht war es die Masse an Soldaten, vielleicht die Präsenz der Letharen die die Menschen nervös machte. Vielleicht aber auch die Aussicht darauf, dass Rewenfels ein Schlachtfeld werden könnte, würden die Truppen der Temories schnell genug vorrücken.
Rialuna`s Vater erklärte ihr einen Abend, dass sie alles tun müssten um den Sieg der Alatarischen Truppen zu gewährleisten und sie solle besonders den Offizieren genügend Nahrung aus den Speichern mitgeben. Ihr Vater zweifelte nicht daran, dass diese Opfer nötig waren um sowohl dem Reich wie auch Alatar selbst auf ihre eigene Weise zu helfen und die Treue zu beweisen.
Es gab Gerüchte, dass die Armee in 3 Tagen in eines der nahegelegen Dörfer ziehen würde, um dort die feindlichen Truppen anzugreifen und auszumerzen. Gefangene wurden sicherlich nur gemacht wenn diese Zweckdienlich waren. Jene die man eines besseren belehren könne vermutlich der Alatarischen Gerichtsbarkeit überstellt und dann dem Tempel aufdass sie geläutert werden mögen. Der Rest...die waren für die einzig wahren Lehren Alatars eh nicht mehr empfänglich und hatten Glück wenn man ihnen einen gnadenvollen, schnellen Tod schenkte. Auch Alatar könnte gnädig sein...vielleicht...
Jedoch kam es ganz anders als die Gerüchte ausgaben.
Am Zweiten Tag zur Morgensonne zog Blitze am Horizont auf. Eilligst rannte Rialuna zurück zu ihrem Hof und erzählte ihrem Vater von dem was sie gesehen hatte. Natürlich hatten die Truppen die feindliche Armee auch längst bemerkt und nahmen Position und Stellung ein. Die Letharen sah sie an diesem Tag nicht einmal, nur dunkle Schatten die schlachteten und niedermetzelten.
Die Familie Cyrin verschanste sich daraufhin in ihrem Bauernhaus und wartete auf das was unvermeidlich kommen würde.
Sie saß mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester Siraluna im Wohnraum des Hauses, während sich ihr Vater rüstete und das Schwert vornahm, dass er lange nicht mehr angefasst hatte. Er würde selbst das Haus verteidigen gegen die Verblendeten Aggresoren, so sagte er und verschwand aus dem Leben der Frauen.
Draussen klang das Kämpfen der Armeen wie lautes Getöse. Als würde sich der Himmel über ihnen allen öffnen und sie alle verschlingen. Mutter und Töchter wagten nichtmal aus den Fenstern zu sehen, während man das Rufen und Schreien, das Sterben und Kämpfen der Männer draussen vernahm. Die Armee der Temories war zahlreich und vielleicht hatte man sich etwas verschätzt, als die ersten Linien der Alatarischen Truppen durchbrochen war und selbst die Letharen sich erstmal zurück zogen und neu formierten um einen weiteren Angriff abzuwarten.
Bis zur späten Nacht ging jene Schlacht und das Dorf erzitterte im Beben des Krieges. Häuser brannten, manche schon über Stunden und auch das Haus von Rialuna`s Familie blieb nicht verschont als einige Letharen dort einbrachen - vermutlich um erstmal Deckung zu suchen - und die Temorischen Armeen ihnen nachfolgten. Seltsame Gesänge die sich anhörten wie gesungene Schmerzen durchzogen die Ohren als die Letharen ihre Magie wirkten und große Teile der anrückenden Angreifer in Asche verwandelten.
Was danach geschah, das weiss Rialuna nicht mehr so ganz genau. Einige Dachbalken stürzten aufgrund der enormen Mächte die dort herraufbeschworen wurden ein und das letzte das sie mitbekam war wie ihre Mutter sie zur Seite warf. Dann wurde es Schwarz...
Böses Erwachen...
Langsam nur öffnete sie die Augen wieder. Begraben unter einer menge Schutt, Stroh und Balken. Ihr linker Arm tat ihr entsetzlich weh und sie konnte verbranntes Holz, Blut und Fleisch riechen was ihr in die Nase stieg. Es war dunkel und nass. Scheinbar hatte es geregnet. Sie lag in einer Pfütze von Asche, Matsch und Schutt und fühlte sich elendig. Nur mit viel Mühe gelang es ihr sich überhaupt zu befreien und konnte sich endlich umsehen. Es war früher Morgen. Am Horizont brach sich der rote Streifen der Sonne und badete das was einmal das Dorf Rewenfels gewesen war in ein blutiges Licht.
Das Haus in dem sie ihr ganzes Leben aufgewachsen war war nicht mehr als Schrott und Qualmende Balken und zerstreutes Stroh. Sie hatte wohl noch Glück gehabt, dass die Balken sie nicht erschlagen hatten, doch ihr Arm sah schlimm aus und blutete stark. Vermutlich hatte sich ein scharfer Holzsplitter hinein getrieben und eine lange klaffende Wunde in ihrem schmächtigen Unterarm gezogen.
Die Schmerzen waren schlimm und sie wusste sich nicht anders zu helfen, als ihren zerschlissenen Rock zu greifen und ab der Hüfte abzureißen und den Arm ab der Schulter abzubinden. Die Schmerzen hätten gereicht um ihren Blick von Tränen fast blind zu machen, doch der Anblick der zerschmetterten Leiber unter einem der schweren Dachbalken betäubte sie regelrecht.
Das Dorf war ruhig und keine Menschenseele mehr hier. Wo auch immer es den Kampf hingezogen hatte, er war fort und hatte nur Zerstörung übrig gelassen. Das war das Licht das Temora brachte....!
Rialuna konnte nichts anderes tun als durch das von Matsch und Blut durchtränkte Dorf zu wanken und irgendetwas - oder irgendjemanden - zu suchen der ihr helfen könnte, bevor sie an der Wunde am Arm oder einer Infektion starb.
Letzte Rettung...
Wieviel Zeit tatsächlich vergangen war, das wusste Ria schon garnicht mehr. Sie hatte sich einfach den Weg weiter geschleppt. Das Kleid zerrissen und von Asche, Blut und Dreck beschmutzt verdeckte es den Leib der jungen Frau so unzulänglich, dass sie es auch gleich hätte ausziehen können. Ihr Arm blutete immernoch etwas und wurde langsam Blau, aufgrund der Tatsache das sie diesen laienhaft abgebunden hatte. Die Wunde sah schlimm aus, aber sie hatte Glück gehabt das keine Schlagadern getroffen worden waren. Auch wenn Schwäche, Hass, Wut und Verzweiflung ebenso ihren Tribut bei dem Mädchen forderten wie die Verletzung und der daraus resultierende Blutverlust.
Irgendwann war sie einfach am Wegrand zusammen gebrochen und hatte sich schon Alatars Urteil übergeben. Es gab für sie wohl keine Rettung mehr. Genauso wenig wie für ihre Familie und alle die sie gekannt hatte. All das war Temora und ihre Brut schuld. Sie hasste sie alle...sie hasste sie abgrundtief. Der Hass in ihrem Herzen war so groß das er alleine dafür sorgte, das wieder frisches Blut aus der klaffenden Wunde ronn. Der benebelte Blick auf den Abendhimmel gerichtet fragte sie sich ob das alles war das sie tun konnte...Hassen...abgrundtief..aus tiefster Seele hassen...
Vielleicht aber war es auch genau dieser Hass der sie etwas seltsames fühlen ließ. Fühlen ließ wie die Wunde endlich aufhörte zu pulsieren und zu pochen und zumindest die Blutung sich endlich stillte. Es war fast ein Wunder was da passiert war und der Hass und Gram in ihrem Herzen ließen sie dieses Wunder nur näher an Alatar herran bringen. Vielleicht hatte der Panther tatsächlich noch etwas mit ihr vor und sie glaubte sogar in ihrem Delirium das Fauchen einer solchen Katze gehört zu haben.
Dann wurde es wieder dunkel...
Das Nächste das sie bemerkte war ein stetiges unsanftes Auf und Ab. Das Trampeln von schweren Pferdehufen und das Klappern von Rüstung und Waffen. Sie lag auf dem Rücken eines Pferdes. Einfach wie ein Sack darüber geworfen, vor ihr ein schwer gerüsteter Reiter, ganz in Schwarz mit der Pantherklaue auf dem Umhang und Schild. Alatarische Soldaten...!.. Sie war gerettet...
Der Ritter Alatar`s brachte sie in die nahegelegene Stadt und dort zu einem Heiler. Er war kurz angebunden und ihr dank schien ihn mehr zu beleidigen, alsdass sie es vermögt hätte sich erkenntlich zu zeigen. Seinen Namen hatte sie auch nicht erfahren und er hielt ihr nur vor sie solle stärker werden. Jetzt habe sie die Gelegenheit bekommen. Alatar würde kein zweites Mal solche Schwäche dulden und sie elendig wie eine Ratte in der Gosse verrecken lassen.
So unfreundlich und herrablassend die Worte auch waren, sie hatten Gewicht auf dem schwarzen Herzen der jungen Frau.
Lange Heilung...
Der Heiler war von dem Ritter bezahlt worden, wie sie Tage später erfuhr und sie hatte viel Glück gehabt überhaupt zu überleben. Die Wunde war endlich fachmännisch behandelt und genäht worden und sie war nach einer Woche auf dem Weg der Besserung.
Dadurch das Rialuna Linkshänderin war, konnte sie in der Zeit auch nicht sonderlich viel tun ausser im Bett zu liegen und sich zu erholen. Sie hatte noch deutlich mehr Blessuren davon getragen, als sie realisiert hatte. Das meiste davon waren aber nur Prellungen und Quetschungen, mal von einer gebrochenen Rippe abgesehen die glücklicherweise keine schlimmen Schäden verursacht hatte.
In der Zeit dachte Rialuna viel darüber nach was passiert war. Jeder Gedanke den sie hatte schürte nur was bereits wie ein leuchtendes Feuer in ihrem Herzen loderte. Den Hass auf alles das sich mit Temora brüstete. Niemals kam es ihr in den Sinn die Alatarischen Truppen dafür verantwortlich zu machen. Es war alles ihre Schuld - die Schuld dieser elenden Lichten Bastarden!
Sie wollte Rache..aber wie sollte sie die erlangen? Sie war ein Bauernmädchen.
Die Wochen verstrichen und sie erholte sich langsam. Der Heiler war nicht unbedingt begeistert wie lange sie brauchte um wieder auf die Beine zu kommen, aber der Ritter hatte wohl genug bezahlt um das Mädchen nicht einfach in die Gosse zu schicken.
Immer wieder und wieder dachte sie darüber nach wie sie sich Rächen könnte...aber vor allem kam ihr nach und nach der Gedanke ob es nicht tatsächlich Alatar`s Wille war das sie noch lebte. Und das warf ihre Situation in ein ganz neues Licht...
Nach drei Monaten ging es ihrem Arm wieder soweit gut, dass sie anfangen konnte diesen wieder zu belasten und auch die gebrochene Rippe tat nicht mehr so weh, alsdass sie das Bett hätte hüten müssen. Der Heiler war durchaus zufrieden darüber und hatte während ihrer langen Genesungszeit auch kaum ein Wort mit ihr gesprochen, allerdings war sie sich sicher das ihm der verbitterte, hassende Blick der jungen Frau aufgefallen war.
Allerdings wurde auch Ria langsam ruhiger. Sie lernte den Hass in ihrem Herzen zu akzeptieren und aus ihm sogar Kraft zu ziehen. Und sie hatte eine Entscheidung getroffen wie sie Alatar danken konnte, ihm dienen und dabei helfen das was sie so sehr hasste zu vernichten...
Die Entscheidung...
Rialuna`s Entscheidung war recht eindeutig nach all den Gedanken die sie sich gemacht hatte:
Wenn Alatar tatsächlich ihr Leben verschont hatte und ihr diese zweite Chance gegeben, dann würde sie ihr zukünftiges Leben auch ihm witmen wollen. Sie hatte vor sich dem Tempel als Priesterin anzubieten. Natürlich musste sie gut überlegen wie sie das bewerkstelligen konnte und so tat sie erstmal was notwendig gewesen war.
Sie verrichte einfache Arbeiten und sorgte dafür das sie etwas Gold verdiente. Auch konnte sie nicht ewig unter Brücken und ähnlichem hausen, wenn sie tatsächlich von den Priestern und Templern angehört werden wollte und sie musste sich endlich etwas besser kleiden und vernünftig waschen. Dafür musste sie nun sparen und arbeiten. Der Tempel würde sie erst anhören wenn all diese Vorbereitung abgeschlossen war, soviel war ihr bewusst.
Es dauerte beinah 1 1/2 Jahre bis Rialuna sich endlich wieder so sehr gefestigt hatte, das man sie soetwas wie eine Bürgerin nennen konnte. Sie hatte in der Zeit vor allem in Haushalten ausgeholfen und in Tavernen bedient. Hübsch war sie immernoch, aber ihr ungepflegter Zustand hatte lange Zeit dafür gesorgt nur in den schlimmsten Kaschemmen irgendwelche Anstellung zu bekommen. Mittlerweile hatte sie ein winziges Haus, es war mehr ein Raum mit einem Dach und genügend Gold um sich ein vernünftiges Gewand schneidern zu lassen und sich einen Tag im Badehaus zu gönnen.
Es war alles vorbereitet und es hatte lange genug gedauert. Ihr linker Arm hatte mit der Arbeit auch wieder an Kraft gewonnen und die übrigen Blessuren waren längst verheilt.
Es wurde Zeit Alatar demütig um seinen Segen zu bitten...ja das wurde es...
Ich diene also bin ich!
Die letzte Vorbereitung die sie traf war eine Schmerzhafte. Aber Alatar war der personifizierte Schmerz und der Hass. Und sie hatte weit mehr ertragen als das bisschen das jetzt noch vor ihr lag. Mit einer Rasierklinge begann sie sich den Knöchel aufzuschlitzen. Die scharfe Klinge sorgte dafür das die Wunde vor allem danach sehr brannte und sehr empflich war. Doch sie wollte mit dem Gefühl von unbändigem Hass und Schmerz vor den Tempel treten. Eine Pantherklaue hatte sie sich tief in die Haut geritzt, welche noch blutete als sie ihren Weg in dem feinsten Gewand das sie besaß antrat. Mit nackten Füssen stieg sie die Stufen des Tempels hinauf und verhaarte dort auf dem Absatz, kniend, sich beinah zuboden werfend und wartete.
Das Blut ronn ihr den Knöchel hinab in winzigen kleinen Tropfen während sie dort verharrte und die Stunden verronnen...
Erst zum Abend hin kam endlich einer der Templer auf sie zu und fragte sie sehr streng was sie da tue und was sie wolle.
Woraufhin Rialuna endlich dazu kam ihre Geschichte zu erzählen. Was ihr wiederfahren war, wie stark der Hass in ihrem Herzen schwelte und wie sie glaubte von Alatar verschont worden zu sein um ihm zu dienen. Sie bat den Templer im Tempel helfen zu dürfen, irgendwelche Arbeiten zu verrichten um sich zu beweisen, aufdass er sehen möge, dass sie ihr Ansinnen mit vollstem Wissen und Eifer durchführen würde.
Vermutlich sah der Templer endlich nicht mehr das zerschlissene Mädchen in Rialuna das sie nun lange zeit gewesen war, dank frischem, feinen Kleid und gutem Bad oder aber er sah die Saat Alatars in ihr, sie wusste es nicht. Jedenfalls willigte er ein sie erstmal als Tempeldienerin einzuführen. Der Tempel in dieser Stadt war nicht der größte und es fanden sich nicht viele die solche Arbeit mit der nötigen Überzeugung durchführten.
So verbrachte sie die nächsten 3 Monate damit einfache Arbeiten im Tempel zu verrichten. Meist beinhaltete dies die Pflege der Tempelräume, Katalogisierung von Büchern und Schriften die sie zu ordnen hatte, wobei sie auch hier schon viel davon mitnahm was es wohl irgendwann mal heissen würde eine Templerin zu sein. Egal wie schlecht man sie behandelte, ob man sie schlug oder demütigte, sie machte einfach ihre Arbeit und nahm alles willentlich hin. Ihr Ziel lag klar vor ihren Augen und ihr Glaube war ungebrochen das es wirklich SEIN Wille war der sie hierher geführt hatte.
Ihr 18tes Lebensjahr brach bereits an und der Sommer verging in dem sie in dem Tempel diente und sich jeden Tag aufs Neue zu beweisen hatte. Mittlerweile war sie soweit dass die Templer ihr Lesen und Schreiben beigebracht hatten und ihr sogar eine Waffe in die Hand gaben mit der sie üben hätte. Man würde sie wohl zur Catulus Alataris bestimmen wenn die Zeit dafür reif sei. Endlich..endlich kam sie ihrem Ziel näher.
Eine Anwärterin des Tempels würde sie sein, damit hatte sie endlich die Chance zu beweisen das sie sich nicht geirrt hatte und Alatar ihr Leben nicht umsonst verschont.
Die Große Stadt - Rahal:
Einige Wochen nachdem sie gehört hatte, dass sie endlich eine Anwärterin werden sollte - eine Catulus Alataris - kam der Templer wieder auf sie zu und erklärte ihr, dass sie sich nun tatsächlich beweisen müsse. Sie solle zum großen Tempel Alatars reisen, in der Stadt Rahal und dort um Weisung bitten. Würden jene sich ihrer annehmen währe tatsächlich bewiesen, dass sie es würdig sei solch ein Amt in der Zukunft zu bekleiden und sie würde den nötigen Unterricht erfahren eine wahre Templerin Alatars zu werden.
So packte sie was sie noch besaß - es war nicht viel - und nahm den beschwerlichen Weg auf sich um die Stadt Rahal zu erreichen. Dort würde sie vor dem Tempel sprechen müssen. Die lange Reise war anstrengend gewesen, die Überfahrt mit dem Schiff der reinste Horror und die Männer die sie begafften ekelerregend.
Doch nach all der langen Zeit stand sie endlich vor dem klaffenden Panthermaul der gewaltigen Stadtmauern von Rahal. Sie hatte ihr Ziel erreicht..nun fehlte nurnoch die Zustimmung des Tempels. Ob sie einen Tetarchen sehen würde?..
Kindertage...
Rialuna ist das 2te Kind der Familie Cyrin. Sie wuchs auf einem Bauernhof nahe dem Dorfe Rewenfels auf, das sich inmitten des Alatarischen Reiches auf dem Festland befindet. Ihre Kindheit war nicht sonderlich erwähnenswert. Ein ganz normales Leben in den schützenden Schilden der Alatarischen Garde und Armee, geschützt vor den Übergriffen der Temora-Anhänger und ihrer Vasallen. Ihr Bruder entschied sich schon in recht frühen Jahren dazu, der Alatarischen Armee beizutreten, was ihre Eltern auch unterstützen. Immerhin tat er damit einen großen Dienst für den Frieden im Volke um Alatar und schützte so die Grenzen.
Unterdess lernte Rialuna nur das was sie sowieso hätte lernen müssen. Feldarbeit, aber vor allem die Häuslichen Pflichten, denn für harte Arbeit war sie mit ihrem schmächtigen Körperbau sowieso nicht geeignet.
Ihr Interesse für den Alatarischen Glauben wurde vor allem durch ihren Vater schon in jüngeren Jahren geprägt, der ebenso überzeugt von Alatar und seinen Grundsätzen war, wie heute sie.
Hier und da gab es natürlich immer mal wieder Scharmützel über die man sich im Dorf erzählte, doch die ersten 15 Jahre ihres Lebens wuchs sie sehr ruhig und besonnen auf, schützend unter dem Mantel von Familie, Millitär und Alatarischer Kirche.
Leb Wohl, Dustin...
Als Dustin 19 wurde, Rialuna war gerade 15 Sommer alt, entbrannte an den Grenzen eine große Schlacht. Mal wieder einer jener Vormärsche den die Temories und ihre Anhängerschaft auf die Äusseren Dörfer des Alatarischen Reiches verübten. Natürlich unter dem Deckmantel die Menschen befreien zu wollen, von dem Joch in dem sie angeblich leben mussten. Rialuna wusste natürlich das das vollkommener Blödsinn war und sah in diesen Menschen nichts anderes als Bestien die Fehlgeleitet von gleißendem Licht mordeten und plünderten. Das die Alatarische Armee es ihnen gleich tat wenn sie auszogen war ihr nur recht, billig und fair. Mehr noch als das...aber auch dazu hatte ihr Vater eine deutliche Meinung, die so ziemlich der der jungen Frau glich. Immerhin hatte sie diese Meinung maßgeblich von ihm.
Dustin ging zusammen mit den anderen Truppen die an die Grenzen entsant wurden und kehrte nicht mehr zurück. Es hieß später, dass einer der Paladine ihn wohl niedergestreckt haben soll. Natürlich im Namen Temoras. Verdammt sollten sie alle sein!
Wie man im Dorf hörte lief es an den Grenzen auch nicht sonderlich gut zu jener Zeit. Einige der Dörfer die näher an den Grenzen waren als Rewenfels waren schon in Hand der Temories.
Dustin wurde von einem der dunklen Templer zusammen mit den anderen gefallenen Soldaten beerdigt und Alatar`s unendlicher Macht überstellt.
Während sich in den kommenden Wochen Truppen in Rewenfels sammelten. Darunter auch die berüchtigten Letharen, von denen Rialuna nur aus Geschichten gehört hatte. Sie waren seltsame Geschöpfe wie sie fand. Auf eine perfide Art wunderschön, doch so von Hass und Zerstörungswillen durchsetzt, dass sie sich nicht traute ihnen zunahe zu kommen. Ihre schwarze Haut und die Spitzen Ohren, wie auch die elfischen Züge gepaart mit den seltsamen Rüstungen, Roben und Waffen ließ sie deutlich Abstand halten und machten ihr bewusst, dass nur Alatar`s auserwähltes Volk so aussehen konnte und sie ganz sicher alles andere als Menschlich waren.
Der Kampf, der Anfang...
Während sich die Truppen in Rewenfels sammelten und offenbar auf eine Offensive vorbereiteten, die diese elenden Verblendeten Ketzer wieder in die hässliche Hölle zurück treiben sollte, aus der sie gekommen waren, wurde die Stimmung im Dorf schlecht. Selbst an Rialuna ging das nicht vorbei und die Menschen waren unruhig. Vielleicht war es die Masse an Soldaten, vielleicht die Präsenz der Letharen die die Menschen nervös machte. Vielleicht aber auch die Aussicht darauf, dass Rewenfels ein Schlachtfeld werden könnte, würden die Truppen der Temories schnell genug vorrücken.
Rialuna`s Vater erklärte ihr einen Abend, dass sie alles tun müssten um den Sieg der Alatarischen Truppen zu gewährleisten und sie solle besonders den Offizieren genügend Nahrung aus den Speichern mitgeben. Ihr Vater zweifelte nicht daran, dass diese Opfer nötig waren um sowohl dem Reich wie auch Alatar selbst auf ihre eigene Weise zu helfen und die Treue zu beweisen.
Es gab Gerüchte, dass die Armee in 3 Tagen in eines der nahegelegen Dörfer ziehen würde, um dort die feindlichen Truppen anzugreifen und auszumerzen. Gefangene wurden sicherlich nur gemacht wenn diese Zweckdienlich waren. Jene die man eines besseren belehren könne vermutlich der Alatarischen Gerichtsbarkeit überstellt und dann dem Tempel aufdass sie geläutert werden mögen. Der Rest...die waren für die einzig wahren Lehren Alatars eh nicht mehr empfänglich und hatten Glück wenn man ihnen einen gnadenvollen, schnellen Tod schenkte. Auch Alatar könnte gnädig sein...vielleicht...
Jedoch kam es ganz anders als die Gerüchte ausgaben.
Am Zweiten Tag zur Morgensonne zog Blitze am Horizont auf. Eilligst rannte Rialuna zurück zu ihrem Hof und erzählte ihrem Vater von dem was sie gesehen hatte. Natürlich hatten die Truppen die feindliche Armee auch längst bemerkt und nahmen Position und Stellung ein. Die Letharen sah sie an diesem Tag nicht einmal, nur dunkle Schatten die schlachteten und niedermetzelten.
Die Familie Cyrin verschanste sich daraufhin in ihrem Bauernhaus und wartete auf das was unvermeidlich kommen würde.
Sie saß mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester Siraluna im Wohnraum des Hauses, während sich ihr Vater rüstete und das Schwert vornahm, dass er lange nicht mehr angefasst hatte. Er würde selbst das Haus verteidigen gegen die Verblendeten Aggresoren, so sagte er und verschwand aus dem Leben der Frauen.
Draussen klang das Kämpfen der Armeen wie lautes Getöse. Als würde sich der Himmel über ihnen allen öffnen und sie alle verschlingen. Mutter und Töchter wagten nichtmal aus den Fenstern zu sehen, während man das Rufen und Schreien, das Sterben und Kämpfen der Männer draussen vernahm. Die Armee der Temories war zahlreich und vielleicht hatte man sich etwas verschätzt, als die ersten Linien der Alatarischen Truppen durchbrochen war und selbst die Letharen sich erstmal zurück zogen und neu formierten um einen weiteren Angriff abzuwarten.
Bis zur späten Nacht ging jene Schlacht und das Dorf erzitterte im Beben des Krieges. Häuser brannten, manche schon über Stunden und auch das Haus von Rialuna`s Familie blieb nicht verschont als einige Letharen dort einbrachen - vermutlich um erstmal Deckung zu suchen - und die Temorischen Armeen ihnen nachfolgten. Seltsame Gesänge die sich anhörten wie gesungene Schmerzen durchzogen die Ohren als die Letharen ihre Magie wirkten und große Teile der anrückenden Angreifer in Asche verwandelten.
Was danach geschah, das weiss Rialuna nicht mehr so ganz genau. Einige Dachbalken stürzten aufgrund der enormen Mächte die dort herraufbeschworen wurden ein und das letzte das sie mitbekam war wie ihre Mutter sie zur Seite warf. Dann wurde es Schwarz...
Böses Erwachen...
Langsam nur öffnete sie die Augen wieder. Begraben unter einer menge Schutt, Stroh und Balken. Ihr linker Arm tat ihr entsetzlich weh und sie konnte verbranntes Holz, Blut und Fleisch riechen was ihr in die Nase stieg. Es war dunkel und nass. Scheinbar hatte es geregnet. Sie lag in einer Pfütze von Asche, Matsch und Schutt und fühlte sich elendig. Nur mit viel Mühe gelang es ihr sich überhaupt zu befreien und konnte sich endlich umsehen. Es war früher Morgen. Am Horizont brach sich der rote Streifen der Sonne und badete das was einmal das Dorf Rewenfels gewesen war in ein blutiges Licht.
Das Haus in dem sie ihr ganzes Leben aufgewachsen war war nicht mehr als Schrott und Qualmende Balken und zerstreutes Stroh. Sie hatte wohl noch Glück gehabt, dass die Balken sie nicht erschlagen hatten, doch ihr Arm sah schlimm aus und blutete stark. Vermutlich hatte sich ein scharfer Holzsplitter hinein getrieben und eine lange klaffende Wunde in ihrem schmächtigen Unterarm gezogen.
Die Schmerzen waren schlimm und sie wusste sich nicht anders zu helfen, als ihren zerschlissenen Rock zu greifen und ab der Hüfte abzureißen und den Arm ab der Schulter abzubinden. Die Schmerzen hätten gereicht um ihren Blick von Tränen fast blind zu machen, doch der Anblick der zerschmetterten Leiber unter einem der schweren Dachbalken betäubte sie regelrecht.
Das Dorf war ruhig und keine Menschenseele mehr hier. Wo auch immer es den Kampf hingezogen hatte, er war fort und hatte nur Zerstörung übrig gelassen. Das war das Licht das Temora brachte....!
Rialuna konnte nichts anderes tun als durch das von Matsch und Blut durchtränkte Dorf zu wanken und irgendetwas - oder irgendjemanden - zu suchen der ihr helfen könnte, bevor sie an der Wunde am Arm oder einer Infektion starb.
Letzte Rettung...
Wieviel Zeit tatsächlich vergangen war, das wusste Ria schon garnicht mehr. Sie hatte sich einfach den Weg weiter geschleppt. Das Kleid zerrissen und von Asche, Blut und Dreck beschmutzt verdeckte es den Leib der jungen Frau so unzulänglich, dass sie es auch gleich hätte ausziehen können. Ihr Arm blutete immernoch etwas und wurde langsam Blau, aufgrund der Tatsache das sie diesen laienhaft abgebunden hatte. Die Wunde sah schlimm aus, aber sie hatte Glück gehabt das keine Schlagadern getroffen worden waren. Auch wenn Schwäche, Hass, Wut und Verzweiflung ebenso ihren Tribut bei dem Mädchen forderten wie die Verletzung und der daraus resultierende Blutverlust.
Irgendwann war sie einfach am Wegrand zusammen gebrochen und hatte sich schon Alatars Urteil übergeben. Es gab für sie wohl keine Rettung mehr. Genauso wenig wie für ihre Familie und alle die sie gekannt hatte. All das war Temora und ihre Brut schuld. Sie hasste sie alle...sie hasste sie abgrundtief. Der Hass in ihrem Herzen war so groß das er alleine dafür sorgte, das wieder frisches Blut aus der klaffenden Wunde ronn. Der benebelte Blick auf den Abendhimmel gerichtet fragte sie sich ob das alles war das sie tun konnte...Hassen...abgrundtief..aus tiefster Seele hassen...
Vielleicht aber war es auch genau dieser Hass der sie etwas seltsames fühlen ließ. Fühlen ließ wie die Wunde endlich aufhörte zu pulsieren und zu pochen und zumindest die Blutung sich endlich stillte. Es war fast ein Wunder was da passiert war und der Hass und Gram in ihrem Herzen ließen sie dieses Wunder nur näher an Alatar herran bringen. Vielleicht hatte der Panther tatsächlich noch etwas mit ihr vor und sie glaubte sogar in ihrem Delirium das Fauchen einer solchen Katze gehört zu haben.
Dann wurde es wieder dunkel...
Das Nächste das sie bemerkte war ein stetiges unsanftes Auf und Ab. Das Trampeln von schweren Pferdehufen und das Klappern von Rüstung und Waffen. Sie lag auf dem Rücken eines Pferdes. Einfach wie ein Sack darüber geworfen, vor ihr ein schwer gerüsteter Reiter, ganz in Schwarz mit der Pantherklaue auf dem Umhang und Schild. Alatarische Soldaten...!.. Sie war gerettet...
Der Ritter Alatar`s brachte sie in die nahegelegene Stadt und dort zu einem Heiler. Er war kurz angebunden und ihr dank schien ihn mehr zu beleidigen, alsdass sie es vermögt hätte sich erkenntlich zu zeigen. Seinen Namen hatte sie auch nicht erfahren und er hielt ihr nur vor sie solle stärker werden. Jetzt habe sie die Gelegenheit bekommen. Alatar würde kein zweites Mal solche Schwäche dulden und sie elendig wie eine Ratte in der Gosse verrecken lassen.
So unfreundlich und herrablassend die Worte auch waren, sie hatten Gewicht auf dem schwarzen Herzen der jungen Frau.
Lange Heilung...
Der Heiler war von dem Ritter bezahlt worden, wie sie Tage später erfuhr und sie hatte viel Glück gehabt überhaupt zu überleben. Die Wunde war endlich fachmännisch behandelt und genäht worden und sie war nach einer Woche auf dem Weg der Besserung.
Dadurch das Rialuna Linkshänderin war, konnte sie in der Zeit auch nicht sonderlich viel tun ausser im Bett zu liegen und sich zu erholen. Sie hatte noch deutlich mehr Blessuren davon getragen, als sie realisiert hatte. Das meiste davon waren aber nur Prellungen und Quetschungen, mal von einer gebrochenen Rippe abgesehen die glücklicherweise keine schlimmen Schäden verursacht hatte.
In der Zeit dachte Rialuna viel darüber nach was passiert war. Jeder Gedanke den sie hatte schürte nur was bereits wie ein leuchtendes Feuer in ihrem Herzen loderte. Den Hass auf alles das sich mit Temora brüstete. Niemals kam es ihr in den Sinn die Alatarischen Truppen dafür verantwortlich zu machen. Es war alles ihre Schuld - die Schuld dieser elenden Lichten Bastarden!
Sie wollte Rache..aber wie sollte sie die erlangen? Sie war ein Bauernmädchen.
Die Wochen verstrichen und sie erholte sich langsam. Der Heiler war nicht unbedingt begeistert wie lange sie brauchte um wieder auf die Beine zu kommen, aber der Ritter hatte wohl genug bezahlt um das Mädchen nicht einfach in die Gosse zu schicken.
Immer wieder und wieder dachte sie darüber nach wie sie sich Rächen könnte...aber vor allem kam ihr nach und nach der Gedanke ob es nicht tatsächlich Alatar`s Wille war das sie noch lebte. Und das warf ihre Situation in ein ganz neues Licht...
Nach drei Monaten ging es ihrem Arm wieder soweit gut, dass sie anfangen konnte diesen wieder zu belasten und auch die gebrochene Rippe tat nicht mehr so weh, alsdass sie das Bett hätte hüten müssen. Der Heiler war durchaus zufrieden darüber und hatte während ihrer langen Genesungszeit auch kaum ein Wort mit ihr gesprochen, allerdings war sie sich sicher das ihm der verbitterte, hassende Blick der jungen Frau aufgefallen war.
Allerdings wurde auch Ria langsam ruhiger. Sie lernte den Hass in ihrem Herzen zu akzeptieren und aus ihm sogar Kraft zu ziehen. Und sie hatte eine Entscheidung getroffen wie sie Alatar danken konnte, ihm dienen und dabei helfen das was sie so sehr hasste zu vernichten...
Die Entscheidung...
Rialuna`s Entscheidung war recht eindeutig nach all den Gedanken die sie sich gemacht hatte:
Wenn Alatar tatsächlich ihr Leben verschont hatte und ihr diese zweite Chance gegeben, dann würde sie ihr zukünftiges Leben auch ihm witmen wollen. Sie hatte vor sich dem Tempel als Priesterin anzubieten. Natürlich musste sie gut überlegen wie sie das bewerkstelligen konnte und so tat sie erstmal was notwendig gewesen war.
Sie verrichte einfache Arbeiten und sorgte dafür das sie etwas Gold verdiente. Auch konnte sie nicht ewig unter Brücken und ähnlichem hausen, wenn sie tatsächlich von den Priestern und Templern angehört werden wollte und sie musste sich endlich etwas besser kleiden und vernünftig waschen. Dafür musste sie nun sparen und arbeiten. Der Tempel würde sie erst anhören wenn all diese Vorbereitung abgeschlossen war, soviel war ihr bewusst.
Es dauerte beinah 1 1/2 Jahre bis Rialuna sich endlich wieder so sehr gefestigt hatte, das man sie soetwas wie eine Bürgerin nennen konnte. Sie hatte in der Zeit vor allem in Haushalten ausgeholfen und in Tavernen bedient. Hübsch war sie immernoch, aber ihr ungepflegter Zustand hatte lange Zeit dafür gesorgt nur in den schlimmsten Kaschemmen irgendwelche Anstellung zu bekommen. Mittlerweile hatte sie ein winziges Haus, es war mehr ein Raum mit einem Dach und genügend Gold um sich ein vernünftiges Gewand schneidern zu lassen und sich einen Tag im Badehaus zu gönnen.
Es war alles vorbereitet und es hatte lange genug gedauert. Ihr linker Arm hatte mit der Arbeit auch wieder an Kraft gewonnen und die übrigen Blessuren waren längst verheilt.
Es wurde Zeit Alatar demütig um seinen Segen zu bitten...ja das wurde es...
Ich diene also bin ich!
Die letzte Vorbereitung die sie traf war eine Schmerzhafte. Aber Alatar war der personifizierte Schmerz und der Hass. Und sie hatte weit mehr ertragen als das bisschen das jetzt noch vor ihr lag. Mit einer Rasierklinge begann sie sich den Knöchel aufzuschlitzen. Die scharfe Klinge sorgte dafür das die Wunde vor allem danach sehr brannte und sehr empflich war. Doch sie wollte mit dem Gefühl von unbändigem Hass und Schmerz vor den Tempel treten. Eine Pantherklaue hatte sie sich tief in die Haut geritzt, welche noch blutete als sie ihren Weg in dem feinsten Gewand das sie besaß antrat. Mit nackten Füssen stieg sie die Stufen des Tempels hinauf und verhaarte dort auf dem Absatz, kniend, sich beinah zuboden werfend und wartete.
Das Blut ronn ihr den Knöchel hinab in winzigen kleinen Tropfen während sie dort verharrte und die Stunden verronnen...
Erst zum Abend hin kam endlich einer der Templer auf sie zu und fragte sie sehr streng was sie da tue und was sie wolle.
Woraufhin Rialuna endlich dazu kam ihre Geschichte zu erzählen. Was ihr wiederfahren war, wie stark der Hass in ihrem Herzen schwelte und wie sie glaubte von Alatar verschont worden zu sein um ihm zu dienen. Sie bat den Templer im Tempel helfen zu dürfen, irgendwelche Arbeiten zu verrichten um sich zu beweisen, aufdass er sehen möge, dass sie ihr Ansinnen mit vollstem Wissen und Eifer durchführen würde.
Vermutlich sah der Templer endlich nicht mehr das zerschlissene Mädchen in Rialuna das sie nun lange zeit gewesen war, dank frischem, feinen Kleid und gutem Bad oder aber er sah die Saat Alatars in ihr, sie wusste es nicht. Jedenfalls willigte er ein sie erstmal als Tempeldienerin einzuführen. Der Tempel in dieser Stadt war nicht der größte und es fanden sich nicht viele die solche Arbeit mit der nötigen Überzeugung durchführten.
So verbrachte sie die nächsten 3 Monate damit einfache Arbeiten im Tempel zu verrichten. Meist beinhaltete dies die Pflege der Tempelräume, Katalogisierung von Büchern und Schriften die sie zu ordnen hatte, wobei sie auch hier schon viel davon mitnahm was es wohl irgendwann mal heissen würde eine Templerin zu sein. Egal wie schlecht man sie behandelte, ob man sie schlug oder demütigte, sie machte einfach ihre Arbeit und nahm alles willentlich hin. Ihr Ziel lag klar vor ihren Augen und ihr Glaube war ungebrochen das es wirklich SEIN Wille war der sie hierher geführt hatte.
Ihr 18tes Lebensjahr brach bereits an und der Sommer verging in dem sie in dem Tempel diente und sich jeden Tag aufs Neue zu beweisen hatte. Mittlerweile war sie soweit dass die Templer ihr Lesen und Schreiben beigebracht hatten und ihr sogar eine Waffe in die Hand gaben mit der sie üben hätte. Man würde sie wohl zur Catulus Alataris bestimmen wenn die Zeit dafür reif sei. Endlich..endlich kam sie ihrem Ziel näher.
Eine Anwärterin des Tempels würde sie sein, damit hatte sie endlich die Chance zu beweisen das sie sich nicht geirrt hatte und Alatar ihr Leben nicht umsonst verschont.
Die Große Stadt - Rahal:
Einige Wochen nachdem sie gehört hatte, dass sie endlich eine Anwärterin werden sollte - eine Catulus Alataris - kam der Templer wieder auf sie zu und erklärte ihr, dass sie sich nun tatsächlich beweisen müsse. Sie solle zum großen Tempel Alatars reisen, in der Stadt Rahal und dort um Weisung bitten. Würden jene sich ihrer annehmen währe tatsächlich bewiesen, dass sie es würdig sei solch ein Amt in der Zukunft zu bekleiden und sie würde den nötigen Unterricht erfahren eine wahre Templerin Alatars zu werden.
So packte sie was sie noch besaß - es war nicht viel - und nahm den beschwerlichen Weg auf sich um die Stadt Rahal zu erreichen. Dort würde sie vor dem Tempel sprechen müssen. Die lange Reise war anstrengend gewesen, die Überfahrt mit dem Schiff der reinste Horror und die Männer die sie begafften ekelerregend.
Doch nach all der langen Zeit stand sie endlich vor dem klaffenden Panthermaul der gewaltigen Stadtmauern von Rahal. Sie hatte ihr Ziel erreicht..nun fehlte nurnoch die Zustimmung des Tempels. Ob sie einen Tetarchen sehen würde?..