Krieg unter heisser Sonne
Verfasst: Samstag 5. Juni 2010, 10:24
Es war das erste Mal, dass die Verbündeten der Tiefländer tatsächlich um ihre Hilfe baten. Sie wurde ihnen zugesichert. Hektisches Treiben in Wulfgard. Wenige Gäule wurden schwer bepackt mit dem Nötigsten. Schwerter und Hände rüsteten sich. Nur die Welpen blieben unter der Aufsicht einiger weniger hinter den dicken Palisaden zurück.
Das Wüstenvolk hatte sich gut vorbereitet, ihnen ein Haus frei gemacht, Truhen für ihr persönliches Zeug bereit gestellt und Schlafsäle mit Fellen ausgelegt. Doch die Enge dieses Steinhauses erdrückte die meisten des der Natur so verbundenen Volkes. Kurzerhand wurde Sand aufs Dach gebracht – eigentlich als Übungsplatz gedacht – doch auch ein guter Platz zum Schlafen.
Die Tage plätscherten dahin. Während die Thyren sich ihren Kampfübungen hingaben, traf weitere Hilfe ein: Die Waldelfen, die ein Haus in der Nähe des Badehauses bezogen. Die Khaz-Aduir waren auf dem Weg, hieß es. Und auch die Allianz wollte sich an den Besprechungen beteiligen.
Und während das Kloster auf Gerimor brannte, bereitete man sich in der Hitze Menk-Urs auf den Krieg vor.
Auch Freiwillige, keinem zugehörig, boten ihre Hilfe an. Man kannte sie nicht und lehnte es ab, sie aufzunehmen. Einem Fremden im Kampf den Rücken zuzukehren, barg größere Gefahr als sein Schwert wert wäre. Sie wurden fort geschickt.
An Kanubio huschte etwas vorbei. Aus den Augenwinkeln nahm er es wahr. Nur zu gut kannte er das: eine Ratte! Genau so eine, wie die, die Wulfgard unsicher machte.
Du Ratte, du gehasstes Vieh, Verbreiter von Krankheiten und Seuchen! Schwach, feige und trotzdem schlau und gefährlich.
Auf zur Rattenjagd!
Sie stellten den tückischen Feind im Laden einer Schneiderin. Dass ihr wertvoller Teppich dabei zum Lumpen wurde, störte Kanubio nicht. Was war schon ein golddurchwirkter Teppich gegen den Tod einer verhassten Ratte?
Blut sickerte in das einst edle Gewebe – Rattenblut. Das Vieh war auf dem Weg zu den Ahnen, zumindest glaubten die Thyren das.
Doch was war das? In dem hässlichen Körper begann es zu blubbern. Ein widerlicher Gestank verbreitete sich. Atemlos verfolgten sie die Wandlung. Eine Gestalt schälte sich aus dem dahinscheidenden Tierkörper … wabberte, verschwamm und manifestierte sich mehr und mehr.
Unfähig sich zu bewegen, lag er vor ihnen. Ein Lethar.
Es wäre ein leichtes und ein wahrer Genuss gewesen, ihn nun zu töten, doch der Same, vor langer Zeit in Kanubio gesetzt, hatte gekeimt:
„Der Krieger ist Herr über Leben und Tod. Wenn wir uns einmal für den Tod entschieden haben, können wir ihn nie wieder rückgängig machen. Die Entscheidung, jemanden leben zu lassen, lässt sich jederzeit umkehren, doch die Entscheidung zu töten sollte die schwerste sein, die wir treffen.“
Ein Lethar in den Händen seiner Feinde. Ein wahrlich wertvolles Gut in einem Krieg.
Der Ratte wurde ein Käfig verschafft.
Gemeinsam mit einer Waldelfe und den Menekanern überlegten sie, wie der Käfig sicher gemacht werden könnte. Zumauern. Den Letharen mit Gift ruhig stellen. Ihn von Kopf bis Fuß bandagieren und in einen Sarkopharg legen.
Alles Vorschläge, die nicht stand hielten.
Die einzige Lösung wäre, ihn bewusstlos zu halten.
Die Thyren erklärten sich bereit, ihn gemeinsam mit einer menekanischen Wache während der Nacht zu beaufsichtigen und ihn ab und an ins Dunkel zu schicken, so er sich regte. Dazu genügte eine ganz einfache, aber sehr effiziente Waffe: die Bratpfanne eines Thyrenweybes.
Das Wüstenvolk hatte sich gut vorbereitet, ihnen ein Haus frei gemacht, Truhen für ihr persönliches Zeug bereit gestellt und Schlafsäle mit Fellen ausgelegt. Doch die Enge dieses Steinhauses erdrückte die meisten des der Natur so verbundenen Volkes. Kurzerhand wurde Sand aufs Dach gebracht – eigentlich als Übungsplatz gedacht – doch auch ein guter Platz zum Schlafen.
Die Tage plätscherten dahin. Während die Thyren sich ihren Kampfübungen hingaben, traf weitere Hilfe ein: Die Waldelfen, die ein Haus in der Nähe des Badehauses bezogen. Die Khaz-Aduir waren auf dem Weg, hieß es. Und auch die Allianz wollte sich an den Besprechungen beteiligen.
Und während das Kloster auf Gerimor brannte, bereitete man sich in der Hitze Menk-Urs auf den Krieg vor.
Auch Freiwillige, keinem zugehörig, boten ihre Hilfe an. Man kannte sie nicht und lehnte es ab, sie aufzunehmen. Einem Fremden im Kampf den Rücken zuzukehren, barg größere Gefahr als sein Schwert wert wäre. Sie wurden fort geschickt.
An Kanubio huschte etwas vorbei. Aus den Augenwinkeln nahm er es wahr. Nur zu gut kannte er das: eine Ratte! Genau so eine, wie die, die Wulfgard unsicher machte.
Du Ratte, du gehasstes Vieh, Verbreiter von Krankheiten und Seuchen! Schwach, feige und trotzdem schlau und gefährlich.
Auf zur Rattenjagd!
Sie stellten den tückischen Feind im Laden einer Schneiderin. Dass ihr wertvoller Teppich dabei zum Lumpen wurde, störte Kanubio nicht. Was war schon ein golddurchwirkter Teppich gegen den Tod einer verhassten Ratte?
Blut sickerte in das einst edle Gewebe – Rattenblut. Das Vieh war auf dem Weg zu den Ahnen, zumindest glaubten die Thyren das.
Doch was war das? In dem hässlichen Körper begann es zu blubbern. Ein widerlicher Gestank verbreitete sich. Atemlos verfolgten sie die Wandlung. Eine Gestalt schälte sich aus dem dahinscheidenden Tierkörper … wabberte, verschwamm und manifestierte sich mehr und mehr.
Unfähig sich zu bewegen, lag er vor ihnen. Ein Lethar.
Es wäre ein leichtes und ein wahrer Genuss gewesen, ihn nun zu töten, doch der Same, vor langer Zeit in Kanubio gesetzt, hatte gekeimt:
„Der Krieger ist Herr über Leben und Tod. Wenn wir uns einmal für den Tod entschieden haben, können wir ihn nie wieder rückgängig machen. Die Entscheidung, jemanden leben zu lassen, lässt sich jederzeit umkehren, doch die Entscheidung zu töten sollte die schwerste sein, die wir treffen.“
Ein Lethar in den Händen seiner Feinde. Ein wahrlich wertvolles Gut in einem Krieg.
Der Ratte wurde ein Käfig verschafft.
Gemeinsam mit einer Waldelfe und den Menekanern überlegten sie, wie der Käfig sicher gemacht werden könnte. Zumauern. Den Letharen mit Gift ruhig stellen. Ihn von Kopf bis Fuß bandagieren und in einen Sarkopharg legen.
Alles Vorschläge, die nicht stand hielten.
Die einzige Lösung wäre, ihn bewusstlos zu halten.
Die Thyren erklärten sich bereit, ihn gemeinsam mit einer menekanischen Wache während der Nacht zu beaufsichtigen und ihn ab und an ins Dunkel zu schicken, so er sich regte. Dazu genügte eine ganz einfache, aber sehr effiziente Waffe: die Bratpfanne eines Thyrenweybes.